Gelüste und Heisshunger in der Schwangerschaft

Gelüste in der Schwangerschaft – nur seltsam oder auch sinnvoll?

Saure Gurken mit Vanilleeis, Matjesbrötchen und massenweise Schokolade – das sind wohl die Klassiker, wenn man an Gelüste in der Schwangerschaft denkt. Aber erfreulicherweise sind auch Obst und Salat häufige Lebensmittel der Begierde.
Haben diese Jieper einen Sinn? Wie kommt es zu diesem teils seltsamen Verlangen? Dazu wurde bisher nur relativ wenig geforscht und meist wird das Thema mit: „das machen die Hormone“ schnell und einfach abgehandelt. Das mag ja stimmen, aber vielleicht will uns der schwangere Körper damit auch etwas sagen und die Gelüste machen tatsächlich Sinn?
In diesem Artikel biete ich dir ein paar Erklärungsmodelle an, betrachte das Thema auch aus Sicht der chinesischen Ernährungslehre und gebe dir damit einen kleinen Einstieg in Sachen Ernährung in der Schwangerschaft. Appetit drauf?

Gelüste durch Nährstoffmangel? – kein Märchen

Bestimmte Gelüste legen die Vermutung nahe, dass der Körper damit versucht einen Nährstoffmangel auszugleichen. Dieses Phänomen kennen schon kleine Kinder, denn ihm ist sogar ein bekanntes Märchen gewidmet:

„(…)Eines Tags stand die Frau an diesem Fenster und sah in den Garten hinab. Da erblickte sie ein Beet, das mit den schönsten Rapunzeln bepflanzt war, und sie sahen so frisch und grün aus, daß sie lüstern ward und das größte Verlangen empfand, von den Rapunzeln zu essen.(…)“[1]

Tatsächlich könnte die Nährstoffmangeltheorie die Rapunzelgeschichte erklären, denn Rapunzeln (aka Feldsalat), enthalten besonders viel Eisen, Vitamin C und Kalzium. Lust auf Schokolade könnte man mit Vitamin B Mangel begründen oder mit einem erhöhten Bedarf an Magnesium. Und selbst das Matjesbrötchen macht Sinn, denn Seefisch enthält für den Körper wichtige Fette.

Blutzuckerschwankungen

Aber was ist mit Gummibärchen und Spritzgebäck? Braucht eine schwangere, nicht mangelernährte Frau wirklich zusätzlichen Zucker und Fett? Sicherlich nicht so viel, als dass man damit solche Gelüste erklären könnte. Vielmehr ist es wohl eher so, dass der Blutzuckerspiegel, durch eine erhöhte Insulinproduktion während der Schwangerschaft, manchmal absinkt. Dann kann es zu Unterzuckerungserscheinungen kommen. Wenn diese dann mit Süßigkeiten (also Einfachzuckern) ausgeglichen werden, kommt es zwar zunächst zu einem schnellen Anstieg des Blutzuckerspielgels, aber dann auch bald wieder zum nächsten Abfall, und so weiter… Das ist dann ein zuckersüßer Kreislauf, der alles andere als sinnvoll ist.
Daher ist es besser, durch mehrere über den Tag verteilte, kleine Mahlzeiten, den Blutzuckerspiegel konstant zu halten. Am besten geht das, wenn man sich dabei an komplexe Kohlenhydrate (wie Vollkornbrot, Kartoffeln, Gemüse, Vollkornnudeln und Vollkornreis oder auch mal Snacks wie „Studentenfutter“ oder Müsliriegel) hält. Einen wirklich erhöhten Kalorienbedarf hat man aber eigentlich erst im letzten Schwangerschaftsdrittel. Und auch der ist minimal: ca. 300 kcal mehr.

Voll Fett

Fette sind natürlich auch erlaubt und in Maßen sogar nötig. Denn sie sind für die optimale Aufnahme der fettlöslichen Vitamine (ADEK) zuständig. Besonders sinnvoll ist es, ungesättigte Fettsäuren aufzunehmen. Also wieder nicht das Spritzgebäck, sondern einfach mal zum Kochen die passenden Pflanzenöle (Olivenöl, Rapsöl, Distelöl und Kürbiskernöl) verwenden. „Gute Fette“ finden sich aber auch in Avocado, Nüssen und Fisch. In frischem Seefisch sind auch gleich die guten Omega-3-Fettsäuren, die bei der Hirnentwicklung eine wichtige Rolle spielen, enthalten.

Gelüste Gallore

Meine liebe Bloggerkollegin Andrea (Runzelfüsschen) hat kürzlich mal eine schöne Sammlung von Gelüsten in der Schwangerschaft angefertigt. Wenn du also mal schauen willst, wo du mit deinem Heißhunger so stehst… da bist du sicher in bester Gesellschaft.

Schwangerschaftsmythen

Übrigens lässt sich durch die Art des Heißhungers nicht erkennen, ob ein Mädchen oder Junge geboren wird. Auch wenn dieses Gerücht hartnäckig kursiert, ließ sich ein Zusammenhang von bestimmten Vorlieben und dem Geschlecht des Kindes noch in keiner Studie nachweisen.

Gelüste weltweit

Interessanterweise unterscheiden sich die Gelüste von Frauen je nach Land und Kulturkreis. Laut einer Studie[2] aus Tanzania aßen Schwangere dort am liebsten Fleisch, Mangos, Yogurt und Orangen. Wohingegen eine Publikation[3] aus den USA nahe legt, dass dort die Vorliebe für Lebensmittel wie Schokolade, Früchte & Fruchtsäfte, Saure Gurken, Eis und Pizza überwiegt.

Verschiedene Interpretationen

Aber nicht nur die Art der Gelüste unterscheidet sich weltweit. Auch die Interpretationen sind teilweise sehr verschieden.
In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) werden Schwangerschaftsgelüste noch aus einem ganz anderen Blickwinkel betrachtet, als in unserem westlichen Medizinverständnis. Dennoch finden sich viele Parallelen in der Interpretation:
In der TCM ordnet man die verschiedenen Nahrungsmittel, bzw. Geschmäcker den fünf Elementen, oder auch Wandlungsphasen, zu. Denn auch eine Schwangerschaft durchläuft diesen Kreis:

  • Holz (1. + 2. Monat)
  • Feuer (3. + 4. Monat)
  • Erde (5. + 6. Monat)
  • Metall (7. + 8. Monat)
  • Wasser (9. + 10. Monat)

Dementsprechend werden die Gelüste der „Vieräugigen“ (= Schwangere), je nach Phase, in einem ganz anderen Kontext gesehen.

Holz
Sauren Lebensmitteln wird in der TCM eine adstringierende (zusammenziehende) Wirkung nachgesagt – nicht nur im Mund, sondern im ganzen Körper. Das könnte bedeuten, dass Saures beispielsweise die körpereigene Haltefunktion unterstützt und so die Schwangerschaft sicherer macht.
Saure Speisen werden dem Element „Holz“ zugerechnet , das unter Anderem für den Anfang steht. Also dem Anfang der Schwangerschaft: die ersten acht Wochen, aber auch für die Geburt. Vielleicht wird deshalb die Lust auf saure Gurken so oft als Schwangerschaftsanzeichen interpretiert? Auch die Vorliebe von Schwangeren und Gebärenden für Zitrusgerüche könnte hiermit erklärt werden.

Feuer
Die Wandlungsphase Feuer, steht für den 3. und 4. Monat. Beim bitteren Geschmack aus dem Element „Feuer“ sind sich TCM und westliche Medizin einig, wenn auch die Erklärungsmodelle wieder ganz unterschiedlich ausfallen:
Die Schwangere soll nicht so viel bitteres – wie Kaffee – im Übermaß zu sich nehmen, da das eine austrocknende, nach unten ausleitende Eigenschaft hat. Und ausleiten möchte man ja im dritten bis vierten Monat der Schwangerschaft noch nichts.
Aber natürlich macht auch hier wieder die Dosis das Gift. Und Menschen mit einer Neigung zu Übergewicht und Ödemen profitieren – nach TCM-Meinung – durchaus von ein paar Bitterstoffen, die ja in vielen bekannten Salatsorten vorkommen. Vielleicht kommt daher die Lust vieler Frauen auf Radicchio, Endiviensalat und Löwenzahn?

Erde
Süßes stärkt das Qi. Das Wort hat viele Bedeutungen, aber „Lebensenergie“ kommt dem vielleicht am nächsten. Süße Lebensmittel kräftigen und harmonisieren. Allerdings kann eine extreme Lust auf Süßes auch auf einen Mangel hinweisen. Das bedeutet im chinesischen Sinne, dass viel Süßes einen Körper schwächt, wodurch er erst recht nach Süßem verlangt, um sich wieder zu kräftigen. So wird auch in der TCM zu Zucker nur in Maßen, bzw. zu den richtigen (mehrfach-) Zuckern geraten.
Süßes wird dem Element „Erde“ zugerechnet. Daher kommt wohl die Lust auf Schokolade, Kuchen und Eis im 5. und 6. Monat. Gegensteuern kann man mit einer getreidereichen Ernährung. Besonders empfohlen werden, in der chinesischen Medizin, warme Getreidebreie (z.B. aus Hirse) am Morgen.

Metall
Scharfes Essen soll Stagnationen lösen und nach Oben leiten. Es ist typisch für die Wandlungsphase „Metall“. So kommt es, dass Gelüste nach Rettich, Kresse oder Ingwer oft im 7. – 8. Monat angesiedelt sind.

Wasser
Salziges wirkt erweichend. Somit könnten salzige Lebensmittel Stauungen auflösen und absenkend wirken. Diese Erweichung könnte als Vorbereitung auf die Geburt sinnvoll sein. Zum Schwangerschaftsende, in der Wandlungsphase „Wasser“, könnte das die Gelüste nach Chips erklären. In dieser Zeit unterstützen regelmäßige, warme Mahlzeiten das Wohlbefinden. So sind in den letzten zwei Monaten (aus chinesischer Sicht) Suppen, Fisch und Reisgerichte besonders gut.

Das Beste aus zwei Welten

In der TCM sieht man den Menschen und alle gesundheitlichen Aspekte aus einem ganz anderen Blickwinkel. Und weil es recht schwierig ist, all das in einem so relativ kurzen Artikel darzulegen, habe ich es stark vereinfacht dargestellt. Es soll aber zeigen, dass sich auch andere Kulturen schon vor langer Zeit mit der Bedeutung von schwangerschaftsbedingten Gelüsten befasst haben. Die Chinesen erklären diese zwar ganz anders, kommen aber letztendlich zu den selben Schlüssen wie wir.

Ich denke, dass es sich lohnt, sich mit den eigenen Gelüsten auseinanderzusetzen und zu überlegen, ob der Körper einem damit etwas Bestimmtes sagen will. Denn wer weiß, vielleicht taugt der Jieper ja zu mehr, als nur zur Belustigung der Umwelt: Er könnte für eine gesunde Nährstoffaufnahme von Mutter und Kind durchaus wichtig sein.

Frage & Blog-Vorschau

Habt ihr einen Zusammenhang zwischen euren Schwangerschaftsgelüsten und einem etwaigen Nährstoffmangel feststellen können? Gab es bei euch ein begehrtes Lebensmittel, das in einem dieser Erklärungsmodelle rückblickend wirklich Sinn gemacht hat? Oder waren die Heißhunger-Attacken einfach nur unverständlich? Gibt es etwas, das ihr hier gerne ergänzen wollt?

Im nächsten Artikel wird geht es um die richtige Ernährung in der Schwangerschaft gehen. Habt ihr schon jetzt spezielle Fragen dazu? Kennt ihr vielleicht sogar ein paar Foodblogs, die dazu etwas gemacht haben und die ihr hier empfehlen könnt?

So, ich werde jetzt meinen nichtschwangeren Gelüsten frönen und Lakritze essen. Darauf habe ich eigentlich fast immer Lust. Das rechtfertige ich übrigens einfach damit, dass es meinem oft sehr niedrigen Blutdruck etwas auf die Sprünge hilft. ;-)

Quellen:

[1] Rapunzel – Brüder Grimm: Die schönsten Kinder- und Hausmärchen – Kapitel 134

[2] www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19445102

[3] www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/1452960



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23 Kommentare
  1. Rosa
    Rosa sagt:

    Ich htte in der zweiten Schwangerschaft Heißhunger auf Tomaten, am liebsten auf Brot oder nur mit etwas Öl und Essig. Vielleicht brauchte ich Vitamin C…
    Dafür konnte ich in beiden Schwangerschaften keine Metzgerei betreten, der Geruch von rohem Fleisch und Wurst erzeugte sofort Übelkeit. Habe das auch als Schutzfunktion des Körpers verstanden.
    LG
    Rosa

    Antworten
  2. mamamitmacken
    mamamitmacken sagt:

    Für mich ist diese Sammlung recht interessant, da ich solche Gelüste aus der Schwangerschaft kaum kenne. Mir war nämlich fast die ganze Schwangerschaft über übel und hab nur eine Handvoll Sachen essen können. (Tomaten, Tomatensaft, Reiswaffeln, Nudeln Champions, Parmesan, Bananen)

    Allerdings habe ich die ersten Wochen, gerade als ich noch gar nicht wusste, dass ich schwanger war, absoluten Heißhunger auf Linsensuppe gehabt. Scheinbar hatte ich einen erhöhten Bedarf an Folsäure

    Im Nachhinein war das auch wirklich gut, da ich aufgrund bestimmter Medikamente ein höheres Risiko auf Neuralrohrdefekte und das in der Regel mit Folsäure behandelt wird…

    LG

    Antworten
  3. Sabi
    Sabi sagt:

    Interessant und beruhigend für die, die Hunger auf merkwürdige Dinge haben! Ich bin da eigentlich harmlos.
    Im 3. Monat hatte ich Appetit auf Wirsing, den ich eigentlich hasse. Das war nur eine einmalige Sache Brokkoli und Blumenkohl, die ich sonst sehr gerne gegessen habe, können mir gestohlen bleiben, was irgendwie schade ist!
    Ansonsten hab ich viel mehr Appetit auf Milchprodukte und Eier! Da fühlt es sich auch so an, als würde der Körper das brauchen. Meine Liebe zu Kuchen war schon immer da und ist einfach nur intensiver geworden, da darf man dann leider nicht übertreiben
    Alle, die neugierig fragen, ob ich denn auch typische komische Gelüste habe, sind enttäuscht

    Antworten
  4. Frl. Null.Zwo
    Frl. Null.Zwo sagt:

    Ich hatte bzw. habe in allen Schwangerschaften unheimliche Lust auf rote Beeren – Erdbeeren und Himbeeren. Selbst in dieser Schwangerschaft als es sogar noch Winter war. Aber ich konnte im Supermarkt einfach nicht an den eingeflogen vorbei gehen. Im Sommer ist es also schwanger wie im Schlaraffenland für mich :)
    Diese sollen ja auch Eisen enthalten und mein Eisenwert ist im Laufe der Schwangerschaftsolchen immer gesunken.

    Antworten
  5. Stefanie
    Stefanie sagt:

    In beiden Schwangerschaften hatte ich total Lust auf Tomaten. Ich habe die Tonnenweise gegessen. In Tomaten ist Folsäure drin, vielleicht gibt es ja da einen Zusammenhang…

    Antworten
  6. Lea
    Lea sagt:

    Danke für den spannenden Artikel und ich erwarte auch mit Spannung den nächsten. Ich würde gerne demnächst schwanger werden und daher beschäftigt mich die Frage nach der richtigen Ernährung schon jetzt. Ich fürchte mich ein bisschen vor der Gewichtszunahme und dem damit verbundenen Kontrollverlust, vor allem weil ich beim Thema Essen nicht so entspannt bin und sich mein Essverhalten in jüngeren Jahren schon mal kurzzeitig Richtung Essstörung entwickelt hat. Jetzt habe ich das zwar wieder im Griff, das Thema beschäftigt mich aber trotzdem noch immer mehr als mir lieb ist. Im Moment habe ich eher 3-4kg “zu viel auf den Rippen”, die ich schon lange loswerden will, und wenig Lust, damit sozusagen ‘in die Schwangerschaft zu starten’, wo es ja immer nur noch mehr wird. Gibt es spezielle Hilfe/Beratung für Frauen mit (früheren) Essproblemen?

    Antworten
    • Sabi
      Sabi sagt:

      3-4 kg zuviel auf den Rippen sind meiner Meinung nach nicht der Rede wert. Man macht sich nur unnötig fertig. In der Schwangerschaft wirst du zwangsläufig zunehmen, das ist wichtig und völlig normal.
      Wenn man erzählt bekommt, dass eine Kollegin in der Schwangerschaft täglich eine Schokotorte “braucht”, ist das ein Extrembeispiel. Und die Leute erzählen viel lieber außergewöhnliches als langweiliges. Also keine Angst :)
      Schau mal auf der Homepage von Pro Familia, vielleicht gibt es da zu dem Thema Ansprechpartner. Ich wünsche dir von Herzen, dass das Gewichtsthema dich bald nicht mehr belastet und du das Essen und die Schwangerschaft genießen kannst!

      Antworten
      • Lea
        Lea sagt:

        Liebe Sabi,
        reichlich spät aber trotzdem sehr herzlich vielen Dank für deine nette Antwort! Es ist ja immer wieder schwierig, sich schriftlich so richtig mitzuteilen, noch dazu bei einem so subjektiven Thema wie dem eigenen Gewicht. Von daher hast du natürlich recht, 3-4kg klingt sehr nach “nicht der Rede wert” und oft sehe ich das auch ein. Ich habe nur manchmal den Eindruck, dass an meinem Gewicht/Aussehen so viel von dem hängt, was mich ausmacht (natürlich nur für mich und nicht für mein Umfeld, das mir nur positive Rückmeldungen gibt) – und wenn sich mit der Schwangerschaft dann noch einmal so viel von dem ändert, was einen ausmacht, würde ich wenigstens in anderen Bereichen ‘in mir Ruhen’ statt verunsichert zu sein…
        Andererseits warte ich nun wirklich schon Jahre darauf, dass alle anderen Rahmenbedingungen für eine Schwangerschaft passen, und nun scheint es endlich so weit, also werde ich mir dieses riesen Abenteuer von meinen Körperbild-Sorgen nicht grundsätzlich vermiesen lassen. Danke für deine guten Wünsche!

        Antworten
        • mom
          mom sagt:

          Liebe Lea,
          dass Du (drastisch) zunimmst ist ja vielleicht gar nicht der Fall – ich war z.B. nach der Geburt von Kind 1 10 kg leichter als vorher, weil ich üble Schwangeschaftsübelkeit hatte bis zum Tag der Geburt. Bei Kind zwei hatte ich nach ein paar Monaten wieder das selbe Gewicht wie vorher. Ich denke, es gibt da ein recht breites Spektrum von Veränderungen im und am Körper – vielleicht machst Du Dir ganz umsonst Gedanken!

          Antworten
        • Sabi
          Sabi sagt:

          Na das klingt doch super! Bin mittlerweile im 8. Monat und ich (ebenso vorbelastet und immer noch selbstkritisch) bin über die Wandelbarkeit meines Körpers eher beeindruckt als alles andere :)

          Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagt:

      Liebe Lea, du müsstest (mit, oder ohne Unterstützung) darauf hinarbeiten, den Zustand als vorübergehend und normal zu akzeptieren. Viele Frauen haben diese Bedenken. Sie sind ein Stück weit normal. Wenn du aber schon merkst, dass deine Ängste übermächtig sind, ist es sicher sinnvoll, dass du dich im Sinne von Krisenintervention begleiten lässt. Dafür wäre dann eine nette Psychotherapeutin zuständig. Du kannst ja am Besten schon vorher mal deine Fühler danach ausstrecken, so dass du jemanden hast, sollte es nötig sein.
      Ich wünsche dir alles Gute und ganz viel Mut. Ein Kind zu bekommen hat immer auch ein bisschen was mit Kontrolle abgeben zu tun: Erst verändert sich der Körper, dann kommt die Geburt und dann ist man plötzlich für den Rest seines Lebens Mutter. Alles verändert sich. Aber, wenn man sich erst mal auf das Abenteuer eingelassen hat, ist es auch ziemlich großartig.
      Alles Liebe,
      Jana

      Antworten
      • Lea
        Lea sagt:

        Liebe Jana,
        danke für deine Hinweise. Bisher hatte ich immer den Eindruck, dass meine Gewichtssorgen auch in Beratungsstellen nicht so wirklich ernst genommen werden (allerdings nicht im Zusammenhang mit Schwangerschaft), ich denke ich werde das auf jeden Fall das nächste mal meiner Ärztin gegenüber ansprechen. Meine Befürchtungen beziehen sich ja sogar eher auf die Phase nach der Schwangerschaft, (ich glaube das wurde oben nicht so richtig deutlich), also ob ich das auch alles wieder ‘los werde’ – oder zumindest so viel, dass ich mich selbst danach wiedererkenne. Aber das Abenteuer Schwangerschaft/Kinder steht nicht grundsätzlich zur Disposition, dafür warte ich schon zu lange darauf <3
        Ich werde derweil weiter dein Blog verschlingen und viel interessantes lernen, danke dafür! Viele Grüße!

        Antworten
  7. Karen
    Karen sagt:

    In der ersten Schwangerschaft hab ich Süßes gebraucht – unbedingt! Keine Ahnung, wieso. Und Nektarinen, die mussten sein. Der arme Gatte war total hilflos, wo sollte er im Februar Nektarinen herbekommen?

    Jetzt bei Nr. 2 ist es wieder Obst und Gemüse. Salat. Und Rollmops. Saure Gurken….

    Antworten
  8. Sarah
    Sarah sagt:

    Gelüste hatte ich kaum, dafür einige Abneigungen: Eier gingen die ersten ca. vier Monate gar nicht, dabei esse ich sonst am Wochenende leidenschaftlich gern mein Frühstücksei. Und kurioserweise hatte ich keine Lust Wasser zu trinken, hab einfach kaum was runtergebracht – bei 33 °C nicht grade gesund. Mein Mann hat mir dann Zitronen- und Limettensaft mitgebracht um das Wasser aufzumotzen, ab dann war das Trinken wieder einfacher. Ansonsten fällt mir nur noch das Leberwurstbrot ein, das ich plötzlich unbedingt verdrücken musste – bin eigentlich Vegetarier, aber ich dachte mir, dass mein Körper schon einen Grund haben wird.

    Antworten
    • Sarah
      Sarah sagt:

      Ach und mit Kaffee konnte an mich die ersten drei, vier Monate auch jagen. Dabei liebe ich den sonst eigentlich sehr :)

      Antworten
      • Wenke
        Wenke sagt:

        Witzig. Ich konnte die ersten Monate auch kein Wasser und Kaffee vertragen. Wasser! Das Neutralste überhaupt! Das habe ich nun schon oft gehört, dass Schwangere Wasser und Kaffeee nicht mögen, dafür aber gerne Fruchtsaft und Salat mit Dressing, viel Essig und Öl, Salziges und Milchprodukte. So ging es mir auch, nur in der 2. Schwangerschaft jetzt brauchte ich leider auch viel Schokolade. Und beide male Nektarinen!!! Und Erdbeeren.

        Wenke

        Antworten
  9. Julian
    Julian sagt:

    Meine Freundin hatte während ihrer Schwangerschaft auch des Öfteren Lust auf… sagen wir mal ungewöhnliche Kombinationen von Lebensmitteln.

    Wir haben damals auch schon die eine oder andere Theorie aufgestellt.

    Schön zu sehen, dass wir mit unserer Sicht auf die Dinge nicht die einzigen sind.

    Antworten
  10. Katharina
    Katharina sagt:

    Also ich kenne schwangerschaftsgelüste auf jeden fall nur zu gut!
    Am Anfang der Schwangerschaft hatte ich andauernd lust auf käsebrötchen mit den sprichwörtlichen sauren Gurken, irgendwann kamen furchtbare Gelüste auf bergeweise bunte salatteller und jetzt gegen Ende könnte ich mich andauernd mit elsässischen flammkuchen vollstopfen (echt blöd mit den Zwiebeln, krieg ich nämlich Blähungen von). Was mich aber dauernd begleitet sind Schokoladengelüste. Jetzt wo ich den Artikel gelesen habe vermute ich mal dass es mit dem magnesium zusammenhängt, ich kämpfe sowieso schon mit Mangelerscheinungen und trinke Magnesium Granulat damit die Krämpfe ausbleiben…

    Antworten
  11. dragonet
    dragonet sagt:

    In meiner ersten Schwangerschaft habe ich am Ende unglaublich gern Yoghurt gegessen, einen halben Liter jeden Tag. Und mein Sohn liebt Yoghurt noch heute über alles :-).

    Antworten
    • Anja
      Anja sagt:

      Haha, war bei mir genauso! Am liebsten noch Mandarinen mit reingepackt, damits noch süsser war :D … zum Ausgleich konnte es dann aber auch mal schön der klassische Rollmops sein :)

      VG

      Antworten
  12. Fanny
    Fanny sagt:

    Ich selbst habe keine richtigen Gelüste in der Schwangerschaft. In keiner meiner drei bisherigen.
    ABER: Darf ich Matjes essen??? (so wie ich es aus dem Artikel verstehen könnte)
    Liebe Grüße, Fanny

    Antworten

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