Der Pipimatz – im Stehen pinkeln für Mädels

15 Aug
15. August 2013

„Pipimatz“ ist ein Produkt, mit dem Frauen unterwegs im Stehen pinkeln können. Pipimatz ist auch für Schwangere super, da man ja häufiger pinkeln muss und die Babykugel das Hinhocken auf fremden Toiletten schwierig macht. Die Benutzung ist selbsterklärend und “trocken”, solange man darauf achtet, dass die Spitze immer nach unten zeigt.

So erklärt Brinja Leinweber ihr Produkt Pipimatz, welches ich kürzlich entdeckt habe und euch hier unbedingt vorstellen möchte. Ich habe den Pipimatz selbst getestet und darf sagen: er funktioniert einwandfrei! Aber etwas gewöhnungsbedürftig ist es schon, das „im Stehen pinkeln“. Man ist ja sonst gewöhnt sich hin zu hocken, und die Wäsche möglichst weit weg zu halten. Nun bleibt man einfach bequem stehen und lässt laufen. Etwas Überwindung hat mich das am Anfang schon gekostet. Klappt das? Geht auch wirklich nichts daneben? Es bedarf ja auch erst mal einer neuen Routine, um den Matz im richtigen Moment dabei zu haben. Aber ich habe auch sofort gedacht: „Den Matz hätte ich gerne für meine Tochter gehabt. Das „Abhalten“ geht mit steigendem Kindsgewicht ja ganz schön auf den Rücken und die öffentlichen Toiletten sind zum Draufsetzen meistens einfach zu ekelig, selbst wenn man die Klobrille mit Klopapier belegt.“

Nach meinem Test habe ich Brinja interviewt:

Jana: Wie bist Du auf die Idee mit den „Mätzen“ gekommen?
Brinja: Auf die Idee bin ich aus eigener Not gekommen. Auf meinem ersten Festival habe ich mir bei jedem Gang auf’s Dixi gewünscht wie ein Mann im Stehen pinkeln zu können. Auch auf wackelnden Zugklos oder jedes Mal, wenn die Frauen Schlange stehen und Männer grinsend vorbeigehen, kam dieser Wunsch wieder auf. Geht aber nicht, Frau ist Frau, so ist es nun mal. Finde dich damit ab. Warum eigentlich? Das einzige, was uns fehlt, ist ein Pipimatz… Das war der Geburtsgedanke.
Bei meiner nächsten Zugfahrt habe ich es ausprobiert und es war ein erhebendes Gefühl.
Vorher: Schon vor der Abfahrt wenig trinken, wenn es sich nicht vermeiden lässt mit einem Seufzer zum Klo, und dann eine echte Multi-Tasking-Herausforderung: auf die langen Haare aufpassen, auf die Zehenspitzen stellen, damit die Hosenränder den nassen Boden nicht berühren, möglichst lange Luft anhalten, nicht zu weit vorbeugen, damit die Handtasche nicht nach vorne rutscht, hoffen, dass der Zug nicht zu arg wackelt und ach ja, pinkeln auch noch… unangenehm!
Jetzt: kurz rein, Pipimatz gezückt, bequem im Stehen gepinkelt, fertig :-) und mit einem verschmitzten Grinsen zurück auf meinen Platz.

Jana: Hört sich gut an.
Ist denn der Pipimatz ein Einmalprodukt, oder wie muss ich mir das vorstellen? Ich wasche den Pipimatz dann im Handwaschbecken und föhne ihn trocken?
Brinja: Pipimatz ist wiederverwendbar, weil aus LKW-Plane! Das vereint die Vorteile von Plastik (wiederverwendbar, superdicht) und Pappe (flexibles Material, das sich falten lässt). Für die Frage des Waschens bietet sich folgende Lösung: Pipimatz kann zusammen mit einer Tasche und einer kleinen Spülflasche bestellt werden, so dass die Pipireste mit Wasser weggespült und die Wasserreste ausgeschüttelt werden können. Falls der Matz noch nicht ganz trocken ist, kann man ihn einfach wieder in die wasserdichte Tasche stecken und zu Hause resttrocknen.
Die Pipimatz-Tasche ist aus recycelten Kaffeetüten – wasserdicht und im praktischen Format.

Jana: Ein Problem ist aber doch, dass man trotzdem die Hose runter lassen muss, oder? Also, Frau könnte jetzt nicht so lässig am Pissoir stehen, ohne auch ihren Po dabei zu entblößen. Wie begegnest Du diesem Problem?
Brinja: Am Anfang habe ich auch immer die Hose runtergelassen. Als mich das einmal im Wald gestört hat, habe ich es einfach so probiert und das geht auch: Ich habe meine Hose aufgemacht und mit einer Hand Hose und Unterhose nach vorne-unten gehalten, mit der anderen den Pipimatz vorsichtig zwischen mich und die Hose geschoben – ging prima! Man muss halt nur aufpassen, dass die Hose den Matz nicht nach oben drückt, denn dann würde es nicht mehr abfließen. Mit einem Rock ist es natürlich noch einfacher.

Pipimatz in Aktion

Pipimatz in Aktion

Jana: Wie bekommt man die Mätze? Gibt es eine Bestelladresse im Internet? Was kosten sie?
Brinja: Mätze sind bestellbar auf pipimatz.com. Die Pipimätze kosten 13,40 € inklusive Tasche und Spülflasche.
Mätze werden bislang noch alle in liebevoller Einzelarbeit produziert :-).

Jana: Hast Du noch etwas, das Du den Lesern gerne mit auf den Weg geben willst?
Brinja: Für die Schwangeren, die schon etwas größere Kinder haben: Pipimatz ist auch für Jungs und Mädels super, wenn keine extra Kinderklos in der Nähe sind.
Außerdem gibt es die Möglichkeit, auf der Homepage das Schnittmuster zum Selberbasteln herunterzuladen; zum kostenlosen Ausprobieren.

Jana: Liebe Brinja, vielen Dank und viel Erfolg mit den Mätzen!

"Pipimatz"

“Pipimatz”

Und euch wünsche ich viel Spaß, wenn es heißt „Wasser marsch“ mit dem Pipimatz! Also gleich mal einen bestellen oder an der Verschenk-Aktion teilnehmen:

Frage zum Schluss: Was haltet ihr davon? Könnt ihr euch im Stehen pinkeln vorstellen?

Verschenk-Aktion

Wir verschenken 5 Pipimatz-Komplettsets an die ersten fünf Frauen, die sich per Email melden und sich bereit erklären, die eigenen Pipimatz-Anwendungserfahrungen später als kurzes Feedback hier im Blog zu posten. Matz ab! ;-)

Wow! Die Verschenk-Aktion war schneller vorbei als wir gucken konnten…
Als kleinen Trost für alle, die es nicht geschafft haben unter den ersten Fünf zu sein, hat sich Brinja überlegt, dass alle, die noch im August einen einzelnen Pipimatz bei ihr bestellen, die Tasche+Spülflasche gratis dazu bekommen. Bitte bei der Bestellung einfach das Stichwort “Hebammenblog-Aktion” erwähnen.

Ich freue mich auf die Berichte der fünf Testerinnen und bin gespannt, ob wir hier einen neuen Trend bei seiner Geburt beobachten können ;-)


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6 antworten
  1. Julia says:

    Hallo liebe Leute,
    ich gehöre zu den Glücklichen, die den Pipimatz testen durften und was soll ich sagen… zugegebenermaßen wusste ich schon in etwa, worauf ich mich einlasse, denn auf einem bekannten Festival gab es vor ein paar Jahren eine simple Pappversion des Pipimatz und richtige Frauen-Pissoirs. Bereits damals war ich restlos begeistert, aber so richtig haltbar waren die Pappdinger ja nicht…
    Wie wunderbar ist da nun die Version aus LKW-Plane – und dann auch noch in der Länge ;) Es kostet zwar zunächst etwas Überwindung, im Stehen loszupinkeln, und dann folgt eine Sekunde der Angst, bis die Flüssigkeit dann nach unten gelaufen ist… aber es ist genial und funktioniert ohne Tropferei! Einfach zu Hause ausprobieren, man fühlt sich sehr schnell sicher.
    Den Unterwegs/Festival/Park/Waldspaziergang-Test muss ich jedoch noch machen…

    Vielen Dank für den tollen Pipimatz, ich liebe das Teil!

    PS: Lediglich der Versandumschlag war mir dann doch etwas zu offenherzig. Er wurde bei meiner Nachbarin abgegeben und Postbote und Nachbarin haben sich wohl köstlich über die fette “Pipimatz”-Aufschrift amüsiert…

    Antworten
  2. Lillian says:

    Ich gehörte auch zu den glücklichen Testerinnen.
    Den ersten Versuch habe ich im heimischen Badezimmer gemacht. Nach anfänglichem Zögern und einem tiefen Durchatmen habe ich mich dann doch getraut “laufen zu lassen”. Und was soll ich sagen?!? Kleckerfrei alles im Klo, ich stolz wie Bolle und der Kommentar meines Freundes dazu: “Ey, du darfst hier auch nicht im Stehen pinkeln!”
    Den Zweiten Versuch habe ich bei einer Open Air-Veranstaltung gewagt, dort gab es zwar (im Vergleich zu nem Festival) saubere Dixies, aber hinsetzen wollte ich mich da auch nicht. Und mit dem Pipimatz war es eine saubere Sache :)
    Ich hätte mir dieses Ding schon sehr in der Schwangerschaft gewünscht, denn da fand ich es besonders schlimm auf fremde Toiletten zu gehen.
    Jetzt habe ich den Pipimatz immer dabei. Sicher ist sicher!

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  3. Annika says:

    Nun konnte ich vergangenes Wochenende den Pipimatz auf Herz und Nieren bei einem wunderschönem Theaterfestival testen. Wie auch Julia schon schrieb, kannte ich das Patent schon in Pappe und wusste auch dass diese sehr schnell vergriffen sind. Daher (und auch aus umweltfreundlichen Gesichtspunkten) großes Lob an die langlebige Version. Ich hatte mir in die Flasche, Wasser zum Nachspülen gefüllt und bin mir aber immer noch nicht sicher ob sie nicht für Handdesinfektion gedacht ist. Völlig egal. Ich hatte nach dem Wasserspülen ein gutes Gefühl es wieder in Verpackung und dann in die die Tasche wandern zu lassen. (Im Vorwege haben sich da bei mir andere Gedanken breit gemacht). Ich bin sehr froh und dankbar nun im Besitze eines solchen Pipimatzes zu sein, meine Tochter ist sehr interessiert und möchte es in Ruhe auch mal testen und es regt zu höchst interessanten gesellschaftskritischen Gesprächen an:))))

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  4. Brinja says:

    Liebe Testerinnen,

    vielen Dank für die Berichte über eure Erfahrungen, es freut mich, dass der Pipimatz so gut ankommt!
    Besonders grinsen musste ich beim Kommentar “Ey, du darfst hier auch nicht im Stehen pinkeln!” – Recht hat er ja eigentlich, wo wir Frauen sonst immer so vehement das Hinsetzen verlangen. Aber zum Pipimatz-Testen bin ich trotzdem für großzügige Ausnahmen ;-)

    Die Flasche ist ursprünglich tatsächlich zum Spülen mit Wasser gedacht, aber als Händedesinfektion kann man sie natürlich auch verwenden – je nachdem, was einem grad praktischer erscheint!

    Danke auch nochmal für den Hinweis mit den Versandtüten. Aus lauter Freude über den selbstgebastelten Stempel war ich da sehr tatkräftig – wie ging es euch anderen damit? Soll ich lieber etwas diskreter verschicken?

    Liebe Grüße,
    Brinja

    Antworten
  5. Lucia M. Pichler says:

    Der Pipimatz – oder wie ich die Möglichkeit bekam, wie ein Mann zu pinkeln

    In letzter Zeit hatte ich schon öfter von Pinkelhilfen für Frauen gelesen und mir verschiedene Modelle angesehen – angetan von der Idee, mich auch auf einer öffentlichen oder offensichtlich verdreckten Toilette „sauber“ erleichtern zu können. Mittlerweile gibt es auch viele Angebote, Frau beim kleinen Geschäft behilflich zu sein, sodass frau die Qual der Wahl hat. Angefangen von der Farbe (pink darf in der Kollektion natürlich nicht fehlen), über die Länge bis hin zum Material gibt es eine große Auswahl.

    Da kam mir dieser Artikel und die damit verbundene Geschenkaktion gerade recht: endlich würde ich testen können, wie sich das Pinkeln im Stehen anfühlt (und ob diese Art der Unterstützung für mich überhaupt in Frage kommt). Gelesen, sofort ein Mail an Jana verfasst – und auf die Antwort gewartet. Und ihr errät es natürlich schon: Ich bin eine der glücklichen Testerinnen :-)

    Ein paar Tage später erhielt ich kleines Päckchen, auf dem bereits „Pipimatz“ vermerkt war. Meine Vorfreude stieg, sah ich diesem Paket ja schon den Inhalt an, den ich bereits erwartete. So machte ich mich sofort ans Auspacken und staunte erstmals nicht schlecht, als ich eine Kaffeepackung in der Hand hielt. War das etwa das falsche Paket? Was sollte ich den bloß mit Kaffee anfangen, noch dazu mit einer Packung, die bereits geöffnet zu sein schien! (Die Pipimatz-Aufkleber schienen dieses Problem irgendwie nicht zu lösen ;-)) Diese Gedanken zerstreuten sich jedoch sehr schnell, als ich den (Klett-)Verschluss auf der Kaffeepackung entdeckte und damit auch endlich an den eigentlichen Inhalt kam: ein längliches rotes zusammengefaltetes Dreieck, auf dem stolz das Wort „Pipimatz“ prangt (inklusive Smiley) und eine kleine leere Flasche (hm … sollte da etwas drin sein? Ist der Inhalt ausgelaufen?) Und in die Klappe eingelegt entdeckte ich noch ein Papiertaschentuch. Ich freute mich riesig über dieses so liebevoll und detailreich gestaltete Geschenk! Auch wenn ich mich offensichtlich nicht mehr an die genaue Beschreibung erinnerte, denn sonst wären viele Fragen gar nicht erst aufgekommen ;-)

    Irgendwann hatte ich dann auch etwas Zeit für den Praxistest, auf den ich mich besonders freute. Als ich mich gerüstet vor die Toilette stellte, dauerte es eine Weile, bis ich ihn (den Pipimatz) richtig positioniert hatte: Plötzlich erschien mit die Toilettenschüssel zu weit unten zu sein und ich zu weit oben, sowie er einfach zu lange. Doch dank der recycelten LKW-Plane ist er ja sehr biegsam, ich konnte den vordersten Teil also einfach etwas nach unten halten, um so die Wahrscheinlichkeit des Treffens zu erhöhen. Erstes Problem gelöst, zweites erkannt: Da ich mich in dieser Position bislang kaum bis gar nicht erleichterte, dauerte es eine Weile, bis ich meinem Schließmuskel glaubhaft versichern konnte, dass auch das Stehen (mit Pipimatz) eine geeignete Methode zum Pinkeln ist. Irgendwann gab der Muskel jedenfalls den Weg frei, und ich pinkelte. In unsere Toilette. Im Stehen.

    Ich konnte es kaum glauben! Die Tatsache, dass ich im stehen pinkeln konnte, erheiterte mich ungemein! Es fühlte sich irgendwie erhaben an. In einer kleinen Ecke meines Herzens kann ich nun verstehen, warum so viele Männer lieber im Stehen ihr Geschäft erledigen. Gleichzeitig ist mir jedoch auch aufgefallen, dass ich mich – wohl aufgrund dieser neuen Position – nicht genügend entspannt hatte, sodass ich bald wieder zur Toilette musste.

    Mein erster Versuch, den Pipimatz mit angezogener, nur geöffneter Hose zu verwenden, ging wortwörtlich in die Hose. Wahrscheinlich deshalb, weil der Reißverschluss der Hose zu hoch saß und sich dadurch ein Knick ergab. Oder weil die Hose so eng saß, sodass der Pipimatz kaum Platz hatte und ich zu wenig darauf geachtet hatte, wie er sich innerhalb der Hose zusammenfaltete. Oder beides gleichzeitig. Doch auch völlig bekleidet im Stehen zu pinkeln gelingt mittlerweile selbstverständlich – ich habe geübt ;-)

    Wo ich den Pipimatz bislang sonst noch testete: Am Bahnhof, am Flughafen, auf Parkplätzen, auf Raststätten, in anderen privaten Haushalten. Und immer finde ich es klasse, dass er sich zusammenlegen lässt und diese kleine Verpackung gleich dabei ist. Ich glaube, dass ich starre Pinkelhilfen, die weder verpackt (und damit für Außenstehende erkennbar) noch verkleinerbar sind, nicht so oft verwenden würde, da sie unpraktischer zu verstauen wären und ich sie wohl nicht einfach aus dem Rucksack nehmen und offen durch ein Lokal laufen würde. Ich bin jedenfalls höchst zufrieden. Der Pipimatz erfüllt definitiv seinen Zweck – und das auf wunderbar erheiternde, erleichternde und erhabene Art und Weise!

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