Tips für faule Eltern - Gastbeitrag auf Kindsstoff.de

7 Tips für faule Eltern – Gastbeitrag auf Kindsstoff.de

Sieben Hebammentips für frisch gebackene Eltern habe ich heute als kleinen Gastbeitrag für den befreundeten “Kindsblog” des Münchener Kinderklamotten-Startups Kindsstoff.de verfasst. Es ist mein erster Gastartikel und ich freue mich über die nette Zusammenarbeit. :-)

“Faul sein ist wunderschön”

Eltern-sein ist nicht nur wunderschön und rosarot, sondern manchmal auch ziemlich anstrengend. „Faul sein ist wunderschön“, sang hingegen schon Pipi Langstrumpf! Wie man sich das Elternleben, vor allem in der ersten Zeit, etwas einfacher machen kann und dabei auch noch “das Richtige” tut, könnt ihr dort nachlesen: “7 Hebammen-Tips für faule Eltern.”

(April 2015: Der Artikel ist auf der Kindsstoffseite leider nicht mehr verfügbar, daher könnt ihr ihn jetzt direkt hier lesen):

7 Hebammen-Tips für „faule“ Eltern

Eltern-sein ist nicht nur wunderschön und rosarot, sondern manchmal auch ziemlich anstrengend – vor allem in der ersten Zeit. Perfektionismus hilft einem da nicht weiter.
„Faul sein ist wunderschön“, sang schon Pipi Langstrumpf! Und wie kann man sich nun das Elternleben etwas einfacher machen, quasi faul sein und dabei auch noch das Richtige tun? So könnte es gehen:

  1. Stilleneinfach
    Bei Hunger einfach andocken. Beim Stillen steht deinem Kind die Nahrung 24/7 zur Verfügung. Und zwar immer in der richtigen Zusammensetzung, Menge und in perfekter Trinktemperatur. Kein Mitschleppen von Fläschchen, Pulver und Nuckies. Kein Problem an heißes Wasser zum Anrühren zu kommen und kein Sterilisieren der Fläschchen.
  2. Im Familienbett schlafen gut
    Wenn alle Familienmitglieder einfach im Familienbett schlafen, dann entfällt das nächtliche „durch die Wohnung torkeln“, nur um zum schreienden Kind zu gelangen. Das Beste am Familienbett ist, dass das Baby auch weniger schreit. So nah bei den Eltern fühlt es sich viel geborgener, als alleine im Gitterbett – womöglich im eigenen Zimmer. Wenn das Elternbett für diesen Zweck zu klein ist, tut ein Beibett, bzw. Babybalkon oder ein – neben das Elternbett gestellte -Kinderbett gute Dienste.
    Es kann gelegentlich nötig sein, dass sich ein Elternteil, meist immer noch der Vater, mal für die Nacht ausklinkt, um so etwas Schlaf nachzuholen. Dafür kann er dann seiner – die „Nachtschicht“ übernehmenden Frau – früh morgens das Kind abnehmen und ihr ebenfalls eine zusätzliche Portion Schlaf ermöglichen. Das Kind gänzlich aus zu quartieren würde ich eher nicht empfehlen.
  3. Tragenschön
    Schon mal versucht einen Kinderwagen die Treppen rauf oder runter zu schleppen, oder über Wurzelwerk im Wald zu bugsieren? Im Kaufhaus durch enge Gänge und durch normale Kassen zu schieben?
    Komisch, bei den Treppen (in Berlin) schauen plötzlich immer alle weg, anstatt zu helfen. Im Wald kommt man nur mit dem gelände-tauglichen Kinderwagen klar, der dafür aber nicht ins Auto passt. Und im Kaufhaus geht es wieder mal nur durch die Kasse für „körperlich Benachteiligte“, wenn überhaupt vorhanden.
    Ganz im Ernst: Ein Kinderwagen ist schon praktisch. Vor allem, um Einkäufe zu transportieren. Bei größeren Kindern sind Buggys auch wirklich toll, um Buddelspielzeug, etwas zu trinken und ja, auch mal ein schlafendes Kind zu von A nach B zu kutschieren.
    Aber bei den Frischlingen ist ein Tragetuch oder eine Babytrage aus meiner Sicht die genialste Anschaffung: Die schnelle, morgendliche Tour zum Bäcker, das eng bestuhlte Café, das Benutzen von öffentlichen Verkehrsmitteln – alles kein Problem! Außerdem sind Babys, die viel getragen werden, viel zufriedener, weinen weniger und haben deutlich weniger Verdauungsprobleme. Und das trägt obendrein zur Stressvermeidung für Alle bei.
  4. Seid schlampig!yeah!
    Ok, ich weiß, das ist jetzt wirklich eine seltsame Ansage. Ich finde aber, es gibt, in der ersten Zeit mit dem Baby, viel Wichtigeres, als immer frisch gewaschene Wäsche und perfekt gesaugte Böden. Macht in der ersten Zeit einfach nur das Nötigste und lasst euch bei Bedarf, und wenn es irgendwie geht, im Haushalt helfen.
    Statt dessen: Nach Herzenslust kuscheln, das Baby anhimmeln, oder einfach mal Schlaf nachholen.
  5. Bloß kein Kinderzimmer einrichten – unnötig!
    Je kleiner die Babys, desto glücklicher sind sie, wenn sie ganz nah bei Mama oder Papa sein dürfen. Babys brauchen im ersten Jahr noch kein Kinderzimmer! Ihr könnt also das bisherige Arbeits-, Gäste-, oder Bastelzimmer noch ein bisschen weiter nutzen. Das Babybett kann einfach im Elternschlafzimmer stehen und der Wickeltisch kann super im Bad eingerichtet werden. Dann hat man auch gleich warmes Wasser beim Wickeln parat!
  6. Kauft Kisteneinfach
    Sobald das Baby ins Spielzeugalter kommt, beginnt die „feindliche“ Übernahme der gesamten Wohnung. Am Abend sieht es dann aus, als wäre eine ganze Spielzeugabteilung im Wohnzimmer explodiert! Daher: Morgens einfach eine große Decke ausbreiten und abends das Spielzeug wieder in die Kiste(n) schütteln. Naja, außer ihr wollt mit dem Kleinen jeden Abend das beliebte „Einer-räumt-aus-einer-räumt-auf“ Spiel spielen. Dann – Achtung „Babytip“ – ist ein Regal auch eine tolle Sache! ;-)
  7. Kein Stress mit dem Brei lecker!?
    Babys haben einen angeborenen Schutz-Reflex, der feste Bestandteile mit der Zunge aus dem Mund schiebt. Dieser Reflex wird mit ungefähr einem halben Jahr überwunden, oft auch noch später. Das ist dann meistens auch der Zeitpunkt, an dem die Säuglinge, ganz von allein, Interesse an zusätzlicher Nahrung entwickeln. Wer also zu früh mit der Beikost beginnt, macht sich viel Arbeit für Nichts.
    In den ersten sechs Monaten ist Muttermilch sowieso das Beste für’s Baby. Und auch danach kann die Beikosteinführung entspannt vonstattengehen, da die Kinder mindestens noch bis zum ersten Geburtstag – neben dem Brei – Muttermilch bekommen dürfen und sogar sollen. (Natürlich nur, wenn möglich und von der Mutter gewollt!)

Kommentare – gern gesehen

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10 Kommentare
  1. Stefanie
    Stefanie sagt:

    Hallo Jana, schöner Beitrag, und total wichtig, daran zu erinnern, dass mans sich auch leicht machen darf/soll/muss mit Kind. Die Tipps sind wirklich gut, nur bei zwei Punkten waren meine Erfahrungen etwas anders. Erstens, Familienbett: Solang mein Sohn noch klein war, war Balkonbett die perfekte Lösung, aber er schläft sehr leicht (man konnte sich im Zimmer kaum ausziehen, ohne ihn mit den Geräuschen, die die Jeans beim Knittern macht, aufzuwecken…), für ihn wars also eine Wohltat, mit einem halben Jahr ins eigene Zimmer zu ziehen. Leider müssen wir jetzt – wie du geschrieben hast- immer im Dunkeln durch die Wohnung tappen, wenn der Kleine weint, aber wir schlafen alle besser so. Tipp am Rande: Unser Babyfon hat eine Fernbedienungsfunktion, wenn man das Elternteil mitnimmt, kann man das Schlaflied vom Bett aus einschalten, manchmal reicht das schon.
    Und Punkt zwei war mit dem Essen: Stillen ist superpraktisch, aber manche Babys mögen einfach irgendwann “echtes” Essen. Nicht alle gleich früh, aber meiner war halt früh dran. Wir haben mit exakt 4 Monaten angefangen zuzufüttern, und recht viel länger hätten wir auch nicht warten dürfen. Er hat die Ungeduld nur ausgehalten, weil er vorher schon Wasser aus dem Glas trinken durfte wie die Großen. Praktischer wärs bestimmt gewesen, länger zu stillen, aber er wollte es so… Wenigstens konnte er damit sehr früh aus einem normalen Becher trinken (ging echt problemlos), seit ein paar Tagen trinkt er auch ganz allein. Die typische Schnabeltasse war für ihn nie interessant. Das nur als Ergänzung.
    Weitere Tipps, wie man sich die Kindsaufzucht möglichst bequem macht, fallen mir grade nicht ein, ich bin aber gespannt, was noch so an Kommentaren kommt!

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagt:

      Liebe Stefanie, Danke! Es gibt tatsächlich Babys, die ihre Ruhe brauchen und sich sogar von ihren Eltern beim Schlafen gestört fühlen. Das habt Ihr doch genau richtig gemacht! Den Tip mit dem Babyfon finde ich auch gut – vor allem das Benutzen in beide Richtungen! ;-)

      Zu Punkt zwei kann ich nur sagen: Wenn er das so wollte, kann man es nicht ändern. Wird wohl für ihn richtig gewesen sein. Aber ich würde Eltern nicht prinzipiell raten so früh anzufangen. Das ist doch eher die Ausnahme. Es sind halt Säuglinge. Aber es zeigt mal wieder, dass es immer viele richtige Wege gibt. Man muß halt herausfinden, wie der eigene aussieht.

      Ich bin auch gespannt!

      Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagt:

      Liebe sas,
      Danke für das Bloglob!
      Klar, war ich auch erst irritiert und habe sofort mal nachgefragt. Das war die Antwort, mit der ich sehr zufrieden war:

      “Hallo Jana
      vielen Dank für Deine Nachricht. Gerne stehen wir Dir zum Thema Biomuttermilch Rede und Antwort. Tatsächlich haben wir diese Kampagne letzte Woche ins Leben gerufen. Jedoch, wie Du bereits festgestellt hast, ist sie leider über’s Ziel hinaus geschossen.

      “Biomuttermilch” ist natürlich totaler Quatsch. Muttermilch ist von Natur aus gut und genau das Richtige für Kinder. Unser Ziel war es nicht, die Ängste junger Mütter zu schüren oder diese zu verunsichern. Vielmehr wollten wir durch eine bewusste Übertreibung auf das wichtige Thema „Bio“ für Eltern und ihre Kinder aufmerksam machen. Dass das Thema „Biomuttermilch“ nicht ernst genommen werden soll, haben wir kurz nach der Veröffentlichung auf der Website aufgedeckt und Stellung zu unserer Intension hinter dieser Aktion bezogen.

      Heutzutage ist so ziemlich alles Bio oder gibt zumindest vor, dies zu sein. Wir werden überhäuft von Bio-Siegeln, denen wir blind vertrauen. Bei so einem wichtigen Thema wie Kinder lohnt es sich jedoch, auch einmal hinter die Kulissen zu blicken und Dinge kritisch zu hinterfragen. Diese Diskussion wollten wir gerne anregen.

      Wir entschuldigen uns von Herzen bei Dir, sollten wir Dich mit unserer provokanten und aufrüttelnden Aktion verärgert haben. Gleichzeit wünschen wir uns aber auch von Herzen, dass das Thema “Bio und Kinder” die Aufmerksamkeit bekommt, die es verdient.

      Es tut uns leid, dass wir Dich enttäuscht haben und hoffen, dass Du kindsstoff dennoch in guter Erinnerung behältst.

      Liebe Grüße
      Dein kindsstoff-Team”

      Antworten
  2. sas
    sas sagt:

    Es ist ok, dass dich das sehr zufriedengestellt hat.
    Mich hätte es das nicht.
    Ein Biostoff-Unternehmen, das nur mal ganz allgemein die Diskussion um Bio anregen will… Klar.

    Wenn schon Entschuldigungsschreiben, dann kann man ruhig auch zugeben: Wie wollten uns ins Gespräch bringen!

    Antworten
  3. JoVo
    JoVo sagt:

    Vielen Dank für die 7 Tipps, die ich als Tipps und nicht als “Pflichten” verstehe. Letztlich muss jede Familie gemeinsam für sich herausfinden, welcher Tipp passt und welcher nicht.

    Von meiner Seite aus gibt es für jeden einzelnen Tipp einen Daumen hoch. Für Punkt Nummer 4 sogar einen Doppeldaumen. … nein ein Dreifach-, nein Vierfach-, nein einen …..

    ach egal. Ich versuche dazu einfach mal nur einen Satz zu zitieren, den ich mal irgendwo gelesen habe:

    “ich glaube, wenn ich 65 bin, werde ich nicht denken, Gott sei Dank stand damals kein dreckiger Abwasch herum.”

    Grüße

    Antworten
  4. Neeva
    Neeva sagt:

    Stillen = einfach. Joah, wenn man einfach nicht mit leicht oder schmerzfrei verwechselt. Und das mit dem einfach andocken, klappt auch erst nach ein paar Wochen.

    Antworten
    • Neeva
      Neeva sagt:

      Wobei ich aber auch sagen muss, dass die Gewissheit dem Baby immer die richtige Nahrungszusammensetzung zu geben und es nicht versehentlich mit zu dicker Milch zu dehydrieren oder mit zu dünner Milch hungern zu lassen durchaus einige Strapazen wert ist. Es muss ja nicht jede so viel Pech haben wie ich.

      Antworten
  5. Bea
    Bea sagt:

    Hallo Jana,
    zuerst einmal ein Lob für die tolle Seite und die vielen Infos!
    Auch die 7 Tipps hier finde ich sehr schön. Auch, dass du erwähnst, dass die Babys im Elternbett schlafen dürfen, denn leider wird heutzutage sehr oft behauptet dies sei gefährlich.

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