Hebammenkatastrophe #Elternprotest

Hebammenkatastrophe: Letzter Aufruf zum #Elternprotest

Die Populationsgröße einer Art unterliegt ständigen, zufälligen Schwankungen von Generation zu Generation und von Jahr zu Jahr. Bei kleinen Populationen kann so einfach per Zufall, in einer Reihe von schlechten Jahren, die aufeinander folgen, die Populationsgröße auf Null absinken. (Wikipedia: Aussterben)

Größere Abweichungen von den normalen Umweltbedingungen einer Art, werden meistens als Katastrophen bezeichnet. Katastrophen sind zwar selten, führen dann aber um so unausweichlicher zum Populationsschwund. Eine selbstgemachte Katastrophe ist die Habitat-Zerstörung. Der Art wird einfach die Grundlage ihrer Existenz entzogen. Das Schlimme ist, dass es sehr schwierig ist, eine im Aussterben befindliche Art wieder aufzubauen.

Diesen „Point-of-no-Return“ haben wir Hebammen fast erreicht.

Ich informiere euch im Folgenden über den aktuellen Stand der Katastrophe und gebe Anregungen dafür, was man jetzt noch tun kann:

Das Dilemma

Das Grundproblem beschreibe ich gern noch mal in Kurzform. Und wer schon Bescheid weiß, kann einfach bis zur lila Trennlinie weiter unten “vorspulen”.

Haftpflicht ist Pflicht
Hebammen, die keine feste Anstellung in einer Klinik haben, sondern freiberuflich arbeiten, brauchen für ihre Arbeit eine private Haftpflichtversicherung. Das betrifft folgende Gruppen:

  • Hebammen in der häuslichen Vor- und Nachsorge
  • Hausgeburts- und Geburtshaus-Hebammen
  • Beleg-Hebammen (die vielerorts ganze Kliniken bestücken)

Prämienkosten
Die Haftpflichtprämien, die die Versicherungen aufrufen, steigen ins Unermessliche, denn:

  • Die Schadensfälle (Kinder, die auf Grund von Geburtsschäden mit Behinderungen zur Welt kommen) bleiben zwar gleich (niedrig), aber die Kosten für die Versorgung, die immer besser und damit auch teurer wird, steigen.
  • Hebammen sind bis zu 30 Jahre rückwirkend auf Schadensersatz verklagbar. Daher sind Schadens-Summen schwer kalkulierbar. Wird eine heute ausgehandelte Summe im Jahr 2035 noch ausreichen, um die Kosten zu decken? Das fragen sich die Versicherer und kalkulieren, in gewisser Weise nachvollziehbar, großzügig.

Quasi-Monopol
Daher gibt es kaum noch Versicherungen, die Hebammen versichern möchten. Übrigens gibt es auch in Kliniken „Schadensfälle“. Aber die Kliniken (zumindest die großen) haben durch ihr breit gefächertes Angebot eine Mischkalkulation. Daher sind sie für die Versicherungsgesellschaften deutlich attraktiver und dadurch von der aktuellen Problematik nur bedingt, wenn überhaupt, betroffen.
Die Angebote der wenigen, verbliebenen Versicherungsgesellschaften sind also sehr teuer. Einen Wettbewerb, wie bei Autoversicherungen, gibt es nicht. Die Hebammen können mit ihrem niedrigen Lohn, den letztlich die Krankenkassen diktieren, die immensen Versicherungskosten einfach nicht mehr stemmen.

Politik & Marktwirtschaft
Schon den dritten Bundesgesundheitsminister haben wir verschlissen. Aber außer schöner Worte, die den Willen zur Lösung des Problems bekunden, ist bisher noch nicht wirklich was passiert. Es ist, zugegebener Weise, auch nicht so leicht. Denn der Gesundheitsminister kann den Versicherungen natürlich keine Konditionen aufzwingen. Gesetzliche oder private Krankenversicherung hin oder her. Wir brauchen aber dringend eine politische Lösung, denn nach den Regeln der Marktwirtschaft kann es offensichtlich keine gute Geburtshilfe mehr geben. Die Politik hat den „schwarzen Peter“ aber nun dem Gesamtverband der Krankenkassen (GKV-SV) zugeschoben – lehnt sich dabei offenbar zurück und ist vermutlich froh, diese nervige Berufsgruppe von der Backe zu haben.
Mit den Hebammen ist die Politik also offensichtlich erst mal durch. Politisch etwas bewegen, das können jetzt wohl nur noch die Eltern, denn das sind viele! 

Regelwerk = Bollwerk
Es gibt ein aktuelles Angebot des GKV-SV, der stellvertretend für alle Kassen mit dem Deutschen Hebammenverband (DHV) eine finanzielle Entlastung der Hebammen verhandelt. Allerdings sind wohl noch juristische Fehler im Konzept. Und das Angebot ist obendrein, nach Auskunft des DHV, an zahlreiche Bedingungen geknüpft:
Die Hebammen sollen bestimmte Regeln der Qualitätssicherung in ihrer Arbeit befolgen. Sehr gerne doch! Die Regelgrundlagen sollten aber schon evidenzbasiert sein. Was sie leider nicht sind. Sie erscheinen stattdessen eher willkürlich und fachlich wenig nachvollziehbar. Der DHV sagt dazu: “Der GKV-Spitzenverband wollte wissenschaftlich nicht belegte Ausschlusskriterien (für die ausserklinische Geburtshilfe) pauschal festlegen, Frauen dabei das Recht zur Mitbestimmung absprechen und Vorgespräche von Hebammen mit Schwangeren zur Geburt und der Wahl des Geburtsortes nicht ausreichend finanzieren.”
Hebammen sind aber ausreichend kompetent, um zu entscheiden, ob die Frau außerklinisch gebären kann. Dazu braucht sie kein fachärztliches Konsil, wie vom GKV jetzt plötzlich gefordert. Dazu gibt es seit langem anerkannte Standards. Genauso ist die Frau bei der Wahl des gewünschten Geburtsortes in ihrer Entscheidung frei. Das ist Gesetz.
Übrigens sagt der GKV-SV, dass wir – bzw. der DHV – ja alles nur falsch verstanden hätten. Siehe dazu diese Pressemitteilung. Da titelt es: “Hebammenverbände lehnen schnellen und gerechten Ausgleich steigender Haftpflichtprämien ab.“… Aha! Das klingt ja fast schon wie bei “Bahn vs. GDL”.

Verhandlungsspielchen

Soweit ich weiß, hat der GKV-SV kurz vor Ende der Verhandlungen ganz plötzlich einen neuen Vorschlag aus dem Hut gezaubert der die ganze Hebammengebührenverordnung ummodeln würde. Der Sicherstellungszuschlag (der Anteil an der Haftpflicht, den die GKV ursprünglich zu zahlen bereit und was politisch auch so gewollt war) würde damit wieder raus fallen. Er müsste von Hebammen, die nur wenige Geburten betreuen, extra beantragt werden. Hebammen mit vielen Geburten würden ihn gar nicht mehr bekommen. Das bedeutet dann also eine Strafe für vieles Arbeiten und nicht, wie in der Stellungname behauptet, ein Weg zu einem Mehrverdienst. Es geht schlicht ums Geld und der GKV-SV nutzt den herrschenden Druck schamlos für den Preiskampf aus.

Mit dem Rücken zur Wand

Fakt ist aber: Wenn es jetzt nicht schnell zu einer Einigung kommt, schlägt die erneute Preiserhöhung am 1.7.2015 mit aller Härte zu und es werden weitere Hebammen aus dem Beruf gehen müssen. Das bedeutet zukünftig noch mehr Betreuungsprobleme bei Hausgeburten, sowie in der Vor- und Nachsorge. Denn das hängt ja alles mit da dran!

Aber das sind letztlich alles nur nervige Details, die den Blick aufs große Ganze trüben.

Hier geht es nicht „nur“ um das Ausrotten einer Berufsgruppe. Hier geht es um Frauengesundheit, Selbstbestimmungsrechte von Eltern und um viel Geld.

Alles klar, aber was soll ich jetzt tun?

Es gibt Einiges was jede(r) Einzelne jetzt tun kann. Ich nenne euch zwei Möglichkeiten und dafür müsst ihr noch nicht mal aufstehen… ;-)

Werde Mitglied im neuen Mother Hood-Verein!

Tritt dem Verein “Mother Hood – Bundeselterninitiative zum Schutz von Mutter und Kind während Schwangerschaft, Geburt und 1. Lebensjahr” bei. Dort findest du andere engagierte Eltern, die die Situation so nicht hinnehmen möchten und bei den Verhandlungen von Krankenkassen, Hebammenverbänden und Politikern mit am Tisch sitzen und mitreden wollen.
Es sind bereits weitere, größere Dinge in Planung. Aber es braucht eine rege Beteiligung von Vielen.
Ich bin auch schon beigetreten. Hier geht’s zum Beitrittsformular. Mit 48,- € Jahresgebühr bist du dabei.
Aber auch ohne Mitgliedschaft kannst du dich dort über weitere Aktionen auf dem Laufenden halten.

Onlinepetition zeichnen

Die aktuelle Onlinepetition von Mother Hood wendet sich an die Vorstandsvorsitzende des GKV-SV und kämpft damit für Elternrechte. Die Petition braucht dringend viele Zeichner, um so eine möglichst große, mediale Aufmerksamkeit für das Thema zu generieren. Teilt die Petition bitte auf allen Kanälen, die ihr so habt und wo es passt.

Artenschutz & Re-Naturierung

In den USA waren Hebammen, so wie wir sie hier in Deutschland noch kennen, bereits so gut wie ausgestorben. Seit einigen Jahren versuchen Frauen, die sich ihre Selbstbestimmungsrechte zurück holen wollen, wieder eine hebammengeleitete Betreuung aufzubauen. Das ist ein langwieriger und zäher Prozess.
Der Silberstreifen am Himmel der Geburtshilfe kommt derzeit aber aus Großbritannien: Dort setzt man auf Evidenzen. Und die sprechen eine deutliche Sprache: Eine 1 zu 1 Hebammenbetreuung unter der Geburt bringt die besten Ergebnisse. Also wird diese Betreuungsart dort nun Standard. Wow! Deutschland, guck mal über den kleinen Teich! Das hätten wir hier auch gerne! Aber die deutschen Gesundheitsmühlen malen langsam. Vielleicht zu langsam.

5vor12

Denn schon am 1. Juli 2015 müssen sich der Hebammenverband und die Krankenkassen geeinigt haben. Dann steigen die Haftpflichtbeiträge erneut kräftig an. Viele Hebammen können die Summen einfach nicht mehr tragen. Und dann ist Schluss.

Viele meiner Kolleginnen haben ihren Beruf bereits aufgegeben. Allerdings kenne ich keine, die nach der Umorientierung noch mal in den Hebammenberuf zurückgegangen wäre. Warum auch? Das ist unattraktiver denn je! Im Sommer 2015 wird sich also zeigen, ob das Ruder noch knapp herum zu reißen ist. Ich habe inzwischen starke Zweifel, da schon jetzt die Population an einem Punkt ist, der keine flächendeckende Betreuung mehr zulässt. Aber bald werden wir es ganz genau wissen.

Hinter den Kulissen

Wir sind wieder in einer heißen Phase und ich halte euch hier im Blog, z.B. durch Ergänzungen dieses Artikels, auf dem Laufenden – und das so lang und so gut ich kann.

Morgen findet beispielsweise eine Telefonkonferenz zwischen Kathrin Szabó (Nestling), Lena Glodde (der Apfelgarten), Franzi Karagür (Einfach Klein), Susanne Mierau (Geborgen Wachsen), Anja Constance Gaca (von guten Eltern), Nicola Schmidt (Artgerecht-Projekt), Nora Imlau, Christina Baris (eine der Petentinnen der aktuellen Onlinepetition), Michaela Skott vom Mother Hood-Verein und mir statt. Es gibt verschiedene Ideen, die wir diskutieren werden. Und ich werde berichten…

Packen wir’s an – Jetzt!

Ihr habt eine geniale Idee, was man beim #Elternprotest noch tun könnte? Oder eine Frage? Ihr wollt mal so richtig eure Meinung sagen!? Dann her damit!
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21 Kommentare
  1. Stefanie
    Stefanie sagt:

    Man müsste die Frauenärzte und Kinderärzte mit ins Boot nehmen, die ihre Stimme heben und sagen, dass es aus diversen Gründen nicht ohne Hebamme geht. Leider weiß ich, dass viele Frauenärzte über Hebammenleistung gar nicht oder sehr spät aufklären. (Meine Ärztin wusste teilweise nicht einmal, was eine Hebamme alles darf. Und war nach der Hausgeburt erstaunt, dass sie mich genäht hat… (wer hätte es sonst tun sollen?) )

    Antworten
  2. Pamela
    Pamela sagt:

    warum “nur” Elternprotest? es müsste eigentlich ein Aufschrei durch die gesamte Gesellschaft gehen. Der Nachwuchs ist von gesamtgesellschaftlichem Interesse. Und damit die Gesellschaft starken, gesunden und selbstständigen Nachwuchs hat – also die “Leistungsträger” von morgen, egal auf welcher Ebene – müssen wir alle dafür Sorge tragen, dass der Nachwuchs die bestmögliche Fürsorge von Anfang an erhält.
    Für einen guten Start ins Leben seid ihr Hebammen unverzichtbar, mit eurem Wissen, euren Tipps und Ratschlägen und nicht zuletzt mit eurem Einfühlungsvermögen in die Sorgen und Nöte der jungen Familien! Heutzutage gibts das berühmte Dorf kaum mehr, das ein Kind groß zieht und auch die erweiterte Familie ist oft weit weg. Woher sollen junge Familien die Unterstützung gerade in der sensiblen Anfangszeit bekommen, wenn es euch nicht mehr bzw zu wenige gibt?
    Das sehe ich mit großer Sorge und das obwohl ich keine Mutter bin!
    Wir brauchen das Dorf der Neuzeit, mit bestmöglicher Unterstützung, Betreuung und Bildung für unseren Nachwuchs! Und dazu gehört ihr Hebammen unbedingt!

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagt:

      Das stimmt. Passiert aber nicht. Warum? Keine Ahnung.
      Du bist eine relativ seltene Ausnahme. Die meisten Menschen, die nicht gerade direkt betroffen sind engagieren sich auch nicht. :-(

      Antworten
  3. kathi
    kathi sagt:

    Mir kam eine spontane idee die viel zu krass ist als das es jemand umsetzen würde…aber ich teile sie mit. erklärt mich nicht für verrückt aber ich schau gern newtopia…und da gibt es fünf minuten für Deutschland wo jeder von außen kommen kann und seine Botschaft im fernsehen bringen kann…meine idee war dort eine alleingeburt zu zeigen…mitten in der scheune …und auf die hebammenproblematik hinzuweisen. Aber ich weiß natürlich dass es nicht umsetzbar ist und es ist halt auch “nur” sat 1…wahrs erreicht man garnicht genug leute….auf jeden fall denk ich zur zeit viel über dieses thema nach denn ich bekomme anfang Dezember mein zweites kind und weiß noch nicht ob die hausgeburt klappt weil die hebamme sich die Versicherung nur noch bei genug anmeldungen monatsweise leisten kann….das macht mich soooo wütend.

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagt:

      Alle Überlegungen sind erlaubt. Aber natürlich würde ich niemals zu einer Alleingeburt aufrufen, um sie dann zu zeigen. Das geht natürlich nicht.
      Aber Du hast Recht damit, dass es gut wäre die Presse nochmals zu involvieren. Das Problem ist: Die sind auch schon übersättigt, was das Thema angeht. :-(

      Antworten
  4. Franziska
    Franziska sagt:

    Danke für die gute Zusammenfassung! Ich frage mivh, wie man die Problematik in die “echte” Welt übertragen kann, also raus aus dem Internet, ich habe tatsächlich viele Freunde ohne Facebook und Co, die haben von der ganzen Thematik nichts brkommen! Also wie kommt man an die große Öffentlichkeit? Gibt es denn da Möglivhkeiten? Und ich denk auch, dass es ein gesamtgesellschaftliches Problem ist, Deutschland braucht Nachwuchs, wie kann man diesen Punkt publik machen? Und wie kann man es vielleicht schaffen, mal über die Landesgrenze zu schauen? Gibt es da Kontakte? Zb nach Großbritannien? Kann man sich da Tipps holen? Unfassbar das Ganze!

    Antworten
    • Judith
      Judith sagt:

      Das stimmt. Wer nicht in den sozialen Netzwerken unterwegs ist (z.B. die Generation meiner Eltern), bekommt von der Problematik fast nichts mit. Wirklich schwierig, die breite Masse anzusprechen. Radiobeitrag mit einem provokanten Spruch? Leserbriefe in Zeitungen? Ich weiß es nicht.
      Leider interessiert es auch kaum jemanden, der nicht direkt als junge Eltern betroffen ist. Die GdL hat innerhalb kürzester Zeit so eine Aufmerksamkeit bekommen. Das hat seine Berechtigung, aber dass die Geburtshilfe im Gegensatz dazu so egal ist, finde ich traurig.

      Antworten
      • Jana Friedrich
        Jana Friedrich sagt:

        Ich denke fast auch es sollte einen Großstereik geben, damit die öffendlichkeit noch aufmerksamer wird. Aber wir sind zu doof: Wir machen das nicht, da wir “unsere” Frauen nicht im Stich lassen wollen.
        Die Medien sind leider inzwischen auch schon Berichtsmüde, wenn es um die Hebammen geht.

        Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagt:

      Leider ist unser Gesundheitssystem viel träger, als das Großbritanniens. Dort werden Evidenzen völlig selbstverständlich umgesetzt. Hier setzt sich ein Gremium aus lauter Ärzten (keine Hebammen) zusammen und beschließt die geburtshilflichen Richtlinien….

      Wenn Du noch Ideen hast, wie man die Presse noch besser anspornen kann erneut zu berichten: immer her damit.
      Die haben auch keine große Lust mehr.

      Antworten
  5. Susanne
    Susanne sagt:

    Die rückwirkende Schadensersatzhaftung von Hebammen bis zu 20 Jahren ist wirklich ein Hohn. Meiner Meinung nach ist der Job an sich anstrengend genug und die Bezahlung teiweise wirklich dürftig, da könnte einem der Arbeitgeber oder die privaten Versicherungen wirklich mal ein wenig entgegenkommen.
    Liebe Grüße und Danke für den gut recherchierten Artikel
    Susanne

    Antworten
  6. Sabrina
    Sabrina sagt:

    Hallo :)

    Wegen der momentanen Hebammenkrise gehöre ich leider zu den Frauen die keine Hebamme mehr “abbekommen” haben, alle Hebammenin der Umgebung zwischen der 12 und 16 ssw angerufen und nur Absagen bekommen. Selbst die Geheimtipps von meiner Frauenärztin die nicht übers Internet findbar waren sind alle ausgebucht (ET 30.8. mit Twins) oder haben bereits den Beruf gewechselt. Es ist wirklich zum heulen :(
    Meine Frauenärztin war ganz irritiert das auf einmal so ein Mangel an Hebammen da sein soll, zur Nachsorge soll ich jetzt zu Ihr aber wie soll sie bei Stillproblemen und dem ganzen psychologischem Kram helfen :(
    Ich hoffe für alle nach mir Gebärenden das die tolle Politik doch noch alles rumreißen kann und sich wenigstens in ein paar Jahren es sich wieder lohnt Hebamme als Traumberuf zu haben.

    Antworten
  7. Miri
    Miri sagt:

    Ok, ich war zu lange nicht mehr hier, ich sehe das schon.
    Ich gebe zu: Ich hab noch gar kein Kind ;) Aber natürlich möchte auch ich mal eine Familie gründen und interessiere mich schon lange für die Themen Geburt, Familie und natüüürlich: Geburtshilfe… (Danke, danke für diesen tollen Blog nebenbei ;) )
    Ich fände es schrecklich, wenn ich bald keine Entscheidungsmöglichkeit mehr hätte und hoffe inständig, dass sich bald (trotz der total schwierigen Lage) eine vernünftige Lösung finden wird! (Muss ich erst auswandern, ehe ich eine Schwangerschaft planen kann???)

    Wäre nicht eine Telefon-Protest möglich? Ich weiß nicht, ob es das in der Situation schon gab, kenne es aber aus dem Tierschutz: Die Unterstützer werden aufgerufen an einem festgelegten Tag, verantwortliche Personen (oder Spitzenverbände ;) ) anzurufen und ihren Unmut telefonisch kundzutun. Ja, klingt nach Telefonterror, ist es auch – hat aber schon geholfen!
    Ansonsten Petition ist unterzeichnet und geteilt… Kämpft weiter!

    herzliche Grüße

    Antworten
  8. Anne
    Anne sagt:

    Hallo Jana,
    Was ist denn mit den Niederlanden?
    Da gibt es doch hauptsächlich Hausgeburten?! Wie wird das dort versicherungstechnisch geregelt?
    Wo ist die Evidenz, dass man nach 30 Jahren noch einen nicht erkannten Geburtsschaden nachweisen und einklagen könnte?
    Gab es das tatsächlich schonmal?

    Die Amis haben nun angefangen, Leitlinien zu erarbeiten für eine Reduzierung der Interventionen unter Geburt. Hier werden eindeutig wieder Hebammen nötig, denn sie wissen um natürliche Geburtsvorgänge, haben keinen Zeitdruck und können auch einen Stillstand mal aushalten.

    Wie wird das in Zukunft in den Belegkliniken laufen? Interessiert es die Träger und beteiligten Ärzte, ob die Geburtshilfe schließt? Oder läuft es dann wie in Bruchsal, nur noch Kaiserschnitt von 9-17 Uhr…?

    Bei uns sind die Hebammenschulen noch voll, an Nachwuchs mangelt es also (noch) nicht. Seltsamerweise gehen die Würzburger Abgängerinnen nicht mehr in die Anstellung, sondern alle in die Freiberuflichkeit.

    Solange der GK keine Evidenzen für die neuen Vorschläge vorlegt, gibt’s nix zu unterzeichnen.
    Am schlimmsten finde ich grad bei Übertragung, das Verbot von der ausserklinischen Geburten.

    Meine Idee um die Ärzte reinzuholen: alle Frauen, die keine Hebammen mehr bekommen, sollten bei jedem Problem oder Frage in SS, Wochenbett und Stillzeit bis zum 1. Geburtstag Frauenärzte oder Krankenkasse anrufen. Nach einer Woche sind alle genervt!

    Gruß, Anne

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