Geburtsbericht: Sternenkind-Noah

Geburtsbericht: Sternenkind Noah

Achtung, in diesem Geburtsbericht geht es um ein totgeborenes Baby – ein sogenanntes Sternenkind. Es ist, wie ich finde, ein emotional aufwühlender Beitrag und ich möchte nicht, dass ihr aus versehen darüber stolpert. Bitte entscheidet an diesem Punkt bewusst, ob, wann und wo ihr diesen Artikel lest.

„Hebamme – Das ist ja ein schöner Beruf!”

“Immer hast Du mit freudigen Ereignissen zu tun.“ So ist die weit verbreitete Außensicht auf den Hebammenberuf. Und wirklich, nach der großen Anstrengung und dem Geburtsschmerz kommt die Freude der Familien, an der auch ich großen Anteil habe, bzw. nehme. Es ist immer wieder schön dabei sein zu dürfen, wenn das neue Familienmitglied Willkommen geheißen wird. Die ganze Anspannung fällt ab und das Baby wird in die Arme geschlossen – ein oft magischer Moment!

Schattenseite

Bei ungefähr vier von 1000 Schwangerschaften wird ein Baby „still“ geboren. Ein Baby, das tot geboren wird und mehr als 500 Gramm wiegt, wird als Totgeburt bezeichnet – unterhalb dieser Grenze spricht man von Fehlgeburt.
Wenn ein Kind im Bauch stirbt, dann ist plötzlich alles anders. Dann scheint die Zeit still zu stehen und jedes Wort wirkt fehl am Platz. Trauer ist plötzlich da, wo doch Freude sein sollte.

Wie begleitet man eine Frau bei der Geburt, die ein totes Kind zur Welt bringen muss? Wie motiviert man, wenn man doch weiß, dass die Belohnung der Mühen schal sein wird? Wie gestaltet man eine Ankunft, die zugleich ein Abschied ist. Und noch wichtiger: Wie hilft man der Mutter, das Ereignis von Geburt und Abschied so zu gestalten, dass sie damit gut leben kann? So, dass es trotz aller Trauer ein gutes Geburtserlebnis wird?
Das ist sehr schwer – aber zu schaffen.

Noah – Das Sternenkind

Deborah, eine Leserin des Hebammenblogs, hat mir von ihrem Sternenkind Noah berichtet. Davon, wie sie in der Schwangerschaft von Noahs Tod erfuhr, bis zu seiner Beerdigung. Ich darf ihre Geschichte hier mit euch teilen, weil sie findet, dass das Thema Fehl- bzw. Totgeburten zu wenig zur Sprache kommt. Und weil die Geburt von Noah, so unglaublich traurig sie auch war, auf ihre Weise einen Zauber inne hatte und so friedvoll war. Sie möchte damit anderen Frau helfen, sich für dieses Thema zu sensibilisieren. Sie will auch darstellen, dass natürlich jedes gesunde Kind ein Wunder ist, aber auch eine „stille Geburt“, so paradox es klingen mag, schön sein kann. Und bestimmt ist das auch ein Teil ihrer eigenen Trauerarbeit.
Ich fühle mich äußerst geehrt, dass sie dafür diesen Ort gewählt hat und danke ihr dafür sehr!
Hier kommt Deborahs Geburtsbericht, wie immer, mit kleinen Anmerkungen von mir (in lila):

Guter Hoffnung

Wir sind voller Vertrauen in die Natur in unsere erste Schwangerschaft gegangen. Fest in dem Glauben, dass wir ein gesundes Kind zur Welt bringen werden. Daran, dass es nicht so sein wird, haben wir nie gedacht. Voller Vorfreude habe ich mich der Schwangerschaft hingegeben. Jeden Tag mit unserem Kind unglaublich genossen. Alle Vorsorgeuntersuchungen bei meiner Frauenärztin waren völlig unauffällig. Nur sein Gesicht hat er immer hinter seinen kleinen Händchen verborgen. Wer weiß, vielleicht hat er es absichtlich gemacht.
Meine Frauenärztin sagte mir am Anfang der Schwangerschaft schon, dass sie uns zum Organultraschall überweisen würde. Das macht sie bei allen, weil die 3D Aufnahmen so schön seien.

Zum Thema Nutzen und Problematik des Organultraschalls habe ich ausführlich im Artikel „Feindiagnostik –  Babyfernsehen oder Fehlersuche“ berichtet. 

Wir wussten ziemlich schnell, dass wir nicht hingehen wollten, denn natürlich sind es schöne Bilder die entstehen können, aber im Vordergrund steht doch die Suche nach irgend welchen Fehlern bei unserem Kind und für uns stand fest: Wir möchten es, so oder so, auf jeden Fall. Außerdem gab es in unseren Familien keine bekannten Krankheiten oder Ähnliches, so dass wir uns nicht verunsichern lassen wollten. Trotzdem machten wir den Termin dort und ließen uns die Möglichkeit weiterhin offen. Ganz unerwartet und plötzlich wollte ich, ein paar Tage vorher, dann doch hin gehen. Damals begründete ich das damit, schöne Bilder für die Familie zu Weihnachten haben zu wollen. Heute denke ich, ich habe geahnt, was wir erfahren würden.

Keine Herztöne

Leicht aufgeregt saßen wir also dann im Wartezimmer dieser Ärztin. Im Behandlungsraum wurde zunächst ein Stammbaum von unseren Familien aufgezeichnet und markiert wer wann woran gestorben war und ähnliches. Sie stellte fest, dass bei uns nichts Bedenkliches vorliegt und begann mit dem Ultraschall. Mein Mann hatte sich noch nicht ganz hingesetzt, da starrte sie uns an und sagte: „Ihr Baby ist tot“.
Diesen Satz und ihre Stimme werde ich wahrscheinlich nie wieder vergessen. Sie schaltete das Gerät aus und sagte, sie würde uns erst einmal einen Moment alleine lassen. Für uns brach eine Welt zusammen. Völlig verzweifelt saßen wir in diesem Raum. Irgendwann kam jemand und brachte uns etwas zu trinken und die Ärztin klärte uns darüber auf, wie es nun weiter gehen würde. Wir müssen ins Krankenhaus und unseren Sohn zur Welt bringen. Gleich heute, sagte sie.

Dies muss nur in seltenen Fällen so sein. Wenn die Entzündungswerte im Körper der Frau normal sind, spricht nichts dagegen erst mal abzuwarten und diesen Befund etwas sacken zu lassen. Es besteht also nicht immer akuter Handlungsbedarf. Manche Frauen brauchen ein bis zwei Tage, um das Kind wirklich gehen lassen zu können. Sie fühlen sich ja noch genau so schwanger wie bisher.
Einige Frauen bekommen aber auch Panik und wollen das Kind aus sich raus haben – sofort!
So oder so, kann man mit dem Klinikteam immer in Ruhe besprechen, wie vorgegangen werden soll.

Draußen rief ich als allererstes meine Beleghebamme an. Sofort beruhigt sie uns: Wir müssen ihn nicht heute auf die Welt bringen, sagte sie. Wenn im Krankenhaus festgestellt wird, dass meine Entzündungswerte im Körper ok sind, dann können wir noch bis morgen warten. Jedoch sollten wir erst einmal ins Krankenhaus fahren und das abklären lassen. Sie telefonierte mit dem Krankenhaus und machte für uns um 13 Uhr einen Termin aus, bei dem sie uns begleitete.

Total unter Schock fuhren wir nach Hause. Zuhause angekommen, stand ich vor der großen Frage: „Was muss ich mitnehmen? Was brauchen wir, falls wir direkt da bleiben werden?“ Es war noch viel zu früh für einen Geburtsvorbereitungskurs gewesen und so hatte ich noch keine Ahnung.

Untersuchung in der Klinik

Nachdem wir das Nötigste eingepackt und die ersten uns nahestehenden Menschen informiert hatten, fuhren wir ins Krankenhaus. Dort angekommen erwartete uns im Flur schon unsere Hebamme. Nach einer innigen Umarmung begleitete sie uns auf ein Einzelzimmer der gynäkologischen Station. „Hier habt ihr Ruhe und uns begegnen keine anderen Frauen mit ihren gerade geborenen Kindern“ meinte sie.
Nun standen eine Blutabnahme und noch ein letzter Ultraschall an. Mit einem letzten Funken Hoffnung starrten wir auf den Bildschirm – doch natürlich hatte sich die Ärztin nicht vertan und erneut wurde Noahs Tod festgestellt. Aber auch diese Ärztin konnte nicht erkennen, warum unser Kind gestorben war. Er hatte immer noch die Hände vor dem Gesicht.

Die Blutuntersuchung ergab, dass meine Entzündungswerte noch total in Ordnung sind und so durften wir entscheiden, wann wir die Geburt einleiten wollen. Mit dieser Möglichkeit total überfordert, beratschlagten wir uns mit unserer Hebamme und beschlossen gleich zu beginnen. Ich konnte mir so oder so nicht vorstellen, dass ich die Geburt schaffe und wollte einfach nur, dass es vorbei ist. Klar hätten wir Zuhause die Information erst einmal sacken lassen können, aber ich glaube, das hätte meine Angst vor der Geburt nur verstärkt.

Ich denke, hier gibt es kein Richtig und kein Falsch. Auch eine Einleitung braucht ja ihre Zeit. Das kann schon mal zwei Tage dauern, aber eben auch schnell gehen.

Vor der Geburt konnte ich überhaupt nicht verstehen, wieso sie ihn nicht einfach mit einem Kaiserschnitt rausholen können. Heute macht man doch oft einen Kaiserschnitt und in solchen Fällen wollen sie plötzlich eine normale Geburt!? Das konnte ich nicht nachvollziehen und mir auch nicht vorstellen, woher ich denn die Kraft für die Geburt hernehmen sollte. Mir fehlte die Motivation und die Vorfreude auf unser Kind, die man sonst hat, wenn es geboren wird. Mit ein bisschen Abstand ist mir im Nachhinein aber völlig klar, dass es zur Verarbeitung unverzichtbar ist und auch der Körper nur so erst bemerken kann, dass die Schwangerschaft hier beendet ist.

Ja, ich glaube auch, dass es für den Abschieds- und Trauerprozess wirklich viel besser ist, das Kind auf normalem Wege zu bekommen. Bei einem Kaiserschnitt ist das Ende der Schwangerschaft sicherlich noch abstrakter.

Geburtseinleitung

Also legte ich mich in unser Einzelzimmer und bekam das erste Zäpfchen, das die Geburt einleiten sollte. Die Hebamme ging noch einmal nach Hause, um sich für die Geburt auszuruhen.

Der Körper „merkt“ oft gar nicht, dass es an der Zeit ist das Kind los zu lassen und produziert von allein keine Wehen. Deshalb muss die Geburt also künstlich eingeleitet werden.

Während wir auf die ersten Wehenanzeichen warteten kam gleich die nächste zu treffende Entscheidung auf uns zu: Wollen wir Noah nach der Geburt obduzieren lassen? „Nein!“ war unsere erste Reaktion. Wir wollten nicht, dass er völlig auseinander genommen wird. Und dabei beließen wir es. Erst Wochen danach haben wir neue Informationen erhalten und wissen jetzt, es wäre auch möglich gewesen ihm nur Blut abzunehmen, was Aufschluss über seinen Tod hätte geben können.

Es ist natürlich eine schreckliche Vorstellung das Kind obduzieren zu lassen. Es kann aber auch sein, dass es einen später quält eben nicht zu wissen, ob es einen konkreten Grund gab. Manchmal wird dies aber auch mit der Obduktion nicht heraus gefunden. Eine schwere Entscheidung. Während des Klinikaufenthalts wird man mit all diesen Fragen zwangsläufig und nach und nach konfrontiert.

Eine Freundin und unsere Mütter kamen und gingen, halfen atmen und waren einfach da. Meine Schmerzen im Rücken und Unterleib wurden immer stärker und ich lernte, dass das dann wohl die Wehen waren. Sie kamen aber bis zum Ende eher nicht in Schüben, sondern waren fast immer gleich stark da. Unsere Trauer war komplett aufgeschoben. Wir konzentrierten uns beide nur auf die Geburt. Mittlerweile war es Nacht – der Besuch ging.

Stille Geburt

Mein Mann massierte mir den Rücken, was für mich eine absolute Wohltat war. Alle drei Stunden bekam ich wieder ein neues Zäpfchen, weil der Muttermund sich noch nicht weit genug geöffnet hatte.
Um vier Uhr wurden die Schmerzen stärker. Mittlerweile hatte ich fünf Zäpfchen bekommen. Ich hatte Ausfluss, den ich nicht mehr halten konnte –  ganz schön unheimlich. Mein Mann rief die Hebamme an. Die Ärztin kam. Sie tastete den Muttermund und stellte fest, dass dieser jetzt weit genug geöffnet war. Für Noahs Größe reichten schon fünf Zentimeter. Ich fragte nach einer PDA und sie rief den Anästhesisten, damit der mir erklären kann, wie die Betäubung aussieht. In der Zwischenzeit wurde ich in meinem Bett in den Kreissaal gefahren. Komischerweise war dieser ganz leer – keine anderen Frauen, die ein Kind zur Welt brachten.
Die Hebamme kam. Was ein Glück. Sie tastete auch noch einmal meinen Muttermund und sagte, dass es nicht mehr lange dauern wird. Ich brauche keine PDA mehr, meinte sie. Sie wusste aus den Vorgesprächen schon, dass ich eigentlich gar keine wollte.

Überall sind Kerzen angezündet worden, das Licht war leicht gedämpft. Es war eine beruhigende, schöne Atmosphäre. Jetzt waren wir mit unseren Hebammen alleine. Zur Verstärkung hatte sie sich eine zweite aus dem Team mitgebracht, die wir aber auch schon aus den Vorgesprächen und Vorsorgeuntersuchungen kannten.

Leise presste ich auf Kommando der Hebammen. Sie halfen mir sehr, denn ich spürte auf Grund der Kindsgröße kaum einen Druck und ich presste gefühlt ins Leere. Die Hebammen saßen ganz ruhig neben uns. Die eine streichelte sanft meinen Arm, die andere veratmete mit mir die Wehen. Mein Mann war ganz dicht bei mir und hielt meine Hand.

Dann plötzlich war er da und alle aufgestaute Trauer kam hinaus. Laut weinten wir.
Die Frauenärztin kam herein. Bisher stand sie draußen auf dem Flur. Ich fand es schön, dass sie uns mit den Hebammen allein gelassen hat. Noah wurde abgenabelt und erst einmal hinausgebracht. So war es abgesprochen.

Die Schmerzen waren sofort vorbei. Jetzt warteten wir noch auf die Plazenta. Die sollte sich lösen. Sie kam aber auch nach zehn Minuten nicht und ich bekam schon wieder ein Wehenzäpfchen. Nach kurzer Zeit kamen die Schmerzen wieder. So ein Mist, dachte ich. Ich presste, aber die Plazenta rührte sich nicht. Also gaben wir auf – muss sie halt bei der Ausschabung mit raus, die sollte eh gleich gemacht werden.

In dieser frühen Woche – Noah kam in der 21. SSW – wird nach der Geburt in der Regel eine Ausschabung gemacht, da sonst Reste der Plazenta zurück bleiben und zu einer Infektion führen könnten.

Noah

Endlich konnten wir Noah sehen. Ganz einfühlsam bereiteten die Hebammen uns darauf vor, dass er anders aussieht, als wir uns das vielleicht vorgestellt haben. Sie vermuteten, dass er einen Genfehler hatte. Angst und Sorge machten sich breit, sich vor seinem eigenen Kind zu erschrecken. Doch wir wollten ihn sehen. Aber nun wussten wir, warum er sein Gesicht immer hinter seinen Händen verborgen hielt.

Man sollte sich sein Kind immer ansehen. Es ist nie so schlimm, wie die Vorstellungen sein werden,  die man sich sonst später im stillen Kämmerlein macht. Und gehört vor dem Abschiednehmen nicht immer erst mal das Kennenlernen dazu?

In einen Korb gebettet und mit einem Tuch überdeckt brachten sie ihn rein. Erst einmal schauten wir uns seine kleinen Hände und Füßen an und waren überwältigt. Er war so klein und zart, so verletzlich. Ganz friedlich lag er da, die Arme neben dem Körper, die Hände ganz offen gen Himmel zeigend. Für mich zeigte diese Haltung immer das völlige Vertrauen. Der Körper offenbarte sich vollkommen. Vielleicht hat er gespürt, dass wir ihn unendlich geliebt haben und ihn gewollt hätten, egal wie er auf die Welt gekommen wäre.

Mit dem „Moseskörbchen“ wird den Eltern das Ansehen erleichtert. Erst können sie das Körbchen, in dem das Kind in Tücher eingepackt liegt, halten. Gerade wenn das Baby nicht aussieht wie erwartet, können sie sich vorsichtig an das Kind heran tasten. Vielleicht erst ein Händchen anschauen oder einen Fuß. Sie bestimmen das Tempo und dosieren selber, was sie aushalten können.

Sein Gesicht sahen wir uns zunächst einmal auf einem Foto an. Er hatte eine ganz starke Lippen- Kiefer- Gaumenspalte und die Ohren waren an sehr unterschiedlichen Stellen. Eins an der übliche Stelle und eins viel weiter unten. Wie bei allen Kindern in diesem Alter, war seine Haut noch durchscheinend. Das heißt, man konnte alles darunter liegende sehen, woran man sich auch erst einmal gewöhnen musste. Aber trotzdem sah er irgendwie glücklich aus, ein bisschen frech. „Das ist unser Sohn“, dachte ich, voll Liebe, als ich mich etwas an den Anblick gewöhnt hatte.

Abschiede

Die Hebammen begleiteten mich in den OP. Mein Mann blieb bei unserem Sohn und verabschiedete sich in aller Ruhe im Kreissaal. Später kamen unsere Mütter und auch sie verabschiedeten sich von ihrem Enkel.
Einige Stunden nach der OP ließ ich mich aus dem Krankenhaus entlassen. Wir wollten einfach nur nach Hause. Vorher wollten wir aber Noah ein letztes Mal sehen und ließen ihn uns noch einmal ins Zimmer bringen. Wir versuchten jedes Detail aufzusaugen. Jede Kleinigkeit von ihm. Dann gingen wir.

Epilog

Eine Woche später wurde Noah beerdigt. Er liegt jetzt bei seiner Uroma mit im Grab. Sie passt bestimmt gut auf ihn auf.
Unsere wichtigsten Gedanken und Wünsche haben wir in einem Brief verfasst und ihn mit ins Grab geworfen. Jetzt ist er ein Stern am Himmel.
Es sind seit seiner Geburt sechs Wochen vergangen und uns geht es besser. In den Alltag zurückzukehren war schwer. Wir haben uns Zeit genommen. Sind nach Weihnachten erst einmal eine Woche ans Meer gefahren, um die Gedanken neu zu ordnen. Aber langsam geht es uns besser. Für unsere Trauer haben wir einen Platz gefunden. Zuhause haben wir ein Regal im Esszimmer eingerichtet. Darin steht ein Foto von ihm, sein Namenskettchen aus dem Krankenhaus und das Tuch, in das er eingewickelt worden war. Die Hebammen sind so oft wie wir wollten gekommen. Haben nicht nur nach der Rückbildung der Gebärmutter geguckt, sondern uns geduldig zugehört und die richtigen Fragen gestellt, um alles langsam zu verarbeiten. Nicht zuletzt haben wir großartige Freunde und eine Familie, die uns in unserer Trauer bis heute begleiten. Noah ist und bleibt fest in unserem Herzen, er ist ein Teil von uns, auch wenn er nicht bei uns sein kann.

Liebe Deborah, ich danke Dir für Deinen berührenden, persönlichen und sehr intimen Bericht!


Trauerarbeit

Wir erleben in der Klinik immer wieder, wie wichtig es für die Eltern ist, ihr totgeborenes Kind in Ruhe kennen zu lernen. Manche Eltern können das schon gleich nach der Geburt, andere brauchen einen Tag Zeit, um dafür bereit zu sein. Und manche Eltern kommen viele Male. Es ist möglich das Kind mit ins eigene Zimmer zu nehmen und, wenn es gewünscht wird, kann in den meisten Bundesländern auch veranlasst werden das totgeborene Kind für 36 Stunden mit nach Hause zu nehmen.

Es ist wichtig dem Kind einen Namen zu geben, zu erfahren wie viel es wog und wie groß es war. Wir machen Fotos vom Kind, nehmen Fußabdrücke und füllen Geburtskärtchen und Namensbändchen aus. Diese kleinen Erinnerungsstückchen sind gut für die Trauerarbeit. Denn so wie die Erinnerungen an das Kind immer ein Teil von einem sein werden, ist es ebenfalls sehr wertvoll etwas Reales von ihm als Andenken zu behalten. Ebenso wervoll ist ein passender Ort für die Trauer.

Status Sternenkind

Laut Personenstandsrecht dürfen auch Sternenkinder beim Standesamt als „geboren“ beurkundet werden und Eltern dürfen sich dann offiziell auch Eltern nennen. Für viele Betroffene ist das ein, wie ich finde, nachvollziebar wichtiger Akt.
Auf Friedhöfen gibt es „Sternenwiesen“, wo  diese Kinder die letzte Ruhe und ihre Eltern einen Ort für ihre Trauer finden können.

Tips für Angehörige und Freunde

Natürlich ist es schwierig mit der Trauer und vor allem mit den Trauernden umzugehen. Es hilft aber, sich nicht etwa aus Unsicherheit zurück zu ziehen, sondern viel mehr da zu sein, die Trauer auszuhalten und anzuerkennen. Das ist für die Trauernden meist sehr hilfreich.
Trauernde reagieren nachvollziehbar und zu Recht allergisch auf Sätze wie: „Ach komm, du bist doch noch jung, du kannst ja noch andere Kinder haben.“ Oder: “Du wirst schon darüber hinweg kommen.“ Das klingt krass, kommt aber leider deutlich häufiger vor, als man denkt.

Trauer braucht ihren Raum, ihre Zeit und man kann sie nicht wegreden – sie gehört zum Leben einfach dazu.

Weiterführende Infos & Anlaufstellen

 



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40 Antworten
  1. Lisa
    Lisa sagt:

    Du hast das so schön geschrieben und ich muss noch mal sagen wie furchtbar stolz ich auf dich bin, dass du das so gut gemacht hast!

    Antworten
  2. Katharina
    Katharina sagt:

    Liebe Deborah, liebe Jana!

    Vielen Dank für diesen Geburtsbericht.
    Auch mein Mann und ich haben zwei Sternenkinder. Unser Sohn wurde in der 19. SSW geboren. Sein Geschwisterchen hat sich leider in meinem Eileiter eingenistet und durfte nur sehr kurz bei uns sein. Morgen hat unser kleiner Junge seinen dritten Sternengeburtstag. Die Zeit vor diesem Tag ist für mich immer schwer. Aber im Februar planen wir unsere erste ICSI Behandlung, damit wir auch ein Kind hier unten in den Armen halten können. Weil ich micht sehr darauf freue lese ich gerade mit Begeisterung Janas Blog. Nun konnte ich angesichts des morgigen Tages nicht schlafen und dachte mir, ich schaue zur Aufmunterung mal ob es einen neuen Eintrag gibt.

    Und da ist er. Dieser Geburtsbericht, in dem ich mich so wiederfinde. Der sich genauso traurig und zugleich schön anhört, wie ich das was ich erleben musste bzw. durfte.
    Obwohl ich ihn mit Tränen in den Augen gelesen habe, habt ihr beide es geschafft mich aufzumuntern. Vielen vielen Dank dafür.

    Katharina

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagt:

      Liebe Katharina, vielen Dank für Deine lieben Worte. Es freut mich sehr, dass Du hier gerne liest und und vor allem, dass Dich der – doch eigentlich sehr traurige – Bericht aufmuntern konnte.
      Ich wünsche Dir alles Gute für die Behandlung.

      Antworten
  3. Ines
    Ines sagt:

    Wahrhaft traurig und schön zugleich dieser Bericht! Verdient meine Anerkennung, ich wäre nicht so stark gewesen glaube ich. Frage vielleicht eher an die Hebamme(n): Was würde denn der Körper einer Schwangeren in dieser Situation ohne Geburtseinleitung tun? Gäbe das eine Schwangerschaftsvergiftung oder eine Totgeburt von alleine nur später? Wäre frau in früheren Zeiten gestorben oder hat die Natur auch dafür was vorgesehen?

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagt:

      Liebe Ines,
      Es gibt sehr unterschiedliche Verläufe:
      Manchmal reagiert der Körper mit Wehen.
      Manchmal bleiben Kind und Plazenta in der Gebärmutter, die Schwangerschaftshormone verschwinden und weiter passiert erst mal nichts. Die Angst vor einer Vergiftung ist in der Regel erst mal unbegründet, so lange die Fruchtblase noch intakt ist.
      Es erhöht sich das Risiko aber mit der Dauer. Dann kann es zu bestimmten Prozessen kommen, die für die Mutter gefährlich werden können.
      Durch unsere häufig, stattfindende Schwangerschaftsvorsorge ist es aber sehr unwahrscheinlich, dass so ein Verlauf unerkannt bleibt.
      In früheren Zeiten hätte das sicher manchmal ganz anders aussehen können.

      Antworten
  4. ivonne
    ivonne sagt:

    es ist so traurig aber dennoch freue ich mich für dich das du solch einen schönen abschid von deinem mäuschen hattest!!! ich habe leider eine ganz schreckliche erfahrung machen müssen bei mir lief es wie folgt ab: mein mann und meine tochter 5 jahre gingen ganz normal zum vorsorgetermin ich war in der 20. ssw ich lag da und meine frauenärztin legte den ultraschall an und ich wusste in diesem moment jetzt passiert etwas schlimmes! sie glitt über meinen bauch und da ich hab es sofort gesehen und nun sagte sie den wohl schlimmsten satz meines lebens : es tut mir leid aber ich kann keinen herzschlag erkennen!!! mein herz blieb stehen ich schrie so laut ich nur konnte doch ich musste auch ganz schnell wieder stark sein denn meine kleine maus war ebenfalls da und sie fing an zu weinen denn sie hat gleich mitbekommen ihr geschwisterchen ist gestorben also tröstete ich sie und erklärte ihr alles! dann brachten wir sie zu meinen eltern und fahren danach gleich nach hause um ein paar sachen zu packen für das krankenhaus!dort angekommen wurde noch ein ultraschall gemacht voller hoffnung dachte ich vielleicht lebt es ja noch aber nein dem war nicht so !ich habe meinen bauch ignoriert und wollte das sie es aus mir rausholten!ich lag im bett und hoffte das die wehen doch endlich losgehen sollten aber es tat sich nichts !mitten in der nacht berührte ich meinen bauch und haben mich endlich von meinem mäuschen verabschiedet ihm gesagt das ich es über alles liebe und das es zeit ist zu gehen das ich lieber hier gehabt hätte aber das es nicht so sein sollte!!!! keine zehn min später ging es los und man brachte mich in den kreissaal wo eine werdende mutter nach der anderen am ctg lag und meine schreckliche hebamme vom kkh die tür von meinem zimmer IMMER offen stehen lies und ich semtliche herztöne anderer babys hörte geschweigedenn eine geburt mitbekahm!!! irgendwann kahm die hebamme tastete mich von unten ab und versuchte an dem kind zu ziehen da es schon ziehmlich lange dauerte und ich mittlerweile drei wehen tropf bekahm und sich nichts tat ausser das ganz viel aussfluss kahm dann sagte sie mir sie spühre die beinchen und wollte mir aufzwingen das wenn das kind kommt das ich ich mir mein kind ansehen muss was ich aber nicht wollte da der schmerz zu gross war ! sie sagte es immer und immer wieder und mal wieder als sie dann wieder raus ging liess sie wieder die tür offen stehen und ich hörte wieder den herzschlag eines kindes und meine trauer wurde immer grösser !!! schliesslich kahm dann ein arzt und sagte mir das die gebärmutter mit der geburt fertig sei und das aber mein kind nicht raus kommen will oder kann schliesslich untersuchte er mich und stellte fest das mein mäuschen quer liegt undas es besser wäre mich in narkose zu legen und es dann raus zu ziehen ! es wurde gemacht und anschliessend die aussschabung !noch am selben abend versuchte eine liebevolle nachtschwester uns zu überreden uns unser mäuschen an zu sehen aber ich konnte es einfach nicht !am nächsten morgen sagte mir mein arzt das unser mäuschen ein gen fehker hatte und sehr schwer krank war und das deshalb das herz stehen blieb! wir könnten uns aber jetzt leider nicht mehr das kind anschauen da es in der rechtsmedizin wäre !wir waren glücklich das uns mal keiner zwingen wollte uns unser kind an zu sehen ! meine seelsorgerin war das beste was uns passieren konnte da sie uns die zeit gelassen hatte die wir brauchten am 12.12.2012 wurde unser mäuschen still geboren und sie rief uns am 02.01.2013 rief sie uns an wie wir unser muckel denn beerdiegen möchten ob alleine oder mit anderen sternenkindern im november 2013 !ich sagte mit den den anderen kindern zusammen und legte auf aber mir schnürrte es die kehle zu und reif sie gleich wieder an und sagte ihr nein ich möchte es alleine beerdiegen und ganz plötzlich merkete ich wie schlecht es mir geht weil ich mir mein mäuschen nicht mehr angeschaut habe und ich fragte ob ich mein muckel noch mal sehen könnte und sie sagte JA das wohl schönste wort in diser taurigsten zeit !!! am tag der beerdiegung sassen wir da und ich öffnete den deckel und sah mir mein wunderschönes kind an es war so unfassbar vollkommen aber mann sah auch wie sehr krank es war ( trisomie 18 wasserkopf gaumenspalte wollfkrallen finger fehlt rücken offen usw.) jetzt begriff ich das unser mäusschen es entschieden hat zu gehen und niemand anders! ich nahm es in den arm und gab es einen letzten kuss und sagte adiö mein sternchen mami wird dich niemals vergessen undwenn wir unsere zeit nicht hier zusammen verbringen dürfen dann werden wir es halt im himmel zusammen verbringen und vergiss nie mami liebt dich mehr als ihr eigenes leben!!! danke fürs zu hören und sorry für den langen txt liebe grüsse eure ivonne

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    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagt:

      Liebe Ivonne,
      vielen Dank für Deinen Bericht, der mich unglaublich traurig, aber auch wütend gemacht hat. Es tut mir so leid, was Dir widerfahren ist!
      Bitte schicke den Text auch an die Klinik! Vielleicht hilft es anderen Frauen, die zukünftig dort behandelt werden.
      Meine aufrichtige Anteilnahme!

      Antworten
  5. Iris
    Iris sagt:

    Danke für diesen und den Artikel über die Feindiagnostik, beide haben mich zum passenden Zeitpunkt erreicht.
    Nein ein Sternenkind habe ich nicht bekommen aber ein Baby mit einem seltenen Gendefekt.
    Wir stecken noch mitten drin in der Geschichte, erst heute durften wir unsere Tochter nach 2 1/2 Monaten Krankenhaus nach Hause nehmen.
    Wir sind überrascht wie gut sie sich entwickelt, haben aber immer im Hinterkopf das Kinder mit ihrem Syndrom selten älter als ein Jahr werden.
    Wir haben uns am Anfang der Schwangerschaft bewusst gegen Feindiagnostik entschieden weil wir nicht vor der Entscheidung stehen wollten ob wir ein Baby abtreiben sollen/wollen oder nicht. Bzw wir würden niemals ein Kind Abtreiben und mussten deswegen nicht wissen ob unser Kind behindert wird oder nicht.
    Mitte der Schwangerschaft wurde uns das Glück des Nichtwissens genommen, meine Frauenärztin bemerkte zuviel Fruchtwasser und schickte mich zum Zuckerbelastungstest, grenzwertig.
    Beim nächsten Ultraschall entdeckte sie das die Nabelschnur seltsam aus dem Bauch des Babys kam – also in meine Wunschentbindungsklinik zur Feindiagnose. Ein kleiner Bauchwanddefekt, nichts schlimmes, eigentlich, nur vorbei mein Wunsch einer Spontanenentbindung und auch nicht in dieser Klinik sondern in die Uniklinik. Nur die haben die Ausstattung ein Kind direkt zu operieren wenn nötig.
    Dort ging es erst richtig los mit dem Ultraschall, erst alle 2 Wochen, dann wöchentlich und am Ende alle 3 Tage bis zum geplanten Kaiserschnitt.
    Die Fruchtwassermenge wurde immer mehr. Weil der Bauchwanddefekt ein Hinweis auf Trisomie 18 sein kann und ein paar andere Kleinigkeiten auch auffällig waren wurde mir eine Fruchtwasseruntersuchung angeboten. Wollte ich nicht, lieber die Ungewissheit und ein Kaiserschnitt als eine nachgewiesene Trisomie mit natürlicher Geburt.
    Als das Fruchtwasser bei 6 Litern war konnte ich nicht mehr und ließ eine Entlastungspunktion durchführen, zwei Liter weniger und ich konnte mich wieder bewegen. Jetzt konnte auch der Gentest gemacht werden, der Schnelltest auf die üblichen Gendefekte war negativ.Wir waren kurzfristig erleichtert.
    Bis zum Kaiserschnitt…unsere Tochter wurde geholt und wollte nicht atmen.
    Wie es uns auf der Intensivstation ging und durch welches Gefühlschaos wir jetzt gehen eine nochmal so lange Geschichte.
    Wir sind froh das unser Mädchen endlich zuhause ist und sind gespannt wie es noch wird.

    Antworten
  6. Steffi
    Steffi sagt:

    Vielen Dank für diesen Bericht und deinen Mut, ihn mit uns zu teilen, liebe Deborah!
    An manchen Tagen bin ich fix und fertig, weil unser Mädchen nur schreit und durch nichts zufrieden zu stellen ist. Manchmal bin ich sogar ärgerlich, weil sie seit Stunden schreit. Dabei muss ich dankbar sein, für jede Sekunde, die ich mit ihr verbringen darf!
    Ein Kind ist ein Geschenk und ich bin so froh, dass du deinen Noah in so liebevoller Atmosphäre bekommen durftest und liebevolle Unterstützung erfahren hast!
    Von ganzem Herzen wünsche ich dir und deinem Mann alles erdenklich Gute!

    Und vielen Dank an Jana, die uns das Lesen dieses Berichtes hier ermöglicht hat!

    Antworten
  7. Ina
    Ina sagt:

    Du hast das so schön geschrieben…ich sitze weinend vorm Rechner und drück dich in Gedanken. Wünsche dir weiterhin viel Kraft, Liebe, Geborgenheit und dass jemand dich in den Arm nehmen und die Trauer mit dir teilen beziehungsweise aushalten kann.

    Antworten
  8. Olli
    Olli sagt:

    Unsere Tochter Marie wurde in der 23. SSW still geboren. Im April ist nun schon ihr dritter stiller Geburtstag. Die Schilderung zur Geburt eures Sohnes Noahs haben mich noch einmal in der Zeit zurück versetzt… unsere Erfahrungen sind da sehr ähnlich gewesen. Wir haben ebenfalls ein Foto unserer kleinen Maus im Wohnzimmer aufgestellt.
    Ich hätte mir niemals vorstellen können, dass ein so grausamer Tag eine so schöne und liebevolle Erinnerung in mir hervorrufen kann! Es ist kaum vorstellbar wie wenig über dieses Thema gesprochen wird und wie viele von diesem Schicksal dann doch “betroffen” sind. Die Zeit danach ist einfach so sinnlos und fühlt sich so vergeudet an. Meine Erfahrungen als Vater eines Sternenkindes sind zudem auch nicht nur von Mitgefühl oder Verständnis geprägt, leider. “Warum bleibst du denn jetzt so lange zu Hause?” ,diese Frage habe ich nicht nur einmal gestellt bekommen. Aber das ist nicht schlimm. Denn die Personen die es (zum Glück) nicht selbst erleben mussten, auch keinerlei Vorstellung haben können was die Geburt eines toten Kindes bedeutet und auslöst.

    Ich wünsche Euch für die Zukunft alles Gute und weiterhin viel Kraft. Und vielleicht kann ich euch auch ein wenig Mut machen: denn Marie hat inzwischen einen kerngesunden kleinen Bruder und wird in gut 10 Wochen noch eine kleine Schwester dazu bekommen! Dann sind wir schon zu fünft!

    Ein Artikel in dem ich uns zu 100% wiederfinde…. danke dafür.

    Antworten
  9. Diana
    Diana sagt:

    Vielen Dank, dass du den Mut hast, über die Geburt deines Sternenbabys zu berichten. In jeder Zeile spüre ich die Liebe und Verzweiflung, die du empfunden hast. Ich bin auch Mama eines Sternenbabys aus der 21. Woche und kann deine Gefühle absolut nachvollziehen. Es ist so wichtig, dass dieses Thema zur Sprache kommt, damit Betroffene sich mit ihrer Trauer nicht nur im stillen Kämmerlein auseinandersetzen müssen. Und damit Menschen, die es nicht betrifft, ein größeres Verständnis aufbringen. Sternenkinder sollten kein Tabuthema sein!

    Antworten
  10. Rebecca
    Rebecca sagt:

    Ich finde es total schön das du deine traurige Geschichte hier geschrieben hast. Ich weiß, das es bestimmt viele helfen wird!
    Ich habe meine 3. Tochter in der 20. SSW vor 10 Wochen still geboren. Es tut weh zu hören, das man in solch einer sensiblen Situation so plumpe Hebammen und Ärze zur Seite gestellt bekommt. Ich hatte das Glück eine ganz tolle und einfühlsame Hebamme gehabt zu haben. Sie kam die Tür rein und hat mich erstmal in den Arm genommen und sagte zu mir ” Ich finde es so toll, das du dich für dein Baby entschieden hast. Aber dein kleiner Engel hatte noch was anders vor. ” Man muss dazu sagen, das mein Baby einen Herzfehler hatte, den man aber operativ behandeln könnte. Sie hat mich das tempo während der Geburt bestimmen lassen und als mein kleiner Engel da war, hat sie mich auch ganz langsam an mein Baby herran geführt, weil ich davor Angst hatte.
    Was ich nochmal zu der Feindiagnostik sagen möchte ist, das ich persönlich diese Untersuchhung wichtig finde. Was einen aber immer bewußt sein sollte, auch wenn man schon gesunde Kinder hat und in der Familie keine Auffälligen Krankheiten sind, das die Untersuchung auch negative Befunde haben kann. Trotzdem kann man sich über diese Krankheit informieren und sich damit auseinander setzten, als das man nach der Geburt in eine unerwartete Situation gerrät.
    Mein kleiner Engel hat ein sehr großes Loch in meinen Herzen hinter lassen und es wird mit der zeit irgendwann kleiner, aber das Loch wird nie ganz zu gehen und das ist auch gut so! Es tut sehr weh und ich vermisse sie unendlich!
    Fühlt euch gedrückt und ich wünsche euch viel Kraft für die Zukunft!
    LG Rebecca

    Antworten
  11. Annett
    Annett sagt:

    Liebe Mamas, liebe Hebammen und Leserinnen und Leser!
    Ich bin durch Zufall auf diese Seite gestoßen. Ich bin auch Mama von zwei Kindern und habe viel Glück gehabt. Der Artikel und alle Berichte haben mich sehr berührt. Eigentlich war ich auf der Suche nach der Gestaltung für eine Sternenwiese. Ich bin Frtiedhofsverwalterin und habe durch Gespräche mit bekommen, dass es so etwas nicht wirklich in unserer Stadt gibt und verwaiste Eltern gern eine Anlaufstelle hätten. Ich möchte Ihnen dies ermöglichen, bin mir aber nicht sicher, was für Eltern in dieser Situation wichtig ist. Ich würde mich sehr freuen, wenn Ihr mir helfen würdet. Wie müsste eine Sternenwiese aussehen? Was ist wichtig ? Worauf sollte ich achten? Ich würde mich freuen, wenn der eine oder Andere Mut hat mir seine Gedanken diesbezüglich weiter zu geben.
    Vielleicht kann ich dadurch eine Sternenwiese schaffen, um allen trauernden Eltern in meiner Stadt (und Umfeld) einen Ort zu geben zum trauern.
    Ich danke Euch für Euer Verständnis und wünsche allen Kraft und alles Gute für die Zukunft !
    LG Annett
    meine Mail Adresse : buero@ksp-md-sued.de

    Antworten
  12. Deborah
    Deborah sagt:

    Hallo,

    da wir so liebe und viele aufbauende Reaktionen auf unsere Geburtsbericht bekommen haben,die uns unter anderem die nötige Kraft gaben es noch einmal zu versuchen ,möchten wir Euch heute mitteilen, dass am Sonntag unsere Tochte geboren wurde. Sie ist kerngesund und wie Glücklich wir sind, lässt sich nicht in Worte fassen.

    Liebe Grüße
    Deborah

    Antworten
    • Diana
      Diana sagt:

      Das freut mich sehr für euch! Nach einem Sternenbaby ein gesundes Kind zur Welt zu bringen, ist ein wunderschönes, heilendes Erlebnis. Ihr habt nun zwei Kinder – und ich bin sicher, ihr werdet dem Kind, das bei euch sein darf, alle Liebe der Welt geben – und dasjenige, das nicht bei euch sein darf, wird immer zu euch gehören und tief in euren Herzen wohnen.

      Antworten
    • Doris
      Doris sagt:

      Liebe Deborah.
      So traurig es war deinen doch wundervollen bericht zu lesen, umso mehr habe ich mich gefreut, zu lesen, dass noah eine kleine Schwester bekommen hat. Ich wünsche euch von Herzen alles Gute und Glück dieser Welt.Jedes Kind ist ein Geschenk und hinterlässt seine ganz eigenen fußspuren in unserem Herzen.

      Antworten
  13. lm
    lm sagt:

    Was bin ich froh, dass ich die Kommentare auch gelesen habe :-) herzlichen Glückwunsch. Ich habe die ganze SS nicht gewagt den Bericht zu lesen. Jetzt sind meine beiden schlafend auf meinem Bauch und ich habe ihn endlich gelesen. Ich denke es ist schön, dass Noah nicht einfach verschwindet sondern jetzt eine Schwester hat, die nach ihm fragen kann.
    Ich bewundere eure Stärke

    Antworten
  14. Kathrin
    Kathrin sagt:

    Hallo,
    schön zu lesen das ich nicht alleine bin. Die stille Geburt meines Sohnes bastus (22.woche)ist jetzt 8 tage her und wir beerdigen ihn Morgen, Ich weiß nicht wie Ich den Tag überstehen soll. Es kommt mir immer noch wie ein böser Traum vor und ich will einfach nur aufwachen und alles ist gut.

    Antworten
  15. caro
    caro sagt:

    Hallo, ich finde es gut das du darüber schreibst. Wir haben auch unseren Sohn Oskar vor drei Jahren in der 25. Woche verloren. Ich rede auch heute noch selbstverständlich darüber. Ich finde es wichtig und dieses Erlebte gehört zu unserem Leben. Ich hatte damals einen Blasensprung in der 20. Woche und wir konnten es bis zur 25. Woche rauszögern. Oskar wollte lieber schlafen. Ich war vier Wochen im Krankenhaus und dort habe ich ihn spontan geboren. Die Wehen ließen sich nicht aufhalten. Ich hatte ihn 7 Stunden im Arm gehalten und unsere beiden größeren Jungen kamen auch und haben sich von ihm verabschiedet. Er wird immer bei uns sein. Wir gehen oft zu seinem Grab. Das tut gut. Wir haben wieder nachwuchs bekommen, Leo. Da mußte ich ab der 28. Woche liegen. Verkürzter Gebährmutterhals.Wäre auch dies nicht gut ausgegangen, hätte ich die Kraft nicht noch einmal gehabt. Ich wünsche euch allen alles Gute. Sie werden immer in unseren Herzen sein.

    Antworten
  16. Aliena
    Aliena sagt:

    Ich hab in der SS recht oft hier gelesen und diesen Bericht nie gesehen. Nun habe ich vor 4 1/2 Wochen meine wunderschöne Tochter bei 34+0 geboren und stolpere über diesen wunderschönen und doch so traurigen Geburtsbericht. Ich möchte meinen Bericht auch gerne hier hinterlassen. Unsere Geburt war bei aller Trauer und Dramatik ebenfalls sehr schön.

    Quinn Alba – still geboren – für immer geliebt!

    Unser Kind, unsere wundervolle Tochter, unser größter Herzenswunsch, ist uns auf so grausame Weise genommen worden, dass es keine Worte dafür gibt.

    In der 7. SSW das erste Mal ihr Herzchen schlagen zu sehen, das war so wundervoll, magisch, einfach unbeschreiblich. Selbst ihrem Papa, der sonst um keinen Spruch verlegen ist, hat es für einige Minuten die Sprache verschlagen.
    Wir waren sofort verliebt. Ich wusste gleich, dass es ein Mädchen ist. Schon beim allerersten Test zuhause. Das hat sich dann auch recht früh im US bestätigt und auch ihr Papa freute sich unheimlich.
Ihr Name stand schon im ersten Trimester fest: Quinn Alba sollte
unsere große Hoffnung heißen. Ein starker Name für ein starkes
 Mädchen.
    Quinn war von Anfang an zwar klein, aber immer in der Norm und wuchs auch auf ihrer Wachstumskurve ganz unbeirrt weiter. Alles schien gut zu sein. Ich spürte sie irgendwann und von da an täglich und so oft, dass ich sehr schnell eine innige Bindung zu ihr aufbauen konnte.
    Auch ihr Papa konnte sie schon sehr früh von außen fühlen und hat oft ganz andächtig seine Hand auf meinen Bauch gelegt, um seiner kleinen nah zu sein.
    In der 31. SSW waren wir wieder zur regulären Vorsorgeuntersuchung bei meiner Frauenärztin. Quinn war munter, wurde vermessen, doch meine Frauenärztin war etwas besorgt, weil ihr Bauchumfang etwas kleiner war, als sie es für diese Zeit erwartet hätte und sie schien auch nicht so recht zuzunehmen. Sie schickte mich in ein pränataldiagnostisches Zentrum zur weiteren Abklärung. Dort wurde dann 8 Tage später festgestellt, dass dass Quinn zwar kleiner war, als sie sein sollte, aber man keinerlei Gründe hierfür fände. Gewachsen war sie in dieser Zeit laut der US-Messungen wieder ganz normal. Uns wurde dann empfohlen, zu 14-tägigen Kontrollen zu gehen. Aber man sagte uns auch, dass es keinen Grund zur Besorgnis gäbe. Quinn sei allem Anschein nach gut versorgt und die regen Kindsbewegungen sprächen eine klare Sprache: unserer Tochter ging es gut.

    15 Tage später, am 03.02. hatte ich den ganzen Tag ein seltsames Gefühl. Ich spürte Quinny nicht richtig. Ich spürte zwischendurch „etwas“, das ich für leichte Bewegungen hielt und meinte, sie schliefe sehr viel. Ich las in der gängigen Literatur, dass die kleinen nun weniger Platz im Bauch hätten und sich ihre Bewegungen nun anders anfühlten. Auch wenn mich diese Erklärungen etwas beruhigten, wuchs doch auch die innere Anspannung. Für Abends war der Termin bei meiner FÄ geplant. Mein Liebster kam, um mich abzuholen und war sofort beunruhigt, weil er meine Anspannung spürte. Was dann kam, liegt größtenteils im Nebel.
    Ich lag zum CTG auf der Liege und die Sprechstundenhilfe suchte die Herztöne. Sie suchte und suchte und suchte. Schon nach kürzester Zeit war mir mit erschreckender Klarheit bewusst: Quinn ist gestorben. Mein kleines Wunder, meine große Liebe: sie lebt nicht mehr. Ich fing an zu zittern und zu weinen. Mein Schatz erstarrte. Meine FÄ bekam sehr schnell mit, dass gerade etwas Furchtbares im Nebenzimmer geschah und holte uns sofort ins Untersuchungszimmer, machte einen US mit Doppler und schon nach wenigen Sekunden nahm sie mich in den Arm und sagte uns mit Tränen in den Augen: „es tut mir so furchtbar leid, aber das Herzchen hat aufgehört zu schlagen.“ Mein Liebster schrie laut auf vor Schmerz und Entsetzen. Ich selbst konnte nur noch stammeln. Oh nein, oh Gott, Oh NEIN!

    Von der Praxis aus fuhren wir mit einem Taxi direkt ins Krankenhaus, wo meine Frauenärztin uns schon angekündigt hatte und wo man – leider, aber zu unserem Glück – Erfahrung mit stillen Geburten hat. Wir bekamen ein Zimmer für uns auf der gynäkologischen Station und führten ein erstes Gespräch mit einer diensthabenden Hebamme, die uns noch einmal erklärte, was nun auf uns zukommen würde. Ich hatte den Wunsch, spontan zu entbinden, wozu uns auch geraten wurde. Noch am Abend wurde zum ersten Mal ein Gel vor den Muttermund gelegt. Das bescherte mir eine lange Nacht mit starken Schmerzen, die jedoch den Muttermund nicht geburtsreif machten. P. konnte ein paar Stunden schlafen und ich war froh, dass er etwas Kraft sammeln konnte für den nächsten Tag. Ich wusste, um das zu überstehen, würde ich ihn brauchen. Mehr als je zuvor in meinem Leben. Und er war für mich da. Trotz des großen eigenen Schmerzes war er da und hat für uns gekämpft wie ein Löwe. Er hat mir durch die Wehen geholfen, die unmittelbar nach der zweiten Dosis Gel morgens um halb zehn schließlich mit brachialer Gewalt und ohne echte Wehenpausen einsetzten. Er hat dafür gekämpft, dass meine Schmerzen gelindert werden und dass unser Kind so behandelt wird, wie wir das in diesem Moment wollten: voller Liebe und Achtsamkeit.

    Als Quinn um 14 Uhr geboren wurde, schrie er noch einmal laut auf vor Schmerz, Trauer und Wut. Er tat mir so unendlich leid. Mein liebster, mein treuester Freund musste so sehr leiden – es war alles so entsetzlich falsch! Er konnte vor Weinen die Nabelschnur nicht durchtrennen. Ich bat die Hebamme darum, damit mir mein kleines Mädchen auf den Bauch gelegt werden konnte. Sie schob mein Hemd hoch und legte sie mir ganz sanft auf die nackte Haut. Meine kleine, mein wunderschönes Mädchen. Sie rührte sich nicht, sie schrie nicht. Die Augen geschlossen mit friedlichem Ausdruck lag sie da und ich war so stolz und voller Liebe. Ich dachte, ich würde wahnsinnig werden vor Mutterglück und Verzweiflung.

    Fast eine Stunde lang wurden meine Geburtsverletzungen versorgt. Quinn wurde in der Zwischenzeit angezogen, aber nicht gebadet. Als man endlich mit mir fertig war, trug mein Liebster unsere Tochter auf dem Arm in unser Zimmer. Ich lief weinend hinterher.
    Die nächsten 46 Stunden hatten wir sie noch bei uns. Wir haben zwischendurch höchstens für ein, zwei Stunden geschlafen und waren dann wieder mit all unseren Sinnen bei unserem Kind. Haben jedes kleine Detail in uns aufgesaugt. Uns ihr wunderschönes Gesicht, ihren Duft, ihr Gewicht in unseren Armen für alle Zeiten eingeprägt. Wir haben ihre Schönheit bewundert und so viele Ähnlichkeiten zu uns festgestellt, die sie uns noch liebenswerter machen.
    Meine wunderbare Schwägerin, die uns auch während der Geburt großartig zur Seite stand, und mein Mann haben die Familie informiert. Wir wollten allen, die das gern wollten, die Möglichkeit geben, sich von Quinny zu verabschieden.
    Viele kamen und weinten mit uns um unser Kind. Weinten um ihr Enkelkind oder die kleine Nichte, auf die sie sich gefreut haben. Einige wollten sie gern auch halten. Doch ich konnte sie außer ihrem Papa niemandem in den Arm legen. Es ging einfach nicht. Aber sie wurde bestaunt und gestreichelt und man sagte ihr „Hallo“, „Lebewohl“ und „wir lieben dich“.

    Wir haben ihr all die Dinge gesagt, die Eltern ihren Kindern sagen – und vermutlich noch viel mehr. Viele dieser Worte an sie hatten etwas von einem Gebet. Es herrschte eine heilige Stille um uns herum. Wir weinten, wir lachten, wir liebten und bestaunten sie. Ich säuberte sie, wir zogen sie mehrfach um. Tupften ihr zauberhaftes Näschen trocken, wenn Fruchtwasser herauslief. Wir umsorgten Quinny, wie man auch ein lebendes Kind umsorgen würde. Ich konnte sie nicht nähren, nicht trösten, ihr nicht die Windeln wechseln, nicht auf ihren Atem lauschen. All das, worauf mein Körper nun programmiert war. Aber wir durften sie halten, lieben und Erinnerungen sammeln, die nun für den Rest unseres Lebens reichen müssen. Viele, viele Bilder haben wir von ihr gemacht. Ihre Hemdchen durften wir mit nach Hause nehmen und später bekamen wir auch ihr Mützchen, die Söckchen und das Pucktuch wieder, womit sie nach Mainz gebracht worden war.
    Und so haben wir auch – zumindest für eine hoffentlich lange Weile – ihren Duft noch bei uns. Ihre Fußabdrücke auf einer Karte, ein kleines Namensbändchen – bittersüße Erinnerungen an ein viel zu kurzes und so sehr gewünschtes Leben.

    Wir wichen 46 Stunden nicht von ihrer Seite. Quinn war niemals allein. Bis der Abschied kam. Sie wurde von einem Bestatter nach Mainz gebracht, wo sie untersucht werden sollte. Sie in diesem Wagen wegfahren zu sehen, zerriss uns innerlich. Wir waren erneut wie im Schock. Ich fühlte nichts mehr, war einfach nur leer und taub. Irgendwie brachten wir die Abschlussuntersuchung hinter uns und fuhren nach Hause.

    Quinn wurde und wird sehr geliebt. Nicht nur von ihren Eltern, die sie mehr lieben, als sich selbst, sondern auch von allen Menschen, die sich schon mit uns über die Schwangerschaft gefreut haben. Von dieser Liebe getragen, hoffen wir, dass unsere kleine Tochter für immer und ewig nur Glück und Frieden kennt. Sie verdient nichts anderes. Sie hat uns so viel Freude geschenkt, jede Minute, in der wir von ihrer Existenz wussten, wuchs unsere Liebe zu ihr und ihre Liebe zu uns. Sie ist das größte Geschenk, das das Leben uns gemacht hat und sie ist der größte Verlust, den das Leben uns beschert hat.

    Wir wollen dankbar sein und unsere Herzen mit der Liebe zu Quinn füllen –irgendwann, wenn Wut, Schmerz, Trauer und Enttäuschung das wieder möglich machen.

    Warum das geschehen musste? Warum ihr Herz in der Nacht vom 02. auf den 03. Februar einfach aufgehört hat zu schlagen? Wir wissen es nicht. Es ist unbegreiflich, unfassbar, unsäglich.

    Wir wissen nur eines: Quinny, Tochter unserer Sehnsucht, wir lieben Dich wie verrückt bis zum Mond und wieder zurück!

    Mama & Papa

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagt:

      Liebe Aliena, Deinen Beitrag konnte ich gar nicht am Stück lesen, so sehr kamen mir die Tränen dazwischen. Am Ende wollte ich Euch nur gerne in den Arm nehmen. Also fühlt Euch bitte ganz lieb gedrückt. Und ich danke Dir von Herzen für Deinen traurigen aber auch wunderschönen Bericht.
      Liebe Grüße
      Jana

      Antworten
  17. Hanna
    Hanna sagt:

    Liebe Aliena,

    dein Bericht ist wirklich wahnsinnig schön geschrieben aber auch wahnsinnig traurig – ich konnte ihn zwar fertig lesen, aber auch nur von Tränen überströmt. Ich bin selbst in der 23.SSW und kann so gut nachvollziehen, was du schreibst.
    Ich wünsche euch weiterhin ganz viel Kraft und dass ihr euren Engel immer in so schöner Erinnerung behaltet!

    Ganz liebe Grüße,
    Hanna

    Antworten
  18. Aliena
    Aliena sagt:

    Ich danke euch, Jana und Hannah. Morgen wäre Quinns ET gewesen. Ein schwerer Tag. Sie fehlt mir mehr, als ich sagen kann :*(

    Antworten
    • Nadine
      Nadine sagt:

      Liebe Aliena,

      mir fehlen die Worte… Dein Bericht ist so wunderschön und gleichzeitig so unendlich traurig. Mir bricht es das Herz und ich wünsche Dir & Euch alle Kraft der Welt für die nächste Zeit und die Zukunft!

      Alles Liebe
      Nadine

      Antworten
  19. Lena
    Lena sagt:

    Liebe Deborah,
    dein Bericht hat mich zu Tränen gerührt.
    Auch wenn es sehr traurig ist ..hast du es wunderschön geschrieben.

    Auch ich bin eine Sternenmama. Mein Sohn starb im Bauch 5 Tage vor Et. Gemerkt habe ich nichts..bis wehen kamen..si fuhren wir ins kh mit den Gedanken dass es los geht.

    Ich kann auch nur zustimmen dass es für die trauer wirklich das beste ist wenn man sich von seinem kind verabschiedet. Bilder macht und sein kind anschaut. Dieses jahr werden es zwei jahre u ich bin froh dass wir damals bilder gemacht haben..wie ich seine hand halte..

    Antworten
  20. Andrea
    Andrea sagt:

    Liebe Deborah, vielen Dank für Deinen Bericht, liebe Jana, vielen Dank für die Veröffentlichung in Deinem Blog.
    Ich habe im Januar angefangen diesen Bericht zu lesen und dann schnell aufgehört. Damals war ich im 6. Monat schwanger. Ich wollte nicht weiter lesen, weil es mir etwas Angst gemacht hat. Ich ahnte nicht, dass ich drei Monate später dasselbe Schicksal erleiden werde.
    Mein Sohn Paul starb in der 36. Woche. Ich hatte bis dahin eine Traumschwangerschaft. Alles lief prima. Ich habe meine Schwangerschaft unglaublich genossen. Ich habe mich über jeden Tritt gefreut, wir haben jede Woche ein Bauchshooting gemacht. Eine Woche zuvor hatten wir unseren Jahrestag. Wir waren mit meiner Riesenkugel in einem schönen Restaurant essen.
    Mitte April sind wir abends in die Klinik gefahren, weil ich Unterbauchschmerzen hatte. Wir dachten erst an Senkwehen oder dass sich die Beckenknochen dehnen. Auf der Fahrt zur Klinik musste ich dann richtig schwer atmen, habe geschwitzt. Wir dachten es geht los. In der Klinik geleitete uns die Hebamme in den Kreißsaal und sagte “Sie haben schon viel geschafft”. Im Ultraschall dann sah die Ärztin, dass das Herz nicht schlägt. Die Plazenta hatte sich abgelöst. Ich bin nicht Schuld, es ist einfach so passiert. Schicksal. Pech. Laune der Natur. Wir konnten es nicht fassen! Wir heulten und heulten.
    Ich wollte, dass “es” mir sofort “rausgeschnitten” wird. Ich hielt den Gedanken einfach nicht aus, dass ein totes Baby in mir war. Die Ärztin legte mir die natürliche Geburt nahe. Ich fand den Gedanken zunächst grausam. Es war meine erste Schwangerschaft. Ich hatte Angst vor den Schmerzen, Angst davor, dass es lange dauern würde. Und dann nicht mit einem Baby “belohnt” zu werden. Ich habe mich dann darauf eingelassen, weil es für meinen Körper das schonendste sei gerade im Hinblick auf folgende Schwangerschaften.
    Im Nachhinein bin ich unglaublich dankbar darum! Ich bin stolz auf mich, dass ich die Geburt geschafft habe. Irgendwie gibt mir dieses Ereignis Kraft. Ich habe eine Stärke an mir erlebt, von der ich nicht wusste, dass ich sie habe (In diesem Sinne: “You never know how strong you are, until being strong is the only choice you have”) Die Geburt war trotz der furchtbaren Umstände auch schön. Mein Mann war die ganze Zeit für mich da. Ich bin froh, dass wir die ganze Zeit zusammen waren, dass er mir Mut zusprechen konnte. Dass ich meinen Mann danach die ganze Zeit mit unserem Paul auf dem Arm beobachten konnte, während ich noch versorgt wurde. Dieses Ereignis hat uns näher zusammen geschweißt. Wir reden auch sehr viel darüber, sowohl weinend als auch lachend. Mein Mann sagt seither zu mir “Meine Kämpferin”.
    Die natürliche Geburt hat mir geholfen, diesen schrecklichen Verlust richtig zu begreifen. Es war ein Stück Trauerarbeit. Und letztlich ist die Geburt auch eine der wenigen Erinnerungen an meinen Sohn. Als verwaiste Eltern hat man nur Erinnerungen. Erinnerung an Schwangerschaft, Erinnerung an die Geburt, Erinnerung an die wenigen Stunden danach mit dem Baby auf dem Arm.
    Gestern ist es genau zwei Monate her. Ich merke schon, dass es uns beiden immer besser geht. Die Heulphasen werden seltener und kürzer. Der Kinderwunsch ist immer noch da. Wir wissen beide noch nicht, wann wir wieder soweit sind es wieder zu versuchen.
    Ich bin froh und dankbar, eine großartige Familie und ganz liebe Freunde zu haben. Letztlich hilft nur Reden, ein offenes Ohr und in den Arm genommen werden.
    Viele liebe Grüße
    Andrea
    PS: Vor ein paar Tagen kam ein interessanter Bericht bei Stern TV zu diesem Thema. Den Beitrag kann man sich auf der Seite von Stern TV noch ansehen “Sternenkinder – Wenn Babys im Mutterleib sterben”.

    Antworten
  21. Bea
    Bea sagt:

    gestern ist das Sternenkind meiner Arbeitskollegin über den Regenbogen gegangen und ich habe im Netz recherchiert nach Selbsthilfegruppen. Leider sind viele Seiten verwaist oder die Einträge uralt. Daran sollte man vielleicht mal arbeiten. Ich habe 1988 mein Sternenkind geboren, leider habe ich es nicht sehen können und ich bedauere das immer noch zutiefst. Ich kann mit meinem Sohn kein Bild verknüpfen, das einzige, woran ich eine lebendige Erinnerung habe, ist der Sandsack auf meinem Bauch nach dem Kaiserschnitt und die Erkenntnis, dass ich doch keinen Alptraum hatte. Ich habe damals keine Hilfe bekommen und leide unter den Folgen noch heute. Schön, dass es mittlerweile Foren gibt, in denen man sich austauschen kann. Danke für die offenen Berichte, sie geben mir – auch nach so langer Zeit – noch sehr viel – Sternenkinder vergisst man nie – und Sterneneltern bleibt man auch für immer!!

    Antworten
  22. Sabrina Loyal
    Sabrina Loyal sagt:

    Ich kann es so gut verstehen… Aus meiner Verarbeitung wurde ein Buch: http://www.lebensweichen-verlag.de/produkte/engelchens_besuch/
    Ich möchte damit anderen Müttern, verwaisten Eltern/ Geschwistern trostreiche Gedanken schenken und Hoffnung geben, dass etwas Sinn macht, egal wie es ausgeht. Schuldgefühle nehmen….
    Ich habe keine Worte mehr. Sonst kann ich schön reden oder schreiben, aber in diesem Moment, bin ich auch etwas gelähmt. In Verbundenheit wünsche Euch allen Gottes Segen.

    Antworten
  23. koch
    koch sagt:

    Es ist toll das es solche Blogs gibt .Ich bin Mutter von 3 Kindern.
    Und musste dieses Schicksal nicht ertragen.
    Wie gesagt bin zufällige hier gelandet.
    Ich weiß nicht wie ich mein Erlebnis heute in Worte fassen soll.
    Bin heute morgen vor die Tür gegangen und da stand meine Nachbarin
    mit ihr Mann. Ich habe mir nichts dabei gedacht da ich wusste das in einer Woche der Geburts Termin ist.Ich hatte sie seit einigen Tagen nicht gesehen und mir nichts dabei gedacht
    und sagte zu ihr das sie es ja bald geschafft hat und dann brach sie in Tränen aus. SIe sagte mir das sie eine Tot Geburt hatte .Ich stand so richtig unter Schock.
    Ich würde ihr so gerne helfen ich weiß nur nicht wie .
    Sie wohnen erst seit 4 Monaten in unserer Nachbarschaft.
    Es tut mir so unendlich leid für die junge Familie
    Weil sie noch ein stark ausgeprägten Bauch hatte ist es mir nicht im Sinn gekommen das dort das Schicksal so zugeschlagen hat.

    Antworten
    • Diana
      Diana sagt:

      Liebe “Koch”, als Betroffene kann ich dir sagen, was mir an Stelle deiner Nachbarin geholfen hätte: Wenn du dich entschuldigst, weil du verstehst, wie verletzend (ja, ich weiß, du konntest das vorher nicht wissen – dennoch ist sie wahrscheinlich verletzt) dafür sie wohl war. Wenn du ihr sagst, wie hilflos du dich fühlst im Angesicht ihres Verlustes (damit bist du nicht allein. Sehr viele Menschen fühlen sich hilflos und überfordert, wenige können es artikulieren). Wenn du ihr anbietest, ihr zu helfen, auch und gerade bei banalen Alltagsdingen: geh für sie einkaufen, koche ihr und ihrem Mann etwas Gutes, Stärkendes (frische Sterneneltern sind oft nicht in der Lage, diese Dinge zu bewältigen). Sag ihr, dass es Hilfe gibt, wenn sie es allein mit ihrem Mann nicht schafft, nach einer Zeit Licht am Ende des Tunnels zu sehen. Und dass es okay ist, diese Hilfe in Anspruch zu nehmen. Biete ihr ein offenes Ohr an, auch wenn ihr keine engen Freundinnen seid.

      Antworten
  24. Sarah
    Sarah sagt:

    Hallo… Ich bin gerade zufällig auf die Seite gestoßen….. Ich habe gedacht ich wäre alleine mit so einer schlimmen Sache :-(
    Ich bin 29 und wünsche mir seid vielen Jahren ein Baby :-)
    Vor 7 Jahren hatte ich eine eileiterschwangerschaft dabei ist der rechte Eileiter geschädigt worden ( das heißt ein Stück fehlt und ist nicht mehr durchgängig) also meine Chance auf ein Baby noch geringer.:-(
    Dann letzten Jahr Ende Oktober ein Test gemacht :schwanger :-) :-) ich hätte in meinen schönsten träumen nicht mehr mit gerechnet…. Ich war so:-) die Schwangerschaft verlief super alles war gut… Es wird ein junge…. Er wächst super Organe sind gut also alles super…..
    Dann April ich bin in der 23 schwangerschaftswoche ich habe nachts Bauchschmerzen bekommen und mein Bauch wurde hart…. Morgens direkt ins Krankenhaus ich wusste ja nicht was es war:-( es wurde eine 3/4 Stunde ein Ultraschall gemacht und dem kleinen ging es gut alles super ich war erleichtert hatte große Angst….. Dann Untersuchung vom Oberarzt.. :-o er macht große Augen und sagt der muttermund ist geöffnet und ich sehe die fruchtblase die schmerzen die sie haben sind wehen…. Habe dann Tabletten bekommen die die wehen aufhalten sollen… Aber leider wurden sie immer stärker:-( es war klar der kleine wird gleich kommen…. Sie sagten mir Sie nehmen ihn direkt zur Seite und gucken sich ihn an wie weit er entwickelt wäre… Aber er war soooo klein die Lunge war noch nicht fertig:-( alles dran mein Junge war soooo schön…. Sie haben ihn in meine Arme gelegt wo dann nach ca.1 1/2 Std sein Herz aufgehört hat zu schlagen….:-( :-(

    Ich werde ihn immer lieben…..

    Hätte die Geschichte noch ausführlicher schreiben können aber ist so schön sehr viel..

    Ich weiß es ist sehr schwer aber das Leben geht leider weiter…Ich gehe jeden Freitag zu seinem Grab und rede mit ihm das gibt mir Kraft….
    Ich wünsche euch auch sehr viel Kraft….
    LG sarah

    Antworten
  25. Sarah
    Sarah sagt:

    Es tut mir leid da muss nicht April stehen sondern Februar :-o. 28.2 genau ist es passiert…..:-(
    Es tut mir leid bin noch sehr durcheinander :-(
    LG

    Antworten
  26. Mareike
    Mareike sagt:

    Solche Geschichten sind tragisch und bringen mich beim Lesen schon immer fast zum Weinen. Aber ich glaube, dass sie uns wichtige Lektionen beibringen können und dabei von Nutzen sein können, dass wir das Leben noch mehr zu schätzen lernen.

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  1. […] Oder Frauen, die ihr Kind in der Schwangerschaft wieder gehen lassen müssen. Oder Eltern, die eine stille Geburt erleben müssen. Babys, die viel zu früh oder krank geboren werden. Mütter, die von der Geburt […]

  2. […] genauso berührend finde ich die Berichte von sog. “stillen Geburten”, wie sie z.B. Jana auf ihrem Blog beschreibt. Vor allem bei dem ausführlichen Kommentar von Aliena, ziemlich weit […]

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