Jahresrückblick 2020

Dies ist mein ganz persönlicher Jahresrückblick 2020. Ich las in den letzten Tagen so oft: „Das Jahr kann weg!“ Kurz war ich versucht zuzustimmen. Bei genauerem Nachdenken finde ich aber, dass dieses Jahr, so anstrengend und anspruchsvoll es war, auch ganz viel Schönes hatte. Es war ein Jahr der Auf`s und Ab`s. Ein Jahr wie ein Katalysator, wie ein Brennglas. Es hat für mich vieles sortiert. Was wirklich wichtig ist. Was pflegenswert ist und was eher Kraft raubt. Es hat die Digitalisierung vorangetrieben und einen positiven Impact auf die Umwelt gehabt. Es war ein Jahr des Innehaltens. Eine Zäsur.

So, genug der Vorrede. Hier kommen meine Snippets aus 2020. The good, the bad and the ugly. Viel Spaß!


Im Januar kommen wir aus unseren Winter-Wunderland-Finnland-Ferien zurück. Diesmal ganz entspannt (ohne Buchprojekt).
WinterWonderLand Anfang des Jahres gibt es noch ein paar Uni-Projekte und das Bachelor-Thema muss eingereicht werden: Ich untersuche Geburtsrituale.
Das Jahr beginnt mit Uni, Arbeiten und Familienalltag.
Hausbesuch im Lockdown Am 12. März mache ich noch mit einigen Kolleg*innen ein Simulationstraining zu Notfallmaßnahmen in der Geburtshilfe. Kurz sprechen wir auch darüber, was zu tun sei, sollte man mit Corona-Infizierten Schwangeren zu tun haben. Obwohl das Virus schon längst unter uns ist, fühlt es sich noch ganz weit weg an.
Simulationstraining Weiterlesen

Die Oxytocin-Massage: eine (Wellness-) Maßnahme zur Stillförderung

Die Oxytocin-Massage ist eine sehr schöne und hilfreiche Methode, um das Stillen zu unterstützen. Die Massage regt den Milchspende-Reflex an, wodurch der Milchfluss gefördert wird. Das minimiert Schmerzen und führt zu mehr Zufriedenheit bei Mutter und Kind.

Als ich 2019 in Indonesien an der Universität in Medan auf Sumatra und in verschiedenen Geburtshäusern hospitiert habe, lernte ich die Oxytocin-Massage durch die Studentinnen der Hebammenkunde dort kennen. Ich war sofort begeistert, denn die Maßnahme ist einfach auf so vielen Ebenen, für Menschen mit verschiedenen Stillschwierigkeiten, genau richtig.

Wieder zurück in Deutschland beschäftigte ich mich, auch im Rahmen meines Studiums erneut mit der Oxytocin-Massage und konnte zwei Kommilitoninnen für das Thema begeistern, so dass wir es zu dritt für eine Modulhausaufgabe bearbeitet haben. (Liebe Gisela, liebe Tugba – danke für eure Aufgeschlossenheit, eure Begeisterung und eure Arbeit an unserem Projekt ♥.)
Meine Erfahrungen aus Medan und unsere wissenschaftlichen Recherche-Ergebnisse möchte ich hier sehr gerne mit euch teilen, da die Oxytocin-Massage in Deutschland bisher wenig bekannt scheint. Zumindest habe ich, abseits der Studien, kaum etwas dazu gefunden.
Deshalb habe ich hier alles für euch zusammengefasst. Ganz praktisch und anwendbar → mit Video-Anleitung am Ende des Artikels. Weiterlesen

Geburt im Lockdown – ein Geburtsbericht aus der Coronazeit

Charlotte hat ihr drittes Kind mitten im Corona-Lockdown bekommen. Alles war sehr verunsichernd und ungewiss. Sie schrieb mir aber: „Ich kann heute sagen, dass es keine schlechte Zeit ist, um ein Baby zu bekommen, da sich die Welt gefühlt etwas langsamer dreht und ich nicht, wie sonst, das Gefühl habe etwas zu verpassen. Der viele Besuch hat mir nicht gefehlt, ganz im Gegenteil, die Ruhe tat und tut gut.“ Hier kommt also Charlottes Bericht über die Geburt ihres dritten Kindes per Einleitung, in einer besonderen Zeit. Wie immer mit Kommentaren von mir in lila.

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Die „Hands-free“ Milchpumpe von Elvie im Test: leise, tragbar & mit App

Text enthält Affilliate Links*

Es gibt Dinge, die lassen sich nicht mehr verbessern. Milchpumpen zum Beispiel – die sind einfach schon perfekt. Wenn dann mit der Zeit wieder und wieder eine neue Variante auf den Markt kommt, hat man dafür meist nur noch ein Schulterzucken übrig. OK, Firma XY hat jetzt auch `ne Milchpumpe gebaut. Wie langweilig.

Und dann gibt es manchmal doch noch Überraschungen…
Als ich die Elvie-Milchpumpe das erste Mal sah, fand ich das Design schon innovativ und auf ne coole Art anders, aber ich war extrem skeptisch, wie funktionell dieses spacige Ding sein würde. Daher war klar: Das muss ich erst mal testen. Und da ich selbst schon sehr lange nicht mehr stille ;-), habe ich nach einer stillenden Mutter gesucht, die Lust hatte die Elvie-Pumpe für mich auszuprobieren. Denn das Konzept einer kleinen, leisen, kabellosen Milchpumpe mit App hat mich schon interessiert.

In Wiebke, einer stillenden, jungen Kollegin und vierfachen Mutter, habe ich die perfekte Testerin gefunden. Dass eine erfahrene Mutter den Test übernommen hat, die dazu auch noch Hebamme ist, hat mich besonders gefreut. So konnte ich sicher gehen, dass sie schon vielfältige Erfahrungen mit Milchpumpen gemacht hat und weiß, worauf es ankommt. Wiebke hat die Elvie-Milchpumpe ausführlich getestet und mir dann von ihren Erkenntnissen berichtet. Weiterlesen

Geburt mit Hypnose – Hypnobirthing 2.0

Werbung aus Überzeugung

Es ist schon eine Weile her, dass ich hier etwas zum Hypnobirthing geschrieben habe. Und der Text von damals (2014!) war sehr kritisch. Als Hebamme hatte ich bis dahin einfach sehr viele schlechte Erfahrungen mit der Methode gemacht. Die Frauen, die sich mit Hypnobirthing vorbereiteten, waren uns (Hebammen und Ärzt*Innen) gegenüber oft sehr kritisch und abweisend eingestellt. Sehr verbissen versuchten sie, die (aus meiner Sicht) häufig dogmatischen Lehren umzusetzen und wurden reihenweise enttäuscht. Auch mich als Hebamme frustrierten diese Betreuungen oft sehr.

Ich fand das sehr schade. Denn der Kern der Methode ist absolut sinnvoll und hilfreich. Auch im Geburtsvorbereitungskurs räume ich den Mentalstrategien viel Zeit ein. Und es gibt zahlreiche Überschneidungen in der Lehre. Aber mein Verhältnis zu Hypnobirthing blieb zunächst ambivalent, einfach weil die Praxis weiterhin nicht gut lief. Die Geburten waren oft nicht so, wie von den Frauen erträumt.

Ein neuer Versuch

Damals rief ich Hypnobirthing-Coaches dazu auf, in den besseren Austausch mit uns Hebammen zu kommen, damit wir unsere Angebote, zum Wohle der Gebärenden, besser verknüpfen und aufeinander abstimmen können. Zu meiner Überraschung meldeten sich viele Trainerinnen, die mich wegen meines kritischen Textes vor allem erstmal wüst beschimpften.
Aber es entwickelte sich auch ein positiver Austausch – mit einigen Wenigen. Darüber bin ich sehr glücklich. Weiterlesen