Begleiterscheinungen – Die Fankurve vorm Kreissaal

Die Ruhe vor dem Sturm

Frühdienst. Ich betrete das Klinikgelände um kurz vor sechs. Es dämmert. Vom kleinen Fuchs, der manchmal im Morgengrauen am Brunnen vor dem Gebäude trinkt, ist nichts zu sehen. Aber die Vögel machen schon Alarm. Im Gebäude ist es unglaublich still. Schon bald werden sich die Schwangeren zu ihren Kontrollen einfinden und die gynäkologischen „Fälle“ in der Ambulanz. Aber jetzt ist es so ruhig, dass meine Schritte durch das Gebäude hallen. Ich gehe in die Umkleide und ziehe mich um. Dann bin ich gerüstet für meinen Dienst, der gleich beginnt.

Katerstimmung

Durch das Treppenhaus gelange ich in den zweiten Stock. Hier befindet sich der Kreißsaal. Ich öffne die Tür zum Vorraum und… es zeigt sich ein Bild der Verwüstung: Coladosen, Kaffeebecher, lose Seiten von Zeitungen liegen auf dem Boden neben verklebten Pizzadeckeln und einigen paar Schuhen. Die dazugehörigen Füße Weiterlesen

Geburtsbegleitung mit Doula – Ein Interview mit Dorothee Gaupp

„Wer, außer meiner Hebamme, begleitet mich eigentlich, noch bei der Geburt? Mein Partner? Meine Mutter? Meine beste Freundin? Oder eine Doula?“ Wikipedia erklärt den Beruf Doula so:

“Eine Doula (von altgriechisch δούλη (doulê) „Dienerin“, „Sklavin“, „Magd“) ist eine Frau, die einer werdenden Mutter vor, während und nach der Geburt als emotionale und physische Begleiterin zur Seite steht.“

Was bringt die Doula-Betreuung?

Als ich vor einigen Jahren zum ersten Mal von Doulas hörte, dachte ich erst mal: Weiterlesen

Nachts im Kreißsaal

Ankunft

Abends um zehn betrete ich den Kreißsaal, wie immer in der Ungewissheit wie die Nacht wohl werden wird. Ein kurzer Blick auf die Infotafel verrät mir mit wem ich Dienst habe – welche Kollegin und Ärzte es diesmal sind. Wir werden die nächsten acht Stunden zusammen arbeiten, reden, lachen und Entscheidungen treffen.
Der kurze Flur macht einen Knick nach links und gibt den Blick auf die Türen der einzelnen Kreißsäle frei. Sind sie geschlossen? Brennen die kleinen Anwesenheitslichter? Dann die nächste Infotafel: Wie viele Frauen sind noch in der Warteschleife, auf der Wochenbettstation oder in den Aufnahmezimmern? Oops – alles leer? Weiterlesen

Die Periduralanästhesie (PDA) – Fluch und Segen

„Na klar nehme ich ne PDA, ich würd mir ja auch nicht ohne Betäubung einen Zahn ziehen lassen.“
Ganz ehrlich: Diesen Satz kann ich nicht mehr hören.
Ich würde ernsthaft darüber nachdenken den Zahnschmerz in Kauf zu nehmen, wenn ich wüsste, dass es dadurch besser geht, der Zahn sich dadurch regeneriert, oder ein Neuer wächst. Sozusagen als Belohnung. Belohnt wird Zahnschmerz aber nie. Zahnziehen geht mit Schmerzen weder besser, noch schneller, noch schöner.
Anders beim Geburtsschmerz. Den auszuhalten kann lohnend sein, befriedigend, ja bewusstseinserweiternd.
Voll eso…?
Vorweg: ich bin ein Fan der PDA! Ich liebe die PDA! Ich liebe die Anästhesisten! Sie sind die Retter in der Not. Nur ohne Not haben sie im Kreißsaal einfach nix zu suchen.

Weiterlesen

Geburtspositionen

„So, und jetzt mal auf den Rücken legen, mit den Händen von außen in die Beine greifen und sie anziehen. Jetzt noch den Rücken rund machen, Kopf auf die Brust – am besten stützt der Partner den Kopf der Frau etwas ab. Und jetzt Luft holen, wie zum Tauchen und Pressen, Pressen! PRESSEN!“ – Klingt toll, oder? Weiterlesen