Beckenendlagengeburt

Geburt aus Beckenendlage – Eine Geschichte aus dem Kreißsaal

Geburten aus Beckenendlage haben mich schon immer fasziniert. Bereits in der Ausbildung habe ich mich darum gerissen Frauen mit BEL betreuen zu dürfen. Als ob ich schon damals geahnt hätte, dass auch meine Tochter aus dieser Lage auf die Welt kommen wollen würde…

Beckenendlagengeburten sind schon etwas Besonderes. Nur fünf von 100 Kindern liegen zum Geburtstermin in dieser Lage. Die Beckenendlage gehört zu den geburtsmöglichen Lagen. Da bei der BEL aber nicht der Kopf, sondern eben das Becken oder auch die Füße vorangehen, spricht man von einer Regelwidrigkeit der Kindslage. Leider liebt man Regelwidrigkeiten in der Schulmedizin nicht besonders. Zumal das Risiko bei einer spontanen BEL-Geburt im Vergleich zur normalen Geburt aus Schädellage leicht erhöht ist.

Ich habe in einer Klinik gelernt, in der es noch relativ normal war, dass Frauen mit Beckenendlage, unter Berücksichtigung bestimmter Kriterien, normal entbunden haben. Das ist es heute leider längst nicht mehr der Fall. Eine der damaligen Oberärztinnen war eine Koryphäe auf diesem Gebiet und wir nannten sie „die Frau mit den goldenen Händen“. Sie hat Kindern aus Beckenendlage einfach unheimlich elegant auf die Welt geholfen. Ich durfte ihr oft dabei auf die Finger schauen. Immer wieder habe ich mir gewünscht selbst einmal eine Beckenendlagen-Geburt zu betreuen. Aber dazu kam es dann nie und dort wo ich heute arbeite sind BEL-Geburten ausschließlich Oberarztsache. Daher hatte ich die Hoffnung eigentlich schon aufgegeben.
Aber dann…

Planmäßige Ankunft

Ich habe mal wieder Nachtdienst. Um zweiundzwanzig Uhr habe ich hinter dem Spätdienst die Tür geschlossen. Eine knappe halbe Stunde später klingelt es auch schon an der Kreißsaaltür. Es ist Frau Anders, eine Zweitgebärende mit kräftigen Wehen. Ich habe sie quasi schon erwartet, denn sie war im Spätdienst schon mit beginnender Wehentätigkeit vorstellig gewesen. Sie war aber nach CTG, Ultraschall und vaginaler Untersuchung noch mal nach Hause gegangen. Der Muttermund war erst einen Zentimeter geöffnet und die Wehen konnte sie noch ganz gut aushalten. Meine Kolleginnen hatten sie mir dann später wie folgt übergeben: Zweites Kind, erstes kam normal, ohne Komplikationen, das Baby liegt in Schädellage, Schätzgewicht 3300g. Also alles normal. Frau Anders möchte gerne eine Wannengeburt.
Ich bin also schon super vorinformiert, als die kräftig wehende Frau mit ihrem Partner bei mir eintrifft.

Standardprozedur

Normalerweise taste ich erst wie das Kind liegt, schreibe dann ein CTG und untersuche anschließend vaginal. Manchmal variiert die Reihenfolge, je nachdem wie ich die Situation einschätze. Das wäre die Standardprozedur. Diesmal fällt durch die Vorinformation „das Kind liegt in Schädellage“- wohlgemerkt vor wenigen Stunden durch Ultraschall verifiziert – das Ertasten der Kindslage flach. Da die Wehen auch schon sehr stark sind, untersuche ich nur kurz und fühle: der Muttermund ist bereits weit, etwa acht Zentimeter, geöffnet und die Fruchtblase so prall, dass ich ohne noch genauer nach dem Köpfchen zu tasten, die Untersuchung beende. Ich will vor allem die Fruchtblase gerne so lange wie möglich erhalten; das ist für beide Beteiligten meist schonender. Außerdem möchte Frau Anders ja so schnell wie möglich in die Wanne.
Also zügig Wasser einlaufen lassen, CTG anlegen, noch eben die Standard-Blutentnahme machen und Frau Anders telefonisch in der Administration anmelden. Dann steigt sie in die Wanne und ist sofort viel entspannter. Hier wollte sie hin, so hat sie sich das vorgestellt. Der Partner macht es sich daneben auf einem Stuhl bequem. Wir machen die mitgebrachte CD an: Entspannung! Ich wende mich schnell mal dem Papierkram zu.

Und dann kommt doch alles anders…

Einige Zeit später setzt Pressdrang ein. Es springt unter Wasser die Fruchtblase und man sieht schon: die Geburt steht kurz bevor. Ich sage Frau Anders, dass ihr Baby gleich kommen wird, und dass sie dem Pressdrang ruhig nachgeben soll. Dann informiere ich schnell die diensthabende Fachärztin, die kurz darauf leise den Raum betritt und sich vorstellt.
Wir hocken uns beide vor die Wanne und versuchen im spiegelnden Wasser etwas zu erkennen. Ich erahne den Kopf, der sich schon langsam aus der Vulva schiebt, aber… „Nein, das kann doch nicht sein!“ Das ist kein Kopf! Das ist, nun ja, ein Popo und jap: Es wird eindeutig ein Junge!
Ich schaue zu meiner Kollegin. Sie schaut zurück. Auch sie hat erkannt, dass dieses Kind aus Beckenendlage kommen möchte.
Wie gesagt, in meiner Klinik sind diese Geburten Oberarztsache und bei uns leider auch eine Kontraindikation für eine Wannengeburt. Tja, aber die Frau liegt in der Wanne und die Oberärztin zu Hause im Bett. Aber jetzt ist keine Zeit für kalte Füße, denn das Baby will geboren werden!

Geburt aus Beckenendlage

O.K. was also tun? Wir informieren die diensthabende Oberärztin, wohl wissend, dass sie zu spät zur Geburt kommen wird. Frau Anders erklären wir die Lage und bitten sie aus der Wanne zu kommen.
Schnell ist das Bett zum Gebärhocker umgebaut, was Frau Anders dann auch ganz gut gefällt. Und schon kommt wieder eine Wehe, in der das Baby bereits bis zu den Schultern geboren wird. Das bedeutet, das Kind hängt jetzt von den Füßen bis zu den Schulterblättern raus, die Arme und der Kopf stecken noch drin. Dummerweise hat das Kind die Arme nach oben genommen. Sie müssen aber zuerst heraus kommen, damit der Kopf geboren werden kann. Dieses Hochschlagen der Arme ist eine der möglichen Komplikationen bei einer Beckenendlagengeburt. Ich denke an meine Ausbildung.
Beherzt greife ich also zu und löse zunächst die Arme. Wozu habe ich dieses Manöver wieder und wieder am „Phantom“ geübt? Es klappt – wunderbar! Dann greife ich dem Kind behutsam mit meinem Zeigefinger in den kleinen Mund und neige so das Köpfchen auf seinen Brustkorb. Dabei „reitet“ der kleine Junge auf meinem Unterarm und ich hebe ihn „im Bogen um die Symphyse auf den Bauch der Mutter“. So steht’s im Lehrbuch – und genau so klappt’s auch. Puh, geschafft, Kind ist da, schreit, wird rosig. Ich bin froh!
Meine Kollegin und ich lächeln uns an: Pure Erleichterung. Ende gut, alle glücklich. Der kleine Junge wird, wie immer, auf dem Bauch der Mutter in warme Tücher gehüllt und darf sich unter Herzen und Küssen seiner Eltern von der strapaziösen Reise erholen.

Kundenzufriedenheit

Später habe ich Frau Anders gefragt, wie sie die Geburt ihres Sohnes wahrgenommen hat. Ob sie die Hektik bemerkt habe? Hatte sie Angst?
Sie sagte, beim ersten Kind sei der Muttermund so wahnsinnig langsam aufgegangen. Deshalb habe sie die Nachricht: „Der Muttermund ist offen und das Baby kommt jetzt“ vollkommen entspannt. Dass der Kleine ungewöhnlich lag, hat sie dann gar nicht mehr gestört. Und auch der Umzug auf’s Bett kam ihr ganz natürlich vor; es war schließlich Endspurt und man habe sie darauf vorbereitet, dass man nie garantieren könne, dass die Geburt dann auch tatsächlich in der Wanne stattfinden würde. Sie war also zufrieden mit der Entbindung und ich bin ein bisschen stolz auf meine erste Beckenendlagengeburt.

Kliniksache

Inzwischen kommen in unserer Klinik wieder viele Kinder aus Beckenendlage zur Welt. Das hat weniger mit meiner Geschichte zu tun, sondern damit, dass unser Haus sich einfach wieder mehr auf diese Besonderheit spezialisiert, was mich natürlich freut. Jetzt ist es bei uns Standard, dass Frauen mit BEL im Vierfüßlerstand gebären. Das geht nämlich am einfachsten und Komplikationen sind seit dem noch viel seltener geworden.

Leider hatte ich seit dem nicht noch einmal die spezielle Ehre. Aber wer weiß…

 

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50 Kommentare
  1. Daniela Schenk
    Daniela Schenk sagt:

    Hallo!

    Auch meine zweite Geburt war eine spontane aus BEL. Es war ein wunderbares, ruhiges, fast völlig schmerzfreies Erlebnis, und ich durfte ihn sogar in der Wanne bekommen! Ich habe ein paar Stunden danach einen Geburtsbericht geschrieben, wenn es sie interessiert, schicke ich ihn ihnen gerne weiter…

    MFG,
    Daniela

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagt:

      Hallo Daniela,
      das hört sich nach einer tollen Geburt an. Ich würde mich sehr über den Geburtsbericht freuen. Dürfte ich den hier auch eventuell teilen? Ich arbeite derzeit an einer Rubrik “Geburtsberichte”. Also wenn Du magst, dann schick ihn mir gerne an jana@hebammenblog.de zu. Und wenn es für Dich O.K wäre, wenn ihn auch andere lesen, füge doch bitte eine Erlaubnis bei.
      Liebe Grüße
      Jana

      Antworten
    • Nadine Thines
      Nadine Thines sagt:

      Hallo Frau Schenk,

      Ich würde mich freuen Ihren Geburtsbericht zu lesen. Momentan liegt mein Baby auch noch in BEL und ich würde gern mehrbüber spontane Geburten aus dieser Lage erfahren.
      Vielen Dank,
      Nadine Thines

      Antworten
  2. Lene
    Lene sagt:

    Ein sehr schöner Bericht!
    Auch ich habe mein 2. Kind im Januar spontan aus Beckenendlage zur Welt gebracht. Eigentlich hatten mir alle von einer Spontangeburt abgeraten, nur meine Hebamme nicht. Letztendlich hat meine Tochter mir sämtliche Entscheidungen abgenommen, indem sie sich bereits in der 37. SSW auf den Weg gemacht hat. Es war eine total schöne und sehr schnelle Geburt, es hätte nicht besser laufen können und uns beiden ging es gut. Ich selbst kann aufgrund meiner sehr positiven Erfahrungen nur dazu raten, eine spontane Geburt zu versuchen.
    Lene

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagt:

      Liebe Lene,
      super, tolles Kind. Das wollte offensichtlich so kommen. ;-)
      Ja, wenn die Bedingungen stimmen (z.B. Kind nicht so groß, oder gutes Kopf-Körper-Verhältnis), würde ich auch immer zur Spontangeburt raten.
      Liebe Grüße

      Antworten
  3. Anja
    Anja sagt:

    Schöner Bericht;) Ich durfte auch mein erstes Kind aus BEL in Empfang nehmen. Die BEL hat sich auch erst unter der Geburt gezeigt- deshalb von der angefangenen Haugeburt in die Klinik verlegt und sie dort spontan geboren und nach wenigen Stunden wieder nach Hause gefahren. Zwar anders als geplant- aber trotzdem eine sehr schöne Geburt.

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagt:

      Danke!
      Oh, noch eine Überraschungslage! Schön, dass auch alles gut geklappt hat. Ja, das ist auch ein echter Vorteil jeder Spontangeburt: Man kann danach einfach wieder nach Hause gehen, wenn man das möchte. Hab ich auch so gemacht, nach meiner BEL. ;-)
      Liebe Grüße

      Antworten
  4. Bianca
    Bianca sagt:

    Ich hatte zwar keine BEL unter den Ladies hier, aber ich würde mich definitiv auch dafür entscheiden, wenn alles andere soweit dafür spricht.
    Ich dachte allerdings, mit so etwas müsse man in eine “spezielle” Entbindungsklinik wie St. Joseph oder Havelhöhe..?
    Sollte es bei mir beim nächsten Kind zu einer BEL kommen, darfst du meinem Baby dann gern wieder auf die Welt helfen und es so zu deiner 2. BEL-Geburt machen :-D

    LG, Bianca

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagt:

      Liebe Bianca,
      wenn ich alles richtig mitgeschnitten habe, und alle Deine Wünsche in Erfüllung gehen, dann wird das die erste nächtliche Wannen-hypnobirthing-Beckenendlagengeburt. ;-)
      Mir solls recht sein. Ich bin da!
      Liebe Grüße

      Antworten
  5. Bianca
    Bianca sagt:

    Liebe Jana,
    nun ja… ein “Wunsch” ist die BEL jetzt nicht unbedingt von mir… :-D Ich denke, die regelrechte Schädellage würde ich schon bevorzugen. Aber wenn… dann weißt du ja Bescheid: nachts, unbedingt im Wasser und Hypnobirthing… Ich bin gespannt ;-)

    Antworten
  6. Mandy
    Mandy sagt:

    Hallo Jana!
    Ein sehr schöner und für mich hilfreicher Bericht! Bin heut 34,6 .ssw und mein kleiner liegt noch in BEL. Er wird allerdings auf ein Geburtsgewicht von 3,5-4 kg geschätzt. Ich bin mir sehr unsicher wie ich ihn auf die Welt bringe. Eine spontane Geburt wär mir natürlich lieber, aber ich habe Angst es nicht zu schaffen…. Die OÄ empfiehlt die vaginale Geburt.
    Es ist meine 2. SS und meine Tochter war 3900 g schwer und es war sehr schwer für mich sie zu Gebären.
    Ich habe noch eine Woche um mich zu entscheiden ob primäre Sektion oder vaginale Geburt, vielleicht nimmt mein kleiner mir die Entscheidung noch ab, in dem er sich doch noch dreht…
    Viele Grüße Mandy

    Antworten
  7. Eveline
    Eveline sagt:

    Hallo,
    ich habe mein 2. und 3. Kind spontan in BEL entbunden.
    Würde ich gerne wieder so machen, falls das nächste sich auch nicht drehen will.

    Antworten
  8. Cordula
    Cordula sagt:

    Hallo!
    Keine Uberraschung, aber meine zweite Geburt aus BEL war eine gute, erfüllende und unkompkizierte Geburt.
    Ich bin 14 Tage über Termin gegangen und bin heute noch dem sehr gelassenen Chefarzt dankbar!

    Mein Sohn hatte 4230 Gramm, aber ich hatte auch nicht merh Verketzungen als bei meiner Tochter, mdie aus SL geboren wurde.

    Ich freue mich über jede Entscheidungsfreiheit für Frauen, die spontan aus BEL entbinden möchten und finde die ganzen Ammenmärchen und Horrorgeschichten einfach nur dumm.

    LG Cordula

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagt:

      Herzlichen Glückwunsch!
      Habe heute noch mal zum Thema BEL gebloggt: Wendung und Möglichkeiten der spontanen Geburt.
      Finde auch, dass da noch viel Aufklärungsarbeit nötig ist. Vor allem spukt die “Hannah-Studie” noch überall rum!”
      Liebe Grüße
      Jana

      Antworten
  9. Karaal
    Karaal sagt:

    Hallo,

    sehr spannende Kommentare, die ich hier lese… Ich bin als werdender Vater eines 4. Kindes zufällig auf diese Seite gestoßen, weil ich auf der Suche nach Antworten bin, nachdem meine Frau ganz durcheinander ist, durch die Beratungen ihres Frauenarztes und der Ärzte im Krankenhaus. Wir haben uns bereits im Waldkrankenhaus für die Entbindung Ende des Monats angemeldet. Die bisherigen Geburten waren bisher alle auf normalem Weg. Das ist jetzt unsere erste in BEL. Die Frauenärztin hat meiner Frau stark abgeraten und einen Kaiserschnitt empfohlen. Die Ärzte im Krankenhaus sind für eine normale Geburt. Wir wissen allerdings nicht, welche Erfahrungen die Hebammen dort mit BEL haben oder ob der Chefarzt die Geburt begleitet und sind jetzt total durcheinander. Wir haben seit Tagen schlaflose Nächte und machen uns Sorgen, was bei einer normalen Geburt passieren könnte. Gibt es in Berlin spezialisierte bzw. erfahrene Krankenhäuser in Berlin? Können wir auf einen Chefarzt bestehen in so einem Fall? Oder was würden Sie uns raten?

    MfG
    Bayram

    Antworten
  10. Steffi
    Steffi sagt:

    Hallo Jana,

    Auch ich befinde mich derzeit im Zwiespalt–spontangeburt in BEL oder doch lieber Kaiserschnitt–?! Eigentlich tendier ich mehr zur spontangeburt aber natürlich macht sich die Unsicherheit breit. Ich komme ebenfalls wie mein voriger Fragesteller bayram aus Berlin und interessiere mich sehr für spezialisierte und erfahrene Krankenhäuser mit BEL Geburten in Berlin. Kannst du da was empfehlen?

    Ich war bereits in einem Krankenhaus zur äußeren Wendung die leider nicht erfolgreich war, dort ist eigentlich auch die spontangeburt geplant, was mich aber abschreckt ist das die Oberärztin im Gespräch meinte das bei BEL Geburten in diesem Krankenhaus immer ein dammschnitt gemacht wird, was mir nicht recht zu sagt da ich nun des öfteren gelesen habe das es nicht zwingend notwendig ist.. Ich befürchte die Klinik will nur auf “Nummer sicher” gehen damit auch alles durch passt!? Nun überleg ich das KH zu wechseln.

    Ich würde mich freuen wenn du mir evtl. Tipps zur Klinik bzw. Erfahrene Ärzte in Berlin geben könntest.
    Es ist übrigens meine erste Schwangerschaft, ich bin mit 1,58 nicht sonderlich groß und eigentlich sehr zierlich was mich auch unsicher macht ob das überhaupt alles so passt :-)

    Danke für deine Hilfe..
    Viele liebe Grüße Steffi

    Antworten
      • Sandra Fiebig
        Sandra Fiebig sagt:

        Hallo Jana,

        ich bin in der gleichen Situation wie Steffi aus eurem Hebammenblog.

        Ich erwarte mein erstes Kind (errechneter Termin ist der 11.11.2014) und der kleine liegt noch in Beckenendlage. Die Äußere Wendung letzte Woche hatte keinen Erfolg. Den genauen Grund können die Ärzte ja meist nicht sagen, er vermutet aber das die Nabelschnur irgendwo geklemmt hat. An sich ist diese normal lang und war stand letzten Donnerstag einmal um den Hals gewickelt.
        Mein absoluter Herzenswunsch ist eigentlich eine natürliche Geburt. Geplant war diese im Geburtshaus. Ein Kaiserschnitt wäre für mich eigentlich nur im Notfall denkbar. Vielleicht hast du auch für mich ein paar Tipps?
        Ich bin aus Augsburg, solltest du mir hier oder in der Nähe eine Klinik empfehlen können. :)

        Liebe Grüße
        Sandra

        Antworten
        • Jana Friedrich
          Jana Friedrich sagt:

          Liebe Sandra, tut mir sehr leid, in der Region kenne ich mich mit den Kliniken gar nicht aus. Vielleicht kannst Du dort eine Kollegin kontaktieren und befragen? Liebe Grüße und viel Glück!
          Jana

          Antworten
  11. Berenice
    Berenice sagt:

    Hallo Jana,
    vielen Dank für deinen Bericht. Er hat mir in der SS soviel Mut gemacht!!!!
    Meine zweite Tochter lag ab der 20.Woche in BEL. Mein Gyn hatte von Anfang an zum Kaiserschnittb geraten, was für mich eine ganz schreckliche Vorstellung war. Deshalb fing ich an zu googeln. Interessanterweise findet man viel Negatives über Kaiserschnitte und wenig bis fast gar nichts über Negatives bei BEL-Spontangeburten….das hat mich stutzig gemacht. Meine Hebamme riet mir dann zum Kantonsspital Frauenfeld in der Schweiz. Dieses Spital ist darauf spezialisiert. Wir wohnen in D, aber nur 35 min entfernt, deshalb eine echt gute Option. Nach einem super guten kompetenten und informationsreichen Gespräch in der 37. SSW hatten wir uns dann entschlossen es spontan zu versuchen…in Frauenfeld. (Muss natürlich mit der Krankenkasse abgeklärt werden wegen Kostenübernahme etc.) Mein Mann und ich hatten beide 100% das Gefühl dort gut aufgehoben zu sein. So war es dann auch. Unsere Tochter kam 39+6 in Frauenfeld zu Welt….als BEL-Spontangeburt. Alles lief super, das Team dort war jederzeit ruhig, gelassen, kompetent und Herr der Lage! Einfach 1A!!!! Achja, und schnell ging’s auch :-) Von der ersten Wehe bis sie da war, knappe 2,5 h …..
    Für mich war es eine super Geburt und ich war gleich danach topfit. Mir ging’s richtig gut und unserer Tochter auch. Die wächst und gedeiht und ist die Ruhe selbst. Ein wunderbares Erlebnis und ich bin dem Team in Frauenfeld unendlich dankbar, dass sie mir eine normale Geburt ermöglicht haben und wir das so machen konnten.
    Ich plädiere klar für eine BEL-Spontangeburt, wenn man ein erfahrenes Team um sich hat und körperlich nichts dagegen spricht. Diese Hannah-Studie ist wirklich völlig überholt und ich fände es wichtig, dass wieder mehr Hebammen und Ärzte für BEL-Geburten geschult werden.

    Toll, dass du Jana diesen Blog schreibst und mich so in meinen Gedanken zur Spontangeburt unterstützt hast! LIEBEN DANK!
    Liebe Grüße
    Berenice

    Antworten
  12. Sandy
    Sandy sagt:

    Hallo,

    ich bin mit Zwillingen in der 37. Ssw schwanger. Beide liegen seit ca. 3 Wochen in BEL. Zuvor war das führende Kind in SL, hat sich aber dann noch gedreht. Ich würde sehr gerne normal gebären, unser KKH macht aber nur Kaiserschnitt. Nun habe ich ein KKH gefunden, das auch BEL-Geburten macht. Leider ist es aber 70 km entfernt. Ich weiß nun nicht was ich machen soll, ich hätte so gerne eine natürliche Geburt, will die OP gerne vermeiden, auch wegen der Schmerzen und Komplikationen danach. Zumal ich noch eine kleine Tochter habe, die auch versorgt werden muss. In ein paar Tagen habe ich dort (Filderklinik, hat viel Erfahrubg mit BEL-Geburten) einen Beratungstermin. Dann werden wir entscheiden, falls die Zwillis noch so lange warten. Wie hoch ist das Risiko bei Zwillingen in BEL? Will auf keinen Fall meinen Babies schaden! Sobald es zu Komplikationen kommen würde oder etwas nicht passt liegt die Entscheidung ganz klar beim Kaiserschnitt. Aber Kaiserschnitt ist ja auch nicht das Beste für die Babies.
    Wie würden Sie sich entscheiden? Wäre es einen Versuch wert oder ist der Risiko mit zwei Kindern dann doch zu hoch?

    Viele Grüße
    Sandy

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagt:

      Liebe Sandy, ich kann Dir leider nichts raten, da ich die Gegebenheiten nicht kenne. Aber wenn Du in die Klinik gehst, werden sie dort die beiden noch einmal genau vermessen, und schauen, wie sie liegen und dann eine Empfehlung aussprechen.
      Ich wünsche Dir alles Gute für die Geburt – so oder so!
      Liebe Grüße
      Jana

      Antworten
  13. Grit
    Grit sagt:

    Hallo Jana,

    Ich finde es prima, dass all die Erfahrungen ueber Beckenendlagengeburten zu lesen. Ich bin in der 37. SSW und das Baby sitz in BEL seit Wochen. Es ist mein drittes Kind. Die ersten beiden kamen spontan ohne Probleme. Irgendwie sagt mir mein Gefühl,,dass das Kind sich noch drehen wird, der Oberarzt im kKH und meine Frauenärztin reden aber schon davon, dass och mich entscheiden muss, wie ich bei BEL entbinden will. Nachdem ich über die Risiken von einem Kaiserschnitt als auch von einer spontanen BEL-Geburt aufgeklärt worden bin, bin ich noch mehr verunsichert. Irgendwie denke ich mir, dass mein Körper eine spontane BEL-Geburt hinbekommen kann. Was ich mich frage ist, warum sich das BAby nicht dreht, denn die anderen beiden haben es ja auch gemacht. Wäre dann ein Kaiserschnitt besser? Aber eigentlich will ich keinen Kaiserschnitt. Auf der anderen Seite will ich das Beste für mein Kind.
    Jana, hast du einen Rat für mich?

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagt:

      Hallo Grit, normalerweise halte ich mich ja eher zurück, wenn mich jemand so etwas direkt fragt. Ich kenne ja nicht alle Details. Aber ganz ehrlich: Beim dritten Kind, nach zwei problemlosen Spontangeburten, mit Wunsch nach einer dritten…würd ich nicht über einen Kaiserschnitt nachdenken. Warum?
      Liebe Grüße
      Jana

      Antworten
  14. Marry
    Marry sagt:

    Liebe Jana!

    Ich bin in der 22SSW mit meinem 2.Kind (3.SS). Meine erste Tochter ist im Dezember 2011 bei 37+1SSW als BEL per Kaiserschnitt geboren. Geplant war ein Kaiserschnitt für Mitte Januar,aber dann hatte ich einen Blasensprung und sehr schnell starke Wehen bis hin zu Presswehen. Ich hätte sehr gern spontan entbunden,aber da ich Erstgebährende war und einen Uterus Bicornis habe und es hier nur ein Krankenhaus gibt,hatte ich leider keine Wahl. Nun liegt mein Sohn auch wieder in BEL und ich bin total unglücklich mit dem Gedanken an einen Kaiserschnitt. Aufgrund des Bicornis läuft mir allerd.die Zeit weg,dass er sich noch dreht und von äusserer Wendung, Moxen etc.rät mir jeder ab. Hast du noch eine Idee?
    LG

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagt:

      Liebe Marry, Dein Uterus Bicornis ist natürlich eine kleine Spezialität. Da es verschiedene Grade gibt, kann ich da auch keine echte Prognose abgeben, fürchte aber dass die Wahrscheinlichkeit für einen erneuten Kaiserschnitt groß ist. Haben die Dir nach der Sectio etwas zu der Klassifizierung des UB gesagt? Rede mit den Operateuren vom ersten Kaiserschnitt. Die können am besten was dazu sagen.
      LG
      Jana

      Antworten
  15. Katharina
    Katharina sagt:

    Liebe Jana,

    ich habe deinen Bericht leider gerade erst entdeckt….ich finde ihn toll!
    Ich habe meine drei Kinder ALLE spontan aus Beckenendlage entbunden und hatte drei unglaublich schöne Geburten!
    Ich bin so dankbar dafür, dass es Hebammen, Ärzte und Kliniken gibt, die einer Frau die Möglichkeit geben ihre Kinder (trotz Beckenendlager) natürlich zu entbinden.
    Schade finde ich, dass dies viel zu wenig propagiert wird! Es ist sehr stark davon abhängig an welche Ärzte man gerät und ebenso schwierig ist es Geburtshelfer mit ausreichender Erfahrung zu finden.
    Eine solche Geburt braucht meiner Meinung nach einen guten und starken Partner (Hebamme oder Arzt), der dir das nötige Vertrauen in diesen Weg der Geburt gibt…..denn die Wiederstände von außen sind groß!
    Die Gynäkologin einer Freundin formulierte es einmal so: ” Sie haben doch nicht 9 Monate ein gesundes Kind ausgetragen, damit es am Ende Behindert ist”!
    Ist das nicht unglaublich traurig? Ich finde den Frauen wird so viel genommen! Auch wenn eine spontane Geburt aus Beckenendlage nicht immer funktioniert….ein Versuch ist es in jedem Fall werd!!! Ich hatte drei mal das Glück eines ganz besonderen Ereignisses und ja!!! es war auch beim dritten Kind noch mit Sorgen behaftet….aber welche Geburt ist das nicht!
    Ich kann allen Frauen nur Mut machen….verpasst dieses Erlebnis nicht! :)

    Antworten
      • Ira
        Ira sagt:

        Hallo Jana,

        kannst Du mir evtl. Krankenhäuser in Umgebung der Bergstrasse (Darmstadt-Heidelberg, Mannheim) empfehlen, die eine Geburt in BEL durchführen würden?
        Ich bin in der 37.ssw und mein Kind hat sich letzte Woche von der SL in die BEL gedreht. Es ist meine erste ssw, daher auch keine Erfahrung mit der Situation insgesamt.

        Danke und viele Grüße

        Ira

        Antworten
        • Marie
          Marie sagt:

          Ich kann Dir das Marienkrankenhaus in Ludwigshafen empfehlen. Dort gibt es eine sehr fähige Oberärztin, Ärzte und Hebammen. Ich habe dort meinen Ersten aus BEL entbunden und kann das KH insgesamt weiterempfehlen. Dort wurden damals im Monat bis zu 11 Geburten aus BEL gemacht.

          Antworten
          • Ira
            Ira sagt:

            Hallo zusammen. Vielen Dank für eure Antworten. Der kleine hat sich vor 3Wochen doch noch wieder in der SL gedreht. Aber jetzt sind wir schon ET + 8. Immer irgendwas mit den kleinen :-) ich werde jetzt nach Mannheim zur Uniklinik gehen.
            Liebe Grüße Ira

    • Ira
      Ira sagt:

      Hallo Katharina,

      ich bin in der 37.ssw und mein Kind (1.Geburt) hat sich vor einigen Tagen in die BEL gedreht. Jetzt muss ich mich entscheiden ob eine Sectio oder eine Spontangeburt. Aus welcher Gegend kommst du den her? Kannst du ein KKH empfehlen?

      Danke und viele Grüße
      Ira

      Antworten
      • Katharina
        Katharina sagt:

        Hallo Ira,
        Ich komme aus der Gegend von Köln. Das hilft dir wahrscheinlich nicht. Es gibt wohl noch eine gute Klinik im Raum Frankfurt…aber das ist sicher auch zu weit und weiß ich den Nsmen auch leider nicht.
        Frag doch mal deine Hebamme oder deine Gynäkologin. Vielleicht können die dir helfen!
        Viel Erfolg!
        Liebe Grüße
        Katharina

        Antworten
        • Ira
          Ira sagt:

          Hallo Katharina,
          Danke. Wie oben schon geschrieben der kleine hat sich doch noch gedreht. In Mannheim macht man unter Umständen bzw. Wenn die entsprechenden OÄ da sind auch Entbindungen in BEL.

          LG Ira

          Antworten
  16. Mecki
    Mecki sagt:

    Geburtsbericht Beckenendlage – Achtung, lang :-)

    Liebe Jana,
    liebe alle,

    zunächst einmal möchte ich mich ganz herzlich für all Eure Beiträge zur Beckenendlagengeburt bedanken. Es waren unter anderem Eure Berichte, die mich darin bestärkt haben, meinen Sohn spontan in Beckenendlage zu bekommen und ich bin sehr froh, dass ich / wir uns im Ergebnis dafür entschieden haben. Aus diesem Grunde möchte ich hier gerne ausnahmsweise öffentlich von unserer Geburt im Frühjahr berichten und Jana einen Geburtsbericht zur Verfügung stellen, um auch anderen werdenden Müttern Mut zu machen. An dieser Stelle möchte ich jedoch erwähnen, dass unser erster Sohn spontan als Sternengucker mit einem normalen Kopfumgang geboren wurde und wir somit schon eine ganz gute Ausgangsposition hatten.

    Seit der 20. Woche hatte es sich mein kleiner Bauchbewohner schön gemütlich sitzend in mir eingerichtet und es auch nicht mehr für nötig befunden, sich zu drehen. So fingen mein Mann und ich irgendwann an, zu moxen (sehr zu empfehlen, es draußen zu machen…unsere Küche roch einige Tage wie ein Kifferparadies :-)) und ich turnte immer wieder die indische Brücke. Als jedoch nichts dergleichen half, besprach ich mit meiner Gynäkologin und der Hebamme die Möglichkeit der Äußeren Wendung. Gesagt, getan. Schließlich ließen wir uns in dem Krankenhaus, in dem schon unser erster Sohn (unter großem Engagement der Hebamme, die ihn mit uns als Sternengucker wirklich heraus gekämpft hatte) beraten. Gesagt getan – eine erfahrene Oberärztin, mit der wir die Wendung und auch eine Geburt in Beckenendlage besprachen, hatte unser vollstes Vertrauen. Und immerhin standen die Chancen ja etwa 50/50, dass der Kleine sich dreht. Leider hat er sich sichtlich unbeeindruckt von unseren Wendungsversuchen gezeigt und seine Füßchen schön gegen die Gebärmutter gestemmt… und als die Ärztin schließlich mit Schweißperlen auf dem Gesicht sagte, dass sie wirklich nicht mehr Kraft ausüben könne, gaben wir auf und begannen uns fortan mit der Beckenendlagengeburt zu befassen.
    Apropos Wendung: Natürlich ist die Vorbereitung und Nachbereitung der Wendung schon relativ aufwendig, da im Prinzip die Voraussetzungen für eine NotOP direkt mit abgeklärt wurden, aber dennoch kann ich jedem empfehlen, es zu versuchen. Wenn man die Zähne ein wenig zusammenbeißt und sich darauf einlässt, dann kann man es auf jeden Fall gut aushalten. Außerdem kann man es gut als Generalprobe der Atmung für die anstehende Geburt nutzen ;-)

    Von nun an begannen also weitere Gespräche und Information über eine spontane BEL-Geburt und entsprechende Voruntersuchungen. Mein Mann und ich haben das Thema immer wieder ausgiebig untereinander besprochen, uns über die Vor- und Nachteile einer solchen Geburt informiert. Und nachdem wir schon die Geburt unseres Erstgeborenen ohne PDA als Sternengucker zusammen bewältigt hatten, stand irgendwann die Entscheidung fest. Hierzu trugen auch diverse Ärzte bei, die uns im Ergebnis – und dafür bin ich sehr dankbar – sehr gut aufgeklärt haben und uns eigentlich mehr darin unterstützt haben, es spontan zu versuchen. Hier sei zu erwähnen, dass wir in Köln leben und uns unter anderem auch in der Klinik in Bensberg, die sich hiermit sehr gut auskennen, beraten und untersuchen lassen haben.
    Die Voraussetzungen, also die Proportionen und eine vorangegangene Spontangeburt sowie die Lage des Kleinen in sog. Klappmesserposition, waren optimal. Also warteten wir schließlich – mal mehr, mal weniger angespannt, auf den Tag X
    Und dann war es eines frühen Morgens so weit. Die Fruchtblase ist geplatzt. Aufgrund der Verkehrslage und der schnell einsetzenden Wehen entschieden wir uns dazu, uns nicht in das Verkehrschaos Kölns zu stürzen, um genau im Berufsverkehr ins ca 30-40 km entfernte Bensberg bringen zu lassen und informierten uns vorab in der Klinik in Köln, ob einer der Oberärzte (denn nur diese waren in dieser Klinik dazu befugt) da ist, der diese Geburt spontan begleitet. Hierüber empfiehlt es sich übrigens genauestens im Vorfeld zu informieren (siehe unten).
    Aufgrund der Untersuchung vom Vortag wussten wir zufällig, dass der Popo nicht mehr (vorher war er es schon mal) fest im Becken war und riefen einen Krankenwagen. Leider war einem der Sanitäter nicht ganz klar, dass unter diesen Bedingungen unbedingt ein Liegendtransport erfolgen muss ?!…selbstverständlich wurde ich nach Aufklärung unsererseits aber dann liegend transportiert.

    Die Hebammen freuten sich schon sehr. Leider nicht so ganz der diensthabende Oberarzt. Zwar war unser “Fall” unter den Oberärzten schon bekannt, jedoch gewannen wir mehr und mehr den Eindruck, dass dieser eher damit gerechnet hatte, dass der Kelch an ihm vorüber ginge . Er suggerierte mir auf eine etwas fragwürdige und meines Erachtens zudem unsouveräne Art und Weise, dass er diese Geburt nicht machen möchte (hat er im Ergebnis auch nicht):
    So untersuchte er erstmal die Lage des Kindes und checkte die Voraussetzungen, die auch seiner Ansicht nach “erstmal” für eine Spontangeburt optimal waren. Sodann klärte er uns unter Wehen aber erstmal darüber auf, wie selten er diese Art von Geburten durchgeführt habe und selbst wenn er sie beginnen würde, nach Dienstschluss ein anderer käme, der auf jeden Fall einen Kaiserschnitt machen werde und wir überlegen könnten, vielleicht doch nach Bensberg zu fahren…. etc. etc. Außerdem müsse er es eh erstmal mit dem Chefarzt besprechen, da alle Oberärzte eigentlich den ganzen Tag OP-Termine hätten und es ja kein anderer machen dürfe….
    Da wir ziemlich gut informiert waren, musste ich ihm in dem einen oder anderen Punkt (und das unter starken Wehen) widersprechen, was nicht auf sehr viel Gegenliebe gestoßen ist….
    In der Zeit, in der nun geklärt wurde, ob und wie und mit wem wir dort spontan entbinden “DÜRFEN”, entschieden mein Mann und ich uns schon, die Möglichkeit, nach Bensberg zu fahren wahrzunehmen. Denn ich wusste, dass ich mit diesem Arzt nicht würde gut zusammen arbeiten können und deshalb lieber den beschwerlichen Weg im Krankenwagen zu den Ärzten in Bensberg, die allesamt einen super Eindruck gemacht haben, in Kauf nehmen würde…
    Leider war es dafür aber schließlich aufgrund der fortgeschrittenen Geburt schon zu spät und war aus Sicht des Arztes schließlich nicht mehr zu verantworten, so dass wir im Ergebnis dort blieben. Schließlich hatten wir die “Genehmigung” des Chefarztes erhalten, spontan entbinden zu dürfen und es stellte sich zu meiner Zufriedenheit auch schließlich heraus, dass ein anderer Oberarzt die Geburt leiten würde…

    Die eigentliche Geburt konnte also beginnen und damit erstaunlicherweise der schönste, einfachste und diskussionsärmste Teil der ganzen Geschichte :-)

    …. allerdings unter der Bedingung einer PDA und keiner Geburt im Vierfüßlerstand. Dies entsprach nicht meiner Wunschvorstellung, da ich meinen ersten Sohn aus Angst vor dem Eingriff auch ohne PDA entbunden habe und den Vierfüßlerstand gut fand, aber nun denn – eine Wahl hatten wir ja eh nicht mehr.

    Unter dem Einfluss der PDA bewegten wir uns entspannt auf die letzte Phase zu, wobei ich erstaunt war, wie stark die Wehen dann doch noch zu spüren waren. Aber im Vergleich zu meiner ersten Geburt, die insbesondere in der Übergangs- und Austreibungsphase eher einem Delirium glich, war es doch für eine Geburt verhältnismäßig entspannt und die Stimmung sehr gut. Unserer Hebamme war ganz toll, aufmerksam und hilfsbereit und einfühlsam- das richtige Maß für diese Geburt. Man merkte, wie sehr sie sich freute, unseren Kleinen spontan zu entbinden…was die Stimmung wesentlich positiv beeinflusste.
    Unsere Hebamme begleitete die schwierigen Phasen super, die Herztöne unseres Kleinen wurden genauestens beobachtet und der Fortschritt der Geburt permanent (von 1-2 Hebammen und einer Assistenzärztin) durchgehend überwacht. Alles lief super und der Kleine bewegte sich wie erhofft stetig und unter konstanter Herzfrequenz ins Becken und den Geburtskanal…

    Dann kam die Austreibungsphase und damit die für mich anstrengendste Phase dieser Geburt: Ich spürte den starken Pressdrang, durfte jedoch erstmal nicht pressen und musste die Presswehen veratmen.. und immer wieder. Denn der Kleine durfte in Anbetracht der bevorstehenden kurzen Unterversorgung, wenn das Köpfchen mit der Nabelschnur im Geburtskanal ist, keinesfalls instabil sein. Deswegen wurde er geschont und geschont und geschont…das war sehr anstrengend. Im Rückblick bin ich sehr dankbar, dass die PDA ohne weitere Erklärung zur Voraussetzung gemacht wurde, denn ich weiß nicht, ob ich ohne PDA dazu in der Lage gewesen wären, diese starken Presswehen zu veratmen. Mit Blick auf meine erste Geburt, wage ich das zu bezweifeln. Als ich dann schließlich pressen durfte, gingen auch tatsächlich mal kurz die Herztöne herunter…. alles war da kurz ganz ruhig aber der Oberarzt (der irgendwann als es gen Ende ging dazu kam) und die Hebamme fingen diese Situation sehr souverän auf …so wurde ich auf die Seite gelegt und musste weiter Presswehen veratmen und veratmen und veratmen… dann stabilisierte sich alles wieder und irgendwann durfte ich wieder pressen. Eine wahnsinnige Erleichterung – ich hatte keine Schmerzen mehr, als ich dem Pressdrang nachgeben durfte. Da mein Dammgewebe sehr fest ist und kaum nachgab, musste wieder ein Dammschnitt gemacht werden – den ich aber erfahrungsgemäß gar nicht spürte.
    Und dann kam der Kleine mit stabiler Herzfrequenz Stück für Stück raus… Zuerst sah ich seinen Rücken und die Beine und dann kam die vermeintlich kritische Phase…. das Köpfchen.
    Wir warteten und warteten auf die nächste Wehe…und plötzlich wusste ich nicht mehr, ob ich eine spüre oder nicht oder doch….da ich aber genug Gefühl im Unterleib hatte, presste ich am Ende einfach drauf los, was das Zeug hielt, eine Ärztin drückte oben auf den Bauch und schob und der andere Arzt begleitete souverän und sanft das Köpfchen heraus….
    Auch in dieser Situation war alles sehr ruhig und lief kontrolliert ab und ich hatte das Gefühl wirklich in guten Händen zu sein.

    Und da war unser Kleiner nach nur 5 Stunden endlich da. Quietschfidel und munter sehr kräftig mit traumhaften Apgarwerten und einem unbändigen Saugdrang. Wir konnten nur noch weinen vor Glück.
    Und auch das Team hat sich merklich sehr gefreut, dass alles so entspannt abgelaufen ist und mal wieder jemand in Beckenendlage entbunden hat…auf dem Flur hörte man irgendwann “Beckenendlagengeburt spontan!-Chacka” :-))))
    Und am nächsten Morgen -die Geburt war nachmittags – konnten wir bereits nach Hause.

    Alles ist im Ergebnis genau so gelaufen, wie ich es mir im Vorfeld vorgestellt und erhofft hatte und was mich dazu bewogen hat, keinen Kaiserschnitt in Betracht zu ziehen. Meines Erachtens hat sich diese Geburt abgesehen von dem Aufwand, der Diskussionen und häufigeren Untersuchungen im Vorfeld nicht von einer normalen Geburt unterschieden. Im Gegenteil – diese Geburt war im Vergleich zu der ersten Geburt eher ein Spaziergang. Und ich war unmittelbar nach der Geburt topfit. Ich kann nur jeder werdenden Mutter, die sich das zutraut und bei guten Vorbedingungen empfehlen, den Weg zu gehen und es zu versuchen. Allerdings kann ich nur wärmstens empfehlen, sich genau zu informieren und (wenn möglich) mit den betroffenen Ärzten zu sprechen und sich auch anzuschauen, mit wem man sich eine solche Geburt vorstellen kann. Und zuletzt muss natürlich auch das eigene Gefühl stimmen…

    Ich wünsche allen werdenden BEL-Müttern alles alles Gute:-)

    Eure Mecki

    Antworten
  17. Saskia
    Saskia sagt:

    Mein 1. Kind war auch eine spontane BEL im Jahr 2013. Meine Mama ist Hebamme und ich wollte schon immer natürlich entbinden, ohne Kaiserschnitt, PDA,… Gewünscht war Geburtshaus (hausgeburt wohne ich leider sehr ungünstig). Der Arzt meinte ständig: dreht sich noch, dreht sich noch, dreht sich noch…Oh wohl doch nicht, ich schreib Überweisung Kaiserschnitt. Mein Horror! Eine Welt brach zusammen und ich war nur noch am weinen. Meine Mama suchte dann mit mir nach einer Klinik, meinte aber wenn es muss dann muss es. War für mich ok, aber ich wollte es wenigstens versuchen. Die Uni gab das ja. Sie war mit Po zuerst, wie ein Klappmesser, Wehen kamen 1 Woche vor ET, es ging echt recht flott, ohne PDA, aber leider mit Braunüle. 3275g war sie. Sie flutschte einfach so raus (hab Film gesehen). 4 Std später ging es Heim. Ich bin wirklich unglaublich dankbar auch jetzt nach dem 2. Kind noch und werde das bestimmt immer sein. Bitte lasst das Fachwissen nicht verloren gehen, damit viele viele noch die Chance haben.

    Antworten
  18. Anna
    Anna sagt:

    Hallo,

    habe 2012 meinen Sohn auch bei 34+4 spontan in der BEL entbunden. Mir wurde immer gesagt dass wenn er sich nicht dreht es ein KS werden muss. Wir hatten einen Todesfall in der Familie und kurz nach der Beerdigung bin ich in die örtliche Klinik eingewiesen worden, dort wurde ein CTG nach dem anderen gemacht aber ich wurde weder per Ultraschall noch vaginal untersucht und nach drei Tagen wieder als fit entlassen. Am Nachmittag der Entlassung hatte ich aber Wehen und der Schleimfropf ist abgegangen. Bin dann in eine weiter entfernt liegende Klinik gefahren weil sie dort auch eine Neo-Intensiv haben und erst da wurde ich darüber aufgeklärt dass man eine BEL auch spontan entbinden kann, nach 17 Stunden war mein Kleiner dann da, hab mich aber jederzeit gut aufgehoben und betreut gefühlt und war eine Rarität dort im Krankenhaus weil ich denke dass viele Frauen falsch aufgeklärt sind bevorzugen sie doch den KS. Bin jetzt wieder 31+2 schwanger, mein Sohn sitzt wie Buddha in meinem Bauch und wenn er keine Lust hat sich vorher noch zu drehen bring ich ihn auch spontan zur Welt. Habe noch eine Tochter in SL 2004 zur Welt gebracht und habe bei keiner Entbindung einen Dammriss oder Schnitt gehabt

    LG Anna

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagt:

      Also das finde ich echt verrückt. Du wurdest noch nicht einmal darüber aufgeklärt, dass die Möglichkeit der spontanen Geburt besteht???
      Toll, dass du das Glück hattest in die richtige Klinik zu fahren!
      LG
      Jana

      Antworten
  19. Marie
    Marie sagt:

    Mein Erfahrungsbericht:

    Im Nachhinein kann nur allen Frauen mit Baby in BEL raten eine äußere Wendung oder es auf natürlichem Wege zu versuchen. Ich habe mich lange mit der Entscheidung gequält und mich im Nachhinein für die für mich richtige Variante entschieden. Ich wurde mit vielen Vorwürfen aus der Verwandtschaft konfrontiert, dass ich unverantwortlich gegenüber dem Kind handeln würde und doch besser einen Kaiserschnitt machen lassen sollte. Ich habe damals deshalb viel geweint. Hier und dort hätte es doch super geklappt, hieß es. Kaiserschnitt oder Geburt aus Beckenendlage? In der Klinik oder in vielen Kliniken besser gesagt hat man das Gefühl zwischen Sodom und Gomorra nach dem Beratungsgespräch entscheiden zu müssen. Dann eines Tages, meine Mutter war im Krankenhaus und hatte eine Zimmernachbarin, hatte ich ein langes Gespräch mit der selbigen. Sie hatte mir berichtete, dass sie zwei Kinder zur Welt gebracht hat. Das erste aus Beckenendlage mit 4 kg und das zweite normal. Sie hat mir gesagt, dass es zwischen beiden Geburts-Schmerz technisch oder sonstig keinen Unterschied gab. Sie hat mir geraten es zu versuchen. Ich habe dann eine äußere Wendung versucht. Es hat leider nicht geklappt, da ich bereits zwei Tage zuvor Senkwehen hatte. Ich habe letztendlich meinen Sohn in Beckenendlage entbunden. Er hat sich selbst entschlossen auf die Welt zu kommen als es Zeit war. Mit geplatzter Fruchtblase usw. Und es war die beste Entscheidung meines Lebens! Ich war ab dem Zeitpunkt, nachdem ich mich dafür entschieden hatte, auch fest entschlossen das durchzuziehen. Frauen werden immer noch durch diese unsägliche falsche Studie aus den 2000ern waren verunsichert und für Ärzte ist es natürlich sehr bequem einen Termin für einen Kaiserschnitt zu vereinbaren. Dann kann man schön zu um 8:00 Uhr oder 9:00 Uhr in den Kreissaal fahren, den Eingriff vornehmen und fertig. Dann einmal feucht durchwischen und dann die nächste Patientin. Da muss kein Gynäkologe mehr nachts raus. Und das Schlimme dabei ist, die Krankenkassen bezahlen an Ärzte und Kliniken für einen Kaiserschnitt mehr Geld, als für eine natürliche Geburt. Geschweige denn eine Geburt aus Beckenendlage. Ist doch klar wohin der Trend dort geht. So unromantisch das klingt, es geht nur noch um Einnahmen und Kosten. Letztendlich hat es die werdende Mutter in der Hand. Wenn es zwingend notwendig ist, kann so ein Kaiserschnitt natürlich Leben retten. Aber in meinen Augen nur dann wenn es wirklich sein muss. Das kann ein stagnierender Geburtsfortschritt in der heißen Phase sein oder eine wirklich annormale Lage des Kindes oder ähnliches. (Ich bin keine Ärztin oder vom ärztlichen Personal.) Am besten guckt man so einem Gynäkologen oder der beratenden Person im Klinikum ganz tief in die Augen und fragt wirklich alle Details im Vorhinein ab., wenn man in eine Klinik gehen möchte. Natürlich möchte sich so eine Klinik gerne absichern gegen RegressAnsprüche. Viele Erstlingsmütter, unterschätzen die Tatsache, dass es sich bei einem Kaiserschnitt um eine schwere Bauch OP handelt. In meinem Bekanntenkreis, gibt es viele Mütter, um genau zu sagen zwei, die immer noch nach zwei Jahren mit den Folgen der Kaiserschnitt OP kämpfen. Das wird oft verschwiegen. Auch von den Betroffenen. Die eine fönt immernoch ihre nässende Narbe und die andere muss sich jetzt noch mal operieren beziehungsweise nacharbeiten lassen, damit sie überhaupt wieder schwanger werden kann. Mal abgesehen von dem permanenten Taubheitsgefühl an dieser Stelle. Also ihr werdenden Mütter, informiert euch gründlich und wägt eure Entscheidung wirklich gut ab. In vielen fällen ist ein Kaiserschnitt nicht erforderlich. Angst vor Schmerzen zu haben ist normal. Aber im Fall der Geburt läuft der Körper fast komplett auf Autopilot. Das hat mich jedes Mal beeindruckt. Es gibt Momente, da denkt man, man schafft es nicht, und dann geht es doch. Und dann folgt das wunderbare Glücksgefühl, dass man es geschafft hat, und der kleine Wurm nun da ist. Das hat man natürlich sicher auch nach einer Kaiserschnitt Geburt, aber wenn man anfängt die Geburtsabläufe zu verarbeiten gibt’s hier schon Ubterschiede. Ich kenne viele Frauen, die hinterher enttäuscht waren, einen Kaiserschnitt gehabt zu haben und es nicht auf natürlichem Wege geschafft zu haben. Bei einigen war der Eingriff unfreiwillig und sie knabbern heute noch dran. Ich kann mittlerweile sagen, dass es keinen Unterschied zwischen einer Geburt aus Beckenendlage oder einer normalen Geburt gibt. Was die Schmerzen und die Dauer angeht. Also traut euch und informiert euch, welche Kliniken in eurer Nähe eine Geburt aus Beckenendlage anbieten bzw. wie oft diese dort gemacht wird pro Monat. Und geht dabei bitte nicht danach, ob es bei denen auf der Webseite steht. Da steht oft viel. Ich habe in einem Krankenhaus entbunden und das Krankenhaus in dem ich war, hat circa 5-11 Geburten aus Beckenendlage pro Monat! Auch insbesondere Hebammen haben diese Erfahrung! Wenn mit dem Kind alles stimmt, kann man sicherlich auch in einem Geburtshaus gehen. Das ist aber vorher unbedingt auch ärztlich ggf. mittels Bildgebung z.B. MRT abzuklären. Mir hat zudem einen Bericht der Klinik für Frauenheilkunde des Klinikum Nürnberg damals in der Recherchephase geholfen. Ich hoffe, dass ich damit der ein oder anderen mit meiner Bewertung bzw. Erfahrungsbericht etwas Mut zusprechen kann. In meinem Bekanntenkreis, hat es ebenfalls eine Erstlingsmutter versucht in BEL und war erfolgreich. Ebenfalls ohne Komplikationen wie bei mir. Ich habe mit meinem Frauenarzt noch mal versucht auszuwerten, warum mein erstes Kind in Beckenendlage lag. Er vermutet, dass es mit meinem fortgeschrittenen Alter als Erstlings Mutter zusammen hing. Auch das wird oft verschwiegen. Die Medien u.a. suggerieren oft, dass man so viel Zeit hat wie man will, um Kinder zu bekommen und alles sehr komplikationslos läuft. Das ist nicht die Realität! Vertraut auch auf die Erfahrung eurer Hebamme!

    Antworten
  20. Carina
    Carina sagt:

    Hallo,

    unser 1. Sohn kam am 04.02.16 spontan in BEL zur Welt. Eins vorweg, es war die einzig richtige und beste Entscheidung für uns. Ich würde es immer wieder so machen.

    Ich finde es sehr schade, dass man im Vorfeld kaum oder meistens falsch aufgeklärt wird. Ich hatte viele schlaflose Nächte weil jeder ungefragt seinen Senf dazu gibt. Egal ob Gynäkologen, Ärzte oder Bekannte. Sprüche wie: “Willst du dafür verantwortlich sein, wenn dein Kind behindert ist?” Oder der Spruch von einer Gynäkologin:” Wie, noch keinen Termin zur Sectio? Das wievielte Kind ist es? Das erste wiederholte Sie meine Antwort entsetzt. Na Sie trauen sich ja etwas!!”

    Durch diese und noch weitere Aussagen wurde ich immer wieder verunsichert. Auch als die Entscheidung spontane Entbindung schon stand brachte es mich immer wieder zum Zweifeln und Abends auf dem Sofa floss die ein oder andere Träne.

    In dem Krankenhaus in dem ich Entbinden wollte arbeitet ein älterer sehr erfahrener Chefarzt. Als ich mich dort zur Entbindung anmeldete, bekam ich direkt einen nächsten Termin bei dem Chefarzt.

    Unentschlossen, völlig verunsichert ging ich mit meinem Freund zu dem Termin. Für mich stand immer fest, ich möchte keine Sectio, ich möchte spontan entbinden. Aus diesem Grund habe ich mich bereits vor der Schwangerschaft gegen das Krankenhaus bei uns um die Ecke entschieden. Und jetzt eine BEL, wird es jetzt etwa doch eine Sectio?

    Als wir in den Untersuchungsraum kamen begrüßte uns der Chefarzt, etwa 60Jahre alt, sehr sympathisch und wahnsinnig entspannt. Ich erzählte das unser Baby falsch herum liegt und ich nicht wüsste ob Sectio oder spontane Entbindung. Er antwortete: “Der Junge liegt nicht falsch herum!. Er liegt in Längslage, und das ist richtig. Er liegt nur in einer anderen Variante der Längslage, das ist überhaupt nicht falsch sondern nur seltener. Eine falsche / unnatürliche Lage sei nur die Querlage.” Diese Antwort ließ mich schon innerlich entspannen. Nach einem kurzen Gespräch, folgte die Untersuchung. Nach dem er sich per MRT und US ein Bild gemacht hatte, sah er nichts, was gegen eine spontane Entbindung sprechen würde. Das Risiko sei nicht höher als bei einer SL. Er gab uns etwas Bedenkzeit und ich solle mich spät. in zwei Tagen melden, da eine mögliche Sectio geplant werden müsse aber davon geht er erstmal nicht aus.

    Mit einem guten Gefühl fuhren wir nach Hause. Die ruhige und völlig entspannte Art des Arztes machte es mir leicht sofort Vertrauen aufzubauen. Auch eine befreundete Hebamme die lange Jahre mit ihm gemeinsam im Kreißsaal stand bestätigte mein Gefühl. Sie hat mir von schönen Geburten in BEL erzählt und die ruhige und erfahrene Vorgehensweise des Arztes. Unser / mein Entschluss stand nun fest. Wir probieren es spontan!
    Die nächsten Vorsorgeuntersuchungen fanden im Krankenhaus bei dem Chefarzt statt. Und dann ging ich noch 9 Tage über Termin, bis sich unser kleiner dann anmeldete.

    Es war eine wunderschöne Geburt, genau wie wir es uns gewünscht haben. Eigentlich sind alle davon ausgegangen, der junge Mann kommt in der einfachen BEL also mit dem Po zuerst. Aber er hat es sich dann wohl doch anderes überlegt und kam erst mit einem Fuß, dann mit dem Po und dem anderen Bein. Das war wohl nicht die einfachste Variante der BEL aber es hat ohne Komplikationen geklappt und nach nicht mal 7 Stunden war unser Baby da. Kerngesund und wir waren überglücklich!!

    Ich würde es immer wieder genau so machen, entgegen aller Empfehlungen und trotz der Horrorgeschichten .
    Ich bin auch den Menschen unglaublich dankbar die mich unterstützt haben. Allen vor ran meinem Freund, der keine Minute an mir gezweifelt hat und mich bei jeder Entscheidung unterstützt hätte und voll hinter mir stand. Er hat mich nie gedrängt, zwar immer seinen Standpunkt offen gesagt mich aber auch in jeder anderen Entscheidung unterstützt hätte. Denn letztendlich muss ich ja das Kind zur Welt bringen und er kann mich nur unterstützen. Dann bin ich glücklich so tolle Hebammen kennengelernt zu haben, die alle positiv zu der spontanen Entbindung standen und natürlich den Chefarzt!! Schade, das solche erfahrenen Ärzte immer weniger werden. Ich bin dankbar das ich noch dieses Glück hatte einen solchen Arzt zu begegnen.

    Ich möchte allen Mut machen auch eine BEL spontan zu entbinden. Ich wünsche euch die gleiche Unterstützung wie ich die hatte. Hört auf euer Bauchgefühl!!

    Liebe Grüße
    Carina ist

    Antworten
  21. Nadine
    Nadine sagt:

    Hallo!
    Ich habe nun zwei Söhne (2 Jahre und 2 Wochen alt), die beides Beckenendlagen waren und letztendlich beide per Kaiserschnitt zur Welt gekommen sind. Allerdings unterscheiden sich die Geburten von meinem Gefühl her deutlich. 2014 war ich zur Geburt in einer Asklepios Klinik in Hamburg und dort hieß es schon im Vorgespräch, dass sie mir zu einem geplanten Kaiserschnitt eine Woche vor Termin raten würden, sollte mein Kind weiterhin in BEL liegen. Alternativen gab es von deren Seite keine. Tja, da habe ich mich dann dazu überreden lassen, auch wenn ich damit nie glücklich war. Ich fand die Vorstellung furchtbar auf dem Rücken auf dem OP Tisch zu liegen und mein Baby aus mir raus reißen zu lassen (es fühlt sich übrigens genauso an), obwohl er vielleicht noch gar nicht soweit war. Die erste Sectio war dann auch noch total bescheiden, da wir über acht Stunden warten mussten und dann mein Kreislauf versagte als versucht wurde mir die Rückenmaksnarkose zu geben. Leider reagierte im OP keiner auf meine Bedenken bezüglich meines Kreislaufs und so wurde mir schwarz vor Augen. Letztendlich ließ sich die Narkose nicht setzten und ich bekam eine Vollknarkose.
    Mein Sohn kam gesund zur Welt, mir ging es auch recht schnell wieder gut. Stillen klappte, das Kind war recht entspannt, soweit alles gut. Es blieb allerdings über einige Wochen das Gefühl, das etwas fehlte. Ich vermisste das Baby in meinem Bauch und verstand zunächst nicht, dass es das Baby auf meinen Arm ist. Das Gefühl verblasste irgendwann und ich liebe den Wildfang über alles.
    Ich war mir allerdings sicher, daß zweite Kind nicht dort und nicht so zu bekommen.
    Zwei Jahre später stand dann die nächste Geburt an. Während der Schwangerschaft hatte ich zunächst die Hoffnung, dass vielleicht diesmal der Kopf einfach unten liegen würde. Als ich mich aber in der 31. Ssw im Krankenhaus wegen einer Lungenentzündung behandeln lassen musste, fragte mich der Arzt ganz trocken, ob ich weiß, dass mein Kind in BEL liegt. Nein – wusste ich nicht. Ab da war ich mir aber 100% sicher, dass auch dieses Baby so liegen bleiben würde. Im Vorfeld hatte ich mir schon eine andere Klinik ausgesucht, die zufällig aber einer der wenigen Kliniken ist, die BEL Geburten mit Guten Gewissen spontan anbietet, aber das war mehr Zufall. Die Klinik hatte mir meine Gyn und meine Hebamme empfohlen. Das Arztgespräch dort war toll. Ich wurde darüber aufgeklärt, dass auch eine BEL spontangeburt nach einer Sectio möglich ist, wenn ich die dann möchte. Er zeigte mir ein Video von einer BEL Geburt und erklärte Schritt für Schritt wo die Probleme und Besonderheiten liegen. Er zeigte mir auch ein Video von einer Äußerenwendung und meinte, dass könne man zuerst versuchen, da sie Methode sehr schonend und nur ein geringes Risiko mit sich bringt. Ich habe es versuchen lassen,was absolut nicht schlimm war, aber mein Baby hatte absolut keine Lust sich einen mm zu bewegen. Wir verblieben dann so, dass ich mit Wehenbeginn kommen solle und wir dann schauen, ob eine BEL Geburt möglich ist. Ich war dann 8 Tage drüber als die Wehen gleich mit kurzen Abständen einsetzten, als ich 2h später im Krankenhaus ankam, platze augenblicklich die Fruchtbase und ich durfte nur noch liegen. Eine Ärztin schallte mich und äußerte den leisen Verdacht, dass ein Fuß und nicht der Po unten liegt, was eine Hebamme durch die vaginale Untersuchung bestätigte. Der Muttermund war schon 7cm auf, aber sie hatte einen Fuß und Nabelschnur. Damit war die spontane Geburt gestorben und ich wurde recht zügig in den OP gebracht. Der Chef kam noch und organisierte mir einen Narkosearzt, der die Narkose auch im Liegen machen kann, da ich mich nicht mehr Aufsetzten durfte. Das klappte auch und so war ich dieses mal wach und mein Mann auch dabei. Mein Baby hatte leider einige dOch recht starke Anpassungsschwierigkeiten nach der Geburt, sodass es einige Minuten dauerte, bis sie ihn mir brachten und auf meine Brust legten. Er begann eigentlich augenblicklich nach der Milchbar zusuchen. Zwei Tage später habe ich die Klinik glücklich verlassen. Dieses Gefühl, was ich bei meinem ersten Kind verspürt habe, existiert dieses Mal nicht. Der Kaiserschnitt war unumgänglich und damit kann ich gut leben. Einen geplanten, ohne Wehenbeginn, würde ich nicht nochmal machen lassen.

    Antworten
  22. Julia
    Julia sagt:

    Hallo,

    nachdem ich hier vor der Geburt unseres dritten Kindes viele Mutmachgeschichten gefunden habe, möchte ich auch meine beitragen:

    Zwei Wochen vor dem Termin hatte die No. 3 im Bauch beschlossen, sich von der Schädel- in die Steißlage zu drehen. Die beiden Geschwister kamen spontan zuhause, und wir hatten erneut eine Hausgeburt geplant. Tja, das sollte wohl nicht sein – denn auch die hastig noch unternommenen Versuche, das Baby zum Drehen zu animieren (Indische Brücke, Moxen, Globuli, …), waren erfolglos. Eine äußere Wendung lehnte die Klinik, in die wir dann also zur Beratung gefahren sind, wegen Vorderwandplazenta ab – aber eine spontane Geburt aus BEL sei durchaus möglich, hieß es. Denn: drittes Kind, kleines Kind, vorherige Geburten spontan, darunter ein sehr schweres Kind (mit über 4,5 KG). Was für ein Glück, ich hatte den Kaiserschnitt schon kommen sehen! Wir hatten die Klinik allerdings auch extra ausgesucht, weil in dem hebammengeleiteten Kreißsaal viele BEL-Geburten betreut werden.

    Unsere einzige Sorge: Die Klinik ist etwa eine Fahrtstunde von uns entfernt, und bereits die Geburt unserer No. 2 dauerte nur knapp zwei Stunden … Aber alle – Hebamme, der Oberarzt der Klinik, die Hebammen dort, meine Gynäkologin – machten uns Mut, dass das gut zu schaffen sei, wenn wir gleich beim ersten Verdacht auf Wehen losfahren würden.

    So haben wir’s auch gemacht, und entspannte 4,5 Stunden nach Wehenbeginn durfte No. 3 mit dem Popo voran, im Vierfüßler und begleitet von einer tollen Hebamme auf die Welt kommen. Ein Grund, warum das Kleine sich noch so kurz vor dem Termin in BEL gedreht hatte, war nicht erkennbar. Der Oberarzt, der in der Klinik eigentlich immer dabei sein sollte bei BEL-Geburten, kam nicht mehr rechtzeitig aus dem OP in den Kreißsaal, weil’s am Ende so schnell (und unkompliziert) ging. So hatten wir also eine tolle, ganz “normale” und spontane, hebammenbegleitete Geburt und konnten sogar wenige Stunden später direkt nach Hause zu den großen Geschwistern fahren.

    Bestimmt ist nicht bei jeder Frau eine BEL-Geburt so komplikationslos möglich, und es ist immer eine individuelle Entscheidung, welchen Weg man geht. Aber schön fände ich’s, wenn jede Frau die Möglichkeit bekommen würde, diese Entscheidung wirklich gut und fair beraten zu treffen – und nicht womöglich grundloser Panikmache ausgesetzt ist.

    Antworten
  23. Anja
    Anja sagt:

    Ich habe mich hier durch die vielen geburtsberichte gelesen und bin nun noch unsicherer.
    Bei euch klingt die Entbindung in BEL so positiv und unkompliziert!
    Das verstärkt meinen Wunsch nach einer natürlichen Geburt sehr!
    Es ist meine erste Geburt und leider kommen noch ein paar andere Kontraindikationen dazu: neben der BEL sprechen noch ein Uterus bicornis, ein Scheidenseptum, meine Endometriose und meine Figur dagegen (1,60& 50kg vor der Schwangerschaft)….
    Wenn mir jetzt also zur Sectio geraten wird, dann aus Ahnungslosigkeit der Ärzte oder weil es doch besser ist?!

    Ahnungslose Grüße

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagt:

      Liebe Anja, ein Uterus Bicornis und ein Scheidenseptum machen die spontane Geburt eher unwahrscheinlich, bei einer BEL… Ich kann natürlich keine Ferndiagnose stellen. Aber hier bin ich leider, tatsächlich etwas skeptisch.
      Es würde sich aber auch erst unter der Geburt zeigen. Es kommt auch darauf an ob das Scheidenseptum das Tiefer-treten des Babys hindert und ob es durchtrennt werden kann. Puh, es gibt einige Fragezeichen.
      Ich habe schon einige Geburten mit Septum erlebt, wo wir es einfach durchtrennen konnten. Aber ich habe es auch schon als Hindernis erlebt.
      Ich kann es dir nicht sagen.
      Alles Gute dir und schreib gerne einmal, wie sich alles entwickelt hat.
      LG
      Jana

      Antworten
  24. Maike
    Maike sagt:

    Hallo,

    mein Kind liegt auch in der BEL, ich bin in der 31+4.
    Eigentlich wollte ich im Geburtshaus entbinden, bin jetzt aber verunsichert ob es sich überhaupt noch dreht. Welches Krankenhaus in Berlin ist auf eine spontane Geburten spezialisiert? Kann ich da überhaupt noch einen Platz bekommen wenn ich so spät bin?
    Vielen Dank!

    Liebe Grüße

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagt:

      Hallo Maike, die meisten Babys entscheiden sich bis zur 34.SSW wie sie liegen möchten. Du hast also noch etwas Zeit. Ansonsten bist du in Havelhöhe gut aufgehoben. Was die späte Anmeldung betrifft: einfach versuchen.
      Viel Glück!
      LG
      Jana

      Antworten

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  1. […] oder Frauen entscheiden sich auf Empfehlung ihres Arztes dazu, zum Beispiel beim Vorliegen einer Beckenendlage. Und auch wenn ich selbst ein Kind unkompliziert spontan aus dieser Geburtslage geboren habe, […]

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