Kleine Geburt

Die kleine Geburt: Ein (Fehl)-Geburtsbericht

In diesem Artikel geht es um eine Fehlgeburt in der frühen Schwangerschaft. Ich habe lange überlegt, ob ich dieses Thema hier bearbeiten möchte, denn ich will damit natürlich niemandem unnötig Angst machen. Aber es ist nun mal eine Tatsache, dass Fehlgeburten vorkommen – und das leider gar nicht mal so selten. In sofern ist es ein Thema, das eine Vielzahl von Frauen betrifft und damit auch für diesen Blog relevant ist.
Bitte überlegt euch an dieser Stelle, ob ihr hier und jetzt weiter lesen möchtet, denn es folgt, neben einer kurzen thematisch, einleitenden Abhandlung, auch ein detaillierter Geburtsbericht.

Der verhaltene Abort

Man nimmt an, dass etwa 30 % aller Frauen im Laufe ihres Lebens einen Abort haben, ohne es überhaupt zu merken.
In verschiedenen Stadien der Schwangerschaft kann es zum Absterben des Ungeborenen kommen, wobei die Wahrscheinlichkeit eines Aborts nach der 12. Schwangerschaftswoche stark sinkt.
Die „Fruchtanlage“ wird aber nicht zwangsläufig auch gleich von der Gebärmutter ausgestoßen. Erst einmal kann es sein, dass das Kind zwar gestorben ist, die Schwangerschaft aber noch erhalten bleibt. Man nennt diesen Zustand “missed abortion” – verhaltener Abort. Und er wird in der Regel auch erst bei der nächsten Vorsorgeuntersuchung entdeckt. Denn da die Schwangerschaftshormone nur langsam abfallen, fühlen sich die betroffenen Frauen auch weiterhin schwanger und haben entsprechende Schwangerschafts-Symptome, wie Brustspannen oder Geruchsempfindlichkeit.

Ausschabung ist Standard

Das übliche Prozedere, nach der Entdeckung eines Abortes, ist die Einweisung in eine Klinik, wo schnellstmöglich eine Curettage (Ausschabung) vorgenommen wird.
Danach kann man, oft noch am selben Tag, wieder nach Hause gehen. Nach einer (meistens sehr kurzen) Krankschreibung, geht dann das normale Leben weiter. Leider, denn der psychische Aspekt wird in diesem Fall meistens sehr vernachlässigt.

Für viele Frauen ist das schnelle Beenden der Schwangerschaft ein guter Weg. Denn die Meisten finden es seltsam oder gar gruselig, eine nicht mehr intakte Schwangerschaft noch länger in sich zu tragen. Es gibt aber auch Mütter, die sich nicht so schnell davon verabschieden können. Schon einige Male bekam ich Anrufe von Frauen, die bei ihrem Gynäkologen die Diagnose „Abort“ erhielten und bei denen sich dann, auf dem Weg in die Klinik, die Emotionen ihren Weg bahnten. Sie fragten mich dann, ob es wirklich sein müsse: Die Curettage. Jetzt. So schnell?!

Alternative: Die Fehlgeburt „abwarten“

Nein, schnell muss es in der Regel nicht gehen.
Man kann, sofern die mütterlichen Blutwerte in Ordnung sind, auch noch damit warten. Bis man selber soweit ist, sich von der Schwangerschaft zu trennen oder sogar so lang, bis der Körper das Baby von allein gehen lässt.
Ich schreibe das hier unter Vorbehalt, denn es gibt Fälle, die die Curettage zwingend notwendig machen. Das sollte man also, im Falle eines Falles, individuell mit seinem Gynäkologen besprechen.

„Es ist von der Natur so gut eingerichtet, dass es (gemeint ist: die Fehlgeburt) auch ohne Operation geht. Würde das nicht funktionieren, hätte die Menschheit erst gar nicht überlebt.”

Das sagt Heribert Kentenich, ehemaliger Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe der DRK Kliniken Berlin, in einem Interview der Zeit-Online.
Da es extrem seltene Komplikationen geben kann, sollte dieses Abwarten natürlich unter ärztlicher Kontrolle geschehen. Für manche Frauen ist das Abwarten die deutlich bessere Option. Und zwar sowohl physisch, als auch psychisch. Hebammenhilfe steht einem übrigens in jedem Fall zu.

Du darfst entscheiden, welchen Weg du gehst!

Jede Frau sollte, nach entsprechend fachlicher Beratung, selbst entscheiden, welcher Weg für sie der richtige ist. Und für diese sehr persönliche Entscheidungsfindung hilft es manchmal, einfach nur zu hören, wie es anderen Frauen ergangen ist. Halitha, eine Blogleserin, hat mir von ihrer „kleinen Geburt“ berichtet und schrieb mir:

„Ich möchte nicht darüber sprechen, wie schlimm es ist, wenn man ein gewünschtes Kind (auch wenn es „nur“ ein kleiner Zellhaufen war) nicht am Ende einer glücklichen Schwangerschaft zur Welt bringen kann. Wie sehr es schmerzt, wenn alle Hoffnungen und Wünsche, die man für die kommende Zeit hatte, nicht eintreffen.
Ich möchte darüber sprechen, dass jede Frau eine Wahl hat. Sie muss nicht ins Krankenhaus gehen und sich ausschaben lassen, sich nicht sofort dieses „Gewebe“ herausholen lassen, weil es den Körper sonst vergiftet. Denn es gibt Frauen, die etwas mehr Zeit brauchen. Um sich zu verabschieden, um loszulassen. Es ist möglich abzuwarten, bis der Körper das Baby gehen lässt.“

Hier kommt Halithas intimer Bericht, in Form ihrer Tagebucheinträge aus dieser Zeit und wie immer, versehen mit kleinen Anmerkungen von mir in lila.

Meine kleine Geburt

13. August
Ich halte einen positiven Test in meiner Hand und kann es kaum glauben. Wir sind überglücklich. Ich muss mehrmals weinen vor Freude. Im April werden wir zu fünft sein, wir bekommen endlich ein drittes Baby!

01. September, 7. SSW
Mein erster Termin beim Frauenarzt. Ich bin sehr aufgeregt, mein Mann hat glücklicherweise frei und kann dabei sein. Ich erzähle meinem FA, dass man bei meinen Töchtern zu diesem Zeitpunkt bereits das Herz schlagen sehen konnte. Ich habe extra wieder diesen eher späten Zeitpunkt gewählt.
Er schallt lange und sagt immer wieder, dass es kein schlechtes Zeichen ist, wenn es lang dauert, dass ich mich nicht sorgen muss. Er untersucht auch meinen Eierstöcke und Eileiter genau, bis wieder meine Gebärmutter auf dem Bildschirm zu sehen ist.
Doch man erkennt nichts. Eine große, runde, intakte Fruchthöhle mit einem kleinen weißen Schatten. Nichts weiter. Ich bin beunruhigt, doch er druckt mir ein kleines Bild davon aus und ist guter Dinge. Nächste Woche soll ich wieder kommen, dann sieht man sicherlich schon viel mehr.
Mir wird noch Blut abgenommen, um den Beta HCG-Wert zu bestimmen.

Der Beta HCG-Wert (humanes Choriongonadotropin) steigt stark an, wenn eine Schwangerschaft eingetreten ist. Er ist im Blut und im Urin nachweisbar und daher auch Basis vieler Schwangerschaftstests. Bei einem Abort sinkt er langsam wieder ab.

Wieder zu Hause mache ich mir Gedanken. Was, wenn wir gar kein Baby bekommen werden?
Ich versuche die Gedanken weg zu schieben, aber es fällt mir schwer. Ich habe kaum Schwangerschaftssymptome. Das war bei den anderen beiden Schwangerschaften anders.

02. September

Ich erfahre meinen Beta HCG Wert, er liegt bei etwas mehr als 13000. Er ist durchschnittlich gut, aber ohne Vergleichswert kaum auswertbar.
Ich versuche mir weniger Sorgen zu machen und diese Woche bestmöglich herum zu bringen. Oft lege ich die Hand auf meinen Bauch und spreche in Gedanken zu unserem Baby. Dass es fleißig wachsen soll und wir uns doch so sehr auf es freuen, dass wir so lange auf es gewartet haben. Dass es sehr gewünscht ist, hier in unserer Familie.
Eine Freundin schreibt mir in dieser Zeit: „Aber jetzt gerade BIST du schwanger. So oder so. Versuch das Gefühl positiv zu sehen. Sollte das Kleine nur ganz kurz zu Besuch sein, ist es trotzdem dein Kind. Es ist kein „Nichts“. Ich muss weinen.

08. September
Der Tag vor dem nächsten Ultraschall. Ich habe große Angst und denke immer wieder darüber nach, was geschieht, wenn ich morgen erfahre, dass ich kein Baby bekommen werde. Ich muss immer wieder weinen und fühle mich so hilflos.
Wieder lege ich die Hand auf meinen Bauch, versuche in mich hinein zu horchen. In der letzten Woche hatte ich ein paar Schwangerschaftssymptome. Mutterbänderziehen, Heißhunger, Ekel, Harndrang, schlaflose Nächte, schmerzende Brüste. Kann das denn kommen, auch wenn das Baby in mir niemals lebte?
Eine meiner engsten Freundinnen bietet sich an, morgen mit mir gemeinsam zu diesem Termin zu gehen und ich bin dankbar. Mein Mann hat leider nicht frei bekommen. Ich denke immer wieder daran, wie es sein würde, wenn ich erfahre, dass das Baby nicht lebt, dass die Fruchthöhle leer bliebe. Wenn es endgültig ist, dass ich nicht glücklich schwanger sein werde. Dass ich im April keinem Baby das Leben schenken werde. Ich versuche den Gedanken weg zu schieben, aber es fällt mir schwer.
Ich überlege mehrmals, ob ich den Termin nicht einfach absagen soll. Lieber mit der Ungewissheit und der Hoffnung leben, als mit den harten Fakten. Aber natürlich sage ich nichts ab.
Ich google und lese nur unheimlich viel von Windeiern.
Windei. Welch grausames Wort.

9. September
Glücklicherweise muss ich nicht allein hier sitzen. Meine Freundin lenkt mich ab. Trotzdem kommt mir die Wartezeit unendlich lang vor. Die Sprechstundenhilfe fragt mich nach meinem Mutterpass, den habe ich noch nicht. Vielleicht bekomme ich ja auch nie einen….
Als ich aufgerufen werde, klopft mein Herz wie wild. Mir wird heiß und kalt. Noch einmal überlege ich kurz umzudrehen und einfach zu gehen, aber wer macht sowas schon.
Ich kläre meinen Arzt über meine Sorgen auf und frage ihn nach der Wahrscheinlichkeit, dass in der Fruchthöhle in meinem Bauch doch noch etwas gewachsen ist. Er schaut mich an und sagt: „Ganz ruhig, alles wird gut!“ Es klingt wie ein Versprechen.
Er schallt und ich schaue nicht hin. Als ich doch kurz hinsehe, sehe ich nichts. Nur die große leere Fruchthöhle.
Er schallt und misst erneut meine Eierstöcke. Fragt mich, ob ich Schmerzen habe. Ich verneine. Und überlege, ob er denn auch Seelenschmerzen meinen könnte. Die habe ich grad ganz arg.
Er schallt erneut die Fruchthöhle. Sucht lange, versucht es mit anderen Einstellungen, vergrößert. Doch da ist nichts. Kein Dottersack, kein Baby, auch kein weißer Schatten mehr.
Er fängt an zu erklären, während ich noch auf dem Stuhl sitze, sagt dann aber, ich solle mich doch erstmal anziehen, er erklärt mir gleich alles in einer angenehmeren Position.

Sehr vernünftig und ein Gütesiegel für den Frauenarzt. Ich denke ein ausführliches Gespräch sollte immer angezogen stattfinden.

Ja und dann erklärt er.
Ich versuche die ganze Zeit die Fassung zu bewahren.
Er erklärt, dass es wohl mal ein Baby gab, dass es vermutlich in einem sehr frühen Stadium (aus welchem Grund auch immer) aufgehört hatte zu wachsen. Dass es aus diesem Grund viel zu klein ist um im Ultraschall gesehen zu werden. Nur die Fruchthöhle ist sichtbar und knappe 1,5 cm groß. Klitzekleine 1,5cm voller Hoffnung waren das. Darin sollte es sich unser drittes Baby gemütlich machen.

Aber das hat es nicht.

Das Schicksal oder wer auch immer hatte wohl etwas anderes mit ihm vor.
Es ändert nichts daran, dass ich in diesem Moment todunglücklich bin und irgendwann doch in Tränen ausbreche. Mein Arzt bleibt ganz ruhig. Er erlebt sicher (leider) häufiger Frauen, die sehr traurig sind….
Ich schluchze, dass ich keine Ausschabung möchte, dass ich Angst habe mich narkotisieren und auskratzen zu lassen. Er beruhigt mich und erklärt, dass es keinen Grund für eine Ausschabung gibt. Dass ich auch einen natürlichen Abbruch abwarten könne, da mein Körper das sicherlich auch allein regeln kann. Er brauche dafür Zeit und ich die nötige Geduld, aber ich müsste mich nicht ausschaben lassen, wenn ich es nicht möchte. Ganz ruhig spricht er mit mir, sagt, dass es ihm leid tut und dass ich kommen solle, wenn die Blutung eingesetzt habe und wieder vorbei sei.
Dass ich aber unbedingt ins KH solle, wenn ich sehr stark blute, mich unwohl fühle oder Fieber bekomme.
Anschließend wird mir noch einmal Blut abgenommen. Routinemäßig – um dann den Fall des Beta-HCGs in meinem Blut nachvollziehen zu können.
Als ich das Behandlungszimmer verlasse, muss ich immer noch weinen und falle erstmal meiner Freundin in die Arme. Wir alle hatten uns Freudentränen erhofft und einen positiven Ausgang dieser Berg- und Talfahrt. Ich fühle mich einfach nur leer. Und traurig. So unendlich traurig.
Ob ich überhaupt noch mal ein Baby bekommen darf? Irgendwann?

Mein Mann kommt früher von der Arbeit und tröstet mich sehr. Ich muss den ganzen Abend weinen und wir erzählen es nun auch den Kindern. Wir erzählen ihnen, dass ich schwanger bin, das klitzekleine Baby in mir aber nicht lebt. Dass es zu klein, ist um es zu sehen oder zu spüren oder meinen Bauch wachsen zu lassen, aber dass wir uns nichtsdestotrotz sehr auf es gefreut haben und es auch schon liebten.

Die Große sagt, dass wir dann doch einfach ein anderes Baby bekommen können und die Kleine, dass man es sich eben nicht aussuchen kann. Wie Recht die Beiden haben!
Und mir fällt auf, dass ich es gar nicht richtig akzeptieren kann, ein Baby zu verlieren. Medizinisch betrachtet gab es keines und ich habe nie eines gesehen. Keinen Herzschlag. Nur diese unheimlich leere, schwarze Fruchthöhle. Ich denke an all die vielen Frauen, die lebendige, strampelnde, Fruchtwasser schluckende Babys verlieren, weil das Babyherz einfach aufhört zu schlagen. Wie schrecklich es sein muss. Und wie ich „nur“ um diese leere Blase in mir trauere…
Mein Herz schmerzt, aber mein Kopf fragt kontinuierlich, warum ich mich so aufführe.
Führe ich mich wirklich auf?

10. September
Mein HCG liegt bei über 35000. Mein Körper hat es also noch nicht verstanden… Vermutlich bin ich von der Abbruchblutung noch sehr weit entfernt.
Ich lese mir immer wieder dieses Tagebuch durch und fühle mich danach gestärkt. Aber auch ängstlich. Ob ich auch noch einen ganz Monat in meinem Zustand verbringen muss? So zwischen schwanger und nicht schwanger? Mit einem unsichtbaren Baby im Bauch, das mein Herz jedoch sehr gut spürt?Ich koche mir eine Hühnersuppe und friere einiges für die „Zeit danach“ ein.
Im Internet finde ich kaum etwas über natürliche Abbrüche oder begleitete Fehlgeburten.
Aber ich traue mich endlich im Geburtshaus anzurufen und bin froh, als ich die Zusage bekomme. Ich werde unter der „kleinen Geburt“ betreut werden. Vielleicht sogar von der Hebamme, die unsere Kleine zu Hause entbinden sollte.

September (10. SSW)
Mein Arzt hatte mir gesagt, dass ich mir jederzeit die Überweisung zur Ausschabung abholen kommen könne, wenn ich sie wollte. Und jeden Tag überlege ich, ob ich sie möchte.
Ich habe große Angst vor der OP. Auch wenn es eine Routine-Operation ist, so ist es doch eine Operation. Nicht umsonst sollte die Geburt unserer Kleinen zu Hause stattfinden. Krankenhäuser verunsichern mich und wenn ich nicht zwingend in einem liegen muss, betrete ich es nicht freiwillig. Irgendwie habe ich immer den Eindruck, Krankenhäuser kranker zu verlassen, als ich sie betreten habe.
Mein Leidensdruck ist groß und ich kann meinen Zustand mitunter kaum ertragen. Aber meine Alterative, die Ausschabung, mag ich noch viel weniger ertragen.
So vergeht jeder Tag und ich habe ja auch meinen Alltag. Zuviel grübeln darf ich nicht. Daran denken und überlegen, warum es so gekommen ist, bringt mir nichts. Stattdessen versuche ich, es zu akzeptieren und ich bemerke, dass die größte Verzweiflung langsam abklingt. Die Traurigkeit bleibt. Und die Angst, dass ich vielleicht nie wieder ein lebendes Baby unterm Herz tragen darf.

23. September
Meine Hebamme besucht mich zum ersten Mal in dieser Schwangerschaft. Sie hat mich schon während der Schwangerschaft mit unserer Kleinen betreut.
Ich bin ihr sehr dankbar, dass sie zu mir nach Hause gekommen ist und ich im Geburtshaus nicht auf viele kugelrunde Frauen treffen muss.
Ich weine die meiste Zeit während unseres Gesprächs und ich werde sehr viele Sorgen los.

Ich sage ihr, dass ich glaube unser Baby noch zu sehr festzuhalten. Dass deshalb vielleicht keine Blutung einsetzt und ich erst noch annehmen muss, ein Baby zu verlieren und nicht nur eine leere Hülle. Dies fällt mir noch immer sehr, sehr schwer. Meine Hebamme akzeptiert meinen Wunsch eine Ausschabung zu umgehen und unser Baby natürlich gehen lassen. Sie sagt „kleine Geburt“ dazu und ich fühle mich sehr verstanden von ihr. In anderen Ländern sei es die Regel und Normalität eine Fehlgeburt natürlich von statten gehen zu lassen. In Deutschland ist es jedoch nicht mehr der Standard. Daher gäbe es leider auch kaum noch Erfahrungswerte. Aber sie geht diesen Weg mit mir und hat keinerlei Sorge.
Sie verabschiedet mich mit der Aufgabe, mich von unserem Aprilbaby zu verabschieden und bei starken Blutungen nicht zu erschrecken. Es müsse stark bluten, damit alles herausbluten kann. Und ich werde auch Schmerzen haben, sagt sie. Vielleicht möchte ich mir lieber Schmerzmittel aus der Apotheke besorgen. Es wird kein schöner Weg, ein trauriger Weg, ein schmerzhafter Weg, aber _mein_ Weg. Und auch wenn kein „richtiges“ Baby bei der kleinen Geburt geboren werden wird, werde ich viele Hormonumschwünge mitmachen müssen. Je nachdem, wie mein Körper damit umgeht. Bei zu starken Blutungen, Schwindel oder Fieber solle ich bitte ins KH gehen und nicht zögern.

Muss ich nicht erklären – ist klar, oder?

Beim nächsten Mal will sie Globuli mitbringen, die den natürlichen Abgang unterstützen sollen.
Ich gehe sehr erschöpft und müde, aber auch zufrieden, aus diesem Gespräch heraus. Ich bin sehr dankbar, dass sie so offen mit mir gesprochen hat.

25. September
Mein Körper ist nach wie vor im Schwangerschaftsmodus und mein Bauch wächst immer ein klein wenig mehr. Nur ein kräftiges Unterleibsziehen erinnert mich daran, wie es in meinem Bauch arbeitet und dass vielleicht bald eine Blutung einsetzt.

29. September (11. SSW)
Ich habe eine klitzekleine Schmierblutung und bin voller Hoffnung, dass es demnächst „los geht“. Ich bin glücklich und traurig zugleich. Zwischen den Extremen zu sein kenne ich inzwischen gut.
Ich filze ein Bild*. Symbolisch. Zum Abschied und als Erinnerung. *(das Titelbild)

Falls sich jemand wundert: Natürlich ist hier eine Krankschreibung durch den Gynäkologen angebracht – also möglich.

02. Oktober
Meine Hebamme ist wieder da und lässt mir das homöopathische Mittel da, das ich nun über das Wochenende nehmen werde.
Während ich die Globuli einnehme, bemerke ich aber, dass dort immer noch ein kleiner Zweifel in mir steckt. In der 8. SSW war ich das letzte Mal bei meinem Arzt zum Ultraschall. Vielleicht hat er ja doch nur das Baby übersehen? Vielleicht ist es ein kleiner Eckenhocker? Sollte ich das Mittel wirklich weiter nehmen und auf Blutungen warten?
Diese kleine Hoffnung ist immer in mir gewesen. Natürlich ist mir bewusst, dass da auch der übergroße Wunsch aus mir spricht ein Baby zu bekommen, glücklich schwanger zu sein. Doch der letzte Zweifel lässt mich nicht los. Die Schmerzen im Unterleib werden immer stärker.

3. Oktober
Ich entscheide mich, doch nochmal zum Arzt zu gehen und mache mich auf in die Klinik, da Feiertag ist. Ein schlechtes Gewissen habe ich, weil ich „nur deswegen“ den Ärzten in der Klinik zur Last falle, aber ich brauche die Gewissheit.

Das darf man natürlich immer tun und geht damit ganz bestimmt niemandem auf die Nerven!

Mehrere Stunden warte ich vor dem Kreißsaal und sehe viele Schwangere vorbei ziehen.
Als ich endlich aufgerufen werde und der Stationsärztin mein Anliegen erkläre, schaut sie mich mit großen Augen an und fragt mich, warum ich überhaupt hier sei und was sie jetzt tun soll. Ich erkläre ihr, dass ich Schmerzen habe und Sorge, es könnte sich evtl. um eine Entzündung handeln.
Sie reagiert mit absolutem Unverständnis, warum ich überhaupt hier säße und nicht schon lange bei der Ausschabung gewesen sein.

Nee, oder?

In diesem Moment ist mir klar, was mich in den nächsten Minuten erwartet und ich versuche mir ein dickes, imaginäres Fell anzuziehen und mir meine Argumente bereit zu legen.

Widerwillig führt sie doch einen Ultraschall durch, zeigt mir auf dem Bildschirm die große, leere (bereits deformierte) Fruchthülle und die vielen Einblutungen rund herum. Noch während ich auf dem Stuhl sitze, holt sie die Chefärztin dazu, die dann das gesamte Fass der Horrorszenarien aufmacht: Das Alles habe ja gar keinen Sinn und mein Körper wird das nicht allein schaffen, auf keinen Fall. Wie leichtsinnig ich sei, und dass ich eine Entzündung nur provoziere. Dass ich, wenn ich so weiter mache, nie wieder schwanger werden kann und zur Besinnung kommen soll. Oder möchte ich etwa zu Hause verbluten?

Das ist falsch! Solange die Entzündungswerte nicht steigen, und es zu keiner Blutung kommt, wird nichts Schlimmes passieren. Sehr häufig kommt es zu Abbruchblutungen, bei denen die betroffenen Frauen noch nicht einmal wussten, dass sie schwanger waren. Wie gesagt, abzuwarten ist nicht unbedingt das übliche Vorgehen, aber eben möglich. Ich finde, hier muss sich die Schulmedizin, sofern das möglich ist, auch den Wünschen der Frauen öffnen.
Eine Ausnahme stellt tatsächlich die Blasenmole dar, bei der es in ca. 20 % der Fälle zu einer bösartigen Veränderung der Zellen kommt. Hier ist dann tatsächlich (nach einer entsprechenden Diagnose) ein anderes Vorgehen nötig.

Beide reden auf mich ein, dass eine Ausschabung unumgänglich und sehr dringend sehr. Wie mein Arzt mich nur bis zur 11. Schwangerschaftswoche hat gehen lassen können! Ich lehne dankend ab, erkläre mich noch kurz (und bereue es hinterher), ziehe mich an und gehe. Mein Mann holt mich ab.
Vorher erhalte ich noch meine Blutergebnisse: Die Entzündungswerte sind sehr gut und mein Beta-HCG ist von 35000 auf 26000 gefallen.
In meinem Körper arbeitet es und bestimmt setzt die Blutung bald ein!
Ich gehe gestärkt aus diesem Erlebnis heraus und bin mir sicher, dass ich diesen Weg gehen will.

6. Oktober (12. SSW)
Ich habe wieder eine leichte Schmierblutung und das Gefühl, dass die kleine Geburt nicht mehr lange auf sich warten lässt. Es zieht immer wieder kräftig in meinem Unterleib.

08. Oktober
Die Blutung ist nun periodenstark. Und ich habe viele kleine Wehen. Aushaltbar, aber unangenehm.
Ich leihe mir von unserer Nachbarin einen Gymnastikball, weil ich von meinen beiden glücklichen Geburten weiß, dass mir Bewegung hilft.

10. Oktober (13. SSW)
In der Nacht sind die Schmerzen stark. Um 3 Uhr wache ich auf und kann nicht mehr schlafen. Ich wecke meinen Mann und er macht mir eine Wärmflasche. Ich habe richtige Wehen, die ich leise vertönen muss. Ich wandere durch die Wohnung, muss weinen. Ich bin so traurig, dass diese Schwangerschaft nach so kurzer Zeit schon enden muss. Wir wollten doch so gern ein Baby. Gemeinsam. Ich muss an die ganze lange Zeit denken, die ich nun warten musste und wie schrecklich und gut diese Zeit zugleich war. Ich habe auf die Geburt gewartet, wie ich vorher noch nie auf eine Geburt habe warten müssen, da unsere beiden Mädchen deutlich vor Termin geboren wurden. Doch diesmal musste ich Geduld haben und aufbringen.
Jetzt, wo der Tag gekommen ist, bin ich dankbar, dass ich ihn endlich erlebe und nicht mehr warten muss. Ich bin auch glücklich, dass mein Körper wie auch meine Seele, endlich bereit sind loszulassen.
Und trotzdem bin ich unendlich traurig.

Ich bemerke, wie bei jeder Wehe Blut und Gewebe ausgestoßen wird, danach ebben die Schmerzen kurz ab. Es ist wirklich viel Blut, das ich verliere. Entsprechend viel versuche ich zu trinken und moderat zu essen. Ich fühle mich zu keiner Zeit schlapp. Dennoch habe ich mir nicht vorgestellt, dass ich tatsächlich einen solch starken Wehenschmerz ertragen muss. Das ist gemein, aber ich bereue es zu keinem Zeitpunkt. Es ist mein Weg. Ich schwanke immer wieder zwischen Traurigkeit und Zufriedenheit, weil ich weiß, was mein Körper gerade leistet.
Um 6:30 Uhr ist das Ärgste überstanden und am nächsten Morgen wird die Fruchtblase geboren. Sie ist deutlich erkennbar, jedoch fest von Gewebe umschlossen.

Ich habe es geschafft – zu Hause!

Mein Beckenboden fühlt sich jedoch tatsächlich so an, wie kurz nach einer Geburt und ich versuche ein kleines Wochenbett einzuhalten. Mein Mann umsorgt mich rührend und auch die Kinder sind sehr behutsam mit mir. Dennoch spüre ich das Hormonchaos in mir und muss immer noch viel weinen. Auch nach meinen beiden glücklichen Geburten hatte ich einen starken Babyblues. Diesmal bemerke ich ihn auch. Zwei Tage nach der kleinen Geburt schüttelt es mich regelrecht und ich bin so verzweifelt, wie kurz nach der Diagnose „leere Fruchthöhle“. Ich habe gleichzeitig auch große Angst, dass es einfach nicht sein soll und wir kein drittes Kind bekommen werden. Niemals.
Es dauert etwas, bis es mir wieder besser geht. Und ich glaube, dass mir vor allem die vielen Gespräche mit meinem Mann geholfen haben. Und die Hühnersuppe!

Eine stärkende Suppe zu kochen, finde ich sehr vorausschauend von Dir. Du hast hier wirklich gute Selbstfürsorge betrieben. Ich empfehle gerne eine Kraftsuppe für das Wochenbett. Dies ist übrigens auch eine ganz liebe, fürsorgliche Aufgabe für nahe Freunde oder Verwandte. Diese sind mit der Situation ja oft selbst sehr überfordert und können so, ganz dezent aber liebevoll, ihre Anteilnahme ausdrücken.

16.Oktober
Ich sitze wieder mit einem Herz, das mir bis zum Hals schlägt, beim Frauenarzt, um den Kontrollultraschall nach der Abbruchblutung machen zu lassen. Ob tatsächlich alles abgeblutet ist?
In den letzten Tagen nahm die Blutung deutlich ab und war nur mehr ein Ausfluss.
Mein Arzt spricht positiv und beruhigend mit mir, trotzdem bin ich sehr aufgeregt.
Und als er beginnt zu schallen, dauert es eine Weile, ehe er wieder mit mir spricht. Er vermisst meine Gebärmutter und die Eierstöcke, ehe er mir sagte, dass nicht Alles abgeblutet sei. Es befindet sich nach wie vor Schleimhaut in der Gebärmutter. Die Fruchthöhle und der Großteil des Schwangerschaftsgewebes sind abgeblutet, aber ein beträchtlicher Teil leider nach wie vor in mir.

Es war furchtbar für mich!

Ich fühlte mich bestraft und betrogen und fragte mich, warum ich das denn nun alles mitgemacht habe, wenn es ja doch nichts gebracht hatte… Ich war traurig und sehr enttäuscht.
Ich fragte, ob die Ausschabung nun unumgänglich sei.
Und er sagte, dass sie nicht zwangsläufig folgen müsse. Er wollte zunächst mein Beta-HCG bestimmen, um zu entscheiden, wie es weitergeht. Grundsätzlich sei es kein Problem einfach einen Zyklus abzuwarten und darauf zu bauen, dass mit der nächsten Periode auch die alte Schleimhaut mit abgebaut wird.
Sollte das Beta-HCG nicht stark genug gesunken sein, würde er mir jedoch zur Ausschabung raten.

Mir ist zum weinen.

Aber ich wollte nicht schon wieder heulend in der Praxis sitzen.
Mir wird Blut abgenommen und er Arzt verspricht mir, mich anzurufen, sobald er das Ergebnis hat. Damit ich nicht das ganze Wochenende auf heißen Kohlen sitzen müsse. Genauso aufgewühlt wie ich in die Praxis gekommen war, verlasse ich sie wieder.
Will ich noch warten? Habe ich die Kraft und Geduld dazu weiter abzuwarten und meinem Körper Zeit zu geben? Ich weiß es gerade nicht….

Schon drei Stunden später ruft mich die Arzthelferin an.
Mein Beta-HCG ist binnen zwei Wochen von 26000 auf 260 gefallen. Das ist ein ganz großartiger Wert, sagt die Arzthelferin und auch der Arzt sei sehr zufrieden damit und riete mir auf dieser Grundlage auf alle Fälle abzuwarten.
Ich kann gar nicht glauben, was ich eben gehört habe. Irgendwie habe ich mich schon narkotisiert und ambulant operiert gesehen. Dass es doch anders ausgeht – daran habe ich gar nicht mehr geglaubt. Und wirklich, wenn mein Körper bis hierhin so gute Arbeit geleistet hat, dann schafft er ganz bestimmt auch noch diesen restlichen Weg.

Ich versuche optimistisch zu sein und Vertrauen zu haben, dass er es schaffen wird. Auch meine Hebamme, mit der ich an diesem Nachmittag noch telefoniere, spricht mir Mut zu.

31. Oktober
Nur 21 Tage nach der kleinen Geburt spüre ich meinen ersten Eisprung.

11. November
Meine Periode ist da! Noch nie habe ich mich im letzten Jahr so sehr über meine Blutung gefreut, wie heute. Ich bewege mich viel und lege mir eine Wärmflasche auf den Bauch, um die Blutung anzuregen. Immer wieder versuche ich mir viele gute Gedanken zu machen, aber natürlich ist da auch die Angst, dass doch nicht Alles abblutet. Und ich versuche sie weit weg zu schieben. Glücklicherweise habe ich genug um mich, das mich ablenkt.

17. November
Mein Herz klopft wieder bis zum Hals. Ob ich jemals ohne dieses fiese Herzklopfen im Wartezimmer meines Frauenarztes sitzen werde?
Diesmal dauert es gar nicht lang bis ich aufgerufen werde.
Ich erzähle meinem Arzt direkt wieder von meinen Sorgen und er beruhigt mich mit einem sehr entspannten „Ach, ich bin mir sehr sicher, dass da Alles gut verlaufen ist!“
Und er behielt Recht!
Meine Gebärmutter war „leer“. Keine „alte“ Schleimhaut mehr darin. Und ich unglaublich glücklich. So glücklich, dass ich am Liebsten direkt wieder losgeweint hätte – vor Freude. Und mein Arzt freute sich sichtlich mit mir.
Wir unterhielten uns noch kurz und ich bedankte mich für seinen Rückhalt, ohne den ich diese Zeit wohl nicht durchgestanden hätte. Vermutlich hätte ich sie gar nicht erlebt, sondern wäre direkt zur Ausschabung überwiesen worden.
Er verabschiedet mich mit den Worten: „Bis bald. Beim nächsten Mal ganz sicher aus sehr erfreulichem Grund!“

Ja, denke ich, das hoffe ich auch sehr!
Und ich muss an die fast vier Monate zurück denken, die hinter mir liegen. Es war eine harte Zeit und auch keine schöne Zeit. Aber sie war wichtig für mich. Wichtig, um Abschied nehmen zu können, um zu trauern. Vor allem auch, um anzuerkennen, dass es unser Baby war. Nicht nur etwas Gewebe in meiner Gebärmutter, nicht nur eine leere Hülle ohne Inhalt.
Wir haben uns auf unser Aprilbaby gefreut. So klitzeklein wie es war, gehörte es schon zu uns und wir hatten es ins Herz geschlossen. Gefühle lassen sich nicht rational begründen oder abschalten.
Und so zünden wir, immer wenn uns danach ist, eine Kerze an und denken an unser Baby.

Puh, ein mutiger, sehr selbstbestimmter Weg. Ich danke Dir sehr dafür, dass Du Deine Geschichte hier mit uns geteilt hast!

Ihr seht also, es gibt verschiedene Möglichkeiten, mit der Diagnose Fehlgeburt umzugehen.

Trauer: Was bleibt, ist die Erinnerung

Wenn ich Frauen betreue, die eine Fehlgeburt durchgemacht haben, gibt es eine Sache, die sie immer quält: Es gibt in der Regel kein greifbares Erinnerungsstück. Oft passiert das so früh, dass die Schwangerschaft noch nicht einmal im Mutterpass vermerkt war. Und so ist den Frauen nach kurzer Zeit so, als sei nie Etwas gewesen. Aber das Gefühl ist ja ein ganz anderes. Das Gefühl sagt, dass sich eine Tragödie ereignet hat. Das passt nicht zusammen. Deshalb empfehle ich euch einige Maßnahmen, die meiner Erfahrung nach bei der Verarbeitung und beim Trauerprozess helfen:

  • Lasst die Schwangerschaft in euren Mutterpass eintragen!
  • Nehmt eine kleine Schachtel oder ein Kästchen und legt Erinnerungsstücke hinein. (Vielleicht gab es schon ein Ultraschallbild – unbedingt kopieren, denn die Farbe verblasst sehr schnell).
  • Vielleicht mögt ihr einen Brief an das Kind schreiben, das ihr erwartet habt?
  • Da es kein Grab als Trauerstätte geben wird, möchtet ihr vielleicht einen Stein beschriften und ihn auf ein Grab aus eurer Familie legen.
  • Nehmt ein kleines Wochenbett in Anspruch und pflegt euch gut. Lasst euch krank schreiben!
  • Redet darüber! Rein statistisch gesehen, ist bestimmt eine Frau aus eurem näheren Umfeld ebenso betroffen. Vielleicht könnt ihr euch austauschen.

30 % – das sind viele Frauen! Im letzten Jahr habe ich zwei Frauen nach ihren Fehlgeburten begleitet. Sie gingen den klassischen Weg mit der Curettage. Wie auch immer: Am Ende bleibt die Trauer und auch ein gewisses Misstrauen dem eigenen Körper gegenüber. Eine eventuell folgende Schwangerschaft ist emotional dann oft sehr belastet.

Reden hilft – schreiben auch

Habt ihr Ähnliches erlebt? Was hat euch am Meisten geholfen? Gab es einen tröstenden Satz, den jemand gesagt hat? Eine heilende Handlung? Was würdet ihr einer Leidensgenossin mit auf den Weg geben? Wie würdet ihr euch entscheiden? Gehen lassen, oder OP?
Habt ihr Fragen zum Thema? Ich antworte, wie immer, gern!



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94 Kommentare
  1. Jacinta
    Jacinta sagt:

    Liebe Jana, ich finde es sehr gut, dass du dich entschieden hast, diesen Bericht zu veröffentlichen! Vielen dank dafür! Ja, es gehört dazu,dass manche Kinder (zu) früh gehen! Und ja, das ist sehr traurig! Aber fast genau so traurig und für alle Betroffenen ganz schrecklich ist es, dass es ein tabuthema ist. Auch in der Geburtshilfe ist es leider kaum ein Thema. Normal ist, dass man “es”dann schnell weg macht. Ohne viel Zeit und Beratung, dafür mit umso mehr Angstmacherei!Ja, es gibt auch Risiken, die gibt es immer auch bei einer Ausschabung;diese birgt meiner Meinung nach vor allem auch das Risiko, dass der Körper gezwungen wird die Seele zu überholen! Vor allem aber hat mich auch sehr geärgert, dass Frauen kaum von der Möglichkeit der Alternative erfahren können. Um diesen Weg zu wählen muss man schon sehr genau wissen was man will und dann in dieser Phase,in der man wahrscheinlich eh schon geschwächt ist, ganz viel Stärke beweisen und sich durchsetzen.
    Liebe Halitha, du bist eine starke Frau und es ist ganz toll, dass du das geschrieben hast und es hier veröffentlicht werden kann! Ich hoffe, es trägt dazu bei, dass dieses Thema aus der Tabuecke heraus kommt und dass mehr betroffene Frauen von dieser Möglichkeit erfahren und zumindest wirklich selbst entscheiden können!

    Antworten
    • Paula
      Paula sagt:

      Hey Jana
      Ich habe großen Respekt was du durch gemacht hast
      Ich stecke genau da drinnen momentan
      Wirklich genau das gleiche ich War so sprachlos als ich dein Tagebuch in dem sinne gelesen habe
      Weiß nicht ob ich mich gegen die Op entscheiden soll oder nicht aber meine Fa sagt ohne Ausschabung geht das wohl nicht
      War jetzt am Wochenende am 13.12. Im Kh weil mir das alles komisch ist haben halt leider nicht mal eine richtige Woche in der ich sein soll es schwangt immer zwischen 7 und 9 Woche jeder sagt was anderes so ungefähr

      Bin am ende mit meinen nerven

      Ich will warten weil ich hoffe es ist ein eckenhocker aber auf der anderen Seite versuch ich wirklich damit abzuschließen

      Es tut wirklich weh es gibt kein größeren Wunsch für mich und mein Mann ein Kind zu bekommen

      Morgen hab ich wieder ein Termin bei meiner Fa mal sehen was sie jetzt nun sagt habe heute schmierblutungen bekommen mal sehen was da rauskommt

      Antworten
      • Maria81
        Maria81 sagt:

        Liebe Paula!
        Es gibt doch auch noch nen dritten Weg sozusagen als Kompromisslösung zwischen Ausschabung und purem Abwarten. Ich fand den medikamentösen Abbruch nach Versterben des Kindes eine sehr gute Entscheidung für mich (lies mal beim 5. Juli 18:46 Uhr Maria81). Vielleicht sprichst Du Deine Gyn mal darauf an?! Und falls nötig kann anschließend immer noch ne Ausschabung erfolgen. LG! Maria81

        Antworten
        • Alex
          Alex sagt:

          Hallo,

          Ich bin leider auch Inder selbensituation…. Missed abortion…. das Herz hat nie geschlagen. Nun bin ich so sehr am zweifeln was ich machen soll! Eine Ausschabung möchte ich eigentlich nicht, weil ich große Angst davor habe. Ich will unbedingt noch ein zweites Kind und nur bleibt leider nicht mehr so viel Zeit.
          Das alles ist wie in einem Albtraum. Ich hab auch leider keinen vernünftigen Arzt der mich betreut…. ich bin komplett auf mich alleine gestellt! Mein Mann fühlt sich auch machtlos denke ich.
          Ich weis einfach nicht was ich machen soll…. die Diagnose ist jetzt knapp 2 Wochen her…. was ich so lese kann es nochmal 2 Wochen dauern. Ich weis nicht ob ich das schaffe….
          Ich wäre um antworten sehr dankbar.
          Vlg
          Alex

          Antworten
          • lizzy641981
            lizzy641981 sagt:

            Liebe Alex,
            erst einmal tut es mir sehr Leid für Dich und Deinen Verlust.
            Ich denke, Du musst für Dich klären, ob Du es durchhalten möchtest und kannst oder nicht. Ich glaube nicht, dass es ein richtig oder falsch hierbei gibt. Es geht schließlich um Dich und Deinen Körper und was Du DIr zumuten kannst.
            Eine Ausnahme ist die, wenn Entzündungen vorliegen. Dann solltest Du meines Wissens nach ins KH und eine AS machen.
            Es klingt so, als wenn Du kein Vertrauen in Deinen Arzt hast. Kennst Du eine Freundin, die Dir jemanden empfehlen kann? Du kannst ja auch den Arzt wechseln und eine Zweitmeinung einholen!
            Frage doch mal eine Freundin, zu welchem Arzt/welcher Ärztin sie geht!?
            Ich selbst hatte vor heute genau zwei Monaten dieselbe Situation, hatte auch in den ersten Tagen danach einen Bericht hierher geschrieben, ich glaube aber, dass der nicht veröffentlicht wurde!?, zumindest kann ich ihn bislang hier nicht finden: Ich habe eine AS machen lassen (10+4), letztlich war es für mich das Beste, meine Gyn. hat mir die Wahl gelassen, mich mit viel Zeit aufgeklärt über beide Methoden, doch hätte ich es psychisch nicht durchgestanden, noch bis ca. 4 Wochen mit der fortwährenden Situation zu leben (die Gyn. hatte mir erzählt, dass ich damit rechnen müsste, dass es bis zu vier Wochen dauert) und dann das Ergebnis (entschuldigung, es klingt so hart) in der Toilette zu sehen. Das hat mir sehr Angst gemacht. Im Krankenhaus hat sich dann herausgestellt, dass ohnehin schon eine Entzündung vorlag, allein deshalb war es für mich die beste Entscheidung, um Komplikationen für eine spätere SS zu vermeiden, die ich unbedingt möchte, so wie Du! Ich hatte super Ärztinnen und Pflegepersonal, alles ist gut verheilt, doch natürlich bleibt der psychische Schmerz. Der Eingriff an sich war eher “harmlos”, hatte auch keine Nebenwirkungen, wenn man davon absieht, aber das ist ja immer der Fall, dass die Hormone sich verändern und damit starke Gefühlsveränderungen einher gehen können: Ich habe viel geweint in den ersdten zwei Wochen. Auch heute, zwei Monate danach, ist mir manchmal zum Weinen. Bei uns wäre es übrigens auch das zweite Kind gewesen, doch kenne ich einige Frauen, die Fehlgeburten hatten (manche haben es alleine gemacht, manche waren im KH), trotzdem aber danach schwanger wurden. Meines Wissens (habe einige Kontakte im sozial-medizinischen Bereich) bietet keine der Varianten höhere Chancen/Risiken, erneut schwanger zu werden bzw. Komplikationen zu erleiden.
            Ich hoffe sehr, Dir etwas weiter geholfen zu haben!
            Ganz Liebe Grüße
            lizzy

          • Alex
            Alex sagt:

            hallo liebe Lizzy,

            Ich antworte jetzt so, weil unter deiner Nachricht der Button Fehlt?!

            Erstmal vielen Dank für deine Nachricht! Es hilft wirklich ungemein, wenn man weis, dass man mit so einer Diagnose nicht alleine ist!

            Ich habe einen sehr nettenarzt, der aber leider schon alt ist und auch seine Praxis dementsprechend alt.
            Ich wollte bei meiner 2.ssw natürlich nur das beste für mein Baby und habe somit auf Empfehlung gewechselt. Jedoch kam ich mit der neuen Ärztin überhaupt nicht klar….ich war heute in einer Klinik für ein beratungsgesprach. Die Untersuchung hat ergeben, dass sich bei mir rein gar nichts tut. Der Muttermund ist fest verschlossen und von Blutungen keine Spur!
            Ich werde wohl auch den Weg der Ausschabung gehen müssen, weil meine ganze Familie unter der jetzigen Situation leidet!
            Ich wäre jetzt übrigens auch ssw 10.
            am Freitag würd der Eingriff vorgenommen! Ich bete, dass alles gut geht!
            Hast du nochmal versucht schwanger zu werden?
            Zu mir haben die Ärzte gesagt, je eher man es versucht, desto besser wären die Chancen.

            Viele liebe Grüße!

            Alex

          • Maria81
            Maria81 sagt:

            Liebe Alex,

            Ich wünsche Dir viel Kraft für diese schwere Situation! Ich möchte immer jeden dazu ermutigen vom Kind selber Abschied zu nehmen. Vielleicht gibt es Ärzte in Deinem Umfeld, die einen medikamentösen Schwangerschaftsabbruch anbieten?! (https://shop.profamilia.de/fileadmin/publikationen/Fachpublikationen/Medikamentoeser_Abbruch_2012.pdf)
            Meine Erfahrung damit war durchweg gut: http://www.dhz-online.de/index.php?id=318&no_cache=1&tx_ttnews%5Btt_news%5D=6204

            Liebe Grüße!
            Maria81

          • lizzy641981
            lizzy641981 sagt:

            Liebe Jana,
            beim letzten Post hatte ich meine Email-Adresse nicht eingesetzt, ich glaube, jetzt kannst Du mir direkt antworten… (hoffe ich)
            Ich kann mir vorstellen, dass das Ganze echt schwierig ist für Dich und wie es Dir jetzt gehen muss. Wenn ich so an Dich denke, merke ich richtig, wie weit weg ich meine eigenen Erfahrungen am liebsten schieben würde, doch hilft das ja auch nicht…
            Lass Dich bitte nicht verunsichern bei all dem Kram, den Du wegen etwaiger Risiken unterschreiben musst. Vermutlich musstest Du das schon, wenn Du heute in der Klinik zum Vorgespräch warst. Ganz ehrlich, es gab zwei schlimme Phasen in dieser ganzen Angelegenheit für mich: Die erste war die Phase, in der ich die Diagnose FG bekam und dann alles geregelt wurde (KH, Vorgespräch, erneute Ultraschalle, Terminvergabe, Terminverschiebung wegen drei Notfallkaiserschnitte! auf den nächsten Tag, deshalb stationäre Aufnahme, Op…), die zweite Phase war dann die, die am Sonntag (ca. 15 Stunden nach AS) begann, bei der ich emotional völlig abdreht: Da sakte wohl der HCG-Wert aufs Gemeinste und ich habe mich sehr depressiv gefühlt, gut, dass mein Mann und mein Sohn da waren, wobei ich nicht weiß, ob es mir alleine wirklich noch schlechter hätte gehen können. Ich bezeichne jenen Sonntag als “Breakdown”, aber das kann bei Dir ja anders verlaufen. Auf alle Fälle ging es vom Folgetag (Montag) an täglich etwas besser und nach 2 Wochen wachte ich morgens auf und freute mich tatsächlich auf den vor mir liegenden Tag! Das war eine Wahnsinnserfahrung. Hätte nie gedacht, wie dankbar ich dafür sein kann, mich einfach auf etwas Kleines freuen zu können! Noch heute gibt es Momente, in denen ich nur weinen kann, aber sie stellen die Minderheit dar. Ich schaffe es wieder, meinem Alltag nachzugehen und das hätte ich mir vor 6 Wochen kaum vorstellen können.
            Den operativen Eingriff an sich habe ich in der Tat als eher unkritisch erlebt:
            Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass ich ganz ähnliche mögliche Komplikationen genannt bekommen habe, als meine Weissheitszähne entfernt wurden. Deshalb habe ich mir da nicht so viele Sorgen gemacht, außer in den letzten Stunde vor meiner Op, da kam dann schon noch Unruhe hinzu. Ich habe mich hochgehalten, in dem ich an all die Menschen gedacht habe, die sich bereits erfolgreichen Op´s unterziehen mussten, das hat mir wohl geholfen. Ich muss dazu sagen, dass unser Sohn mit sekundärem Kaiserschnitt (verrenktes Bein im Geburtskanal) auf die Welt gekommen ist, da war damals alles so spontan und akut, dass ich einen gewissen Ablauf der Dinge irgendwie schon kannte.. Ich weiß aber ja nicht, wie das bei Dir und Eurem ersten Kind war!?

            Vielleicht macht Dir aber das Folgende etwas Mut:
            Ich habe zwei Freundinnen und eine Verwandte, alle drei hatten je eine Fehlgeburt, zwei davon haben danach zwei Kinder bekommen, pumperlgesunde, die andere noch ein gesundes Kind, zwei der Frauen waren zum Zeitpunkt der Empfängnis >35 Jahre….
            Komplikationen bei der AS gab es meines Wissens nach bei jenen Frauen nicht, auch ich hatte keine. Was sich bei mir jedoch seitdem (vorerst) geändert hat, ist mein Zyklus, aber das ist ja auch verständlich (intellektuell betrachtet, emotional häufig weniger…):
            Meine Diagnose “Missed abortion” habe ich ja genau vor zwei Monaten bekommen (11.5.), ca. 16 Tage hatte ich Blutungen (am Anfang stärker, später nur Schmierblutungen), meine erste Blutung “danach” erfolgte am 6.6., hielt genau einen Tag an, dann ging es am 19.6. wieder los (4 Tage genau 2-3 Tropfen altes Blut), angeblich soll das meine erste Mens. “danach” gewesen sein. Ich war nämlich letzten Dienstag (4.7.) wieder bei meiner Gyn., weil ich völlig verunsichert war, was jetzt gerade bei mir los war und ist.
            Meine Gyn. gratulierte mir dann zu einem richtig großen Follikel mit den Worten:”Toll, Ihr Zyklus normalisiert sich!” Für mich, liebe Alex, war an dem Tag leider so gar nichts toll: Ich hatte nämlich die Tage zuvor heftigste Übelkeit, starkes Wasserlassen, Schwindel und Brustspannen verspürt und ging davon aus, wieder schwanger zu sein (ich hatte es so sehr gehofft, mindestens genauso stark gefürchtet). Nach meiner Berechnung hätte das auch gepasst. Als meine Gyn. dann sagte, ich hätte wohl heute oder morgen den Eisprung, war ich total irritiert und frustriert, denn aufgrund der genannten Beschwerden war natürlich die Tage zuvor so gar nichts Sexuelles gelaufen, auch wei ich Angst hatte, die Schwangerschaft zu gefährden…. :-(
            Das zu Deiner Frage: Ja, wir üben weiter. Meine Gyn. sagte mir, die 3 Monate Wartezeit, die ehemals verordnet/empfohlen worden seien, wären veraltet: Heute geht man davon aus, dass die Natur dann für die Befruchtung sorgt, wenn es passt und der weibliche Zyklus und Körper wieder bereit sind….
            Wieder ist, dass Verkehr erst nach Ende der Blutungen statt findet, um mögliche Entzündungsherde zu vermeiden.
            Dass man in den ersten 6 Monaten nach einer FG leichter schwanger werden kann, habe ich auch gehört und bei zwei von den drei genannten Frauen hat es auch innerhalb der ersten 6 Monate danach wieder geklappt und wie gesagt, mit glücklichem Ausgang :-)
            Also, wir haben ca. 2 Wochen nach AS wieder angefangen, und es war auch völlig normal. Hatte erst Angst, es könnte schmerzen oder komisch sein, war es aber gar nicht.
            Es ist sehr schwer (für mich, für Dich vielleicht ja nicht, es sei Dir ehrlich gegönnt!!), sich nach einer FG nicht völlig verrückt zu machen. Ich habe schon vorher recht genau auf meine fruchtbaren Tage/Eisprung etc. geachtet, ich muss aufpassen, dass das Ganze jetzt im Rahmen bleibt, denn erzwingen kann man es ja nun mal nicht.
            Wir haben zum Glück bereits einen 5-jährigen Sohn, die ersten 3 Jahre wollten wir kein zweites Kind (der Anfang war sehr schwierig gewesen, dann wollte ich, mein Mann so gar nicht, es hat 15 Monate gedauert, bis er eingewilligt hat…- das allein war schon eine sehr harte Zeit…)
            Ihr habt ja auch schon ein Kind, schreibst Du? Darf ich fragen, wie alt er oder sie ist?

            Nachdem ich Deinen Kurzbericht las/lese, denke ich erneut, dass für mich die AS der beste Weg war: Knapp zwei Tage nach der Diagnose (Herzstillstand, Missed Abortion) war der Eingriff erledigt und das was dann kommen musste, der hormonelle Abstieg musste ja eh kommen. Da bin ich dann Befürworterin von “Je eher daran, je eher davon”. Ich glaube, dass ich mich ansonsten völlig wahnsinnig gemacht hätte…. Da bin ich dann wohl eher der Typ: “Je eher daran, je eher davon!”
            Wenn ich Dir einen lieb gemeinten Rat geben darf: Nimm Dir die ersten Wochen nach der AS nicht zu viel vor, frage nach Hilfe und Unterstützung und nimm sie auch an, und frage ggfs. nach einer Hebamme. Du weißt, dass Dir eine rechtlich gesehen zusteht? Und such nach kleinen positiven Inseln: Ich z.B. habe mir genau überlegt, welche Bücher mich gerade ablenken und habe mich mit entsprechender Literatur versorgt (mein Tolino hatte zum Glück noch ganz viele ungelesene ebook dank meines Mannes), bin viel an die frische Luft gegangen und ich habe mich nach ein paar Tagen, als ich merkte, es ging doch nicht so,wie ich es mir gewüncht hätte, krank schreiben lassen! Das empfehle ich dir auch auf alle Fälle. Melde Dich gerne, wie es Dir so geht.
            Bis später hoffentlich und sei lieb gedrückt!!
            Melissa

          • Alex
            Alex sagt:

            Liebe Melissa, da hast du ja auch ganz schön was hinter dir. :-(
            Ich hab den Zettel in der Klinik einfach unterschrieben… ich wollte gar nicht mehr großartig darübernachdenken,?das bringt ja eh nichts. Es muss nun mal gemacht werden.
            Da die Ärztin in der Klinik aber sehr nett war und einfühlsam, habe ich ein ganz gutes Gefühl ( so gut wie es einem bei so einer Sache gehen kann)
            Ich hab mich an meine Hebamme gewandt, die ich in der letzten ssw hatte. Aber sie ist leider total voll und betreut mich telefonisch ein bisschen. Sie hat mir globulis gegeben, aber die haben bisher nichts geholfen.
            Ich komme aus einem kleinen Dorf, da ist die Auswahl leider begrenzt, wenn man nicht ewig fahren möchte. Ich hab absolut keine Ahnung was da auf mich zukommt, ich bin erstmal nur froh, wenn es vorbei ist! :-(
            Ich hab auch einen Sohn…. er wird im august 2 Jahre!
            Er kam ebenfalls per Kaiserschnitt zur Welt, allerdings geplant, weil ich ab der 31. Woche Blutungen hatte.
            Wir haben auch erst überlegt wegen einem 2. Kind… aber jetzt will ich es noch mehr. Ich weis man kann nichts erzwingen und ich bin auch nicht mehr so unbeschwert wie vorher… ich bin 37 Jahre und hatte Angst, dass es ewig dauert bis ich schwanger werden. Mit einer Fehlgeburt hätte ich nie im Leben gerechnet! Das passiert anderen aber doch nicht einem selbst.
            Ich Danke dir wirklich sehr für deine lieben und aufbauenden Worte!
            Ich bleib gerne im Kontakt wenn du das möchtest! Fühl dich gedrückt! Viele liebe Grüße

            Alex

          • Alex
            Alex sagt:

            Das schlimmste ist, dass alles normal weiter gehen muss… jeder Tag ist einen neue Überwindung und man muss funktionieren!
            Da wo ich wohne sind so viele schwanger…. das macht es auch nicht leichter für einen selbst, aber es hilft nichts im Selbstmitleid zu zerfließen! Ich hoffe einfach nur nochmal auf eine Chance ein gesundes Kind zu bekommen, wie jede Frau, die so etwas miterleben muss.

          • lizzy641981
            lizzy641981 sagt:

            Liebe Alex, ich antworte jetzt auf Deine erste Mail, da ich zu den anderen nun auch keinen Antwort-Button finde: Schreibe mir doch bitte am besten direkt an meine private Adresse: melissa.ziebolz@gmail.com
            Ich denke, das wird einfacher. Du scheinst jetzt ja recht klar zu sein in Deiner Entscheidung und damit hast Du vermutlich schon viel gewonnen. Und Freitag ist ja “schon” bald, noch zwei Tage… Wir wohnen auch in einer kleinen Gemeinde, da sieht es ähnlich aus, kaum Ärzte, kaum Hebammen, und die, die es gibt, sind voll bis Oberkante…. Tja, und wenn ich in unsere Kita und nähere Umgebung gucke, trifft es mich ähnlich wie Dich: Überall Schwangerw, wobei ich nicht weiß, ob es gerade wirklich so viele sind oder ich einfach nur mehr darauf achte. Lass uns alles Weitere am besten “privat” schreiben,. Ich freue mich sehr auf Deine Nachricht. LG und Dir mögilchst ein paar ruhige Stunden!! Melissa

          • lizzy641981
            lizzy641981 sagt:

            Liebe Alex,
            ich habe bislang nichts mehr von Dir gehört und weiß ja, dass morgen jener Tag ist, welcher… Ich denke an Dich und hoffe, dass es Dir/Euch bald wieder gut gehen wird. Schreibe mir sehr gerne an meine private Email-Adresse, die ich Dir in der letzten Mail mitgeteilt habe! Alles Gute!!! LG Melissa

    • Lena
      Lena sagt:

      Es ist der 2. Mai 2017. Ich habe gestern die erste Fruchthöhle und heute eine zweite in den Händen gehalten. Es ist mein 4. natürlicher Abbruch und wie es aussieht waren es Zwillinge Ich habe die winzigen Körperchen gefunden . Ich habe 3 gesunde Kinder aus nun 9 Schwangerschaften. Einmal wurde ausgeschabt…da kannte ich keine Alternative… einmal musste eine Eileiter-SW notoperiert werden. Klingt fast nach Routine. Wird es nicht. Es tut weh. Im Bauch… im Herzen…in der Seele. Alle diese kleinen Sterne…alle diese rosa Linien ohne Happy End. Ich habe Abschied genommen… ich habe es schon vor Tagen gespürt und geahnt. Es gab diesmal keine Diagnose. Nur 3 sehr positive Test und erstmal Abwarten. Mein Partner umsorgt mich und die Kinder, die gar nicht seine eigenen sind. Er fragt mich wie es mir geht und ih fühle mich mies, weil ich nicht sagen kann: Besser… danke. Ich weiß es braucht Zeit. Ich spüre die Tränen. Ich weiß es hat alles seinen Grund und Sinn. Und wer weiß… 2 gute Jahre oder 3 für eine letzte Chance bleiben ja noch.

      Antworten
  2. Vera
    Vera sagt:

    Hallo,
    was ich anderen Frauen noch auf diesen steinigen Weg mitgeben will: Du bist nicht allein.
    Ich kenne unzählige Sternenmamas.

    Ganz liebe Grüße

    Vera

    Antworten
  3. Dorothee
    Dorothee sagt:

    Danke für den Bericht. So etwas zu lesen und zu merken, dass man nicht allein ist und auch noch wieder einmal zu trauern um unser Baby, dass zu früh gegangen ist…ich denke, das hilft.

    Das scheint übrigens ein toller Arzt zu sein! Er hat so auf deinen Körper vertraut, dass er es schaffen kann-toll.

    Antworten
  4. Ico Kouris
    Ico Kouris sagt:

    Hallo Frau Friedrich
    Vielen Dank für diesen sehr informativen Block. Was spricht noch gegen die Ausschabung? Es gibt doch bestimmt noch weitere gesundheitlichen Vorteile den natürlichen Weg zu gehen. Schliesslich ist die Ausschabung eine kleine op und Operationen sind immer auch mit Risiken verbunden, auch wenn diese klein sind. Glücklicherweise hatte ich eine glückliche Schwangerschaft und eine gute Hausgeburt. Aber dennoch hat mich dieses Thema und diese Angst während der Schwangerschaft beschäftigt. Mit besten Grüßen

    Antworten
  5. Anna
    Anna sagt:

    Liebe Jana,

    ich finde es ganz toll, dass du das veröffentlicht hast! Ich lese deinen (im übrigen spitzenmäßigen) Blog jetzt schon fast zwei Jahre und war schon ein paar Mal selbst kurz davor, dich wegen des Themas Fehlgeburt anzuschreiben. Habe mich dann aber doch nicht getraut, weil ich dachte, dass das Thema vielleicht zu vielen Angst machen könnte.
    Ich habe letztes Jahr im Juli auch eine missed abortion durchgemacht. Nach einem langen Jahr des Wartens hatte es endlich mit der Schwangerschaft geklappt. In der 8. SSW konnte ich auch schon das Herz des Babys schlagen sehen. Ich war so happy! In der 9. SSW hatte ich dann ein leichtes Ziehen im Bauch, das mich irgendwie beunruhigt hat. Ich bin dann zum Arzt mit der festen Überzeugung, dass alles ok ist. Nach längerem Suchen mit dem Ultraschall hat es mir dann den Boden unter den Füßen weggezogen als der Arzt mir sagte, dass es ihm sehr leid tue, dass da aber kein Herzschlag mehr zu sehen sei und dass das Baby auch nicht mehr gewachsen ist. Ich entschied mich dann für eine Ausschabung im Krankenhaus, weil für mich der Gedanke, das Baby weiterhin in mir zu tragen, nicht auszuhalten war. Ich wollte, dass die Schwangerschaftssymptome so schnell wie möglich verschwinden.
    Was dann kam waren die traurigsten Tage meines Lebens. Ich hätte niemals damit gerechnet, dass der Verlust eines ungeborenen, noch nicht mal ein paar Zentimeter großen Babys so schmerzt! Glücklicherweise habe ich einen tollen Mann und tolle Freunde und Familie, die mir zugehört und mit mir gelitten haben. Wie ich feststellte, gab es in meinem Freundeskreis einige, die das gleiche Schicksal erlitten hatten, die sich aber nicht getraut hatten, darüber zu sprechen.
    Deshalb finde ich es auch so toll, dass du einen Bericht dazu veröffentlicht hast. Es gibt soooo viele denen das passiert und es sollte nicht solch ein Tabuthema sein! Den Frauen sollte bewusst sein, dass sie nicht allein mit demThema sind! Also vielen Dank für den Bericht!!

    Viele Grüße,
    Anna

    Antworten
  6. Lene
    Lene sagt:

    Was Halitha berichtet, habe ich viermal erlebt. Die ersten drei Mal war alles so früh (6. SSW) zu Ende, daß Ausschabung für mich überhaupt kein Thema war. Meine Gynäkologin war zwar nicht begeistert, hat meinen Wunsch aber akzeptiert.
    Danach wurde ich in die KiWu-Praxis überwiesen, und tatsächlich wurde ich im 2. Übungszyklus wieder schwanger. Alles sah gut aus, in der 8. Woche schlug das kleine Herz, und ich konnte mein Glück kaum fassen. Bei der ersten “normalen” Vorsorge bei meiner Gynäkologin zwei Wochen später hieß es dann plötzlich “Es tut mir sehr leid, aber ich kann keinen Herzschlag mehr feststellen.” Zur Sicherheit schickte sie mich wieder zur KiWu-Ärztin, die die Diagnose leider bestätigte.
    Als ich dann nach dem ersten Schock sagte, daß ich nicht ins Krankenhaus will, hat sie mir Mut gemacht und mich darin bestärkt, den natürlichen Verlauf abzuwarten. Eine Ausschabung hätte für mich bedeutet, daß man mir das Kind quasi mit Gewalt wegnimmt – das wollte ich auf keinen Fall…
    Eine Woche später begann die Blutung, nach vier Tagen kam dann nachts die eigentliche Fehlgeburt, mit mehreren Stunden Wehen und sehr starken Blutungen. Ich habe alles zuhause durchgestanden, unterstützt von meinem Mann, und ich hatte zu keinem Zeitpunkt Angst, daß die Blutung zu heftig werden könnte. Schlimm war es trotzdem, aber danach kam zumindest so etwas wie eine körperliche Erleichterung, daß es überstanden war.

    Auf Anraten der Ärztin hatte ich Gewebe aufgefangen, und wegen der Feiertage fuhren wir in die Klinik, um es dort untersuchen zu lassen und vielleicht den Grund zu erfahren, warum unser Kind nicht mehr lebte. Dort wurde ich ausführlich untersucht und kriegte dann genau wie Halitha einen strengen Vortrag gehalten, daß es unverantwortlich wäre… etc. etc. Ich hatte keinen Nerv, mit dem jungen Arzt zu diskutieren, und sagte ihm nur, daß ich wieder nach Hause wollte. Unnötig zu erwähnen, daß die erbetene Gewebeuntersuchung nur unvollständig durchgeführt wurde.

    Bei der Nachuntersuchung war auch bei mir noch Gewebe vorhanden, aber meine Gynäkologin verschrieb mir für einen Monat die Pille, und nach der nächsten Periode war alles in Ordnung.

    Seelisch hat es natürlich noch viel länger gedauert, das alles zu verarbeiten. Vor allem die vielen wohlmeinenden Kommentare auszuhalten war nicht leicht (“das klappt schon, wenn ihr euch erst entspannt – fahrt doch mal in den Urlaub…” und dergleichen mehr). Ich habe mich in den ersten Monaten danach sehr zurückgezogen und mich um mich gekümmert.

    Und nach mehreren Jahren Hoffen und Bangen durften wir jetzt ein unfaßbares Glück erfahren: vor drei Monaten kam unsere kleine Tochter gesund zur Welt. Mit Unterstützung mehrerer phantastischer Hebammen und des jungen Arztes, der damals so streng für die Ausschabung war. Und er hat uns toll unterstützt – so bleibt er auf jeden Fall in besserer Erinnerung als damals…

    Ich kann nur jeder Frau, die vor der Entscheidung “abwarten oder eingreifen” steht, raten: hör auf Dein Gefühl, vertrau Deinem Körper. Auch in schlimmen Zeiten schafft er mehr, als man manchmal glaubt.

    Antworten
    • Jessi
      Jessi sagt:

      Ich weiß gar nicht was ich so wirklich sagen soll! Ich befinde mich in einer ähnlichen Situation. Außer, das ich ungewollt schwanger geworden bin. Ich habe eine kleine Tochter und einen wunderbaren mann an meiner Seite! Vor 4 Wochen habe ich erfahren das ich schwanger bin… am nächsten tag bin ich dann zu meiner FÄ um das alles abzuklären und ob das wirklich sein kann. Sie hat dann einen US gemacht und mir mitgeteilt, dass sie nichts sehen würde, außer extrem viel Flüssigkeit aber das ich mir keine Gedanken machen sollte und wir nach meinem Urlaub nochmal drauf schauen. In meinem Urlaub hatte ich die üblichen Symptome. Zwei tage vor Ende meines Urlaubes ging es mir dann auf einmal nicht mehr so gut. Seltsame Bauchschmerzen, kein brustziehen und auch keine Übelkeit mehr. Ich hatte am Freitag dann einen Termin und sie sagte, es würde ihr sehr leid tun aber da ist nichts zu sehen und das ist sehr ungewöhnlich. Sie sprach dann mit mir und erklärte mir wie so eine Ausschabung funktioniert. Ich muss dazu sagen,das ich an einer chronischen blutkrankheit leide und für mich nur diese Ausschabung in frage kommt. Jetzt, als ich mir diesen Blog und dieses kommentar, bin ich am überlegen ob ich es einfach riskiere und es von der Natur machen lasse. Hatte vorhin auch schon extrem starke Schmerzen und habe mich, gott sei dank wieder beruhigt. Im Moment weiß ich nicht wirklich weiter was ich machen soll. Habt ihr einen Ratschlag für mich?

      Antworten
  7. Claudia
    Claudia sagt:

    Liebe Jana, liebe Halitha!
    Vielen Dank für diesen persönlichen, emotionalen Bericht! Er bringt mich zum Nachdenken… Als meine erste Schwangerschaft im Ultraschall festgestellt wurde, sah meine Frauenärztin zwei Fruchthöhlen. In einer war eine Anlage zu sehen, in der anderen nicht. “Wir schauen in einer Woche nochmal” sagte meine Ärztin. Drei Tage später bekam ich heftige Blutungen, es war Freitagnachmittag, in der Praxis keiner mehr da und so fuhren wir ins Krankenhaus. Ich habe nur geweint… Nach stundenlangem Warten zeigte uns die Gynäkologin endlich auf dem Ultraschall das schlagende Herzchen, eine zweite Fruchthöhle sah sie nicht. Ich war einfach nur glücklich, zum ersten Mal haben wir das Herz schlagen gesehen, alles wird gut. Ich war noch zwei Wochen krankgeschrieben, Diagnose: drohender Abort. Ich hatte Angst das Baby zu verlieren, dass ich vielleicht bereits eines verloren hatte wird mir erst jetzt klar. Meine Frage an dich Jana, bedeutet eine Fruchthöhle immer, dass auch ein Embryo darin ist (auch so winzig, dass er nicht im Ultraschall zu sehen ist)? Kommt es schneller zu einer Fehlgeburt, wenn sich ein zweiter Embryo eingenistet hat? Danke für deine Antwort!
    Herzliche Grüße,
    Claudia

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagt:

      Liebe Claudia, dass bei einer Zwillingsanlage nur ein Zwilling die ersten Wochen überlebt, ist wohl relativ oft der Fall. Seit so früh schon so genaue Ultraschalle gemacht werden können, weiß man das. Aber auch früher hat man oft, in den Eihäuten eines vermeindlichen Einlings, Anzeichen für ein verstorbenes Geschwisterkind gefunden.
      Nein eine Fruchthöhle bedeutet auch nicht immer ein Baby. Manchmal kommt es zu Fehlanlagen, dann ist außer dem Dottersack nichts zu sehen. Ein sogenanntes “Windei”…
      Liebe Grüße,
      Jana

      Antworten
  8. Lisa
    Lisa sagt:

    Wir haben uns für den Mittelweg entschieden: Die Einleitung einer kleiner Geburt im Krankenhaus und anschließende Ausschabung. Allerdings war ich auch etwas weiter und das Kind der 13. Woche entsprechend groß (Deshalb hat meine Ärztin mir vom “abwarten” abgeraten, obwohl sie diese Variante eigentlich sonst auch unterstützt). Für mich war es ok. Die Ärzte und Hebammen im Krankenhaus waren sehr nett und rücksichtsvoll und da es meine erste Geburt war, konnte ich mir auch nicht wirklich vorstellen, wie schmerzhaft es wird und war dann doch froh Schmerzmittel zu bekommen, vor allem in Kombination mit dem emotionalen Schmerz.
    Unser Kind wurde danach zusammen mit anderen Sternchen verabschiedet und bestattet. An dieser Feier können auch Eltern teilnehmen, deren Kind zu klein dafür war oder sich schon früher verabschiedet hat. Ich fand es sehr schön und einen würdevollen Abschied für die kleinen Leben.
    Ansonsten versuche ich auch ganz bewusste Erinnerungen zu schaffen und Abschied zu nehmen: Es gibt eine Erinnerungskiste, Zeichnungen, eine Kerze. So lässt es sich auch in den weiteren Alltag integrieren.

    Antworten
  9. Sonnenblume79
    Sonnenblume79 sagt:

    Hallo,
    ich finde es auch toll, dass hier auch darüber geschrieben wird, dass nicht immer alles gut geht. Ich habe am 8.11.14 meinen Sohn Finn völlig unerwartet in der 39.SSW verloren. Daich schon zwei gesunde Söhne habe, hatte ich nie damit gerechnet, dass so etwas möglich ist. Erst viel zu spät (manchmal vielleicht gut, aber ich war völlig unvorbereitet) erfährt man, dass es nicht mal soo selten vorkommt. Ich bin jetzt wieder mit unserem 4.Kind in der 15.SSW (das hoffe ich zumindest, da ich mir momentan leider bei gar nichts mehr sicher bin) schwanger. Die Angst,dass etwas nicht stimmt erwischt mich spätestens alle 2 Wochen. Dementsprechend sitze ich völlig verängstigt bei jedem Termin im Wartezimmer. Ich hoffe es wird besser, wenn ich das Kleine irgendwann spüre. Vielleicht hat ja jemand von euch hier eine Idee, wie man mit dieser Angst leben kann, die mich wahrscheinlich/ hoffentlich bis zum ersten Schrei verfolgen wird.

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    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagt:

      Liebe Sonnenblume79,
      das tut mir wirklich unglaublich leid für Dich!
      Ein Rezept habe ich da leider auch nicht. Vielleicht ein bisschen Verdrängen, ein bisschen Hoffen und dir sagen, dass aus deinem großartigem Körper ja schon zwei gesunde Kinder hervorgegangen sind – er also weiß wie es geht und es sicher wieder schaffen wird!?
      Aber ich kann deine Angst und Verunsicherung total nachvollziehen.
      Ich wünsche dir alles, alles Gute für diese Schwangerschaft und Geburt!
      LG
      Jana

      Antworten
  10. Tanja
    Tanja sagt:

    Hallo,
    in meiner ersten Schwangerschaft verlor ich (vermutlich in der 9. Woche) einen Zwilling. Obwohl ich bis zu dem Verlust gar nichts von dem Zwilling wusste, traf es mich wie ein Schlag. Das Kleine mumifzierte. Der Rest der Schwangerschaft war von der Sorge getragen, dass mit dem anderen Kind auch etwas sein könnte.
    In meiner zweiten Schwangerschaft hatte ich in der 7. Woche von einem auf den anderen Tag keine Schwangerschaftssymptome mehr und ganz leichte Blutungen. Ich musste zu einem Vertretungsarzt, da Weihnachtsferien waren. Dieser war so rührend und appellierte sofort an mich, dass mein Körper das regeln würden, ich nicht verzweifeln solle, wir unseren Kinderwunsch nicht aufgeben dürften. Mein Körper reagierte sehr schnell. Die Kontrolle eine Woche später ergab nichts Auffälliges mehr. Seelisch ging es mir lange nicht gut. Meine dritte Schwangerschaft (zwei Zyklen nach dem Abort, die empfohlene “Wartezeit” meiner Ärztin wissentlich ignorierend “Nur wenn mein Körper bereit ist, wird er eine Schwangerschaft zulassen”) habe ich erst nach 10 Wochen als solche angesehen- reiner Selbstschutz wahrscheinlich! Aus ihr ging unser zweiter Bub hervor.
    Manchmal (z.B. wenn unser Großer, der noch nichts davon weiß, dass er ein Zwilling war, sich wünscht, dass der Kleine sein Zwillingsbruder sei) kommen die “was-wäre-wenn-Gedanken” und eine gewisse Traurigkeit, diese Kinder nicht kennengelernt zu haben, aber dann hilft mir ein Gedane total: “Wir haben zwei Sterne geschenkt, um Sonne und Mond (so gegenteilig, aber doch zusammenwirkend empfinden wir unsere Kinder) zu bekommen”.

    Antworten
  11. Julia
    Julia sagt:

    Danke für diesen Bericht! Mögen ihn viele, viele Frauen lesen! Und am besten auch viele Ärzte!

    Hätte ich das doch vor anderthalb Jahren gelesen! Dann wäre mir vielleicht einiges erspart geblieben.
    Ich wusste nämlich nicht, dass es einen anderen Weg als die Curettage gibt! Meine Ärztin hat das nie erwähnt. Also hatte ich die Ausschabung und vielleicht war das der Grund für die starke Blutung nach der Geburt meiner Tochter. Vielleicht ist durch diesen kleinen Eingriff die Vernarbung entstanden, die mich fast das Leben gekostet hätte…

    Antworten
  12. Naemi
    Naemi sagt:

    Ich hatte einen ganz frühen Abgang in der 6. oder 7. Ssw, den ich nur als solchen bemerkt habe, weil ich ganz ungeduldig ganz früh getestet hatte. Ein halbes Jahr später habe ich erneut positiv getestet und konnte durch ungünstige Urlaubstermine (versetzt zu denen meiner FA) erst in der 11.Ssw zum Ultraschall. Dort haben mein Mann und ich dann kein Herzchen schlagen sehen, sondern stattdessen nur eine leere Fruchthöhle. Eine Woche später bin ich zur Ausschabung, was in meinem Fall zumindest den positiven Effekt hatte, dass ich auf Leidensgenossinnen gestoßen bin und sich die Gespräche untereinander in der Tagesklinik von Trauer hin zu Hoffnung und zu einer positiven Sicht auf die Zukunft entwickelten. Mir hat auch unglaublich geholfen, dass ich es einfach gar nicht zum Tabuthema gemacht habe, sondern von Anfang an offen darüber geredet habe und redend verarbeitet habe. Zudem haben mein Mann und ich schon vor der zweiten Schwangerschaft beschlossen, dass wir uns keinen Stress machen und es entweder stressfrei klappt, oder eben nicht. Ca. eineinhalb Jahre nach der Ausschabung hat es dann wieder geklappt und ich bin mittlerweile mit meinem Wirbelwind im Bauch in der 34. Ssw angekommen. Auch diesmal habe, sobald ich von der Schwangerschaft wusste, offen über meine Ängste und Hoffnungen gesprochen, was viele nicht nachvollziehen konnten, weil man doch mind. bis zur 12.Ssw warten würde etc. Meine Meinung dazu lautet jedoch: wenn es schief geht, habe ich sowieso großen Redebedarf, warum soll ich dann vorher noch niemandem etwas verraten? Ich habe ja sonst im Falle eines Falles niemandem außer meinem Mann, mit dem ich reden kann. Mittlerweile finden es viele meiner Freundinnen gut, dass ich so offen über das Thema spreche, da sie dadurch wissen, mit wem sie sprechen können, sollten sie einmal zu den 30% gehören.

    Antworten
  13. Susanne
    Susanne sagt:

    Hallo Jana,
    ich finde es wichtig, dass auch über diese Möglichkeit gesprochen wird. Ich hatte schon 5 Fehlgeburten. Meine 1. Schwangerschaft endete mit Blutungen in der 8. Woche. Einen Tag vorher hatten wir schon das Herzchen schlagen sehen. Ich war damals sehr traurig und verzweifelt. In meiner 2. Schwangerschaft verlief alles normal. In der 20. Woche bin ich mit Tränen zum Ultraschall. Ich hatte plötzlich Angst dass mit meinem Kind etwas nicht stimmt. Das Herzchen schlug tatsächlich nicht mehr. Die Geburt wurde dann eingeleitet und ich habe mehr oder weniger ohne Begleitung (mein Mann war bei mir und hin und wieder hat jemand nach mir geschaut) den Großteil der Wehen verbracht. Irgendwann habe ich mich trotz meiner Angst vor Nadeln zu einer schmerzlinderden Infusion entschlosssen. Daraufhin wurde ich dann endlich in den Kreissaal gebracht und hier liebevoll von den Hebammen begleitet, bis mein Sohn Sven still zur Welt kam. Danach musste ich noch zur Ausschabung. Im OP hat kaum einer mit mir gesprochen. Das war wirklich traumatisch. Bald darauf wurde ich wieder schwanger und habe 3 Wochen zu früh meinen gesunden zauberhaften Sohn, Lars, zur Welt gebracht. Ich habe davon kurz unter dem Thema normale Geburt berichtet. Es war eine BEL Geburt. Das diese kein Kaiserschnitt wurde hab ich meiner Hebamme zu verdanken :-)
    Wir wünschen uns noch ein zweites Kind. Als Lars ca. 1,5 war, wurde ich wieder schwanger. In der 8. Woche wieder ein spontaner Abgang. Ich kannte dieses Gefühl nun schon und kam relativ gut zurecht. Die nächste Schwangerschaft (meine 5.) war auch nicht glücklich. In der 8. SSW war im Ultraschall kein Herzschlag zu sehen. Ich hab meine Ärztin gefragt ob ich abwarten darf. Sie sagte dass ich das natürlich könne. Zwischen Weihnachten und Neujahr ging dann meine kleien Geburt in der 13. SSW los. Ich durfte meien Ärztin jederzeit zu hause anrufen. Sie hat mich über Telefon beruhigt, weil ich soviel Blut verloren hab. In Begleitung meiner tapferen kleinen Schwester, die noch kein Kind hat, habe ich die Wehen und die Geburt gut geschafft. Für mich war das der richige Weg. Ich hatte Zeit mich zu verabschieden. Außerdem war meine Angst vor dem Krankenhaus groß. Bei mir war alles gut abgeblutet und meine Ärztin meinte, ich und mein Körper hätten das toll gemacht. Kurz darauf war ich wieder schwanger. Ich bin erst in der 10. Woche zum Ultraschall. Falls wieder nicht alles in Ordnung sein sollte, wollte ich nicht mehr soviele Wochen warten müssen. Es gab leider wieder keinen Herzschlag. Diesmal hat mir meine Ärztin zu einer Ausschabung geraten. Sie meinte ich hätte jetzt nicht mehr soviel Kraft. Sie hatte wohl recht. Beim Vorgespräch im Krankenhaus war ich noch nicht sicher wie ich entscheiden würde. Ich wurde dort sehr zur OP gedrängt. Entschieden habe ich mich aber selbst dafür. Dieses Mal wurde ich im OP viel besser betreut, sodass es nicht so traumatisch war. Vor ein paar Tagen waren mein Mann und ich dann bei einer Abortsprechstunde. Vielleicht können wir herausfinden warum wir soviele Kinder verlieren. Dort habe ich mich sehr abgefertigt gefühlt. Wir werden diesen Weg jedoch weiter gehen, da mein Kinderwunsch sehr groß ist. Ich habe aber die Hoffnung noch nicht aufgegeben noch einmal auf natürlichem Weg ein Kind geschenkt zu bekommen… Ich wünsche allen Frauen die Fehlgeburten erleben müssen, viel Kraft ihren eigenen Weg zu gehen und hoffe, dass sie auch so eine großartige Ärztin an ihrer Seite haben wie ich!

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagt:

      Liebe Susanne, da hast du ja schon einiges durch.
      Danke für deinen ausführlichen Kommentar. Dieses “nicht sprechen” vor der OP kann ich gar nicht nachvollziehen. Woher kommt das nur…?
      Ich wünsche euch alles Gute und viel Kraft für euren weiteren Weg!
      LG Jana

      Antworten
  14. Yvonne
    Yvonne sagt:

    Ich bin vor ein paar Jahren wegen Schmierblutungen in der 9. SSW ins Krankenhaus gegangen. Dort wurde mir dann gesagt, dass die Blutung nicht das Problem ist, allerdings konnte die Aerztin kein Herzschlag mehr finden (der zwei Wochen vorher da war). Mein Baby hatte in der 6. SSW aufgehoert zu wachsen. Ich war natuerlich am Boden zerstoert, fand aber die Vorstellung einer Ausschabung so schrecklich… Zum Glueck haben wir damals nicht in Deutschland gelebt und ich war nur auf der Durchreise. Waehrend mir die Aerztin in einem Berliner Krankenhaus “aufgrund ihrer 15jaehrigen Berufserfahrung garantieren konnte”, dass bei einer “so weit fortgeschrittenen Schwangerschaft” die Blutungen nicht von alleine einsetzen wuerden und ich mir Horrorgeschichten von Entzuendungen und schweren Blutungen anhoeren musste, wurde mir im Ausland von einem Arzt (Israel) und einer Hebamme (USA) gesagt, dass Abwarten ueberhaupt kein Problem sei. Vor ein paar Jahren gab es eine Studie “Management von spontanen Fehlgeburten im ersten Trimenon: Zuwartendes Verhalten versus Abortkürettage – Neue Kriterien zur Patientenselektion”, in der festgestellt wurde, dass nach zwei Monaten bei 80% der Frauen mit verhaltenem Abort Blutungen eingetreten sind. Bei mir hat es damals etwas laenger als zwei Monate gedauert und ich bin froh, dass ich gewartet habe. Ich hatte die Zeit, mich von meinem Baby und meiner Schwangerschaft zu verabschieden und habe mir eine OP erspart, die immer mit RIsiken verbunden ist. Ich habe dann noch abgewartet, bis ich einmal meine Tage hatte, um sicher zu sein, dass alles raus ist und dann einen Termin bei einer Hebamme gemacht. Dort wurde mir dann noch mal bestaetigt, dass ich, wenn ich Blutungen hatte (und meine Tage) ich mir keine Sorgen machen muss, dass noch was drin gelieben ist. Einen Monat spaeter war ich mit Zwillingen schwanger.
    Die Zeit des Wartens war damals sehr schwer. Zum Einen war da die Trauer um mein Kind, aber viel schlimmer fand ich die Angst, dass es schief geht. Im Nachhinein finde ich es einfach unglaublich, dass Aerzte erzaehlen, dass eine Ausschabung unumgaenglich sei. Es ist einfach gelogen. Wie oben bereits geschrieben – wenn dem so waere, waere die Menschheit laengst ausgestorben.
    Was neben den uebrlichen Risiken einer Operation gegen eine Ausschabung spricht? Das Asherman Syndrom!

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagt:

      Das ist wirklich unglaublich! –

      Ja, Verwachsungen können tatsächlich auch ein Problem werden. Darauf bin ich oben gar nicht weiter eingegangen. Aber du hast natürlich Recht.

      Antworten
  15. Stefanie
    Stefanie sagt:

    Liebe Jana,
    Ich finde es toll, dass du über Fehlgeburt einen Artikel geschrieben hast. Ich hatte letztes Jahr ebenfalls eine FG in der 12 SSW. Ich war eine Woche davor mit Schmierblutungen bei meiner Frauenärztin und die hatte festgestellt, dass das Kind schon seit der ca. 8 SSW nicht mehr lebt. Sie hat mich wieder nach Hause geschickt und gemeint, dass sie abwarten würde, bis es von alleine geht. Nur wenn ich stärkere Blutungen als die Regelblutung bekomme, soll ich sofort ins Krankenhaus. Genau eine Woche später hatte ich realisiert, dass das Kind in mir nicht mehr lebt und hatte mich eine halbe Nacht lang von dem Kind verabschiedet. Am nächsten Abend bekam ich Bauchkrämpfe und dann kam auch schon die Fruchtblase. Da ich mich von dem Kind verabschiedet hatte, war das in dem Moment gar nicht mehr schlimm und die Fruchtblase habe ich bei uns im Garten vergraben – schließlich ist sie ein Teil von meinem Leben und die Fehlgeburt wird immer dazu gehören.
    Vor ein paar Wochen kam unser zweites Kind auf die Welt und die Fehlgeburt und die schlimmen Tage die ich hatte sind so gut wie vergessen. Ich bin total dankbar, dass meine Frauenärztin mich damals nach Hause geschickt hat und wünsche allen Frauen, die eine Fehlgeburt erleben (müssen) viel Kraft!! Und Ärzte, die die richtige Entscheidung treffen.

    Antworten
  16. Britta
    Britta sagt:

    Schön das dieses thema aufgegriffen wird ich habe sechs fehlgeburten in folge gehabt die letzte hat mich selbst fast das leben gekostet es war eine Eileiterschwangerschaft und die bemerkte ich erst als der eileiter geplatzt ist. Mein Gynäkologe war einfach super er bot mir an nach ende der sprechzeit zu kommen wenn ich reden möchte ich dachte ich würde nie kinder haben bei jeder Schwangerschaft gab es einen Herzschlag ausser bei der letzten die bemerkte ich ja nicht und bei der nächsten untersuchung war alles vorbei zweimal musste ich ins krankenhaus zur Ausschabung dreimal sagte mein arzt ich brauch nicht das geht von allein und bei der letzten musste ich notoperiert werden ich war innerlich leer und hoffnungslos mein damaliger partner hat mich mit allem allein gelassen ich gab mich sehr emotionslos wenn ich heute drüber nachdenke muss ich herzlos gewirkt haben ich habe freunde getröstet die weinten weil ich wieder ein kind verloren habe ich sagte immer das nächste mal klappt es aber innerlich hat es mich zerrissen ich habe meinen sternchen briefe geschrieben und sie mit einem ballon zu den sternen fliegen lassen ich hatte keine hoffnung mehr ich lernte einen netten Menschen kennen der mir halt gab trotz Verhütung wurde ich schnell wieder schwanger ich hatte angst aber ds war die erste Schwangerschaft wo mir mein arzt gratuliert hat aber die schwangerschaft war nicht schön sie war von unermesslicher angst begleitet ich musste sehr oft zur kontrolle absolute risikoschwangerschaft dann kam die diagnose gebärmutterhalsinsuffiziens ich bekam eine cerclage aber das half nichts ich musste ins krankenhaus und im bett bleiben sieben wochen dann musste meine tochter elf wochen zu früh geholt werden weil sie unterversorgt war mein mutterkuchen war zu mikrig und gab nix mehr her die Ärztin sah meine angst und sagte mir zur Erklärung das wenn man mutterkuchen kaufen könne hätte ich das montagsmodell erwischt aber wenn meine maus in mir nicht mehr gut genug versorgt ist sei das nicht schlimm denn dafür würden dann wir alle sorgen das es ihr an nichts fehlt ich war voller Hoffnung aber in dieser nacht musste ich im Kreißsaal schlafen weil die herztöne uberwacht wurden ob es ihr gut ging in der nacht hat meine Tochter quasi einem anderen frühchen das in dieser nacht geholt wurde das leben gerettet (sagte die ärztin) denn die musste kommen weil man sorge wegen der herztöne hatte aber das war falscher alarm aber bei der mutter des anderen Babys löste sich der mutterkuchen und da die Ärztin schon da war konnte sofort gehandelt werden es war höchste zeit aber am nächsten abend musste mein kind geholt werden es ging nicht mehr anders aber sie ist heute fünf und wohlauf und ihre schwester die zwei jhre später kam das war eine normale schwangerschaft mit hier und da mal schmerzen ziehen kugelbauch und dem wunsch so jetzt kannst du kommen ich kann nicht mehr aber sie wollte nicht auch sie wurde dann in der 41 woche geholt gesund und munter was jedoch die Ärzte (und ich war bei vielen fur etliche Untersuchungen wegen der vielen fehlgeburten aber es war alles in ordnung bei mir und dem vater) und mich verwunderte ich hatte nie schmerzen oder wehen ich bekam blutungen und dann war es vorbei und wehen bekam ich bei meiner letzten geburt noch nicht mal nach den wehenmittelchen die ich bekam ich bin froh das ich nie die hoffnung aufgab denn mein herzenswunsch waren kinder heute habe ich acht kinder sechs sternenkinder und zwei zum knuddeln und kuscheln und anfassen zwischendur h malen meine Mädchen und ich bilder fur die geschwister die wieder oben im himmel im grossen teich auf einem seerosenblatt sitzen und spielen und die binden wir an ballons und schicken die zu ihnen aber egal wann egal wo egal wie weit man war ein kind zu verlieren ist schwer es kann dich zerstören wenn man verpasst den weg zuruck zu nehmen aber viele verstehen das nicht können es einfach nicht verstehen

    Antworten
  17. Christine
    Christine sagt:

    Liebe Jana,
    Danke für Deinen tollen blog, der mich durch meine letzte Schwangerschaft toll begleitet hat!
    Auch ich hatte eine “kleine Geburt”. Nach einer ganz unkomplizierten Schwangerschaft (auch wenn es 3 Jahre gedauert hat, bis ich schwanger wurde) und der Geburt meiner Tochter im April 2012 wurde 1,5 Jahre später in meiner 2. Schwangerschaft in der 8.ssw zunächst ein Herzton festgestellt. Alles schien bestens, allerding überkam mich (nur) ein ungutes Gefühl Mitte der 11.ssw, so als habe ich den “Kontakt” zu meinem Kind verloren. Ich machte für den nächsten Tag einen Termin beim Arzt aus und mir war auf dem Hinweg schon klar, was der Arzt mir bestätigte: es war kein Herzton mehr zu erkennen.
    Wir war gefasst, aber auch unendlich traurig. Er schrieb mir eine Überweisung zur Ausschabung, nannte mir auch die Möglichkeit abzuwarten, riet mir davon aber persönlich ab. Ich selber konnte das Gefühl nicht ertragen, ein totes Kind in mir zu tragen und ging mit der Absicht eine Ausschabung vornehmen zu lassen in den 3.Orden in München.
    Der Oberarzt, den ich persönlich jetzt nicht als so sympathisch empfand, schaute mich komisch an, weil er mir eigentlich empfiel, eine Tablette – Cytotec – zu nehmen und damit den natürlichen Abgang in die Gänge zu bringen. Ich konnte mir das in dem Moment nicht vorstellen.
    Also verbleiben wir, dass ich eine dieser Tabletten einnehme und abwarte bis die Blutung eintritt, damit so die Ausscharbung etwas vereinfacht vorgenommen werden könne.
    Ich wurde aufgenommen im Krankenhaus. Nach 5 Stunden setzten heftigste Blutungen ein – Schmerzen hatte ich keine. Schmerzmittel wurden mir angeboten, die ich aber nicht benötigte. Von da an wurde ich von jungen Assistenzärztinnen bestens begleitet. Mir wurde gesagt, dass die Blutungen schon so stark seien, dass eine Ausschabung vielleicht gar nicht mehr nötig sei.
    Von dem Moment an hab ich gemerkt, dass dies gerade mein richtiger Weg ist und ich die Ausschabung gar nicht mehr wollte. Es war eine emotionsreiche heftige Nacht, die folgte und in der ich das Kind verlor. Am nächsten Nachmittag wurde ich entlassen. Die Blutungen hielten noch 2 Wochen an. Ich der Zeit ging ich alle paar Tage zum Arzt. Ich musste auf mich aufpassen, dass ich kein Fieber und keine starken Schmerzen bekam. Dies alles blieb aus. Der hcG Wert sank. Alles abgeblutet war erst nach der nächsten Regelblutung.
    Mein Arzt sagte mir, dass er von mir gelernt habe und seinen zukünftigen Patientinnen auch immer diesen Weg als Möglichkeit nahe legen wolle.
    Ich bin 3 Monate später wieder schwanger geworden und habe inzwischen einen gesunden Jungen.
    Für mich war es der richtige Weg und ich bin im NAchhinein froh etwas dahineingedrängt worden zu sein.
    Alles gute weiterhin für Deinen blog
    Christine

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagt:

      Liebe Christine,
      vielen Dank für Deine Geschichte! Diesen Kompromiss: erst mal in Gang setzen und dann mal sehen – finde ich ziemlich gut.
      Dir und Deiner Familie auch alles Liebe!
      Jana

      Antworten
  18. Britta
    Britta sagt:

    Liebe Halitha,
    Vielen Dank, dass Du dieses Erlebnis mit uns teilst! Es hat mich sehr berührt, Deine Geschichte, Deine Gefühle, von Deinem Weg zu lesen. Dankbar bin ich auch für Frauenärzte wie Deinen, die soviel Vertrauen in den Körper einer Frau haben.
    Herzliche Grüße, Britta

    Antworten
  19. Lofaja
    Lofaja sagt:

    Danke für den Text.
    Fände es ggf. gut, wenn es einen zweiten gäbe mit “Begleitungs”-Tips, also wer helfen kann.
    Hier hat mir meine Hebamme aus der Ferne geholfen mit Tips zu austreibenden Tees und hochdosiertem Vitamin C.
    Auch die Osteopathin hat Wunder gewirkt, hat dem Körper den Heilungsprozess erleichtert.
    Und ein vernünftiger Gyn im Hintergrund, der gemonitort hat (v.a. hcg-Wert) ohne Panik zu machen, hat ein Übriges getan.

    Für einige, wenn nicht gar viele von uns, ist der natürliche Abgang der gute Weg.

    Antworten
  20. Antonia
    Antonia sagt:

    Liebe Jana,

    vielen Dank für diesen Beitrag. Ja, es tut weh darüber zu lesen, aber es tut auch gut. Ich selber habe drei Sternenkinder, davon ein Vanishing Twin (mit seinem Geschwisterchen bin ich Gott sei Dank jetzt in der 21. SSW) und zwei Windeier. Meine erste kleine Geburt – danke für diesen schönen Begriff – habe ich ganz ähnlich erlebt wie oben beschrieben. Ich wollte mich von meinem Baby verabschieden (ja, es ist egal wie weit man ist und ob da ein Embryo war, man geht immer mit einem Baby schwanger) und der Natur ihren Lauf lassen. Die Zeit des Wartens, die verrückten Gedanken und “dummen” Hoffnungen, die Überraschung richtige Wehen zu haben, der Schreck wie viel Blut da kommt, die Verwunderung bei großeren Gewebestücken ein bisschen mit schieben zu müssen, damit sie geboren werden, die Leere danach und auch die Wut, die Trauer und Enttäuschung, dass doch ein Rest geblieben ist – all das kenne ich aus eigener Erfahrung. Leider bin ich, trotz eines ähnlich guten und verständnisvollen Arztes, nicht um eine Ausschabung herum gekommen. Dennoch war ich froh mich für eine natürlich Geburt entschieden zu haben. Nicht die Ärzte haben mein Kind getötet, die Natur hat es zu sich genommen. So schlimm es auch war, war diese Entscheidung für mich so gut und richtig, dass ich nicht einen einzigen Tag krank geschrieben war und dies auch nicht wollte. Ich habe getrauert, aber ich habe ich mich auch stark gefühlt.

    Beim zweiten Windei habe ich mich anders entschieden. Ich hatte keine Geduld mehr, weil wir schon mehrere Jahre versuchten ein Kind zu bekommen. Ich habe mich für eine Ausschabung entschieden um möglichst schnell nach vorne schauen zu können. Doch auch für mein zweites Kind gibt es Andenken in einer kleinen hübschen Schachtel.

    Nun bin ich wieder schwanger. Ein Kind lebt und strampelt in mir und sein Geschwisterchen hat die Natur wieder zu sich genommen, obwohl das kleine Herzchen schon geschlagen hat. Dieser Abschied war noch schwerer, denn es kam zur Trauer noch ein schlechtes Gewissen gegenüber dem lebenden Kind hinzu – ich sollte mich doch lieber über das kleine lebende Wunder freuen. Es hat viele Wochen gedauert, bis ich wirklich begriffen hatte, dass ich “nur” ein Baby bekommen werde, obwohl alles für die Zwillinge vorbereitet war.

    Doch am wichtigsten ist, all diese Kinder haben existiert. Ich weiß es. Es gibt Andenken. Sie haben Namen (wenn auch phantasievolle). In meinem Mutterpass steht die dritte Schwangerschaft, eine Zwillingsschwangerschaft. Wenn im Herbst unser Kind zur Welt kommt, sind wir dann eigentlich schon eine Großfamilie.

    Vielleicht wird am Ende doch irgendwie immer alles gut. Man weiß nur zwischendurch noch nicht, dass es noch nicht zu Ende ist.

    Antworten
  21. Bianca
    Bianca sagt:

    Liebe Jana,
    Ich habe schon lange nicht mehr in deinem Blog gelesen… und durch Zufall in dem Newsletter von diesem Beitrag gelesen. Es hat mich wieder sehr traurig gemacht, das zu lesen. Da kommen mir wieder die Tränen. Es ist wirklich verdammt schwer eine Fehlgeburt zu erleben und dabei ist es ohne Bedeutung, ob es nun natürlich abgeht oder durch die OP rausgeholt wird. Es ist emotional schwer, ein Weg aus Blut und Tränen, egal wie.
    Du weißt ja, dass ich zweimal die Curettage machen lassen musste. Die Ärzte haben mir da auch keine Wahl gelassen in “deinem” Krankenhaus, ein drittes Mal würde ich mich aber mit Sicherheit wehren. Natürlich hoffe ich, dass es kein drittes Mal gibt. Aber ich hatte auch gehofft, dass es kein zweites Mal geben würde.
    Wochenlang abzuwarten könnte ich wohlmöglich auch nicht gut aushalten. Aber es gibt auch noch die Alternative quasi die Wehen einzuleiten, wie,mir später noch eine andere Gynäkologin sagte. Jedoch hängt es eben auch vom Krankenhaus bzw Arzt ab.
    Man darf einfach nicht aufgeben, wenn man sich ein Kind wünscht. Fehlgeburten gehören zum Eltern werden dazu. Dennoch bleibt meine größte Angst, dass es nie mehr gut gehen könnte, vielleicht noch mehr Fehlgeburten ohne letztendlich die “Belohnung ” einer Lebendgeburt und dem Gefühl, dass sich die Geduld und die Hoffnung und das Durchhaltevermögen in irgendeiner Hinsicht doch gelohnt haben.

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagt:

      Liebe Bianca, ich habe beim Schreiben auch viel an dich gedacht.
      Ich drücke Dich und hoffe auch sehr, dass ich Dich noch mal in einem glücklicherem Moment betreuen darf.
      Alles Liebe!
      Jana

      Antworten
  22. Sandra
    Sandra sagt:

    Ein wunderbarer Bericht – mir kamen beim Lesen sofort die Tränen.
    Was für eine mutige Frau mit toller FA und Hebammenunterstützung.
    Wünschte ich hätte einen solchen Bericht vor 3.5 Jahren bereits gelesen.
    Habe 2011 ähnliches erlebt und wurde vom FA als auch dem zur Kontrolle herangezogenen KKHS unter Androhung von Horrorszenarien wie Entzündung, Sepsis, Gebärmutterverlust wehement zur Ausschabung gedrängt, welche ich am Ende (nach gut 3 Wochen Zögern v.a. deshalb über mich ergehen lassen habe weil ich zurück ins “normale”Alltagsleben wollte/musste (war Zwischenzeitlich Krankgeschrieben und hatte Angst vor dem Unverständnis meines AG). 5 Tage nach der OP – nach einem Tag wieder auf der Arbeit – bin ich mit Kreislaufkollaps zusammengebrochen (Samstags) und die Notaufnahme der Uniklinik stellte (angeblich?) sich entzündende Gewebereste festgestellt => 2. Ausschabung. 11Uhr in der Notaufnahme, 18:00 Zweite OP dazwischen weder Essen noch Trinken dürfen, was das Ganze noch verschlimmerte. Am besten war der Kommentar meiner FA als ich am folgenden Montag auf Anweisung der Klinik zu ihr bin um mir Antibiotika verschreiben zu lassen – es war 8 Uhr, sie hatte den OP Bericht noch nicht erhalten – O-Ton zu dem Geschilterten “DAS KANN NICHT SEIN” – Kämpfe bis heute mit dem Erlebten – es dauerte danach gute zwei Jahre wieder schwanger zu werden. Seit Oktober 2015 bin ich Mutter eines wunderbaren Sohnes und versuche die Vergangenheit endlich zu vergessen…

    Antworten
  23. Heike
    Heike sagt:

    Hallo!
    Ich hatte vor uber vier Jahren nicht den Mut und nicht das Wissen um mein Baby alleine gehen zu lassen. Schade! Es kam leider zu einer Ausschabung in der 11. Ssw. Es war eine traumatische Erfahrung für mich. Die Ausschabung an sich bekommt man ja nicht mit, dank vollnarkose, aber das davor und das danach. Ich denke wenn ich bzw mein Körper es selber gemacht hätte, hätte ich nicht so lange gebraucht um damit klar zu kommen. Danach habe ich zwei gesunde Kinder bekommen, aber vergessen kann man das nie und vermissen tue ich dieses “kleine Wesen” jeden Tag.

    Antworten
  24. Gudrun
    Gudrun sagt:

    Liebe Jana,
    vielen Dank für diesen Artikel. Ich bin durch Zufall auf deinem Blog gelandet und stöberte ein wenig darin herum. In meiner ersten Schwangerschaft hatte ich in der 7. Woche auch eine missed abortion. Bis zu dem Zeitpunkt war es mir nicht bewußt das soviele Frauen davon betroffen sind.
    Ich wurde von meinem Frauenarzt in die Klinik geschickt zur Abklärung und dort wurde von Morgens “alles ist gut” bis zu dem nachmittaglichen Anruf “kommen Sie Morgen zur Untersuchung für die Ausschabung” mal schnell meine Hoffnungen und Träume zerstört. Der Termin in der Klinik war einfach nur furchtbar, für die Ärzte war ich einfach nur eine Nummer – wieder eine Ausschabung – aber für mich das kleine Wesen in meinem Bauch real und nicht einfach ein Punkt zum abhaken. Das schlimmste war der Druck der auf mich ausgeübt wurde, so wurde erstmal ohne Absprache ein Termin am darauffolgenden Montag festgelegt, um dann spontan auf gleich dableiben umzusatteln. Ich habe mich geweigert da zu bleiben. Aber die Fragen ob das sein muß wurde einfach nur abgeschmettert. Wahrscheinlich hätte ich die Ausschabung so oder so machen lassen, aber warum kann einem nicht die Zeit gelassen werden für diese Entscheidung.
    Jetzt bin ich wieder schwanger, 17. SSW, das Kleine entwickelt sich gut, aber die Angst, das es plötzlich zu Ende ist, die will irgendwie nicht verschwinden.

    Antworten
  25. Anna
    Anna sagt:

    Liebe Jana, liebe Blogleserinnen,
    auch ich hatte eine natürliche Fehlgeburt ohne Ausschabung. Allerdings schon etwas früher. Und ich fand es toll, dass mir meine Ärztin die Wahl gelassen hat.
    Es war meine erste Schwangerschaft und es hatte lange gedauert, bis ich endlich schwanger war. Die Wochen nach der Fehlgeburt hatte ich das Gefühl auf ganzer Linie zu versagen. Nichts lief mehr wie vorher – im Job, bei den Hobbies und auch sonst. Ich hatte das Gefühl, etwas stimme mit mir nicht., ich würde nicht richtig funktionieren.

    Erst später wurde mir klar, dass ich sehr wohl funktioniere und es eigentlich eine Stärke meines Körpers war, rechtzeitig zu erkennen, dass dieses Wesen in mir wohl krank war und es keinen Sinn gemacht hätte, es auszutragen.

    Ich bin jetzt in der 32. Woche schwanger und fühle mich pudelwohl in meiner Haut. Dem kleinen Wesen in mir geht es wohl auch gut.

    Das erste kleine Wesen werde ich trotzdem wohl immer in Erinnerung behalten.

    Grüße,

    Anna

    Antworten
  26. Maria81
    Maria81 sagt:

    Ich bin (wissentlich) 5mal in meinem Leben schwanger gewesen. 3 lebendige, vitale Kinder bereichern mein Leben. Aber auch ein bereits vergangenes Leben bereichert meine Biographie. Meine letzte Schwangerschaft endete am 23.04.2015, einem Donnerstag, mit einer “kleinen Geburt” in der rechnerisch 9+6 SSW. Am vorausgehenden Montag konnte man keine Herzaktion mehr feststellen. Aber eine Ausschabung war für mich keine Option. Ich wollte mein Kind verabschieden. Doch auch passives ggf langes Abwarten war für mich keine Option. Zu groß war die Angst plötzlich heftige Blutungen zu bekommen während ich möglicherweise irgendwo (Wald, Supermarkt, Kindergarten, Schule o.ä.) und alleine für meinen 3 lebenden Kindern verantwortlich bin. Ich ging den Weg eines medikamentösen “Schwangerschaftsabbruchs”. Ich erlebte eine unkomplizierte “kleine Geburt” zu Hause. Unzählige Fotos meines 2,4cm großen Kindes )umgeben von einer Gänseblümchen-, einer Löwenzahn-, einer Glockenblumenblüte und einem herzchenförmigen Stein) sind der Beweis für seine kurze Existenz. Ich fühle natürlich große Sehnsucht nach diesem einzigartigen Kind, wenn ich die Bilder sehe. Aber vor allem empfinde ich große, zärtliche Liebe für dieses Minibaby und auch große Dankbarkeit für diese friedliche Form des Abschiednehmens. Wir hatten Ruhe und Zeit mit ihr/ihm im eigenen Zuhause. Denke ich an diese Schwangerschaft zurück bin ich traurig mein “Novemberbaby” – liebevoll Würmchen genannt – nicht habe aufwachsen sehen zu dürfen, aber ich habe noch nicht eine Sekunde bereut überhaupt diese Schwangerschaft und Geburt erlebt zu haben. Ich gehe sehr offen mit dem Thema um und habe viel Anteilnahme erlebt. In unserem Garten gibt es eine “Gedenkstätte” mit einer Gedenktafel. Dort blühen Blumen, die von Freunden und Familie geschenkt worden sind und immer wieder zünde ich auch eine Kerze an. Es war nicht EINE FEHLGEBURT, es war und bleibt UNSER KIND!!!!

    Antworten
  27. Mila
    Mila sagt:

    Danke für Deine wunderbare Seite. Ich mag die gefühlvolle Art, mit der Du schreibst.
    Ich hatte letztes Jahr im Mai in der 12. Woche einen missed Abort. Ich habe bereits einen Sohn, der war da 2,5 Jahre alt. Ich blieb stark für ihn, aber es stieß mich in tiefe Trauer. Ich habe einfach nicht damit gerechnet. Ich dachte, dass zu arrogant war zu glauben, ich spaziere einfach durch zwei Schwangerschaften und bekomme zwei gesunde Kinder…
    Ich lebe zur Zeit in England, da wird man während der Schwangerschaft von Hebammen betreut und hat nur zwei Mal Ultraschalluntersuchungen: nach der 12. und der 20. Woche.
    Beim ersten US sah ich sofort, dass mein Baby tot war. Der Arzt erklärte mir, vom Entwicklungsstand her war es das schön seit zwei Wochen.
    Meine größte Angst war, irgendwo mit meinem Sohn alleine zu sein, wenn die Blutungen losgehen würden. Ich bringe ihn mit dem Bus in die Nachbarstadt zum Kindergarten und stellte mir vor, es passiere dann… Ich wollte es einfach hinter mir haben, um anfangen zu können abzuschließen. Ich würde über verschiedene Möglichkeiten aufgeklärt und fühlte mich nie zur Ausschabung gedrängt. Ich wollte sie jedoch aus den angegebenen Gründen. Ich würde überall mit so viel Empathie und Gefühl behandelt und bin froh, es so gemacht zu haben. Manchmal gehe ich den Tag der OP in Gedanken noch mal durch. Es war so ein trauriger Tag. Aber er hilft mir beim verarbeiten.
    Hätte ich meinen Sohn nicht gehabt, dann hätte ich auf einen natürlichen Abgang gewartet. Aber so war die Ausschabung die richtige Entscheidung für mich.

    Ich wurde nach dem zweiten Zyklus danach wieder schwanger, und im April kam mein zweiter Sohn zur Welt. Als ich ihn endlich im Arm hielt war mein erster Gedanke: Du lebst!

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagt:

      Hallo Mila, vielen Dank!

      Gut, dass bei dir alles so gut (aufgeklärt) verlaufen ist. Das macht einen riesigen Unterschied.
      Und was für ein Glück, dass dann diesmal alles gut gegangen ist.
      Herzliche Grüße
      Jana

      Antworten
  28. Tabitha
    Tabitha sagt:

    Liebe Jana,
    ich bin in der 6. SSW und bei mir wurde ein starker B12-Mangel festgestellt, wurde sofort gespritzt. Bin am Boden zerstört, weil der Embryo in Gefahr ist und ich gelesen habe, dass das Neuralrohr bereits in der 6. Woche geschlossen werden sollte. Die Frauenärztin hat aber nichts gesagt, obwohl bei der Untersuchung auch nur die Fruchthöhle zu sehen war. Jetzt hoffe ich eigentlich auf einen natürlichen Abgang aufgrund der Anämie, bin aber natürlich auch totunglücklich. Ich weiß einfach nicht, was ich denken soll. Soll ich auf einen Abgang hoffen oder darauf, dass es sich doch weiterentwickelt? Ist es überhaupt möglich, mit einem B12 Mangel in den ersten Wochen noch ein gesundes Kind zu bekommen?
    Liebe Grüße
    Tabitha

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagt:

      Liebe Tabitha, das kann ich dir gar nicht sagen. Wenn die Mutter zu wenig von bestimmten Vitaminen oder Nährstoffen hat, wird immer zuerst das Kind versorgt. Das heißt die Mutter hat den Mangel zuerst und dann erst das Kind. Ob du genug B12 hattest, das weiß ich natürlich nicht.
      Ich fürchte du musst jetzt ein bisschen Geduld haben und abwarten was sich zeigt.
      Ich drücke dir die Daumen, dass doch alles gut ist. Aber ich weiß es einfach nicht.
      Alles Liebe
      Jana

      Antworten
  29. Tani
    Tani sagt:

    Hallo Jana und alle Leserinnen,

    es tut mir schrecklich leid, was so viele Frauen alles erleben müssen rund um dieses Thema.
    Umso dankbarer bin ich um die Aufklärung, die Halitha und du mit diesem Bericht hier betreiben.
    Ich weiß nun , dass es diese Möglichkeit der “kleinen Geburt” gibt und falls ich einmal in diese Situation kommen sollte, werde ich dank dieses Berichtes hier den Mut haben das ganze evtl. auch natürlich durchzustehen und die Kraft haben das gegenüber den kritischen Stimmen zu vertreten.
    Es klingt vielleicht seltsam, dass ich als Frau, die noch nie schwanger war mir gedanken zu diesem Thema mache. Als Erklärung dazu. Ich habe 3 Sternengeschwister, die alle älter sind als ich, ich habe aber von meiner Mutter davon erfahren und weiß dadurch von Kindheit an, dass es Fehlgeburten und Totgeburen gibt. Ich habe mich schon viel mit deisem traurigen und angstmachenden Thema beschäftigt.

    Wieder einmal vielen Dank für deinen tollen Blog und dein Engagement rund ums Thema Schwangerschaft mit allen Höhen und Tiefen, die damit zusammen hängen !!!

    Jana, wenn es deinen Blog nicht gäbe müßte man ihn erfinden. Ich finde deinen Mut immer wieder auch ungewöhnliche Themen aufzugreifen und zu veröffentlichen so bewunderswert! Ich empfehle deinen Blog allen Frauen, die ich kenne, die sich mit dem Thema Schwangerschaft beschäftigen.

    Ein fettes DANKE !

    LG Tani

    Antworten
  30. Nicole
    Nicole sagt:

    Wahnsinns Bericht und ein mutiger Weg!
    Ich hatte im November 2014 eine FG in der 9. Woche, es war meine erste Schwangerschaft und hatte mich mit Fehlgeburten überhaupt nicht beschäftigt. Meine Ärztin schickte mich zur Ausschabung, ich wusste nicht, das es auch eine andere Möglichkeit gegeben hätte. Vielleicht hätte ich diese dann genutzt!
    Im Mai 2015 endlich ein positiver Test ! 1. Arztbesuch in der 7. Woche , es war nur die Fruchthülle zu sehen aber sie sagte das wäre nicht ungewöhnlich, wir sollen noch eine Woche warten!
    Wir waren dann 2 Wochen im Urlaub und ich fühlte mich auch gut so weit, hatte zwar schubweise starke Übelkeit aber das freute mich natürlich!

    Nach dem Urlaub dann die Ernüchterung immer noch nichts zu sehen. Blut abgenommen, diesmal wollte ich warten ob es von alleine passiert.
    3Tage später der Anruf meiner Ärztin, die Blutwerte wären nicht in Ordnung HCG extrem hoch!
    Ich soll mal rein kommen.
    Sie schickte mich dann mit verdacht auf Blasenmole ins KH, die bestätigten es und es wurde eine Ausschabung durchgeführt.
    Jetzt gehe ich jede Woche zur Blut Untersuchung.
    Das mir in beiden Fällen eine Hebamme zugestanden hätte wusste ich nie. Schade, das hätte bestimmt sehr geholfen, nicht nur mir sondern auch meinem Partner der gar nicht weiß wie er mir helfen kann!

    Antworten
  31. Patricia
    Patricia sagt:

    Hallo,
    Vielen Dank für den mutigen Bericht!
    Ich weiß nicht ob ich es oben überlesen habe, aber ich wollte noch drauf hinweisen, dass man sein Baby auch nach einer Ausschabung im kh mit nach Hause nehmen und beerdigen kann. So haben wir es gemacht nachdem ich nach 2 Wochen warten auf einen natürlichen abgang die immer noch sehr starke Übelkeit nicht mehr ausgehalten habe. Wir haben unser Baby dann im Wald beerdigt.

    Viele grüße
    Patricia

    Antworten
  32. Stefanie
    Stefanie sagt:

    Ich danke Halitha und Jana für den tollen Beitrag. Leider ist meine erste Schwangerschaft auch so ausgegangen, nur viel früher. Ich bin nach einem Jahr “üben” endlich schwanger geworden und war so überglücklich aber auch besorgt, weil ich mich gar nicht schwanger gefühlt habe. Ich habe drei SST gemacht , die mir alle das gleiche Ergebnis angezeigt hatten. Ich dachte mein Glück kann man nicht zerstören, bis in meiner 6+3 SSW Schmierblutungen kamen, die ich dann auch gleich ärztlich abklären ließ. Dort konnte man nichts weiter feststellen, außer dass im Fruchtsack nichts weiter zu sehen war. Die Ärztin sagte, es sei etwas ungewöhnlich, aber kein sicheres Zeichen für eine anstehende Fehlgeburt, also hatte mir die Ärztin noch Mut gemacht, aber ich hatte zu dieser Zeit schon vermutet, dass etwas nicht stimmt. Zuhause angekommen, bekam ich auf einmal heftige Unterleibsschmerzen und starke Blutungen. Damit hatte sich also meine Befürchtung bestätigt . Ich habe meinen Engel verloren. Das ging anderthalb Tage so weiter, bis es sich etwas abgeschwächt hatte. In dieser Zeit bin ich nochmal zum Arzt gegangen um zu gucken, wie weit ich schon gekommen bin. Ich bin extra nicht vorher gegangen, um nicht möglicherweise gezwungen zu werden eine Ausschabung zu machen. Ich denke nämlich auch, dass der natürlichere Weg immer zu bevorzugen ist. Das ist jetzt nun drei Tage her und ich lenke mich leider noch so viel ab, dass ich noch nicht weinen kann und möchte. Ich lasse dann immer alles raus, wenn ich beim Arzt bin. Das macht mir gerade noch etwas zu schaffen. Mein Freund versteht noch nicht so richtig, warum mich ein “leerer Fruchtsack” so zum weinen bringt, deswegen will ich ihn mit einen Gefühlen nicht verunsichern. Aber für mich war es kein leerer Fruchtsack, sondern mein Baby und Engel. Also Danke für den Beitrag.

    Antworten
  33. Stine
    Stine sagt:

    Vielen lieben Dank, für diesen Bericht und diese Offenheit!
    Ich habe selbst Ende Juni ein Kind verloren, in der 12SSW. Nach der Diagnose bin ich wohl wissend, dass man auch “abwarten” kann, nächsten Tag ins KH zur Ausschabung gegangen.
    Die Ärztin dort war sehr nett – trotzdem…. Es war schrecklich!!
    Jetzt bin ich wieder Schwanger….. Ca. In der 10SSW.
    Ich freue mich unendlich – aber ich habe auch furchtbare Angst, deswegen war ich auch noch nicht beim Frauenarzt!
    Ich bin hin und her gerissen…..
    Vielleicht geht es hier ja jemanden ähnlich oder kann meine Angst vorm Besuch beim Arzt nach vollziehen. Es ist wirklich ein Wechselbad der Gefühle.

    Antworten
    • SH
      SH sagt:

      Liebe Stine

      mir gings genauso. Fühl Dich gedrückt.

      Nachdem ich endlich wieder schwanger war, hatte ich so viel schiss, dass ich mit dem Arztbesuch bis Ende der 12. SSW gewartet und mich geweigert habe mich über den positiven Test zu freuen und Hoffnungen zuzulassen. Die Sorge dass etwas nicht stimmt hat mich leider die ganze Schwangerschaft begleitet – grundlos. Glücklicherweise hatte ich eine total liebe Ärztin, welche die Sorgen sehr ernst nahm und nach Kräften versuchte mich zu beruhigen inkl. diverser (kostenfreier) extra Ultraschaluntersuchungen und CTGs, da ich meinem Bauchgefühl nicht mehr getraut habe.

      Am Ende lief alles gut und komplikationslos und unser Äffchen ist mittlerweile 15 Monate alt. Aber an die Sorge kann ich mich nur zu gut erinnern.

      Ich wünsch Dir alles erdenklich Gute und eine wunderbare Schwangerschaft.

      LG,
      Sandra

      Antworten
      • Stine
        Stine sagt:

        Liebe SH ,

        vielen Dank für deine Antwort. Es ist schön zu lesen, dass man nicht die einzige ist, die so denkt und das man mit seiner Angst nich alleine ist!
        Das gibt mir wirklich Kraft!
        Vielen lieben Dank!

        Antworten
    • Antonia
      Antonia sagt:

      Liebe Stine,

      da ich selber drei Sternenkinder habe, kann ich das sehr gut verstehen. Aber du musst ja auch nicht zum Frauenarzt. Suche dir lieber ganz schnell eine Hebamme, die dich begleitet. Erfahrungsgemäß ist in der Arztpraxis nie genug Raum für die wichtige psychische Seite der Schwangerschaft. Du und dein Kind, ihr seid bei einer Hebamme in den besten Händen. Später könnt ihr dann gemeinsam entscheiden, ob du vielleicht für bestimmte Untersuchungen (Ultraschall z.B.) zum Frauenarzt gehst.
      Ich wünsche dir eine glückliche Schwangerschaft!

      Liebe Grüße,
      Antonia

      Antworten
      • Stine
        Stine sagt:

        Liebe Antonia,

        vielen Dank für deine Antwort.
        Ich wusste bis jetzt gar nicht, dass mir am Anfang der Schwangerschaft eine Hebamme zusteht.
        Bei meinem Sohn 8J., hatte ich erst ca. in der 25SSW eine Hebamme und natürlich zur Nachsorge.
        Dem werde ich jetzt mal nachgehen!
        Vielen lieben Dank!

        Antworten
  34. Maria81
    Maria81 sagt:

    Eine Ergänzung zu meinem Kommentar (Maria81) vom 5. Juli 2015 um 18:46:
    Auf der Homepage der DeutschenHebammenZeitschrift findet man als Leseprobe aus der Januar DHZ-Ausgabe meinen Erfahrungsbericht eines “dritten Weges” – den medikamentösen Abbruch nach Versterben des Kindes – nach meiner verhaltenen Fehlgeburt, sozusagen als Kompromisslösung zwischen Ausschabung und purem Abwarten. Falls jemand Interesse hat meinen persönlichen Weg nachzulesen, findet ihr ihn hier: http://www.dhz-online.de/index.php?id=318&no_cache=1&tx_ttnews%5Btt_news%5D=6204

    Antworten
    • Manu (manubloggt)
      Manu (manubloggt) sagt:

      Liebe Maria,
      ich habe soeben deinen Bericht gelesen und finde ihn sehr berührend – in der Schilderung selbst, aber auch und gerade in der Wirkung, die du damit auch bei anderen (der Lehrerin deiner Kinder und vielen anderen Menschen) erzielt hast. Auch deine Freude trotz aller Trauer kann ich – auch und gerade aus eigenem Empfinden heraus – zutiefst nachempfinden. Eine Freundin meinte einmal zu mir, als ich kurz vor der Geburt meines zweiten Kindes stand und es so eigenartig fand, bald einen leeren Bauch zu haben: Mit Kindern zu leben ist wunderschön, aber es ist eigentlich auch ein andauernder Abschied. Man muss sie immer gehen lassen – aus dem Bauch, aus den offfenen Armen, aus dem Haus,..
      Ja, so ist es. Auch für die Minis, die wir nicht lebend in unsere Arme schließen konnten. Trotzdem waren, sind sie nicht “nichts”. Und sind auch – bei aller Trauer – keineswegs nur eine zu bedauernde, sondern auch eine unser Leben reicher machende Erfahrung.
      Vielen Dank, dass du deinen Weg, deine Erfahrung mit der Geburt und dem Abschied von deinem vierten Kind geteilt hast.

      Antworten
  35. Manu (manubloggt)
    Manu (manubloggt) sagt:

    Auch ich möchte mich in diesen berührenden Frauenreigen hier einreihen – ebenfalls mit einem persönlichen Protokoll einer kleinen Geburt, die ich letzte Woche durchlebt und am Sonntag verbloggt habe. Vor allem aber auch mit großem Dank:

    Ich habe es in der vergangenen Woche als ungemein tröstlich empfunden, nicht nur digital im direkten Austausch mit vielen langjährigen Freundinnen sowie mit meiner Frauenärztin, die auch die Geburtsärztin meines ältesten Kindes war und mit der ich seitdem persönlich befreundet bin, zu stehen, sondern durch viele Berichte und persönliche Anekdoten an unzähligen Stellen im Netz gewissermaßen an die Schicksale, Hoffnungen, Ängste und Wünsche anderer Frauen in vergleichbarer Situation andocken zu können. Diese unsichtbare Verbindung im digitalen Raum ließ mich nicht nur sehr viel lernen und verstehen. Sie schuf ein echtes Band, das mich stützte und trug. Losgelöst von Raum und Zeit des eigentlichen Geschehens halfen all diese Frauen mit ihren ganz persönlichen Geschichten, mich in meinem Erleben durch diese schwere Erfahrung zu tragen. Exemplarisch für die unzähligen Stellen im Netz, an denen ich las, möchte ich nun hier danke sagen. Und mich mit meinem eigenen
    Protokoll hoffentlich auch selbst für andere als Stütze und als einer von vielen unzähligen Pfeilern, die vielleicht helfen und weitertragen können, erweisen.

    Die Erfahrung einer Fehlgeburt betrifft so viele Frauen – mit allen Konsequenzen, ob Trauer, Schmerz, Hoffnung oder anderen. Es ist meiner Meinung nach auch aus einer feministischen Perspektive heraus nicht nur richtig, sondern auch wichtig und erforderlich, diesem Thema ausreichend Raum zu geben, auch und gerade zum Beispiel hier im Hebammenblog. Denn eine solche Erfahrung ist eben nicht, wie vielleicht noch viel zu oft angenommen, “so ‘ne Frauensache”, “was Unangenehmes” oder “irgendwie was Intimes”, worüber besser keine Worte verloren werden sollten, auch schon, um nicht irgendwelche “Wunden aufzureißen”. Nein, ein solcher Verlust ist viel mehr ein nicht zu unterschätzender Aspekt im körperlichen Erfahrungsschatz vieler Frauen. Er wird Teil unseres Lebens und sollte wie ganz viele andere Dinge respektvoll, ehrlich und offen beschrieben und besprochen werden können statt mit dem Tabu des Nicht-Besprechens belegt sein. Deshalb noch ein Dank – für die Initiative, dieses Thema hier aufzumachen.

    Herzlich,
    Manu

    Antworten
  36. Sani75
    Sani75 sagt:

    Hallo Jan , erstmal Hut ab das du diesen Mut hast darüber hier zu schreiben und vorallem mit jemanden zu sprechen .
    Ich wünsche dir alles liebe und erdenkliche Glück ,viel Gesundheit und und und ….
    Ich bin jetzt grade in diesem Moment dabei eine Frühgeburten anzustoßen.
    Vor etwa 5 Wochen wurde bei mir ein windei festgestellt ,ich war da schon in der 5+4 Woche und die fruchthöhle ca. 15 mm gross.
    Meine Frauenärztin gab mir ohne mit mir ein richtiges Wort zu reden gleich den Überweisungsschein ausgedruckt um in den nächsten Tagen in die Klinik zu gehen und eine AS machen zu lassen .
    Ich für mich, habe mich entschieden es auf natürliche weiße gehen zu lassen . Es fing am 15.05.2016 mit schmierblutung an.ich bin nun in der 11+2ten Woche ,heute haben wir den 18.05 am frühen Morgen wurde die schmierblutung etwas mehr . Nach dem ich von der Arbeit kam war ich ein wenig ko ,habe es aber auf die Arbeit geschoben und nichts dabei gedacht . Nun musste ich aber noch 45 min. Auto fahren da ich meine kleinen bei Oma abholen musste .Auf einmal bekam ich starke Rückenschmerzen und ging auf Toilette das war gegen 18.oo Uhr aber soviel Blut habe ich das letzte mal vor 12 Jahren bei der Geburt meines letzten Kindes gehabt ……. Und da war es schon kritisch .mh.
    Jetzt ist es 21.15 Uhr und es blutet immer noch sehr stark , das (kleine) windei ist auch schon abgegangen ,es war deutlich zu spüren und ich habs gesehen .War im ersten Moment geschockt aber ok ich wusste ja auf was ich mich einlasse bei einem natürlichen abgang , was ich persönlich immer wieder machen würde da ich angst vor Narkose habe.
    Aber nun ist die frage wie lange hält man es aus wenn man soviel Blut verliert ?
    Ich habe keinen Ansprechpartner , habe ein wenig Angst was noch kommt!!!!!!??????
    Morgen früh heißt es wieder auf zur Arbeit ,da ich ungern meine Arbeitskollegin im Stich lassen möchte ,ja es ist meine Gesundheit aber sie wäre ansonsten alleine für 100 Bewohner zuständig und ersatz ist gerade nicht da ????

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagt:

      Wenn du soviel Blut verlierst musst du unbedingt zum Arzt gehen! Und lass dich auf jeden Fall erst mal krank schreiben. Es ist deine Gesundheit. Dein Pflichtbewusstsein in Ehren, aber du nützt keinem etwas, wenn du dann bei der Arbeit ohnmächtig wirst…

      Antworten
  37. anja
    anja sagt:

    Hallo Jana,
    vielen Dank für Deinen Bericht!!
    Ich bin mitte der 8.SSW und in der 6. SSW. war die Frucht im Vergleich zur Woche vorher schon zu klein. Eine Woche später die Bestätigung, dass die Fruchthöhle leider hohl ist.
    Meine Ärztin hat mir sofort gesagt, dass wir erstmal abwarten können. Sie hat meinen innerlichen Widerstand bei einer Ausschabung direkt bemerkt.
    Jetzt bin ich jede Woche in der Praxis zum US. Sie war gestern noch entspannt, jetzt Dienstag wieder.
    Ich habe seit ca. Bauchschmerzen, Ziehen – Symptome die ich sonst vor meiner Periode habe. Daher hoffe ich, dass sich mein Körper langsam vorbereitet…
    Hast Du Erfahrungswerte, wie lange das dauern kann, bis die Fruchthöhle von alleine abgeht?
    Ich habe sofort ein Beschäftigungsverbot bekommen, als ich in der 5. SSW bei meiner Ärztin war. Ich bin also die ganze Zeit zu hause. Mein AG weiß noch nicht, dass ich dann bald wieder arbeiten werde. Ich habe sehr viel ‘Kundenkontakt’ bei der Arbeit – arbeite im Gesundheitswesen. Mir graut vor den ganzen Fragen, wo ich denn so lange war? Ob es mir denn wieder gut geht? Ob ich denn wieder gesund bin?…
    Natürlich geht das niemanden etwas an. In der Realität vergessen das aber die Patienten und sind einfach neugierig.
    Aber auch das werde ich irgendwie hinbekommen… Ich hoffe aber, dass es jetzt nicht allzu lange dauern wird. Ich hab einfach keine Ahnung, womit man realistisch rechnen kann. Dann könnte ich mich vom Kopf her besser darauf einstellen.
    Kannst Du mir vielleicht sagen, was das für ein homöopathisches Mittel war? Wann man das einnehmen kann? Oder muss ich mich da bei einem HP erkundigen?
    Liebe Grüße,
    anja

    Antworten
  38. Anja
    Anja sagt:

    Liebe Jana, liebe Halitha, liebe andere starke Frauen,

    die letzten Wochen habe ich Eure Berichte verschlungen und ich bin so dankbar über Eure offenen und ehrlichen Worte hier. Ich hatte viele Fragen und fühlte mich zum Teil sehr alleine mit der Fehlgeburt.

    Am 14. Mai 2016 hielt ich den positiven Schwangerschaftstest in der Hand. Freude, Aufregung, Überraschung. Ein paar Tage später saß ich in der U-Bahn und dachte: so glücklich wie jetzt war ich noch nie.

    Am 01. Juni hatte ich den ersten Termin bei meiner Frauenärztin. Es folgte ein kleine Ernüchterung, sie meinte für die Woche (6) müsste schon mehr zu sehen sein. Sie schlug mir vor ein paar Tage abzuwarten und am 06. Juni wieder in die Praxis zu kommen. Auf dem Ultraschall war wieder nur die Fruchthülle und ein Dottersack zu sehen, aber kein Embryo. Tränen, so viele Tränen. Sie schlug mir vor den Abgang mit Cytotec einzuleiten. Ich verliess die Praxis mit vier Tabletten, die ich oral einnehmen sollte.

    Zuhause bin ich unsicher geworden, was wenn es doch ein Eckenhocker ist?
    Ich möchte doch mein Kind nicht umbringen! Ich bin mir nicht sicher,
    ob ich den Verstand verliere, nehme Cytotec aber nicht ein, sondern
    gehe zwei Tage später erneut in die Praxis. Meine Frauenärztin ist
    sehr verständnisvoll und nimmt einen erneuten Ultraschall vor.
    Das Ergebnis ist dasselbe. Ich schlucke am Nachmittag Cytotec.
    Habe minimale Blutungen, aber wirklich minimal. Hauptsächlich habe ich starken Durchfall. Mehr passiert nicht. Ich halte Rücksprache mit meiner Frauenärztin, sie meinte, nachdem
    Cytotec eine kleine Wirkung gezeigt hat, soll ich es mit einer stärkeren Dosis am nächsten Tag noch mal versuchen. Auch mit der stärkeren Dosis tritt die Fehlgeburt nicht ein.

    Am nächsten Tag in der Praxis überreicht sie mir an der Anmeldung den Überweisungsschein für die Kürettage. Ich möchte sagen, nein das möchte ich nicht. Gibt es nicht einen anderen Weg? Aber ich stehe wie benommen an der Anmeldung, um mich andere Patienten und ich kämpfe mit den Tränen. Ich fühle mich zu schwach, um zu kämpfen. Im Nachhinein ärgert es mich, dass sie mich nicht ins Behandlungszimmer gebeten hat. Oder das ich nicht stärker war und deutlich gesagt habe, dass möchte ich nicht.

    Ich gehe Nachhause und beschließe zu warten. Gleichzeitig suche ich mir eine Hebamme, die ich einmal besuche. Sie macht mir Mut, nimmt mir Blut ab, um den HCG Wert zu bestimmen. Er liegt noch bei 36000. Sie akupunktiert mich und rät mir Hirtentäschelkrauttee zu trinken.

    Eine Woche später, am 21. Juni, telefonieren wir wieder. Es hat sich weiter nichts getan. Sie rät mir in die Klinik für Anthroposophische Medizin zu fahren. Sie meint, dort haben sie manchmal noch andere alternative Ideen. Dem ist leider nicht so, auch dort wird mir zur Kürettage geraten.

    Ich fahre enttäuscht Nachhause. Aber zumindest erfahre ich einen Tag später, dass der HCG Wert auf 29000 gesunken ist. Das macht mir Mut. Gleichzeitig bin ich unsicher, vielleicht sollte ich doch einfach zur Ausschabung fahren? Bin ich zu sturr?

    Aber mein Bauchgefühl sagt ganz deutlich nein.
    Ich habe Schmerzen im Steißbein. Könnte das nicht ein Anzeichen sein?

    Am 26. Juni fahre ich alleine in den Wald. Ich setzte mich in die Sonne und rede mit meinem Körper und mit meinem Kind. Ich schreibe ihm einen Brief. Ich bitte meinen Körper, dass Kind, die Fruchthülle gehen zu lassen. Mit einem kleinen Ritual begrabe ich mein “Kind”. Ich habe leichten rosafarbenen Ausfluss am Abend.

    Nachts bin ich trotzdem verzweifelt. Es passiert einfach nichts. Warum nicht?

    Am Morgen darauf (27. Juni) dann die Erlösung! Der Ausfluss ist nun eindeutig rot. Ein Freudenschrei. Ich habe eine kleine Schmierblutung. Mein Freund steht in der Dusche neben mir und freut sich mit mir.

    Dienstag gehe ich joggen. Das erste Mal seit Beginn der Schwangerschaft habe ich
    keine Brustschmerzen mehr beim Joggen. Ich fühle mich nicht mehr schwanger.

    Ein weiteres kleines Zeichen.

    Ich trinke tagsüber Hirtentäschelkrautteee und Himbeerblättertee,
    um den Muttermund zu öffnen. Ich habe weiterhin Schmerzen im unteren Rücken
    und menstruationsähnliche Schmerzen. Und einen großen Hunger. Am Abend gehe ich spazieren, um den Körper etwas zu lockern und spüre, dass es mir gut tut. Ich mache auch ein paar Hüftöffner vom Yoga und bitte meinen Körper, mit der kleinen Geburt bald zu beginnen.

    Am nächsten Tag, den 29. Juni 2016, also gestern, erwache ich um 5 Uhr morgens mit Krämpfen im Bauch. Die Blutungen sind stärker geworden. Schleimhaut geht mit ab. Ich bin erschöpft und lege mich wieder ins Bett und döse vor mich hin. Immer wieder kommt es zu Krämpfen. Von 9°° bis 13°° Uhr sitze ich dann mit einem Buch und einer Decke auf der Toilette und lasse es fließen. Auf meinem Bauch liegt eine Wärmflasche und neben mir steht eine Tasse Himbeerblättertee.

    Ich bin so froh und dankbar, dass es endlich los gegangen ist. Es ist schmerzhaft, trotzdem lässt es sich gut aushalten und es ist viel weniger schlimm, als ich befürchtet habe. Um 14 Uhr habe ich das Gefühl, dass das Größte wohl überstanden ist. Ich dusche mich und lege mich ins Bett und schlafe. Erleichtert und froh.

    Heute einen Tag später habe ich keine Schmerzen mehr und kaum Blutungen und ich bin so stolz auf meinen Körper.

    Meine einzige Sorge ist, obwohl die Fruchthülle mit abgegangen ist. Es kam zum Teil so schwallartig, dass ich nicht alles überprüfen konnte.

    Ich habe Angst vor dem Ultraschall, versuche aber zuversichtlich zu bleiben.

    Die Anspannung in den letzten Wochen war groß. Ich bin selbstständig, der Vorteil ist, dass ich vier Tage die Woche Zuhause arbeite, einen Tag die Woche bin ich bei Kunden im Einsatz, die mich zum Teil ein Jahr im Voraus gebucht haben und ich wollte meine Kunden nicht einfach hängen lassen. Letztendlich war mir meine Gesundheit aber wichtiger. Und meine Angst, dass bei der Kürettage etwas schief könnte größer. Es war meine erste Schwangerschaft und ich bin 35 Jahre alt. Zum Glück fand die kleine Geburt an einem guten Tag statt.

    Ich wünsche mir ein Kind. In die nächste Schwangerschaft werde ich sicher ängstlicher gehen, aber auch dankbarer und mit mehr Ehrfurcht vor diesem Wunder.

    Ich bin froh, dass ich mich für die kleine Geburt entschieden habe.
    So hatte mein Körper und meine Seele Zeit sich von der Schwangerschaft zu verabschieden.
    Es schien mir der sanftere und liebevollere Weg zu sein. Und es war weit weniger schlimm,
    als ich es angenommen habe. Es dauerte gute drei Wochen bis es los ging.

    Ich wünsche Euch allen alles Liebe, viel Kraft und Beistand ♡

    Anja

    Antworten
  39. Steffi
    Steffi sagt:

    Hallo Jana,
    wir haben vor ca.4 Wochen von meiner 2. Schwangerschaft erfahren. Wir haben uns beide sehr gefreut. Waren uns anfangs zwar noch unsicher, weil wir vorher noch nicht klar waren, ob ein 2. Kind in Frage kommt uns dann aber sehr gefreut. allerdings wurde ich nach 1 Woche immer unsicherer, ob alles in Ordnung ist. Nach dem ersten Ultraschall war ich in der. 7. Woche, fast rechnerisch, also alles soweit ok. Aber das Gefühl wurde ich nicht los. 2 Wochen später wieder Ultraschall, laut Arzt Wachstum vorhanden, er konnte einen Herzschlag sehen (aber das war so ein Mini-Moment auf dem Computer, so das ich wieder dachte, habe ich da wirklich was gesehen?). Aber ich war rechnerisch weiterhin in der 7. Woche. (??)
    1 Woche später lag ich einen ganzen Tag im Bett, ich konnte gar nichts. Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Durchfall, ich dachte “jetzt hat mich die krassierende Magen-Darm-Grippe” auch erwischt. Ich war so schlapp, das habe ich lange nicht erlebt. Am nächsten Morgen hatte ich leichte Blutungen und ich habe direkt einen Termin beim Frauenarzt gemacht. Es ist der 23.12. Typischerweise war mein Frauenarzt in Urlaub und ich musste zur Vertretung.
    Innerhalb von gefühlt 1 Minute war die Diagnose des Arztes klar und ich stand schon wieder im Wartezimmer. “10. Woche? Auf gar keinen Fall. Da sieht man gar nichts. Kein Embryo, kein Herzschlag. Nichts. Da ist überhaupt nichts”. ” Sie können das normal/natürlich probieren oder gehen in die Klinik zur Ausschabung”. “Kommen Sie zur Kontrolle am 02.01.”
    Ich stand vor der Tür wusste nicht ein noch aus, mein Mann war glücklicherweise mit meinem Sohn mit mir gefahren und in der Stadt. Was bedeutet das für mich? Hat sich der Arzt nicht getäuscht? Was heisst normal? Was kommt da auf mich zu? Was heisst Ausschabung für mich? …. Fragen über Fragen. Ich bin echt sauer, das der Arzt mich so heimgeschickt hat, auch ohne mich zu beraten, ob und welche Schmerzmittel ich nehmen kann/soll und das ich vielleicht noch gerade vor Weihnachten mich im Drogeriemarkt mit Binden eindecken soll. Ich traue mich gerade, gar nichts zu nehmen, weil ich auch mal gelesen habe, das buscopan schlecht ist, weil es die Krämpfe der Gebärmutter unterbindet, und diese ja krampfen soll?!?!
    Es ist Weihnachten, ich habe versucht für meinen Sohn stark zu sein und habe die üblichen Familienweihnachtsfeiern mitgemacht, versucht vielen Fragen auszuweichen, weil natürlich jeder gesehen hat, das es mir nicht gut geht. Aber es wussten nur ganz wenige, das ich schwanger bin und nun das ich die Fehlgeburt hatte.
    Es ist Weihnachten und ich möchte nicht ins Krankenhaus gehen, nachher drängt man mich zu einer Ausschabung oder lässt mich da tagelang liegen.
    Ich weiss nun nicht, ob ich tatsächlich bis zum 02.01. zur Kontrolle warten soll beim Vertretungsarzt (oder aber lieber bis zum 04.01., wenn mein Frauenarzt wieder aus dem Urlaub ist). Oder ob ich zwischen den Tagen zur Kontrolle gehen soll?? Aber vielleicht sind die genauso plump?
    Es wurde kein Blutbild gemacht, keine HCG-Werte oder Entzündungswerte bestimmt.
    Ich will keine Entzündung riskieren, aber auch eine Ausschabung ist ja nicht ohne Risiko.
    Ich bin echt überfragt und fühle mich einfach nur elend.
    Steffi

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagt:

      Liebe Steffi, das tut mir sehr leid. Erst mal natürlich, dass dein Kind nicht bleiben wollte und dann auch, wie du behandelt wurdest.
      Also ein paar mehr Informationen wären ja zumindest nett gewesen.
      Grundsätzlich: solange du keine extrem starke Blutung oder Fieber bekommst, kannst du zu Hause abwarten und der Natur ihren Lauf lassen. Du darfst Buscopan nehmen. Das hemmt den Prozeß nicht. Wenn du irgendwie unsicher bist, geh einfach in die Klinik, zur Kontrolle.
      Ich wünsche dir einen sanften Verlauf und alles, alles Gute.
      Lieben Gruß
      Jana

      Antworten
  40. Isabell
    Isabell sagt:

    Danke für deinen Mut das zu veröffentlichen!

    Ich selbst habe vor 5 Tagen erfahren dass unser Purzel einfach bei 7+2 nicht mehr weiterwachsen wollte… bin mit Blutung ins KH und wie die Mediziner so sind, sollte auch ich direkt dort bleiben und die Ausschabung vornehmen lassen.

    Da ich aber zum Glück ohnehin zwei Tage später einen Kontrolltermin bei meiner FÄ gehabt hätte, habe ich mir um Zeit zu schaffen, erst Mal dann einen späteren Termin geben lassen, welchen ich dann telefonisch abgesagt habe.

    Mir schlug das Herz bis zum Hals nachdem der erste Schock überwunden war. Es wäre unser erstes Kind gewesen und ein absolutes Wunschkind…

    Ich hatte nun nach der Traurigkeit unser Baby gehen lassen zu müssen, panische Angst ob meine FÄ den Weg des natürlichen Abgangs mit mir geht, da ich die Natur entscheiden lassen möchte.

    Ich saß mit regelrechten Sorgenbauchschmerzen in ihrem Wartezimmer bis ich endlich aufgerufen wurde.

    Und dann geschah für mich ein kleines Wunder in all dem Elend… sie erklärte mir dass sie jahrelang als Hebamme gearbeitet hatte bevor sie ihr Medizinstudium abschloss und dass sie bereits viele Frauen auf dem natürlichen Weg begleitet hat und auch mich begleiten wird, wenn mein Körper den Weg mit mir geht.

    Sie sagte es so treffend und deswegen möchte ich sie gerne zitieren, weil mir dieser Satz so viel Kraft gegeben hat…

    “Die Medizin steht heutzutage ständig parat und vergisst dabei gerne mal dass der Körper ein Meister seiner selbst ist, wie sonst hätten wir uns früher weiter fortpflanzen sollen…”

    Das ist heute genau drei Tage her.

    Mir wurde Blut genommen um den Beta-hCg Wert zu bestimmen und ich werde heute erneut zur Blutkontrolle in die Praxis gehen.

    Ich bin gespannt ob sich schon etwas getan hat…

    Heute früh bin ich mit starken wehenartigen Schmerzen wach geworden und habe mich dann drei Stunden darin erprobt diese wegzuatmen…

    Beim nächsten Toilettengang ging merklich ein großer Klumpen ab… leider kann ich nicht sagen ob es nur Gewebe war oder ob es schon unser Sternchen war dass sich auf den Weg gemacht hat… ich denke ich erfahre heute Nachmittag bei meiner FÄ mehr…

    Irgendwie wäre der Gedanke sehr tröstlich wenn es sich heute verabschiedet hätte, wir feiern heute nämlich unseren 9.Jahrestag und morgen hätte mein Papa Geburtstag der uns leider vor 12 Jahren verlassen hat…

    Danke für deine Kraft und diesen mutigen Einblick in deine Privatsphäre!!!

    Antworten
  41. Emanuelle
    Emanuelle sagt:

    Hallo liebe Sternenmamis,

    am 17.01. erfuhren wir, dass unsere Eineiigen Zwillinge von uns gegangen sind. Wir waren unendlich traurig. Im ersten Moment wusste ich nicht vor und zurück, so schwer saß der Schock. Meine Frauenärztin unterstützte meinen Wunsch nach einem natürlichen Abgang, worüber ich sehr erleichtert war, da ich eine sehr selbst bestimmte Frau bin die der Natur gerne ihren freien Lauf lässt.

    Zuhause igelte ich mich zwei Tage lang komplett ein, mein Mann kümmerte sich in der Zeit um unsere zwei jährige Tochter. Ich war nicht im Stande mich auf irgendetwas anderes zu konzentrieren, ich war so voller Schmerz und Trauer dass ich ganz betäubt war. Warum ich? Warum passiert mir das? Warum habe ich meinen Freundinnen und Bekannten denen genau dieses widerfahren ist immer nur gesagt: “So ist die Natur, wir können es uns nicht aussuchen. Du musst los lassen”. Ich selbst sagte mir: “Das hast du nun davon, du sollst den gleichen Schmerz wie sie fühlen, damit du nie wieder so einfach nette Worte sagst und keine Ahnung davon hast”. Ich empfand es wie eine Strafe. Diese Phase hielt eine Woche an, bis ich am Ende dieser Woche mich im Internet schlau machte, ob auch andere Frauen von dieser Erfahrung schreiben. In meinem Bekanntenkreis haben sich alle für eine schnelle Ausschabung entschieden. Ich fand im Internet diesen Artikel und ich bin unendlich dankbar. Dankbar dafür, dass es eine Frau geschafft hat, detailliert aufzuschreiben was sie durchgemacht hat. Ich las danach alle eure Kommentare und las sie wieder und wieder. Es tat mir einfach gut zu wissen, dass ich nicht alleine bin, dass es keine “Strafe” ist, so wie ich sie empfunden habe. Es gibt einfach keine Erklärung dafür, es passiert weil es nun mal passiert.

    Soeben haben bei mir die Blutungen leicht eingesetzt, noch heute morgen habe ich geweint, weil ich keine Lust mehr darauf hatte zu warten. Ich hatte keine Nerven mehr…ich gab mir Zeit bis Freitag, wenn dann nichts passiert, dann lasse ich mir Medikamente geben, sagte ich zu mir. Ich war einfach so voller Wut und wieder so voller Trauer, obwohl es mir die vergangen Tage Emotional besser ging. Nun empfinde ich den heutigen Morgen als Abschluss, ich wusste wahrscheinlich unterbewusst, dass es los geht, brauchte diese Emotion um endgültig loslassen zu können.

    Ich möchte mich hiermit an alle Sternenmamis wenden, die sich gerade in der gleichen Situation befinden wie ich:

    * Nehmt euch eine Hebamme, es hat mir so sehr geholfen dass sie da ist. Wir haben ständig Kontakt und sie wird bei Schwierigkeiten jederzeit zu mir kommen. Es ist gut, einen Experten an seiner Seite zu haben. Es nimmt euch die Angst, vor dem was kommt.
    * Lasst euch von niemandem vom Weg abbringen. Es ist euer Weg, niemand sonst kann ihn gehen. Es ist dabei egal, ob ihr am Ende mit Medikamenten eingreift oder eine Ausschabung machen lasst. Lasst euch von niemandem einreden, dass andere Wege besser sind. Was für euch gut ist, ist in eurem Herzen fest verankert. Handelt nur danach, so könnt ihr eurer Trauer freien Lauf lassen.
    * Weint, wann immer ihr weinen müsst. Sagt euch niemals “Stell dich nicht so an”. Trauert so lange wie ihr wollt. Vergesst niemals, dass es niemals aufhört. Die Trauer wird leiser und wird zur Erinnerung, aber ihr werdet es niemals vergessen. Macht es euch diese Erinnerung also so schön es nur geht, damit es erträglich wird, an eure Sternenkinder zu denken.
    * Ich habe nie gewusst, was ein Mensch alles ertragen kann. Diese Erfahrung macht uns stark für die weiteren Wege die wir in unserem Leben gehen werden. Vergesst niemals, was ihr alles schaffen könnt und das jeder Weg zu gehen ist, egal wie steinig er ist. Glaubt an euch, die Natur und euren Körper.

    Zum Schluss möchte ich mich hier bei Halitha bedanken, für Ihre offene Art. Für viele Frauen bedeutet das sehr viel. Es ist nicht fair um den heißen Brei zu reden. Man möchte oft wissen, was einen erwartet. Ich bin dafür sehr dankbar, dass es solche offenen Menschen wie dich gibt.

    Und ich möchte mich bei Jana für diesen tollen Blog bedanken, du weißt gar nicht wie sehr du vielen Frauen damit hilfst.

    All den Frauen, die momentan das gleiche Schicksal mit mir teilen möchte ich viel Mut aussprechen, ihr schafft das gebt nicht auf!!

    Eure Emanuelle

    Antworten
  42. Tina
    Tina sagt:

    Liebe Halitha,

    toll das dein Arzt und deine Hebamme dir den Rücken für deinen Weg gestärkt haben. So dass du Zeit hattest loszulassen.

    Ich habe auch eine missed Abortion (schreckliche Bezeichnung) hinter mir.
    Ich hatte bei dieser Schwangerschaft von Anfang an ein komisches oder auch schlechtes Gefühl.
    Es war auch zu schön um wahr zu sein, wieder mit zwei guten Freundinnen zusammen schwanger, wieder ähnliche ETs. Wieder zusammen hibbeln, später zusammen PeKiP, usw..

    Ich hatte sehr früh mein erstes US, es war einfach mein halbjähriger Termin. Es war absolut nichts zu sehen. Gyn bölkte mich an, dass alles zu früh sei und was soll man da auch sehen.
    Kontrolle in 1,5 Wochen: Mini Fruchtblase. Wieder schwer genervte Gyn: sie könne auch nicht zaubern.
    Wieder Kontrolle 1 Woche später: Fruchtblase gewachsen. HCG eher niedrig zur Woche passend. Wiederkommen in 2 Wochen, dann aber babywatching mit Herzchen
    Eines morgens, whatsapp, Freundin 1: “Tina, ich hab’s verloren” *Shock*
    Eine Welle noch schlechteren Gefühls überrollte mich: OH Gott, das wird bei mir auch kommen….
    Samstags Abends: Mann im Dienst, Zornröschen schläft. Noch schnell Pipi machen, Blut am Papier. *Panik*
    Eben den Bruder angerufen, eben gestanden: Bin schwanger, ich blute, ich hab Angst. KOMM JETZT SOFORT! WILL INS KRANKEHAUS! JETZT!
    Im Krankenhaus, megajunge Assitenzärztin, untersucht mich vaginal: kein Blut, alles tutti, wohl eine kleine Verletzung.
    Dennoch US. Das unerfahrene Küken (sorry, aber das dachte ich zu derzeit auch) schallte sich tot: kein Embyro zu sehen trotz SSW 7+. Naja, vielleicht ein Eckenhocker, ab zur Gyn am Montag.
    Welch ein herrliches Wochenende….ich hab nur geheult.
    Montags zur Gyn: Welch ein Wunder, die Frau kann auch einfühlsam sein.
    Sie schallte, aber auch sie fand kein Embryo, fand aber kein Grund zur Sorge. Vielleicht passt die Woche nicht? Vielliecht sitzt das wirklich so ungünstig….
    Blutabnahme, ßHCG, abwarten. Mittwoch wiederkommen zur Bluabnahme. Ob ich bis dahin eine AU haben wolle um nicht jedem Hinz und Kunz mein verquollenes Gesicht erklären zu müssen.
    Ich hatte ein wenig Hoffnung geschöpft, aber nur minimal.
    Mittwoch morgen hatte ich dann richtig Blut im Schlüppi. Das war’s und nun muss ich ins Krankenhaus.
    Aber ich rief mich zur Ordnung, Frau Doktor hatte gesagt, wenn ich nicht gerade blute wie sonst was, solle ich nach Möglichkeit erst zu ihr.
    Das tat machte ich dann auch.
    Sie nahm mich auch zügig dran und war diesesmal noch lieber zu mir. Sie schallte und fand leider kein gutes Ergebnis: die Blase verformt, abgelöst und mit verdickten Rändern. Freie Flüssigkeit.
    Sie bat mich anziehen und ging mit mir ins Besprechungszimmer. Auch sie führte mir alle Möglichkeiten auf: abwarten und selbstablösen lassen. Ausschabung.
    Ich bin nicht der Typ für das entspannte Abwarten, ich hab kein gutes Körpergefühl und setze dementsprechend meinen Körper nicht viel Vertrauen entgegen.
    Ich wollte die Ausschabung, ich war nüchtern, am besten JETZT.
    Meine Gyn rief auch sofort im Krankenhaus an und sagte sie würde mich jetzt schicken.
    Eine OP am gleichen Tag war natürlich nicht mehr möglich. Aber auch der Arzt da, verstand sehr schnell, dass er sich seinen Termin Ende nächster Woche knicken konnte. Er orderte im schnell Verfahren ein HCG-Wert an und setzte mich für den nächsten morgen auf seinen OP-Plan.
    Ich wurde mit einem den Muttermund-weichmachenden Medikament ausgestattet, da dieses aber toxisch für den Embryo wäre, nahm ich der diensthabenden Assitenzärztin noch das Versprechen ab, mich noch abends anzurufen und mir den HCG Wert mitzuteilen. Ich hoffte halt immer noch. Aber der Verdacht bestätigte sich leider.
    Dann noch den Pre-Op-Marathon, alles mit Tränen in den Augen. Aber alle Ärzte waren wirklich sehr nett.
    Am nächsten frühen morgen bezog ich mein 1-Bett-Zimmer (ich klopfe mir immer noch innerlich auf die Schulter für den Abschluss einer Privat.Zusatz). Ich war sehr froh alleine in dem Zimmer zu sein. Mein Mann musste unsere Große versorgen und so konnte ich meinen Tränen freien Lauf lassen. Zumal ich, auf Grund meines Übergewichtes, über Nacht da bleiben musste.
    Die Op-Vorbereitung war schrecklich. Man brachte mich warum auch immer zu früh runter. Ich wurde nackig, unter einer Art riesenhandtuch, frierend in einem OP Nebenraum zwischengeparkt. Da lag ich dann 30 min. Zwischen durch durchwühlten Pfleger die Schränke auf der Suche nach irgendwas. Einmal kamen zwei rein, der eine stütze sich, nach Rauchstinkend, auf meiner Pritsche ab und unterhielt sich über mich hinweg mit seinem Kollegen über den Stau auf der A2. Ich lag da und dachte mir: geht es noch?
    Irgendwann fragte mich der eine Kerl: “Und? Was können wir für Sie heute schönes tuen.”. Er wollte sicherlich die Stimmung auflockern, aber ich war so pikiert von dieser ganzen Nummer, dass ich nur mit “Ars**l****” antwortet. Er warf daraufhin einen Blick in meine Akte und verschwand wortlos.
    Es war daher erlösend, als ich endlich in den OP gerollert wurde.
    Da stand dann aus “das Küken”. Aber es war die erste nette Person im OP. Sie sagte, dass es ihr unendlich leid täte. Streichelte meine Hand, während man mir den Zugang legte.
    Dann ging es schnell….1…2…weg.
    Ich wurde wach und dachte mir: Verdammt! Es ist wie schlafen und in einen Albtraum eintauchen. Plötzlich nicht mehr schwanger.
    Neben mir erbrach sich jemand, während ich um mein Kind trauerte.
    Danach begann der Prozess des “Es verstehen”. Ich bin grundsätzlich ein wissenschaftlicher Mensch. Das sich der Embryo nicht entwickelt hatte, wird eine n Grund haben, genetisch, wie auch immer. Dieser Gedanke hilft mir. Dennoch falle ich jetzt noch immer wieder in ein Loch….
    Aber die Zeit lässt Wunden vernarben, dann sind sie zwar noch da, aber schmerzen nicht so schlimm.
    Unser Krankenhaus setzt alle Fehlgeborenen in einer Trauerfeier zusammen bei, egal wie früh der kleine Stern gegangen ist.
    Auch wenn ich nicht gläubig bin, und es zunächst für quatsch hielt den Zellhaufen beizusetzten, überlege ich nun doch an der Feier teilzunehmen. Vielleicht hilft es

    Lieben Gruß
    Tina

    P.S.: Sorry für den langen text. Musste mir das nach diesem Bericht von Seele schreiben

    Antworten
  43. Uli
    Uli sagt:

    Ich habe meine Fehlgeburt (9. SSW) damals einfach verdrängt. Irgendetwas in mir hat sich mit aller Kraft gegen diese furchtbare Gewissheit gewehrt. Nach einer Woche starker Blutungen und heftiger Unterleibsschmerzen war ich immer noch der vollen Überzeugung, alles sei normal. Bei der nächsten Untersuchung war dann schon kein Kind mehr da… Ich biss mir tapfer auf die Lippen, während ich fassungslos auf das schwarze Nichts in meinem Bauch starrte. Nicht weinen. Nicht weinen. Nicht weinen. Aber die junge Ärztin war sehr mitfühlend und meinte zu mir: “Es ist traurig ein Kind zu verlieren. Lassen Sie die Trauer ruhig zu. Es gibt Frauen, die weinen einmal sehr heftig und dann gibt es Frauen, die ihr ganzes Leben lang trauern. Gehören Sie zur ersten Sorte.” Ich weinte einen ganzen Tag lang ohne Unterlass. Ich schrieb ein Gedicht an mein totes Kind und klebte ein Google-Bild von einem Embryo in der 9. SSW dazu. Danach war die Leere in mir gestillt und ich konnte loslassen…
    Genau eine Woche später feierten wir unsere Hochzeit – es wurde ein unvergesslich schöner Tag. Und nur ein Jahr darauf hielten wir eine gesunde Tochter im Arm.

    Antworten
  44. Jenny Eckhardt
    Jenny Eckhardt sagt:

    Dies ist wirklich ein trauriges Thema. Meiner Schwester ist momentan schwanger und sie hat große Angst vor einer Fehlgeburt oder anderen Schäden. Glücklicherweise konnte unser Frauenarzt ihr in einem beruhigenden Gespräch alles erklären.

    Antworten
  45. Eve
    Eve sagt:

    Liebe Halitha, Vielen Dank für deinen Mut deinen Bericht zu teilen!
    Mir hast du an Ostern sehr geholfen bei meiner “kleinen Geburt”!
    Ich hatte schon eine bessere Vorstellung was mich erwarten könnte, nachdem ich kürzlich in der 12. Woche beim Arzt erfahren hatte, dass das Herzchen aufgehört hat zu schlagen. Ich war vor längerer Zeit hier auf dem Blog glücklicherweise über deinen Bericht gestolpert und habe ihn aus Interesse gelesen – er hat mir dabei keine Angst gemacht, weil du sehr einfühlsam und ehrlich darüber schreibst. Und du Jana, sehr einfühlsam kommentierst. Beides ist so wertvoll!

    So informiert wusste ich bei der Hiobsbotschaft beim Arzt sofort was ich wollte. Keine Auschschabung . Von sich aus hat mir der Arzt keine Alternative angeboten, aber als ich sehr bestimmt gesagt habe dass ich die Fehlgeburt (was für ein blödes Wort!) auf dem natürlichen Wege haben möchte, hat er nach kurzem Überlegen und erfragen der Gründe gesagt dass nichts dagegen spricht. (Ich hatte ihm nur gesagt dass ich das psychisch sicher viel besser verkrafte – das reichte ihm schon).
    Ich hatte glücklicherweise schon eine Hebamme, die ich dann nochmal näher befragt habe dazu was mir bevorsteht und wann ich besser Hilfe beim Arzt/Krankenhaus in Anspruch nehme. Sie hat auch immer wieder telefonisch nachgefragt wie es uns geht und uns sehr unterstützt. Die kleine Geburt haben mein Partner und ich nachts dann alleine (aber nicht einsam) durchlebt. Intensiv und mit Krämpfen, und auch 30 Minuten starken Wehen auch schmerzhaft, aber sehr gut, dass ich so entschieden habe. Wir konnten gut Abschied nehmen.

    Es sollten viel mehr Ärzte den Frauen die Wahlmöglichkeiten aufzeigen. Für uns war es so viel besser als eine Ausschabung. Sowohl körperlich (Narkose, Verletzungsgefahr usw.) als vor allem auch psychisch.
    In den nächsten Tagen gehe ich zur Kontrolle, ob alles abgegangen ist und keine Reste mehr in der Gebärmutter sind – ich bin sehr zuversichtlich. Und selbst wenn jetzt noch was da ist, weiß ich dank deinem und weiterer Berichte der kleinen Geburt auch, dass ich (wenn keine Komplikationen auftreten) abwarten und nach der nächste Regelblutung nochmal nachschauen kann ob alles gut ist.
    Liebe Halitha, Vielen Dank für deinen Mut deine Erlebnisse hier zu schreiben. Und liebe Jana, Vielen Dank für deinen Mut Halithas Bericht zu veröffentlichen!

    Antworten
  46. lizzy641981
    lizzy641981 sagt:

    Liebe Jana, auch ich möchte mich bei Dir und natürlich bei Halitha für den wunderbaren Bericht bedanken, den ich eben lesen durfte. Ich hatte vor drei Tagen selbst eine Curettage, für mich war es ein guter Weg und der von mir selbst gewählte. Ich habe eine FÄ-in, die mir beide Methoden dargelegt erklärt hat, ohne dass ich mich beeinflusst fühlte und glücklicherweise zwei tolle Ärztinnen und Schwestern, die mir im KH zur Seite standen (ehrlich gesagt, war dieses Erlebnis von der Seite betrachtet, “schöner=sensibler” wie die Geburt unseres Sohnes).
    Ich danke Euch für den Tipp, eine kleine “Erinnerungsbox” für unser Sternenkind zu erstellen. Wir haben einen großen Garten und ich denke, ich werde uns hier einen schönen Platz aussuchen… Danke für die berührenden Worte, Halitha: Ja, so ging es mir (und vielen anderen Frauen, die sich hier mitteilen) auch: die große, wahnsinnige Freude beim Lesen des Testergebnisses, dann das Schwanken und die Angst, als 3 Wochen später eine überregelstarke Blutung einsetzte, der KH-Check nach 1,5 Stunden, danach die Entwarnung und wieder Freude, drei Tage später waren Herztöne zu vernehmen, damit war für uns eine gewisse Entwarnung verbunden und steigende Vorfreude, bis es dann in ssw 10.4
    hieß: “Ein kleines Herz hat aufgehört zu schlagen”. Ich weiß, dass ich diesen Moment und diese Worte meiner FÄ-in nie vergessen werde, weil ich in dem Moment spürte, wie sehr mir der Boden unter den Füßen weggezogen wurde…
    Heute, 5 Tage später und 3 Tage nach der Ausschabung, erkenne ich, wie gut es tut, dass ich mich für diese Woche habe krank schreiben lassen. Erst wollte ich das nicht, aktuell wüsste ich gar nicht, wie es anders sein könnte. Ich bin schon froh, dass iche schaffe, unseren Kleinen in die Kita zu bringen und die eine oder andere Sache im Haushalt zu erledigen…
    Was mir aber seit meiner Entlassung (und auch schon davor) am meisten hilft, ist die Unterstützung und das gemeinsame Trauern mit meinem Mann, die Hilfe meiner Eltern, Gespräche mit ihnen und meiner besten Freundin, außerdem mein Sohn, ein gutes Buch und das Wissen, das ich nicht die Einzige bin, der so ein Schicksal widerfährt. Ich weiß von diversen Bekannten, Nachbarn, Freunden, die ähnliche Erfahrungen machen mussten und die meisten haben danach noch ein mind. ein weiteres Kind bekommen. Das sollte uns allen Hoffnung geben!!

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