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Geburtsbericht: Spontangeburt nach zweifachem Kaiserschnitt

Einmal Kaiserschnitt, immer Kaiserschnitt? Ganz bestimmt nicht! In vielen Kliniken wird Frauen – nach vorangegangenem Kaiserschnitt – zur Wahl gestellt, ob sie es diesmal spontan versuchen wollen, oder von vornherein einen Kaiserschnitt bevorzugen. Aber nach zwei Kaiserschnitten sieht das meistens schon ganz anders aus. Da wird doch eher davon ausgegangen, dass nun gleich eine Schnittentbindung (Sectio) geplant wird. Aber möglich, wenn auch selten, ist es auch spontan. Eine dieser Ausnahmen ist Marleen. Ihren Geburtsbericht hat sie mir zur Verfügung gestellt.

Marleen ist Mutter von drei Kindern. Die ersten Beiden kamen per Kaiserschnitt zur Welt. Bei der Geburt der einen Tochter kam es nach dem Setzen der PDA zum Geburtsstillstand, was sehr schade ist, denn der Muttermund war bereits nach zwei Stunden vollständig eröffnet. Während ihrer zweiten Schwangerschaft lagerte sie 20 kg Wasser ein und ihr wurde gesagt, dass sie es gar nicht erst spontan versuchen bräuchte – dass bringe eh nichts. Auch das ist wirklich schade, denn ohne Wehen lässt sich schwerlich voraussagen, wie sich ein Muttermund wohl unter der Geburt verhalten wird. Damals traute sie sich nicht zu widersprechen und willigte dem geplanten Kaiserschnitt ein.

Nach den Geburten freute sie sich zwar über zwei gesunde Mädchen, jedoch blickte sie wehmütig zurück: Ihr fehlten die Geburtserlebnisse, das Ankommen und Beschnuppern. Bei der zweiten Geburt bekam sie ihre Tochter sogar schon gebadet und angezogen überreicht. Das machte sie richtig wütend. Der Anfang fehlte ihr. Weiterlesen

Kein Geld für Hebammenhilfe nach Fehlgeburt? – Ein Irrtum und seine Shitstormgeschichte

Steht einer Frau nach einer Fehlgeburt eigentlich Hebammenhilfe zu?
Auf vielfachen Wunsch schreibe ich nochmal den Verlauf meines kleinen Krankenkassenabrechnungs-Skandals – der auf Twitter seinen Lauf nahm – hier im Blog nieder:
Vor kurzem löste ich, aus Versehen, einen kleinen Social-Media-Shitstorm aus. Ich ärgerte mich eines Morgens unsäglich über einen Brief der Barmer-GEK. Sie teilten mir mit, dass sie eine Rechnung über erbrachte Hebammenleistungen nicht bezahlen würden. Ich setzte einen kleinen Ärger-Tweet in die Welt, um mich abzureagieren und ging (vermutlich unbezahlt) arbeiten. Drei Hausbesuche später – ich wunderte mich schon, warum mein Handy ständig brummte – war der Tweet viral gegangen. Und gegen die Barmer-GEK lief bereits der besagte Shitstorm. Ich hatte diverse Mailanfragen von Reportern und mein Mann versuchte mich bereits mehrfach anzurufen, weil auch zu Hause die Telefone heiß liefen.
Aber was war eigentlich passiert? Weiterlesen

Die kleine Geburt: Ein (Fehl)-Geburtsbericht

In diesem Artikel geht es um eine Fehlgeburt in der frühen Schwangerschaft. Ich habe lange überlegt, ob ich dieses Thema hier bearbeiten möchte, denn ich will damit natürlich niemandem unnötig Angst machen. Aber es ist nun mal eine Tatsache, dass Fehlgeburten vorkommen – und das leider gar nicht mal so selten. In sofern ist es ein Thema, das eine Vielzahl von Frauen betrifft und damit auch für diesen Blog relevant ist.
Bitte überlegt euch an dieser Stelle, ob ihr hier und jetzt weiter lesen möchtet, denn es folgt, neben einer kurzen thematisch, einleitenden Abhandlung, auch ein detaillierter Geburtsbericht. Weiterlesen

Geburtsbericht: Sternenkind Noah

Achtung, in diesem Geburtsbericht geht es um ein totgeborenes Baby – ein sogenanntes Sternenkind. Es ist, wie ich finde, ein emotional aufwühlender Beitrag und ich möchte nicht, dass ihr aus versehen darüber stolpert. Bitte entscheidet an diesem Punkt bewusst, ob, wann und wo ihr diesen Artikel lest.

„Hebamme – Das ist ja ein schöner Beruf!“

„Immer hast Du mit freudigen Ereignissen zu tun.“ So ist die weit verbreitete Außensicht auf den Hebammenberuf. Und wirklich, nach der großen Anstrengung und dem Geburtsschmerz kommt die Freude der Familien, an der auch ich großen Anteil habe, bzw. nehme. Es ist immer wieder schön dabei sein zu dürfen, wenn das neue Familienmitglied Willkommen geheißen wird. Die ganze Anspannung fällt ab und das Baby wird in die Arme geschlossen – ein oft magischer Moment!

Schattenseite

Bei ungefähr vier von 1000 Schwangerschaften wird ein Baby „still“ geboren. Ein Baby, das tot geboren wird und mehr als 500 Gramm wiegt, wird als Totgeburt bezeichnet – unterhalb dieser Grenze spricht man von Fehlgeburt.
Wenn ein Kind im Bauch stirbt, dann ist plötzlich alles anders. Dann scheint die Zeit still zu stehen und jedes Wort wirkt fehl am Platz. Trauer ist plötzlich da, wo doch Freude sein sollte.

Wie begleitet man eine Frau bei der Geburt, die ein totes Kind zur Welt bringen muss? Wie motiviert man, wenn man doch weiß, dass die Belohnung der Mühen schal sein wird? Wie gestaltet man eine Ankunft, die zugleich ein Abschied ist. Und noch wichtiger: Wie hilft man der Mutter, das Ereignis von Geburt und Abschied so zu gestalten, dass sie damit gut leben kann? So, dass es trotz aller Trauer ein gutes Geburtserlebnis wird?
Das ist sehr schwer – aber zu schaffen. Weiterlesen