Hypnobirthing

Hypnobirthing aus Kliniksicht – Wunsch vs. Wirklichkeit

Hypnobirthing boomt. Im Internet finden sich auf zahlreichen Seiten Geburtsberichte über positive Hypnobirthing-Erfahrungen. Viele Frauen äußern sich absolut begeistert.
Ich wollte wissen: „Was ist dran, an der Methode und warum sind meine eigenen Erfahrungen, als betreuende Klinik-Hebamme, bisher so negativ gewesen?“

Was ist Hypnobirthing? – Ein kleiner Exkurs

Die Ursprünge der Geburtsmethode „Hypnobirthing“ beruhen auf den Erkenntnissen von Dr. Grantly Dick-Read. Die Theorie lautet so, dass Angst -> Anspannung und Anspannung -> Schmerz verursacht. Dr. Dick-Read war damals davon überzeugt, dass Angst und Unwissenheit Feinde der natürlichen Geburt sind. Er behauptete weiter, dass es gar keinen Schmerz bei der Geburt gäbe und ersetzte den Begriff der Wehe mit „Muskelgefühl“. Frauen sollten sich nicht als hilfloses Opfer dem Geburtsgeschehen ausliefern, sondern aktiv arbeiten, anstatt Widerstand zu leisten. Dr. Dick-Read erarbeitete eine Geburtsvorbereitungsmethode, die auf Aufklärung, Entspannung und Lockerungsübungen basiert.

Marie Mongan enwickelte diese Gedanken weiter und veröffentlichte ihr Konzept 1989 in ihrem Buch “HypnoBirthing:A Celebration Of Life“. Beim sogenannten Hypnobirthing werden den Frauen Entspannungs-, Meditations- und Visualisierungstechniken an die Hand gegeben, die den Teufelskreis von Angst und Schmerz durchbrechen sollen. Frauen lernen die Aufgaben des Körpers unter der Geburt kennen und sollen sich angstfrei und freudvoll auf ihre Geburt vorbereiten. Mittlerweile werden fast überall in Deutschland Hypnobirthing-Kurse angeboten.

Reality-Check

Ich habe in der Klinik bisher erstaunlicher Weise leider nur schlechte Erfahrungen mit Hypnobirthing-Geburten gemacht. Die Frauen waren zwar sehr gut informiert, hatten aber ein so festes Bild davon im Kopf, wie ihre Geburt zu sein hat, dass sie im Verlauf nicht mehr die Fähigkeit besaßen, flexibel mit den tatsächlichen Ereignissen um zu gehen. Es war ganz so, als würden sie ein starres und dogmatisches Sonderprogramm absolvieren.
Alle Hypnobirther, die mir oder meinen Kolleginnen begegnet sind, waren sämtlichem Klinikpersonal sehr misstrauisch gegenüber und trauten unseren Einschätzungen überhaupt gar nicht. Leider wurden aus den Befürchtungen immer, bis auf ein einziges Mal, selbsterfüllende Prophezeiungen: Die Geburten endeten mit dem Kaiserschnitt.

Offene Tür

Ich habe viel über dieses Phänomen nachgedacht und es mit Kolleginnen diskutiert. Frauen, die informiert sind und sich interventionsarme Geburten wünschen, rennen bei uns doch eigentlich offene Türen ein. Warum hakelt es also?

Ich glaube ebenfalls an die große Kraft der Suggestion. Auch in Geburtsvorbereitungskursen steht der natürliche Geburtsverlauf klar im Fokus. Auch wir Hebammen klären schwangere Frauen darüber auf, dass Interventionen fast immer weitere Interventionen nach sich ziehen, und dass es das Beste ist, seinem Körper zu vertrauen. Wir bestätigen die Frauen darin, dass sie stark sind und dass eine Geburt machbar ist – nein, sogar eine großartige Erfahrung sein kann, wenn man sich auf sie einlässt!
Viele von uns arbeiten mit Entspannungstechniken. Der Fokus wird weg von der Wehe, hin zur Pause dazwischen gelenkt. Atemtechniken sind in unseren Kursen ebenfalls ein wichtiger Bestandteil. Auch wir arbeiten gerne mit Visualisierungen, wie z.B. der „sich öffnenden Blume“, die den sich öffnenden Muttermund symbolisiert.

Zwei Seiten einer Medaille? – Die Glaubensfrage

Wir wollen also eigentlich dasselbe. Denke ich. Und stimmt das?
Oder vielleicht „glauben“ wir doch an unterschiedliche Dinge? Ich verallgemeinere jetzt mal bewusst und nur zur Verdeutlichung.

  • Hypnobirther versprechen den Frauen eine schmerzfreie, oder zumindest schmerzärmere Geburt.
  • Hebammen bereiten die Frauen auf Schmerzen vor, die aber zu bewältigen sind.
  • Hypnobirther glorifizieren die „ruhige Geburt“. Frauen sollen möglichst leise atmen und keinesfalls (!) schreien.
  • Hebammen bringen den Frauen das Tönen bei und unterstützen das „laut werden“ unter der Geburt, denn das ist auch eine Form von Eigenhypnose. Das befreit und lockert.
  • Hypnobirther vermitteln den Frauen keine Angst haben zu müssen.
  • Hebammen sagen den Frauen, dass Ängste normal sind und dazu gehören.

Ist jetzt die eine Lehre richtig und die andere falsch? Nein, das denke ich nicht! Aber die doch schon sehr unterschiedliche Denkweise der Hypnobirther-Lehre könnte für eine Frau, die sich mit Hypnobirthing vorbereitet hat und dann eher unvermittelt auf die „Hebammen-Lehre“ trifft, ziemlich verwirrend sein.
Dennoch gibt es ja, wie oben beschrieben, viele Gemeinsamkeiten und ich frage mich: „Wie können wir Hebammen, vor allem die in den Kliniken, und die Hypnobirthing-Trainerinnen da draußen, zum Wohle der betroffenen Frauen, in Zukunft besser zusammenarbeiten – bzw. uns inhaltlich besser synchronisieren?“

Wunsch vs. Wirklichkeit

Ich gestehe auch, dass ich dem Hypnobirthing immer noch etwas skeptisch gegenüber stehe. Ich finde das positive Denken toll! Aber ich glaube auch, dass bei den Frauen extrem hohe Erwartungen geweckt werden.
Eine Kursleiterin, die nicht namentlich genannt werden möchte, schrieb mir:

“…Mittlerweile glaube ich, dass das Konzept “Hypnobirthing” zu positiv ist. Das Buch ist ja unendlich positiv, was einerseits schön ist, weil es Ängste nimmt, aber meiner Meinung nach auf der anderen Seite auch keine realistischen Erwartungen vermittelt, vor allem für eine Frau, die ihr erstes Kind bekommt. Hypnobirthing verkauft die Geburt ja eher als Spaziergang, wenn die Frau nur genug übt (was einen hohen Druck erzeugt).“

Susanne Mierau schreibt in ihrem schönen Blog „Geborgen wachsen“ zwar nicht speziell zu Hypnobirthing, aber über Ängste unter der Geburt:

„Es hört sich in der Theorie so einfach an: Na dann hab doch keine Angst und dann läuft die Geburt auch gut. Oder, noch schlimmer: Wenn Komplikationen stattfinden, bist Du selber Schuld, denn bestimmt hattest Du Angst und deswegen ist es so gelaufen. So einfach ist das natürlich nicht. Keine Frau geht schließlich absichtlich mit Ängsten in die Geburt. Keine Frau hat Schuld, wenn sie unter der Geburt Ängste verspürt. Keine Frau ist Schuld daran, wenn die Geburt anders verläuft, als sie es sich vorgestellt hat.„

Erwartungen erfüllt?

Um mir ein noch besseres Bild zu machen, habe ich, in Vorbereitung auf diesen Artikel, einige Frauen interviewt, um herauszufinden, wie ihre Erwartungen an die Geburten waren und ob sie sich anschließend bestätigt haben. Das ist natürlich nicht repräsentativ, gab mir aber dennoch einen guten, ergänzenden Eindruck.
Alle interviewten Teilnehmerinnen von Hypnobirthingkursen waren nach wie vor von der Methode überzeugt. Der Wunsch nach einer schmerzfreien Geburt wurde bei einer erfüllt, fast alle anderen stuften den Schmerz zumindest als erträglich ein.

Franzi:  “…eher festes, kräftiges Ziehen und Drücken im Bauch/Unterleib (…) Der Durchtritt des Kopfes “brannte”, als ob jemand am Arm “Brennnessel” macht.
Lilli: “und es war anstrengend, aber nicht wahnsinnig schmerzvoll.”
Christina: “Ich hatte Schmerzen mit denen ich sehr gut zurecht gekommen bin!”
Anja: “Fühlte mich nicht so überrollt von den Wehen, wie teilweise bei den anderen Geburten. Es war anstrengend, aber gut machbar. Mehr wollte ich auch nicht.”
Patricia: “Nein, nicht schmerzlos bis zum Ende der Geburt. Aber bis zu einer Öffnung von 6-7cm konnte ich mit den Wehen sehr gut umgehen. Die letzten Zentimeter waren anstrengender, aber durch die gute mentale Vorbereitung und meinen Mann, der genau wusste wie er mich unterstützen kann, zu schaffen.“

Vertrauensfrage

Die Aussagen der Frauen zu Hypnobirthing waren überwiegend sehr positiv. Allerdings haben auch fast alle interviewten Frauen außerklinisch geboren. Im außerklinischen Bereich, oder in der Klinik mit einer Beleghebamme, ist das Vertrauensverhältnis zwischen Gebärender und Betreuender natürlich bereits da. In der Klinik hingegen muss es ja erst mühsam und in kurzer Zeit aufgebaut werden. Dazu sagten meine Interviewpartnerinnen:

Franziska: “Ich war ständig in Sorge vor unnötigen Untersuchungen und Interventionen,(…) ich wollte unbedingt eine Traumgeburt und hatte mir alles ganz toll vorgestellt und ausgemalt, als es dann anders kam (…) war die Fallhöhe und Enttäuschung umso größer. Die Geburt wurde traumatisch, von der absoluten Selbstbestimmung zur Fremdbestimmung.”
Patricia: “Im Krankenhaus ist es viel schwerer, Vertrauen zu haben, sich fallenzulassen.”
SaschaSandra: “In den meisten Kliniken ist es doch „leider“ oft so, dass die Routine und die Vorschriften vor den Bedürfnissen der Frau kommen.”

Muss man nun allen Hypnobirthing-Frauen von der “normalen” Klinikgeburt abraten?

Wünsche für ein besseres Miteinander

Da der Großteil der Frauen ja nun mal in Kliniken entbindet, wäre es meiner Meinung nach nur wünschenswert, zum Wohle der Frauen, bessere Schnittstellen zwischen Geburtsvorbereiterinnen und dem Geburtsteam der Klinik zu schaffen.
Ich habe nachfolgend schon mal einige Punkte gesammelt, wäre aber für eure Ergänzungen sehr dankbar! Meine Wünsche…

  • an die Hypnobirthingtrainer(innen):
    Ich wünsche mir, dass ihr an den Kliniken in eurer Nähe (mit denen ihr zusammenarbeitet), eine kleine Fortbildung anbietet. Es haben sich sicher noch nicht alle Geburtshelfer mit dem Thema beschäftigt. Und Kennenlernen heißt ja meistens auch Vorurteile abbauen. Das passiert aber nicht von selbst. Gegenseitige Wertschätzung ist ganz wichtig für eine gute Zusammenarbeit.
  • an die Frauen:
    Bitte informiert euch auch über euren Geburtsort. Entscheidet euch nur für den „normalen Klinikweg“, wenn ihr dort auch vertrauensvoll sein könnt. Wenn ihr das Gefühl habt, dass es nicht passt, sucht nach einem anderen Weg. Denn auf „Hab-Acht-Stellung“ zu sein und dennoch zu entspannen, wird nicht funktionieren.
  • an uns (Klinik)-Hebammen und Geburtshelfer:
    Hier lasse ich die Frauen am besten selbst noch einmal sprechen:
    Lilli: “Ich persönlich würde es gut heißen, wenn Hebammen sich mit Hypnobirthing weiterbilden bzw. im Krankenhaus mehr Verständnis finden.”
    Patricia: “… ich würde mir noch mehr Geburtshaus-Atmosphäre wünschen.”
    SaschaSandra: “Dass wieder mehr geboren gelassen wird anstatt zu entbinden.”

Diskussionsbedarf

Ich habe hier meine ganz persönlichen Erfahrungen und Vermutungen beschrieben. Teilweise habe ich zur Verdeutlichung etwas verallgemeinert. Wir alle sind natürlich sehr verschieden. Und es gibt bestimmt auch Kolleginnen, die andere Erfahrungen gemacht haben. Und diese würden mich sehr interessieren. Vor allem die positiven Hypnobirthing-Klinikberichte fänd ich spannend zu hören. Sind Hypnobirthing und Klinikgeburt ein Widerspruch per se? Oder hatte ich bisher einfach Pech? Was sind eure Vorschläge, damit es in Zukunft besser läuft?

Und auch über noch mehr Feedback von Frauen mit Hypnobirthing-Erfahrungen würde ich mich hier freuen. Was sind eure Anregungen? Was können wir gemeinsam besser machen?

Danke

Ganz herzlich bedanken möchte ich mich bei allen, die sich an meinen Interviews beteiligt haben. Eure Berichte und Antworten haben mir sehr geholfen. Vielen Dank dafür!

Und – last but noch least – wer nun Interesse hat, sich weiter mit Hypnobirthing zu beschäftigen, hier das Buch zur Methode: „HypnoBirthing. Der natürliche Weg zu einer sicheren, sanften und leichten Geburt.

Ein Jahr später…

Das Thema Hypnobirthing lässt mich einfach nicht los und deshalb freue ich mich um so mehr, eine Hausgeburt veröffentlichen zu dürfen, die wirklich so ablief, wie Hypnobirthing es immer verspricht. Schmerzfrei. “Geburtsbericht: Eine Hypnobirthing Hausgeburt

Franzi hat am Ende ihres Geburtsberichts noch eine tolle Literatur und Video-Liste für euch hinterlassen! Wer also mal so richtig in das Thema eintauchen möchte, wird dort fündig…

Meine Produktempfehlung für dich

Das Buch „Die selbstbestimmte Geburt – Handbuch für werdende Eltern“ gibt dir weitere hilfreiche Einblicke und ich empfehle es gerne den Familien in meiner täglichen Hebammenarbeit. In meinem Shop zum Blog kannst du es kaufen und erhältst bei vielen Produkten persönliche Anwendungstips in Form eines kleinen Beipackzettels von mir.

 



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70 Antworten
  1. mamafraumensch
    mamafraumensch sagt:

    Vielen Dank für deine (klinikseitigen) Erfahrungen auf diesem Gebiet! Da mein erste Geburt ja auch etwas weiter von dem entfernt war, was ich mir “erträumt” hatte, habe ich mich schon kurz mit dem Thema Hypnobirthing befasst… um wenigstens zu wissen, wovon manch andere Frau (im Internet) erzählt (um nicht zu sagen “schwärmt”).

    Hört sich natürlich super an, mit etwas Übung und Konzentration die Schmerzen weg oder zumindest erträglich zu meditieren. Wahrscheinlich ist es der goldene Mittelweg, um die Schmerzen zu wissen und sie zu akzeptieren (fällt einer Zweit- und Mehrgebährenden verständlicherweise leichter, als einer Erstgebährenden), und dann durch Konzentration auf sich und seinen Körper den Wehen weniger verkopft entgegen zu treten. Vielleicht kann man so der Natur ihren Lauf lassen, ohne sich ihr in den Weg zu stellen (Kopf) oder vorauszueilen (zu frühe klinische Interventionen)…

    So zumindest meine Theorie. Bin gespannt, was für Kommentare sich hier noch einfinden!

    LG, Anja

    Antworten
  2. Sascha Sandra Renger
    Sascha Sandra Renger sagt:

    Liebe Jana
    Ich war sehr gespannt, wie der Artikel im Endeffekt zu lesen ist. Hier sind noch einige Gedanken, die mir dabei gekommen sind:

    HypnoBirthing ist meiner Meinung nach eine Methode, die vieles in Bewegung und Frauen zum Umdenken gebracht hat. Manchmal braucht es etwas radikal Anderes – einen Vorreiter.
    Viele Frauen möchten wieder zurück zum Natürlichen.
    Ist das in der Klinik wirklich möglich? Auch wenn die Hebammen sich dafür einsetzen, stehen ihnen nicht permanent die Klinikvorschriften, Zeitabläufe etc. im Weg?

    Vielleicht müsste man dort ansetzen. Wie wäre es, wenn sich die Geburtsmediziner soweit zurückziehen würden, um nur im Notfall gerufen zu werden. Wie wäre es, wenn sie den Hebammen freie Hand lassen würden, damit diese ungestört und ohne Zeitdruck ihre Berufung ausüben könnten, um die Frauen gebären zu lassen?

    Wie jede Methode oder Lehre versteht diese jeder auf seine Weise. Genauso setzt jeder das für sich um, was für ihn wichtig ist. So ist es auch mit den Hypnobirthern (wie Du so schön sagst). Jeder gibt das weiter, was er in der Ausbildung mitbekommen hat, so wie er es verstanden hat.

    Ich kann nur für mich sprechen und muss immer wieder feststellen, wenn ich über Erfahrungen von anderen mit HypnoBirthing höre, dass vieles nicht dem entspricht, wie ich es verstanden habe und wie ich es weitergebe.
    Es liegt mir fern, den Frauen eine schmerzfreie Geburt zu versprechen. Ich bereite sie vielmehr darauf vor, wie sie aus eigener Kraft und mit Vertrauen in ihren Körper, durch diese wundervolle, natürliche Geburts-„Arbeit“ gehen können. Wenn man auf etwas vorbereitet ist und gewisse Abläufe (z.B. im Körper) versteht, wird man weniger von etwas Unerwartetem (Schmerz) überrollt. Allein schon durch den hormonellen Ablauf bei der Geburt kommt die Frau in einen Trancezustand.
    Gibt man ihr den Raum und das Vertrauen in sie und ihren Körper, wird sie sich wohlfühlen – egal, wo sie ist.

    Du schreibst:
    „Wie können wir Hebammen, vor allem die in den Kliniken, und die Hypnobirthing-Trainerinnen da draußen, zum Wohle der betroffenen Frauen, in Zukunft besser zusammenarbeiten – bzw. uns inhaltlich besser synchronisieren?“

    Z.B. könnten die Hebammen einmal das Buch von HypnoBirthing lesen.
    Auch das Buch von Ina May Gaskin – „Die selbstbestimmte Geburt“ ist sehr zu empfehlen. Sie hat die Sprache nicht geändert und spricht auch von Schmerz und sie hat ein ganzes Kapitel dem Schliessmuskelgesetz gewidmet. Herrlich!

    Ich wünsche mir für die gebärenden Frauen mehr Raum, Vertrauen und viel Zeit.
    SaschaSandra.ch

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagt:

      Liebe SaschaSandra, Hebammenkreißsäle – wenn Du das meinst, finde ich auch gut. Ich arbeite in einem “normalen” KRS, in dem wir uns aber recht einig darin sind, was wir für uns und die Frauen wollen. Nämlich so natürlich wie möglich, so wenig Interventionen wie nötig, selbstbestimmt, geburtshausmäßig, naja fast – ist halt ne Klinik. Ich glaube “Die selbstbestimmte Geburt” haben fast alle gelesen. Die Punkte, die Hypnobirthing-Frauen für ihre Geburten wünschen, sind bei uns selbstverständlich. ABER: die Zeit, da hast Du Recht, sitzt einem natürlich immer im Nacken. Das kann man nur mit einer Beleghebamme vermeiden. Und die gibt es inzwischen kaum noch. :-(
      Ich muß aber sagen: die Zeit war bei meinen ungünstigen Erfahrungen nicht das Problem. Eher falsche Erwartungen an die Geburten selbst. Vielleicht war es aber einfach Pech!? Ich werde das mal weiter beobachten. Ich fand in meiner Recherche jedenfalls spannend und auffällig, dass alle Frauen, die mir geschrieben haben, weiterhin begeistert waren.
      Ich glaube, wenn das positive Denken beibehalten und die Erwartungen ein wenig angepasst werden, ist das Konzept toll!
      LG und noch Mal vielen Dank für’s Mitmachen!
      Jana

      Antworten
  3. Doula Anja
    Doula Anja sagt:

    hallo jana,
    diese zeilen sprechen mir aus dem herzen! als doula begleite ich immer häufiger hypnobirthing-frauen. auch meine erfahrungen waren… gelinde gesagt… nicht gut.
    die frauen haben die erwartung einer schmerzfreien geburt – und kaum werden die wehen kräftiger sind sie sehr erschrocken und kommen nicht mehr klar. oft ist dann da echte verzweiflung, selbstzweifel, das hypnobirthing nicht richtig “zu können”. das ist extrem kontraproduktiv unter der geburt!
    schade, denn im ansatz ist die entspannung und die positive vorbereitung auf die geburt ja gut – nur eben für meinen geschmack zu theoretisch.
    mag ja sein, dass einige frauen auf diesem wege eine extatische geburt haben – mein gefühl ist aber, dass die mehrheit unter der geburt nicht mit hypnobirthing klarkommt.
    auch von mir eine eindeutige stimme dagegen.
    liebe grüße
    anja

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagt:

      Liebe Anja, Danke für Deinen Beitrag. Aber eins hast Du falsch verstanden: ich bin gar nicht gegen Hypnobirthing!
      Ich finde Vieles an dem Konzept sogar richtig toll. Ich bin auch schon beeindruckt, von den Erzählungen der Frauen.
      Manchmal, denke ich, sind die Erwartungen zu hoch. Und es scheint einfach nicht immer zu funktionieren.
      LG Jana

      Antworten
  4. JoHa
    JoHa sagt:

    Vielleicht könntest du dir nochmal das Modell Hypnobabies angucken, das bedeutend weniger “bagatellisiert” bzw. positiviert, meiner Meinung nach als Mongan das tut im Hypnobirthing-Plan. Generell ist Hypnose ein gutes Mitell in allen möglichen Situationen, die u.U. auch schmerzbelastet sind, dazu gibt es ja genug Nachweise, die auch wissenschaftlichen Kriterien standhalten. Das anzubieten als Hebamme, die in der Klinik Geburtshilfe anbietet ist mMn schwierig – das gemeinsame Trainieren und Üben ist dabei doch sehr wichtig. Hypnobabies und -birthing sind Selbsthypnoseprogramme, es wäre da hilfreich z.B. bei der Anmeldung mit Frauen direkt besprechen zu können was sie sich für Ankerpunkte gesetzt haben usw.

    Was ich persönlich aber bei Weitem für sinnvoller halte ist Nancy Bardackes Ansatz mit Achtsamkeit. Es gibt eine Hebamme in Berlin (Clarissa Schwarz), die Geburtsvorbereitungskurse mit Achtsamkeit nach Nancy Bardacke anbietet und die auch z.B. im Oktober schon eine Fortbildung zum Thema organisiert hat. Sowas gibt es also immer mal. In diesem Rahmen wäre es vielleicht sinnvoll im Rahmen der Klinik Geburtsvorbereitungskurse oder Achtsamkeitskurse zur Geburtsvorbereitung anzubieten, auch um die z.B. die Hebammen dabei kennen zu lernen. Als Nebeneffekt wäre es für die teilnehmenden Frauen möglich, eine viel vertrautere Atmosphäre zu erfahren (“Geburtshausatmosphäre”).

    Was die Achtsamkeit angeht … man lernt erst einmal, dass die eigene Wahrnehmung stark verändert werden kann, je nachdem in welchem mentalen Fokus man sich befindet. Das verdeutlichen Achtsamkeits- und Meditationsübungen. Man lernt auch, wahrzunehmen und möglichst wenig zu beurteilen. Der Sinn dahinter ist ausdrücklich nicht, den Schmerz wegzuerklären oder nicht zu empfinden, sondern zu lernen damit umzugehen – denn für die meisten von uns wird es die eine oder andere Form des Schmerzes während der Geburt geben.

    Dieses Buch ist mMn auch sehr empfehlenswert für Hebammen und Geburtshelferinnen. Auf deutsch heißt es “Der achtsame Weh durch Schwangerschaft und Geburt” (wie gesagt, von Nancy Bardacke). Im Zweifelsfall kann man Clarissa Schwarz ganz sicher auch zum Thema kontakten und z.B. um Fortbildungen bitten.

    Antworten
    • Jana S.
      Jana S. sagt:

      Nach vielen Recherchen im Netz und Lesen des Buchs Hypnobirthing war ich nicht so wirklich überzeugt. Ich habe zufällig dann in dem Kommentar hier von Nancy Bardackes Buch erfahren (vielen Dank dafür) und hab es einfach mal gekauft.

      Ich muss sagen, dass ich das wirklich als sehr viel hilfreicher empfunden habe.
      Leider gibt es Kurse bislang nur in Berlin und ich glaube Bayern, so dass wir uns nur anhand des Buchs selbst auf die Geburt vorbereiten werden, aber ich konnte jetzt schon einiges in meinen Alltag mitnehmen und werde das Buch fleißig weiterempfehlen, damit die Idee der Achtsamkeit vielleicht noch ein bisschen bekannter wird.

      Antworten
  5. Susanne Schreck
    Susanne Schreck sagt:

    Liebe Jana!
    Dann bin ich – HB-Gebärende im Krankenhaus – wohl die rühmliche Ausnahme?! Ich hatte eine nahezu schmerzfreie Geburt aus BEL – dank Hypnobirthing und meiner Doula, die uns begleitet hat. Wir waren in einem anthroposophischen Krankenhaus (Asklepios Germersheim), das HB unterstützt und befürwortet. HB sagt keinesfalls, dass eine Geburt leise sein muss (!), sondern lautes Atmen/ Stöhnen/ Tönen ist genau so normal. Ich würde mit wünschen, dass sich mehr Hebammen mit HB beschäftigen wüten und sich zur HB-Hebamme weiterbilden würden!
    Wir haben die erste Zeit der Geburt übrigens zu Hause verbracht und als wir in der Klinik ankamen, waren wir bei 8cm… Völlig entspannt und relaxed, ganz bei mir. Ich hatte dann Schmerzen, wenn ich abgelenkt wurde (zB Zugang legen). Meiner Meinung nach ist das A und O jemand, der die Gebärende begleitet – und wenn sie sich mit Hb vorbereitet hat, sollte das ein HB-Coach oder ihr HB-Partner sein. Bei unserer Geburt waren eine Hebamme, eine Ärztin und der Oberarzt (wg der BEL) mit im Raum – wahrgenommen habe ich (im Vierfüßer) aber nur mein Baby, meinen Mann und unsere Doula. Ich finde es sehr schade, dass die vier von dir interviewten Fraun ein anderes Erlbnis hatten und denke, dass auch das traumatisierend sein kann. Hast du denn auch Kontakt zu positiven Erlebnissen? Meine Doula Bea (www.sanft-ins-leben.de) kann dir sicherlich berichten ;-) LG, Susanne

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagt:

      Liebe Susanne, das hört sich gut an. Ich glaube, Du hattest wirklich eine gute Vorbereitung. Gerade, dass Du sagst, Du warst den Großteil der Geburt zu Hause… Die Frau, die ich betreut habe, bei der es so sehr schlecht gelaufen ist, kam unheimlich früh in die Klinik und wollte unbedingt mit ihrem Programm loslegen: Badewanne, Pezziball, Traubenzucker, Massagen… Als die Wehen endlich regelmäßiger wurden, war sie schon völlig erschöpft.
      Wie gesagt, die Frauen, die sich auf meinen Aufruf hin gemeldet haben haben, bis auf eine alle richtig gute Erfahrungen gemacht.:-)
      Danke, auch für das Kontaktangebot!
      Jana

      Antworten
  6. Nima
    Nima sagt:

    Hallo

    Vielen Dank für diesen Bericht und vorallem mal für diesen tollen Blog. Ich lese ihn so wahnsinnig gerne und teile ihn immer wieder. Bravo!!

    Ich wollte nur kurz meine Erfahrung niederschreiben :-)

    Unser zweites Kind kam mit Hypnobirthing zur Welt. Ich besuchte vorgängig auch einen Kurs.
    Das ganze Hypnose-Zeug war mir etwas zu wider, weshalb ich nicht wirklich zu Hause übte.
    Ich hörte mir fast täglich bei einem Bad die CD mit den Entspannungsübungen an – was ja so oder so gut ist in der Schwangerschaft. Ich genoss so die Zeit mit meinem Baby im Bauch ganz bewusst.

    Was ich ausserdem ab und zu mal übte, waren die Atemtechniken.

    Ich hatte eine wundervolle, 2.5 Stündige Geburt zu Hause. Die Wehen empfand ich durchaus als unangenehm bis schmerzhaft. Uns wurde aber während dem Kurs auch überhaupt nichts versprochen. Auch das amerikanische Konzept wurde während dem Kurs sehr kritisch beäugt ;-)

    Während der Presswehen hatte ich absolut keine Schmerzen mehr. Ich musste auch nicht pressen, es passierte alles wie von ganz alleine. Es gelang mir, während der ganzen Geburt in mich zu gehen und mich nur auf mich zu konzentrieren.

    Ich würde es nie mehr anders machen.

    Übrigens: Wir erhielten im Kurs auch die ganz normalen Infos etc zur Geburt. Was mir als grösster Unterschied zum normalen Kurs in der 1. Schwangerschaft geblieben ist: Im HB-Kurs wurde einfach nicht auf allen Risiken und Gefahren “rumgehackt”. Wir durften wunderschöne Geburtsvideos sehen und tolle Geburtsberichte hören. Wir lernten die Geburt als etwas schönes, harmonisches und absolut natürliches kennen. Und das ist es doch, was unsere Gesellschaft braucht.

    Antworten
    • Neeva
      Neeva sagt:

      Das hatte ich auch, dass die Presswehen nicht mehr wehgetan haben. Zu dem Zeitpunkt habe ich auch die Wehen nicht mehr gespürt. Allerdings habe ich von Hypnosetechniken keine Ahnung, habe mir nur immer wieder gesagt, dass mein Körper groß, stark und breithüftig ist und das bestimmt kann. :-)

      Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagt:

      Liebe Nima,
      vielen Dank für das liebe Bloglob! :-)
      Ich bekomme langsam den Eindruck, dass die Kurse wirklich sehr unterschiedlich sind. Bei Dir hört sich das auch sehr “down to earth” an. Gut!
      Das extrem positive Denken an HB finde ich auch klasse!
      LG Jana

      Antworten
  7. Milli
    Milli sagt:

    Liebe Jana,
    ich lese jetzt seit fast einem Jahr regelmäßig Deinen Blog und er gefällt mir sehr gut. Und grade zum Thema Hypnobirthing habe ich auch mal etwas zu berichten…
    Im September kam mein Sohn zur Welt. Ich war im Vorfeld ziemlich verunsichert von allen möglichen Geburts-Horrorgeschichten, die sich in meinem unmittelbaren Umfeld abgespielt hatten und da dachte ich mir : Ich lasse mich nicht ins Bockshorn jagen und nach einer traumhaften Schwangerschaft werde ich auch die letzte Etappe meistern! Beim stöbern im Internet kam ich dann auf Hypnobirthing und hatte bald einen Hypnobirthing coach gefunden.
    Ich habe es etwas bedauert, dass diese Frau selber keine Hebamme war oder auch selber noch keine “Hypnobirth” hatte. Die Entspannungsübungen und Techniken, die Selbsthypnosen haben mir sehr gefallen. Da ich selber schon lange Yoga mache, fiel es mir aber auch sehr leicht mich wirklich tief zu entspannen. Die Visualisierungen und Affirmationen, die man im Kurs an die Hand bekommt, waren bei mir auch sehr wirksam, auch wenn ich nicht so viel “geübt”habe.
    Ich habe in einem kleinen Krankenhaus entbunden, in dem man ganz toll auf unsere Wünsche eingegangen ist. Es gab zunächst keinerlei Interventionen, zum Ende hin fielen leider die Herztöne meines Babys ab und es musste Blut aus seinem Köpfchen entnommen werden, was ich als sehr unangenehm empfunden habe, aber es war ja nötig. Die Sauerstoffversorgung war trotz der schlechten Herztöne noch sehr gut, was mit Sicherheit auch an den angewendeten Atemtechniken lag.
    So konnten wir die Geburt ganz natürlich vollenden und obwohl mein Kleiner am Ende mit den Schultern quer und salutierender Hand auf die Welt kam brauchte ich keinerlei Schmerzmittel. Klar war es am Ende auch schmerzhaft aber ich habe zu keiner Sekunde an eine PDA gedacht. Es war so ein tolles Erlebnis….
    Ich war wirklich von Beginn der Öffnung des Muttermundes an in einem tranceähnlichen Zustand.
    Ich hatte keine Ängste während der Geburt und denke schon, dass ich das Hypnobirthing verdanke. Aber ob man es nun Hypnobirthing, hypnobabies oder wie auch immer nennt, oder sich nur mental angstfrei macht und sich entspannt ist doch völlig egal. Ich denke es ist abhängig von den Frauen selber. Wenn jemand ängstlich und panisch und ohne Vertrauen ist, nutzt wahrscheinlich auch kein Hypnobirthing. Ich bin ein sehr naturverbundener Mensch und das kam mir wohl auch zugute.
    Das Klinikpersonal war in unserem Fall wirklich sehr respektvoll, vor allem Hebamme. Für sie war es nach eigenen Angaben eine sehr schöne Erfahrung diese Geburt miterleben zu dürfen, auch wenn sie nicht viel zu tun hatte ;)
    Ich muss auch noch loswerden, dass der normale Geburtsvorbeireitungskurs, den ich mitgemacht habe überhaupt nichts gebracht hat. Von Atmung und Entspannungstechniken wurde überhaupt nichts vermittelt und wenn ich so in die Geburt gegangen wäre, weiß ich nicht ob ich das geschafft hätte…
    Ich kann die Frauen nur ermutigen sich im Voraus mit der Geburt zu beschäftigen, sich darauf einzulassen, und nicht die Verantwortung für die Geburt des eigenen Kindes einfach in fremde Hände zu legen!
    Mädels! Glaubt an Euch!

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagt:

      Hallo Milli, erst mal freue ich mich, dass Du hier gerne liest.

      Schön, dass Deine Erfahrung mit Hypnobirthing in der Klinik :-) so gut war. Ich denke auch dass die Einstellung, mit der man der Geburt begegnet eine Tragende Rolle spielt. Und ich glaube auch, dass Frauen, die sich mit HB beschäftigen, quasi von Haus aus schon eine bestimmte, positive Einstellung mitbringen. Das hilft auf jeden Fall! Mit den speziellen Entspannungstechniken von HB werde ich mich mal näher beschäftigen. Die müssen ja echt gut sein. ;-)

      Und Deinem Ratschlag an die Mädels kann ich mich nur anschließen!

      Antworten
  8. Hummelchen84
    Hummelchen84 sagt:

    Ich hab mich auf meine 2. Geburt mit Hypnobirthing (nur Buch) vorbereitet, und hatte eine wundervolle Geburt, ich glaube schmerzfreier geht nicht. Nur der rasante Übergang in die Pressphase und der darauf folgende schnelle Verlauf bis zum Geburtsende (10 min?) haben mich überrollt, die Kontrolle verlieren lassen und phasenweise die ersten Schmerzen verursacht. – Ich muss aber dazu sagen, dass ich auch schon bei meiner 1. Geburt gut mit den SChmerzen klar kam, aber da traten deutlich mehr Komplikationen auf.

    Am Wichtigsten dabei fand ich die Vorbereitung darauf, dass es keine wahnsinnigen Schmerzen sein *müssen*, dass die Kopfarbeit einen großen Teil ausmacht, und das Verankern im Kopf “ich krieg das hin”. Viel gebracht haben mir die Atemtechniken. Die Visualisierungen waren bis auf eine Ausnahme (Blume) aber so gar nicht meins.

    Ich finde daher, dass der Weg eine tolle Bereicherung darstellt, nur darf mans nicht so dogmatisch angehen. Natürlich bleibt eine Geburt eine Geburt. Aber mit der bestmöglichen Vorbereitung, Angstfreiheit und ein wenig Glück ist der Schmerzlevel auf “Marathonlauf” (da stichts auch in der Lunge und in den Beinen und man gibt noch weiter Vollgas und ist motiviert und guter Dinge, genauso empfand ich den “Schmerzteil” meiner Geburt) und nicht “ohgottichmusssterben”. Vermutlich verbaut man sich mit dem Denken “das wird völlig schmerzfrei” genauso den Weg wie mit “das wird die Hölle”.

    Abschließend noch ein Link zu meinem Geburtsbericht: http://projektstorch.wordpress.com/2014/01/14/meine-beinahe-traumgeburt/

    LG!

    Antworten
    • SaschaSandra.ch
      SaschaSandra.ch sagt:

      Liebes Hummelchen84
      Das hast Du schön geschrieben und toll, dass Du aus dem Bauch heraus die Grundidee von HypnoBirthing so gut umsetzen konntest.
      Ich wünsche Dir viel Freude mit Deiner Familie!
      Die Entspannungen kannst Du auch gut anwenden, wenn es mal etwas drunter und drüber geht :-)

      Antworten
  9. Anna
    Anna sagt:

    Ich möchte einmal Janas Gedanken aufgreifen, ob Hypnobirthing und Klinikgeburt gleichzeitig wohl möglich sind. Die meisten wirklich wunderbaren Geburtsberichte, die ich bis jetzt gelesen habe, stammen von Geburtshaus- oder Hausgeburten. Den von Hummelchen84 finde ich auch sehr schön, aber sie schreibt dort ja auch, dass sie sich in der Klinik nicht mehr so gut konzentrieren konnte wie zu Hause.
    Und genau das scheint mir das Problem zu sein: Hypnobirthing, wenn ich es richtig verstehe, erfordert Konzentration und Bei-sich-sein, was in einer fremden, womöglich beängstigenden Umgebung mit unbekannten Menschen wesentlich schwerer fällt. Wenn es dann dort nicht klappt, führt der Versuch, sich trotzdem zu konzentrieren, möglicherweise eher zu Verkrampfung als zu Entspannung.

    Was meiner Meinung nach helfen könnte, die Klinikatmosphäre “hypnobirthing-freundlicher” zu gestalten:
    – weniger Untersuchungen! (Welche Aussagekraft hat ein Ultraschall unter der Geburt? Braucht es wirklich so viele CTGs? Warum vaginal untersuchen, wenn die Geburt ansonsten voranschreitet? …)
    – die Gebärende erst mal ankommen lassen und evtl. notwendige Untersuchungen/Formalitäten/etc, falls nicht dringend erforderlich, erst nach einiger “Eingewöhnungszeit” durchführen
    – offene Haltung des Personals: Ich finde es immer sehr angenehm, wenn Leute den Weg, den ich gewählt habe, zunächst einmal akzeptieren und respektieren. Dann fällt es mir auch viel leichter, Kritik oder Verbesserungsvorschläge anzunehmen. Ich könnte mir vorstellen (ohne Beispiele zu kennen), dass Frauen, deren Hypnobirthing-Ideen im Krankenhaus auf Skepsis oder Unverständnis stoßen, abblocken und sich dann aus “Trotz” gegenüber anderen Vorschlägen verschließen.

    Antworten
    • Hummelchen84
      Hummelchen84 sagt:

      Ja, ich denke da ist einiges Sinnvolles dabei. Wobei ich es als hilfreich empfand, meine Vorstellugnen vorher schon niedergeschrieben zu haben, so musste ich sie dort nicht erst lang erklären. Ich hatte das Glück, dass man sich die Zeit nahm zumindest drüber zu lesen.
      Bei mir war auch das “Problem” dass ich so spät erst in die Klinik gefahren bin. Das notwendige Aufnahme Prozedere ist also in eine Zeit gefallen, in der es schon richtig zur Sache ging.. Ich vermute, es wäre einfacher gewesen wenn ich eher dort gewesen wäre (was ich aber wiederum nicht wollte, ein Teufelskreis!)

      Ja, ich glaube es wäre hilfreich gewesen, mich erst mal “ankommen” zu lassen, bis ich mich akklimatisiert habe (bzw das Personal an mich gewöhnt hat, es dauerte einige Zeit bis ihnen klar wurde dass ich unter Wehen einfach verstumme und meine Ruhe haben möchte, mich Fragen dann einfach stören!). Dann erst CTG (oder der ganze Rest). Ist halt schwer, wenn so viel los ist, und so wenig Hebammen auf so viele Geburten kommen, da hat man die Zeit schlichtweg nicht denk ich.

      Unter normalerweise gegebenen Rahmenbedigungen find ichs ehrlich gesagt schwer, solche Rahmenbedingungen zu schaffen, dass man sich im KH so wohl fühlt wie zu Hause… – aber Zeit.. die wär wichtig!

      Antworten
  10. Jasmin
    Jasmin sagt:

    Liebe Jana,
    vielen Dank für deinen Blog-Beitrag.
    Ich möchte auch gern von meinen Erfahrungen berichten. Meine 1. Geburt (ohne HypnoBirthing) war sehr traumatisch und während meiner 2. Schwangerschaft las ich das Buch HypnoBirhting von Marie Mongan. Ich machte keinen Kurs, weil es damals (2008) noch kaum Kusleiterinnen in Deutschland gab. Ich bereitete mich also nur sehr motiviert und intensiv mit dem Buch vor. Ich hatte eine wundervolle schmerzfreie Beckenendlagen-Geburt in der Klinik. Meine Doula und mein Mann waren dabei und haben mich unterstützt und die Hebamme und der Oberarzt haben mich entweder in Ruhe gelassen oder mich positiv bestärkt. Nur am Schluss als der Körper austrat, war ich etwas vom Dehnungsschmerz überrascht- ansonsten war die Geburt dank Langsamer Atmung und Entspannung unfassbar sanft. Wobei ich nun schön öfter gehört habe, dass BEL-Geburten von vielen Frauen als sanfter wahrgenommen werden.

    Da ich danach noch 2 Babys bekam, in Schädellage und beide als Hausgeburt, kann ich das auch bestätigen. Denn die beiden Geburten waren zwar auch wunderschön, aber eben nicht komplett schmerzfrei, obwohl mit HypnoBirthing und obwohl zu Hause und obwohl im Wasser…

    Also: ich glaube es spielen viele Faktoren eine Rolle. Eine Frau kann sich noch so perfekt vorbereiten, es spielen auch Dinge mit, die außerhalb unserer Kontrolle liegen. Ich glaube, dass auch die Energie des Kindes eine Rolle spielt.

    Dass viele Frauen enttäuscht sind oder sich Schuldgefühle machen nach der Geburt, tut mir sehr leid, denn es wurde uns (ich machte nach der schönen BEL-Geburt die HB-Ausbildung) in der Ausbildung klar und deutlich gesagt, dass HB keine schmerzfreie Geburt verspricht, dass es darauf auch gar nicht ankomme, sondern die Frauen wieder selbstbestimmt in Vertrauen schöne Geburten erleben können, auch wenn es streckenweise vielleicht etwas weh tut etc. Ich hoffe, dass ich in meinen Kursen nie den Eindruck erweckt habe, oder dass das eine Frau so verstanden hat. Ich habe das auch immer wiederholt und gesagt, falls es nicht so wird, wie ihr euch vorstellt, dürfen sie kein schlechtes Gewissen haben, alles hat seinen Sinn, auch wenn man es im Moment nicht sehen kann etc.

    Ich kann mir vorstellen nach einigen Diskussionen im Netz, die ich mitbekommen habe, dass einige Kursleiter das vielleicht anders rübergebracht haben oder vielleicht haben die Frauen nur das gehört oder aus dem Buch rausgelesen, was sie hören wollten… Denn ich finde das Buch nicht zu positiv.

    Alles Liebe
    Jasmin

    Antworten
    • Jacky
      Jacky sagt:

      Kann ich nur bestätigen. Die Methode lehrt sogar, dass die Geburt auch andersverlaufen kann, als in der Wunschvorstellung und trotzdem damit gut umzugehen.

      Was mich als Hypnobirthingmami immer wieder aufs Neue überrascht, ist, dass wenn ich jemandem von meiner schmerzlosen Geburt berichte, mir kaum einer glaubt. So sehr ist das Bild der schreienden Gebärenden in unserer Kultur verankert. Ich bin davon überzeugt, dass wenn ich mir die atemberaubendste Schreckensgeschichte ausdenken würde, träfe ich nicht auf so viel Unglaube!

      Antworten
  11. Pia
    Pia sagt:

    Ein sehr interessanter Artikel! Ich habe im Vorfeld meiner zweiter Geburt das HB-Buch gelesen, weil meine erste Geburt eine nicht so schöne, eingeleitete Geburt war. Mir hat Hypnobirthing mit seinem Grundverständnis einer Geburt sehr geholfen, obwohl ich die Entspannungsübungen nicht gemacht habe. Ich hatte eine tolle, schmerzarme (aber nicht schmerzfreie!) und vor allem interventionsfreie Geburt in einem Krankenhaus! Sicherlich hat es aber eine große Rolle gespielt, dass es nicht meine erste Geburt war und ich das Krankenhaus kannte und bewusst wieder gewählt habe. Dieses “Bekannte” hat die Sache für mich schon um einiges leichter gemacht. Und ich bin auch nicht mit den Erwartungen einer völlig schmerzfreien Geburt an den Start gegangen. Umso überwältigender war dann dieses tolle Geburtserlebnis! Ich war übrigens bis zu den Presswehen die meiste Zeit ohne Hebamme, da viel los war in dieser Nacht, und war darüber sehr froh, fühlte mich aber dennoch gut betreut.

    Antworten
  12. Angela
    Angela sagt:

    Danke – ich kann das gut nachvollziehen. Meine Lehrdoula hat nach der Erklärung, was HB ist, gesagt: “Ist das nicht das Normale? Sollte nicht jede Geburt so sein?”. Sie meinte damit nicht Schmerzfreiheit, sondern die Ruhe, die Konzentration, das Auf-sich-selbst-Besinnen usw. Und ich finde, da hatte sie Recht. Insofern finde ich das Konzept nicht schlecht (Schmerzfreiheit sollte aber tatsächlich nicht versprochen werden), frage mich aber auch, ob es in den Klinikalltag passt. Ich glaube, eher nicht. Leider…

    Antworten
  13. Jacky
    Jacky sagt:

    Meine erste Geburt war mit Hypnobirthing völlig schmerzlos und nach 5 Stunden. Ich habe allerdings auch im Geburtstags entbunden. Im Krankenhaus wäre dies glaube ich nicht so gut gelungen. Meine Hebamme befolgte meinen Geburtswunsch nur in Notsituation sich einzumischen. Ich finde es in Krankenhäusern ganz furchtbar für die Psyche der Gebärenden, dass gegen Ende bei einer völlig gut verlaufenden Geburt der Arzt hinzukommen muss. Und ich finde das Sicherheitsargument, welches in Bezug auf Geburten in KH gerne genannt wird, zieht hier nicht! Meine Zweite kommt demnächst zur Welt. Wieder mit Hypnobirthing und Zuhause. Ich kann noch von Glück sagen dass es NOCH Hebammen in Deutschland gibt. Und so werden wir als Frauen weiter beschnitten…. Traurig…

    Antworten
  14. Lydia Strewe
    Lydia Strewe sagt:

    Liebe Jana,

    ich finde Deinen Blog fantastisch, super informativ, super sympathisch, super kreativ gestaltet!

    Allerdings kann ich das, was Du zu HypnoBirthing schreibst so nicht stehen lassen…

    Ich habe am 26.08.2012 mein drittes Kind mit dieser Methode zur Welt gebracht, in einem Krankenhaus und hatte eine wunderschöne, regelrecht ekstatische und schmerzfreie Geburt!

    Das Erlebnis war für mich so beeindruckend und so schön, gerade nach zwei vorangegangen “normalen” Geburten, die erste hatte mich sogar regelrecht traumatisiert, dass ich kurz darauf die Ausbildung zur HypnoBirthing Kursleiterin gemacht habe und seit August 2013 hier Kurse gebe.

    Ich unterrichte die Frauen darin, ihren eigenen Fähigkeiten zu Vertrauen, ganz ihrem Körper zu folgen und sich in größtmögliche Entspannung zu versetzen, egal zu welchem Zeitpunkt der Geburt, wann immer in ihrem Leben. Denn diese Techniken sind auf das ganze Leben anwendbar.

    Sicher spielt hier meine Erfahrung mit rein, da ich seit nunmehr fünf Jahren ein ganzheitliche Atem-, Bewegungs- und Entspannungstechniken unterrichte.

    HypnoBirthing lehrt nicht, dass die Frauen leise gebären sollen, im Gegenteil, dass die Frauen sie selbst sein dürfen, egal ob Leise oder Laut. Ich sage hier immer, es ist wie in der Liebe, die eine ist leise, wenn sie sich hingibt, die andere ist laut und genauso ist es bei der Geburt.

    Ich lege in meinen Kursen auch allergrößten Wert auf die Praxis, bei jedem Treffen gehen wir intensiv in die Atemtechniken einschließlich der Visualisierung der Geburt, so dass die Frauen, wenn es dann soweit ist, so sicher wie möglich sind!

    Inzwischen sind hier durch meine Kurse im Umkreis von 100 km drei Krankenhäuser von dieser Methode begeistert und überzeugt und haben sogar das eine oder andere übernommen!

    Mit einem Krankenhaus arbeite ich seit März 2014 sogar zusammen, da dieses so begeistert von den Geburten war, wortwörtlich: “Wir hatten noch nie so gute Geburten mit so entspannten Müttern, egal zu welchem Zeitpunkt der Geburt, mit so perfekten CTG´s, mit so guten Sauerstoffwerten von Mutter und Kind und so entspannten Babys danach!”

    Ich biete Geburtsbegleitung an und konnte hier die Methode an den Frauen unter der Geburt anwenden, aber auch die Frauen, die ohne mich entbunden haben sind begeistert.

    Ich würde mich freuen, wenn Du Deinen Artikel zu HypnoBirthing noch einmal überdenkst und vielleicht sogar etwas umformulierst. Denn so wie Du ihn geschrieben hast, könnte er Frauen sogar davon abhalten, diese wundervolle Geburtserfahrung zu machen!

    HypnoBirthing verspricht keine schmerzfreien Geburten, aber die Statistiken zeigen, das für 95 Prozent aller Frauen die Möglichkeit für eine schmerzfreie Geburt gegeben ist. Dieses Ergebnis resultiert aus den Fragebögen, die die Eltern am Ende des Kurses und nach der Geburt ausfüllen sollen. Schmerzfrei heißt auch nicht gänzlich frei von Unanehmlichkeiten, eine Geburt ist sicher kein Spaziergang, aber durch HypnoBirthing eben angstfrei, deutlich angenehmer und leichter bis hin zur Schmerzfreiheit, wie es Frauen, einschließlich mir, immer wieder erleben dürfen!

    Wie Du schon sagst, Hebammen und HypnoBirthingkursleiterinnen sollten sich hier besser austauschen und voneinander lernen! *smile*

    Meine Erfahrungen sind gänzlich anders als die, welche Du beschreibst und womit Du HypnoBirthing leider anders darstellst als es ist und Frauen von dieser Methode sogar abhältst.

    Ich würde mich sehr über einen Austausch mit Dir freuen, denn ich finde Dich sehr sympathisch und Deinen Blog mehr als unterstützenswert!

    Herzliche Grüße,

    Lydia

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagt:

      Hallo Lydia, Danke, für das Bloglob!
      Den Artikel habe ich einfach so geschrieben, da das die Erfahrungen sind, die ich bisher gemacht habe. Ich fand es in meiner Recherche ganz verrückt, dass die Frauen außerklinisch so tolle Geburten hatten und in der Klinik so schlechte. Ich denke immer noch darüber nach, wie man das verbessern kann. Aber das war bisher einfach so. Wenn ich raus bekomme, wie man das ändern kann, oder andere Erfahrungen mache, dann werde ich darüber berichten. Übrigens kommt bald ein Geburtsbericht über eine ganz tolle Hypnobirthinggeburt – allerdings eine Hausgeburt.
      Einen Austausch finde ich klasse!
      Liebe Grüße!

      Antworten
  15. Freya
    Freya sagt:

    Hallöchen,

    aus deiner Einschätzung lese ich genau das, was mir auch immer wieder bei Frauen auffällt, die sich sehr bewusst mit dem Thema Geburt auseinander setzen. Ich wähle diese Worte in Ermangelung eines besser passenden Begriffs, denn natürlich kann man sich als werdende Mutter mit dem Thema wirklich schwer nicht auseinander setzen, deswegen soll sich keiner angegriffen fühlen müssen, ich meine das nicht in richtig und falsch und besser und schlechter Schubladen. Ich meine bewusst im Sinne der “Frauen sind zum gebären geboren und das Thema wird durch Medizinisierung sterilisiert und verwissenschaftlicht und verkopft, was kontraproduktiv ist” Bewegung. Es gibt mehrere gute Ansätze, Frauen dabei zu unterstützen dieses Gefühl der Natürlichkeit von Geburt wieder zurück zu geben. Meiner Meinung nach ist das große Problem gerade dieses positive Denken.
    Denn auf der mentalen Ebene kommen wir nur bis zu einem gewissen Punkt. Wir sind emotionale Wesen, auch wenn wir das gern übergehen wollen.
    Gefühle wollen gelebt sein, sich ausdrücken. Ist das unmöglich, werden sie einfach nur gespeichert, rutschen in einen Limbus zwischen dem Verstand und dem täglichen Bewusstsein und warten auf ihre Gelegenheit.

    Oft wird es so dargestellt, als das mit unserem Bewusstsein vieles, wenn nicht alles geleitet werden könnte, die Einstellung zählt eben und so wird es in vielen dieser ‘alternativen’ Geburtsvorbereitungskonzepte (Birthing from withing, Orgasmic Birth und auch Hypnobirthing) – wobei ich das Wort Alternativ nicht gern benutze, weil ich nichts als “das Wahre” und nichts als “die Alternative” empfinde – gelehrt. Viele wählen ja diese Konzepte wegen versteckter Ängste, um Wege zu finden, natürlich und schmerzfrei gebären zu können. Nur leider wird das Verstecken dieser Ängste durch Affirmationen und eben positives Gedenke einfach nur oft noch unterstützt. Das Fazit ist, dass diese Ängste in dem so ehrlichen Prozess der Geburt einfach wieder hochkommen.
    Ich bin fest davon überzeugt dass die Geburt physisch als ein Prozess angelegt ist der schmerzlos empfunden werden kann. Es gibt genug Beispiele und die Physiologie ist dahingehend eigentlich sehr eindeutig, wenn man die Macht des Zusammenspiels von Parasymathikus, dessen wirkenden Hormonen auf die im Geburtsverlauf involvierten Organe und Gewebe und den Antagonismus des Andrenalins und des Neokortex betrachtet. Ganz logisch wieso Ängste, so klein sie aus sein mögen (Stress jeglicher Art, eigentlich jede Stimulation des Neokortex), im Weg sind und es deswegen eben nicht so mehr reibungslos funktioniert.

    Und oft, das ist meine Erfahrung, sind es grade die Frauen, die sich viel mit der Kraft des Bewusstseins auseinander gesetzte haben und viel positiv gedacht haben die, die am Ende enttäuscht sind.
    Ich find einfach, das ist nicht zuende gedacht. Ich habe nichts dagegen positiv zu denken. Nur zeigt meine Erfahrung, dass man erfolgreicher ist, wenn man seine Gefühle wirklich ehrlich anschaut und zu lässt. Bei dem “Birthing from Within” Konzept wird sich dem stark angenommen, es ist fast schon etwas psychotherapeutisch :), aber erstaunlicherweise haben diese Frauen sehr niedrige Kaiserschnittraten.

    Ich find schon, dass es ein “Problem” ist den Kaiserschnitt so zu verteufeln. Natürlich ist der natürliche Weg wundervoll und es gibt eine riesige Problemseite des Kaiserschnitts, die mittlerweile gut beleuchtet sind, aber es ist dennoch eine Geburt. Es gibt keine guten und schlechten Geburten. Das Baby ist auch ein Menschenwesen, das auf eine bestimmte Art zur Welt kommen möchte. Baby und Mama sind ein Team. Ich möchte auf keinen Fall absprechen, dass Geburten traumatisch sein können, im Gegenteil, und es ist so wichtig, dass das emotional verarbeitet wird! Und ich kann die Wünsche für eine bestimmte Geburt, einen bestimmten Geburtsablauf absolut nachvollziehen und so verstehen…Aber da viele von allein nicht zu ende denken, ist es meiner Meinung nach wichtig, dass mit gelehrt wird, dass die Mutter nichts falsch machen kann. Sie kann nicht versagen, schlecht gebären. Deswegen muss sie auch keine Angst haben vor ihren Ängsten. Mit dem positiven Denken kommt ja fast immer der Nocebo Effekt und damit die Angst vor dem negativen Denken und auch den negativen Gefühlen, die Angst sich das anzuziehen, lässt man es zu.
    Aber dann passiert es eben, dass man verkopft und seine Gefühle intellektualisiert…aber da Energie nicht vernichtet werden kann, sondern nur wandelbar ist, funktioniert das nicht.

    Ich weiß dass auch Hypnobirthing funktionieren kann. Es gibt genug Erfahrungsberichte, Videos ect. Ich weiß dass es orgastische Geburten gibt. Und natürlich, hat man Angst vor dem Geburtsschmerz, dann kann ich gut verstehen wieso man Interesse an etwas hat, das verspricht keine Schmerzen haben zu müssen. Natürlich ist es möglich keine Schmerzen zu haben, schon allein deswegen, weil Schmerz erst im Kopf entsteht und das Gefühl plötzlich umschlagen kann in ein vollkommen anderes.
    Es ist nur so, dass kein Mensch gleich ist. Wir sind alle so unterschiedlich und auch jede Mutter ist unterschiedlich. Nicht jedes Konzept funktioniert gleich bei jedem. Manche brauchen Konzepte, manche brauche nur den Anstoß, manche brauchen etwas ganz anderes.

    Der Schlüssel zur Schmerzfreiheit während der Geburt liegt in der Entspannung. Nur wer kann schon auf Knopfdruck entspannt sein? Für mich wäre das Hypnobirthing Konzept nie im Leben etwas. Ich musste mich so lang mit der Physiologie beschäftigen, ZUsammenhänge knüpfen, spüren, meine Gefühle fühlen, Bilder malen um tief vergrabene Bilder hochzuholen bis ich an einem Punkt war, an dem es einfach Klick machte. Ich weiß für mich, ich bräuchte keine Klinik, ich bräuchte keine Hebamme, ich bräuchte einen abgeschiedenen dunklen Raum und absoulte Ruhe. Ich möchte nicht einmal meinen Freund um mich haben. Ich habe dieses starke Vertrauen, das mir niemand nehmen kann. Ich fühle unheimlich tief den Zusammenhang zwischen Adrenalininduzierten Wehen in den frühen Phasen und wieso Oxytocin dann schwerer wirken kann, ich weiß wieso es umgekehrt sein muss, wieso Adrenalin erst in der absolut letzten Phase im Blut zirkulieren darf.
    Ich weiß ich kann mich in diesen Zustand versetzen, ich war dort schon oft, ich kann aufhören zu denken. Aber das war ein langer Weg. Das ist nichts, was man wirklich lehren kann.
    Hypnobirthing funktioniert bei so vielen, weil es hilft in diesen Zustand zu gelangen. Aber nicht bei jedem. Manchen hilft es nur in Vorfeld, weil sie vorher wissen etwas in der “Hand” zu haben, dass ihnen hilft in diesen Zustand zu gelangen.
    Wie gesagt…bei mir würde es nie im Leben ausreichen.
    Ich denke in die Klinik gehen zur Geburt viele Frauen die noch viel Angst haben. Und das ist genau richtig so, finde ich. Es gibt für mich kein richtig und falsch, oder besser und schon gar kein schlechter. Ich find es ehrlich und toll, wenn man weiß was man braucht und sich darum kümmert es zu bekommen.
    Und allein das andere Licht in der Klinik kann bei manchen ausreichen nicht mehr vollkommen parasympathisch zu sein (das könnte ich auch nicht, deswegen weiß ich, ich will einen dunklen Raum und absolut niemanden in der Nähe!).
    Und wenn dann noch der psychologische Druck hinzu kommt, den sich so viele Frauen machen, weil sie “Das Bild” von Geburt im Kopf haben….Hallelujah. Kein Wunder. Bei Geburt geht es um loslassen…
    Bei so vielen Geburtsberichten liest man immer dieses Wort “loslassen”. Aber lass mal los, wenn du so unter dem Druck stehst, den du dir selbst gemacht hast.

    Lange (sehr lange) Rede, kurzer Sinn. Das Konzept ist toll! Dass es eben nicht bei allen funktioniert ist eben so. Ich finde es ist, wie so vieles anderes, nicht zu ende gedacht. Ich finde es gehört viel, viel dazu die lange eingeprägten Bilder der schreienden, von Pein gerütteten Mutter während der gefährlichen Geburt aus den Köpfen zu kriegen. Wir sind eben in der Übergangsphase. Das hoffe ich zumindest.

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagt:

      Liebe Freya,
      ich glaube auch, dass die Bilder im Kopf eine riesengroße Rolle spielen. Von einer Kollegin in der USA weiß ich, dass es dort ein neuer Trend ist bei der Hebamme die perfekte Hausgeburt zu bestellen, Es wird ein Geburtsplan gemacht, der dann abgearbeitet werden soll! Der Geburtspool steht im Wohnzimmer, die richtige Musik steht bereit, der Fotograf soll bestimmte, vorher besprochene Bilder einfangen… Wenn ich das höre denke ich: Das kann doch niemals klappen. So funktioniert eine Geburt nicht. Vor allem kann man sie nicht buchen. Es liegt zu einem Großteil an einem selbst und nicht an den Anderen, wie die Geburt wird. Und nur weil man ein romantisches, verklärtes Bild im Kopf hat, heißt das noch lange nicht, dass es auch so wird. Die Choreographie kann nicht immer so nachgetanzt werden. Am besten klappen die Geburten erfahrungsgemäß bei den Frauen, die sich Gedanken machen, aber dennoch flexibel bleiben. Denen gelingt dann auch das loslassen besser.
      Ich habe das selbst auch erlebt. Ich liebe z.B. Baden. ich dachte auch, dass die Badewanne unter der Geburt total mein Ding ist. Tatsache war aber, dass ich es unter Wehen furchtbar fand in der Wanne zu sein. Mir fehlte die Bodenhaftung. Ich fühlte mich völlig verloren. Es war aber für mich kein Drama einfach wieder auszusteigen und draußen weiter zu machen. Da war dann wieder alles gut.
      Aber das hat mich überrascht. Ich bin froh, dass ich mich nicht darauf versteift habe, und diese Idee schnell aufgeben konnte.
      Ich denke sinnvoll sind Überlegungen wie: Was tut mir normalerweise gut, wenn ich Schmerzen habe? Wer soll mich dann begleiten? Was soll der Begleiter für mich tun? Wo fühle ich mich wohl? Wie soll die Atmosphäre sein?…
      Deshalb finde ich Deine Überlegung von “Ich will einen dunklen Raum” total sinnvoll! Allerdings würde ich Dir natürlich die Anwesenheit einer Hebamme total empfehlen. ich halte gar nichts von der Alleingeburt. Lass doch eine Hebamme Deines Vertrauens “auf Dich und Dein Kind aufpassen” während Du Dich um Dich kümmerst.
      Liebe Grüße
      Jana

      Antworten
  16. Indira
    Indira sagt:

    Hallo!
    Ich habe Deinen Beitrag gelesen und bin leider etwas enttäuscht, dass Du so schlechte Erfahrungen gemacht hast!
    Ich habe selber Hypnobirthing angewandt, ohne Kurs – allein mit dem Buch und habe auch in einem Krankenhaus entbunden und ja ich empfand das Klinikpersonal zum Ende hin störend.
    Als meine Presswehen einsetzen standen plötzlich 3 Leute um mich drumherum und warteten darauf, dass das Baby doch nun endlich kommt.
    Dennoch habe ich mich auf meinen Körper konzentriert und mein Baby und wir haben im Rückblick – trotz Krankenhaus – eine seeehr schöne Geburt gehabt.

    Viele Grüße
    Indira

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagt:

      Ja, ich war auch immer wieder enttäuscht. Ich finde das Konzept so toll und einleuchtend.
      Schön, dass es bei Dir geklappt hat! Trotz der Ablenkung. (Drei Leute im Kreißsaal? : Hebamme, Arzt und wer noch?)
      Liebe Grüße
      Jana

      Antworten
  17. Esmeralda
    Esmeralda sagt:

    Ich habe eine schmerzfreie Hypnobirhing Hausgeburt hinter mir und eine leider abgebrochene Hausgeburt. Die knapp 40 Stunden in denen ich zu Hause war waren wieder komplett schmerzfrei. Harte körperliche Arbeit, das ja, aber Schmerzen, nein.
    Die 6 Stunden Wehen die ich nach der Verlegung in der Klinik (als ganz in Ruhe und entspannte, keinerlei Notfall) erlebte, waren dagegen die Hölle und ich hoffe sehr so etwas nie wieder erleben zu müssen. Wenn ich nicht sicher wüsste das Geburt anders sein kann (und meiner Meinung nach sein sollte) würde ich dieses Erlebnis sicher als traumatisch einstufen.
    ich habe mich dort einfach nicht wohl gefühlt und entspannen können. Unzählige Kleinigkeiten die dazu geführt haben dass ich meine Konzentration nicht wiederfinden konnte.
    Der Geruch nach Desinfektionsmittel der mir Kopfschmerzen bereitet hat,
    Geräusche und Stimmen auf dem Flur die ich nicht zuordnen konnte
    Der Arzt der ungebeten dazukommt (neue Leute können ein ganzes Raumklima verändern)
    Der Zugang im Arm der ein Fremdkörpergefühl erzeugt und der Klebestreifen drum herum der die Haut spannen lässt
    der Kopf und der Gurt vom CTG das sich unangenehm auf der Haut anfühlt

    letztendlich alles Kleinigkeiten, die ich ohne Wehen nicht weiter beachtet hätte, mich unter der Geburt aber völlig aus dem Tritt gebracht haben.

    Und noch eine persönliche Beobachtung zum Thema Hypnobirthing außerklinisch und in der Klinik:
    die Frauen die ich kenne die sich auf eine außerklinische Geburt vorbereitet haben, waren hinterher nahezu allesamt begeistert. Allerdings beschreiben auch nahezu alle Frauen die außerklinisch geboren haben ihre Geburt als absolut stimmig, sie haben sich rundum wohl und geborgen gefühlt und konnten sich absolut hingeben und freuen sich meist schon in dem Moment auf die Geburt in der sie den positiven Test in der Hand halten. Hypnobirthing wird meist eingesetzt um ein sowieso schon als positiv empfundenes Erlebnis noch positiver zu gestalten. Die meisten Frauen die ich kenne die sich mit Hypnobirthing auf eine Klinikgeburt vorbereiten, tun dies aus Angst weil in ihrer Vorstellung und auch aus ihrer Erfahrung heraus Geburt etwas schreckliches ist was leider sein muß um ein Baby zu bekommen. Sie haben Angst vor Schmerzen, Angst sich zu blamieren (unkontrollierter Stuhlabgang oder verbal ausfallend zu werden), Angst dass es Komplikationen geben könnte, dass es zum Kaiserschnitt kommt, dazu kommt oft eine grundsätzliche Angst vor Kliniken. Und Hypnobirthing soll jetzt innerhalb kürzester Zeit alles richten. Ich glaube nicht das das so funktionieren kann und das ist meiner Meinung nach auch nicht das was Hypnobirthing verspricht.
    Solange es normal ist dass Geburt in der Gesellschaft als etwas schreckliches dargestellt wird, es normal ist das man schwangeren Frauen Horrorgeschichten erzählt und versucht damit sich gegenseitig zu übertreffen und das Gefühl vermittelt dass es nahezu unmöglich ist ohne intensive technische Überwachung, am besten vom Moment der Zeugung an, ein gesundes Baby zu bekommen wird Hypnobirthing, gerade in der Klinik nicht das leisten können was es in der außerklinischen Geburtshilfe schafft.

    Antworten
  18. Maria
    Maria sagt:

    Ich habe mein zweites Kind mit HB-Vorbereitung bekommen, wie das erste auch in einer großen Klinik (war beide Male sehr zufrieden). Beide Geburten waren sehr schnell und unkompliziert. Bei der ersten wurde ich (allerdings erst in der Austreibungphase) vom Schmerz völlig überrollt ,nachdem ich sie völlig angstfrei und entspannt begonnen hatte, so dass ich mich vor lauter “Schmerzangst”auf die zweite mit HB vorbereitet habe. Diese war dann auch ein sehr einfach, was aus meiner Sicht aber vor allem an der eigenen Erfahrung, einer guten Hebamme und einem schon vorbereiteten Körper lag.

    Mein Pro und Kontra:

    PRO
    – Atemtechniken für die Eröffnungsphase sehr hilfreich
    – das bei HB fest eingeplante häufige Üben festigt Entspannungstechniken, so dass die auch bei
    bei Aufregung gut abrufbar sind(kam bei normaler Geburtsvorbereitung viel zu kurz)
    – die dadurch intensive Vorbereitung/Auseinandersetzung gibt unter der Geburt Sicherheit

    KONTRA
    – die Suggestionen (im Kurs und auf der CD): “alles ist einfach”, “alles läuft so, wie du es
    willst” , “Geburt muss nicht weh tun” ,”Ich bin gesund, mein Kind ist gesund” etc.können sehr unter
    Druck setzten:
    “Wenn etwas NICHT nach Deinem Plan läuft, warst Du nicht willensstark/nicht entspannt genug”
    Und:wie erleben wohl Frauen deren Kind tatsächlich krank ist, solche Sätze?
    – die (ob offen oder versteckt) klinikfeindliche Haltung macht es einem schwer. Ich bekam häufig das
    Gefühl: “Du gehst in eine (auch noch große!) Klinik?” KANN ja nur unangenehm sein, “schlecht”
    laufen, kein Wunder, dass die erste Geburt wehtat… Mich hat es im Kurs ganz schön Nerven
    gekostet, zu meiner Entscheidung zu stehen.
    – Auch Sätze wie “ich lasse mich nicht durch Erfahrungen anderer verunsichern” finde ich schwierig, was ist denn mit meinen eigenen?!
    – Für Frauen, die aus medizinschen Gründen in eine Klinik müssen, fällt HB damit so gut wie flach.
    Warum nicht das Klinikpersonal als Partner und nicht als Feind sehen?
    – trotz täglichem Üben war für mich nur ein Bruchteil der vielen Techniken anwendbar (Atmung), alles
    andere nicht.
    – ich persönlich hatte trotz HB bis zum letzten Moment Riesenangst vor der 2. Geburt, trotz
    regelmäßigem Üben. Unter der Geburt geholfen hat mir dann am meisten die Hebamme
    – Kursleitung für HB häufig keine Hebamme. Dadurch zumindest in meinem Fall (sehr
    geburtsunerfahrene Kursleitung) zusätzlich unqualifizierte Ratschläge und Aussagen

    FAZIT:
    Habe HB eher als “Sich Einreden” positiver Gedanken und “Wegwischen” negativer empfunden.
    Ich persönlich finde es realistischer, Ängste und Erfahrungen zu akzeptieren und dafür zu lernen, damit umzugehen:
    Ja, ein Kind kriegen tut weh, aber ich kann damit umgehen!
    Die Atem-und Entspannungstechniken kann man aus meiner Sicht auch mittels anderer Methoden (sicher auch preisgünstiger!) erlernen. Wichtig aber das regelmäßige Üben.

    Für “Realisten” ist HB sicher eher schwer anzuwenden.

    Wer sich öffnen sollte (vor allem heutzutage, wo Hausgeburten manchmal einfach nicht möglich sind, weil es keine Hebamme gibt…), ist aus meiner Sicht das Hypnobirthing. Das Klinikpersonal habe ich als (auch bei meiner Erwähnung von HB) offen und hilfreich erlebt, die Atmosphäre im HB-Kurs als sehr vorurteilsbeladen.

    Antworten
  19. Momi
    Momi sagt:

    Hallo

    ich finde die Artikel hier im Blog super, und auch das Statement über HypnoBirthing interessant. Ich habe in meinem Bekanntenkreis einige Mütter, die mit HypnoBirthing entbunden haben und kann ähnliches beobachten, wie Jana: Bei 3en war die Geburt am Ende Kaiserschnitt (2 davon daheim begonnen), bei einer mit Saugglocke. Und sie haben alle ähnliches berichtet: Sie waren vom Geburtsschmerz so überrascht, dass sie nicht mehr richtig reingefunden haben, die eine war sehr enttäuscht, dass sie es “doch nicht kann”.

    Ich finde einige Ansätze auch sehr gut, aber dieses “alles ist einfach und nichts tut weh” setzt unter Umständen schon sehr unter Druck (kurz gefasst wurde mir das Konzept so erklärt, dass man eben durch gedankliche Vorbereitung mit Mantras eben den SChmerz wenig bis gar nicht spürebn soll und dadruch entspannter bleibt und anders herum).

    Das nur zu meinen Beobachtungen im Bekanntenkreis.

    Ich möchte hier aber auch noch eine Lanze für die Klinik-Geburt brechen. Genau wie hier einige Mütter geschildert haben, dass HypnoBirthing prima funktioniert, kann auch eine Klinik-Geburt super sein. Ganz im Sinne von “gebären lassen” statt entbinden. Ich wurde bei meiner 1. Geburt (die 2,. steht im Winter bevor) in einer großen Uni-Klinik vollkommen in Ruhe gelassen. Die Hebamme kam ab und zu um die Lage zu checken (ich war auch an CTG angeschlossen etc, das wurde glaube ich zentral überwacht vom Hebammenzimmer aus) und wenn ich sie gerufen habe, aber sonst war ich die 8 Stunden fast komplett allein. Gegen Ende, als mir etwas die Kraft ausging, kam dann die Hebamme gemeinsam mit dem Arzt und in einer halben Stunde war das Kind da. Ich hatte mich noch gewundert, dass ich so komplett in Ruhe gelassen wurde, aber die haben wohl gesehen, dass auf dem CTG alles schon passt, ab und zu den MuMu gecheckt und sonst drauf vertraut, dass ich sie rufe, wenn etwas ist. Und das, obwohl ein Schichtwechsel dabei war.

    Das war wirklich eine gute Erfahrung und ich gehe auch für die 2. Geburt wieder ins Krankenhaus. Ich glaube ob man sich da wohlfühlt oder nicht hat viel damit zu tun, wie sehr man Ab- oder Zuneigung zur SChulmedizin empfindet. Ich empfand den Gedanken, dass nicht nur die Hebamme sondern auch Ärzte und Anästhesisten im Notfall schnell da sind als sehr entspannend. Aber ich hatte auch keinen Geburtsplan und dachte einfach, dass das schon alles wird.

    Warum ich so zuversichtlich war, kann ich nciht sagen, GVK habe ich zwar gemacht, fand ich aber einfach nur informativ und nicht irgendwie megatoll. Sicher hat das meiste mit dem Vertrauen in den eigenen Körper zu tun. Wenn Hypnobirthing das unterstützt, ist es eine gute Sache. Dass nicht jeder Vertrauen in den eigenen Körper so hat, ist auch klar, da kann auch keine Frau etwas dafür. Aber aus (Selbst)zweifel gleich ablehnend denen gegenüber zu sein, die einem potenziell unter der Geburt helfen können (eben Hebammen und Ärzte, Klinikpersonal), das finde ich gemein. Klar, nicht jede Person ist mir sympathisch, aber ich muss ja auch nicht zusammenziehen, man muss nicht mal viel sprechen, man sieht sich vielleicht nie wieder. Ich würde mir von vielen Müttern ein bisschen mehr zutrauen in andere Menschen wünschen.

    VG
    momi

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagt:

      Hallo Momi,
      Vielen Dank!
      Ich arbeite ja auch in der Klinik und kann nur bestätigen, das wir auch am liebsten Frauen darin unterstützen schöne, unkomplizierte Geburten zu haben! Mir liegt rein gar nichts daran, einen guten Verlauf zu stören. Aber das braucht Vertrauen bei den Frauen. Wenn das nicht da ist und auch nicht in der Betreuung entsteht, ist es schwierig zu helfen, wenn der Verlauf anders ist als erhofft.
      Wenn eine Frau dem Klinikpersonal gegenüber misstrauisch ist, sollte eine Beleghebamme engagiert werden, zu der das Vertrauensverhältnis besteht.
      LG
      Jana

      Antworten
  20. Lissi
    Lissi sagt:

    Hallo Jana,

    Danke für den tollen Artikel.

    Hier ein Bericht von meiner Seite: Bei meiner ersten Geburt (Klinik mit Beleghebamme, Klinik mit recht persönlicher Atmosphäre, die die uns bis zur tatsächlichen Geburt alleine mit der Gebärenden lies) hatte ich noch nie von Hypnobirthing gehört. Eine große Angst vor (Geburts-Schmerzen zu Beginn der Schwangerschaft brachte mich dazu, mich sehr gut über Geburtsschmerz und eigene Möglichkeiten zu informieren, also ich wusste z.B: dass es hilft, wenn eine sehr vertraute Person (z.b. Kindsvater) einen unterstüzt, dass ruhiges Atmen und Entspannen hilft, kannte die Phasen und habe die ganze Schwangerschaft viel Yoga, Sport und Entspannungübungen gemacht. Meine Geburt war gut, ich war aber offen für alles, was hätte kommen können, auch Kaiserschnitt oder PDA, da ich gar nicht auf die Idee gekommen wäre, dass meine “eigenen Mittel” so doll helfen könnten. Gut war auch, dass ich nicht beim Abhören der Herztöne, der Öffnung der Fruchtblase, beim Reimommen der Ärztin dachte, dass das nicht sein darf, weil es nicht meinem (Hypnobirthing) Konzept entsprach…. Ich habe mich einfach weiter um Ruhe bemüht

    Das Ergebnis: Schmerzmittel, etc waren keine Sekunde ein Thema für mich! Verletzungen oder Komplikationen gab es auch nicht.

    Daher eigentlich eine Geburt, wie Du sie Dir wünschst. Entspannt im Krankenhaus. Allerdings halt ohne Personalwechsel oder Klinikhektik.

    Und als ich jetzt in der zweiten Schwangerschaft Hypnobirthing las, dachte ich, erstaunlich, dass hast du ganz von alleine ähnlich gemacht. Aber durch die Berichte meiner Freundinnen wusste ich vorher, dass ich auch ein RIESEN GLÜCK hatte. Kein Sterngucker Kind, keine Notsituation beim Kind und einen sehr weichen, flexiblen Körper und Damm.

    Ich ziehe es so vor, denn ich hätte nicht enttäuscht werden können, stattdessen wurde ich mit großer Dankbarkeit und Erstauenen beschenkt. Im Krankenhaus.

    Beim zweiten – in wenigen Wochen- geht es mir ähnlich – ich weiß nicht, was auf mich zu kommt. Ich hoffe, dass die Entspannung wieder hilft und ich wieder das GROße Glück habe, dass es keine Komplikationen gibt. Um eine Beleghebamme habe ich mich aber gleich zu Beginn der Schwangerschaft wieder gekümmert, das ist eine große Hilfe gewesen und hat sicher viel zu der einfachen Geburt beigetragen.

    Liebe Grüße und allen LeserInnen weiterhin gute Geburtserfahrungen wünscht
    Lissi

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagt:

      Vielen Dank Lissi!
      Das ist natürlich das Beste, wenn man die Prinzipien von HB anwendet, aber trotzdem total gelassen gegenüber den Dingen ist, die man sich vielleicht anders vorgestellt hat. Damit macht man es sich sicher leichter, als verbissen zu versuchen, alles durchzusetzen. Oft kommt doch manches anders. Muß auch nicht immer schlechter sein.
      Viel Glück beim Zweiten!
      LG Jana

      Antworten
  21. Mali
    Mali sagt:

    Hallo Jana,
    auf der Suche nach der Ausbildung zur Hypnobirthing-Kursleiterin, bin ich über deinen Blog “gestolpert”.
    Meine Erfahrung mit Hypnobirthing war sehr gut. Ich hatte zuerst das Buch und habe dann einen Kurs besucht, da ich mit dem Buch alleine nichts anfangen konnte. Ich bin sehr überzeugt vom Hypnobirthing, denn die Geburt meiner Tochter verlief absolut reibungslos und entspannt, wenn auch nicht schmerzfrei. Ich hatte, in der Tat, mit weniger Schmerzen gerechnet. Vor der Geburt hatte ich in der Klinik, in welcher ich entbunden hatte, ein wirklich laaangges und ausführliches Gespräch über meine Geburtswünsche und habe auch die Liste aus dem Buch mitgebracht. Die Hebamme war demgegenüber total positiv eingestellt und meinte, dass es schön ist, wenn mal jemand konkrete Wünsche mitbringt. Ich denke, dass liegt aber auch daran, dass es ein kleines Krankenhaus ist mit Beleghebammensystem. Dort steht keiner unter Zeitdruck. Die Hebamme hat sich die ganze Zeit “dezent” zurück gehalten und war aber genau zur richtigen Zeit an meiner Seite, wenn ich mal unsicher war, ob das alles so richtig ist und wie es vorangeht. Die Hebamme meinte nach der Geburt, dass meine Entbindung wieder eine Bestätigung an ihren Beruf gewesen ist, da sie wieder gesehen hat, dass man auch ohne Schmerzmittel entbinden kann und dass man unter der Geburt entspannt sein kann. Sie konnte kaum glauben, dass ich mich an Gesprächen zwischen meinem Mann und ihr beteiligen konnte und war über den Geburtsvortschritt ziemlich verwundert, weil sie meinte, ich wäre noch viel zu entspannt;-)
    Ich denke, dass die intensive Vorbereitung und Auseinandersetzung mit den Themen Atmung, Entspannung, Körperwahrnehmung und Suggestion auf jeden Fall ihren Beitrag zu unserer wirklich entspannten Geburt beigetragen haben. Allerdings habe ich das nicht nur im Hypnobirthing-Kurs gelernt, sondern arbeite von Berufswegen schon mit Atmung, Entspannung usw. (ich bin Logopädin), wodurch es mir vielleicht an sich schon leichter gefallen ist, meinen Körper wahrzunehmen. Ich habe außerdem einen Geburtsvorbereitungskurs besucht, der im Grunde auch auf eine natürliche Geburt abgezielt hat und in welchem die Hypnobirthing-Elemente, unabhängig vom eigentlichen Konzept, vertieft wurden. Auch ein Aquafitnesskurs, in der Schwangerschaft, hat zur Steigerung meiner Selbst- und Atemwahrnehmung beigetragen.

    Mein Fazit: Im Kurs sind auf jeden Fall die Atemtechniken viel zu kurz gekommen. Auch die Visualisierungstechniken kamen etwas kurz. Das habe ich zu Hause dann geübt und die Atemtechniken wurden im Geburtsvorbereitungskurs nochmal deutlicher. Wichtig war sicher auch, dass ich mich TÄGLICH mit den Hypnobirthingübungen beschäftigt habe und es nicht als Selbstläufer betrachtet habe. Dadurch konnte ich positiv denkend und voller Zuversicht in die Geburt “gehen” – ich hatte zu keinem Zeitpunkt Angst verspürt.
    Ich schätze, dass viele Frauen sich zu wenig mit ihrem Körper, Atmung, Entspannung, Wahrnehmung usw. beschäftigen und deshalb so verkrampft in die Geburt gehen. Vielleicht haben sie auch viele negative Berichte von Freunden, Bekannten, Familie usw. bekommen. Meine Mutter hat bspw. nie negativ über die Geburt gesprochen. Ich denke auch, dass der Kurs alleine, wenn eine Frau in Sachen Selbstwahrnehmung ungeübter ist, nicht ganz ausgereicht hätte, wobei ich hier nur für meinen Kurs sprechen kann. Vielleicht machen andere Kursleiterinnen etwas anders. Allerdings hat unsere Kursleiterin gesagt, dass die Vorgaben für die Kurse doch recht rigide sind und sie schon sehr viel Praxis hat einfließen lassen.
    Das Hypnobirthing-Konzept an sich hat mich aber sehr positiv beeinflusst und ich empfehle immer weiter, ob sich die werdende Mutter damit identifizieren kann, steht auf einem anderen Blatt geschrieben.
    LG

    Antworten
  22. Micha
    Micha sagt:

    Hallo,

    ich kann nur sagen, dass ich vollkommen andere Erfahrungen mit Hypnobirthing gemacht habe, als sie hier beschrieben wurden.
    Unser Baby wog bei der Geburt 4500g. Wir haben mit Hypnobirthing eine Hausgeburt gemacht, die sehr, sehr gut lief. Anwesend waren lediglich meine Frau, ich (Mann) und die Hebamme.
    Die Geburt ging insgesamt 7 Stunden, meine Frau hatte sehr gute Wehen, weil sie sich sehr gut
    entspannen konnte. Einzig in der letzten halben Stunde wurde die Geburt wirklich sehr anstrenged und wich von dem Bild ab, das man vielleicht vom “perfekten” Hypnobirthing suggeriert bekommt.
    Das lag aber vielleicht auch daran, dass meine Frau zwar Entspannungstechniken praktiziert hat, aber nicht so kontinuierlich und intensiv, wie dies tatsächlich erforderlich wäre.

    Ich kann dazu nur sagen: Die Geburt verlief sehr gut, Hypnobirthing hat uns sehr geholfen.
    Meine These ist, dass Hypnobirthing umso weniger funktioniert, je weniger Frauen faktisch die Fähigkeit erlernen, sich tief kontinuierlich über Stunden zu entspannen.
    Wir haben sehr klar bei der Geburt gemerkt: je intensiver die Entspannung, desto besser sind die Wehen, desto leichter verläuft die Geburt.

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagt:

      Freut mich, dass Eure Erfahrung da eine ganz andere war. Ich habe ja auch nur meine persönlichen Beobachtungen beschrieben. Meine persönliche Statistik…
      Ich sträube mich irgendwie zu sagen: Wenn es nicht klappt, dann hat sie eben selber Schuld” (ich übertreibe). Ich denke es ist eher die Erwartungshaltung oder eben das nicht optimal passende Drumherum.
      LG

      Antworten
  23. Juli
    Juli sagt:

    Hallo Jana,
    du schreibst sehr skeptisch über Hypnobirthing. Kann es sein, dass du gar nicht an Hypnose glaubst? Hypnose an sich ist wissenschaftlich gut untersucht und funktioniert tatsächlich!
    Mein Zahnarzt bietet Behandlung unter Hypnose an. Da spürt man keinen Schmerz!
    Warum sollte eine Selbsthypnose also nicht möglich sein?
    Außerdem finde ich auch die Wahl einer normalen Klinik-Entbindung deutet schon im Vorfeld auf gewisse Geburtsängste hin. Ich unterstelle den Hypno-Frauen einfach mal, dass sie die Möglichkeit einer Hausgeburt hätten. Was, wenn nicht gewisse Ängste, spricht da für ein Krankenhaus als Geburtsort? Im Einzelfall kann vllt wegen bestimmten Voraussetzungen keine Hausgeburt gewählt werden. Aber prinzipiell sehe ich den Widerspruch schon bei der Entscheidung. Vielleicht glauben die Frauen dann doch nicht so ganz daran?
    Wenn du so gehäuft schlechte Erfahrungen hast, könnte das auch an einem dogmatischen Kursleiter in der Nähe deiner Klinik liegen. Da gibt es auch unterschiedliche Persönlichkeiten in der Hypnoszene.

    Antworten
  24. Nana
    Nana sagt:

    Vielen Dank für diesen ausgewogenen Artikel! Ich habe selbst mein drittes Kind (erstes Kind eine Totgeburt in der 22. SSW, 2. Saugglockengeburt) in einer Klinik der Maximalversorgung mit Hypnobirthing und einer Doula bekommen. Die Entspannungsübungen haben mir total geholfen, allerdings war ich im Bereich “Selbsthypnose” schon sehr erfahren. Natürlich war auch toll,dass eine Doula dabei war, die nur für mich da war. Die Hebammen der Klinik waren super, aber leider total überlastet und konnten nie lange im Raum bleiben. Bei den letzten Wehen war ich tatsächlich etwas verwirrt, weil die Hebamme das Atmen anders angeleitet hat als ich es geübt hatte. Da musste ich mich erstmal aktiv dafür entscheiden, jetzt auf die Hebamme zu hören. SIcherlich hätte das zu einer Blockade im Kopf führen können. Was die Schmerzen angeht, waren sie zwar nicht inexistent, aber gut auszuhalten. Unsere Hypnokursleiterin hat allerdings auch nie versprochen, dass es keine Schmerzen geben würde. Ich glaube, das ein Problem beim Hypnobirthing-Buch ist, dass es eins zu eins aus dem Amerikanischen übersetzt wurde und deshalb nicht so richtig auf unsere deutsche Mentalität passt (auch wenn ich ungern verallgemeinere). Es wäre doch toll, wenn Hebammen wie Sie das Hypnobirthing-Konzept so verändern würden, dass es realistischer und weniger einengend ist!

    Antworten
  25. Franzi
    Franzi sagt:

    Hallo ihr Lieben- ich bin der hypnobirth – Diskussion lange aufmerksam gefolgt. Ich habe 2 kleine Mäuse und bin gerade im 7. Monat mit Nummer 3. ich hatte bei meiner ersten ss einen normalen Kurs und bei der 2. ss keine spezielle Vorbereitung. Bei beiden Geburten habe ich ca 2,5 Stunden in der Klinik verbracht. Bei der ersten Geburt hatte ich bei Eintreffen knapp 9cm bei der 2. Geburt 7,5cm. Ich dachte immer ich wäre ein Glückskind, aber meine Hebamme meinte nur, dass es immer auch eine Frage ist wie man die Zeit zählt… Bei dem 2. Spatz ist z.b. Am Abend zuvor gegen 22 Uhr der schleimpfropf abgegangen und gegen 5 Uhr morgens hatte ich einen Blasensprung. Natürlich hatte ich zu dem Zeitpunkt schon Wehen, aber halt nichts was man nicht selber veratmen kann und auch nichts regelmäßiges… In die Klinik bin ich bei regelmäßigen Abdtänden gegangen. So gesehen, denke ich schon, dass es wirklich viel mit Erwartungen zu tun hat. Wer keinen Schmerz erwartet und dann doch damit konfrontiert wird, könnte schon panisch werden… Ich habe mich jetzt für mich doch nicht für hypnobirth entschieden und bleibe bei einer gelassenen Geburt mit Schmerzen. Das heißt natürlich nicht, dass es für andere Frauen nicht eine tolle Alternative sein könnte. Lg eure Franzi

    Antworten
  26. Sela Fischer
    Sela Fischer sagt:

    Danke für den tollen Blog.
    Ich selber arbeite unter anderem mit Hypnose in meiner Coachingpraxis. Aus tiefer Neugier habe ich einen Hypnobithing Kursleiter Lehrgang besucht. Das Konzept war stimmig, und wie einige schon erwähnten etwas zu amerikanisch. Ich selber biete kein Hypnobirthing Kurs an, auch wenn vereinzelt Schwangere Frauen sowohl Geburtsvorbereitend, als auch bei Schwangerschftsübelkeit zu mir gekommen sind.
    Hypnose ist in der Lage Körpergefühle zu beeinflussen. Chronische Schmerzen, Notfallhilfe bei Unfällen und Schmerzen bei Chemotherapie lassen sich genau so beeinflussen, wie das Geburtsempfinden.
    Das Schmerzzentrum und das Lustzentrum liegen im Gehirn nahe beieinander. Schmerz löst eine Adrenalinausschüttung aus, das Lustzentrum die Geburtsfördernden Endorphine.
    Hypnobirthing ist EINE Möglichkeit der individuellen Einflussnahme der Frau auf Ihr Geburtserlebniss. Wie schon geschrieben wende ich Hypnobirthing in Gruppen nicht an, da es für mich sehr wichtig ist eine individuelle auf die werdenden Eltern abgestimmt Wortwahl zu treffen, so das die richtigen Suggestionen wirksam werden. Es hängt auch von der individuellen Sugggestibilität ab, und der Wiederholung und Übung zu hause. So kommt es meiner Meinung nach, das auch HB trainierte Frauen mit Erwartungsdruck reagieren. Ich bin ein großer Fan von interdisziplinären Austausch. HB ist nur eine Methode, die vielleicht gerade in Mode gekommen ist. Dave Elman, einer, neben Milton Ericson federführender klinischer Hypnotiseur hat in den 50er Jahren ein Werk verfasst, was mit Blutstillung, und Veränderten Erleben von akkuten Schmerzen zu tun hat. In weiterentwickelter Form wenden Zahnärzte und Geburtshelfer diese Methode an, und aus diesem Fundus ist auch Hypnobirthing entwickelt wurden. Geburt ist nach wie vor etwas sehr individuelles. Und Hebammen helfen kleinen Wundern auf die Welt. Vielleicht sitzen wir mal alle an einem Tisch und tauschen Erfahrungen aus. Vielleicht mal als Hebamme das Buch lesen, und als HB Trainerin sich mal in einem Geburtshaus oder Krankenhaus vorstellen. Es ist doch wichtig das Kompetenzen zusammenarbeiten, damit die Babys gut hier ankommen. In einem Orchester gibt es ja auch nicht nur ein Instrument. Ich danke für den Blog, und den feinen respektvollen disput.
    Sela Fischer

    Antworten
  27. Angelika van Bonn
    Angelika van Bonn sagt:

    Guten Tag, vorab möchte ich hiermit sagen, dass ihr Wunsch nach Zusammenarbeit zwischen Hebammen/Hypnobirthingtrainer/innen nach zu vollziehen ist.
    Ich habe 2014 bei Herrn Dr. Preetz Hypnose gelernt. Da wurde das Thema in Hypnose zu gebären nur kurz angeschnitten. Ich habe mich direkt nach der Ausbildung damit befasst und mich im Heimstudium weiter gebildet. (Dazu muss ich sagen, ich habe den Beruf der Krankenpflege bis 1970 selbt ausgeübt). Ich bin also kein Laie.

    Mein erstes Kind hätte ich auch schmerzarm gebären können, wenn mein Kollege Gynäkologe mir nicht kurz bevor das Köpfchen heraustrat eine Kurznarkose gespritzt hätte (ohne mich zu fragen). Außer einem starken Druck habe ich nämlich nichts gespürt. Mein zweites Kind habe ich dann 1972 ganz natürlich geboren, und das schmerzarm, ohne Schnitt und ohne Riss. Ich hatte wohl noch den Urinstinkt in mir.

    Hypnose funktioniert einfach wunderbar gegen Schmerzen. Früher wurden sogar Operationen unter Hypnose durchgeführt. Zahnärzte arbeiten heute auch mit Hypnose.
    Bevor ich Anderen etwas empfehle, probiere ich es erst immer an mir aus. Kinder bekomme ich in meinem Alter ja nicht mehr, aber dafür hat man ja hier und da ein Zipperlein. So zum Beispiel habe ich einen Bandscheibenvorfall und Fibromyalgie. Hier habe ich Hypnose gegen diese Schmerzen gemacht. Schmerzmittel (Ibu 800mg 3x tägl.) haben wenig geholfen und Tilidin wollte ich nicht einnehmen. Ich bin jetzt ohne Medikamente fast schmerzfrei und vor allem kann ich mich jetzt auch viel besser bewegen. Hypnose ist aus meinem Leben nicht mehr weg zu denken. 15 bis 20 Minuten täglich reichen schon aus, und das bin ich mir auch wert.

    Nun zu Ihren Wünschen für ein besseres Miteinander.

    Für den 6. März 2015 habe ich eine Infoveranstaltung für Hebammen vorgesehen. Am 6. Februar 2015 habe ich dazu 53 Hebammen und alle Krankenhäuser die Geburtshilfe leisten aus den Räumen Duisburg, Oberhausen und Bottrop per Brief eingeladen, und bis zum heutigen Tage ist die Resonanz gleich null. Meine Frage ist hier, wollen die Hebammen und Geburtshelfer sich überhaupt mit dem Thema auseinandersetzen?

    Ich bin keine Hypnobirting Trainerin, meine Kurse sind rein deutsch und heißen “inHypnosegebären”. Mir geht es rein um sanftes gebären für die Mutter und die sanfte Geburt für das Baby. Aus diesem Grunde würde ich auch gerne mit Hebammen zusammen das Konzept weiter entwickeln. Mein Konzept weicht von dem des hypnobirthing ab. Einen Antrag auf Zertifizierung von Seminaren für Hebammen habe ich beim Gesundheitsamt Oberhausen gestellt.

    Über ein Feedback würde ich mich selbstverständlich sehr freuen.

    Angelika van Bonn

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagt:

      Liebe Angelika, ich kann ja nicht für alle meine Kolleginnen sprechen, aber ich würde zu einer ähnlichen Veranstaltung in Berlin gerne kommen. Ich glaube aber auch, dass wir Hebammen eben zur Zeit sehr gebeutelt und damit beschäftigt sind, was aus unserem Beruf wird. Da bleibt für viele nicht genug Energie für Weiterbildung.
      Ich denke daran liegt es primär.
      LG
      Jana

      Antworten
      • Angelika van Bonn
        Angelika van Bonn sagt:

        Liebe Jana, jeder der Berichte hat mich in irgend einer Art begeistert und für jeden Typ Gebärende ist in meinen Kursen etwas dabei.
        Ich muss hier auch noch mal betonen, dass dein Blog einfach hervorragend ist.
        Ich halte es für äußerst wichtig, dass Hebamme mit “inHypnosegebären” Kursleiterin zusammen arbeiten und ein gemeinsames Konzept entwickeln sollten. Bei so einer Art Ss- Vorbeireitung muss man unbedingt individuell vorgehen. Wie schon gesagt wurde, sind nicht alle Menschen gleich.
        Vor allem finde ich es schade, dass diese Vorbereitungen nicht von den Krankenkassen bezahlt werden. Ich wünschte mir, dass sich jede Schwangere auf diese Art auf ihre Geburt vorbereiten könnte. Hypnose ist ein wunderbares Werkzeug nicht nur gegen Angst und zur Geburtsvorbereitung. Wer bei mir einen Kurs besucht hat, kann die Selbsthypnose später auch bei anderen Problemen einsetzen. Und wenn man sich täglich eine viertel bis halbe Stunde selber schenkt, wird mit diesem Werkzeug viel in seinem Leben erreichen.

        In diesem Sinne wünsche ich allen, werdenden Mütttern, Müttern, Hebammen und HB Kursleiterinnen viel Freude und positiven Erfolg mit ihrer Arbeit.

        LG Angelika

        Antworten
  28. LaraL
    LaraL sagt:

    Liebe Jana und alle Teilnehmerinnen der Diskussion,

    zuerst möchte ich mich herzlich bei euch allen für einen sehr respektvollen Umgang miteinander und eine sachliche und produktive Diskussion bedanken.
    Nun schreibe ich meinen Beitrag aus der 16.SSW-Perspektive. Wir bekommen unser erstes Kind.
    Es warten noch einige Wochen auf uns und bis zum konventionellen Geburtsvorbereitungskurs habe ich noch sehr viel Zeit. Bei der Suche nach Informationen über den Geburtsverlauf habe ich ziemlich schnell festgestellt, dass das erste, was auf eine unerfahrene Schwangere, wie eine Lawine stürzt, sind Horrorgeschichten über die Geburt: aus dem Netz, aus dem Bekanntenkreis und, und, und. Da fühlt man sich verzweifelt. Darüber hinaus ist die Hypnobirthing-Philosopie eine sehr große Unterstützung, die einer unter die Arme greift mit der Einstellung: “Komm, es ist alles nur halb so wild”. Ich denke, das ist das wichtigste Message, was dahinten steckt. Was aber jede Frau daraus macht, ist ihr überlassen.

    AN JANA
    Liebe Jana,
    es ist unheimlich Schade, dass wir so wenig Hebammen, wie Sie haben, die für ihren Beruf brennen, die sich den Kopf zerbrechen, um die Antworten zu finden. Ich fand es sehr faszinierend, wie Sie über Ihre Skepsis der HB-Methode gegenüber geschrieben haben, die Sie am Anfang hatten. Und ich fand es genauso faszinierend, diesen Wandel in Ihnen miterleben zu dürfen. Sie haben uns allen ein Beispiel der Offenheit gezeigt. Vielleicht, ist es genau das, was vielen Ärzten und Hebammen fehlt und das, was die gebärenden Frauen sich wünschen würden.

    Vielen Dank und weiterhin sehr viel Erfolg

    Lara Leuthner

    Antworten
  29. Leonie
    Leonie sagt:

    Hallo Jana,
    Ich verfolge Deinen Blog seit langem begeistert und hatte auch diesen Beitrag mit Interesse gelesen und war dann auch leider enttäuscht, dass du so schlechte Erfahrungen gemacht hast. Ich selbst hatte nämlich eine wunderschöne Klinik-Hypnobirthing-Geburt.
    Sie war nicht schmerzfrei, aber das Empfinden war deutlich anders, als bei meiner ersten, wo ich vor allem in Erinnerung hatte, wie “hilflos” und “ausgeliefert” ich mich gefühlt habe. Die Schmerzen habe ich als schier unerträglich empfunden. Ich hatte das Gefühl neben mir zu stehen.
    Nun mit HB habe ich den Verlauf viel bewusster und selbständiger erlebt, ich habe durch den Kurs gelernt, auf meine innere Stimme zu vertrauen! Vor allem habe ich im Vorfeld alle Ängste und negativen Erfahrungen ablegen können und habe mich wirklich auf die Geburt gefreut. Besonders die Visualisierungen empfand ich als sehr hilfreich und die Tatsache, dass der Partner einen ganz wichtigen Part einnimt halte ich für sinnvoll. So hatte mein Mann konkrete “Aufgaben” und hat mir auch sehr geholfen.
    Wie schon in einigen Kommentaren steht, wird in den Kursen nicht gelehrt, dass die Geburt auf jeden Fall schmerzfrei sei und auch kein prinzipielles Misstrauen gegen Klinikpersonal besteht. Ich kann natürlich nur für mich und meine wundervoll Kursleiterin sprechen.
    Allerdings denke ich, dass ein Grund, weswegen es bei mir nun gut geklappt hat, dass “meine” Klinik schon sehr stark in dieser Richtung arbeitet, wie es auch im HB gelehrt wird – Die Frauen werden darin unterstüzt, auf ihr Inneres zu hören und die Hebammen versuchen sich eher im Hintergrund zu halten, insofern es die Frau nicht anders signalisiert oder wünscht.
    Darüber hinaus wurde uns im Kurs empfohlen, im Vorfeld ein Gespräch mit der Klinik zu führen und entsprechend die HB Thematik anzuführen und besprechen, welche Wünsche bestehen und wie weit die Klinik sie erfüllen kann.
    Ich weiß natürlich nicht, ob dies auch in den hier aufgeführten Beispielen der Fall war.
    Es ist sicher am wichtigsten, dass werdende Mutter und Hebamme sich gegenseitig vertrauen und daran glauben, dass sie “am gleichen Strang” ziehen.
    Da das Personal wusste, dass wir eine HB Geburt machen und die entsprechende Liste auch dabei hatten, hat sich die Hebamme wirklich ganz toll verhalten und sich fast unsichtbar im Hintergrund gehalten. Es gab nur zwei Momente die ich als störend empfunden habe, das war, zum einen die Untersuchung des Muttermundes, bevor es in den Kreißsaal ging (dieser Teil ist im Nachhinein betrachtet der schmerzhafteste während der ganzen Geburt gewesen) und als kurz vor der Austreibungsphase das Unterwasser-CTG richtig positioniert werden muss und in dem Moment hat mich es geärgert und hätte es gerne ganz abgemacht, aber das war natürlich auch sehr wichtung und da kann ich auch verstehen, dass so etwas in der Klinik dazu gehört.
    Ansonsten war die erste “Anweisung” der Hebamme dann, dass ich mein Kind doch gernde selbst aus dem Wasser auf den Bauch legen darf :-)
    Mir ist aber durchaus bewusst, dass diese anthroposophische Klinik (Filderklinik) in vielen Punkten anders ist, als die meisten Kliniken und die Hebammen auch sehr “frei” entscheiden können
    Ich würde mir auch eine Zusammenarbeit mit HB-Leiterinnen, Hebammen und vielelicht sogar Kliniken wünschen, denn ich denke davon könnten wirklich alle profitieren..
    Liebe Grüße,
    Leonie

    Antworten
  30. Angelika van Bonn
    Angelika van Bonn sagt:

    Hallo Jana,
    mein Konzept zu “inHypnosegebären” ist fertig und geht in der nächsten Woche in den Druck.
    Auch das Gesundheitsamt in Oberhausen hat mir die Zertifizierung meiner Seminare erteilt. Ärztin und Hebammen des Gesundheitsamts waren von meinem Konzept sehr angetan. Am 8.+9.Juni15 und am 4. + 5.Juli15 finden die ersten Fortbildungen für Hebammen statt. Veröffentlicht in der Rubrik Fortbidungen auf der Web Site des Landesverband der Hebammen
    Nordrhein-Westfalen e.V.
    Ich gebe auch weiterhin Kurse für werdende Eltern. Wer die Selbsthypnose erlernt hat, kann sie sehr vielfältig einsetzen. Z. B.jegliche Art von Ss Beschwerden, Raucherentwöhnung, Schmerzabschaltung, Ängste, Kinderwunsch, Selbstheilungskräfte aktivieren u.v.m.
    Ich hoffe, dass ich mit meiner Arbeit viele werdende Eltern wieder auf den Weg einer selbstbestimmten und natürlichen Geburtskultur begleiten darf.

    LG Angelika

    Antworten
  31. Anne
    Anne sagt:

    Hallo ihr Lieben,

    auch mir hat Hypnobirthing sehr geholfen, ich fand es toll, endlich eine “Anleitung” zu einer natürlichen, möglichst interventionsarmen Geburt zu bekommen. Mir war von Anfang an bewusst, dass am Tag der Geburt alles anders kommen kann, ich denke aber, auch das wird durch Hypnobirthing sehr gut vermittelt.

    Für mich ist das Wichtige daran, dass die Frauen (und auch Männer) der westlichen Industrienationen wieder lernen, Vertrauen in ihre Körper und somit die Natur zu haben. Es ist erschreckend, wie viele Menschen Geburt als medizinisches Ereignis, das unweigerlich an Medikamentengabe oder operative Eingriffe gebunden ist, sehen.

    Daher ist Hypnobirthing einfach toll! Es wäre schön, wenn die Menschen in diesem so wichtigen Bereich, nämlich dem Beginn des Lebens selbst, wieder den Weg “back to the roots” finden und auch mehr Krankenhäuser dem Hypnobirthingkonzept entsprechende Räumlichkeiten und Personal zur Verfügung stellen würden; so würden die durchaus herausragenden Möglichkeiten der modernen Medizin im Hintergrund vorhanden sein, eine natürliche Geburt wäre aber trotzdem (in geborgener und ungestörter Atmosphäre) möglich.

    Hypnobirthing muss als ganzheitliches Konzept verstanden werden und nicht als heilbringender Weg zu einer auf jeden Fall schmerzlosen und einfachen Geburt. Es muss verstanden werden als Weg, den eigenen Körper wahrzunehmen, den eigenen Instinkten zu vertrauen und sich des Rechts bewusst zu werden, unter der Geburt eine vertraute Person bei sich zu haben, in geborgener Umgebung gebären zu können und die eigenen Wünsche als Selbstverständlichkeit wahrnehmen zu können. Es muss verstanden werden als Möglichkeit, sich in das kleine Kind, das auf die Welt kommt hineinzuversetzen und ihm einen möglichst normalen, geborgenen Einstieg ins Leben zu geben.

    Vielleicht darf man dieses Konzept nicht Hypnobirthing nennen, das klingt in meinen Ohren etwas zu esoterisch. Mir würde es schon reichen, wenn die Frauen in meinem Bekanntenkreis weniger denken würden, dass eine PDA oder Kaiserschnitt zur normalen Geburt dazu gehören, sondern eher, dass sie eine natürliche Geburt, auch wenn sie anstrengend ist, schaffen können, sich mehr darüber informieren würden, wie eine Geburt möglichst einfach und schön, auch für das Neugeborene, ablaufen könnte und welche Auswirkungen medizinische Eingriffe auf den Geburtsverlauf und das Neugeborene haben können.

    Dank der unglaublichen medizinischen Fortschritte können wir uns doch eigentlich noch sicherer fühlen und denken: “Ich bringe mein Kind auf natürlichem Weg zur Welt, ich vertraue ihm und mir selbst. Und wenn wir es aus irgendeinem Grund doch nicht schaffen sollten, steht uns die moderne Medizin zur Seite. Aber nur dann.”

    Liebe Grüße
    Anne

    Antworten
  32. Mo
    Mo sagt:

    Liebe Jana,

    das ist alles sehr interessant zu lesen. Und sowohl Dein Blog als auch die Beiträge wirken fundiert, persönlich und umsichtig bzw. tolerant. Wirkt gut.
    Ich gehöre anscheinend zu dem hier weniger auftretenden Teil der Beteiligten – den Männern. Verzeiht mir also, wenn ich ‘Dummes’ schreibe…

    Ich kam auf diese Seiten über BEL. Wir erwarten unseren Sohn im Februar 2015. Wir sind beide nicht mehr die jüngsten (45) und es wird für uns beide eine Premiere. Alles läuft super, mit den klassischen Einschränkungen wie Überlkeit etc.
    Meine Freundin ist Französin und somit sind Wassergeburt und Haptonomie vertrauter, ohne zwingende Ziele zu sein. Sie bereitet sich schön pragmatisch vor. Und so werden wir das zusammen weiter machen in den letzten drei Monaten.

    Wir sind im SJK in Berlin Tempelhof angemeldet. Wir haben viel gutes Gehört: es wirkte ausgewogen, die gute Kinderklinik war uns wicthtig (45…) und die Betonung der Stillberatung war auch ausschlaggebend.
    Uns liegt neben Wassergeburt auch die spontane Geburt am Herzen. Das hat neben dem wichtigen Erlebnissen und dem ganzen Vorgang auch damit zu tun, daß wir glauben, daß das Microbiom durch die vaginale Geburt grundlegend besser erzeugt wird. Und somit fing ich an über BEL zu lesen, falls sich der Kleine nicht drehen will und man zum Kaiserschnitt drängt.

    Und ich glaube, daß für all diese Entscheidungen eine RELATIVE Freiheit von Schmerzen und Überforderungen eine wichtige Vorraussetzung ist. Dazu gehört doch aber auch Zeit und Ruhe. Wir haben keine Beleghebamme bekommen und hören nun, daß das SJK mittlerweile recht gut frequentiert wird. Sprich daß viele Geburten aufeinander folgen.
    Wir denken zwar, wir werden die Verrtautheit schon flink aufbauen können, aber gehetzt wird das nicht gehen. Schon gar nicht, wenn man doch auf bestimmte Sachen achten will. Schnell mal meditieren wird nicht so gut gehen.

    Wie kann man sich austauschen mit der Geburtsklink über solche Punkte (Wassergeburt, Haptonomie, Hypnobirthing…)?

    Ich fand den Beitrag von Jana S. 24.April interessant, in dem sie statt von Hypnobirth über Achtsamkeit berichtet. Weißt dadrüber was? Kennst Du Clarissa Schwarz und allgemein MBSR?

    Liebe Grüße, mo!

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagt:

      Hallo Mo!
      Mhm! Also austauschen könnt ihr euch mit der Klinik am besten im Rahmen der Geburtsanmeldung. Dort können Punkte, die euch wichtig sind vor besprochen werden. Die Vorbereitung hört sich sehr gut an. Aber natürlich gehört dazu auch immer eine gute, achtsame Geburtsleitung. Da kann man leider nichts versprechen. Berlins Kliniken sind nun mal unterbesetzt. Allerdings wird eine BEL-Geburt immer etwas intensiver überwacht. Das könnte für euch doch ein Glück sein. Tut mir leid, wenn das so negativ klingt. Es wird bestimmt alles gut laufen. Ihr seid gut vorbereitet und geht positiv in die Geburt. Und du sagst sogar, dass ihr euch schnell auf neue Personen einstellen könnt. Da habt ihr doch schon viele Bausteine für eine gute Geburt beisammen!
      Was ist deine Frage bezüglich der achtsamkeitsbasierten Stressreduktion? Ob es angewandt wird? Es wird sicher immer versucht, eine möglichst intime, heimelige Atmosphäre zu schaffen, eine positive Ansprache zu benutzen, Möglichkeiten aufzuzeigen…
      Clarissa kenne ich nicht persönlich, aber natürlich ist sie mir ein Begriff.
      Konnte ich deine Fragen beantworten? Ich bin mir nicht sicher. Sonst frag gerne noch mal nach.
      LG
      Jana

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    • Maria
      Maria sagt:

      Hallo Mo,
      Ich habe weiter oben über meine HB-Erfahrungen berichtet.
      Auch ich bin mit ziemlich konkreten Vorstelllungen in die erste Geburt gegangen – am liebsten eben viel Entspannung, gute Verbindung zur Hebamme, gerne im Wasser, nicht im Liegen, Musik bereit….
      Auch habe ich Freundinnen, die heute noch unglücklich darüber sind, dass ihre Geburt nicht so lief wie sie es sich gewünscht hatten.
      Letztendlich waren mir viele meiner Pläne unter der Geburt gar nicht mehr wichtig, gerade auch die Tatsache, dass ich die Hebamme nicht kannte war mir überraschend egal. Manches war aufgrund der Kürze der Geburt einfach nicht möglich, und es war trotzdem -trotz Schmerz- alles rund.
      Einen auch zum HB gehörenden. “Geburtsplan” z.B. sehe ich mittlerweile sehr kritisch – ich denke, so etwas nimmt einem viel Offenheit und kann sicher für viel Verunsicherung und Unzufriedenheit sorgen, wenn dann eben doch etwas anders läuft als gewünscht – aus meiner Sicht ist eine Geburt nicht wirklich planbar und dadurch auch eben nur bedingt ein “Wunschkonzert” (klingt negativer als gemeint!) – und wer die Sicherheit einer Klinik will, muss sich eben auch auf gewisse Dinge einlassen…in die zweite Geburt.ging ich in dem Wissen, dass mein Kind und ich sicher versorgt sein werden und sich Details dann einfach ergeben. So war es dann auch !

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  33. Marie
    Marie sagt:

    Liebe Jana,

    dieser Beitrag ist so unfassbar wichtig! Danke dafür! Für die Geburt meines ersten Kindes hatte ich Hypnobirthing als Vorbereitung gewählt und hatte schließlich mit einem Schmerz zu tun, auf den ich einfach nicht vorbereitet war,fühlte mich dann auch noch unfähig und musste feststellen, dass “Hinunteratmen” eigentlich pressen ist. Ich war monatelang von mir selbst so enttäuscht und musste die Erlebnisse aufarbeiten. Es war am Ende übrigens eine Saugglockengeburt geworden.
    Meine zweite Geburt erlebte ich dann aber tatsächlich weitestgehend schmerzfrei. Da unsere Tochter im tiefen Querstand kam,war ein aber auch ein pudendusblock notwendig, so dass ich das Austreten des Kopfes nur als Druck spürte. Die heftigen Wehen davor erlebte ich aber im absoluten Endorphinrausch. Ich war dieses Mal ohne feste Erwartungen in die Geburt gegangen, hatte von Anfang an aktiv mitgemacht und selbst jede Wehe innerlich bejaht und getönt. Ich hatte mir vorgenommen, mit der aktuellen Situation umzugehen, ohne vorgefertigte Erwartungen. Diese Einstellung erwies sich als richtig. Sicherlich wirkte die Erfahrung mit Hypnobirthing auch positiv nach. Als alleiniges Tool, insbesondere beim ersten Kind, halte ich Hypnobirthing jedoch für nicht geeignet. Auch ich habe mit verschiedenen Geburtshelfern gesprochen und auch sie berichten von negativen Erfahrungen. Ich denke es ist ganz wichtig, ergebnisoffen zu bleiben. Niemand kann vorherbestimmen,wie es sein wird! Sicherlich ist Autosuggestion als Beruhigungsmittel sehr hilfreich,es darf aber kein Dogma sein!

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  34. Melle
    Melle sagt:

    Liebe Jana,
    was Du ü.d. Hypnobirthing im Krankenhaus, bzw. Kreissaal (ist dem Geburtshaus ja bereits sehr ähnlich) schreibst, interessiert mich sehr, da wir uns mit Hypnobirthing auf die Geburt unseres Erstgeborenen vorbereiten.
    Hypnobirthing hilft mir, positiv und bestmöglich entspannt, aufgeklärt und sicher auf die Geburt zuzugehen.

    Die Pfeiler, die Du erwähnst, ausgehend von Dr. Dick-Read’s Geburtsvorbereitungsmethode, die auf Aufklärung, Entspannung und Lockerungsübungen beruhen, können nicht genug betont werden. Wobei die Bezeichnung Lockerungsübung noch weit untertrieben ist, da es i.d. Selbsthypnose des Hypnobirthings um tiefste Entspannung geht.
    Hierfür sind Interventionen und jede Art von Trubel hinderlich, deswegen (solange kein medizinischer Bedarf vorliegt), sollen diese – entgegen der Routine – so minimal wir möglich gehalten werden.

    Für mich fühlt es sich so an, dass ich durch Aufklärung ü.d. Natur der Geburt wie ü.d.Muskeltätigkeit der Gebärmutter mich und meine Atemtechnik besser mit meinem Körper synchronisieren kann. Ich atme sozusagen nicht “ins Leere”, einfach in meinen Bauch, oder nicht einfach nach einer Technik, sondern ich weiß aufgeklärtermaßen ganz genau was mein Körper i.d untersch. Phasen ganz autonom tut. Wobei ich den Geburtsverlauf unterstützen kann, da ich mit Technik und Bildern in vertrauensvollen Kontakt zu meiner Natur komme, die sozusagen autonom weiß, was zu tun ist.
    Bspw. unterstützt die Wellenatmung das Hochziehen der Ringmuskulatur der Gebärmutter, womit die Öffnung geschieht.

    Ein zentrales Konzept – oder auch Kernthese – ist:
    Verspannung, oder sogar Angst, würden zu einer Verkrampfung führen, und diese zu verstärktem Schmerz, zu geringer Sauerstoffzufuhr für das Kind, wie zu einer längeren Geburt, weil nicht mit der Öffnung gearbeitet wird, die eine Entspannung benötigt, um naturgemäß den Geburtsverlauf entfalten zu können. Auch werden hier – durch tiefe Entspannung – die Kräfte der Gebärenden geschont. Der Punkt mit der Sauerstoffzufuhr wird aber auch i.d. Geburtsvorbereitsungskursen thematisiert.

    Dazu muss ich sagen, dass ich das Hypnobirthing Buch von Mongan habe, und Read nicht gelesen habe. Die o.g. Punkte bilden aber auch die Eckpfleiler bei Mongan.
    Frauen, die bereits mit Meditation und Selbsthypnose wie Entspannungstechniken und Affirmationen vertraut sind, werden vieles wiederfinden. Im Kern beruht die Selbsthypnose auf der Fähigkeit, tiefe und tiefste Entspannung zu erreichen und unterstützend zu Atmen. Im Falle des Geburtsverlaufes ist es so, dass durch die tiefe Entspannung die Muskulatur locker lässt, das Baby besser durchkommt, und zudem die Sauerstoffzufuhr gesichert ist, wie eine positive Stimmung das Ereignis begleitet, wobei Endorphine zur Schmerzverarbeitung/-abmilderung ihren Beitrag leisten.

    Die beiliegende CD ist sehr mechanisch gesprochen, was sehr schade ist, und nicht zum Kauf der anderen Audio-Materialien anregt. Allgemein ist das Buch mehr als ausführlich, mitunter redundant sowie teiweise seltsam aus dem Englischen übersetzt. Alternative Werke, vielleicht auch im Kern praxisorientierter, habe ich nicht nach recherchiert. Da das Buch didaktisch nicht besonders gut ist (es soll ja begleitend zu Hypnobirthing-Kursen, die sehr teuer sind, verwandt werden), muss alles nochmal zusammen geschrieben werden, um es zu verinnerlichen, oder sogar als Audio gesprochen werden (Affirmationen, Atemtechniken, Tiefenentspannung, Regenbogenentspannung, etc) um es besser üben zu können. Dennoch konnte ich den Praxisteil gut herausarbeiten, und auch die Tipps für eine Wunschliste, die an die Klinik gerichtet ist, finde ich hilfreich.

    Der Widerspruch von Hypnobirthing-Anhängern und Hebammen wie Klinikpersonal kann m.E. nach aufgelöst werden, wenn sich nicht nur mit Hypnobirthing beschäftigt wird, sondern auch mit den Hebammen i.d. Vorsorge wie im Geburtsvorbereitungskurs und auch mit dem/der Gyn ü. einzelne Punkte gesprochen wird.
    Wir mussten feststellen, dass das Versprechen von Schmerzfreiheit wohl dem Idealismus der Methode geschuldet ist, und wohl den “Meisterinnen” der Selbsthypnose, oder Entspannungsmeisterinnen, oder einfach Glückspilzen zuzuordnen ist, aber so pauschal gar nicht gegeben wird – und auch nicht gegeben werden kann. Hier hat sich wohl ein Mythos festgesetzt.

    Worum es m.E. wirklich geht:
    Ich denke, der zentrale Punkt des Zusammenhangs von Verspannung/Verkrampfung und Schmerz ist einleuchtend. Mit dieser Erkenntnis und Erfahrung kann weiter gearbeitet werden, den Schmerz gut verarbeiten – oder bestenfalls in einer hohen Intensität vermeiden zu können. Das dies möglich ist, kann ich als Schmerzpatientin bereits bestätigen.

    Interessant ist es, zu beobachen, dass sich viele Methoden von mehreren Seiten angleichen. Bspw. wird das Bonding, oder das Auspulsieren der Nabelschnur auch i.d. Klinik als wichtig betont, wie auch der Begriff der natürlichen Geburt vermehrt ankommt. Ob es sich hierbei dann um Patientenwerbung handelt, oder ein fundiertes Konzept dahintersteht, muss in jedem Fall weiter auf den Zahn gefühlt werden.

    Liebe Grüße und beste Wünsche,
    Melle

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  35. Angelika van Bonn
    Angelika van Bonn sagt:

    Hallo Melle,
    ich habe nach der Ausbildung zur Hypnosetherapeutin direkt ein Konzept zum schmerzfreien/armen Gebären (“inHypnosegebären”) entwickelt, weil mich dieses Thema einfach faszinierte. Es geht mir nicht nur um schmerzfrei/arm für die Gebärende, sondern viel mehr um eine sanfte Geburt für das Kind.
    Ja Melle es ist das Prinzip: Angst erzeugt Verspannung und Verspannung erzeugt Schmerz. Das Prinzip läuft also Vollautomatisch in unserem Unterbewußtsein ab.
    Hier gilt es, den werdenden Müttern in erster Linie durch Aufklärung eines natürlichen Gebärverlaufs und eine Hypnosesitzung in der die Angst vor dem Gebären aufgelöst wird zu helfen.
    Ferner ist es sehr wichtig, dass das Selbstwertgefühl vieler Frauen gestärkt werden muss. Sie gehen dann viel eher in einer selbstbestimmten Haltung zum gebären in die Klinik, wie bsw. meine Tochter, ihr sprang beim Einkauf so gegen 12:00h die Fruchtblase…… ups … ab in die Klinik. 12:15h da im Kreissaal angekommen, wollte man sie untersuchen. Sie widersprach und konzentrierte sich voll und ganz auf ihr Baby und sich selbst und um 12:41h war ihr Lenny dann da. Die meisten Frauen hätten die Anweisung des Arztes befolgt, meist mit dem Ergebnis einer Unterbrechung des Gebärverlaufs.
    Im Interesse der werdenden Mütter wünsche ich mir sehr, dass sich mehr Hebammen und vor allem Ärzte mit dem Thema “inHypnosegebären” bzw. Hypnobirthing auseinandersetzen.
    Dir Melle wünsche ich von ganzem Herzen ein sanftes Gebären.
    Liebe Grüße
    Angelika

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    • Melle
      Melle sagt:

      hallo angelika –
      danke f. deine antwort.

      am 29.1. um 4.41h ist unser sohn geboren. nach 26 std. wehen, die nachts stärker waren, tagsüber nochmals abflachten, sind wir um 4.05h im kreißsaal angekommen, und um 4.41h wurde unser sohn bereits geboren.
      wir hätten keine minute später von zuhaus losfahren dürfen — positiv ausgedrückt: wir haben die geburt genau abgepasst.
      so wie du schreibst wollten auch wir uns dem krankenhausprozerdere weitgehend entziehen, und hatten auch vorher eine wunschliste mit den uns wichtigen punkten dem kreissaalteam zukommen lassen.

      summa sumarum kann ich sagen, dass mir das hypnobirthing f.d vorbereitung sehr geholfen hat, auch für die zeit mit den wehen/wellen, also diese sowie die geburt willkommen zu heißen, keine furcht zu verspüren, mich bestmöglich i.d. pausen zu entspannen, mit affirmationen und bildern zu arbeiten.
      die geburtsatmung ist mir gegen ende nahezu nicht mehr gelungen. ob mir hier einfach die übung zur konzentration auf diese gefehlt hat, vermag ich nicht zu sagen. alles in allem ist meine geburt als erstgebärene jedoch sehr schnell gewesen, was ich auch meinem vertrauen in den natürlichen prozess und meiner zielgerichteten kraft zuschreibe, die mein kind schnell und komplikationsfrei auf die welt brachte.
      die kunst der schmerzauflösung durch entspannungs- und hypnosetechniken sehe ich als möglich an, zu erlernen. die kunst der schmerzverarbeitung habe ich berührt.
      am meisten hat mir die anwesenheit meines mannes geholfen, und seine berührung, der mich an die atemtechniken erinnerte.

      Dir und Deiner Tochter und Ihrem Sohn die besten Wünsche,
      Melle

      Antworten
  36. Julia
    Julia sagt:

    Ich bekam 2014 mit 33 mein erstes Kind (bin aktuell wieder schwanger) im hebammengeleiteten Kreißsall und habe vorher auch einen Hypnobirthing-Kurs belegt. Mit den ganzen Bildern und Vorstellungen kam ich persönlich nicht zurecht, ABER das Buch und insbesondere die täglich angehörte sogenannte “Regenbogen-CD” (das ist NICHT die CD, die dem Buch beiliegt!) mit den Suggestionen haben mir geholfen, meine per se schon positive Sicht auf alles noch zu verstärken. Der Kurs selbst war mir ein bisschen zu esoterisch aufgebaut, muss ich gestehen.

    Als die Wehen dann da waren, habe ich sie tatsächlich als sehr intensiv empfunden, nicht jedoch als schmerzhaft. Schätze, das ist mit diesem orgiastischen Ansatz gemeint. Ich konnte mich einfach in diese Intensität gleiten lassen. Meine Mutter und mein Mann wussten, dass ich meine Ruhe haben wollte und hielten sich entsprechend im Hintergrund.

    Mit 3-Minuten-Abstand kam ich im Krankenhaus an, 5 Stunden später auf dem Stationszimmer hatte ich die Nase voll und habe mich nochmal untersuchen lassen. Die Hebamme konnte bei der zweiten Untersuchung des Muttermundes kaum fassen, dass er 8-10cm geöffnet war, da ich so ruhig und gelassen war.

    Die Austreibungsphase dauerte dann mit vier Stunden recht lange, war körperlich auch anstrengend (Sport halt), ABER ich hatte keine schmerzhaften Wehen, auch keinen Pressdrang, obwohl das CTG wohl ständig Presswehen angezeigt hat. Am Ende stellte sich dann raus, warum es so lange gedauert hat, bis das Kind draußen war: viereinhalb Kilo Körpergewicht und das mit zu kurzer Nabelschnur, so dass die Plazenta schon abgerissen war. Auf meinen Hinweis, mit dem Durchtrennen der Nabelschnur zu warten, bis sie auspulsiert ist, kam nur ein trockenes “Da pulsiert längst nichts mehr…”

    Ich bin der Hebamme immer noch dankbar dafür, dass sie mir soviel Zeit gelassen hat, ohne dass es Fortschritte gab. Die Ärztin, die nachher genäht hat (hoher Scheidenriss, ich vermute vor allem durch die Versuche, das Köpfchen zu fassen) wies mich darauf hin, dass sie mir mit dem Wissen vorher dringend zu einem Kaiserschnitt geraten hätten. Ich bin froh, um diese Entscheidung drumrum gekommen zu sein!

    Was soll ich sagen, mein Kind sah nie aus wie neugeboren, es war gesund, pausbäckig und knitterfrei. Die erste Hebamme (es war Schichtwechsel kurz vor der Austreibungsphase) kam sogar am nächsten Tag nach uns schauen, um mir zu sagen, wie toll ich das gemacht habe. Sie hatte sich wohl extra nochmal informiert, wie es ausgegangen ist *lacht*. Sie erzählte dann auch, dass sie bis dato keine guten Erfahrungen mit Hypno-Birthing-Geburten gemacht hat.

    Jetzt weiß ich natürlich nicht, ob das Nicht-Spüren des Pressdrangs mit der zu kurzen Nabelschnur zusammenhängt oder woran es sonst lag. Jedenfalls habe ich mich nach anfänglichem Zögern auf die Hinweise der Hebamme eingelassen und “getönt”, wodurch dann schlussendlich auch jedesmal der Pressdrang kam. Eigentlich fällt es mir leichter, still und ruhig in mich zu gehen, aber dann würde ich vermutlich immer noch im Kreißsaal liegen…

    Leider lag ich nach der Geburt erstmal flach. Ich hatte wohl einen massiven Eisenmangel und die Nachsorgehebamme hat mir zwei Wochen strikte Bettruhe verordnet. Auch die Narben vom Scheidenriss habe ich noch ein halbes Jahr später gespürt. Und dennoch habe ich die Geburt in sehr guter Erinnerung, intensiv, aber schmerzfrei – zumindest während der Wehen, das Nähen nachher war seeeehr unangenehm!

    Fazit: Schmerzen auflösen kann funktionieren, und ein bisschen Vertrauen in die Hebamme ist unerlässlich, denn diese ist vor Ort, das Gute-Ratschläge-Buch hingegen nicht!

    Aber wie immer: es kommt auf den Typ von einem selbst an und natürlich auch auf die grade amtierende Hebamme. Ich habe schon immer gut auf Traumreisen, autogenes Training und dergleichen reagiert. Außerdem war ich neugierig auf die Geburt und hatte kein festes Bild vor Augen. Am Ende war ich von der ganzen Schwangerschafts- und Geburtensache sogar etwas enttäuscht, da fehlte einfach der Feenglanz. Stattdessen lief alles so … einfach und natürlich und irgendwie auch nebenbei ab. Ich hatte mir alles aufregender vorgestellt, in Scheinwerfer getaucht und so ;D

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    • Isa
      Isa sagt:

      Es ist sehr günstig, wenn Hypnobirthing von Hebammen, die auch mit den realen Gegebenheiten vertraut sind, vermittelt wird – das mildert sicher das Orthodoxe/ Realitätsferne an der urrpünglichen Vermittlungsart. Ich war mit Hypnobirthing auf meine Geburt hinsichtlich Entspannung, Angstfreiheit und Vertrauen in meinen Körper sehr gut vorbereitet, habe mein erstes Kind in der Klinik bekommen, spontan, ohne das Notwendigwerden irgendwelcher Interventionen, innerhalb von zweieinhab Stunden. Es nur als Druck zu bezeichnen, was ich gespürt habe, entspräche nicht meiner Empfindung. Es war heftig und ich habe auch nicht leise vor mich hingeatmet. Aber ich war nie unsicher oder ängstlich. Ich habe mich meinem Körper anvertraut und ihn nicht behindert. So werde ich es mir jetzt wieder vornehmen für meine 2. Geburt. Und ich werde wieder in der Klinik entbinden, vielleicht nur ambulant.

      Antworten
  37. Julia Leimer
    Julia Leimer sagt:

    Ad Hypnobirthing. .ich habe auch den Kurs gemacht und einige der Methoden regelmäßig geübt. Weiteres habe ich noch andere Bücher wie die selbstbestimmte Geburt und instinctive Birth gelesen. Ich habe mich jedoch auch darauf vorbereitet dass alles anders kommen kann, da ja auch das Kind seine Vorstellungen hat wie es auf die Welt kommen will und man ja meiner Meinung nach gerade durch ein Kind vorbereitet wird, dass nicht mehr alles in unserer Hand liegt. Unsere Hypnobirthing Kursleiterin habe ich als sehr offen und nicht dogmatisch erlebt. Ich wollte im Geburtshaus entbinden, habe mich jedoch auch mit Hebammen vom Krankenhaus in Verbindung gesetzt, um zu sehen wie es im Krankenhaus ablaufen würde. Ich wollte eine natürliche Geburt im Geburtshaus. War jedoch vorbereitet dass es auch anders kommen kann und dass ich dann voll Vertrauen bin, dass es genauso richtig ist wie es ist. Ich hatte dann fast 4 Wochen vor Geburtstermin einen vorzeitigen Blasensprung. Sie war somit Frühgeburt und ich musste ins Krankenhaus. Es ging mir alles zu schnell und auch die Kleine war erschrocken, dass es nun frühzeitig losgehen sollte. Hypnobirthing hat mir geholfen zu akzeptieren und die Schmerzen, die durch eine Einleitung hervorgerufen werden durchzugehen und nicht überwältigt zu werden. Ich habe 2 Tage nach dem Blasensprung entbunden. Ich brauchte den Wehentropf aber sonst keinerlei Schmerzmittel und habe 4 ,5 Stunden nach Anschließen von Wehentropf im Stehen entbunden. Ich war die ganze Geburt über sehr bewusst bei meinem Baby und meinem Körper. Ich habe mich nicht eingeschränkt gefühlt und habe mich der Musik, die ich zusammen gestellt habe, hingegeben. Die Wellen habe ich laut durchatmet. Bei uns wurde im Hypnobirthing nie gesagt dass ich nur leise atmen darf. Es wurde vielmehr darauf geschaut dass wir gut bei uns sind. Die Visualisierungen haben mir auch geholfen und ich brauchte kaum Unterstützung von der Hebamme. Die Wellen am Schluss waren sehr intensiv und ich wollte nicht mehr. Auch das darf sein im Hypnobirthing. Ich wusste dass es nicht mehr lange dauert. Kurz darauf war unsere Tochter auf der Welt. Hypnobirthing hat auch mich und meinem Partner zu einem super Team hinsichtlich Geburt werden lassen, da den Männern eine so wichtige Rolle eingeräumt wird. Meine Geburt war nicht so natürlich wie ich mir das gewünscht hätte, aber ich bin sehr dankbar und happy wie es abgelaufen ist. Die Hebamme vom Krankenhaus war genial. Sehr offen und natürlich eingestellt. Das ganze Team vom Kreißzimmer war super. Das ist meine Erfahrung dazu.

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  1. […] die völlig schmerzfrei scheinen. Allerdings halten es Hebammen wie beispielsweise Jana Friedrich vom Hebammenblog für unrealistisch, wenn in den Hypnobirthing-Kursen eine komplett schmerzfreie […]

  2. […] Beitrag findest du in ihrem Blog zum Thema HypnoBirthing. Den Geburtsbericht von der HypnoBirthing-Hausgeburt vom Hebammenblog kannst auch auf ihrer Seite […]

  3. Was Methoden wie Hypnobirthing mit dem Stillen zu tun haben | entspannt stillen sagt:

    […] eine Frau mitbringt. Meine Bloggerkollegin, die Hebamme Jana Friedrich von hebammenblog.de hat ihre eher schlechten Erfahrungen aus der Klinik bereits einmal in einem Artikel zusammengefasst. Diese eher schlechten Erfahrungen -so vermute ich- können aber nicht notwendigerweise auf die […]

  4. […] zu haben und b) auf eine Illusion reingefallen zu sein. Ich lasse dir mal diesen Artikel da: Hypnobirthing aus Kliniksicht ? Wunsch vs. Wirklichkeit – Hebammenblog.de […]

  5. […] Hypnobirthing fällt mir da zum Beispiel ein, das wird gerade viel und heiß diskutiert. Einen interessanten Artikel dazu hat die liebe Jana vom Hebammenblog gerade dazu veröffentlicht, lest mal hier… […]

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