Nabelschnurblut-Spende

Nabelschnurblut-Spende versus Spätes Abnabeln

Pro Nabelschnurblut-Spende

„Die Stammzellen im Nabelschnurblut sind wertvoll und können Krankheiten heilen. Daher muss früh abgenabelt werden, um möglichst viel davon zu gewinnen!“

Pro Spätes Abnabeln

„Das Nabelschnurblut gehört dem Baby. Deshalb darf es nicht abgenabelt werden, bevor die Nabelschnur aufgehört hat zu pulsieren!“

Bei vielen Fachfragen, die mir gestellt werden, habe ich eine ganz klare Meinung. Aber es gibt Themen, die sind nicht einfach nur mit Richtig oder Falsch zu beantworten, sondern sind so komplex, dass sie nur jeder selbst für sich und sein Kind entscheiden kann.
Was mit dem Nabelschnurblut nach der Geburt passieren soll, ist für mich so ein Thema.
Zum Einen gehört dieses Blut – meiner Meinung nach – dem Baby und daher sollte es davon auch maximal profitieren. Zum Anderen kann dieser wertvolle Stoff aber auch kranken Menschen helfen wieder gesund zu werden. So ist die Nabelblut-Spende eben auch ein legitimer Ansatz.

Heute stelle ich euch hier beide Möglichkeiten mit allen mir bekannten Vor- und Nachteilen evidenzbasiert vor. Die Entscheidung liegt am Ende dann bei euch.

Warum ist das Nabelschnurblut so wertvoll?

Das Nabelschnurblut ist das Blut des Kindes, das sich zum Zeitpunkt nach der Geburt noch in den Blutgefäßen von Nabelschnur und Plazenta befindet. Es enthält zu diesem Zeitpunkt extrem viele Stammzellen. Diese Stammzellen sind die Vorläufer verschiedener Körperzellen. Die Stammzellforscher arbeiten daran, wie sie diese Zellen quasi als Ersatz für beschädigte oder erkrankte Körperzellen nutzbar machen können.
Bei einigen Erkrankungen wird das schon gemacht. Gerade letzte Woche gab es eine neue Meldung zu einer erfolgreichen Transplantation von aus Stammzellen gezüchteter Haut für ein Kind. Es konnte dadurch von einer lebensbedrohlichen Erkrankung geheilt werden.
Laut der Deutschen Nabelschnurblutbank (DKMS) konnten bereits 80 Erkrankungsarten mit Stammzellen aus dem Nabelschnurblut behandelt werden. Das bekannteste Beispiel ist die Leukämie (Blutkrebs). Hier werden die blutbildenden Stammzellen schon lange zur Aufbaubehandlung nach der Chemotherapie eingesetzt.
In vielen anderen Gebieten wird zwar geforscht, dort kommen die Stammzellen aber noch nicht erfolgreich zum Einsatz.

Wie kann man Nabelschnurblut spenden?

In jeder Geburtsklinik, die mit DKMS kooperiert, kann man das Nabelschnurblut spenden. In anderen Kliniken, beziehungsweise Geburtshäusern, ist diese Nabelschnurblut-Spende nicht möglich. Es gibt allerdings noch weitere Anbieter, deren Angebot erfragt werden kann:

  • DKMS Nabelschnurblutbank GmbH
  • Universitätsklinikum Erlangen
  • Stiftung Aktion Knochenmarkspende Bayern
  • Deutsche Nabelschnurblutbank
  • Deutsche Stammzellspenderdatei Nabelschnurblut (DSSD)

Warum spenden, wenn man das Blut auch für das eigene Kind einlagern lassen kann?

Anstatt das Blut als „freie Spende“ zur Verfügung zu stellen, kann man das Nabelschnurblut auch für den eventuellen Eigenbedarf seines Kindes einlagern lassen. Dafür muss man einen privaten Vertrag mit einem der kommerziellen Anbieter machen. Für einen Preis ab 1900,- € (Stand: November 2017) bekommt man dann das personalisierte Abnahmeset zugesandt. Auch hier muss man sich dann erkundigen, ob der Wunschgeburtsort die nötige Schulung des Unternehmens gemacht hat, um das Nabelschnurblut abnehmen zu können. (Dabei ist die Abnahme keine Rocket-Science). Das Blut wird dann zunächst für 20 Jahre eingelagert. Eine weitere Einlagerung kostet zusätzlich.

Sollte das Kind irgendwann erkranken, könnte (so die Hoffnung) das eingelagerte Nabelschnurblut vielleicht zur Heilung verwendet werden.

Aber:

  • Die Menge ist nur ausreichend für ein Kind. Im Erwachsenenalter reicht das Blut nicht mehr für die vollständige Behandlung aus.
  • Bei einer Leukämie-Erkrankung ist es besser, das Kind mit fremden Stammzellen zu behandeln, da die eigenen ja schon einmal bei einer Erkrankung beteiligt waren.
  • Viele der Heilungsmöglichkeiten, die von den entsprechenden Firmen versprochen werden, erscheinen mir eher utopisch.

Es gibt auch die Möglichkeit einer gerichteten Spende

Ist ein Geschwisterkind oder ein naher Verwandter erkrankt und es besteht bereits eine Indikation zur Transplantation, so kann man die eigentlich freie Spende auch als (ziel)gerichtete Spende für diese Person reservieren. Dies ist ein sinnvolles Prozedere, denn die Wahrscheinlichkeit der Kompatibilität ist bei nahen Verwandten deutlich höher, als bei einer Fremdspende. Es ist nämlich so, dass bestimmte Merkmale der Spende so genau wie möglich mit denen des Empfängers übereinstimmen müssen, damit es keine Abwehrreaktionen der gespendeten Zellen seitens des Empfänger-Organismus gibt.

Ausschlussgründe für eine Nabelschnurblut-Spende

Es gibt bestimmte Ausschlusskriterien für eine Nabelschnurblut-Spende, die vor allem auf der Anamnese der Mutter beruhen. Nicht alle Schwangeren werden zur Spende zugelassen.

Ausschlusskriterien sind:

  • Wenn die Mutter jünger als 18 Jahre ist
  • Wenn die Mutter oder der biologische Vater bestimmte Erkrankungen hat
    z.B.: Herz-Kreißlauf-Erkrankungen, Diabetes Typ 1, Lungenfibrose, Krebserkrankungen, bei schweren psychischen Erkrankungen…
  • Wenn genetische Erkrankungen innerhalb der Familie vorliegen
  • Bei erworbenen, schweren Infektionskrankheiten
    z.B.: HIV, Hepatitis, Malaria…
  • Bei einer Suchterkrankung der Mutter
  • Nach Transplantationen

Bemerkenswert finde ich, dass von der Gesamtheit der zugelassenen Spenden etwas 25% verworfen werden müssen, da sie nicht die zur Aufbewahrung erforderlichen strengen Qualitätskriterien erfüllen, oder einfach mengenmäßig nicht ausreichen.
Da ja auch schon vorher, an Hand der oben genannten Kriterien, aussortiert wird und ohnehin nicht gerade besonders viele Menschen spenden, ist die Menge der tatsächlich nutzbaren Präparate am Ende eher gering.

Wie läuft die Nabelschnurblut-Entnahme ab?

Zunächst wird bei der Mutter eine geringe Menge Blut abgenommen, um noch mal nach akuten Infektionen, oder weiteren Ausschlußkriterien zu suchen.
Wenn das Baby dann geboren ist und die Nabelschnur durchtrennt wurde, beginnt die Entnahme. Um eine ausreichende Menge Blut zu gewinnen, sollte die Abnabelung relativ früh durchgeführt werden. Die Nabelschnurvene wird punktiert (das tut weder Mutter noch Kind weh) und das Blut in einem sterilen Beutel aufgefangen. Dann wird es innerhalb kürzester Zeit zur Nabelschnurblutbank transportiert. Dort werden dann noch einige Tests durchgeführt. Dann wird das gesammelte Nabelschnurblut für die Einlagerung zunächst zentrifugiert. Das gewonnene Zellkonzentrat wird anschließend mit einer Konservierungslösung tiefgefroren und anschließend – bis es benötigt wird – in Flüssigstickstoff bei unter -135 °C gelagert.

Wie viel Blut wird benötigt?

60 ml (besser 80) kindliches Nabelschnurblut ergeben eine Spende. Reicht die Menge nicht aus, wird das Präparat verworfen.

Bekommt man diese Menge zuverlässig zusammen?

Nein. Sehr oft reicht die Menge nicht aus. Vor allem dann, wenn das Abnabeln verzögert stattgefunden hat.

Verändert eine Nabelschnurblut-Spende den Ablauf der Nachgeburtsperiode für Mutter und Kind?

Die Nabelblut-Spende beeinflusst vor allem das Abnabel-Szenario. Ohne die Blutentnahme kann man die Nabelschnur ganz in Ruhe auspulsieren lassen. Das bedeutet, dass man mit dem Abnabeln so lange wartet, bis die Blutzufuhr von der Plazenta zum Kind hin von alleine stoppt und die Nabelschnurgefäße kollabieren (in sich zusammenfallen). Durch dieses herausgezögerte Abnabeln profitieren Säuglinge von einem entsprechend erhöhten Eigenblutvolumen von bis zu 30%, sowie von einem besseren Eisenwert. Und selbst sechs Monate später ist dieser Unterschied in den Blutwerten noch deutlich erkennbar, wie eine Cochrane Studie zeigt.
Die Nachgeburtsperiode selbst wird durch die Spende aber nicht wesentlich verändert. In beiden Fällen kann das Baby schon auf dem Bauch der Mutter kuscheln. Nur eben einmal mit und einmal ohne Blutzufuhr aus der Nabelschnur. In beiden Fällen kann der Partner die Nabelschnur durchtrennen, wenn dies gewünscht ist. In beiden Fällen ist eine ruhige Atmosphäre im Kreißsaal möglich.

Das Dilemma mit der Nabelschnurblut-Spende

Eine Spende ist ein Geschenk an einen fremden Menschen. Aber auch man selbst oder eine nahe stehende Person könnte sich irgendwann in der Position befinden, so eine Spende zu benötigen. Wenn man sich vorstellt, dass zum Beispiel das eigene Kind zukünftig einmal erkrankt und ihm fremde, kindliche Stammzellen helfen könnten, dann finde ich die Möglichkeit der Nabelschnurblut-Spende absolut naheliegend und großartig. Die Stammzellen zu gewinnen ist denkbar einfach und kostet den Spender (bei einer freien Spende) keinen Cent.

Wenn eine Nabelschnurblut-Spende dann tatsächlich einem Menschen hilft, informiert DKMS das Haus, aus dem die Spende kam. Als wir in meinem Kreissaal einmal so eine Nachricht erhielten, hat mich das unglaublich berührt. Ich bin jedem Menschen dankbar, der der Allgemeinheit so ein Geschenk macht.

Aber, wie oben bereits erwähnt gilt:
Direkt nach der Geburt profitiert das neugeborene Baby von dem zusätzlichen Blut, das es durch das späte Abnabeln erhält. Es hat an den Tagen nach der Geburt einen höheren Hämoglobinwert, den wir als Indikator für gesunde Blut- und Eisenwerte betrachten. In einer schwedischen Studie war der Ferritinwert (Speichereisen) bei den Babys im Alter von vier Monaten – im Vergleich zu früh abgenabelten Babys – um 45% erhöht. Und selbst sechs Monate nach der Geburt sind die Unterschiede noch merkbar. Spät abgenabelte Babys haben, bzw. entwickeln, also weitaus seltener einen Eisenmangel.

Eisenmangel

Eisen ist ein Bestandteil des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin und wichtig für die Sauerstoffversorgung der Muskeln und Organe. Ist nicht genug Eisen frei verfügbar, so werden zunächst die körpereigenen Speichereisenreserven (Ferritin) aus Knochenmark und Leber verbraucht. Besteht der Mangel weiterhin, so wird das Transporteisen (Transferrin) für die notwendige Blutbildung verwendet. Dieses Transporteisen bindet sich normalerweise an Eiweiße, mit denen es in die verschiedenen Organe gelangt. Nun sind die Eiweiße aber nicht mehr ausreichend mit Eisen bestückt und es kommt nicht mehr genügend Eisen und somit auch Sauerstoff in den Organen an. Besteht der Mangel weiterhin fort, kann sich nur noch wenig roter Blutfarbstoff bilden und eine Anämie (Blutarmut) entsteht.
Es ist aber natürlich nicht so, dass ein früh abgenabeltes Kind in jedem Fall Eisenmangel bekommt. Es gibt mehrere Faktoren, die zu solch einem Mangel führen können.

Jetzt seid ihr dran

In diesem Text gibt es kein Fazit. Jede(r) muss seine Entscheidung selbst treffen. Ich finde beide Sichtweisen absolut gleichwertig und legitim.
Wollt ihr wissen, wie ich mich entschieden habe? Nun, ich kann mich rausreden: Denn als ich meine Tochter geboren habe, gab es dieses Angebot so noch gar nicht und meinen Sohn brachte ich ja zu Hause auf die Welt. Da ging es also auch nicht. So musste ich mich nicht entscheiden.
Ich schätze aber, ich hätte mich für das späte Abnabeln entschieden. Im Falle eines Kaiserschnittes hätte ich aber gespendet. Denn da wird mit dem Abnabeln eh nicht so lange gewartet.

Ich selbst bin aber immerhin eine bei DKMS registrierte, potentielle Spenderin. Denn auch Erwachsene können Stammzellen spenden. Und ich möchte wirklich dafür werben (natürlich unentgeldlich!), das zu tun. Die Registrierung bei DKMS ist ganz einfach und tut nicht weh. Macht das doch einfach mal!

Jetzt interessiert mich natürlich sehr, was ihr über die Nabelschnurblut-Spende denkt. Wie habt ihr eure Entscheidung getroffen – oder werdet sie treffen? Was war oder ist für euch ausschlaggebend?

Ich freue mich auf eure Gedanken dazu.



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18 Kommentare
  1. Annica
    Annica sagt:

    Bei meinem ersten Kind gab es diese Option für uns noch gar nicht, bzw. wir wurden darüber nicht informiert.
    Beim zweiten Kind wurde für die Spende bei der Kreißsaalführung geworben, zur Geburt brachten wir die Unterlagen mit – dort wurde uns dann aber erklärt, dass wenn unser Kind im Wasser zur Welt kommt, keine Spende möglich ist. Da ich nicht mehr aus dem Wasser raus wollte, gab es auch hier keine Spende.
    Da ich von der Wassergeburt sehr begeistert war, sollte das dritte Kind auch in der Wanne zur Welt kommen (so zumindest der Plan, auch wenn die Kleine dann spontanere Pläne hatte) und somit war die Spende auch beim dritten Mal kein Thema für uns. Somit haben alle drei vom Auspulsieren lassen der Nabelschnur profitieren können.
    An für sich finde ich die Möglichkeit der Spende aber gut, denke aber auch, dass muss jeder für sich selbst entscheiden.

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagt:

      Ja, ich fänd es auch sehr schade, wenn die Spende das gewünschte Geburtsgeschehen unterbrechen würde. Das hast du für dich doch richtig entschieden. Das Gute ist ja, egal welchen Weg man geht: ein Mensch profitiert auf jeden Fall davon.

      Antworten
  2. TAC
    TAC sagt:

    Bei Kind 1 und 2 wusste ich nicht von der Stammzellspende.
    Bei Kind 3 wollte ich wieder ins Geburtshaus und die Hebamme sagte von Anfang an, dass sie die Nabelschnur auspulsieren lassen. Also war auch da von meiner Seite keine Entscheidung nötig.
    Wäre eine nötig gewesen, hätte ich mich sehr über diesen Artikel hier gefreut, denn er ist echt neutral geschrieben. Sonst findet man ja meist welche, die für oder gegen eine Seite sind und die dementsprechend beeinflussend geschrieben wurden.
    LG von TAC

    Antworten
  3. Myriam
    Myriam sagt:

    Bei meinem zweiten Kind hatte ich mich im Vorfeld etwas darüber informiert. Ich hatte irgendwo davon gehört und dachte, dass man wenigstens so mal helfen könnte. Da schon die Blutabnahme von geringen Mengen für Untersuchungszwecke bei mir schwierig ist, kommt Blut spenden für mich nicht in Frage, und vor einer Knochenmarkspende habe ich zu großen Respekt–registrieren ist die eine Sache, aber wenn man tatsächlich gematcht wird? Da ich aber eine außerklinische Geburt geplant habe, ging meine Recherche nur noch so weit, zu gucken, welche Kliniken im Umkreis die Nabelschnurblutspende durchführen. Tatsächlich waren sowohl mein Ausweichkrankenhaus als auch das nächstgelegene „Notfallkrankenhaus“ in der Liste. Wir waren aber guter Hoffnung, dass die Geburt wie geplant auch im Geburtshaus stattfindet, weshalb ich mir den Stress der Voruntersuchung für die mögliche Spende nicht antun wollte. Hätte eigentlich ein Mal gereicht oder hätte ich das auch in beiden Kliniken machen müssen?
    Hätte ich mich weiter informiert und davon gehört, dass so schnell abgenabelt und den damit zusammenhängenen Nachteilen gehört, hätte ich mich aber wohl doch dagegen entschieden.
    Ich finde es super, dass du hier über das Thema informierst, denn ich schätze, dass viele gar nicht von der Möglichkeit der Spende wissen. Wo es doch eigentlich so einfach ist. Und wenn bei einem Kaiserschnitt sowieso früh abgenabelt wird und etwa ein Drittel der Babys in Deutschland derzeit so zur Welt kommen…

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagt:

      Mhm, ich kenne das so, dass die Frauen sich nicht im Vorfeld untersuchen lassen müssen. Sie kommen zur Geburt, sagen dass sie spenden möchten und alle notwendigen Untersuchungen werden dann eben noch gemacht. Oder man nimmt das erst mal ab und schaut dann, ob die Spende die Kriterien erfüllt. Also eigentlich kein Stress im Vorfeld.
      Schön, dass das Thema hier auf Resonanz stößt. Danke!

      Antworten
  4. Rita
    Rita sagt:

    Interessant, danke!

    Als ich von der Möglichkeit einer Spende zum ersten Mal hörte, stand schon fest, in welches Krankenhaus ich gehen werde – ich hatte eine Beleghebamme. Ich hätte gerne gespendet (ich wusste gar nichts von den Vorteilen des späten Abnabelns), aber in dem Krankenhaus ging das nicht.
    Letztendlich lief es aber so, dass mein Baby sowieso sofort abgenabelt wurde, weil das Fruchtwasser grün war und dann plötzlich alles ganz schnell gehen musste, damit ihm die Lungen abgesaugt werden konnten. Das hat übrigens auch sehr gut funktioniert; er ist kerngesund. Dadurch gab es aber eben die Option gar nicht, ihn später abzunabeln.
    Gut zu wissen, dass sich das so auf den Eisenwert auswirkt. Ich hatte nämlich während der Schwangerschaft und direkt danach leichten Eisenmangel und nehme daher jetzt immer noch ein Eisenpräparat – bin da aber gerade etwas nachlässig. Jetzt habe ich einen guten Grund, die Tabletten wirklich täglich zu nehmen.

    Antworten
  5. Rebecca
    Rebecca sagt:

    Ich möchte mein Baby im Geburtshaus bekommen und die Nabelschnur auspulsieren lassen. Blutabnehmen ist bei mir auch schwierig – unter Wehen könnte ich es mir gar nicht vorstellen. Also keine Spende.

    Sollte es aber zu einem Kaiserschnitt kommen, und die Klinik das Vorgehen mitmachen, dann würde ich, falls kein Ausschlusskriterium greift, spenden. Die Blutabnahme bei mir kann dann ja während der Narkose erfolgen :)

    Antworten
  6. Berit
    Berit sagt:

    Wir hatten uns überlegt zu spenden. Für uns einlagern war zu teuer aber damit einem anderen Kind zu helfen fanden wir eine schöne Vorstellung. Als wir im Kreissaal dann sagten, dass wir gerne spenden würden haben wir erst erfahren daß man dafür bestimmte Unterlagen bzw. so ein Spendeset braucht.das wussten wir bis dahin nicht. Wir dachten jeder Kreißsaal kann das halt machen. Also konnten wir nicht spenden.
    Gruß Berit

    Antworten
  7. Katharina
    Katharina sagt:

    Ich wusste vor der Geburt nur von den Optionen „kommerziell einlagern lassen“ (und der ziemlich geringen Wahrscheinlichkeit, dass dieses Blut dem Kind selber irgendwann mal hilft) und „auspulsieren lassen“ (was dann natürlich absolut Favorit war!).
    Hätte ich von der DKMS-Spendenmöglichkeit gewusst, hätte ich es vielleicht ernsthaft überlegt.
    Im Endeffekt war spätes Abnabeln für uns absolut richtig, weil unsere Tochter völlig überraschend als spätes Frühchen zur Welt kam (34+5) und die Portion Extra-Eisen richtig gut brauchen konnte.

    Antworten
  8. summerblue85
    summerblue85 sagt:

    Wir hätten gespendet, aber da unser Kleiner beschlossen hatte mit dem Hintern voran zur Welt zu kommen, wurde daraus nichts. Da er zwischen den letzen zwei Wehen eine kurze Zeit von der Sauerstoffversorgung abgeschnitten war, brauchte er ein paar Minuten, um anzukommen und konnte da sein eigenes Nabelschnurblut zur Unterstützung ganz gut gebrauchen.

    Antworten
  9. Enit
    Enit sagt:

    Wir haben uns nach langer Überlegung und Abwägen der Pros und Contras für die Spende entschieden. Allerdings wurde die Geburt auch medizinisch induziert als geplanter Kaiserschnitt durchgeführt wo, wie bereits erwähnt, sowieso nicht lange mit dem Abnabeln gewartet wird.
    Geklappt hat es leider trotzdem nicht. Eine der Komplikationen während der Schwangerschaft war eine Nabelschnuranomalie. Mini fehlte ein Gefäß ganz und die anderen beiden verliefen so wirr und verzweigt, dass nach der Punktion kaum etwas kam.
    Im ersten Moment war ich etwas enttäuscht, aber dann hatte ich plötzlich ein unglaublich kleines, putziges Baby zum Bekuscheln und das Nabelschnurblut war so egal :D
    Der Versuch war es meiner Meinung nach trotzdem wert.

    Antworten
  10. Sabrina
    Sabrina sagt:

    Hallo!
    Mich beschäftigt dieses Thema schon länger, da mein Mann letztes Jahr per Knochenmarkspende einem 2 jährigen Jungen hoffentlich helfen konnte. Auch ich bin seit meinem 19. Lebensjahr als potentielle Spenderin registriert. Jetzt geht es bei uns langsam in den Endspurt und ich schwanke immer noch sehr zwischen den beiden Optionen.
    Danke für den ausführlichen neutralen Bericht. Mit diesem im Hinterkopf werde ich das ganze beim Geburtsplanungsgespräch in unserer Wunschklinik besprechen. Vielleicht kann ich dann eine Entscheidung treffen. Ob diese sich dann erfüllt, werden wir sehen, wenn unser Mäuschen im Januar auf die Welt kommt.

    Antworten
  11. susanna
    susanna sagt:

    als ich mich über einen gründer einer solchen blutbank in der ersten schwangerschaft darüber informiert habe, war für mich klar, dass ich nicht spenden würde.
    ja, tatsächlich, bei einem ks könnte man es theoretisch versuchen, da ist das blut eh verloren.
    aber ich habe meine kinder ja ebenfalls außerklnisch geboren, die möglichkeit war sowieso vom tisch, und in der klinik vor ort wird es nicht angeboten.
    jedenfalls erhielt ich die information, dass die spende sowieso nicht realisitsch nützlich ist. weil es tatsächlich zu wenig ist.
    geraten hat es der vortrags-mensch damals nur für „mischlingskinder“, weil da wohl großer bedarf ist an passendem material für erkrankte.

    mir ist aber persönlich das blut für mein kind wichtig. ich bin der meinung, dass es für seine gesundheit wichtig ist. (steht ja auch im text warum).
    überdies habe ich in der zweiten schwangerschaft gelesen, dass das auspulsieren der plazenta „nachricht“ schicken würde, bzw würde die wohl irgendwann erfahren, dass sie nicht mehr gebraucht wird und es soll wohl zu weniger lösungsproblemen kommen, wenn man die nabelschnur erst nach der plazentageburt durchtrennt.
    deswegen habe ich ab der zweiten geburt darauf bestanden, dass erst nach der plazentageburt abgenabelt wird.

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