Beiträge

Mutiges Mädchen

Ein mutiges Mädchen – Geschichten aus dem Kreißsaal

Prolog:

Es war einmal ein Mädchen, das durfte mit 16 Jahren noch keinen Freund haben. Und weil das so war, wurde sie auch nicht aufgeklärt. Denn wer noch nicht sexuell aktiv ist, der braucht ja auch nichts über Verhütung zu wissen. Aber in den Sommerferien, da verliebte sie sich in einen netten Jungen. „Es“ passierte – nur ein einziges Mal.

Als dem Mädchen ständig schlecht wurde, ging die Mutter mit ihr zum Arzt – zum Kinderarzt. Der stellte nichts weiter fest. Sie wird sich wohl den Magen verdorben haben.
Mutter und Tochter gaben sich mit dieser Erklärung zufrieden und dachten nicht weiter darüber nach. Auch nicht, als die Periode sehr unregelmäßig wurde und schließlich aussetzte; auch nicht, als das Mädchen etwas zunahm.
Und wenn sie keine Wehen bekommen hätte, dann wüsste sie noch heute nicht, dass manchmal einmal reicht, um schwanger zu werden. Weiterlesen

"Geboren und Willkommen" im Mach mit Museum Berlin

„geboren & willkommen“ – eine Aufklärungs-Ausstellung im MACHmit! Museum für Kinder

Eine Aufklärungs-Ausstellung für Kinder über die Geburt? Ich war sofort Feuer und Flamme für diese Idee, als Uta Rinklebe, die pädagogische Leiterin des MACHmit! Kindermuseums in Berlin mich vor knapp einem Jahr kontaktierte. Sie fand mich im Netz aufgrund meiner Arbeit mit Schulklassen, und fragte, ob ich mir vorstellen könnte, sie bei diesem Projekt zu unterstützen. Wir trafen uns in den Museumsräumen, in einer alten Kirche im Prenzlauer Berg. Sie erzählte mir von ihren Ideen zur Ausstellung, in der es, abgesehen vom biologischen Wissen rund um die Geburt eines Kindes, um Begrüßungsrituale und kulturelle Unterschiede gehen sollte. Wir kamen sofort ins Reden und aus der halben Stunde Kennenlernen wurde ein mehrstündiges Gespräch; es passte also bestens. Während des letzten Jahres telefonierten wir, mailten oder trafen uns persönlich, um uns zu beraten und so wurde es eine „fruchtbare“ ;-) Zusammenarbeit – übrigens ehrenamtlich. Weiterlesen

Hebammen-Unterricht an Schulen für eine positive Geburtskultur

Hebammen an Schulen für eine positive Geburtskultur

Wenn Grundschullehrerinnen erfahren, dass sie Hebammen-Mütter in ihrer Klasse haben, engagieren sie diese meist gerne für den Aufklärungsunterricht. Denn in der dritten Klasse kommt das erste Mal ein großes Themenpaket rund um die Entstehung des Menschen ins Spiel.
Auch ich wurde von den Klassenlehrerinnen meiner Kinder für diese Unterrichtseinheiten gerne „gebucht“. Und ich muss sagen: Ich liebe diese Schulstunden! Die Kinder finden das Thema „Wie wurde ich geboren“ unglaublich spannend und machen immer mit Feuereifer mit.
Diese Woche hatte ich die Ehre in der 10. Klasse meiner Tochter eine Doppelstunde Bio zu geben. Das lief ganz toll, so dass ich es heute gerne zum Anlass nehme, die Möglichkeit, Hebammen an die Schulen zu bringen, bekannter zu machen.
Ich unterstütze das frühe Erlernen einer positiven Geburtskultur, und möchte mit meinem Beitrag zum Nachahmen und Weitersagen anregen. Weiterlesen

Buchtip: Wie entsteht ein Baby

Buchtip: „Wie entsteht ein Baby“ – Aufklärung für alle

Noch ein Aufklärungsbuch – aber ohne Blumen und Bienen.

Dieses Buch erzählt die Geschichte von der Empfängnis bis zur Geburt eines Kindes einmal radikal anders: Keine Blumen, keine Bienen. Keine Männer, keine Frauen, kein Geschlechtsteil, kein Geschlechtsverkehr. Den gibt es nämlich bei Kindern die durch Samenspende gezeugt wurden zum Beispiel gar nicht.
Im Buch wird, zugunsten einer universalmöglichen Aufklärung, konsequent auf alle Hinweise verzichtet, die auf die „konventionelle Familie“ hindeuten. Dadurch eignet sich die Geschichte gleichwohl für Kinder von gleichgeschlechtlichen Paaren, Kinder die durch künstliche Befruchtung gezeugt wurden, für Adoptivkinder oder halt für „herkömmlich“ gezeugte Kinder.
Es gibt viele bunte Bilder und extrem wenig Text, so dass viel Raum für die ganz eigenen Überlegungen und Hintergründe gelassen wird. Weiterlesen