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Hebammenkunde studieren: Gastbeitrag von Jenny

Ich studiere Hebamme! – Gastbeitrag

Seit ich Hebammenkunde an der Evangelischen Hochschule studiere, lerne ich logischerweise täglich viel Neues. Es ist, wie jeden Tag in eine Fortbildung zu gehen. Das ist wirklich schön und inspirierend (zumindest meistens). Ich habe aber auch lauter neue, tolle Frauen kennengelernt. Eine davon ist Jenny. Für Jenny ist „Hebamme“ nicht das erste Studium. Sie hat vorher etwas ganz anderes gemacht, fühlt sich bisher aber sehr wohl mit der Entscheidung zum Neustart. Sie hatte Lust hier mal darüber zu berichten, wie es so ist, das Studium von Anfang an zu machen. Von ihren Erfahrungen in den ersten fünf Monaten erzählt sie im heutigen Gastartikel:

„Sehen Sie sich um“, forderte uns eine Professorin in der Einführungswoche auf, „hier sitzen ganz unterschiedliche Frauen, die Hebamme werden wollen. Und das ist gut so, denn auch die Frauen, die Sie betreuen werden, sind unterschiedlich.“

Ich blicke in die Runde: 45 Frauen zwischen 18 und Anfang 50 haben mit mir das Studium der Hebammenkunde an der Evangelischen Hochschule Berlin begonnen. Männer sind natürlich nicht vom Studium ausgeschlossen, aber bisher hat sich noch keiner beworben. Einige kommen direkt von der Oberschule, aber viele andere von uns haben bereits andere Berufe gelernt und darin gearbeitet. Natürlich sind da die Quereinsteigerinnen, erfahrene Hebammen wie Jana. Aber es gibt auch eine Juristin, eine Modedesignerin, eine Verhaltensbiologin, eine Heilprakterin, zwei Krankenpflegerinnen und viele, die schon einiges ausprobiert haben oder erst einmal um die Welt gereist sind. Ich selbst habe vorher als Journalistin gearbeitet.

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Hebammen-Studium in Berlin: Science of Midwifery

Meine persönliche, kleine Akademisierungsgeschichte

Seit Herbst 2018 studiere ich Hebammenkunde an der Evangelischen Hochschule in Berlin. „Warum machst du das?“, werde ich regelmäßig von Kolleginnen gefragt. „Was hast du denn davon?“ Es ist dieselbe Frage, die zurzeit auch in der Öffentlichkeit gestellt wird: „Warum soll der Hebammenberuf akademisiert werden?“

Ich bin seit 20 Jahren Hebamme. Natürlich fühle ich mich erfahren und sattelfest, wie wohl die meisten, die diesen Beruf eine Weile ausgeübt haben. Ich erhalte sehr viel Anerkennung und Dankbarkeit von den Familien, die ich betreue. Auch gehe ich, wie die allermeisten von uns, regelmäßig zu diversen Fortbildungen. Das macht mir Spaß, mal ganz abgesehen davon, dass es eine Fortbildungspflicht in meinem Beruf gibt. Ich fühle mich also durchaus fit und up to date.

Besser studiert?

Denke ich, dass ich nach dem Studium dann besser bin, als meine Kolleginnen? Ganz sicher nicht. Es ist und bleibt ein sehr praktischer Beruf, in dem man nur glänzen kann, wenn man ihn ausübt; mit ganzem Herzen, hochgekrempelten Ärmeln und ganz viel Engagement. Das dafür nötige Fachwissen hat uns natürlich auch die Ausbildung schon vermittelt.

„Hebammen arbeiten sehr selbständig und unabhängig – ein Alleinstellungsmerkmal im deutschen Gesundheitssystem. Sie müssen über umfassende Kenntnisse und aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse verfügen, komplexe physiologische und psychische Prozesse begleiten und einer großen Verantwortung gerecht werden. Hebammen arbeiten bereits heute auf einem akademisierten Niveau.
(Deutscher Hebammenverband, 2018)

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