Geburtsbericht: Spontangeburt nach zwei Kaiserschnitten

Geburtsbericht: Spontangeburt nach zweifachem Kaiserschnitt

Einmal Kaiserschnitt, immer Kaiserschnitt? Ganz bestimmt nicht! In vielen Kliniken wird Frauen – nach vorangegangenem Kaiserschnitt – zur Wahl gestellt, ob sie es diesmal spontan versuchen wollen, oder von vornherein einen Kaiserschnitt bevorzugen. Aber nach zwei Kaiserschnitten sieht das meistens schon ganz anders aus. Da wird doch eher davon ausgegangen, dass nun gleich eine Schnittentbindung (Sectio) geplant wird. Aber möglich, wenn auch selten, ist es auch spontan. Eine dieser Ausnahmen ist Marleen. Ihren Geburtsbericht hat sie mir zur Verfügung gestellt.

Marleen ist Mutter von drei Kindern. Die ersten Beiden kamen per Kaiserschnitt zur Welt. Bei der Geburt der einen Tochter kam es nach dem Setzen der PDA zum Geburtsstillstand, was sehr schade ist, denn der Muttermund war bereits nach zwei Stunden vollständig eröffnet. Während ihrer zweiten Schwangerschaft lagerte sie 20 kg Wasser ein und ihr wurde gesagt, dass sie es gar nicht erst spontan versuchen bräuchte – dass bringe eh nichts. Auch das ist wirklich schade, denn ohne Wehen lässt sich schwerlich voraussagen, wie sich ein Muttermund wohl unter der Geburt verhalten wird. Damals traute sie sich nicht zu widersprechen und willigte dem geplanten Kaiserschnitt ein.

Nach den Geburten freute sie sich zwar über zwei gesunde Mädchen, jedoch blickte sie wehmütig zurück: Ihr fehlten die Geburtserlebnisse, das Ankommen und Beschnuppern. Bei der zweiten Geburt bekam sie ihre Tochter sogar schon gebadet und angezogen überreicht. Das machte sie richtig wütend. Der Anfang fehlte ihr.
Sie fühlte sich, wie sie sagt, nicht als vollwertige Frau; nicht „in der Lage“ auf natürlichem Weg ein Kind zu gebären.

Drei Jahre später war Marleen erneut schwanger. Leider war es jedoch eine Eileiterschwangerschaft. Es folgten drei weitere Fehlgeburten und danach hatte sie mit dem Kinderthema eigentlich abgeschlossen. Aber das Schicksal hielt noch etwas für sie bereit…
Hier kommt der Bericht von Marleens dritter Geburt, die, entgegen allen Wetten, eine Spontangeburt werden sollte. Sehr spontan, wie ihr gleich lesen werdet. Das Ganze ist, wie immer, mit kleinen Anmerkungen von mir in lila versehen.

Schwanger und voller Zuversicht

Im Dezember wurde ich schwanger. Wir erfuhren es zu Weihnachten. Es war mir sofort klar, dass ich mir zeitnah eine Hebamme suche und die Ärzte nur das Nötigste machen lasse.
Mein erster Termin führte mich jedoch zur Frauenärztin. Dort sah ich sofort, dass alles richtig saß – am richtigen Platz.
Meine Beleghebamme lernte ich dann auch recht schnell kennen. Ich begrüßte sie mit den Worten: „Hallo ich bin Marleen und ich bekomme dieses Kind spontan!“ Sie hörte sich meine Vorgeschichte an. Die Gründe für die vorrangegangen Kaiserschnitte erzählte ich Ihr und sie meinte darauf: „Wir versuchen es einfach!“
Ja, ich wollte es probieren. Wenn es nicht klappen würde, wäre für mich der Kaiserschnitt völlig ok gewesen. Ich wollte ja nicht die Gesundheit meines Babys riskieren. Aber ich wollte es versuchen.

Risiken überall

Meine Frauenärztin empfand ich als sehr anstrengend. Sie war sehr genau und über alles immer sehr besorgt. Ja, ich war eine Risikoschwangere, aber nicht schwer krank.

Durch mehrere Fehlgeburten zählt man automatisch als Risikoschwangere. Allerdings sollte man versuchen, nach besonderer Vorsicht in der ersten Zeit, dann auch etwas Ruhe rein zu bringen. Denn jede Schwangerschaft ist anders und schließlich hatte Marleen ja nicht nur mehrere Fehlgeburten, sondern auch zwei gesunde Kinder bekommen. Ihr Körper hat also schon bewiesen, dass er eine Schwangerschaft ganz wunderbar meistern kann.
Auch eine vorausgegangene Sectio ist ein Grund für die Risikoeinstufung. Jedoch wird das erst im späteren Schwangerschaftsverlauf und unter der Geburt wichtig. Eine wichtige Aufgabe von Geburtshelfern ist es, der Frau Vertrauen und Sicherheit zu geben und nicht Panik zu schüren. Die nützt nämlich niemandem.

Deja vu

Aber in der 23. SSW wurde eine Zervixinsuffizienz festgestellt. Mich beunruhigte es nur ein wenig. Ich kannte das alles schon von der ersten Schwangerschaft und meine erste Tochter kam am ET.

Eine Zervixinsuffizienz bedeutet, dass der Halteapparat der Gebärmutter nicht so gut funktioniert, wie gewünscht. Der Gebärmutterhals verkürzt sich und es kann passieren, dass sich der Muttermund frühzeitig etwas öffnet. Schlimmstenfalls kann es dadurch zu einer Fehl- oder Frühgeburt kommen. Meistens steckt dann eine Infektion dahinter.

Ich ließ mich aber einweisen und bekam Lungenreifespritzen. Ich war im ständigen Kontakt mit meiner Hebamme.

Lungenreife bedeutet, dass die Mutter über zwei Tage hinweg eine Cortisonspritze verabreicht bekommt. Dies bewirkt, dass die Lunge des Babys – im Falle einer Frühgeburt – bereits in der Lage ist, sich zu entfalten. Gleichzeitig sollte sich die Mutter möglichst schonen, um genau diese Frühgeburt zu verhindern.

Dort wurde ich auch ständig vaginal untersucht, was mich wirklich nervte. Jeder maß etwas anderes. Ehrlich gesagt war es mir auch nicht so wichtig, ob 1,6 oder 1,9 cm. Naja, so genau weiß ich es auch nicht mehr.

Man sollte bei einer Zervixinsuffizienz möglichst selten untersuchen, da man mit dem Ultraschall eher noch Keime, die ja natürlicherweise in der Scheide vorhanden sind, in Richtung Muttermund schiebt. Und die ständige, mechanische Manipulation trägt auch nicht gerade zur Verbesserung der Situation bei.

Gegenwind

Natürlich war jedes Mal die Empörung groß, wenn ich sagte, dass ich dieses Kind spontan auf die Welt bringen werde. Dann kam immer: „Denken sie daran, dass ihre Narbe unter den Wehen aufreißen kann!“ (Uterusruptur) Die Wahrscheinlichkeit sei um 10% erhöht. Ich hatte andere, mehrere ärztliche Studien gelesen. Dort lag das Risiko bei 2%. Naja und immer wieder von allen ÄrztInnen die emotionale Erpressung: „Dann sterben Ihr Kind und Sie!“

Wie bitte?

Meine Frauenärztin war auch ganz erbost und meinte: „Nein Frau C., sie werden nicht spontan entbinden. In welches Krankenhaus gehen sie denn? Das macht doch niemand mit! Ich schicke sie jetzt in die Klinik. Sie müssen mal ruhig gestellt werden.“ Ich sollte ihrer Ansicht nach nur liegen. Ich dachte nur, mich stellt hier gar keiner ruhig. Ich bin eine erwachsene Frau!
Das Ende vom Lied war, dass sie mich – nachdem sie mich dreimal wöchentlich inklusive vaginalem Ultraschall sehen wollte – dann ab der 30. SSW gar nicht mehr sah! Ich ging nur noch zu meiner Hebamme!

Das wird ein Kaiserschnitt!

Bei dem Vorgespräch in der Klinik saß ich alleine beim Chefarzt. Meine Hebamme, die eigentlich mitkommen wollte, musste wegen einer Geburt spontan absagen. Er: „So Frau C., erstens: Aufgrund ihrer Adipositas passt ihr Kind eh nicht durch den Geburtskanal. Das sehe ich sofort! Das ist auch der Grund für die Kaiserschnitte und zweitens wird die Gebärmutterwand zu dünn sein und reißen!“ Obwohl ich recht selbstbewusst in das Gespräch reingegangen war, hatte ich auf einmal einen Termin zum geplanten Kaiserschnitt. Zwei Wochen vor ET sollte dieser stattfinden.

Ich rief gleich darauf meine Hebamme weinend an und meinte, ich bekomme jetzt doch einen Kaiserschnitt. Sie kam zu mir nach Hause und bat mich vorher noch, dass mein Mann dabei sein sollte. Sie fragte zuerst, was ich denn will, und dann, was mein Mann denn will. Wir besprachen alle Risiken und Situationen, die entstehen könnten.

Wahrscheinlich ungefähr so: Entweder, alles läuft ganz optimal, oder es gibt eben eine großzügige Kaiserschnittindikation. Das heißt, wenn es Probleme gibt, wird nicht lange gefackelt. Es besteht ein gewisses Ruptur-Risiko (also dass die Gebärmutter reißt), daher sollten verstärkende Maßnahmen, wie z.B. ein Wehentropf, möglichst nicht zum Einsatz kommen. Bei Wehen sollte die Klinik frühzeitig aufgesucht werden und nicht, wie in einer unbelasteten Schwangerschaft, ein großer Teil der Wehenarbeit zu Hause geleistet werden…

Eine Portion Chuzpe

Meine Hebamme holte sich in der Klinik das OK zur Geburt von einem der Oberärzte, dem sie meinen Fall schilderte. Dass der Chefarzt schon „nein“ gesagt hatte, erwähnte sie in dem Gespräch wohl nicht. Dank meiner wunderbaren Hebamme würde ich nun doch den Versuch wagen, spontan zu entbinden!

Es geht los! Geht es los?

Etwa 20 Tage vor ET hatte ich die ersten leichten Vorwehen. An dem Tag hatte ich auch leichte Blutungen. Meine Hebamme kam kurz darauf und stellte fest, dass der Muttermund 2-3 cm geöffnet war. Ich konnte beim Ertasten die Fruchtblase und das Köpfchen deutlich spüren.

Wenn der Muttermund sich zu öffnen beginnt, kann es immer zu einer ganz leichten Blutung kommen. Wir nennen sie Zeichnungsblutung. Sie markiert oft, aber nicht immer, den Geburtsbeginn.

Ab da an hatte ich jede Nacht vier Stunden lang Wehen, die veratmet werden mussten, leider alle fünf Minuten kamen und auch in der Badewanne nicht verschwanden. Sie hörten dann allerdings auch immer wieder von alleine auf.

Viele Frauen haben diese Fehlalarme. Das kann, wenn es häufiger vorkommt, sehr zermürbend sein.
Mit dem homöopathischen Mittel Caulophyllum habe ich in solchen Fällen ziemlich gute Erfahrungen gemacht, denn es hilft dabei, wie die Wanne eigentlich auch, mehr Klarheit in die Wehentätigkeit zu bringen. Bei Wehen, die sich wie Regelschmerzen anfühlen, wirkt das homöopathische Kombinations-Arzneimittel Spascupreel gut. Oder, ganz schulmedizinisch: Buscupan. (Alle Mittel sind natürlich nur in Absprache mit der Hebamme oder dem Gyn. anzuwenden.)

Sehr frustrierend kann ich euch sagen. Meine Laune war dementsprechend. Meine Familie hatte ganz schön unter mir zu leiden.
Sieben Tage vor ET machten wir nochmal einen kleinen Familienausflug. Dabei hatte ich mal wieder meine üblichen Vorwehen, die ich – wie gewohnt – schön veratmete.
Abends machten wir uns noch einen Kinoabend. Dabei immer ein leichtes Ziehen. Wir gingen dann alle schon um zehn ins Bett. Ich war ziemlich erschlagen von dem Tag!

Baby statt Blasenentzündung

Ab ein Uhr nachts wurde ich stündlich wach, weil ich Pipi musste. Dass fühlte sich irgendwie komisch an und ich dachte noch: „Och kacke, jetzt bekomme ich noch eine Blasenentzündung!“
Um vier Uhr tastete ich mal wieder meinen Muttermund, was ich seit zwei Wochen täglich machte, in der Hoffnung, der Muttermund würde sich weiter öffnen. Bis dahin hatte ich immer drei Zentimeter und eine kleine, sich darein-wölbende Fruchtblase gespürt. Diesmal bekam ich einen ganz schönen Schrecken: Ich spürte quasi nur noch Fruchtblase!

Der Muttermund war also schon sehr weit eröffnet!

Den Gedanken noch nicht zu Ende gedacht, kam die erste Wehe. Bei der wusste ich sofort: Jetzt wird es ernst!
Ich weckte meinen Mann und sagte nur: „Ruf meine Mutter und die Hebamme an!“ Ich konnte das nicht mehr tun, da die Wehen plötzlich ohne Pause kamen. Ich jaulte das ganze Haus zusammen, in der Hoffnung, den Schmerz noch verarbeiten zu können.
Meine Hebamme war circa zehn Minuten später da! Sie ging mit mir nach oben, untersuchte mich, und machte mir etwas Angst: Sie wirkte nervös…
Sie sagte nur: „Marleen, ich muss dir eine Spritze geben, weil – wenn du keine Risikogeburt wärst – würdest du jetzt gleich dein Baby zu Hause bekommen! Dein Muttermund steht jetzt bei sieben Zentimetern. Wir packen dich jetzt ins Auto und dann los.“

Sie hat wohl ein Wehen-hemmendes Mittel gegeben, um den Weg in die Klinik zu überbrücken.
Die Nervosität kam sicher durch die ungewöhnlich schnelle Eröffnungsperiode.

Wir haben dann eben noch meiner Tocher Nora Bescheid gesagt, die wach geworden war, dass die Oma unterwegs ist und sie sich keine Sorgen machen muss. Sie hat uns dann noch Schnittchen geschmiert….

Wie süß und gedankenvoll von einem neunjährigen Mädchen!

Mit Vollgas in die Klinik

Ich kann euch sagen, die Spritze war für den A… . Ich hatte immer noch Wehen. Ich schrie im Auto immer wieder: „Wir schaffen das nicht, wir schaffen das nicht!“ Circa 15 km Weg lagen vor uns. Gut, dass es Sonntagmorgens war und die Landstraße leer. Ich glaube, so schnell sind wir die Strecke noch nie gefahren und eine rote Ampel musste auch dran glauben!
Mein Mann hielt direkt vor dem Eingang, die Hebamme kam angerannt und wir beide dann ab zum Kreissaal. Dort angekommen, zog sie mir die Klamotten runter und ich ab aufs Bett. Boah war ich erleichtert, dort zu sein!

Sie kommt!

Kurz darauf sprengte die Hebamme meine Fruchtblase, um eine Sonde zu setzen, damit gewährleistet war, dass es Anneli gut geht!

Man macht das, wenn die externe CTG-Aufzeichnung nicht funktioniert, es aber wichtig ist, schnell zu wissen, ob es dem Kind gut geht.

Ich rief immer nur: „Ich schaff das hier nicht! Ich halte die Schmerzen nicht aus!“ Ich wollte das Lachgas haben. Das bekam ich auch. Tolles Zeug kann ich euch sagen. Es nimmt die Spitzen der Wehen! Es entspannt, macht einen aber nicht Gaga.
Kurz darauf merkte ich den Druck nach unten und das Verlangen mit zu schieben. Dann sollte ich mich auch schon auf den Rücken legen und nach zwei Presswehen war Anneli geboren.

Wow! Das war aber echt schnell!
Die Rückenlage kann ich mir nicht erklären. Hier hätte es, meiner Meinung nach, auch jede andere Position sein dürfen. Aber ich war ja nicht dabei…

Da lag sie nun auf meinen Bauch. Dieses wunderbare kleine Wesen, was neun Monate in mir gewachsen war. Es war so ein toller Moment sie zu riechen und zu spüren. Und ja, der Schmerz war sofort vergessen. Es war ein wenig so, als wenn die Zeit in Zeitlupe läuft und man in diesem Moment alles aufsaugt. Ich konnte sie beim Angekommen beobachten!
Vor allem das hatte ich bei den beiden Kaiserschnitten vermisst. Da waren sie schon durch so viele Hände gegangen. Meine Mittlere war ja sogar schon angezogen, als sie mir übergeben wurde. Es hört sich komisch an, aber meine dritte Tochter, war mein erstes Kind, das ich geboren hatte.

Traumgeburt

Ich bin meiner Hebamme so dankbar, dass ich diese für mich wunderbare Traumgeburt erleben durfte. Dieses Erlebnis gibt mir so viel Kraft daran zu glauben, dass man vieles Schaffen kann, wenn man es will.
Ach ja und mein Mann war die ganze Zeit ganz wunderbar. Er hat mir Mut gemacht, mich unterstützt und immer daran geglaubt, dass ich die richtige Entscheidung treffe, wie unser Kind auf die Welt kommt! Dafür liebe ich ihn umso mehr.
Warum es bei mir so schnell ging? Ich denke, das liegt bei uns in der Familie. Meine Mutter und meine Schwester haben ähnlich schnell entbunden. Bei meiner ersten Tochter ist der Geburtsstillstand aufgrund der PDA aufgetreten. Aber auch dort hatte sich mein Muttermund innerhalb von nur zwei Stunden komplett eröffnet.

Meine alte Frauenärztin – sie bekam ja automatisch den Geburtsbericht zugeschickt – beschwerte sich noch persönlich im Krankenhaus darüber, dass sie die Spontangeburt zugelassen zu haben. Es wäre unverantwortlich.

Verletzter Stolz? Eine Gratulation an die Klinik für die gute Geburtsleitung wär vielleicht angebrachter gewesen. Von einer Beglückwünschung der Mutter mal ganz zu schweigen.

Herzlichen Glückwunsch!

Ich hole das jetzt hier mal nach: Marleen, Respekt! Das hast du, gegen all die Widerstände, wirklich großartig gemeistert!

Eine Spontangeburt nach vorausgegangenem Kaiserschnitt – oder auch VBAC (Vaginal Birth after Ceasarien Section) ist schon etwas Besonderes. Daher werden sich vielleicht einige der Leserinnen hier nun fragen:

„Geht das immer?“

Nun ja: Erst einmal kommt es darauf an, aus welchem Grund die erste Sectio gemacht wurde und ob dieser Grund erneut besteht. Dann kommt es auch sehr darauf an, was die Mutter selbst möchte. Wenn z.B. die erste Geburt, die in einem Kaiserschnitt endete, sehr traumatisch erlebt wurde, kann es sein, dass sie sich eine heilende, schöne Vaginalgeburt wünscht. Aber genauso kann es sein, dass sie sagt: Wenn die Gefahr besteht, dass es wieder so schrecklich wird, dann nehme ich lieber gleich einen geplanten, geordneten Kaiserschnitt.
Natürlich wurde Marleen zu Recht als Risikokandidatin gehandelt. Denn, wie schon im Text erklärt, ist das Risiko für eine Ruptur unter der Geburt erhöht. Die Gebärmutter hat ja eine Narbe, und die kann unter Wehen natürlich eine Schwachstelle sein. Insofern ist hier eine sorgfältige Beobachtung der Frau nötig. Es gibt aber meistens Anzeichen, die solch ein Ereignis ankündigen. Daher halte ich eine intensive Betreuung (am Besten 1:1) und die Möglichkeit, auf Anzeichen schnell zu reagieren, für essentielle Voraussetzungen für eine VBAC.
Marleen hatte, durch die kontinuierliche Betreuung ihrer erfahrenen Beleghebamme bis in die in Klinik hinein, also die besten Voraussetzungen für eine gute, sichere Geburt.

Wie weit würdet ihr für eure Traumgeburt gehen? Was würde euch bei der Entscheidungsfindung am meisten helfen? Oder habt ihr sogar schon ähnliche Erfahrungen wie Marleen gemacht?



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67 Kommentare
  1. bauchundnase
    bauchundnase sagte:

    Leider lassen sich nur wenige Kliniken darauf ein, was ich wirklich schade finde. Denn es wenigstens zu versuchen, das sollte man den Frauen schon „gönnen“.
    Ich durfte ein mal eine Frau vor und nach der Geburt begleiten, dir ihr drittes Kind nach zwei vorangegangenen Sectios ohne Probleme spontan hat bekommen dürfen. Das hat den beiden sehr gut getan!!

    Antworten
  2. Tabea
    Tabea sagte:

    Hallo Jana,

    spannender Geburtsbericht. Schön, dass es für Marleen geklappt hat <3 … natürlich blöd, dass (Fach-)Menschen involviert waren, die sich nicht ganz so fachlich verhalten haben … macht es in der Situation ja nicht leichter.

    Zu deinen abschließenden Bemerkungen habe ich noch eine Frage.

    Ina May Gaskin schreibt in ihrem Buch Die selbstbestimmte Geburt darüber, dass die Rupturgefahr u.a. von der Art des Nähens beim Kaiserschnitt beeinflusst wird. Das findet bei jetzt vermutlich keine Erwähnung, weil ich davon ausgehe, dass die Art der Naht in deutschen Kliniken weitläufig ähnlich ist, soweit sie den Kaiserschnit nach der Misgav-Ladach-Techik (auch sanfter Kaiserschnitt genannt) operieren. Kennst du dazu weitere (deutsche) Stellungnahmen oder Einschätzungen?

    Abgesehen davon wünsche ich mir natürlich, dass wir irgendwann wieder sagen können, dass es damals (also heute) NOCH etwas Besonderes war, dass Frauen auch nach einem Kaiserschnitt spontan geboren haben. Auch wenn ich natürlich weiß, dass das derzeitige System nicht dazu einlädt daran etwas zu ändern.

    Herzliche Grüße,
    ~Tabea

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagte:

      Liebe Tabea, das Besondere an der Misgav-Ladach-Methode ist ja, dass die Eröffnung der Bauchschichten stumpf durch Reißen und Dehnen und nicht durch Schnitt mittels Schere oder Skalpell erfolgt. Das hat aber mit der Naht an der Gebärmutter erst mal nichts zu tun. Denn diese wird ja so oder so geschnitten und entsprechend genäht. Es gab aber – und in seltenen Einzelfällen kommt das immer noch vor – den sogenannten T-Schnitt. Dabei wird der Querschnitt an der Gebärmutter durch einen Längsschnitt ergänzt. Das ergibt ein auf dem Kopf stehendes „T“. Man hat das gemacht um mehr Platz zu schaffen. Diese Narben sind viel fragiler. Beide Rupturen, die ich in 16 Jahren Hebammentätigkeit erlebt habe, sind bei Zustand nach T-Schnitt entstanden. Ich schätze, diese Schnittart wird gemeint sein.

      Ich hoffe auch, dass Frauenwünsche einfach ernster genommen werden. Ich finde die Auswirkungen auf die Psyche werden einfach oft unterschätzt.
      Liebe Grüße
      Jana

      Antworten
      • Tabea
        Tabea sagte:

        Hallo Jana,

        vielen Dank für die Erklärung. Den T-Schnitt habe ich während meiner Zeit auf Wöchnerinnenstation nur einmal gesehen – und da kann ich mich erinnern, dass es einen sehr speziellen Grund für die Entscheidung gab, an den ich mich gerade jedoch nicht mehr konkret erinnere.

        Ich musste das Buch jetzt erst mal raussuchen, damit ich korrekt widergebe, womit ich dort konfrontiert war. Ob ich mich falsch erinnere.

        Aber nein. Sie bezieht sich dabei tatsächlich konkret auf die Misgav-Ladach-Methode.

        Sie bezieht sich auf die Ausführungen eines Pathologen und Fachbuchauthors namens Dr. Kurt Benirschke. Allerdings sind diese Erkenntnise bereits wieder älter (von 1999).
        Es gibt darüber hinaus wohl eine Studie aus Montreal mit 2142 Frauen.

        Es ist ein zu langer Abschnitt für ein Zitat.

        Im Resultat der Studie wird empfohlen weiter zu forschen und bei einem nachfolgend erwarteten Kinderwunsch lieber eine zweifache Verschlusstechnik der OP-Wunde, statt einem bei der OP-Methode üblicherweise stattfindenden Einmalverschlusses wählen.

        Ich hatte gehofft, du hättest davon gehört und kennst vielleicht zufällig diese Studie.

        Gaskin rät drüber hinaus in einer Schwangerschaft nach einem Kaiserschnitt vor dem Geburtsbeginn feststellen zu lassen, ob die Plazenta an der Gebärmutter angewachsen ist, wenn eine vaginale Geburt in Betracht gezogen werden soll. Das wird vermutlich per Ultraschall gemacht?

        Deinen letzten Satz finde ich noch einmal unglaublich wichtig. Frauenwünsche sind Teil des Menschenrechtes auf Selbstbestimmung. Und diese sind absolut ernst zu nehmen!

        Egal um welche Form der Geburt es geht.

        Ernst nehmen kann heißen zu begleiten, wenn eine Entscheidung für eine Geburtsform aus inneren Ängsten kommt. Aber eben auch zb. einen Kaiserschnitt zuzulassen, wenn diese Ängste oder ein Trauma aus der persönlichen Vergangenheit zu diesem Zeitpunkt nicht überwunden werden kann. Um ein Überwinden aber möglich zu machen, braucht es eine vertrauensbasierende Begleitung ab der Schwangerschaft in die Geburt hinein – für jede von uns. Was ja in der aktuellen Situation immer schwieriger wird.

        Und ernst nehmen bedeutet dann in der Folge aber auch, diese werdende Mutter in egal welcher Geburtsform in den erfahrungs- und forschungsstandgemäß besten Kontext zu bringen und alles zu tun, dass eine stärkende und gleichzeitig sichere Geburtserfahrung ermöglicht wird.

        Wir haben mit all unserem Wissen und all unserer Technik doch die besten Voraussetzungen. Schlimm, wenn wir beides ungenutzt lassen oder sogar missbrauchen.

        Auch wenn ich jetzt weit von meiner Frage abgeschweift bin. Ich bin sehr dankbar, für deine besondere Form Geburtsberichten einen Raum zu geben!

        Liebe Grüße,
        ~Tabea

        Antworten
        • Jana Friedrich
          Jana Friedrich sagte:

          Hallo Tabea, eine doppelte Naht kenne ich so nicht.
          Ob die Plazenta eingewachsen ist, kann man per US nicht sehen. Aber wahrscheinlich meint sie, man solle schaun, ob sie an der Stelle der Naht sitzt? Nach dem Plazentasitz schaut man ja sowiso.
          Wenn du die Studie findest, währe ich interessiert. Gerne per Mail.

          Ich liebe die Geburtsberichte und bin so dankbar für die vielen besonderen Geschichten, die ich geschickt bekomme. Danke für dein Lob!
          LG
          Jana

          Antworten
          • L
            L sagte:

            Ich hatte auch eine natürliche Geburt nach Sectio. Dabei habe ich viel gelesen, und da meine Freundin Hebamme ist, hab ich „aus Versehen“ auch mal in ihre Zeitschriften geguckt, da ging es um KS und ich habe nicht alles verstanden, aber da stand auch, dass die Art zu vernähen (ich kenn mich echt nicht aus, aber man sprach davon, wie man sticht, welchen Faden und wie fest man zieht usw) die Rupturwahrscheinlichkeit beeinflussen kann – aber mal ehrlich: In meinem Bericht, den ich nach Geburt 1 angefordert hatte, stand das so genau nicht… insofern….

      • carina
        carina sagte:

        Wieviele normale geburten nach t-schnitt hast du denn begleitet, die nicht ruptiert sind? Recherchier schon ne ganze weile und find kaum zahlen – bis auf eine forenseite, da wurde die wahrscheinlichkeit einer ruption mit 6% angegeben. Und wie wurde nach der ruption weiter verfahren? Bestand grosse gefahr fuer die frauen oder war das „aufraeumen“ im bauch einfach und schnell geschehen? Lieben gruss, carina

        Antworten
        • Jana Friedrich
          Jana Friedrich sagte:

          Liebe Carina, glücklicherweise sind T-Schnitte sehr selten geworden. Ich habe in all den Jahren nur zwei Frauen erlebt, die Zustand nach T-Schnitt waren. Es waren die dramatischsten Geburten, die ich je erlebt habe. Bei Beiden ist die Narbe rupturiert. Bei der einen Frau ungünstigerweise im Feuerwehrauto, auf dem Weg zur Klinik. Wir haben das Kind sofort bei Eintreffen in die Klinik geholt. Aber es ist schwer geschädigt auf die Welt gekommen. Die Mutter hat sehr viel Blut verloren. Bei der zweiten Frau konnten wir, obwohl sofort reagiert werden konnte, die Gebärmutter nicht mehr retten. Die Mutter nur gerade so – nach vielen Stunden OP. Das Kind war gesund.
          Also in meiner persönlichen Statistik sind es leider 100% Wahrscheinlichkeit einer Ruptur. Das sagt natürlich gar nichts aus. Ich kenne aber auch keine Statistiken. Es ist einfach so selten.
          Lieben Gruß
          Jana

          Antworten
          • carina
            carina sagte:

            Danke fuer deine antwort <3 das ist total traurig. Ich wuerd so gern natuerlich gebaeren, aber mein sohn kam in der 27ssw per notsectio mit t-schnitt zur welt… Naja, was soll ich noch grossartig sagen? Du hast deine sicht ja schon gut erklaert, alles andere – was mich betrifft – ist dann wohl ein fall fuer den psychologen. Ich wuensch mir so sehr, "das alles" durch eine natuerliche geburt "wieder gutmachen" zu koennen :/ danke dir, fuer deine antwort und ausfuerhung. Alles gute <3

          • Jana Friedrich
            Jana Friedrich sagte:

            Liebe Carina, das tut mir wirklich sehr leid! Ich bin sonst immer diejenige, die Frauen Mut macht eine spontane Geburt zu wagen. Du solltest das aber in der Geburtsklinik deiner Wahl besprechen. Ich habe in diesem Fall schlechte Erfahrungen gemacht und bin daher total vorbelastet.
            Ich wünsche dir alles, alles Gute! Und die psychologische Begleitung ist vielleicht ernsthaft eine gute Idee?
            LG
            Jana

  3. Jana
    Jana sagte:

    Auch ich habe den Traum noch ein zweites Mal schwanger zu werden, und dass es eine Spontageburt wird. Ich habe jetzt aber große Angst, dass es gar keine Hebammen mehr gibt, die mich so intensiv betreuen können. Die Situation der Hebammen ist ja so schlimm, dass es bald keine mehr gibt. Da bleibt mir ja dann nichts anderes übrig, als die Ärzte im Krankenhaus, die einen bevormunden.

    Antworten
    • L
      L sagte:

      Liebe Jana,
      bitte lass dich nicht entmutigen. Such dir einen Frauenarzt, der dich unterstützt und such dir eine Klinik, die dich unterstützt, wenn es zB keine Betreuung durch Hebis möglich machen oder wenn Geburtshaus nicht möglich ist…..
      ….ich bin ein echter Schisser, aber irgendwie wusste ich, dass das für mich sehr wichtig ist und ich habe mich diesmal „echt vorbereitet“ und es hat geklappt! :)
      Viel Glück und alles Gute!

      Antworten
  4. Stefanie
    Stefanie sagte:

    Wow, was für ein toller Bericht. Ich verstehe bei geplanten Kaiserschnitten nur aus der Sicht des Kindes nicht, warum man diese zwei Wochen vor ET macht? Damit es auf jeden Fall per Kaiserschnitt kommt? Ist es da nicht besser den Termin am ET zu setzten und zur Not bei vorheriger Wehentätigkeit sofort einen Kaiserschnitt zu machen?
    Ich würde mir für die Zukunft wünschen, dass Frauen die Angst vor der Geburt genommen wird, anstatt dass sie geschürt wird, wie es in vielen Frauenarztpraxen der Fall ist!

    Antworten
    • Anne
      Anne sagte:

      Soweit ich weiß liegt das an den Klinikabläufen. Es ist natürlich viel bequemer, eine geplante OP nach Zeitplan durchzuführen und nicht geplant ungeplant. Für das Kind (und auch für die Mutter, könnte ich mir denken) ist eine Sectio nach Einsetzen der Wehen besser, zB was die Lungenreife betrifft. Das weiß Jana aber bestimmt genauer?

      Antworten
      • Jana Friedrich
        Jana Friedrich sagte:

        Es ist von Klinik zu Klinik unterschiedlich, auf welchen Zeitpunkt der Kaiserschnitt gesetzt wird. Üblich ist irgendwas zwischen ein bis zwei Wochen vor ET. Es gibt auch Kliniken, die auf einsetzende Wehen warten (dann weiß auch das Baby das es los geht). Aber dann ist die Sectio natürlich nicht mehr gut zu planen, die Frau hat vielleicht kurz vorher eine Mahlzeit genossen…
        Die Lungenreife sollte mit der 34.SSW abgeschlossen sein. Aber Anpassungsschwierigkeiten haben Sectiokinder trotzdem öfters mal, wenn sie so unerwartet rausgeholt werden.

        Antworten
  5. Anne
    Anne sagte:

    Mir wurde bei meiner Abschlussuntersuchung nach der Sectio im Krankenhaus von der Ärztin gesagt (ohne dass ich danach überhaupt fragen musste), dass bei einer erneuten Schwangerschaft nichts dagegen spricht, es erneut spontan zu versuchen. Das fand ich ganz toll, ich kenne das durchaus auch anders..

    Antworten
  6. Rosalie
    Rosalie sagte:

    Ich finde sowas ein extrem zweischneidiges Schwert, denn Ärzte haben schon vielen Babys und Müttern das Leben gerettet und es darf nicht der Eindruck entstehen, die wollten einen nur abzocken. Aber ich kenne das auch, fiese Drohungen von Ärzten, unangemessene Sätze über tote Babys, auch wenn der Arzt zuvor das Baby für total unauffällig befunden hat. Oder einfach mal so in ‚wir machen das jetzt so‘ ohne irgendeine medizinische Indikation nennen zu wollen. Ganz schrecklich und passiert mir bei jedem Arzttermin, vor allem aber beim Gyn und im KH bei Assistenzärzten. Und das macht Frauen Angst. Was im oberen Fall beschrieben wird ist eigentlich schlecht, denn man sollte sich seinem Arzt anvertrauen können.
    Ich sage mir selbst auch immer, dass ich aus meinen Erfahrungen keinesfalls den Schluss ziehen darf, nix mehr mit Ärzten zu tun haben zu wollen, denn das wäre fatal. Aber was ist die Lösung für dieses Dilemma?
    Ich habe nun einige Erstgebärende kennen gelernt, die richtig gehend Angst haben. Deren Ärzten gehört wirklich der Kopf gewaschen. Wie soll Frau denn unterscheiden, was wirklich ein gerechtfertigtes medizinisches Eingreifen ist und was Panikmache?
    Allerdings sind Hebammen nicht mehr die Lösung, denn in absehbarer Zeit werden nur noch wenigen Frauen ausserklinisch Hebammen zu Verfügung stehen. Wir Frauen müssen also mit den Ärzten zurecht kommen und sie ertragen. Die Schulmedizin oder Schwangerenvorsorge zu vernachlässigen sollte keine Lösung sein.
    Mein Gyn formuliertes es zwar sehr unsympathisch, aber unrecht hat er nicht: Die Frauen sind anspruchsvoll geworden und die Kinder wertvoller.
    Das ist zwar ein menschenverachtender Ansatz, aber er verkauft den meisten Frauen $D US in 4wöchentlichem Abstand. Da muss man auch sagen ‚Wer’s braucht, der soll sich nicht wundern, wenn die Rechnung kommt.‘ Und die ist nicht nur mit Geld zu begleichen.

    Antworten
  7. Cerstin
    Cerstin sagte:

    Hallo Jana !

    Ich finde auch, dass Marleen es super gemacht hat. Herzlichen Glückwunsch! Beim Lesen hab ich richtig mitgefiebert und dachte :“ Ohhh, nicht, dass das Baby im Auto geboren wird..“
    Es freut mich sehr, dass ein VBA2C- Bericht in deinen Blog gefunden hat.
    Ich hatte auch eine Spontangeburt nach 2 Sectios, sogar zu hause.. auch für mich war es ausgesprochen heilend, jedoch ein langer (Aufarbeitungs-)Weg, der sich sowas von gelohnt hat.

    Ganz liebe Grüße von Cerstin

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagte:

      Liebe Cerstin, da sag ich stellvertretend für Marleen mal „Danke schön!“.
      Und dir auch Herzlichen Glückwunsch zum Mut zur Hausgeburt, nach zwei Sectio- Erfahrungen.
      Liebe Grüße
      Jana

      Antworten
  8. Heb Amme
    Heb Amme sagte:

    Schön, aber dennoch sehr fremdbestimmt und immernoch unnötige Störungen und Interventionen. Im Jänner dieses Jahres habe ich eine Hausgeburt nach 2 Kaiserschnitten begleitet. Ruhig, selbstbestimmt, aus eigener Kraft, in aufrechter Position, ohne Geburtsverletzungen. Dieses Risikodenken sollten wir endlich ablegen und sehen, was Frauen können, welche Ressourcen sie haben und uns auf das Hier und Jetzt konzentrieren, nicht auf das, was vielleicht in Zukunft passieren kann. Das ist Wahrsagerei, die nichts mit der Wirklichkeit zu tun hat und lediglich die Kaiserschnittrate in die Höhe bringt.

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagte:

      Liebe Heb Amme, jede Frau muss ja selbst für sich und ihr Kind entscheiden, wieviel Mut und „Risikobereitschaft“ sie aufbringt. Nach Sätzen wie im Text oben, finde ich es schon irre, dass Marleen sich überhaupt eine Spontangeburt zugetraut hat.
      Manche wählen den Hochsicherheitstrackt und manche wählen den Wald. Glücklicherweise gibt es noch vieles dazwischen.
      Marleen, jedenfalls war sehr zufrieden mit ihrer Geburt. Und das ist es doch, was am Ende zählt!
      LG
      Jana

      Antworten
  9. Lena
    Lena sagte:

    Ein Bericht, der Mut macht. Danke. Ich bin nach einer Sectiogeburt 2011 erneut schwanger und wünsche mir nun im Frühjahr eine Hausgeburt. Meine Gynäkologin rät nun auf einmal in jedem Falle davon ab, wegen der Rupturgefahr. Allerdings werde ich den Wunsch nicht los und möchte mir keine Angst machen lassen. Die Hebammen machen mir auch eher Mut. Bin gespannt, wo der Weg hinführt, ob wirklich zu Hause oder doch Klinik.

    Antworten
  10. Juliette
    Juliette sagte:

    Ein wunderbarer Geburtsbericht! Ich habe mich beim lesen sehr für Marleen gefreut dass sie diese positive Erfahrung machen konnte!
    Auch ich habe einen Kaiserschnitt hinter mir und wünsche mir für das nächste Kind nichts sehnlicher als eine spontane und natürliche Geburt. Vor allem durch meinen Beruf als Hebamme hatte ich mich besonders auf die Geburt meines Sohnes gefreut. War eher gespannt als ängstlich wie Wehen wohl für mich sein würden, ob die Badewanne und verschiedene Geburtspositionen mir Erleichterung verschaffen würden und wie es wäre den Kopf zu berühren wenn er geboren wird. Aber mir wurde ein Strich durch die Rechnung gemacht. Ab der 24. SSW litt ich unter Zervixinsuffiziens und lag mit Bettruhe im Krankenhaus. In der 30. SSW hielt er es dann trotz Tokolyse nicht länger in meinem Bauch aus und die Ärzte entschieden sich zum Kaiserschnitt. Gern hätte ich es trotzdem spontan versucht,aber er befand sich noch in BEL und die Ärzte waren der Meinung es wäre zu riskant. Im Rückblick ging einfach alles sehr schnell und als er dann da war und im Inkubator weggefahren wurde realisierte ich erst langsam was gerade geschehen war. Ich liebe ihn unendlich sehr und schaue nicht traurig zurück, aber beim nächsten Kind wünsche ich es mir trotzdem anders. Für mich und für das Baby!

    Liebe Grüße
    Juliette

    Antworten
  11. mom
    mom sagte:

    „Dann sterben Ihr Kind und Sie!“

    Der Arzt hat wohl den Kurs „Sensible Kommunikation mit Patienten und Angehörigen“ nicht belegt. Bei 2-10%igem Risiko, ähm hallo???

    Antworten
  12. Sandra
    Sandra sagte:

    Einen ähnlich unsensiblen Satz wie Marleen ihn schildert kenne ich auch.

    Meine erste Geburt endete im Kaiserschnitt, da mein Kind ein Sternengucker war und mir in einem überfüllten KH niemand helfen konnte. Dann Geburtsstillstand und dann eben Sectio. Ich habe lange mit dieser Geburt gehadert, da ich mir bei besserer Betreuung vorstellen könnte, dass es nicht zum Kaiserschnitt hätte kommen müssen.
    Die zweite Geburt verbrachte ich traumhaft schön in einem Geburtshaus. Leider gab es das gleiche Problem (Sternengucker), das Kind drehte sich trotz aller Bemühungen zu langsam und ich bekam starke Schmerzen im Bereich der Narbe, woraufhin ich ins nahegelegene KH verlegt wurde für eine Sectio (was in dieser Situation für mich allerdings völlig ok war).

    Was sagt die diensthabende Hebamme zur Begrüßung?

    „Vor nicht allzulanger Zeit wäre Sie und ihr Kind schon längst tod! So ein unverantwortliches Verhalten hätte Sie schon lange nicht mehr erlebt“

    Ich war reichlich bedient. Und meine Geburtshebamme, die mich ins KH begleitet hatte auch.

    Letztendlich würde ich mir noch ein Kind wünschen, wüsste aber nicht, ob ich eine spontane Geburt überhaupt wagen könnte oder wollte…

    Danke für den veröffentlichten Geburtsbericht!

    Antworten
  13. Isabella Ulrich
    Isabella Ulrich sagte:

    Danke für diese Geschichte.
    Ich arbeite gerade an einem Buch über natürliche Geburt nach einem Kaiserschnitt, und habe eine ganze Flut an Geburtsberichten von Frauen bekommen, die nach einem bzw. nach zwei Kaiserschnitten ihre Babys ganz spontan, und sogar unerwarteter Weise zuhause geboren haben, da alles so leicht von Statten ging. Es ist also möglich. Und nicht nur das: Es ist heilsam, und vor allem finde ich wundervoll, wie die Frauen ihre Kaiserschnitterfahrung reflektieren. Mich entsetzt, wie geburtshilfliche Fachkräfte an der Fähigkeit dieser Frauen zweifelten, ihre Kinder spontan zu gebären, und ihre Kraft und Motivation dadurch enorm schwächen. Einige Kliniken in Österreich sehen die VBAC als Standard-Prozedur, und verzeichnen eine 0% Rupturrate.

    Antworten
  14. Andrea Loges
    Andrea Loges sagte:

    Danke für den Bericht.
    Ich habe auch schon 2 Sectio hinter mir und habe eigentlich beschlossen keine Kinder mehr zu bekommen, weil ich eben nicht nochmal operiert werden möchte. Bei meiner Ältesten wäre ein KS nicht nötig gewesen, aber ich War jung und verunsichert. Bei der 2. Schwangerschaft wollte ich spontan entbinden, aber 1. waren es Zwillinge und 2. hat es sich der führende Zwilling ab der 28. Woche in meinem Becken sitzend gemütlich gemacht. Also hieß es wieder KS. Nun War ich sehr frustriert, da ich mich nicht als vollwertige Frau gefühlt habe. Jetzt habe ich das gelesen und denke mir, dass es vielleicht doch noch etwas werden könnte. Das einzige Problem, was ich sehen könnte, wäre, dass es am Gewicht scheitern könnte, weil meine 3 Kinder alle sehr schwer waren. (Tochter 4600g, die Zwillinge 3390g und 4270g). Oder ist das Gewicht nicht ausschlaggebend?

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagte:

      Liebe Andrea, ja das Gewicht wird immer mit berücksichtigt. Da kann man leider nichts versprechen.
      Aber – Hallo ? Du bist eine supervollwertige Frau! Du Hast drei Kinder geboren!!! Da ändert doch der Geburtsmodus nichts daran.
      Rede dir das nicht ein. Das ist Quatsch!
      Liebste Grüße
      Jana

      Antworten
  15. Lisa
    Lisa sagte:

    Hallo liebe Jana,
    stimmt es, dass Übergewicht eine Spontangeburt u.U. unmöglich machen kann, wie es der Chefarzt in dem Bericht sagt? Ich weiß, dass Übergewicht evtl. dem Kinderwunsch im Wege stehen kann, aber das mit der Spontangeburt ist mir neu. Ab wann wird das kritisch?
    Ich selbst bin (noch) nicht schwanger und stark am abnehmen, hab aber definitiv noch zu viel. Und es irritiert mich, dass alle (!) meine Bekannten ihre Kinder per Kaiserschnitt zur Welt gebracht haben. Ich wünsche mir, dass es bei mir anders ist, wenn es mal soweit ist. Ist das Risiko höher, dass es bei mir auch nicht spontan „klappt“?
    Liebe Grüße
    Lisa

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagte:

      Liebe Lisa, extremes Übergewicht kann manchmal ein Hindernis sein, dass ist aber nicht immer automatisch so. Letztendlich kann man wirklich nicht immer vorhersehen, wie eine Geburt verläuft. Wenn du gerne eine Spontangeburt möchtest, würde ich das auf jeden Fall auch anstreben.
      Lass dich bitte nicht verrückt machen, bevor du überhaupt so weit bist. – Dann natürlich auch nicht! ;-)
      Trau dir und deinem Körper etwas zu.
      Alles Liebe & gutes Gelingen!
      Jana

      Antworten
  16. Catarina
    Catarina sagte:

    Liebe Jana, ich habe Ihren Blog vor ein paar Tagen entdeckt und schon sehr viele und vor allem sehr nützliche Informationen gefunden – Danke für Ihre Zeit und Ihre Arbeit! Im Januar 2012 habe ich nach 13 Stunden Einleitung (vor dem ET, da laut FÄ es nicht mehr genug Fruchtwasser gab), 2 PDAs (ja, ich war von den Schmerzen völlig überwunden und vor allem absolut nicht vorbereitet…), nur 5 cm Muttermundöffnung und schlechte kindliche Herztöne, mein erstes Kind per Kaiserschnitt geboren – in einem anderen Land, mit einem ganz anderen System, wo es z.B. keine Hebammen gibt. Nun bin ich wieder schwanger (13. SSW) und würde gerne einen VBAC versuchen. Nur bin ich seit gestern sehr verunsichert, da meine FÄ (neue) der Ansicht ist, ich sollte einen VBAC nur in einer Klinik mit Perinatal-Abteilung versuchen wegen des Risikos eines Gebärmutterrisses. Hier, wo ich wohne, gibt es nur 2 Kliniken mit Perinatal-Abteilung und beide sind sehr grosse Kliniken, mit einem ziemlich schlechten Ruf was die Wöchnerinnenbetreuung angeht, z.B., und wo ich mir einen VBAC nur sehr schlecht vorstellen kann – insbesondere weil kaum eine freiberufliche Hebamme mehr Geburtsbegleitung anbietet, verständlicherweise… Bei uns um die Ecke gibt es ein kleines Krankenhaus mit Gynäkologie und Geburtshilfe-Abteilung, und sogar einen Hebammenkreisssaal, allerdings ohne Perinatal-Abteilung. Falls es Probleme unter der Geburt gibt, werden die Kinder zum naheliegenden Kinderkrankenhaus gefahren. Meine FÄ meinte aber, dies wäre aufgrund meines ersten Kaiserschnitts nicht sicher genug und dieses Krankenhaus wäre eigentlich nur für risikolosen Schwangerschaften – obwohl ich überhaupt keine Auffälligkeiten habe, gelte ich wegen des Alters (36) und des 1. KS als Risikoschwanger… Was halten Sie davon? Kann es sein, dass ein Krankenhaus, wo man Kinder gebären kann, auf Gebärmutterrisse nicht vorbereitet ist? Ich werde demnächst den Info-Abend des Krankenhaus besuchen, würde aber gerne eine generelle Meinung dazu haben. Entschuldigen Sie bitte den zu langen Text und Danke nochmals für den tollen Blog!
    Catarina

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagte:

      Liebe Catarina, ich finde es eine sehr gute Idee, zu dem Infoabend in dem kleinen Krankenhaus zu gehen. Ein Kaiserschnitt kann dort ja auch zur Not gemacht werden und auch bei der Erstversorgung eines Babys ist das Personal einer kleineren Klinik nicht hilflos. Solche Notfallmaßnahmen werden regelmäßig geübt. Meist gibt es eine gute Zusammenarbeit mit einer Kinderklinik. Im Falle einer Verlegung kannst du dich mit- bzw hinterher Verlegen lassen. Ich würde immer in das Haus gehen, in dem das was ich mir wünsche am ehesten Verwirklicht wird. Rede mit denen und schau, wie sie reagieren und wie du dich dort fühlst.
      Alles Gute &viel Glück!
      Jana

      Antworten
      • Catarina
        Catarina sagte:

        Ich wollte hier nur kurz berichten, dass meine Tochter am Ende auf natürlichem Weg zur Welt kam! Zwar in einer grossen Uniklinik, kurz vor einem erneuten Kaiserschnitt (sie war 5 Tagen nach ET und ich hatte keine Mut für eine zweite Einleitung) und, wenn ich jetzt darüber nachdenke, ziemlich nach Zufall: Da 2 CTGs nur eine unregelmässige Wehentätigkeit zeigten, wollte die Oberärztin wegen der Terminüberschreitung mechanisch einleiten. Da verlierte ich meine Mut und sagte, dass ich eine zweite Einleitung nicht schaffen würde und doch einen Kaiserschnitt möchte. Als die Hebamme die Rasiersachen holen ging, platzte die Fruchtblase und, siehe da, ich war schon fast 8 Zentimeter offen – das war um 15 Uhr und um 17.17Uhr war mein Mädchen da. Ist es eigentlich normal, dass man nur ein CTG macht und den Muttermund nicht tastet, trotz Wehentätigkeit? In dem Moment, kam ich blöderweise gar nicht auf die Idee danach zu fragen, aber wenn ich jetzt darüber nachdenke, kommt es mir schon komisch vor. Meine Hebamme konnte gar nicht daran glauben… Wie auch immer: Ich wollte nur sagen, es ist möglich, und auch wenn es keine „Bilderbuch-Geburt“ war (zu Hause, in der Wanne, mit Kerzen und Lieblingsmusik), bin ich sehr glücklich darüber!

        Antworten
        • Cerstin
          Cerstin sagte:

          Liebe Catarina,

          herzlichen Glückwunsch zurGeburt deiner Tochter!! Ich freue mich sehr, daß es diesesmal geklappt hat mit der Spontangeburt :-)
          Alles Gute,

          Cerstin

          Antworten
  17. Alltagsheldin
    Alltagsheldin sagte:

    Ein wirklich schöner Bericht der mit Mut macht. Den muss ich mir dann wohl bei der 3. Schwangerschaft noch einmal rauskramen. ;)
    Ich hatte zwei Not-Kaiserschnitte. Die erste Geburt war insgesamt der Horror schlechthin. Die zweite hingegen absolut traumhaft, auch wenn der Ausgang der selbe war.
    Nun denken wir über ein drittes Kind nach und ich informiere mich und lese Berichte darüber, inwiefern es „möglich“ ist, das 3. Kind dennoch natürlich zu gebären. Ich würde es wirklich gerne noch einmal versuchen dürfen, weiß aber nicht, inwiefern ich eine entsprechende Klinik finde. Wir leben sehr ländlich und wirklich in Frage kämen nur 3, wovon mir die eine, in der ich No2 geboren habe, die liebste wäre. Allerdings sprach sich der Arzt bereits letztes Jahr dagegen aus.
    Nun ja, noch ist es ja gar nicht so weit, aber ich werde alles versuchen, damit es klappt.

    Liebe Grüße,
    die Alltagsheldin

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagte:

      Liebe Alltagsheldin. lass es auf Dich zukommen und sprich ggf. noch mal in deiner Wunschklinik vor. Wenn es nicht anders geht, informiere dich zusätzlich wo anders.
      Ich kenne natürlich deine Vorgeschichte nicht. Aber du solltest alle Möglichkeiten ausschöpfen, wenn das dein Wunsch ist.
      Alles Liebe & viel Glück
      Jana

      Antworten
  18. Kevser Ekici
    Kevser Ekici sagte:

    Hallo ich habe sehr viel Mut bekommen nachdem ich das ganze gelesen habe. Ich selber bin in der 33. Schwangerschaft Woche und habe 1 Not sectio wagen vorzeitiger platzenta Lösung und einen normalen Kaiserschnitt hinter mir weil mir meine Ärztin nach dem Not sectio eine normale Geburt ablehnte und ich voller Angst damals einfach okey sagte. Heute mit meiner dritten Schwangerschaft bin ich auf der suche nach einer Klinik was für eine spontane normal Geburt bereit ist aber bis jetzt treffe ich nur Ärzte die mir sagen wollen sie sterben.Ich sei eine zu zierliche kleine Frau die es nicht schaffen würde und das sobald ich eine Wehe bekommen würde die naht aufplatzen würde weil meine Haut zu dünn sei. Ich möchte mich nicht verrückt machen aber stehe wirklich ratlos da wünsche mir wirklich eine spontane und normale geburt aber es gibt niemand der mich in dem Punkt unterstützt ausser mein Mann. Was könnte ich Unternehmen??? Habe auch nicht mehr viel Zeit
    Liebe Grüße und danke das ihr so etwas gemacht habt :-)

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagte:

      Puh, das ist natürlich eine sehr dramatische Vorgeschichte. Ich kann es schon verstehen, dass alle besorgt sind.
      Man muss schon eine sehr genaue Anamnese machen und genau verstehen, unter welchen Bedingungen du die vorz. Lösung hattest. Es gibt einfach ein deutlich erhöhtes Risiko – leider. Ich wünsche dir alles Gute für die Geburt, nach welchem Modus sie auch stattfinden wird.
      Liebe Grüße
      Jana

      Antworten
  19. M. F.
    M. F. sagte:

    Hallo,
    der Bericht ist echt toll – Danke dafür.

    Ich hatte auch 2 Sectio’s und bin Diabetikerin.
    Meine Tochter kam im August 2011 per KS zur Welt, da sie in BEL lag (37+5, 3.310g).
    Mein Sohn folgte nur 1 1/2 Jahre später im Februar 2013 (36+4, 3.630g).
    Habe es spontan versucht aber auf Grund eines Geburtsstillstandes nach PDA wurde es auch ein KS. Sie wollten mir keinen Wehentropf anhängen da ja das Risiko einer Ruptur „sehr hoch“ wäre…
    Noch auf dem Weg in den OP sagte mir der Arzt „das nächste Kind wird sofort per KS geholt“ – für mich, nach diesem langen Kampf, ein heftiger Schlag ins Gesicht.

    Wurde jetzt im Januar wieder schwanger, was aber leider eine ELSS war. Es wurde am 5. Februar das 1. Mal eine Bauchspiegelung durchgeführt, leider haben sie nicht alles sofort erwischt und ich durfte am 24. Februar nochmals unters Messer + Ausscharbung (die ich beim 1. Mal nicht wollte).
    Nach der nächsten Mens ist unsere Zwangspause vorbei und wir möchten es nochmal versuchen.

    Wie stehen die Chancen einer spontanen Entbindung nach 2 KS’s und 2 Bauchspiegelungen?
    Was kann man machen/sagen, dass sich ein Krankenhaus bzw. Arzt überhaupt darauf einlässt?

    Liebe Grüße

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagte:

      Liebe M.F., das kann ich dir wirklich nicht sagen. Du hattest nun insgesamt schon einiges an Bauch-OP’s. Ich denke du solltest dich (so das geht) bei zwei bis drei möglichen Geburtsorten vorstellen und mal hören, was die verschiedenen Ärzte dazu sagen. Betone einfach deinen Wunsch und schau mal wie die Reaktionen sind. Viel Glück!
      Jana

      Antworten
  20. Hofstetter-Müller
    Hofstetter-Müller sagte:

    Danke für diesen schönen Bericht! Das macht Mut! Ich hatte drei Kaiserschnitte. Im Herbst kommt mein viertes Kind zur Welt. Ich strebe auch eine Spontangeburt an…

    Antworten
    • Nora
      Nora sagte:

      Hallo das macht wirklich einen mut hab selber 4 mal ks gehabt und bin jetzt in der 30 woche schwanger ich würde alles dafür tun normal zu entbinden wirklich alles!!! Es würde mich wirklich sehr interessieren ob du eine normale Geburt hattest
      Lg

      Antworten
      • Cerstin
        Cerstin sagte:

        Hallo, liebe Nora.

        Magst Du hier vielleicht berichten, wie Deine Geburt war? Es würd mich sehr interessieren. Hab selber nach 2 Sectios eine Hausgeburt gehabt.
        Viele Grüße, Cerstin

        Antworten
        • Nora
          Nora sagte:

          Hallo liebe cerstin
          Ich bin jetzt in der 35 Woche schwanger und hab ein Krankenhaus gefunden das mir bei meinem Wunsch vileicht unterstützt am 5 Oktober hab ich ein Termin werde euch auf jeden Fall berichten ob es eine normale Geburt wird oder wieder ein Kaiserschnitt

          Antworten
          • Cerstin
            Cerstin sagte:

            Hallo liebe Nora,

            ich drücke Dir ganz fest die Daumen, dass sich Dein Herzenswunsch erfüllt! Und noch alles Gute für den „Endspurt“ . Lass es Dir gut gehn.

            Liebe Grüße, Cerstin

      • Yvonne
        Yvonne sagte:

        Hallo, mich würde auch interessieren, WIE es gelaufen ist? Kaiserschnitt? Oder normale Geburt? Liebe Grüße Yvonne

        Antworten
  21. S.K.
    S.K. sagte:

    LIebe Jana,

    danke für diesen Bericht. Er macht mir Mut, denn ich stehe stehe gerade vor der schwierigen Entscheidung, Kaiserschnitt ja oder nein. Ich habe noch genau 3 Wochen. Eigentlilch möchte ich keinen und es wirklich so versuchen, aber der Oberarzt sagte: Kaiserschnitt, da der erste auch einer war, Geburtstilstand, nur ca. 2 cm geöffnet und die Lütte wurde langsam unruhig. Außerdem bin ich sehr klein und der Lütte recht groß und schwer, was eben auch vom Oberarzt und meiner Frauenärztin bemängelt wird, verstehe irgendwie noch nicht so genau warum. Mein Mann war mit im Op Saal und hat mich begleitet. Insgesamt ging/ geht es mi rganz gut mit dem Kaiserschnitt, aber der Wunsch es spontan zu versuchen ist einfach groß. Ich bin ohne Termin nach Hause gegangen (nachdem der Oberarzt mich bestimmt 3 mal Fragte, wollen sie es wirklich so versuchen?), heulend und konnte mich bei dem Gespräch nicht konzentrieren und fühlte mich ganz klein. Habe nur das Wort gehört, auf Durchzug gestellt und geweint. Wie es der Frau im Bericht erging bei dem zweiten Kind, lieber nicht widersprechen, so geht es mir auch. Mein Mann steht hinter mir und steht mir bei, aber die Entscheidung am Ende liegt ja bei mir. Ich möchte mich und den Kleinen natürlich nicht gefährden. Ich kann keinen Termin machen, das wäre so endgültig und ich würde mir untreu werden, so fühlt es sich an.

    Danke für diesen Bericht!!!!!

    Antworten
  22. Christiane
    Christiane sagte:

    Hallo,

    auch ich durfte dieses Jahr nach zwei sekundären Sectios (2011,2013) das Wunder einer spontanen Geburt erleben.
    Für mich persönlich war die Geburt, aber ich glaube auch besonders die Schwangerschaft und somit die nochmalige Auseinandersetzung mit den vorherigen Geburten sehr heilsam. Durch eine ganz liebe Hebamme und eine sehr einfühlsame Frauenärztin habe ich gelernt, das positive in den beiden Sectios zu sehen, mich nicht mehr als „Versagerin“ zu fühlen, sondern es einfach zu akzeptieren. Vielleicht hat gerade auch das dazu geführt, dass es dieses Mal geklappt hat. Auch wenn ich natürlich auch einigen Gegenwind seitens der Klinikärzte bekommen hatte und nach langem kämpfen einen Sectiotermin am ET im Kalender stehen hatte. („Sie wollen doch auch lieber ausgeschlafene Ärzte.“) Habt Mut, hört auf euren Bauch! Mir Harmonie Hebamme vor dem Termin mit den Klinikärzten sehr geholfen mit dem Satz „Du musst dir klar sein, was du willst“.

    Antworten
  23. Nina
    Nina sagte:

    Hallo, danke für dem Bericht! Ich hatte bei meiner Tochter 12/2014 nach Einleitung mit Cytotec wegen path. CTG am ET, PDA, Wehentropf, Fruchtblasenöffnung (…), dann Geburtsstillstand bei 7 cm eine sekundäre Sectio (Kind lag auch als Sterngucker, später sagte mir die OÄ was von Kopfbeckenmissverhältnis, nachdem sie mich von außen als „schmal“ beurteilt hat), an der ich sehr zu knabbern hatte/habe. Nun bin ich in der 33. SSW und strebe eine HBAC an. Gestern war ich bei der Pränataldiagnostik und der Arzt hat mich anch dem Schallen der Narbe (4,56mm) leider wieder sehr verunsichert, obwohl ich eigentlich weiß, dass die Narbendicke gar nichts aussagt.
    Auch sagte er mir „Es muss ja einen Grund für die erste Sectio gegeben haben, warum sollte es diesmal natürlich klappen?“
    Da ich mir die erste Sectio nicht so richtig erklären kann ind vermute, dass sie ein Resultat der zahlreichen Interventionen und der mangelnden Betreuung war, war ich gleich wieder total verunsichert :( und habe mich gleich wieder unzulänglich gefühlt, dass ich es eben einfach nicht kann, natürlich zu gebären. Der Bericht wiederum hat mich gestärkt und ich hoffe, dass es bei mir ähnlich sein wird!
    Liebe Jana, kannst du mir deine Meinung dazu sagen (Narbendicke und vor allem Geburtsverlauf bei K1 und ob es wahrscheinlich ist, dass es wieder so laufen wird)

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagte:

      Hallo Nina, nein, das kann man nicht per Ferndiagnose beurteilen und in der Regel muss man erst mal schauen, wie es sich alles unter der Geburt entwickelt.
      Ich drücke alle Daumen! Liebe Grüße, Jana

      Antworten
      • Nina
        Nina sagte:

        Bei mir wurde es nach toller Eröffnung (als meine Hebamme kam, war der Muttermund komplett offen und ich kam mit den Wehen gut zurecht!) eine Resectio. Aber ich würde es immer wieder genauso machen. Mein Körper hat ganz toll funktioniert, aber mein Baby ist wieder als Sternengucker nicht ins Becken gerutscht. Nach der Verlegung haben wir auch im KH noch alles Mögliche probiert, aber sie war (auch schon Wochen vorher) nicht zu Bewegung zu bewegen ;) es wurde eine selbstbestimmte Resectio. Für mich eine Hausgeburt, bei der das Baby einen anderen Ausgang wollte :) diese Resectio hat mich tatsächlich auch eine Stück mit der ersten versöhnt. Bei einer potentiellen Nr. 3 möchte ich es aber gern wieder spontan probieren, wenn ich ein Kh finde, das mitmacht

        Antworten
  24. Tina
    Tina sagte:

    Hallo, ich hatte auch 2 KS. Und die 3. Geburt war dann endlich spontan, trotz sternengucker…. Es hat trotz aller Bedenken super geklappt und ging super schnell …. Würde es immer wieder so machen

    Antworten
  25. Stef
    Stef sagte:

    Hallo,
    Ich hab auch mal ne Frage betreffend der natürlichen Geburt nach Sectio. Ich muss da mal weiter ausholen…
    Meine 1. Tochter kam 2015 per geplantem KS zur Welt, da sie Spina Bifida hat (ihre Cele würde pränatal fetoskopisch gedeckt) und bei einer spontanen Geburt das Risiko für die Maus , sich an ihrem Rücken zu verletzen zu groß gewesen wäre.
    Jetzt bin ich wieder schwanger und mittlerweile bei 39+6 angekommen. Mein Plan war unbedingt eine natürliche Geburt zu schaffen, je näher der vET aber rückt, desto mehr Angst bekomme ich irgendwie vor einer Ruptur. Ich bilde mir ein, seit heute auch immer Mal wieder ein ziehen und reißen in der Narbengegend zu spüren… Vielleicht ist das aber auch Einbindung… Oh man… Bisher hat mir niemand von einer spontanen Geburt abgeraten…
    Gibt es frühe Zeichen für eine drohende Ruptur die ich unter der Geburt rechtzeitig merken würde?

    LG Stef

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagte:

      Liebe Stef, es gibt Zeichen. Aber nicht unbedingt frühe. Ich kann dir leider wirklich nichts raten. Das müssen deine behandelnden Hebammen und Ärzte tun.
      Ich wünsche dir aber alles Gute bei der Entscheidungsfindung.
      Liebe Grüße
      Jana

      Antworten

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  2. […] Dir Vorbilder. Einen tollen Geburtsbericht einer VBAC-Geburt gibt es auf dem hebammenblog von Jana Friedrich. Leider sieht man auch an diesem Bericht, wie stark […]

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