Elternprotest goes Europe

Elternprotest goes Europe – oder: warum ich Besuch von einer schwedischen Puppe bekam

Status Quo der Geburtshilflichen Versorgung in Deutschland im Februar 2017:
2016 schlossen deutschlandweit 18 Kreißsäle. Weitere Schließungen sind für 2017 angekündigt. Mehrheitlich waren das kleine Kliniken mit relativ wenig Geburten. Die Klinikleitungen sprechen dann immer von Unwirtschaftlichkeit. Denn auch wenn in einem Krankenhaus nur wenig Geburten stattfinden, muss ja immer ein bestimmtes Kontingent an Personal vorgehalten werden. Geburtshilfe – mit allem, was eben in einer Klinik dazu gehört – ist teuer. Es kommt also immer mehr zur Zentralisierung der Geburtshilfe in große Geburtskliniken mit einer hochtechnisierten Ausstattung und oft einer angebundenen Kinderklinik, die für alle Notfälle und Eventualitäten ausgestattet ist. Weiterlesen

Geburtsbericht: Ein Glückstag im Krankenhaus

Geburtsbericht: Ein Glückstag im Krankenhaus

Bis heute haben sich auf Hebammenblog.de fast 30 Geburtsberichte versammelt. Und vor kurzem fiel mir auf, dass es sich dabei zum Großteil um außerklinische Geburten handelt. Das widerspricht natürlich etwas der Geburtenstatistik in unserem Land, nach der ja nur 2% (in Berlin bis zu 4%) aller Geburten außerhalb von einem Krankenhaus stattfinden.
Höchste Zeit also, dass ich den „normalen“ Klinikgeburten etwas mehr Aufmerksamkeit schenke. In einer kleinen Facebook-Umfrage, die ich dafür gestartet habe, habt ihr euch das ohnehin von mir gewünscht. Das ist auch überhaupt kein Problem, denn ich habe hier noch einen ganzen Stapel richtig schöner Berichte liegen.
Zum Beispiel den von Jessica. Sie schrieb mir:

„Zum Glück bin ich während der Schwangerschaft auf deinen Blog aufmerksam geworden. Die vielen Geburtsberichte haben mir einen tollen Einblick gewährt, wie alles ablaufen kann und dass oft alles anders kommt als geplant. Auch konnte ich so besser herausfinden, was ich selber möchte. Gerade weil mir das so gut geholfen hat würde ich gerne meinen eigenen Geburtsbericht zur Verfügung stellen“.

Das freut mich natürlich sehr. Jessicas Geburt fand in einem Krankenhaus statt und wurde von einer Krankenhaushebamme betreut. So wie es in den meisten Fällen eben ist. Und es lief super! Jessica hat sich vorab gut informiert und wusste genau was sie wollte. Ich fühle mich dadurch in meiner „Mission“ bestätigt: „Wer sich im Vorfeld Gedanken macht und sich ein bisschen vorbereitet, bekommt auch eher die Geburt, die er sich wünscht.“ Ich habe ein ganzes Buch darüber geschrieben, aber das wisst ihr ja bestimmt…
Hier kommt Jessicas Bericht von der Geburt ihrer Tochter, wie immer mit kleinen Anmerkungen von mir in lila. Weiterlesen

Buchtipp zum Thema Wochenbettdepression: "Nur die Liebe fehlt"

Buchtipp: „Nur die Liebe fehlt“ – über die Wochenbettdepression

In jeden guten Geburtsvorbereitungskurs gehört auch ein aufklärendes Gespräch über das Thema Wochenbettdepressionen, auch bekannt als Postpartale Depression.
Wenn die Paare bei mir im Kurs sitzen, sich über die kugeligen Bäuche streichen und sich gemeinsam über Tritte und Bewegungen ihrer Babys freuen, scheint dieses Thema seltsam fern und abwegig.
Und trotzdem könnte es jede dieser Frauen treffen. Denn eine Wochenbettdepression macht nicht halt vor Frauen mit Wunschkindern, nicht vor sozial gut gestellten Familien und nicht vor bestimmten Altersgruppen.
Eine Wochenbettdepression kann jede Frau treffen.
Daher ist es ratsam, sich in Zeiten, in denen es einem gut geht, wenigstens mal kurz mit dem Thema zu beschäftigen. Dadurch ist die Wahrscheinlichkeit weit größer, eine Wochenbettdepression auch als solche zu erkennen, sollte sie denn entstehen. Und das ist bei immerhin bei 10 – 20% der Frauen der Fall. Richtig dramatisch entwickeln sich die Wochenbettdepressionen bei ungefähr 2%.
Das Buch “Nur die Liebe fehlt – Von Depressionen nach der Geburt und Müttern, die ihr Glück erst finden mussten, das ich euch heute dazu vorstelle, bietet dafür einen spannenden Einstieg, denn es beinhaltet überwiegend kommentierte Fallbeispiele. Das ist ziemlich spannend. Weiterlesen

Stillen und Füttern mit Flasche im Wechsel ohne Saugverwirrung

Stillen: Von der Brust zur Flasche & sicher wieder zurück

– Werbung –

Kürzlich betreute ich eine junge Frau, die ihr Kind mitten im Studium bekam. Sie wollte das Baby auf jeden Fall stillen, gleichzeitig aber natürlich auch das Studium beenden. Wir überlegten also zusammen, wie es am besten zu bewerkstelligen sei. In dem Fall war das relativ einfach, da ihr Partner erst einmal in Elternzeit ging. Sie würde nach dem Wochenbett direkt weiter studieren und der Papa das Baby zum Stillen einfach in die Uni vorbeibringen.
Allerdings standen auch noch Prüfungen an, die ja nicht so gut durchs Stillen unterbrochen werden konnten. Und auch sonst würde es Zeiten geben, wo das Stillen einfach sehr ungünstig sein würde. Sie musste also pumpen, damit dann der Papa dem Baby die bereitgestellte Milch bei Bedarf mit der Flasche füttern konnte. Aber natürlich sollte auch der Wechsel zurück an die Brust unkompliziert stattfinden. Für all das brauchten wir einen guten Plan.

Und für diejenigen von euch, denen es ähnlich geht – ob ihr nun arbeiten gehen wollt oder müsst, oder einfach mal etwas Zeit für euch braucht, schreib ich jetzt mal auf, wie die temporäre Flaschenfütterung bei gestillten Kindern am besten zu bewerkstelligen ist und was man beachten sollte, um keine sogenannte Saugverwirrung aufkommen zu lassen. Weiterlesen

Geburtsbericht: geboren im Auto

Geburtsbericht – geboren im Auto

Eine der Horrorvorstellung eines jeden Paares ist es ja, nicht rechzeitig los zu kommen und das Baby alleine und ganz ohne Hilfe bekommen zu müssen – womöglich eine Geburt im Auto. Auch wenn ich gar kein Fan von geplanten Alleingeburten bin, muss ich sagen: Bei diesen schnellen Verläufen geht in der Regel alles gut und daher muss man sich meiner Meinung nach nicht allzu sehr davor fürchten. Das Wichtigste bei so einer Überraschungsgeburt ist es, das Baby warm zu halten und zu schauen, ob es zügig rosig wird und gut atmet. Denn auch für Babys ist so eine schnelle Geburt eine ganz schöne Überrumpelung und sie brauchen dann manchmal etwas länger, um gut in dieser Welt anzukommen. Am besten legt die Mama das Kind gleich auf die warme Brust und deckt es gut zu. Zusätzlich können die Füße oder der Rücken ein wenig gerubbelt werden. So gelingt die Anpassung am besten.

Marlene, die den heutigen Geburtsbericht geschrieben hat, erlebte so eine schnelle Geburt und hat das ganz großartig gemanaged. Sie hatte aber auch mit ihrem Mann eine richtig kompetente Hilfe. Aber lest selbst. Hier kommt Marlenes Geburtsbericht über eine echt rasante Geburt – wie immer mit kleinen Anmerkungen von mir in lila. Weiterlesen