Guter Hoffnung

Guter Hoffnung sein

“Schwanger sein heißt, guter Hoffnung sein und Hoffen heißt die Möglichkeit des Guten zu erwarten.”

Sören Kierkegaard (1813-1855)

Schwierig! Oder?
In einer Zeit in der gefühlt jede Zweite den Stempel “Risikoschwangerschaft” hat. Man von Vorsorgeuntersuchung zu Ultraschall, zu Glukosetoleranztest, zur Blutentnahme geschickt wird. Immer auf der Suche nach der Abweichung vom Normalen. Viele Schwangere haben Angst sich zu freuen. Sie sind erst mal schwanger unter Vorbehalt: Erst mal sehen, was der Nackentranzparenztest sagt. Mal schauen was der Organultraschall zu Tage fördert.

Und wer sucht, der findet ja auch: White Spots, singuläre Nabelschnurarterie, mal ist der Bauch zu dick gemessen, mal der Kopf zu dünn… – ist das jetzt schlimm? Was heißt das um Himmels Willen? Darf ich mich trotzdem freuen? Wird auch alles gut gehen?
Schwanger sein heißt bangen und bangen heißt das Schlimmste zu befürchten.
So erlebe ich vielfach die schwangeren Frauen. Verunsichert und voller Mißtrauen dem eigenen Körper gegenüber. Und voller Vertrauen in die Technik, die Medizin und die Tests.

Die Untersuchungen, die laut Mutterschaftsrichtlinien in der Vorsorge gemacht werden sollen, haben natürlich schon ihre Berechtigung – also versteht mich bitte nicht falsch… Nur manchmal denke ich auch: “Wär es nicht schön, das alles nicht wissen zu müssen und sich einfach nur auf das Kind zu freuen? Guter Hoffnung sein eben.”

Wie ging es euch in der Schwangerschaft?
Konntet ihr in euch ruhen, die Vorfreude genießen? Oder wurdet ihr verunsichert, durch einen unachtsam dahin geworfenen Satz, eine kraus gezogene Stirn, einen unklaren Befund? Gibt es Dinge die Gynäkologen und Geburtshelfer auf keinen Fall sagen sollten? Was hätte euch mehr Sicherheit und Selbstvertrauen gegeben?

Was können wir besser machen? Ich bin gespannt!

 

 



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56 Kommentare
  1. Lillian
    Lillian sagt:

    Danke für diesen Beitrag. Kaum war der Schwangerschaftstest positiv und von der Gyn. bestätigt gings auch schon los… Andauernd zum Ultraschall. Andauernd Blutproben. Total nervig. Als dann klar war, dass wir eine Hausgeburt planen gab das von der Ärztin kritische Blicke und auch nen Kommentar: “das Köpfchen ist ein bisschen groß…” Daraufhin habe ich mich entschlossen die Vorsorge ausschließlich bei meiner Hebamme machen zu lassen.
    Das CTG musste mein Baby dann erst wieder ertragen, als sie über dem ET war. Also für mich keine Blutentnahmen mehr, keine Ultraschalle usw.
    Das war so eine Erleichterung! Obwohl ich keine Risikoschwangerschaft hatte und kerngesund bin und ein gutes Körpergefühl und auch nicht wenig Selbstvertrauen habe, war ich nach den Praxisaufenthalten jedesmal tierisch verunsichert. genau dass, was du beschreibst: sollen wir nicht doch diese Nackenfalte messen lassen? Nicht doch noch mal das oder das? Ich kann also gut nachfühlen, wie sich ganz unsichere Frauen fühlen müssen. Was einem die Ärztin ja auch nicht erzählt ist, wie ungenau der Ultraschall ab einer bestimmeten SS-Woche ist…

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagt:

      Na klar, eine Hausgeburt wird natürlich eh kritisch beäugt. Schön, dass du doch noch so gut deinen Weg gefunden hast. Da hat dir bestimmt eine meiner Kolleginnen gut den Rücken gestärkt ;-).

      Antworten
      • Lillian
        Lillian sagt:

        ja, meine Hebamme war klasse :) ohne ihre jahrzehntelange Erfahrung hätte ich mich gar nicht getraut. Aber die unzähligen Gespräche vor und vor allem nach der Geburt waren unbezahlbar!

        Antworten
  2. sonja
    sonja sagt:

    also ich hab mich total verunsichern lassen. vom internet, von ärzten, hebamme, freunden und kollegen. mal mehr, mal weniger..aber es war schon fast genau so wie du es beschrieben hast. nur, dass ich nicht sehr viel vertrauen in die ärzte hatte. ich hätte mir auch als risikoschwangere gewünscht, dass mir diese ganze pränataldiagnostik erspart geblieben wäre. im endeffekt hätte man das kind ja eh bekommen, also ist es auch wurscht. hab aber trotzdem alles mitgemacht, nur um auf nummer sicher zu gehen. war ein ziemlicher fehler.

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  3. Bianca
    Bianca sagt:

    Oh schön, jetzt flutschen die Artikel wieder! Super nach der längeren “Wartezeit” :-)
    Durch ein bisschen Glück blieb mir das erspart! Trotzdem ich mich bis zum 7. Schwangerschaftsmonat ständig übergeben musste und in der 28 SSW auch Blutungen hatte waren meine Hebamme und meine Frauenärztin total entspannt und machten mir nie Angst. Ich machte die Vorsorgen im Wechsel und beide waren überhaupt nie besorgt. Im Gegenteil… Selbst als ich zum Schluss 22 kg zugenommen hatte, sagten sie unabhängig von einander immer noch, das wäre bei mir ganzheitlich betrachtet überhaupt und sowieso in Ordnung.
    Die Werte meines Kindes waren immer durchschnittlich völlig ok und ich bin wahrscheinlich die einzige, die kein 3D-Ultraschallbild ihres Babys bekam. Ich hatte auch keinen OGTT, lediglich zur Feindiagnostik bin ich doch gegangen. Kein stationärer Aufenthalt (obwohl ich das zwischenzeitlich mal nötig hatte…)
    Meine Cousine und ich waren gleichzeitig schwanger und als sie mich fragte “Machst du das 2-Trimester-Screening”? schaute ich sie aus großen fragenden Augen an: “Warum denn?”.
    Natürlich ist es in vielerlei Hinsicht gut, dass es bestimmte Untersuchungen gibt. Aber heutzutage werden die Schwangeren doch nicht mehr als solche betrachtet, sondern als Patientinnen. Das ist schade. Ich denke aber, viele Frauen wollen das auch so, ihre Schwangerschaft ist dann etwas Besonderes oder so ähnlich wird es dann gesehen.

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    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagt:

      Gyn und Hebamme im Wechsel ist, wenn es ein gutes Team ist, ja auch meine Lieblingsvariante.
      Ich glaube aber, das die allermeisten Frauen keine Patienten sein wollen, sondern einfach in die Risikoschiene geraten und dann ganz schnell das Selbstvertrauen verlieren. Angst ist halt ein schlechter Ratgeber.

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  4. Kristin
    Kristin sagt:

    Wie recht du doch hast Jana… ich finde auch,dass Frauen mit unter zu viel an unangemessener Diagnostik angeboten bekommen. Bei meinem Großen gab es im Bekanntenkreis einen regelrechten Wettstreit,wer die meisten und tollsten Ultraschall-Fotos hat,schrecklich. Nun beim 2. seh ich das viel entspannter. Ultraschall und Feindiagnostik ja,weil ich das live Babykino einfach liebe,der Rest nein! Bin jetzt in der 26. Ssw und das Geschlecht des Mini.Me bleibt bis zur Geburt eine Überraschung :-D

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  5. Uli
    Uli sagt:

    Ja ja die vielen angebotenen Untersuchungen…von denen man sich wirklich viel sparen kann. Was bringt mir der teure Toxoplasmose Test nur damit ich weiß ob ichs schon mal hatte also immun bin oder nicht. Ich muss doch eh aufpassen und Medis dagegen gibt ja auch nicht. Völlig sinnfrei aber was macht man als unwissende Erstgebärende nicht alles mit. Ultraschall Bilder hab ich nur zwei und das war kein Grund in Panik zu geraten (eine Freundin hatte 8 oder so) ich wusste auch so das mein Baby schön wird. ;) Auch 3D hab ich nicht machen lassen, sieht doch eh meist komisch aus, ich denke da hab ich nichts verpasst. Bei der Vorsorge beim FA hab ich mich immer sehr wohl gefühlt und gefreut wenn wir ganz kurz baby-tv schauen, nur um sicher zu sein das noch alles in Ordnung ist. Liebe Grüße Ulrike

    Antworten
  6. Kristin
    Kristin sagt:

    Das witzige ist,dass das mein Umfeld mit unter nicht verstehen kann und mich noch umstimmen will ;-) aber jeder,der sich auch überraschen lies,sagte mir wie unbeschreiblich dieses Gefühl ist :-D darauf freue ich mich ganz besonders!!

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  7. Agnes
    Agnes sagt:

    Witzigerweise habe ich beides erlebt, bzw. erlebe es noch – Nummer 2 wird im August erst auf die Welt kommen.
    In Deutschland war ich definitiv überversorgt, mit Informationen, mit Untersuchungen, mit Kommentaren, einfach mit allem. Ok, und es war auch die 1. Schwangerschaft.
    In Großbritannien, wo wir jetzt leben, haben die Hebammen eh “das Sagen”. Und da wird der Bauch in Ruhe vom Schambeim zum Höchststand vermessen und die Herztöne von außen gehört, maximal zwei Ultraschalle pro Frau und die finden nur in Krankenhäusern statt. Es ist alles so viel entspannter! Ich empfinde es als Erleichterung. Die Schulmedizin hat ihre Berechtigung, doch sie ist nicht immer in ihrer Reinform angebracht: Schon die alten Chinesen haben ihre Ärzte danach bezahlt, wie gesund ein Patient war und nicht danach, wie krank er war…

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  8. Michaela
    Michaela sagt:

    Ich finds toll, daß hier das positive Hoffen unterstützt wird.
    Ich ernte immer wieder hochgezogene Brauen, wenn ich antworte, daß ich keine Feindiagnostik gemacht habe. Ich bin schon 39, das erste Mal schwanger, habe einen Neffen mit Down Syndrom und selbst auch einige Päckchen zu tragen. (Zöliakie, Depressionen, Schilddrüsenunterfunktion….)
    Ich finde, man sollte das Augenmerk lieber auf die Konsequenz der ganzen Untersuchungen richten. Also will ich das Kind auch haben, wenns eventuell krank oder behindert ist? Auch geben die Untersuchungen ja nie eine 100%ige Gewißheit.
    Ich habe nicht mehr zu hoffen gewagt, doch noch ein Kind zu bekommen und jetzt bin ich hauptsächlich glücklich und dankbar.
    Natürlich mache ich mir auch mal Sorgen, aber es hat sich alles so schön gefügt (bin z.B. 5 Monate vor der Schwangerschaft vom Antidepressivum losgekomen).
    Ich hoffe jetzt auf das Beste!

    Antworten
  9. Wendy
    Wendy sagt:

    Ich habe ein 11-Monate altes Baby. Ich bin in Dänemark schwanger (35 Jahre alt) gewesen – dort wird nicht viel unternommen – Doubletes und Ultraschall bei 13 (?) und 20 Wochen, ansonsten nur Hebammenkontrollen (Gespräch, Mikrophon an den Bauch , Urintest, Blutdruck). Ich fand das sehr gut und standardisiert. Das SChwangersein war normal dort. Dann zig ich nach Deutschland um 6 Wochen vor ET und bin in das deutsche System geraten. Leider. Frauenarzt war ok. Hebamme eher maschinell (CTG und Ultraschall) orientiert als abtasten und hören. Dann kam der Geburtsversuch. Ich hatte mich darauf gefreut. Es wurde jedoch alles ein traumatisches Ereignis. Alles nur INterventionen: Einleitung, Krampfwehen/Wehensturm, Wehenhemmer, PDA, Kaiserschnitt und dann Trennung vom Kind, monatelange Trauer und Depressionsartiger Zustand. Ich schreibe dieses, weil ich nämlich guter Hoffnung war. Und dann wurde alles nur furchtbar. Daher sind die Worte ‘Guter Hoffnung’ für mich nur eine Erinnerung an meine Naivität. Ich dachte, das schaffe ich, sie sind lieb zu mir udn wissen was sie tun. In Wirklichkeit alles ganz anders. “Gute Hoffnung” ist für mich nur eine Erinnerung daran, wie naiv und dumm ich war.

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagt:

      Liebe Wendy, es tut mir unheimlich leid, was Dir passiert ist. Aus der Ferne ist es natürlich schwierig zu analysieren, was da schief gelaufen ist. War es einfach Pech? Auch bei entspannten Frauen gibt es leider manchmal echte Katastrophenverläufe. Oder war die Geburtsbegleitung einfach furchtbar?
      In der Regel ist es nach so einem traumatischen Erlebnis gut, den Verlauf noch mal nachzuvollziehen. Dazu kann man sich die Geburtsakte kopieren lassen, und mit einer Person Deines Vertrauens (vielleicht mit der nachsorgenden Hebamme?) noch mal alles durchgehen. Das kann zwar in dem Moment noch mal schmerzhaft sein, aber im Nachhinein heilend wirken.
      Ein zweiter Vorschlag wäre, dem Klinikteam einen Brief zu schreiben. Dann redest Du Dir alles noch mal von der Seele. Und, glaub mir, solche Briefe kommen im Team an und werden dort besprochen. So etwas geht nicht sang und klanglos unter.
      Ich glaube nicht, dass Du naiv und dumm warst. Du hast alles richtig gemacht. Leider kann man selbst nicht alles beeinflussen.
      Ich wünsche Dir alles Liebe!
      Jana

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  10. Mareike
    Mareike sagt:

    Ich wurde auch als Risikoschwanger eingestuft. 2012 habe ich mein 1. Kind in der 37. Woche still zur Welt gebracht. Ohne ersichtliche Ursache. Mittlerweile bin ich mit dem Folgekind schwanger in der 37. Woche. Dieses Mal habe ich ganz bewusst auch nur die 4 Wochen-Abstände gewählt zu den Untersuchungen. Mich macht dieses ganze Arztgerenne eher nur nervös, jedes Mal warten, dann CTG, Doppler, Ultraschall. Alles sollte einen doppelten Boden haben. Der OGTT war um eine Zahl über dem erlaubten Sollwert, also weiter zum Grossen, den hab ich gemacht aber die nochmals Kontrolle hab ich weggelassen.
    Mein Baby bewegt sich sehr viel, sogar viel mehr als mein 1. Kind. Das gibt mir dann auch Gelassenheit und so schaffe ich es auch, mich nicht auf Einleitungsversuche in 37.+0 einzulassen. Auch wenn das viele Ärzte schon ab Beginn der Schwangerschaft und schon vor der Schwangerschaft angepeilt haben. So, bleibt das kleine Baby hoffentlich noch 3 Wochen in mir um dann auf natürlichem Wege geboren zu werden. Liebe Grüße, Mareike

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagt:

      Liebe Mareike, danke dass Du Deine Geschichte hier geteilt hast! Schön, dass Du trotz des Schicksalsschlags so “in Dir ruhend” bist, und so gut weißt was gut für Dich/Euch ist.
      Ich wünsche Dir alles Gute für die Geburt!
      Jana

      Antworten
  11. Maya
    Maya sagt:

    Hallo,
    danke für den Blog! Ich wurde in der 1. SS auch dermaßen verunsichert und habe wirklich alles mitgemacht. Was kam dabei heraus? Ich hatte einen Blasensprung in der 32.SSW und eine Frühgeburt per Sektio aufgrund einer frischen Ureaplasmeninfektion. Die Infektion habe ich mir wohl durch einer dieser tollen Vaginalulltraschalle geholt, da mein Mann zu der Zeit negativ getestet wurde und ich ja sonst nicht fremd gehe. Am Anfang der SS hatte ich dieser Viehcher auch nicht.
    Nun bin ich wieder schwanger in der 35.SSW und lasse mich nicht mehr auf diesen Unsinn ein. Die Vorsorgeuntersuchungen übernimmt meine Hebamme und wenn ich mal zur Fachärztin gehe, dann wird auf keinen Fall vaginal geschaut. Solange ich keine Beschwerden habe lasse ich da keinen ran. Jetzt versucht mir die FÄ einzureden, dass ich mich wieder auf eine Sektio einstellen soll- zur Sicherheit, falls die Gebärmutter reisst. Und auch hier lasse ich mir nichts mehr einreden und werde mein Kind in einem Geburtshaus bekommen.

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagt:

      Liebe Maya, vielen Dank für’s Bloglob!
      Jetzt bin ich etwas hin und her gerissen. Ich finde es toll, dass Du so selbstbewusst weißt, was Du willst und was nicht.
      Es ist auch absolut möglich ein zweites Baby, nach einem Kaiserschnitt normal zu bekommen. Aber ein Risiko besteht. Auch das lässt sich nicht leugnen. Ich will Dir keine Angst machen. Das Risiko ist gering, vor allem, wenn keine Wehenmittel zum Einsatz kommen, aber es besteht. Ich persönlich würde eine normale Geburt in einer Klinik anpeilen. Vielleicht mit einem hebammengeleitetem Kreißsaal?! Oder eine Geburt mit Beleghebamme?
      Was sagt denn das Geburtshaus dazu? Haben sie Dich auch über das Risiko aufgeklärt?
      Ich empfehle Dir also, dich mit dem Geburtshaus zu beraten und dann die Wahl des Ortes nochmals überdenken.

      Ganz liebe Grüße,
      Jana

      Antworten
  12. Meike
    Meike sagt:

    Hallo ihr Lieben,
    ich wohne in Schweden, bin 37 und hatte im März eine Fehlgeburt. Ich fühlte mich hier in Schweden von den Fachleuten ein wenig allein gelassen. Mein Partner und ich haben das dann alleine gemeistert. Wir haben es akzeptiert und auf meinen Körper vertraut. Er wird schon alles richtig gemacht und entschieden haben. Nun bin ich wieder Schwanger (20. Woche) und war doch etwas skeptisch und natürlich auch etwas besorgt. Geht dieses Mal alles gut!? In Schweden wird man ausschließlich durch Hebammen betreut und zum Ultraschall geht man max. 3 mal, wenn man das überhaupt möchte. Es ist schon komisch. Wenn der Test positiv ist, dann ist die Freude groß, aber kurz danach fangen die Sorgen schon an. Erst hofft man, das die ersten 3 Monate gut verlaufen. Ist das der Fall freut man sich! Dann macht man sich Sorgen ob beim Ultraschall zwischen der 18. und 20. Woche alles gut ist und so weiter… Warum kann man sich nicht einfach nur freuen!?!? Mittlerweile bin ich etwas ruhiger geworden und fange an zu vertrauen. Ich war gerade bei meinen Hebamme, habe ein bisschen mit ihr geplaudert, habe Fragen gestellt und bin dann wieder nach Hause – ohne Untersuchung. Mein nächster Termin ist in 5 Wochen und dann wird sie anfangen zu fühlen, zu horchen und zu messen. Klang für mich erst komisch, aber wer sagt denn das die ganzen Untersuchungen in Deutschland “normal” sind. Selbst mein Frauenarzt aus Deutschland meinte, das man es mit den Untersuchungen auch übertreiben kann. Wo er Recht hat… schließlich kommen in Schweden auch viele Babys zur Welt. Ich wünsche mir das ich den Rest meiner Schwangerschaft genießen kann und freu mich auf unser Wunder. Was es wird wissen wir nicht- auch das ist sehr normal hier in Schweden.

    Antworten
    • Wendy
      Wendy sagt:

      Liebe Maike,
      hmm. Ich bin Schwedin, habe 15 Jahre in Dänemark gelebt und bereue bitter, dass ich 6 Wochen vor Termin ins Allgäu zog. Ich denke jetzt, wie kann ich so dumm sein, in das deutsche System freiwillig zu ziehen, ich haue mir damit jeden Tag noch an den Kopf. Wie Du oben lesen kannst, habe ich das Glück fast jede erdenkliche Intervention als Geschenk zu bekommen und dann noch vom Baby getrennt zu werden. Ich sage nicht, dass das skandinavische System interventionsfrei ist, aber: 1) ich habe den ganz festen Eindruck, dass in Skandinavien u.a. das Bonding generell (und nicht nur in ausgewählten Kliniken) Standard ist. Dass heisst, es ist generell nicht OK eine Mutter vom Baby zu trennen. Das war hier in Kempten offenbar “ganz OK”. 2) Sei froh, dass Du in einem Hebammengeleiteten Setting gebären wirst 3) Ich verstehe, dass Du nach Deiner Fehlgeburt Angst hast. Aber Ultraschalle und ständige Untersuchungen können Dir keine Fehlgeburt ersparen. Die diversen Sorgen haben wohl alle, egal in welchem Land sie wohnen. Meine Hebamme hier unten hat den Kopf geschüttelt, als sie mich nach meinem traumatischen Erlebnis betreute, verstand kaum, warum ich denn hierher gegangen bin um zu versuchen zu gebären, und hat gesagt, hier sind viele Hebammen, die so gerne in Skandinavien arbeiten würden. Ich finde, dass war sehr aussagekräftig. Ich habe die Klinik in Halmstad angeschrieben, weil ich mal hören wollte, wie’s dort ist. Sie hat geantwortet, 76% gebären nach Kaiserschnitt vaginal (glaube, es ist in D weniger) und die Klinik hat eine 7% Dammschnittquote. Weiss nicht, wie das in Deutschland ist, aber ich habe hier in Kempten z.B. nur 1-2 von cirka 12 Frauen getroffen die KEINEN Dammschnitt bekommen haben. Du hast nicht das KS-Thema u.A. was ich habe, aber ich glaube, Du bist sehr gut aufgehoben dort oben, und wirst wahrscheinlich weniger angezwungen bekommen und wirst hoffentlich nicht nachher fühlen, dass an Dir übergriffe ausgeübt wurden. Ausserdem (jedenfalls früher) bekommt man in Skandinavien nach einer Geburt oft ein Tablett mitt Frühstück z.B. und einer Flagge:-) Alles Beste – es wird gut gehen!

      Antworten
  13. Christine
    Christine sagt:

    Hallo Jana,
    ein toller blog, es gibt wohl kein spannenderes Thema als die Geburt :-) Ich könnte von meinen dreien stundenlang reden.. ;-)
    Am schönsten war die Geburt meines Nachzüglerkindes.
    Ich habe, obwohl ich nicht mehr ganz jung war keine extra Risikountersuchungen gehabt, weil eine Abtreibung für mich sowieso nicht in Frage gekommen wäre.
    (Und das ist eben auch der Punkt bei den ganzen Untersuchungen, man muß sich im klaren sein was man mit einem Ergebnis macht und was evtl. für ein Druck auf einen ausgeübt wird..)
    Ich hatte “nur” 4 Doppler Ultraschall, weil meine große Tochter eine Aortenisthmusstenose hatte die erst im Alter von 3 Monaten kurz vor knapp erkannt wurde. Aus diesem Grund hatte ich mich auch für eine Klinik mit Kinderklinik für die Geburt entschieden…
    Bei den Dopplern wurde kein Herzfehler festgestellt und auch sonst war “alles unauffällig” :-)
    So war ich guter Hoffnung und habe mir viele Sorgen in der Schwangerschaft erspart.
    Ich bin auch sehr froh das ich erst 5 Tage nach der Geburt von seinem kleinen extra (Chromosom) erfahren haben. Da war das Bonding schon in vollem gange und das Stillen hat prima geklappt! :-)
    Ob das wohl so problemlos gewesen wäre, wenn wir auf vorgefertigte Meinungen gestossen wären?
    Ich habe einen tollen gesunden Jungen. Jeden Tag mit ihm bin ich froh und dankbar das er in meinenm Leben ist. In der Schwangerschaft hätte ich mir ein Leben mit ihm wahrscheinlich nicht so vorgestellt und mir viele Sorgen gemacht…
    Jetzt ist es mir ein großes Anliegen das Schwangere die die ganze Pränataldiagnostik durchlaufen auch gute und positive Informationen erhalten.
    Viele Grüße
    Christine mit ihrem kleinen, großen Schatz Joshua

    Antworten
  14. Franka
    Franka sagt:

    Ich hatte vor kurzem eine verhaltene Fehlgeburt in der 8. SSW. Augenscheinlich und körperlich ist alles wieder gut, aber meine Seele leidet noch sehr darunter. Ich habe bereits eine gesunde, wundervolle Tochter und vertraute sowohl bei ihr, als auch bei meiner zweiten Schwangerschaft immer und von Anfang an, dass alles gut werden würde. Ich war wirklich “guter Hoffung” und bin so bitter enttäuscht worden und tief gefallen.
    Ich weiß zum Glück selbst, dass ich noch Zeit brauchen werde, bis ich überhaupt den Wunsch nach einer erneuten Schwangerschaft zulassen könnte. Aber ich frage mich nun ernsthaft, wie ich die Monate der Angst überstehen sollte. Eine möglichst engmaschige wird mir so wichtig sein wie nie zuvor.

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagt:

      Liebe Franka, ich weiß, es muß traumatisierend sein, ein Kind zu verlieren. Und es braucht sicher viel Zeit und Geduld, darüber hinweg zu kommen.
      Und ein Teil von einem wird vielleicht auch immer trauern.
      Und ich verstehe auch, das der Reflex immer ist, danach viel zu kontrollieren. Aber die Wahrheit ist meistens: Die Kontrollen helfen nicht gegen das Schicksal. Durch häufigere Ultraschalle oder Untersuchungen hättest Du die Fehlgeburt wohl nicht verhindern können.
      Ich weiß, es ist schwierig, aber in einer Schwangerschaft muss man einfach ein bisschen Vertrauen haben.
      Ich wünsche Dir ganz fest, dass Dir das doch wieder ein bisschen gelingt.
      Herzliche Grüße
      Jana

      Antworten
  15. Karo
    Karo sagt:

    Hallo Jana,
    Erst einmal ein Kompliment für diesen Blog!
    Die Themen über die du schreibst sind sehr interessant und hilfreich.

    Ich war heute zum ersten Ultraschall mit meinem Freund und die Schwangerschaft wurde bestätigt. , was mich nach zwei positiven Tests vorher auch nicht erstaunte.

    In meinem Bekanntenkreis heißt es bisher immer “freue dich erst, wenn die 12 Wochen rum sind! Es kann Euch so viel passieren. Lass die Schwangerschaft erst von einem Arzt bestätigen.”

    Heute bei meiner Gyn. ein Satz, den man meiner Meinung nach hätte anderes formulieren sollen. Sie zeigte uns die Ultraschallbilder und sagte zur Verabschiedung “dann kommen Sie in zwei Wochen wieder, da sehen wir dann, ob das Herz angefangen hat zu schlagen.”

    Mir geht dieser Satz nicht mehr aus meinem Kopf raus und ich weiß, dass zwei Wochen lang sein können.

    Hast du vielleicht einen Tipp, wie ich meine Sorge loswerde?

    Liebe Grüße
    Karo und Wurmi

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagt:

      Liebe Caro, erst mal vielen Dank!

      Ja, so ein achtlos dahin geworfener Satz kann einen echt verfolgen…
      Was soll ich Dir sagen. Kann man denn verhindern, dass man sich schon freut? Freu Dich und glaub an Deinen Körper! Warum sollte denn nicht alles gut gehen?
      LG Jana

      Antworten
  16. Anja
    Anja sagt:

    Liebe Frauen,
    nach so vielen berührenden Geschichten möchte ich auch etwas beisteuern.
    Ich bin jetzt in der 35.Woche und das Baby turnt gerade im Bauch. Das ist ein unheimlich beruhigendes Gefühl.
    Nachdem die erste Schwangerschaft in der 10.SSW mit einer Fehlgeburt (und anschließender Ausschabung) geendet hat, hat es fast ein Jahr gedauert, bis ich wieder schwanger war. Die Zeit haben mein Körper und ich wohl gebraucht.
    Als ich letztes Jahr wieder einen positiven Test in den Händen hatte, habe ich mich als erstes um eine Hebamme gekümmert – mir war es wichtig, eine Ansprechpartnerin für meine Sorgen zu haben, nachdem mir das bei der FG schon vorenthalten wurde (aus Nicht-Wissen/ Nicht-Information).
    Beim ersten US bei der Frauenärztin gab es noch keinen Mutterpass – zu große Fruchthöhle. Zwei Wochen Angst und Bangen später war alles in Ordnung und darauf angesprochen sagte sie, sie wollte uns (mit der Vorgeschichte) keine zu große Hoffnung machen. Na ja, daran hatte ich eine Weile zu knabbern.
    Wir haben alle extra Untersuchungen ausgelassen – hätte eh nichts geändert und uns nur verrückt gemacht. Die weiteren Vorsorge-Untersuchungen haben wir bei Hebamme / Ärztin im Wechsel gemacht.
    Mir war wichtig zu wissen, dass das Kind wächst und die Herztöne zu hören. Am Anfang fand ich die 4 Wochen-Abstände ganz schön lang. Die ersten zwei Wochen beruhigt – ah, alles okay, die nächsten 2 Wochen immer unruhiger. Seit ich die Kindsbewegungen spüren kann, ist alles andere nicht mehr so wichtig und ich bin viel entspannter – guter Hoffnung eben.
    Die Ärztin hat kein Problem damit, dass ich nur jeden zweiten Termin bei ihr mache (nur ihre Sprechstundenhilfe – die wirkte davon etwas überfordert) und hat auch keine Bedenken gegen die geplante Hausgeburt.
    Ach ja, das Geschlecht wissen wir immer noch nicht – ein bisschen Überraschung soll schon dabei sein. Langsam werde ich kribbeliger, wie es wohl wird, ob es mit der Hausgeburt klappt, wie es wird mit dem Zwerg. Ein bisschen Angst ist auch dabei, dass der Rest der Schwangerschaft auch gut verläuft, dass wir nicht doch noch ins Krankenhaus müssen, dass eine Verlegung bei der Geburt notwendig wird. Aber die Freude und Hoffnung überwiegt :-)

    Liebe Grüße,
    Anja

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagt:

      Liebe Anja, vielen Dank, dass Du Deine Geschichte hier teilst!
      Den Spruch der Ärztin am Anfang fand ich schon heftig. Um so schöner, dass sie Dich nicht unter Druck setzt, alle Vorsorgen bei ihr zu machen.

      Ich wünsche Dir eine ganz tolle Geburt!
      Übrigens, ein bisschen Angst ist völlig normal. Du schaffst das aber schon!
      Ganz liebe Grüße
      Jana

      Antworten
  17. Steffi
    Steffi sagt:

    Ich war leider die gesamte Schwangerschaft voller Angst, da ich bei meinem Kontrolltermin in der 14. SSW miterleben musste, wie eine andere Frau beim Routine-CTG erfahren hat, dass ihr Baby tot ist. Dieses Erlebnis hat mich die ganze Schwangerschaft über geprägt, die Angst war immer da… auch heute (meine Tochter ist 4 Monate alt und kerngesund) habe ich noch immer panische Angst, dass ihr etwas passieren könnte.

    Antworten
  18. Boris_C
    Boris_C sagt:

    Liebe Steffi,

    mein Sohn ist nun 8 Jahre alt und ich gehe manchmal noch spät abends in sein Zimmer, wenn er schon längst schläft, und horche, ob er noch atmet. Bin jedes mal erleichtert…
    Alles ist gut und die Angst nur im Kopf! Genieß die Zeit und mach’s Dir leicht! ;-)

    Boris

    Antworten
  19. Steffi
    Steffi sagt:

    Hallo Boris_C,
    ok…das scheint nie aufzuhören:-) Danke!
    Unser Schatz ist jetzt13 Monate und ich wurde kürzlich von einer Freundin für verrückt gehalten, das ich kurz schaue, obwohl doch das Babyfon ruhig ist:-)
    und Jana-Danke für den tollen Blog
    Alles Liebe Steffi

    Antworten
  20. Rinchen
    Rinchen sagt:

    Hallo.
    Ich bin heute 19+1, es ist meine erste Schwangerschaft.
    Gestern habe ich mich (einmal mehr) über meinen Besuch beim Gyn geärgert. Oder besser über mich selbst. Mein Partner und ich haben beschlossen, nur die Basis Ultraschall machen zu lassen, überhaupt so wenig zu schallen wie möglich, also nur die drei Mal (US an sich beruhigt mich immer ein wenig, weil ich sehr panisch werden kann). Bei meiner ersten Frauenärztin ist die Schwangerschaft ausschließlich durch den Vaginalultraschall festgestellt worden. Ich habe meine Bedenken dieser Technik gegenüber geäußert, die aber abgewunken wurden. Habe es dann eben doch mit mir machen lassen. Die ganzen anderen ersten Tests kamen dann erst beim Wechsel des Gyn (wegen Umzug), welcher sich wunderte, dass das nicht viel früher untersucht wurde und in SSW 11+0 noch keinen Mutterpass hatte.
    Dieser Arzt hat dann aber auch beim Zwischentermin kurz geschallt, obwohl wir das ja eigentlich nicht wollten (hatte aber wieder keine Kraft, mich gegen seine Überredungskünste zu wehren). Jetzt beim zweiten großen Ultraschall wollten wir nur die Basisuntersuchung, um die Prozedur so kurz wie möglich zu halten. Wir wurden aber nicht gefragt und ich hatte nicht damit gerechnet, dass er einfach ohne Vorankündigung oder Fragen die erweiterte Untersuchung macht. Ich wunderte mich, weil es immer länger dauerte, da hatte er mir aber die Organe schon alle gezeigt. Auch mein Partner hat zu spät reagiert. Immerhin blieb uns dann die genaue Diagnostik erspart, als wir sagten, dass wir eigentlich nur die Basis wollten. Es war ja alles gut und hat mich auch beruhigt und gefreut. Aber es hätte ja auch anders sein können. Aber das Schallen hat schon echt lange gedauert und jetzt fühle ich mich schlecht, weil ich denke, irgendwelchen Schaden angerichtet zu haben.
    Ich lerne gerade erst, ein tiefes Vertrauen zu bilden und daran zu denken – was immer passiert – dass die Natur schon weiß, was sie da tut. Hin und her gerissen bin ich trotzdem immer wieder, weil ich generell eher gern alles unter Kontrolle habe. Aber dass medizinische Eingriffe eventuelle Schäden erst verursachen, das Risiko möchte ich nicht eingehen. Und wer weiß schon Genaues über so einen Ultraschall?
    Wir wollten aber schon gerne wissen, was es wird. Das hat psychologische Gründe, die eine Geschichte haben. Nicht, dass eins schlechter oder besser wäre, aber es ist für uns beide anders, wie wir uns darauf einstellen. Ich habe von Anfang an mit einem Jungen gerechnet (Bauchgefühl, Statistiken …) obwohl wir uns beide anfangs eher ein Mädchen gewünscht haben. Jetzt, in Woche 20 sagt der Ultraschall aber ziemlich eindeutig Mädchen. Aber wer weiß :) Es ist wahrscheinlich das Unwichtigste, was man beim Ultraschall erfährt, aber für uns ist es eben nicht ganz egal. Es verändert in unseren Köpfen ein wenig, und egal in welche Richtung, immer positiv.

    Ich wünsche uns allen eine genussreiche Schwangerschaft ohne Sorgen und glückliche Kinder.

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagt:

      Liebe Rinchen, das ist wohl so, dass die Ärzte immer davon ausgehen, dass man ALLES wissen möchte. Dein Partner und Du, Ihr seid da schon eher die Ausnahme! ;-) Ich bin auch immer kritisch, aber ich glaube tatsächlich nicht, dass die Feindiagnostik an sich schadet. Längeres Schallen erhöht wohl die Temperatur, aber auch die Mütter haben mal Temperaturschwankungen. Ob die Kinder das hören, weiß man natürlich nicht. Und sonst, sind zumindest noch keine Nebenwirkungen wirklich bekannt. Also mach Dir bitte keine Sorgen darum.
      Ich wünsche Euch noch eine schöne Schwangerschaft und eine gute Geburt!
      Liebe Grüße
      Jana

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  21. Rinchen
    Rinchen sagt:

    Nachtrag zu meinem vorigen Beitrag:
    Übrigens habe ich ungefragt noch ein 3D Ultraschall in die Hand gedrückt bekommen, von dem ich – wäre ich gefragt worden – auch Abstand genommen hätte (ist auch echt hässlich). Es ging alles so schnell und ich war völlig überrumpelt. Ab der nächsten Untersuchung gehe ich im Wechsel auch zur Hebamme.

    Antworten
  22. Zesyra
    Zesyra sagt:

    Hallo!

    Mir ging es ähnlich wie Rinchen – eigentlich wollte ich nach Möglichkeit gar keine Ultraschalluntersuchungen, aber meine FA sagte mir das müsse gemacht werden. Ich werde nach der abschließenden Untersuchung zu dieser Schwangerschaft (habe vor vier Wochen entbunden) auch die Frauenärztin wechseln, da diese andauernd (wirklich andauernd) mit Vaginalultraschall untersucht hat – das geht doch auch mit Tasten & Co?
    Auch die drei “großen” US haben wir über uns ergehen lassen. Auf den Überweisungen stand jedes Mal ich hätte “Fehlbildungsängste” – bitte was? Ich hatte keine Fehlbildungsängste, ich wusste das alles okay ist (außer einmal aber da hat mich meine Hebamme beruhigt); selbst wenn es das nicht gewesen wäre, wäre es doch mein absolutes Wunschkind und willkommen gewesen.
    Wer mir wirklich geholfen & mich beruhigt hat, wenn ich Fragen, Sorgen und Nöte hatte, war meine Hebamme. Beim nächsten Mal würde ich am liebsten ganz auf den FA verzichten, wenn ich nicht das Gefühl habe, dass die Untersuchungen notwendig sind. (In der Hoffnung, dass es dann noch immer [okay, besser: wieder] genug Hebammen gibt, dass jede schwangere Frau auch entsprechend ver-, vorge- und nachgesorgt ;) werden kann.)
    Bei jedem US mussten wir wieder betonen, dass wir das Geschlecht nicht wissen möchten >.< Statt das gefragt wird ob und was man wissen will. Es kommt ja nicht mal die Frage ob man explizit etwas nicht wissen möchte.

    So genug gemeckert, zum Abschluss etwas Positives: Danke liebe Jana für deinen tollen Blog :)

    Antworten
  23. mom
    mom sagt:

    Ich hatte ja das letzte Mal vor 20 Jahren in einem anderen Land einen Schwangerschaft und finde ganz seltsam, wie engmaschig hier kontrolliert wird – Test dies und Ultraschall das und Feindiagnostik jenes. Andererseits sage ich mir, das ist halt sehr deutsch und hat auch Vorteile – Sicherheit ist halt ein wichtiger Wert hier und schön, dass es die Technik gibt! Es ist doch besser, wenn ein Herzfehler möglichst früh entdeckt wird!
    Dann habe ich großes Glück mit meiner Gynäkologin – sie muss an die 60 sein und ihre Familie kommt aus der Landwirtschaft, sie hat große Erfahrung und einen gesunden Menschenverstand und macht einen definitiv nicht verrückt. Im Gegensatz zum Gynäkologen in meiner letzten Schwangerschaft nimmt sie sich viel Zeit und fragt nach, wie es mir so geht – bei der “letzten Runde” fühlte ich mich mehr so als Nummer, die schnell abgefertigt werden muss.
    Was mich ein bisschen stresst, ist der Rummel um die Klinikwahl – in der Großstadt gibt es so viele Wahlmöglichkeiten, und alle Kliniken werben mit den selben goodies von gelb gestrichenen Wänden bis zu “interventionsarm”, aber natürlich wollen sich die möglichst gut verkaufen – was WIRKLICH läuft, ist viel schwieriger zu erfahren. Also tendiere ich zu einer hebammengeleiteten Geburtenstation in der Nähe in einem eher kleinen Krankenhaus, in der Hoffnung, dann nicht in der Stoßzeit und im Schichtwechsel dort gebären zu müssen – das sind dann nämlich sicherlich die Fälle, wo die Krankenhäuser versuchen, störenden Sand im Getriebe zu vermeiden und dann vielleicht vorschnell intervenieren. Wer will schon eine Gebärende, bei der alles länger dauert, wenn man eh schon kein Zimmer mehr frei hat und sich die Frauen am Gang stapeln?

    Antworten
      • mom
        mom sagt:

        Ja, es ist mein zweites Kind – aber meinst Du nicht, dass nach 20 Jahren der Beim-Zweiten-gehts-schneller-Bonus verfallen ist? Ich dachte mir, für meinen Körper ist das bestimmt wie das erste Mal, der ist ja völlig außer Übung!

        Danke übrigens für die vielen Infos auf dem Blog, sie sind wirklich hilfreich. Ich bin beeindruckt von diesen Quarkwickeln, wäre nie auf die Idee gekommen, das so zu machen.
        Kann man Dir eigentlich was spenden – wenn Du ein Buch geschrieben hättest, hätte ich es ja auch gekauft.

        Antworten
        • Jana Friedrich
          Jana Friedrich sagt:

          Die meisten sagen: “nach 10 Jahren ist es wieder wie das erste Kind”. Aber meiner Erfahrung nach ist das anders. In der Regel erinnert sich der Körper.
          Es freut mich sehr, dass Dir der Blog weiter hilft. Spenden? Das ist ja lieb von Dir. Aber vielleicht möchtest Du lieber was in meinem Shop kaufen. Dann haben wir beide was davon. ;-)
          https://shop.hebammenblog.de/
          Ganz liebe Grüße
          J

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  24. Isabel
    Isabel sagt:

    Hallo,
    klasse, dass es den Blog hier gibt!
    Wenn ich das so lese fühle ich mich nicht ganz so alleine. Mein Frauenarzt hat auch den netten Satz mit dem “in zwei Wochen schauen wir, ob das Herz schlägt” von sich gegeben und als ob das nicht reichen würde hat er dann am Termin gemeint, ich solle in drei Tagen noch mal kommen, weil er nix sieht. Siehe da, drei Tage später zum Termin, er meint ein flackern zu sehen und: “ja aber ein bisschen klein ist es schon!”. Jetzt steh ich da, mit einer Info, die mir nicht weiter hilft und bin verunsichert. Für 7+5 seien 6 mm halt zu klein, da korrigieren wir das Datum des ET und schicken das Patient heim und gehen in Urlaub. Hoffen fällt mir allgemein schwer, weil ich ein sehr unsicherer Mensch bin und alles immer klar wissen muss. Sprich, eine klare Aussage statt drei unklarer.
    Als ich jenen welchen Arzt gefragt hatte, ob ich mir eine Hebamme suchen sollte war die Antwort: “noch nicht richtig schwanger und schon ne Hebamme suchen? Für was das denn?”
    Wie ihr merkt bin ich mehr genervt und verunsichert als guter Hoffnung.

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagt:

      Boa, da bekomme ich ja gleich schlechte Laune. Es gibt echt Leute die fabrizieren nur Sprüche aus der Hölle!
      Ganz ehrlich: Ich würd mir neben der Hebamme auch gleich n neuen Arzt suchen.
      LG
      Jana

      Antworten
  25. Nils
    Nils sagt:

    Das Thema “Pränataldiagnostik” hat es ganz schön in sich. Ich habe mich bereits vor unserer Schwangerschaft einmal im Rahmen meines Studiums intensiv damit auseinandergesetzt und war wirklich schockiert. Denn ich glaube, viele machen die Tests einfach nur um zu hören, dass alles in Ordnung ist.

    Was aber, wenn das wider Erwarten nicht das Ergebnis ist? Lässt man dann zur weiteren “Abklärung” einen invasiven Test vornehmen, der wiederum das (möglicherweise gesunde) Ungeborene schädigen kann? Und was dann mit einem auffälligen Befund? Auch der kann falsch sein und man weiß ja auch nie, wie stark ausgeprägt die Behinderung wäre. Auf welcher Basis entscheidet man da? Man jongliert da mit irgendwelchen Wahrscheinlichkeiten.

    Und ist einem all das im Vorfeld klar, wenn man “leichtfertig” eine Nackenfaltenmessung oder ähnliches vornehmen lässt? Ich denke, die meisten schlittern da mehr oder weniger rein und das ist das Gefährliche.

    Wissen die zum Beispiel alle, dass man mit einer in etwa fünfprozentigen Wahrscheinlichkeit einen auffälligen Befund erhält, obwohl gar nichts ist? Das alles ist den allermeisten vorher mit Sicherheit nicht klar. Daher sind diese Untersuchungen in meinen Augen mehr Fluch als Segen. Man macht sich verrückt!

    Ich hoffe, es ist einigermaßen verständlich geworden, was ich ausdrücken wollte. Das Thema ist dermaßen gewichtig und vielschichtig, dass man ihm in einem kurzen Kommentar wie dem meinen gar nicht gerecht werden kann. Vielleicht schreibe ich dazu in unserem Blog demnächst mal etwas ausführlicher. Dafür braucht man aber viel Zeit. Aber meine gesamte Diplomarbeit zum Thema kann ich ja auch nicht einfach so jemandem vor den Latz knallen. Das wäre dann zu viel des Guten und niemand würde es lesen.

    Was ich auf jeden Fall noch kurz auf den Punkt bringen möchte: Man darf Früherkennung nicht mit Vorsorge verwechseln. Pränataldiagnoistik ist Früherkennung. Man kann hier früh (teilweise auch irrtümlich) gesundheitliche Probleme identifizieren. Aber man kann nicht vorsorgen/heilen. Insofern ist die Pränataldiagnostik nichts eindeutig Positives. Sie kann auch viel Schaden anrichten. Man sollte sie niemals “leichtfertig” in Anspruch nehmen, sondern sollte sich vorher die möglichen Konsequenzen und plötzlich nitwendig werdenden Entscheidungen vor Augen halten.

    Antworten
  26. Iris
    Iris sagt:

    Hallo,

    Ich bin mittlerweile in SSW 35+3 mit einem anscheinend kerngesunden Mädchen und lebe in Ecuador. Diese Woche habe ich zum zweiten Mal während der Schwangerschaft meinen Frauenarzt “abgewählt”. Am Anfang der Schwangerschaft ließ ich mich von einem Arzt des öffentlichen Gesundheitssystems untersuchen. Außer viel zu häufigen US-Checks war dann vor etwa 2 Monaten das Baby in Steisslage zu erkennen. Dazu meinte er (im 6. Monat!): “Ach, wenn das Kind am Ende immer noch sitzt, bekommen Sie halt einen KS, dann können Sie immer noch weinen.”
    Nach diesem unmöglichen Satz wechselte ich zu einem privaten Frauenarzt. Das Baby sitzt leider noch immer, trotz Gymnastik, Moxa, etc. Auch dieser Arzt meinte schon vor etwa 3 Wochen: “ach, jetzt ist die Wahrscheinlichkeit, dass es sich dreht sowieso schon sehr gering, stellen Sie sich auf einen KS ein.” Äußere Drehung und alternative Methoden kommen ihm auch nicht in den Sinn. Bei meiner Nachfrage, ob es denn keine in Steissgeburten ausgebildete Ärzte gäbe, erzählte er mir eine horrende Geschichte über eine Steissgeburt, die ich hier zum Schutz aller werdenden Mütter nicht wiedergeben kann. Sie endete auf jeden Fall im Tod des Babys, einer teilweisen Amputation und anschließendem KS. Wie kann mir dieser unsensible Mensch so eine furchtbare Geschichte erzählen, nur um mich zum KS zu bewegen?
    Ich muss dazu sagen, dass ich eigentlich eine Hausgeburt plane, aber doch bei einer drohenden Steissgeburt immerhin das Krankenhaus in Betracht ziehe, da dies meine erste Ss ist und ich schon 35 Jahre alt bin.
    Meine Hebamme ist dagegen ungleublich positiv und unterstützt mich sehr bei dem Plan einer natürlichen Geburt. Sie meint, auch eine Steissgeburt könnte ich gut durchstehen und sie hätte schon einige solcher Geburten durchgeführt. Mittlerweile bin ich aber dermaßen verunsichert worden, dass ich wirklich Angst davor habe und nur noch darauf hoffe, dass mein Kindchen sich noch dreht, oder drehen lässt (auch eine sanfte äußere Drehung wird meine Hebamme versuchen, wenn mein Würmchen sich in den nächsten Wochen sich nicht von selbst in den Kopfstand begibt.) dabei war die Ganze Ss bisher ein Traum, das Baby ist gesund, und ich war bisher so sicher, dass alles wie geplant kommen würden. Es macht mich wirklich fertig, dass ich außer meiner Hebamme nur negative Antworden zur Steissgeburt bekomme. Selbst mein Mann sagt mittlerweile, mach doch lieber einen KS, dann bist Du auf der sicheren Seite. (Ok, kann ich verstehen, er ist besorgt um uns, aber trotzdem…)

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagt:

      Liebe Iris, eine BEL-Geburt ist gar nicht so gefährlich wie ihr Ruf. Allerdings sollte sie schon von jemandem betreut werden, der sich wirklich damit auskennt. Denn es gibt immer mal Situationen, in denen man die Spezialgriffe parat haben muss. Wenn deine Hebamme das wirklich kann, ist es super. Schau einfach, wie dein Gefühl dazu ist und entscheide dann – oder vielleicht entscheidet das Baby sich ja noch um und dreht sich.
      Ich wünsche dir so oder so eine gute Geburt und alles Liebe
      Jana

      Antworten
  27. Inga
    Inga sagt:

    Hallo, ich bin hier in Finnland zum ersten Mal schwanger geworden und hatte mich vorher in Deutschland auch noch nicht mit dem Thema beschäftigt. Hier wird man (vllt Skandinavientypisch?) auch von Hebammen betreut, das vereinzelte Ultraschall im KS machen auch Hebammen, Ärzte gucken nur bei Unsicherheiten nochmal mit drauf. Bei einer Gyn war ich glaube ich 2x.

    Da ich noch fast kein Finnisch kann, lese ich manchmal auf dt. Seiten. Ich hatte aber schnell das Gefühl, das dort alles sehr besorgniserregend zu sein scheint, auch meine Freundin in D war immer furchtbar nervös, wenn sie zur Kontrolle musste. Hier wird alles ganz entspannt gesehen und das färbt ab! Ich habe mir nie Sorgen gemacht. Ich denke, in Deutschland sollte von Seiten der betreuenden Personen vllt mehr Gelassenheit vermittelt werden!

    Antworten
  28. Katharina
    Katharina sagt:

    Hallo,
    Gute Hoffnung ist so eine Sache. In meiner ersten Schwangerschaft hatte ich wundervolle 10 Monate voller guter Hoffnung. Klar auch mit sorgen und heulereien, wie ” ich spür es es noch nicht , aber alle sagen ich müsste es schon spüren.” Aber alles in allem war es toll. Dann zog ich um und mein Frauenarzt wollte den korrigierten entbindungstermin nicht annehmen und dann würde ich 10tage nach eigentlichem Termin eingewiesen. Dort im Krankenhaus versicherte man mir dass man alles so macht wie ich es mir wünsche und man wartet. Dann würden doch allerhand wehenbelastungstests und Vorbereitungen zum einleiten getroffen und mir wurde ständig nahegelegt jetzt aber mal langsam loszulegen. Alles in allem endete diese wundervolle Schwangerschaft ohne Komplikationen in einer eingeleiteten Geburt mit pda und einem Kaiserschnitt wegen schlechter Herztöne. Bis heute weiß ich nicht ob mein Sohn sich selbst auf den Weg gemacht hätte wenn man mich in Ruhe gelassen hätte, oder ob ich froh sein kann dass so sehr interveniert wurde.
    Nach Gesprächen beim Arzt freute ich mich sehr auf meine zweite Schwangerschaft , da dort ja dann alles normal verlaufen darf.
    Nun bin ich wieder schwanger (10.ssw) und schon jetzt soll ich bitte folsäure schlucken und vaginalflora aus der Tablette wöchentlich einführen, und der Gipfel ist dass ich trotzdem als risikoschwangere gelte und mich schonmal drauf einstellen soll, dass ich spätestens vier Tage nach et eingeleitet werde.
    Ich bin trotz allem guter Hoffnung, denn ich habe eine tolle Hebamme die mit mir das weitere Vorgehen in dieser Schwangerschaft besprechen wird und die mich versteht, denn ich habe das Gefühl man darf heutzutage nicht mehr auf seinen Körper vertrauen und selbst ein Kind zur Welt bringen, jedenfalls ich darf das anscheinend nicht.

    Noch ein Wort zu diesem Blog, es ist schön zu lesen dass es noch Menschen gibt die nicht wahllos zur Schulmedizin greifen, sondern den Nutzen abwägen.

    Antworten
  29. Hannah
    Hannah sagt:

    Liebe Jana, vielen Dank für deinen Block mit den vielen tollen Artikeln.
    Guter Hoffnung sein, dass bin ich wohl nicht so sehr wie mein Mann. Mit Kind Nummer 2 schwanger sein nach einem Krankenhaus und Ärzte-Marathon bei Kind Nummer 1 und trotzdem sich freuen? Für mich sehr schwierig momentan.
    Bei Kind 1 bin ich in der zweiten Hälfte der Schwangerschaft nur noch zwischen Gyn und Krankenhaus gewechselt. Mind einmal die Woche beim Arzt und zum Schluss innerhalb von 4 Wochen dreimal Krankenhaus. Im Endeffekt wurde die Geburt eingeleitet, wegen Unterversorgung und Durchblutungsstörungen in der Gebärmutter. Nachdem wir von der Ärztin mit dem Satz: Sie wissen aber schon, dass Sie ein erhöhtes Kaiserschnittrisiko haben? begrüßt wurden. (Ich wollte auf gar keinen Fall einen Kaiserschnitt!) Wollte ich eigentlich wieder nach Hause, aber da alle uns dazu geraten haben, blieben wir total verunsichert und keine Ahnung was auf uns zu kommt. Ich wurde an den Tropf gehängt und dann erstmal liegen gelassen. Die Hebammen kamen, wenn wir geklingelt haben oder zum Schichtwechsel, aber sonst wurde ich einfach mit den Wehen allein gelassen und mein Mann saß hilflos neben mir. Gegen Ende wurden die Herztöne schlechte und der CTG-Knopf wurde mir bei jeder Wehe in den Bauch gedrückt, nicht wirklich angenehm. Nach 9 Stunden war Kind 1 da und musste auch nicht in die Kinderklinik, wie uns alle Ärzte vorher prophezeit hatten. Kind 1 hat sich prächtig entwickelt und wir sind so glücklich mit ihm, trotz Plazentainsuffiziens. Auch wünschen wir und noch Kinder. Und jetzt ist es wieder soweit, ich bin mit Kind 2 schwanger, aber keine wirkliche Spur von Freude. Auch hatte ich ernsthaft über einen Abbruch nachgedacht, obwohl das für mich eigentlich überhaupt nicht in frage kommt. Neuer Gyn neue Chance habe ich gehofft, doch jetzt bin ich als Risikoschwanger eingestuft und stelle mich schon auf weitere Ärzte und Krankenhaus-Marathons ein, obwohl das mit einem Kleinkind deutlich schwieriger wird, als beim ersten. Mein Wunsch? Eine Entbindung im Geburtshaus. Mein Plan? Die Vorsorgetermine von Hebammen übernehmen und mich auf deren Meinung und Erfahrung verlassen. Doch die Hoffnung in mir ist eine kleine graue Maus, die sich dauerhaft nur versteckt und nicht wieder ins Krankenhaus will.
    Bin ich froh darüber, dass es anderen werdenden Müttern ähnlich geht? Eigentlich nicht. Denn jeder Frau sollten unnütze und angstmachende Kommentare von ihrem Arzt erspart bleiben.

    Antworten
  30. Insa
    Insa sagt:

    Da bei mir keine Risikoschwangerschaft vorlag, für mich feststand, dass Down-Syndrom keine Rolle spielt und es mir im ersten trimester so schlecht ging, dass ich mich nicht wirklich mit den Vor – und Nachteilen von Pranataldiagnostik auseinander setzen wollte (und guter Hoffnung war), habe ich mich gegen die Untersuchungen entschieden. In online Blogs und Chats schien außerdem die Meinung zu überwiegen, dass diese Untersuchungen (zumindest in meinem Alter und meiner Situation) unnötig seien. Beim Organultraschall in der 21.Woche wurde dann plötzlich festgestellt, dass das Kind sich komplett fehl entwickelt hatte (Skelettdysplasie) und nicht überlebensfähig war. Der Schock war groß. Über eine Nackentransparenzmessung hätte dies schon viel früher festgestellt werden können. Ich habe es sehr bereut auf die Untersuchungen verzichtet zu haben und werde das in Zukunft nie wieder tun…

    Antworten
  31. Mary
    Mary sagt:

    Hallo zusammen!
    Ich bin zzt. in der 18.SSW und schwanke derzeit zwischen Entspannung und unentspanntem Warten. Bzw. hangele ich mich von Untersuchungstermin zu Untersuchungstermin, wo ja meist ca. 4 Wochen zwischen liegen. Direkt nach einem Ultraschalltermin, wenn alles in Ordnung war, bin ich entspannt und freue mich total. So nach zwei Wochen fange ich aber wieder an zu denken, ob wohl immer noch alles ok ist oder sich inzwischen etwas geändert hat. Kurz vor dem nächsten Termin bin ich dann total unentspannt und kann es kaum noch erwarten, zu erfahren, dass bitte bitte immer noch alles ist, wie es sein soll… Klingt echt schlimm, ich weiß, und ich versuche es auch zu lassen und alles entspannt zu genießen, weil es mir so auch super gut geht und ich keine Beschwerden habe. Dazu muss man allerdings noch sagen: Ich war vor nicht allzu langer Zeit schwanger und war total happy. In der 6. Woche war auch alles in Ordnung, als ich dann aber in der 9. Woche nochmal beim Arzt war, sah er im Ultraschall, dass sich das Kind nicht weiterentwickelt hatte seit der 6. Woche. Sprich, wir hatten uns die ganze Zeit über so sehr gefreut und ständig daran gedacht, wie schön alles wird und dass es endlich geklappt hatte. Mein Mann und ich lasen mit Begeisterung die Tipps und Infos aus der Schwangerschafts-App und stellten uns vor, wie aus dem Reiskorn-großen Wesen langsam ein Himbeer-großes wächst… Dabei hatte sich in der Zeit gar nichts mehr getan, im Gegenteil. Der Körper hatte das Kind abgestoßen, weil er erkannt hatte, dass eine Chromosomenstörung vorlag (wie sich hinterher herausgestellt hatte). Und mir sagte der Arzt in dem Moment der Ultraschalluntersuchung, dass es ihm leid täte, aber es wäre nicht weiterentwickelt seit der 6. Woche. Er hat noch eine Zeit lang weitergeschaut, ob das wirklich stimmt, aber es war so und als ich wieder angezogen vor ihm saß, sprach er dann nach ein bisschen Gerede über die Wahrscheinlichkeiten, dass in der ersten Zeit noch „was passiert“ schon von Ausschabung und dass wir auch direkt heute die Formalitäten dafür ausfüllen können. Ich saß da, war total schockiert und wie vor den Kopf gestoßen, weil ich mit Freude hingegangen war zu dem Termin, ohne Hintergedanken, dass etwas nicht ok sein könnte, weil mein Körper auch keinerlei Anzeichen dafür gezeigt hatte. Und statt mit einem neuen Ultraschallbild und einem Mutterpass (war beim ersten Termin noch nicht ausgestellt worden) wieder nach Hause zu gehen, sollte ich eine Ausschabung planen. Sorry, das war einfach zu viel für mich. Der Arzt war im Nachhinein betrachtet nicht grob oder unaufmerksam gewesen, hatte mir schon erklärt, dass so etwas passieren kann und viel öfter vorkommt, als man denkt. Es hatte mich aber so dermaßen unvorbereitet getroffen, dass ich damit erstmal gar nicht klarkam. Ich denke, dass meine jetzigen Sorgen, die immer wieder aufkommen und das „Alles-in-Betracht-ziehen“, was ich jetzt an den Tag lege, nur ein Schutz für mich selbst ist für den Fall, dass wieder etwas sein sollte. Denn ich möchte nicht wieder so dermaßen vor den Kopf gestoßen werden wie es damals der Fall war, dann lieber auf alles gefasst sein…

    Was die medizinische Aufklärung und allgemein die ganzen Infos betrifft, die Schwangere heutzutage haben und sich im Internet durchlesen können, gebe ich Dir Recht. Das ist sicher zwar auf der einen Seite schön und auch wichtig, dass man weiß, was geht in einem vor, was kommt auf mich zu etc., aber auf der anderen Seite geht einem dadurch ein Stück Leichtigkeit und Sorglosigkeit verloren, was zu Zeiten unserer Eltern vielleicht noch gegeben war…

    Alles Gute allen Schwangeren hier :)
    LG

    Antworten
  32. Marni
    Marni sagt:

    Hallo,
    um egruch zu sein, traue ich mich nicht, mich zu freuen. Ich bin z.Zt. in der 21. Woche und glaube, erst gestern einen Tritt gespürt zu haben. Das ist bei mir recht schwierig, da ich eine Vorderwandplazenta habe. Gelegentlich ertappe ich mich dabei, meinen Bauch anzufassen und mich zu fragen, ob die “Härte” normal ist. Mir sagte mal eine Hebamme, dass der Bauch nicht hart werden und sich kurze Zeit danach zurückgehen dürfe. Wirklich verstanden habe ich es nicht, da ein Schwangerschaftsbauch doch hart ist oder? Als ich meine FÄ darauf ansprach, meinte sie, dass ich das schon merken würde, wenn etwas nicht in Ordnung wäre, aber ist das so? Mein Körper macht momentan Geräusche und durchläuft Veränderungen, dienlich bisher noch nicht kannte. Daher weiß ich gar nicht, ob ich mir selbst vertrauen kann.

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagt:

      Ab der 20.Woche bemerkt man das “fest-werden” des Bauches meist deutlich. Die Faustregel ist: 1x pro Stunde oder 10x pro Tag ist ganz normal und unbedenklich.
      Aber sprich doch auch noch mal mit deiner Hebamme darüber.
      Alles Gute für dich!
      LG
      Jana

      Antworten
  33. B.
    B. sagt:

    Ja “guter Hoffnung” sein, das ist schwer. Ich habe es 2014 erlebt, wie schwer es sein kann. Ich bin damals mit zwei sehr guten Freundinnen fast zeitgleich schwanger gewesen. Ich als einzige “Alternative” mit Hebammenvorsorge und Hausgeburtswunsch. Eine verlor ihre Tochter in der 32.Ssw und die andere hat ihr Mädchen mit einer offenen( in der Feindiagnostik nicht entdeckten) Bauchdecke spontan geboren und war mit ihrer kleinen fünf Wochen im KH mit OPs usw.
    Ich war dann die letzte die ihr Mädchen bekommen sollte. Es war nicht leicht mein Vertrauen zu meiner Tochter, zu meiner intakten Schwangerschaft und zu meinem Körper zu behalten und straight meinen Weg weiterzugehen. Einfach “guter Hoffnung” sein. Denn mir hat es gezeigt, auch die ärtztliche Rundumbetreung kann mich nicht vor sowas schützen und mir selbst zu vetrauen das alles schon gut geht… beeinflussen kann ich ja wenig.

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