Feindiagnostik

Feindiagnostik – Babyfernsehen oder Fehlersuche?

„Morgen gehen wir dann noch zum Babyfernsehen.“ sagt Sabine, bei der ich eine Schwangerenvorsorge mache. „Der Arzt hat gesagt, wir dürfen eine Videokassette mitbringen, die bei der Untersuchung mitläuft.“ Ich schalte das Doptonegerät aus, mit dem ich eben noch die Herztöne von Sabines Baby abgehört habe und schaue sie an. Sie strahlt. Sie ist in der 22. Woche schwanger und absolut in sich ruhend und glücklich. Genau so muss das ja auch sein: Guter Hoffnung! Aber dennoch: Babyfernsehen? Das ist naiv.

Die Feindiagnostik

Die Feindiagnostik, die zwischen der 21. und 24. Schwangerschaftswoche durchgeführt wird, ist eine Ultraschalluntersuchung, deren Ziel es ist, Informationen über die Schwangerschaft und den Zustand des ungeborenen Kindes zu erhalten. Eigentlich ist es natürlich ein Screening, also eine Fehlersuche!

Was wird untersucht?

Bei der sogenannten Biometrie werden Körperteile wie Kopf, Bauch und Oberschenkelknochen vermessen. Es folgen die Organe und Körperpartien wie Kopf, Gehirn, Gesicht, Augen, Mund, Nacken, Wirbelsäule, Arme, Beine Herz, Niere, Lunge… die sowohl hinsichtlich ihrer korrekten Ausbildung, als auch auf ihre zeitgerechte Entwicklung hin untersucht werden.
Es folgt die Farbdoppleruntersuchung. Erst im kindlichen Herzen. Dabei kann man eventuelle Herzfehlbildungen erkennen. Dann kommen die fetomaternalen Gefäße. Also die Durchblutung der Plazenta, sowohl auf der kindlichen, als auch auf der mütterlichen Seite. Dadurch kann man erkennen, ob die Versorgung von Mutter zu Kind in Ordnung ist und ob die Plazenta das Kind optimal versorgt.

Wie wird untersucht?

Die ganze Untersuchung erfolgt über die Bauchdecke der Mutter. Es wird ein Kontaktgel auf den Bauch aufgetragen, dann wird mit einem hochauflösendem Spezialultraschallgerät geschallt.
Babyfernsehen ist das Ganze irgendwie schon auch. Denn die Geräte sind mittlerweile so gut, dass man sieht, ob das Baby gerade am Daumen lutscht oder eine Grimasse zieht. In der Regel bieten die Spezialisten den Eltern an, ein bis drei schöne Fotos vom Gesicht des Babys auszudrucken. Oder aber, man kann ein Videotape mitlaufen lassen.

Diagnose ohne Befund

In der Regel ergibt die Untersuchung ja keine Auffälligkeiten. Das führt dann oft sogar zum Abbau von Ängsten und damit zu einem unbeschwerten Schwangerschaftsverlauf.

Diagnose “Albtraum”

Auf der Internetseite des Berliner Zentrums für Pränataldiagnostik und Humangenetik heißt es:

“Sehr selten wird bei dem Ungeborenen eine Veränderung festgestellt, die zu einer sehr schweren Beeinträchtigung nach der Geburt führt oder mit dem Leben nicht vereinbar ist.”

Eine Frau berichtete mir von ihrer Feindiagnostik. Sie hatte den desaströsen Befund: „Der Balken zwischen den beiden Gehirnhälften sei nicht darstellbar“ und ist damit aus einer Ultraschallpraxis entlassen worden. Einen Schein hatte sie noch in die Hand gedrückt bekommen: Überweisung zum Schwangerschaftsabbruch. Der Termin war bereits für drei Tage später anberaumt.
Drei Tage später ging sie in die Klinik. Zufällig wurde sie nochmals von dem dort tätigen Ultraschallspezialisten geschallt. Er erhob den selben Befund, zog daraus aber eine andere Konsequenz. Er war der Meinung, dass die mangelnde Darstellung nicht zwangsläufig ein „nicht vorhanden sein“ bedeutete und schlug vor die Untersuchung in einer Woche zu wiederholen.
Im Laufe der Woche wurde der Frau klar, dass ein Schwangerschaftsabbruch für sie nicht in Frage kam, egal wie der erneute Befund ausfallen würde.
Der Rest der Schwangerschaft war natürlich sehr überschattet und angstbesetzt. In diesem Fall hatte die Familie dann aber doch noch großes Glück: Ein gesunder Junge wurde geboren und beim nachfolgenden CT stellte sich heraus, dass an der Stelle eine harmlose Zyste saß, die die freie Sicht auf den Hirnbalken verhindert hatte.
Dennoch berichtete mir die Frau von der Bindungsstörung zwischen ihr und ihrem Sohn, die sich wohl aus der großen Unsicherheit der ersten Monate ergeben haben wird.

Feindiagnostik – Ja oder Nein?

Ich rate keiner Frau davon ab zur Feindiagnostik zu gehen. Im Gegenteil. Ich denke es ist gut zu wissen, ob alles in Ordnung ist oder nicht. Es gibt Befunde auf die man sich, vor der Geburt, besser einstellen können sollte. Eine Lippen-Kiefer-Gaumenspalte könnte einen bei der Geburt ziemlich erschrecken. Vor allem, wenn man darauf nicht entsprechend vorbereitet ist. Aber wenn man vorher bescheid weiß und erfahren hat wie gut man sie operieren kann, wird es dabei helfen das Baby viel unbefangener in Empfang zu nehmen. Ein auffälliger Befund kann auch Konsequenzen für die Wahl des Geburtsortes haben. Zum Beispiel kann es die Empfehlung geben, in einem Krankenhaus mit angeschlossener Kinderklinik zu entbinden, damit das Kind nach der Geburt genauer untersucht und gegebenenfalls gleich zeitnah weiterbehandelt werden kann.

Fazit

Auf jeden Fall sollte man den Termin nicht einfach blauäugig als Babyfernsehtermin auf sich zu kommen lassen. Unnötig verrückt machen sollte man sich natürlich auch nicht. Daher ist es vielleicht keine gute Idee etwa alle Eventualitäten schon vorher im Kopf durch zu gehen. Aber im Vorfeld ein Bewusstsein für den Sinn der Untersuchung zu entwickeln, halte ich auf jeden Fall für angebracht.

Konsequenzen

Welche Konsequenz jede Frau oder jedes Paar aus abweichenden Untersuchungsbefunden zieht, damit ist man letzten Endes allein.
Ob man besser mit einer Entscheidung für oder gegen das Kind leben kann, wird so oder so das weitere Leben beeinflussen.¹ Deshalb ist es im Zweifelsfall eher gut dieser Überlegung so viel Zeit einzuräumen wie man eben braucht, um sich sicher zu sein.
Zusätzlich kann eine psychosoziale Beratung, beispielsweise bei Pro Familia, bei der Entscheidungsfindung helfen. Hier wird ergebnisoffen über medizinische und psychosoziale Aspekte und die Möglichkeiten einer entsprechenden Unterstützung gesprochen.

Tiefer einsteigen

Für alle, die sich jetzt noch weiterführender mit dem Thema beschäftigen möchten, habe ich noch zwei Buchempfehlungen*:
Monika Hey berichtet in “Mein gläserner Bauch” von ihrer eigenen Erfahrung mit der Pränataldiagnostik und zeigt das ethisches Problem auf, das Schwangere und werdende Eltern haben und das ja eigentlich auch unsere gesamte Gesellschaft betrifft.
Hille Halker möchte mit “Hauptsache gesund” Betroffene nicht allein lassen, ihnen aber die Verantwortung für ihre Entscheidungen auch nicht abnehmen. Die Aufklärung erfolgt hier sachlich und unaufgeregt.

Was tun?

Für viele ist das Vorhandensein der Pränataldiagnostik ein Dilemma; andere haben bereits eine klare Haltung dazu. Von „Alles wird untersucht“ bis zu „mir kommt keine Schulmedizin ins Haus“, habe ich alles schon gehört.
Ich selbst befinde mich auch oft im Konflikt. Einerseits möchte ich die Frauen gut aufklären, andererseits sie nicht zu sehr verunsichern.

Wie seid ihr mit der Thematik umgegangen? Habt ihr euch verrückt gemacht und schlaflose Nächte damit verbracht?
Oder habt ihr einfach gedacht: „Wird schon alles gut sein.“? Oder seid gar nicht erst hingegangen?

 

¹FAZ-Artikel über eine Frau, die erfährt, dass ihr Kind das Down-Syndrom hat. Sofort nach dem Schwangerschaftsabbruch bereut sie ihre Entscheidung

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49 Kommentare
  1. Pieschi
    Pieschi sagt:

    hallo Jana!

    Ich stehe kurz vor der Geburt unseres 2. Kindes und habe bei beiden die Feindiagnostik machen lassen. Wurde diese Untersuchung zu Beginn wirklich nur auf Grund einer bestimmten Indikation durchgeführt, ist sie heute ja fast schon standart. Ich habe es auch eher als Babykino gesehen,mir war aber auf Grund meines Berufes sehr wohl bewusst,dass es Marker gibt,die auf eine Behinderung hindeuten können, dies aber nicht immer der Fall ist. Ein Marker kann alles und nichts bedeuten, also wieso habe ich die Untersuchung trotzdem vornehmen lassen?! wahrscheinlich einfach nur in der Hoffnung,dass alles gut wird!!

    Ganz liebe Grüße!

    Antworten
  2. krümel
    krümel sagt:

    Hallo, ich habe bei all meinen 6 Kindern diese Untersuchung machen lassen. Nur bei meinem 5. Kind war ich ängstlich, da mein Mann einen angeborenen Herzfehler hatte, der aber erfolgreich operiert werden konnte. Der Doc damals , ein sehr kometenter Arzt auf seinem Gebiet hatte uns em Ende der unetrsuchung gesagt, das die Chance ein Kind zu gebären mit dieser Anomalie sehr gering ist.
    Ich habe 6 gesunde wundervolle Kinder geboren.Aber bin auch froh das es die feindiagnostik gibt udn würde sie immer empfehlen.

    Antworten
  3. Bluehmchen
    Bluehmchen sagt:

    Hallo, ich bin gerade im 8. Monat schwanger. Da alles neu fuer mich ist, bin ich natuerlich ohne weitere gedanken mit meinem Partner zur Feindiagnostik gegangen. Zum Anfang hin schien alles schoen & toll. Dann aber der schock. Die kleine Maus soll eine Lippen – Kiefer – Gaumenspalte haben. In dem moment ist fuer mich die Welt zusammen gebrochen. Mittlerweile wurde festgestellt das es nur eine Lippen – Kiefer Spalte hat. Mein Partner & ich kommen mittlerweile Super damit klar & freuen uns einfach sehr auf die Kleine. Also alles im allem bin ich echt froh das es die Diagnostik gibt. So koennen wir uns auf die kleine mit allen mitteln einstellen.Ohne haette es glaube ich einen riesen Schrecken bei der Geburt gegeben.

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagt:

      Liebe Bluehmchen, vielen Dank für Deinen Beitrag! Ich wünsche Euch alles Gute! Es wird sicher erst Mal anstrengend werden. Aber am Ende wird alles gut sein. Es gibt sogar ein paar bekannte Schauspieler, die mit Spaltbildungen zur Welt gekommen sind. Man sieht es aber nur, wenn man es weiß. :-)
      Liebe Grüße

      Antworten
  4. Angela
    Angela sagt:

    Hmmm, ich finde das auch sehr schwierig, denn es ist ja einfach so, dass keine Untersuchung 100%ig sichere Ergebnisse bringt und dass es meist keine Therapie gibt. Ich selbst kenne auch einige Frauen, die schwer verunsichert wurden, und nachher waren die Kinder doch gesund. Eine stand kurz vor der Abtreibung. Und wie gesagt, man kann oft gar nichts für das Baby tun – und die Frau, sollte sie sich nicht zum Abbruch entscheiden, ist die ganze Schwangerschaft hindurch belastet. Es wird auch meist zum Abbruch gedrängt und z. B. die Möglichkeit des Austragens und Gebärens (mit dem Wissen, dass das Kind nicht überleben wird) zu wenig in Erwägung gezogen. Das kann ja sehr heilsam sein. Natürlich nicht für jede Frau. Mir wird zudem ganz schlecht bei dem Gedanken, wie viele Kinder wohl schon abgetrieben wurden, die tatsächlich gesund waren. Ich weiß, das ist Wunschdenken, aber unsere Gesellschaft sollte auch besser mit den andersartigen Mitmenschen umgehen. Sie gehören dazu und können (bei ausreichender Unterstützung) eine Bereicherung sein. Aber die Unterstützung fehlt ja leider und ich verstehe auch die Eltern, die sich in unserer Welt die Versorgung von behinderten Kindern einfach nicht zutrauen.

    Antworten
  5. Laura
    Laura sagt:

    Ich hab mir vorgenommen, mich nicht verunsichern zu lassen: Würde mein Kind ja eh nicht abtreiben, deshalb hab ich z.B auch die Nackenfaltenmessung nicht machen lassen.
    Bei einer Freundin haben die Ärzte auch gesagt, dass ihr Kind warscheinlich mit Trisonomie zur Welt kommt, die Kleine ist aber vollkommen gesund. Es ist eben immer nur eine Warscheinlichkeit in irgendwelchen blöden % Zahlen.

    Wie meine Schwiegermutter sagte: Wenn man sich dafür entscheidet Kinder in die Welt zu setzten, dann doch auch mit allen Konsequenzen.

    Antworten
  6. Bianca
    Bianca sagt:

    Ich persönlich sehe mich, wenn ich genauer darüber nachdenke, auch irgendwie in einem “Dilemma”. Bei meinem ersten Kind habe ich die Feindiagnostik gemacht, aber nicht für’s Babyfernsehen, sondern weil ich wirklich wissen wollte, ob alles ok ist. Ich hatte schon Vertrauen, dass mein Kind gesund sein würde, aber kurz vorher kommt dann doch der “Hoffentlich-ist-alles-gut”-Gedanke. Der Pränatalmediziner checkte alles durch, Babyfernsehen gab’s nicht, auch kein 3D-Bild. Welch Spannung bis zum Schluss der Schwangerschaft…
    Für das zweite Kind weiß ich nicht, ob ich es machen werde. Einerseits denke ich, wozu soll ich das noch einmal machen? Ist das nötig? Was würde es ändern? Andererseits will ich auch keine Nachteile schaffen. Mein Sohn hat eine verengte Pulmonalklappe (wurde festgestellt als er 6 Monate alt war), beim nächsten Kind denkt man eher an sowas.
    Meine Meinung: Ich entscheide das operativ :-)

    Antworten
  7. Katrin
    Katrin sagt:

    Ich sehe es genauso: wenn man Kinder in die Welt setzt, dann doch bitte auch mit allen Konsequenzen. Was macht es für einen Unterschied, ob bei der Feindiagnostik herauskommt, dass das Kind mit soundso hoher Wahrscheinlichkeit Trisomie 21, eine Kiefer-Gaumen-Spalte oder 3 Ohren haben könnte? Es ist mein Kind und hat das Recht zu leben, so oder so. Diese Untersuchung sollte nicht dazu dienen, die Entscheidung zu fällen, ob man das Kind bekommen will oder nicht. Denn so etwas ist schlicht und ergreifend Euthanasie! Solche Untersuchungen haben lediglich ihren Sinn darin, dass man bei einem diagnostizierten oder einem wahrscheinlichen Befund wie z.B. Herzfehler darauf vorbereitet ist und in einer entsprechenden Klinik entbinden kann. Nicht aber, um zu entscheiden, ob dieser Mensch leben darf oder nicht.

    Antworten
  8. Tina
    Tina sagt:

    Hallo,
    für mich/uns war dieses Thema sehr präsent. Denn eine moralische Einstellung ist das eine. Aber dazu zu stehen wenn alles zusammenfällt ist ein ganz anderer Schuh.
    Bevor ich überhaupt zum Screening gegangen bin, habe ich mir bewusst Zeit genommen mich mit dem Thema Behinderung, Fehlbildung etc. auseinander zu setzen.
    Abtreibung ist für mich ein Eingriff ins Leben und Macht über schwaches Leben. Ich für mich habe entschieden EGAL was ist, dieses Leben ist schützenswert, wertvoll und liebenswert. Jeder Mensch hat Recht auf Leben und sollte selbst entscheiden ob er stirbt.
    Mir war klar, dass ich und alle anderen hilflos wären/sind, wenn Diagnosen die heile Welt ins wanken bringen. Aber ich denke, dass viel zu viele Menschen ihre Intuition und Kraft verloren haben durch das Schema F in Deutschland. Unsere Gesellschaft ist erkrankt an vorgegebenen Normen und Vereinheitlichung. Pauschalisiert.
    Untersuchungen habe ich nur gemacht um vorbereitet zu sein mein Umfeld den evtl. Besonderheiten eines evtl. kranken Kindes anzupassen. NICHT um Abtreiben zu können. Meinen Arzt ist das etwas sauer aufgestossen, aber das hat mich nicht beeindruckt :-)
    Mir hilft diese konsequente Einstellung in meinem Alltag mit Menschen sehr. Und auch habe ich vor meinen Kindern kein schlechtes Gewissen ihnen die Wahrheit sagen zu müssen. Soweit sollte man auch denken. Denn im Rahmen des Aufklärungsunterrichtes kam das Thema daheim mit meinem heute 9jährigen Sohn auf den Tisch. Und es kam die Frage “Warum machen Menschen sowas?” und “Was hättest Du getan wenn ich doll krank gewesen wäre”. Es hat unsere Beziehung nur noch mehr gestärkt, dass meine/unsere Entscheidung FÜR ihn bedingungslos war :-)
    Man, ich muss mich mal kürzer fassen :-) ;-) Schreibe immer Romane ;-)
    Liebe GRüße!

    PS: Ich möchte mit aller Deutlichkeit sagen, dass ich NIEMANDEN Verurteilen möchte. Das steht mir nicht zu, ich bin nicht Gott ;-). Aber es tut mir in der Seele weh, wenn Frauen nicht im Reinen sind und bei der Entscheidungsfindung zerissen sind, weil unsere Gesellschaft eine zum Teil kranke, zwiespältige und unmenschliche Einstellung bekommen hat zum Thema “besondere” Babys, Menschen und Ungeborene…

    Antworten
    • Marion
      Marion sagt:

      Hallo, dieser Einstellung kann ich nur Zustimmen. Ich 44 im Moment in der 21. Woche. Ich habe schon 6 Kinder mein großer Sohn (24) leidet am Bardet Biedle Syndrom, (Tunnelblick) trotzdem habe ich noch 5 weitere Mädels bekommen. (14, 12) gesund
      (7) Lippen-Kiefer-Gaumenspalte aber in der Uni in DD super operiert, sie ist wie auch die andern ein Schatz. (6, 3) gesund.Auch mein großer ist glücklich auch wenn er nicht alles machen kann. Lebt er in einer Wohngruppe, arbeitet fährt in Urlaub und ist glücklich. Heute hab ich wieder einen Termin zur Feindiagnostik und lasse mich nicht verrückt machen. Ich würde alles wieder so machen.
      Gruß Marion

      Antworten
  9. Anita
    Anita sagt:

    Ich bin Sonderpädagogin und daher besonders sensibilisiert für dieses Thema. Ich kann gut verstehen, wenn Frauen möglichst viel über ihr ungeborenes Kind wissen wollen – aber die Selbstverständlichkeit, mit der heute gescreent wird, finde ich bedenklich.
    Als ich selbst letztes Jahr schwanger wurde, habe ich mich bewusst gegen eine Nackenfaltenmessung entschieden – ich wollte keine statistische Wahrschienlichkeit bekommen, die mich dann ggf. verunsichert wo für mich invasive Untersuchungen eindeutig ausgeschlossen waren – sie hätten eh keine Konsequenz für die Fortführung der Schwangerschaft gehabt. Mein FA hat diesen Wunsch jedoch ignoriert und die Nackenfalte gegen meinen Wunsch gemessen (ohne Kombination mit Bluttest). Das war für mich ein echter Vertrauensbruch – ich habe schließlich auch ein Recht auf Nicht-Wissen!
    Ich habe dann den Arzt gewechselt, Feindiagnostik war dort nie ein Thema.
    Ich finde es sehr problematisch, wenn diese “Selektionsschleife” immer gleich mitläuft – in erster Linie geht es ja darum behindertes Leben zu verhindern. Nur, dass das sehr vielen Frauen nicht bewusst ist. Für mich war immer klar, dass ich dieses kleine Wunder, (dass sich nach langer erfolgloser und abgeschlossener Kinderwunsch-Behandlung eingeschlichen hatte), lieben werde, egal wie es ist. Auch wenn der erste Schock sicher groß gewesen wäre. Aber mir ist es gelungen, meinem Körper und meinem Kind zu vertrauen, dass alles gut gehen wird. Dabei helfen medizinische Eingriffe nicht wirklich.

    Antworten
  10. Anika
    Anika sagt:

    Liebe Jana,
    ich bekomme im April mein 3. Kind und bin wieder ganz gespannt auf die Feindiagnostik. Ich habe mich bei meinen ersten beiden schon nicht verrückt machen lassen. Meine Große wird 12 Jahre und die Feindiagnostik 2001 kan nicht mit der von Mara im Jahr 2011 verglichen werden. So viele Details die man früher nicht sehen konnte. Füßchen in 3D, das alles ist so wahnsinnig spannend.
    Was mir negativ aufgestoßen ist, war die Frage am Kudamm199 ob ich, wenn sich herausstellt das mein Kind einen genetischen Defekt hat, einem Abbruch zustimmen würde oder wie in einem solchen fall verfahren werden soll. ich hatte gar keine Lust mir in diesem Moment Gedanken darüber zu machen. Ich wäre sicher erschrocken gewesen aber hätte das Kind trotzdem bekommen. Mara und Elisa sind zwei gesunde Mädchen. Die eine habe ich mit 17 und die andere mit 27 bekommen. ich bin froh und stolz zwei so tolle Kinder zu haben und freue mich auf mein LETZTES Kind :) Nummer 3 macht mir vieleicht eine Freude und lässt sich etwas wachsen was die Mädchen nicht haben ;. Die Geburtsberichte sind wundervoll! Danke

    Liebe Grüße

    Anika

    Antworten
  11. Marina
    Marina sagt:

    Ich bin als Krankenschwester eigentlich schon Fan der heutigen technischen Möglichkeiten.
    Habe mich aber gegen alle Diagnostiken ausser Ultraschall in beiden SS entschieden.
    Trotzdem hatte mein FA beim zweiten Kind beim 2.Screening den Verdacht eines Herzfehlers, überwies mich zum Kollegen. Ich habe mich verrückt gemacht bis zum Termin. Vorallem aber fragte ich mich, was es uns jetzt hilft. ich kann es ja nicht ändern!
    Sowohl beim Kollege als auch bei weiteren Sonos wurde Enrwarnung gegeben.
    War wohl nur frühkindliche Unreife oder Schluckauf. Meine zweite Tochter kam kerngesund und ambulant zur Welt!

    Sollte ich ein drittes Kind bekommen, werde ich die Vorsorge komplett ohne Ultraschall und bei meiner Hebamme machen!!! Das ‘Anomaliegesuche’ hat mich psychisch sehr belastet und die Angst meine Freude überschatttet…

    Antworten
  12. E.D.
    E.D. sagt:

    Ich habe im September meinen kleinen gesunden Sohn bekommen. In der Schwangerschaft war aber das Thema sehr sehr aktuell. Eigentlich hatte ich großes Vertrauen in meinen Körper und in mein Baby, war einfach nur Guter Hoffnung. Trotzdem haben wir uns nach langen Überlegungen für eine FD entschieden, da wir eine Geburt im Geburtshaus planten. Es war für uns klar, dass wir das Baby bekommen, auch wenn es krank ist, falls etwas aufgefallen wäre hätten wir wohl eine Klinik aufgesucht um beste medizinische Behandlung zu bekommen. So standen unserer Geburt keine Sorgen um das Baby im Weg

    Antworten
  13. Klari
    Klari sagt:

    Ich stehe dem ganzen sehr kritisch gegenüber.
    Ich hab zwei Kinder und bei keinem eine FD gemacht. Es stand auch gar nicht zur Debatte. Da beide in Schweden zur Welt kamen und hier alles ruhiger angegangen wird. 2 Ultraschalle sind normal in der ss und CTG und Muttermund Untersuchungen werden erst während der Geburt gemacht, es sei denn es ist ein Risikofall, und selbst da wird der mumu nicht kontrolliert. Und trotzalledem kommen nicht weniger gesunde Kinder zur Welt.
    Ich hoffe einfach, dass mehr Frauen einfach mal mehr entspannen und sich nicht mehr verunsichern lassen. In einer Umwelt mit fließendem Wasser und besseren hygienischen umständen sollte es doch normal sein, gesunde Kinder zu bekommen.
    Im übrigen kam mein zweites Kind zu Hause zur Welt und das ohne CTG und FD ;)

    Antworten
  14. Müsli
    Müsli sagt:

    Ich bin gerade in der 14 SSW, nächste Woche habe ich die erste Ultraschalluntersuchung. Mein Mann ist über 50, ich werde 40 da muss man sich Gedanken um die Diagnostik machen.

    Bei den ersten 3 Kindern haben wir uns für eine Ultraschalunterscuhung + Biochemie entschieden: wir hätten ein behindertes Kind bekommen, wüssten es aber gerne vorher um Geburtsort und nachfolgende Behandlungen zu planen (Kinderbetreung, Haushaltshilfe… das alles muss vorher klar abgesichert sein damit Mama das Baby begleiten kann).

    Jetzt haben wir etwas anders gemacht: vor 2 Wochen den Bluttest gemacht der einige Chromossomenstörungen anzeigt und werden auch nur zu den 3 grossen Vorsorgeuntersuchungen zur Ärztin gehen um eben Organschäden und andere Anomalien zu entdecken, alles andere bleibt der Hebamme überlassen die auch wieder die Hausgeburt übernimmt. Wir mögen keine 3D Bilder und wir schallen auch nur so kurz wie nötig, schöne Ultraschallbilder wollen wir nicht. Babyfernsehen kommt bei uns nicht in Frage.

    Technik ist prima, aber nur dann wenn es nötig ist. Ich war froh um den Dopplerultraschall von der Plazenta als ich damals 5 Tage über Et ziemliche Sorge um die Versorgung des Kindes hatte. Man hatte mir 2 Tage noch gegeben um das Kind Zuhause zu bekommen und das war auch ausreichend, Kind kam genau 2 Tage später, ziemlich übertragen und seeeeehr hungrig. :-)

    Antworten
  15. Chrissylein
    Chrissylein sagt:

    Auch für uns war die Feindiagnostik ein prägendes Ereignis. Aufgrund einer früheren Fehlgeburt und den damit verbundenen Ängsten in der neuen SS wurde ich von meiner FÄ zu diesem Screening überwiesen. Ich hatte vorher mit Freundinnen darüber gepsrochen und mich auch über den Arzt informiert. Die Untersuchung begann ganz normal, der Arzt war allerdings nicht sehr redseelig und es schien für Ihn alles reine Routine zu sein. Dann fand er unsere Tochter für die SSW zu klein und vereinbarte einen Folgetermin, stellte aber schon diverse Vermutungen zu eventuellen Gen-Defekten in den Raum. Bei der 2. Untersuchung stellt er dann fest, dass die Nackenfalte sehr dick und der Oberschenkelknochen verhältnismäßig kurz war. Er gab irgendwelche Daten in den Computer ein und plötzlich hieß es “große Wahrscheinlichkeit für Down-Syndrom. Entscheiden Sie sich bis morgen bezüglich einer FWU und eventuellem Abbruch.” Mir ging das alles zu schnell und Anfangs wollte ich auch keine FWU. Nach langem nachdenken haben wir uns für eine Zweitmeinung wntschieden und bekamen kurzfristig einen Termin bei einem anderen Arzt. Bei diesem fühlten wir uns deutlich besser aufgehoben und beraten. Er nahm sich viel Zeit, schaute alles genau an und relativierte die Ergebnisse. Zwar fiel auch ihm die Nackenfalte auf, doch für Ihn war das nicht sooo dramatisch. Er riet uns trotzallem zur Fruchtwasseruntersuchung um einfach Klarheit für die restliche SS zu bekommen. 3 Tage später wurde die FWU von Ihm durchgeführt und weitere 2 Tage später bekam ich das erlösende Ergebnis, dass alles in Ordnung sei. Ich muss auch dazu sagen, dass ich in den ganzen 3 Wochen zwischen der 1. Diagnose und dem endgültigen Ergebnis, immer das Gefühl hatte, dass unsere Maus gesund ist und es keinen Grund zur Unruhe gibt.
    Ich würde wieder eine Feindiagnostik machen lasse, dann aber nur bei dem 2. Arzt.

    Antworten
  16. Julia
    Julia sagt:

    Wir haben die Feindiagnostik machen lassen, um im Falle eines Falles (z.B. bei einem schweren Herzfehler) einen entsprechenden Geburtsort wählen zu können. Bei einem gesunden Kind wollten wir mit eigener Hebamme in einen Hebammenkreißsaal. Ich habe gedacht, ich sei einigermaßen vorbereitet darauf, dass so eine Untersuchung natürlich auch Auffälligkeiten zeigen kann. Trotzdem war es wie ein Schlag in den Magen, als die Ärztin sagte: “Ich glaube, an der rechten Hand hat ihr Kind nur drei Finger”. Nach mindestens einer Stunde Ultraschall durch Ärztin und Oberarzt war klar, an beiden Händen und Füßen gibt es Auffälligkeiten – vermutlich verwachsene Zehen und Finger, eventuell auch fehlende, vielleicht aber auch ein Finger zuviel. Unsere schon damals motorisch sehr aktive Tochter hatte es den Ärzten unmöglich gemacht, einen genaueren Befund zu erheben. Man gab sich Mühe, uns Mut zu machen, zog extra noch einen Kinderarzt hinzu, der uns erläuterte, dass die Einschränkungen für Kinder mit Handfehlbildungen meist nur klein seien. Es blieb aber im Raum stehen, dass auch ein Syndrom mit weiteren Problemen hinter den Fehlbildungen stecken könnte. Immerhin waren sie an allen vier Gliedmaßen vorhanden. Sonst zeigte der Ultraschall aber keine weiteren bedenklichen Befunde. Trotzdem waren wir erstmal völlig durch den Wind vor Sorge – und blieben mit dieser allein. Gewünscht hätte ich mir, dass man uns zumindest einen Ansprechpartner für psychologische Unterstützung nennt. Meine Hebamme war die erste, die mich danach fragte, wie es mir mit der Situation geht. Da hatte zum Glück mein Optimismus schon gesiegt, unterstützt von meinem Kind, das fröhlich im Bauch strampelte. Auch alle weiteren Vorsorgeuntersuchungen brachten keine besorgniserregenden Befunde. So kam unsere Tochter wie gewünscht im Hebammenkreißsaal auf die Welt, topfit und putzmunter. Tatsächlich waren mehrere Finger und Zehen zusammengewachsen, manche Finger und Zehen sind verkürzt, zwei Zehen fehlen ganz, dafür gab es einen rudimentären sechsten Finger an einer Hand. Da aber alle vorher bescheid gewußt hatten, konnten diese Äußerlichkeiten niemanden ernsthaft beunruhigen und wir durften wie gewünscht ein paar Stunden nach der Geburt nach Hause. Wir sind sehr froh, dass wir vor der Geburt von den Auffälligkeiten erfahren haben. So konnten wir uns in Ruhe darauf einstellen und die ganz besonderen Tage nach der Geburt waren nicht überschattet von Sorge und Schreck. Inzwischen ist unsere Tochter zweieinhalb, immer noch ein kleiner Wirbelwind und sowohl allgemein als auch handmotorisch sehr geschickt für ihr Alter. Zwei Operationen, in denen Finger getrennt wurden, hat sie hinter sich, mindestens eine noch vor sich. Zum Glück ist sie eine tapfere Musterpatientin mit großer Bereitschaft zur Kooperation. Wir wissen mittlerweile, dass sie die Fehlbildungen geerbt hat und bei weiteren Kindern ein Wiederholungsrisiko besteht. Auch wenn uns jetzt ein Kind mit Handfehlbildungen bei der Geburt nicht mehr erschrecken würde, werden wir auch bei einer zukünftigen Schwangerschaft wieder zur Feindiagnostik gehen, einfach um so gut wie möglich vorbereitet zu sein auf das, was kommen könnte.

    Antworten
  17. Astralwelpe
    Astralwelpe sagt:

    Hallo Jana,

    Ich bin zur Zeit (nach Jahren voller Kämpfen und Enttäuschungen) das erste Mal schwanger.
    Wir haben die Feindiagnostik auf Anraten unserer Kinderwunschklinik und des Frauenarztes durchführen lassen, um im Fall der Fälle die richtige Klinik für die Geburt wählen zu können. Mein Mann und ich hatten aber schon vor diesem Termin in vielen Gesprächen miteinander “abgeklopft”, was dieser oder jener Befund für uns bedeuten würde.
    Freunde hatten uns den Termin auch als Babyfernsehen angepriesen (und natürlich freut man sich, dieses Wunder einmal mehr – und genauer – ansehen zu können) aber uns war dennoch klar (auch dank Artikeln wie deinem), dass dieser Termin sehr viel mehr an Bedeutung haben kann.

    Nein, diese Schwangerschaft würden wir nie beenden, egal, was bei der FD herausgekommen wäre, das hätten wir beide nicht gekonnt, dagegen hatten wir im näheren Umfeld unserer Familie oft genug erlebt, das man auch in ungewöhnliche oder schwierige Elternrollen hineinwächst (Wie sagte mein Mann: “Behindert oder nicht, am Anfang sind sie alle gleich: sie brauchen Liebe, Wärme, Milch und Windeln. Und die ersten beiden Sachen geben sie dir ja wieder zurück!”). Uns war einfach wichtig, sehr überlegt zu diesem Termin zu gehen.

    Am Ende war alles Bestens, und das war schon ein erhebendes Gefühl, aber irgendwie keimt in uns beiden gerade der Verdacht,das es beim nächsten Kind (so das Schicksal uns ein weiteres schenken mag) auch ohne gehen könnte.

    Antworten
  18. Helen
    Helen sagt:

    Hallo!

    Meine Frauenärztin stellte mir eine Überweisung zum Feindiagnostiker aus. Ich war verwundert. Auf meine Nachfrage sagte sie, dass sich die meisten Familien unheimlich freuen ihr Kind schon vor der Geburt sehen zu können – das ist sooo schön!

    Daraufhin telefonierte ich erst einmal mit meiner Hebamme und diese riet mir ab aufgrund einer solchen Aussage zur Feindiagnostik zu gehen. Denn sie hatte schon viele Familien betreut, bei denen während dieser Untersuchung eine ‘Auffälligkeit’ festgestellt wurde, welche kontrolliert werden sollte. Nach 3 Wochen voller Ängste und Unsicherheiten wurde dann JEDES MAL festgestellt, dass alles in Ordnung war.

    Natürlich gibt es Diagnosen, die man vor der Geburt kennen sollte (?) – für mich war aber klar: Ich werde dieses Kind bekommen und es lieben! Aus welchem Grund sollte ich dann eine solche Untersuchung durchführen lassen? (Zumal ich Ultraschalluntersuchungen allgemein kritisch betrachte.)

    Ich habe die drei großen US durchführen lassen und da war alles in Ordnung.
    Also: Kind lieben & glücklich sein!

    Liebe Grüße!

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagt:

      Hallo Hellen, das ärgert mich echt immer: einfach einen Schein aushändigen und nichts dazu sagen geht gar nicht. Nicht alle Eltern fragen nach und fallen dann aus allen Wolken, wenn aus dem Babyfernsehen was ganz anderes wird…Zumindest ein Halbsatz müsste doch drin sein. Gute Beratung ist doch im geburtshilflichen Bereich mit das Wichtigste!
      Liebe Grüße
      Jana

      Antworten
  19. Tini
    Tini sagt:

    Hallo!
    Also ich bin wohl eine der wenigen, die eine schlimmer Erfahrung gemacht hat. Bei meiner letzten Schwangerschaft sah immer alles gut aus. Im Verlauf stellte sich aber herraus, dass man den Oberschenkel immer schlecht messen konnte und dieser bei Messungen auch weiter unter der Norm lag. Aufgrund dessen bin ich doch mit gemischten Gefühlen zur Feindiagnosik gegangen. Ich rechnete eigentlich damit, dass unser Baby das Down Syndrom haben könnte und wollte es einfach frühzeitig wissen, damit wir uns auf ein Leben mit einem behinderten Kind einstellen könne.
    Es kam aber schlimmer… Unsere Tochter hatte eine schwere Skelettfehlbildung, welche in jedem Fall den Tod kurz nach der Geburt bedeutet, da sich durch eine zu engen Brustkorb die Lunge nicht entwickeln konnte. Viele dieser Kinder sterben schon früher im Mutterleib. Nach langen Überlegungen, haben wir uns für den Abbruch entschieden und es war keine einfache Entscheidung. Aber mehere Ärzte haben uns diese Diagnose bestätigt.
    Ich bin derzeit erneut schwanger und bisher sieht alles gut aus und diese Fehlbildung unserer Tochter wurde bereits ausgeschlossen. Trotz allem habe ich sehr große Angst vor der bald anstehenden Feindiagnostik. Wir drücken einfach mal die Daumen, dass alles gut werden wird. Aber als “Babyfernsehen” kann ich ds ganze nicht sehen und finde diese Einstellung mehr als naiv.
    Liebe Grüße
    Tini

    Antworten
    • Melanie
      Melanie sagt:

      Hallo Tini,

      Wir haben im Juli bei unseren 2. Kind die selbe Diagnose Bekommen, Thanatophore Dysplasie (TD). Man finden kaum Infos dazu und fühlt sich so verloren.
      Unsere grundsätzliche Einstellung bezüglich dieser tausend Untersuchungen war/ist wie folgt. Wir nehmen jedes Kind wie es ist. Wir haben beim großen keine Nackenfalte gemessen oder andere Untersuche machen lassen, bis aus das screening. Wir wollten auch darauf vorbereitet sein, wenn das Kind was hat. Vorallem in bezug auf den Geburtsort hätte sich im Falle eines negativen Befundes einiges geändert. Beim großen wurde festgestellt, dass die Plazenta von mit nicht optimal versorgt wird. Dies wurde dann engmaschige überwacht und keine Beeinträchtigung für das Kind festgestellt. Sonthofen war alle ok und wir haben einen gesunden tollen Sohn. Bein der 2. Schwangerschaft, wollen wir gleich vorgehen. Aber bei einer Routineuntersuchung hat meine Frauenärztin festgestellt, dass etwas nicht stimmt und mich in die Klinik überwiesen. Dort wurde dann bei unserer Tochter die schwere Knochenfehlbildung festgestellt. Das war noch vor dem eigentlichen screening.
      Jetzt standen wir da. Wollten wir doch all unsere Kinder bedingungslos annehmen wie sie sind. Aber bei der Entscheidung auf Abbruch oder nicht, ist leider bei keiner die Hoffnung auf Leben dahinter. Festgestellt wurde es in der 16. SSW und man hat uns alle Zeit der Welt gelassen eine Entscheidung zu treffen. Wir hatten mehrere Gespräche und Untersuchungen. Ausschlaggebend war die Ärztin, die das Screening bei unserem großen gemacht hat. Sie meinte, da die Krankheit so früh schon so stark ausgeprägt ist, wird das kleine Herzchen (bei den jetzt schon deutliche Einschränkungen zu sehen waren) mit aller größter Wahrscheinlichkeit während der Schwangerschaft aufhören zu schlagen.
      Diese Aussage hat uns dann zu der Entscheidung geführt einen Abbruch durchzuführen. Aber wenn man weiß, das eigene Kind stirb und nur ich entscheide jetzt wann. Diese Entscheidung ist die Hölle und wenn ich dann von anderen höre, die sagen: “Da habt ihr habt richtig entschieden.” Dann wird es mir schlecht.
      Unsere Tochter kam dann am 23.07.15 still zur Welt. Wir lieben sie so sehr. Sie war zauberhaft schön und frech wie mein Großer. Warum? Weil sie beiden ein rasantes Geburtstempo hatten und sich sehr ähnlich sehen.
      Wie ich jetzt bei einer möglichen weiteren Schwangerschaft entscheiden würde bezüglich der Untersuchungen kann ich nicht sagen. Von ich mach alles bis ich mache garnichts ging mir schon alles durch den Kopf.

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      • Melanie
        Melanie sagt:

        Oh nein, es sind mal wieder einige Tippfehler drin. Ich hoffe man kann trozem verstehen was ich meine.

        Viele liebe Grüße
        Melanie

        Antworten
  20. Indro
    Indro sagt:

    Hello Jana,

    wir haben heute den Termin zur FD gemacht und freuen uns doch sehr darauf. Nicht weil wir scharf auf das “Babyfernsehen” sind, sondern weil wir gerne die Möglichkeit wahrnehmen wollen, dieses kleine Wunder ganz nah zu erleben. Erst recht, da wir kurz dem Termin heiraten werden. Auf eine Nackenfaltenvermessung haben wir bewusst verzichtet, da für uns auch ein krankes Baby ein kleines Wunder und Geschenk und ein Schwangerschaftsabbruch somit für uns kein Thema ist.
    Danke, dass du mit deinem Beitrag aber auch die negativen Aspekte ansprichst, die eine solche Untersuchung mit sich bringen kann. Hätten wir uns vorher nicht schon ausgiebig über die Möglichkeit eines kranken Kindes unterhalten und für uns eine Entscheidung getroffen, so würden wir spätestens jetzt die Untersuchung auch aus einer anderen Perspektive wahrnehmen können. Ich denke, damit hilfst du vielen Eltern weiter, die eventuell tatsächlich blauäugig in diese Untersuchung schliddern.

    Viele Grüße
    Indro

    Antworten
  21. Susanne
    Susanne sagt:

    Hallo.

    Ich habe morgen Feindiagnostiktermin. Ich gehe an die Untersuchung positiv heran. Ich sehe es gleichzeitig als Babyfernsehen und als Entscheidungshilfe wo die Geburt stattfinden soll. Unser erstes Kind hatte eine Gaumenspalte und wir wussten es vorher nicht und waren doch sehr erschrocken. Er wurde erst mit 11 Monaten operiert. Wenn wir aber in dieser Klinik entbinden sollten,könnte dem Baby schneller geholfen werden und die Muskeln hätten mehr Zeit sich zu entwickeln.

    Es ist für uns einfach auch eine Sicherheit.
    Liebe Grüße.

    Antworten
  22. Mona
    Mona sagt:

    Hallo,
    Ich habe nächste Woche Termin zur Feindiagnostik. Da ein White Spot am linken Herzventrikel festgestellt wurde und der Verdacht Langschädel und singuläre Nabelschnurarterie besteht. Meine Ärtzin meinte, es ist nur noch mal zum genauem Nachschauen und ich soll mir keine Sorgen machen.
    Macht man sich natürlich. Und ich gehe mit einem sehr gemischten Gefühl zur FD. Mein Gefühl sagt mir aber, dass bestimmt alles gut ist und diese Auffälligkeiten nur zufällig zum selben Zeitpunkt aufgetreten sind. Baby strampelt auch fleißig…
    Liebe Grüße

    Mona

    Antworten
  23. Anita
    Anita sagt:

    Hallo, ich bin zurzeit in der 24. Woche und wollte mal fragen wo man diese Feindiagnostik machen kann und kostet das etwas? Liebe Grüße Anita

    Antworten
  24. Mandy
    Mandy sagt:

    Wir wurden zur FD geschickt da ich extrem viel fruchtwasser habe. Heraus kam eine Nackenfalte vom 8.7mm und ein Ödem auf der Stirn. Diagnose: erhöhen Risiko auf gendefekt bei einer Varianz von 1:76. Morgen haben wir einen Termin bei einem Degum 3 Arzt in der charite für eine 2te Meinung. Die haben mir von heute auf morgen einen Notfalltermin gegeben. Solche Sachen heißen immer nichts gutes. Wir haben zwar erwartet das evtl was ist, aber das Ergebnis hat uns schockiert.

    Antworten
  25. Missy12
    Missy12 sagt:

    Mich regt es tatsächlich etwas auf, wenn werdende Eltern Ultraschalluntersuchungen, insbesondere die Feindiagnostik, als Babyfernsehen betrachten. Es geht ja auch um die Gesundheit der Mutter (wenn auch eher am Rande). Vielleicht ist das auch wirklich gewünschtes Ausblenden möglicher Risiken? Ich bin zwei Mal mit ungutem Gefühl zur Feindiagnostik und bekam dies beides Mal bestätigt: Lippen-Kiefer-Gaumenspalte. Beide Male hätten es die behandelnden Frauenärzte auch nicht gesehen. Ich bin daher froh um die Feindiagnostik, auch wenn mich die Möglichkeiten fast schon gruseln und wir die Nackenfaltenmessung abgelehnt haben.

    Antworten
  26. Stefanie
    Stefanie sagt:

    Ich war das erste mal bei einer FD. Bei meiner Tochter wurde es früher nicht gemacht. Bei mir wurden 3 Softmarker festgestellt sing. Nabelschnuraterie, white Spot und erweiterte Nierenbecken. Laut Statistik liegt das Risiko 1:127. Nun bin ich natürlich hin und her gerissen. Laut Arzt sollten die 3 SoftMarker sich selbst zurück bilden aber um 100% Sichheit zu geben rät er zur FU. Aber ich würde jetzt 23+4Ssw eh mein Kind nicht abtreiben wollen. Ich denke jetzt erstmal positiv da ja 90% der Jungen Nierenbeckenerweiterung haben und White Spots auch sehr häufig vorkommen. Hätte der Arzt auffälligere Marker gefunden nase, Nackfalte usw. Dann hätte ich bestimmt eine FU zugestimmt. Also ich muss sagen würde nicht nochmal so eine Untersuchung machen lassen.

    Antworten
    • Mandy
      Mandy sagt:

      Hallo. Um dich zu beruhigen: bei unserem ungeborenen Sohn wurde in der 22 ssw bei der FD nackenfalte 8.7mm, stirnödem 2mm, fehlender Magen und verkürztes nasenbein festgestellt. 1:76 auf gendefekt. Nach dem Fruchtwasser test stellte sich heraus er ist kerngesund. 9 Wochen Wahnsinn und ärztemarathon. Bin jetzt bei 31+3 Liebe grüsse

      Antworten
    • Stefanie
      Stefanie sagt:

      Ich war jetzt in der Zeit nochmal beim 2 Feindiagnostiker der Degum 3 hat. Und siehe da Nierenbeckenerweiterung verschwunden whiet spot nur noch minimal zu sehen. Was bleibt ist die sing. Nableschnur die aber per Doppler kontrolliert wird. Er meinte der kleIne Mann ist völlig gesund. Das Risiko liegt jetzt bei 1:1099 :). Sein SchlussWort war gehen sie Nachhause und genormen sie die Schwangerschaft ;)

      Antworten
      • Mandy
        Mandy sagt:

        Grüsse dich. Unser kleiner Mann ist am 29.8. Gekommen und wurde nach 14 Std ein Kaiserschnitt da ich keine wehen mehr hatte. Alle Diagnosen und möglichen Probleme wurden nicht bestätigt.
        Aber auf der kinderintensiv liegen wir trotzdem. Er trinkt nicht richtig und hat Probleme mit Atmung. Wenn er tief schläft sackt die sauerstoffsättigung ab. Und sie wissen nicht warum. Mal sehen wielang wir hier sind….

        Antworten
        • Steffi
          Steffi sagt:

          Erst einmal herzlichen Glückwunsch :) es tut mir unendlich doll leid das ihr nicht so ein tollen Start habt. Aber es wird bestimmt alles gut. Fühl dich unbekannter weise gedrückt ❤

          Antworten
  27. Heidi
    Heidi sagt:

    Ich habe in der 22. SSW gesagt bekommen, dass mein Sohn eine geringe Nierenbeckenerweiterung hat und ich zur Feindiagnostik soll. Hab ich gemacht, mich dabei völlig verrückt gemacht (.u.a. auch wegen den langen Wartezeiten in Berlin) und aus lauter “Langeweile” gegoogelt was das Zeug hält. Naja, sämtliche Horrorszenarien hab ich mir ausgemalt. War dann bei der FD, dort war alles iO, außer etwas zuviel Hirnflüssigkeit, ich sollte mich nochmal hinlegen und in 20min wiederkommen. Dann war auch dieser Wert im Normbereich. Alles schick. Jetzt sollte das 3. Screening kommen, ich war einen Tag zu früh und die Gyn meinte, dass es eig, nicht gut sei, das Screening zu früh zu machen. Raus kam wieder Nierenbeckenerweiterung und eine winzig kleine Wasseransammlung im Bauch. Sie meinte, mit hoher Wahrscheinlichkeit is es nur wegen dem zu frühen Screeningtermin. Soll aber wieder zur FD. und in 2 Wochen zu ihr. Und jetzt muss ich sagen, dass ich es langsam leid bin. Ich bin nun in der 30.SSW und spüre mein Baby und dass es ihm gut geh und alle anderen Werte des Babys sind absolut super und im Normbereich. Ich finde die Gründlichkeit meiner Ärztin einerseits sehr gutm andererseits möchte ich gern meine SS genießen und mich einfach darauf verlassen, dass alles gut wird, v.a. in diesem doch schon recht fortgeschrittenem Stadium der SS. Schade, dass man oft so “angegriffen” wird, wenn man den ganzen Vorsorgeuntersuchungen auch mal kritisch gegenübersteht. Klar, finde ich es auch schön mein Kind in 3D zu sehen, aber noch viel schöner ist es, ihn zu spüren und zu fühlen. Das kann kein Arzt der Welt messen, bewerten und in einen Normbereich packen.

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  1. […] Schwangerschaft große Herausforderungen, wie beispielsweise ein auffälliger Befund im Rahmen der Pränataldiagnostik. In jedem Fall ist es können diese Heilungsrituale […]

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