Hebammenhilfe nach Fehlgeburt

Kein Geld für Hebammenhilfe nach Fehlgeburt? – Ein Irrtum und seine Shitstormgeschichte

Steht einer Frau nach einer Fehlgeburt eigentlich Hebammenhilfe zu?
Auf vielfachen Wunsch schreibe ich nochmal den Verlauf meines kleinen Krankenkassenabrechnungs-Skandals – der auf Twitter seinen Lauf nahm – hier im Blog nieder:
Vor kurzem löste ich, aus Versehen, einen kleinen Social-Media-Shitstorm aus. Ich ärgerte mich eines Morgens unsäglich über einen Brief der Barmer-GEK. Sie teilten mir mit, dass sie eine Rechnung über erbrachte Hebammenleistungen nicht bezahlen würden. Ich setzte einen kleinen Ärger-Tweet in die Welt, um mich abzureagieren und ging (vermutlich unbezahlt) arbeiten. Drei Hausbesuche später – ich wunderte mich schon, warum mein Handy ständig brummte – war der Tweet viral gegangen. Und gegen die Barmer-GEK lief bereits der besagte Shitstorm. Ich hatte diverse Mailanfragen von Reportern und mein Mann versuchte mich bereits mehrfach anzurufen, weil auch zu Hause die Telefone heiß liefen.
Aber was war eigentlich passiert?

Hebammenhilfe nach Fehlgeburt

Ich betreute eine Frau nach ihrer Fehlgeburt im häuslichen Wochenbett. Ihr könnt euch vorstellen wie anstrengend, aber auch wie wichtig so eine Nachbetreuung ist. Man schaut natürlich nach den körperlichen Prozessen, aber ein Großteil der Arbeit besteht im Aufarbeiten des Erlebten und in der Trauerbegleitung. Ich versuche Geschehenes zu erklären, zu trösten, Ängste zu lindern, Mut zu machen, Organisatorisches zu besprechen und der Trauer und den Tränen Platz zu lassen. Denn in unserer Gesellschaft muss man, auch nach so einer Erfahrung, viel zu schnell wieder funktionieren. Oft fühlen sich die Frauen von ihrem Umfeld überhaupt nicht verstanden und haben daher meistens viel zu wenig Ansprechpartner für das, was da passiert ist. Auch für die Partnerschaft ist das nicht selten extrem belastend. Da ist es gut, wenn eine zwar vertraute, aber außenstehende Person Hilfe leistet.
Wie gesagt, es ist eine schwere Arbeit, auch noch nach vielen Jahren der Erfahrung.

Tag der Abrechnung

Wie üblich stellte ich danach die Rechnung an die Krankenkasse. Es war nur eine kleine Rechnung, denn in der Regel benötigen und wünschen die Frauen zwar eine Betreuung, brauchen aber auch immer mal wieder Phasen nur für sich allein.
Einige Zeit später bekam ich einen Brief: Die Rechnung würde geprüft.
An besagtem Morgen hatte ich dann einen ablehnenden Bescheid in den Händen. Und zwar mit einer so unglaublichen Begründung, dass ich ihn in Auszügen via Twitter online stellte.

Ich unterstrich die Passagen, die mich besonders ärgerten. (Das “Sehr geehrte Damen und Herren” war natürlich nur ein Nebenschauplatz.) Vor allem ging es ja um die Begründung, der Nichtbezahlung. Dann schrieb ich noch eine kurze Mail an den Hebammenverband, mit der Frage, wie ich mich dazu verhalten sollte. Die Begründung widersprach ganz eindeutig der Hebammen-Vergütungsvereinbarung. Dann ging ich arbeiten. Als ich wieder zu Hause war, hatte sich die BILD-Zeitung, auch ohne ein Interview mit mir, schon einen Artikel mit dem Titel: “Kein Geld bei Fehlgeburt” zusammengereimt. Zahlreiche Twitterer (660 retweets) wünschten weitergehende Informationen und auch die Barmer-GEK versuchte mich bereits mehrfach auf allen Kanälen zu erreichen. Sie schrieben: “Wir distanzieren uns von den Aussagen unseres Abrechnungsdienstleisters und gehen der Sache nach…”

Auch auf Facebook, wo ich dasselbe Bild veröffentlichte, überschlug sich die Empörung der Community. (75.000 Menschen haben die Meldung gesehen, 290 x geteilt und 145 x kommentiert)

Hat das System?

Und das Schlimmste daran war: Kolleginnen, die ähnliche Erfahrungen mit Krankenkassen machten, meldeten sich zu Wort. Sie nahmen das teilweise einfach so hin und schrieben: “Ja, das ist doch schon ganz lange so, dass das nicht bezahlt wird”.
Dann kam es noch schlimmer: Es meldeten sich Frauen, die gar nicht wussten, dass ihnen diese Art der Betreuung überhaupt zusteht. Sie bedauerten sehr, keine Betreuung bei ihren Fehlgeburten gehabt zu haben. :-(
Der Hebammenverband reagierte ebenfalls auf meine Mail, sicherte mir für den Fall der Fälle Rechtsbeistand zu, und schickte mir nochmals den Wortlaut der Hebammenvergütungsvereinbarung:

C. Leistungen während des Wochenbetts
Allgemeine Bestimmungen
a) Die Leistungen nach den Nrn. 1800 bis 230x dienen der Überwachung des Wochenbett-verlaufs und umfassen insbesondere die Beratung, Betreuung und/oder Versorgung von Mutter und Kind einschließlich aller damit verbundenen Leistungen mit Ausnahme der Leistungen nach den Nrn. 240x und 250x. Die Leistungen und Zuschläge nach den Nrn. 1800 bis 2110; 230x und 250x sind auch nach einer Fehlgeburt bzw. einer medizinisch induzierten Geburt oder Fehlgeburt berechnungsfähig. Die Leistungen stehen der Mutter auch dann zu, wenn sich das Kind in Adoptionspflege befindet.„

Am Abend war ich mit guten Freunden zum Grillen verabredet. Wir redeten natürlich auch über den aktuellen Vorfall. Meine Freundin, die (bevor ich sie kannte) eine Fehlgeburt hatte, wurde gleich unglaublich emotional, da sie auch nicht wusste, dass ihr Hebammenhilfe zugestanden hätte. Sie hätte sie doch so gut gebrauchen können. Und auch ihr Mann seufzte aus tiefem Herzen und bestätigte, wie hilfreich das sicher gewesen wäre. Niemand – auch nicht der Frauenarzt – hat diese Hilfsmöglichkeit je angesprochen.

Ich war schockiert und traurig. Ist das echt so wenig bekannt? Ich schrieb nochmals an den Hebammenverband und schlug eine Kampagne vor. Aber die haben zur Zeit natürlich Anderes zu tun, als “Werbung” für Hebammenhilfe zu machen, wie wir alle wissen.

Mea culpa & ad acta

Am darauf folgenden Werktag riefen mich zwei Verantwortliche der Barmer-GEK an. Sie entschuldigten sich in aller Form bei mir. Der Rechnungsdienstleister habe eindeutig einen Fehler gemacht und sie wollten die Rechnung natürlich schnellstmöglich begleichen. Auch die zuständige Sachbearbeiterin sei ganz zerknirscht.
Nun gut.
Für mich ist die Sache zwar zunächst geklärt, ich denke aber, dass Frauen viel mehr über ihre Rechte aufgeklärt werden sollten. Ich denke noch darüber nach wie genau. Vorschläge sind willkommen.

Ist das Mobbing oder Masche?

In letzter Zeit häufen sich bei mir die Abrechnungskürzungen. Es ist sogar so, dass eigentlich bei jeder Rechnung irgendwas zu beanstanden ist. Und ich arbeite schon seit 16 Jahren freiberuflich und benutze ein wirklich gutes Abrechnungsprogramm. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass es also immer Rechnungsstellungsfehler von mir sind. Daher habe ich langsam das Gefühl, es handelt sich um eine Masche. Wenn ich mich umhöre, geht es vielen Kolleginnen genau so. Anja (VGEB) schrieb vor Kurzem ebenfalls darüber.
Bei größeren Absetzungen, wie im vorliegenden Fall (es war immerhin die komplette Rechnung!), legt man natürlich Widerspruch ein. Aber es kommt oft genug vor, dass ich wegen 4-5 € auf den Reklamationsaufwand verzichte. Ich frage mich, welche Summe wohl herauskäme, wenn alle Kolleginnen ihre “Reste” mal zusammenlegen würden.

Wie dem auch sei, ein Gutes hat die ganze Aktion jedenfalls gehabt: Jetzt wissen noch ein paar Frauen mehr, dass ihnen Hebammenhilfe, auch im Falle einer Fehlgeburt, zusteht.

Ceterum censeo Carthaginem esse delendam

Aber was nützt das Alles, wenn es nicht mehr genug Hebammen gibt, um den Job zu machen? Ich komme mir langsam vor, wie Marcus Porcius Cato Censorius, der bei jeder Gelegenheit sagte: “Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Karthago zerstört werden muss”. Denn ich beende in letzter Zeit fast jeden Artikel mit: “Die Hebammen-Versicherungs-Thematik muss geklärt werden.” Mein einziger Hoffnungsschimmer ist: Karthago gibt es nicht mehr!

Aufruf

  • Liebe Kolleginnen, bitte betreut auch weiterhin Frauen nach Fehlgeburten – und zwar nur bezahlt!
  • Liebe Frauen, bitte engagiert eine Hebamme, die euch in dieser Lebenskrise beisteht und erzählt Anderen von dieser Möglichkeit!
  • Liebe Krankenkassen, bitte macht es uns nicht so schwer, diese wertvolle Arbeit zu leisten!

…und? Hättet ihr’s gewusst?



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38 Kommentare
  1. Hummelfitz
    Hummelfitz sagt:

    Mittlerweile weiß ich, dass einer Frau eine Hebammenbetreuung nach einer Fehlgeburt zusteht.
    Meine beste Freundin hat leider eine Fehlgeburt erleben müssen. Ich war zu diesem Zeitpunkt selber schwanger. Natürlich bin ich für meine beste Freundin da. Da gibt es für mich keine Frage, aber die ganze Sache ging ganz schön an die Nieren. Auch ich habe in dieser Zeit Rotz und Wasser geheult, da mir meine Freundin und ihr Kleiner so leid taten. Einen Tag, bevor sie ihn dann zur Welt bringen musste, habe ich sie im Krankenhaus besucht. Sie bat mich darum, sie vom Geburtsvorbereitungskurs “abzumelden”. Wir beide haben Hebammen aus dem Geburtenhaus in unserer Stadt.
    Ich wartete an diesem Tag, bis alle anderen weg waren und erklärte meiner Hebamme, was los ist. Mir selber schnürte es fast die Kehle zu und ich hätte auch fast losgeheult. Meine Hebamme ließ mich nicht gehen, ohne dass sie auch mit mir ein paar Sätze darüber geredet hatte. Die Situation war für uns beide komisch. Dann erzählte sie davon, dass Hebammenhilfe auch nach einer Fehlgeburt zusteht und dass sie meine Freundin anrufen werden und alles weitere mit ihr besprechen werden. Ich fand das Vorgehen meiner Hebamme und auch vom Geburtenhaus generell wirklich toll und sehr hilfreich.

    Ich habe meiner Freundin dann einen Plüschstern geschenkt, auf den ich den Namen, den ihr Kleiner hätte tragen sollen, gestickt habe.

    Mittlerweile ist meine Freundin wieder schwanger. Diesmal ist ihr Baby gesund und kommt Ende Oktober.

    Antworten
  2. Sabrina
    Sabrina sagt:

    Danke für die Zusammenfassung. Leider ist es wirklich so, dass Frauen viel zu wenig über Ihre Ansprüche auf Hebammenbetreuung wissen – und das leider nicht nur in Bezug auf die Nachbetreuung bei einer Fehlgeburt. Gerade habe ich eine Freundin getroffen, die ganz erstaunt war, dass meine gesamte Vorsorge in der Schwangerschaft abgesehen von den Ultraschallterminen von meiner Hebamme übernommen wird. Ebenso habe ich es bei meiner ersten Schwangerschaft vor 6 Jahren gehandhabt – für mich war es unvorstellbar, zum Arzt zu gehen, ich bin ja schwanger und nicht krank. Leider wird das ganze von den Ärzten auch nicht wirklich bekannt gegeben – hier wird die Hebammenarbeit immer auf die Nachbetreuung nach der Geburt und die Geburtsvorbereitungskurse reduziert.
    Leider bin ich letztes Jahr bei meiner Fehlgeburt genau an einen Extremfall einer solchen Ärztin geraten. Die Beratung beschränkte sich auf “Ich rufe einmal gleich die Klinik an, vielleicht machen sie es heute noch gleich weg” und nach meinem Einspruch auf “Sie müssen den Eingriff vornehmen lassen, sonst werden sie krank.” Die medizinische Beratung im Sinne Abwägen Vor-/Nachteile eines Eingriffs gegenüber des Abwartens hat meine Hebamme übernommen – und ich denke, diese Telefonzeit hat sie leider nicht vergütet bekommen! Ich bin froh und dankbar, meine Hebamme an meiner Seite gehabt zu haben, die mich auf meinem Weg bestärkt hat – ohne Eingriff. Mein kleiner Stern hat nächste Woche sozusagen 1. Geburtstag, in vier Wochen kommt unser 2. Sohn zur Welt – mit dem erzwungenen Eingriff wäre ich seelisch länger beschäftigt gewesen und hätte bestimmt nicht so schnell die Kraft gehabt, es noch einmal zu versuchen.
    Wenn ich jetzt noch von den regelmäßigen Kürzungen der Rechnungen lese, platzt mir der Kragen – hier habe ich für mich beschlossen, meine Hebamme zu bitten, mir zu berichten, wenn Probleme bei der Abrechnung mit meiner Kasse für meine Termine entstehen – hier werde ich dann auch nachhaken. Das Problem an unserem Gesundheitssystem ist die fehlende Transparenz. Leider wird mir als Patientin die heile Welt vorgegaukelt und man erfährt nicht, wenn hier Rechnungen aus fadenscheinigen Gründen gekürzt werden.

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagt:

      Ja, da hast du Recht. Bis auf die Privatpatienten bekommt niemand jeh zu sehen, was wir für unsere Leistungen kriegen, und ob wir das auch wirklich bezahlt bekommen.
      Aber gut, dass Du so eine gute Betreuung hattest.
      Ich wünsche dir eine schöne Geburt und eine gute erste Zeit!
      Lg
      Jana

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  3. anne
    anne sagt:

    Danke für den ausführlichen Post!

    Ich hatte das schon bei Twitter kommentiert, dass das leider bei Krankenkassen mittlerweile Methode hat, Leistungen zu kürzen, die sie eigentlich übernehmen müssten. Ich bin Apothekerin und bei uns ist es fast schon an der Tagesordnung, dass uns Verordnungen retaxiert werden und wir dann auf den Kosten sitzenbleiben, wenn wir nicht Einspruch erheben. Und ganz oft gehts auch nur um Beträge wie 4-6 Euro, dass sich eigentlich der Aufwand nicht lohnt, sich zu beschweren, obwohl man im Recht ist. Mich ärgert das wahnsinnig. Bitte, bitte BITTE beschwer dich immer, wenn dir Geld gekürzt wird, was dir eigentlich zustünde. Es kann einfach nicht sein, dass überall im Gesundheitssystem totgespart wird und die Krankenkassen dann Überschüsse erwirtschaften, die den Patienten nicht zugute kommen.

    Alles Gute und nicht unterkriegen lassen!

    Antworten
  4. Anna
    Anna sagt:

    Einfach unfassbar das Alles!
    Ich wusste leider auch nicht, dass einem nach einer Fehlgeburt Hebammenleistungen zustehen. Ich hoffe zwar nicht, dass ich erneut in die Situation komme, aber trotz allem gut zu wissen!

    Vielen Dank auch für den Einblick “hinter die Kulissen” :)

    Antworten
  5. Hanni
    Hanni sagt:

    Gibt es eigentlich auch die Möglichkeit, sich von seiner vertrauten Hebamme nach dem plötzlichen Kindstod oder dem Verlust des Babys aus anderen Gründen betreuen zu lassen, auch wenn das Baby erst nach einer Begleitung während der Wochenbett-Zeit stirbt?

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagt:

      Solange es Wochenbett ist: natürlich!. Wenn es danach ist, glaube ich nicht. Aber wenn die Frau gestillt hat, steht ihr ja dann Hilfe (beim Abstillen zu). Ich denke das ist Ermessenssache.
      Ich müsste aber gegebenenfalls auch nachfragen.

      Antworten
  6. Julia
    Julia sagt:

    Ich hatte das Glück, bei meiner Fehlgeburt im letzten Jahr eine ganz wundervolle Hebamme an meiner Seite zu haben.
    Und vor allem habe ich nur durch sie erfahren, dass ich nicht unbedingt eine Ausschabung über mich ergehen lassen muss, sondern, dass ich das ganze auch den natürlichen Lauf gehen lassen kann und sie mich dabei begleitet.
    Diese Möglichkeit wurde mir im Krankenhaus (obwohl antroposophisch) überhaupt nicht genannt.
    Ohne meine Hebamme hätte ich das alles bestimmt nicht so gut verkraftet und verarbeitet.

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  7. Frau B.
    Frau B. sagt:

    Wann ist denn der früheste Zeitpunkt, ab dem die Frau dieses Recht hat? Nach der Feststellung der Schwangerschaft durch den Arzt? Anders gefragt, wie sieht es bei Frauen in der 4., 5. SWS aus, die noch nicht beim Arzt zur Feststellung waren? Darf auch eine Hebamme eine Schwangerschaft feststellen und den Mutterpass ausstellen? Ab wann muss man den Mutterpass bekommen?

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagt:

      Richtig! Eine Hebamme kann auch die Schwangerschaft feststellen und den Mutterpass ausfüllen – und die Frau dann auch gleich weiter betreuuen. Dementsprechend hat man auch gleich von Anfang an Anspruch auf Hebammenhilfe.
      Theoretisch könnte der Mutterpass gleich nach dem pos. Schwangerschaftsbefund mitgegeben werden. Aber viele Ärzte geben den erst viel später raus. “Am Anfang könnte ja noch was passieren”. Ich finde das schade. Denn das bewirkt dieses Risikogefühl bei den Frauen. Und wenn wirklich was passiert, möchte man vielleicht wenigstens den Mutterpass als Erinnerung und Zeichen dafür, dass wirklich ein Kind da war. Das wird nämlich mit der Zeit immer unwirklicher…

      Antworten
      • L.
        L. sagt:

        Ich hatte eine sehr frühe Fehlgeburt. Test war positiv aber der Arzt konnte im US noch nichts feststellen. Er hat mir deshalb keinen Mutterpass ausgestellt. In den zwei Wochen nach denen er es nochmal kontrollieren wollte, ist es abgegangen. Das Ei hat sich wohl nicht einnisten können. Die Betreuung durch den Arzt war grottig :(
        Hätte ich in dieser Situation auch Anspruch auf Hebammenversorgung? Der Arzt konnte ja keine Schwangerschaft feststellen. Blutuntersuchung und Urintest hat er nicht gemacht. US war unsicher…

        Antworten
      • Stefanie
        Stefanie sagt:

        Meine Frauenärztin hatte den Mutterpass auch spät ausgefüllt – meine Fehlgeburt war noch später. Und du hast Recht, ich finde es gut, dass die FG in meinem Mutterpass steht!

        Antworten
  8. Doris
    Doris sagt:

    Liebe Jana,
    leider kann ich Deinen Verdacht, dass diese Kürzungen Methode haben, auch nur bestätigen. Ich habe vor meiner Elternzeit 13 Jahre in der Sanitätshausbranche gearbeitet. Dort seit Jahren genau das gleiche Spiel bei der Abrechnung, wie bei Euch Hebammen und den Apothekern. Und auch bei den Sanitätshäusern werden seit Jahren die Vergütungen nur gekürzt (Stichwort Fallpauschalen, mit allem Service inklusive, zu Niedrigstpreisen) oder centweise erhöht, obwohl es immer mehr alte und pflegebedürftige Menschen gibt. Oder vielleicht grade deswegen. Dass der Beratungsaufwand in so einer Branche hoch ist, und die Hersteller die Einkaufspreise den Preisen auf dem Rohstoffmarkt auch anpassen (müssen), interessiert die Kassen ebenso wenig, wie dass die alten Leutchen in Zukunft mit einem Rollstuhl klarkommen sollen, der ohne Einweisung per Versandhandel vor die Tür gestellt wird, weil das entsprechende Sanitätshaus eine bundesweite Ausschreibung gewonnen hat und am anderen Ende der Republik sitzt. Das klingt wie ein schlechter Witz, ist aber bitterer Ernst. Seit Monaten läuft ein entsprechendes Pilotprojekt. Als wäre ein Reha-Hilfsmittel, was eine Behinderung o. Krankheit ausgleichen soll, genau das Gleiche wie ein Schrank oder Tisch. Es gibt einen Spruch. An dem, wie eine Gesellschaft mit ihren Menschen am Anfang und am Ende des Lebens umgeht, erkennt man ihren Zustand. Und da kann ich nur sagen: Deutschland ist in einem schlechten Zustand. Aber die, die ihn bessern könnten, merken es nicht oder wollen es nicht merken und ändern.
    Liebe Jana, ich lese schon längere Zeit Deinen Blog, und finde ihn echt super, informativ und fundiert. Genau wie die Arbeit, die ihr Hebammen macht. Ihr seid unersetzbar. Sollte ich noch ein 2. Kind bekommen, wünsche ich mir eigentlich eine Haus-oder Geburtshausgeburt. Und auch im Wochenbett ist eine Hebamme von unschätzbarem Wert. Ich kann verstehen, wenn Ihr einfach keine Kraft mehr habt zum Weitermachen. Trotzdem wünsche ich Euch diese Kraft, Durchaltevermögen, Mut. Vielleicht wäre doch ein wenigstens eintägiger oder halbtägiger Streik ein Zeichen, welches endlich was in Bewegung bringt. Natürlich mit den Eltern im Boot, die dann bei den Hotlines der KK anrufen und den Gyn´s und Kinderärzten die Türen einrennen. Es muss erst wehtun, bevor sich etwas ändert. Leider. Denn wenn es Euch dann wirklich nicht mehr gäbe, würde es genauso, nur schlimmer sein, weil dann so schnell keine neuen Hebammen mehr da wären. Schon jetzt ist es doch fast am “Point of No Return”, wie Du selbst geschrieben hast. Ich hoffe und bete, dass es doch eine Einigung und wirkliche Änderung der Sicht auf Eure Arbeit, Eure Berufung, gibt. Oh, nun ist es ein so langer Kommentar geworden, das hatte ich gar nicht vor. Also, Alles Gute und mach weiter so!

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagt:

      Liebe Doris, vielen Dank für deinen lieben Zuspruch! Ich werde so schnell nicht aufgeben, aber es ist tatsächlich zermürbend. An manchen Tagen (so wie der beschriebene) denke ich auch: “macht euren Sch… doch alleine”, aber nach einem Hausbesuch geht es dann wieder. Denn ich gehe meistens beschwingt nach Hause, nach dem Kontakt mit den tollen Familien.
      Ja, einen eintägigen Streik, gab es neulich. Ich glaube niemand hat ihn wahr genommen. Im Zweifel bringt es dann auch keine von uns übers Herz eine Familie in einer ernsten Situation alleine zu lassen – Helfersyndrom und so…
      Auch muss ich gestehen, dass ich keine Energie mehr für neue und immer neue Aktionen habe. Ich bin den Motherhood Frauen (und Männern) extrem dankbar, für ihren Einsatz.
      Oh je, das klingt jetzt alles furchtbar pessimistisch.
      Ich hoffe dennoch, dass sich irgendwann demnächst eine Lösung auftut.
      Und ich freue mich sehr über die Anteilnahme immer mehr Frauen und Familien, da ich denke: so viele Menschen kann die Politik einfach nicht ignorieren.
      Liebe Grüße
      Jana

      Antworten
  9. Katha
    Katha sagt:

    Die privaten Versicherer sind da nicht besser!

    Ich bin schon seit Geburt privat krankenversichert und hatte nie Probleme, immer wurde alles gezahlt, bis zur Feststellung der Schwangerschaft!

    Ab diesem Zeitpunkt wurde jede Rechnung nur noch gekürzt übernommen, nicht nur die vom Gynäkologen und der Hebamme, sondern auch die vom Hausarzt und anderen Fachärzten.

    Scheinbar fällt man in eine andere Schublade wenn mal für ein Jahr die Leistungen höher werden als die Beiträge.

    Und nein: Ich hätte es auch nicht gewusst!

    LG,
    Katha

    Antworten
  10. Stefanie
    Stefanie sagt:

    Ich hatte es gewusst, weil es bei uns in unserer Hebammenliste steht und mir das in der ersten Schwangerschaft schon aufgefallen war. Allerdings hatte meine Frauenärztin mich nicht darauf hingewiesen (wie bei meiner Großen auf so viele andere Hebammenleistungen auch nicht…).

    Antworten
  11. Sabine
    Sabine sagt:

    Danke für Deinen Beitrag und Deinen tollen Blog! Eigentlich wollte ich schon vor diesem Update das ganze kommentieren, aber mit Baby im Haus bleibt dann eben doch das eine oder andere liegen.

    Mir ist mit meiner privaten Krankenkasse (Die Continentale) etwas Ähnliches passiert. Sie weigerten sich nach der Geburt meines Sohnes im letzten September, die Rechnung des Geburtshauses zu bezahlen – und zwar sowohl meine Vorsorgetermine, als auch die Geburt (zusammen fast 4000 Euro). In meinem Vertrag stand ausdrücklich, dass “sämtliche Hebammenleistungen” nach der üblichen Gebührenverordnung getragen werden. Das Geburtshaus bestätigte mir, dass nur solche Leistungen berechnet worden seien. Als ich bei der Krankenkasse anrief, war man wenig hilfreich, kurz angebunden und blieb dabei: der Wortlaut sei doch wohl klar. Ähm, ja, das dachte ich auch! Im Schreiben hieß es “stationäre Aufenthalte im Geburtshaus” würden nicht bezahlt. Also erklärte ich, dass ich nicht stationär dort war, ja dass es diese Option im Geburtshaus gar nicht gibt (!), sondern dass sich die Geburt meines Sohnes eben über zwei Tage hingezogen hat, wie das schließlich ab und zu vorkommen soll.

    Jetzt erklärte man mir, dass sei gar nicht das Problem, man könne es nicht bezahlen, weil das Geburtshaus die Rechnung gestellt hat, in meinem Vertrag aber “Hebammenleistungen” steht.
    Die Continentale: “Die einzelnen Hebammen hätten die Rechnung stellen müssen”
    Ich: “Ja, aber wenn ich Krankenhasu gebäre, stellt doch auch das Krankenhaus die Rechnung!”
    Die Continentale: “Das ist eben ganz was anderes”
    Ach.

    Daraufhin rief meine wirklich tolle Wochenbett-Hebamme bei der Versicherung an – auch sie wurde äußerst schnippisch abgefertigt. Ihr müsse man schließlich gar nichts sagen. Dann schaltete das Geburtshaus seine Anwältin ein und die Verwaltungsmitarbeiterin dort setzte sich mit meiner Krankenkasse in Verbindung. Insgesamt gab es eine Vielzahl von Telefonaten und als die Continentale merkte, dass ich nicht locker lasse und das Geburtshaus auch nicht, bekam ich schließlich – ohne weiteren Kommentar oder Erklärung – eine neue Abrechnung, in der nun alles, bis auf den letzten Pfennig bezahlt wurde!

    Das ganze hat mir eine Menge schlaflose Nächte und jede Menge Stress in der sensiblen Wochenbettzeit bereitet und ich ärgere mich immer noch darüber! Ohne das Geburtshaus hätte ich wohl nichts erreicht, obwohl ich im Recht war! Ich glaube, sie haben es einfach mal probiert. Manch einer hätte vielleicht früher aufgegeben und alles wortlos bezahlt. Einen Awalt kann ich mir nicht leisten (ich bin nur in einer privaten Krankenversicherung, weil ich mich für die Dauer meines Studiums festlegen musste) und als frischgebackene Mutter war die Angst mal eben mehrere tausend Euro aus eigener Tasche bezahlen zu müssen für mich wirklich existentiell.

    Ich finde es wirklich traurig, was gerade in der Geburtshilfe passiert. Alle sprechen davon, dass wir mehr Kinder bekommen sollen. Ich kann mir das nur vorstellen, wenn ich es auch selbstbestimmt tun kann. Mein nächstes Kind möchte ich zu Hause bekommen, aber ich habe Angst, dass die Versicherungen mir bald einen Strich durch die Rechnung machen. Wann wird die Politik endlich aktiv? Es ist nicht egal wie wir geboren werden und Geburt geht uns als Gesellschaft alle an!

    Antworten
  12. Julia
    Julia sagt:

    Gibt es da Unterschiede zwischen den verschiedenen Krankenkassen? Machen manche mehr Schwierigkeiten, als andere? Ich bin bei der DAK und am Überlegen, ob es sinnvoll ist in eine andere zu wechseln. Welche wäre hald dann die große Frage.

    Antworten
  13. Antonia
    Antonia sagt:

    Ja, ich habe gewusst, dass mir bei meinen Fehlgeburten Hebammenunterstützung zugestanden hätte. Als ich mir diese holen wollte, bin ich leider an eine Hebamme geraten, die scheinbar keine Lust hatte, sich um eine Missed Abortion in der 9. SSW zu kümmern. “Ja und was soll ich daran jetzt ändern?”, waren ihre Worte am Telefon. Danach hatte ich nicht mehr die Kraft mir noch Hilfe zu holen… Schön, dass nicht alle Hebammen diese Einstellung haben, sondern sogar für die Betreuung von Mamas von Sternenkindern kämpfen!

    Antworten
  14. Bettina
    Bettina sagt:

    Hallo Jana,

    ein sehr guter Artikel und prima Blog!
    Mir ist aufgefallen, dass sogar in deinem Post über die “Suche der richtigen Hebamme” der Hinweis fehlt, dass die Hebamme nach einer Fehlgeburt eine große Hilfe sein kann und die Krankenkasse dann auch die Hebamme bezahlt. Wahrscheinlich willst du den Schwangeren keine Angst machen?
    Aber im Fall einer Fehlgeburt ist es gut, wenn man eine Hebamme schon kennt, anrufen kann und sie einen danach zu Hause betreut.
    Alles Gute!

    Antworten
  15. liebe design
    liebe design sagt:

    Hallo liebe Jana,
    es ist echt ein Kreuz mit der Geburtshilfe, vor Jahren hat meine Schwester mir schon immer von ihren Schwierigkeiten mit der KK und dem Abrechnungverhalten erzählt und wie machtlos die Hebammen dem eigentlich ausgeliefert sind.
    Nun, meine Schwester hat, wie so viele andere auch, ihren Hebammenberuf aufgegeben.
    Auf der einen Seite kann ich es verstehen, sie ist schon seid mehr als 35 Jahren in der Geburtshilfe aktiv gewesen und bei ihr ist es mit dem Kampfesmut leider nicht mehr so gut bestellt. Sie ist zu sehr frustiert.
    Aber auf der anderen Seite kann ich es nicht verstehen, wie man seine Berufung an den Nagel hängen kann. Ach, es ist ein echtes Dilemma.
    Ich hecke in meinem Kopf so manche Idee aus, wie man tatkräftig etwas tun kann, schreibe die liebe Frau Alice Schwarzer an (die Frauenbeauftragte schlechthin, oder?), von der aber bisher nur eine oberflächliche Artikel-Empfehlung seitens ihrer Kollegin kam und schlussendlich ein stilles Ignorieren meiner Mails. Auch der liebe Herr Gröhe hat mit einem Floskelbrief, den er noch anderen schickte, geantwortet.
    Deshalb ist Dein Blog und Deine Präsenz super wichtig, Du hast schon einiges Potential, Aufmerksamkeit in Tatkraft verwandeln zu können, ansonsten hätte die KK nicht so schnell gehandelt – ihre Sorge, dass Ihnen womöglich die Kunden weg laufen…
    Ich drücke Euch Hebammen und der Geburtshilfe im Allgemeinen sehr die Daumen!!!
    Es kann einfach nicht sein, dass die Geburtshilfe – weltweit – so massiv krankt bzw. ausstirbt oder schon gestorben ist. Ein Globaler-Geburten-Kollaps.

    Lieben Gruß und weiterhin viel Kraft wünscht Dir,

    Sara Liebe

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagt:

      Hallo Sara, Frau Schwarzer ist leider nicht die richtige Anlaufstelle. Von der bin ich in der Beziehung echt enttäuscht.
      Herr Gröhe “nimmt die Angelegenheit sehr ernst” …seit einem Jahr!
      Du hörst schon: Ich bin auch maximal frustriert.

      Trotzdem danke für Deine Unterstützung!
      LG
      Jana

      Antworten
  16. Kathi
    Kathi sagt:

    Spanend finde ist ja das sich die Blöd Zeitung gleich des Themas angenommen hat, ob nun in Absprache mit dir oder nicht. Die werben doch schon seit einigen Jahren mit dem Begriff “Volkszeitung” warum schalten die dann nicht mal eine große, ich meine wirklich große Kampagne zum Thema rettet die Hebammen?

    Mit Poster Einleger, Pins und weiß der Geier was die ja auch schon bei anderen Themen durchaus gezeigt haben.

    Mein Kollege hatte sogar mal ein Handy von der Bild vor einiegen Jahren. Ein ganz einfaches, sah aus wie ein Werbe Taschenrechner. Er konnte aber damit telefonieren. Hieß auch “das Volkshandy”.

    Klar die betreiben einen fragwürdigen Journalismus aber in der Not frisst der Teufel Fliegen.

    Antworten
  17. Maria81
    Maria81 sagt:

    Hallo Jana!

    Du schriebst:
    “Ich war schockiert und traurig. Ist das echt so wenig bekannt? Ich schrieb nochmals an den Hebammenverband und schlug eine Kampagne vor. Aber die haben zur Zeit natürlich Anderes zu tun, als “Werbung” für Hebammenhilfe zu machen, wie wir alle wissen.”

    NEIN, NEIN, NEIN!!! Der Hebammenverband hat meiner Ansicht nach (fast) nichts Wichtigeres zut un als “Werbung” für Hebammenhilfe zu machen!!! Wie steht es treffend auf der Homepage des
    Konsortiums “Deutsche Naturwissenschaftliche Forschungssammlungen”?!
    “NUR WAS WIR KENNEN, KÖNNEN WIR SCHÄTZEN UND SCHÜTZEN”
    Ich bin selber auch schon aktiv mit einer gut umsetzbaren Idee an die Verbandsspitze herangetreten, aber der Funke ist nicht übergesprungen bzw die haben zur Zeit Anderes zu tun.

    Ich bin die Vorgehensweise der Öffentlichkeitsarbeit des DHVs langsam Leid. Jaaaaaaaaa, es ist sehr traurig, dass es den Hebammen soooooooo schlecht geht, aber der wirkliche Skandal ist, was tatsächlich verloren geht, falls es diesen Berufsstand und mit ihm die Hebammenhilfe nicht mehr geben würde. Ich bin auch Hebamme und könnte heulen, wenn ich sehe mit was wir zu kämpfen haben. Aber ich bin vor allem eine Frau im gebärfähigen Alter und habe Kinder und viiiiiel schlimmer finde ich die Tatsache, was an Menschlichkeit, Fachexpertise und psychosozialer Unterstützung für zukünftige Generationen für Frauen und Familien ggf ersatzlos wegfallen würde. Ich kenne diesen Schatz an Hebammenleistungen, denn ich bin Hebamme und habe alle Leistungen umfangreich genutzt. Aber die Öffentlichkeit weiß das leider viel zu wenig. Nicht nur im Hinblick auf die Betreuung rund um Fehlgeburten. Dort muss der Hebel der Öffentlichkeitsarbeit ansetzen, denn “Nur was wir kennen, können wir schätzen und schützen”

    Antworten
  18. Lydia
    Lydia sagt:

    Ich habe heute für eine Freundin versucht, eine Hebamme zu finden, die eine Fehlgeburt in der 8. Woche ohne Ausschabung begleitet. Die Hebamme war ziemlich irritiert über meine Anfrage. Sie wüsste jetzt nicht so genau welche Rolle sie dabei spielen solle, was sie da tun könne? Eine gute Freundin die tröstet wäre in so einer Situation doch sicher ausreichend hilfreich?
    Gut, dass es Seiten wie diese gibt, die aufklären! Ich werde weiter suchen und hoffe, dass das nur ein Einzelfall war.

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagt:

      Oh, das ist ja ärgerlich.
      Ich hoffe das war nur ein seltener Einzelfall.
      Natürlich gibt es Kolleginnen, die Berührungsängste haben, oder diesen Teil der Arbeit einfach nicht so gerne machen wollen.
      Aber das ist schon Teil des Gesamtpaketes.
      Viel Glück und liebe Grüße!
      Jana

      Antworten
  19. Kristin
    Kristin sagt:

    Hallo Jana,
    ich habe deinen Beitrag gestern gefunden und er hat mir wahnsinnig geholfen. Ich habe daraufhin meine Krankenkasse angesprochen und diese meinte, ich solle einfach mal eine Hebamme anrufen und mich erkundigen. Was ich jedoch dort teilweise für Antworten erhielt (AS in der 10. SSW mit Embryoentwicklung Stand 8. SSW reicht nicht als Begründung einer Fehlgeburt, das kriege man bei der Krankenkasse nicht durch) hat mich echt schockiert. Man merkt, man benötigt Hilfe, und keiner kann oder will einem helfen. Glücklicherweise rief mich abends eine nette ältere Hebamme zurück mit der ich jetzt am Freitag einen Termin habe. Aber auch meine Frauenärztin hat mir von dieser Art der Hilfe nicht berichtet, obwohl sie schon lange praktiziert.
    Ich finde deine Aufklärungsarbeit großartig und hoffe, das noch mehr betroffene Frauen deine Seite lesen und diesen Beitrag finden!

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagt:

      Liebe Kristin,
      vielen Dank!
      Ja es ist schwer und wird auch mit zunehmendem Hebammenmangel nicht einfacher werden. Trotzdem finde ich wichtig zu wissen, das es diese Möglichkeit zumindest theoretisch gibt. Ich freue mich, dass du zumindest im Finden einer Kollegin Glück hattest.
      Ich wünsche dir alles Gute!
      Liebe Grüße
      Jana

      Antworten
  20. Stefanie
    Stefanie sagt:

    Das Thema ist zwar schon älter aber für mich (leider) aktueller denn je…ich hatte im August 2016 eine stille Geburt in der 40. Ssw und meine WochenbettHebamme hat bei ihrem ersten Besuch sofort fest, dass sie mit der Betreuung von fehl und Totgeburten keine Erfahrung hat-trotz 20 jähriger berufspraxis. Das war zwar schade aber auch fair denn so konnte ich mir eine “passende” Hebamme suchen und das war mein großes Glück! Meine Hebamme war 1-2 mal die Woche bei mir und hat NIE auf die Zeit geachtet. Ich weiß dass sie bestimmt nicht alles bezahlt bekommen hat aber eins weiß ich ganz genau: sie hat meiner Krankenkasse definitiv die kosten einer teuren psychologischen Behandlung erspart denn diese hat SIE für mich und mit mir gemacht. Sie hat mich aufgefangen und auch bei meinem Mann und unserer 5jahrigen Tochter eine Menge bewirkt! LEIDER fing der Kampf nicht erst bei der Krankenkasse an sondern schon beim Frauenarzt: “was wollen sie denn mit einem Rezept für verlängerte Hebammenleistungen? Ihr Kind ist doch tod.” Fürchterlich so etwas zu hören wenn man nach Hilfe fragt…mein Hausarzt hat mir dieses Rezept ohne zu zögern sofort ausgestellt-das ist halt menschlich! Ich bin nun wieder schwanger und meine Hebamme ist nach wie vor (oder gerade jetzt?) meine wichtigste stütze-sie kommt auch vorbei wenn ich “nur” ein komisches Gefühl habe und beruhigt werden möchte/muss und erklärt auch meinem Mann immer wieder dass meine Ängste und sorgen normal sind-das ist eine unbezahlbare Hilfe!

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  1. […] großen Aufwand umsetzbar, wobei sich das sicherlich zukünftig noch mal ändern wird. Die ewigen Abrechnungsprobleme gibt es zwar weiterhin, aber so “richtig lieb gehabt” haben uns die Krankenkassen […]

  2. […] fangen wir dann oft eine Krise nach der anderen ab. Das ist wirklich harte Arbeit! Genauso wie das Begleiten einer Fehlgeburt. Ein stille Geburt und ein glückloses Wochenbett sind auch als Hebamme nicht immer leicht […]

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