Wir sind im dritten Trimenon – ET: 20.3.

Werbung in eigener Sache

Wir bekommen ein Baby – in 7 Wochen ist der Termin. Zwei Mamas, ein Team, ein Baby. Es wird… der Reihe nach:

Im April letzten Jahres habe ich mich für einen Studienplatz in Hebammenkunde an der Evangelischen Hochschule Berlin beworben. Ich hatte schon eine ganze Weile darüber nachgedacht noch mal ein Studium an meine Ausbildung ran zu hängen, aber ein Fernstudium erschien mir so anonym und bis vor kurzem gab es die Möglichkeit in Berlin noch nicht. Ein Studium in einer anderen Stadt wollte ich meiner Familie und mir nicht zumuten. Nun gibt es an der EHB den Studiengang „Hebammenkunde“. Jährlich werden dort nur vier Bewerberinnen als Quereinsteigerinnen aufgenommen. Daher rechnete ich überhaupt nicht wirklich mit einer Zusage.

Anfang des Sommers bot sich mir dann plötzlich die Möglichkeit, ein weiteres Herzensprojekt in Angriff zu nehmen. Eine Buchidee, die mir schon lange vorschwebt. Auch hier war ich mir nicht sicher, ob es etwas werden würde.

Was soll ich sagen, plötzlich war alles ganz einfach: Ich bekam die Zusage für das Herzensprojekt und kurz nachdem es abgesegnet wurde – die Tinte unter dem Vertrag war noch nicht trocken – kam die Immatrikulationsbescheinigung der Hochschule. „Läuft bei mir“, könnte man sagen. Wobei es sich eher anfühlt wie schwimmen.
Seitdem lief hier (im Blog) eher wenig, was ich sehr bedauere, aber nicht ändern konnte. Erst langsam sehe ich wieder etwas Licht am Horizont.
Aber was genau habe ich die ganze Zeit gemacht?

Am Anfang stand ein Wunsch

Ich habe ursprünglich angefangen zu bloggen, weil ich Frauen in ihrer Kraft, ihren Rechten und ihrer Selbstbestimmung bestärken wollte. Ich wünschte mir, dass Frauen angstfreier und informierter in ihre Geburten starten könnten. Denn oft – trotzdem wir so eine aufgeklärte Gesellschaft sind – fehlt einiges an Wissen. Ich meine nicht das oberflächliche Wissen über den Ablauf einer Geburt. Sondern das tiefe innere Wissen, dass das Programm „Geburt“ in unserem Gehirn gespeichert ist, so dass der Körper, sobald es los geht genau weiß, was er tun muss. Das Wissen, dass unsere Körper schlau sind und wir ihnen vertrauen dürfen. Dass in Ratschläge von Experten nicht nur evidenzbasiertes Wissen einfließt, sondern auch persönliche, oft negative Erfahrungen und Ängste. Dass eine Schwangerschaft zwar in vielerlei Hinsicht ein Ausnahmezustand ist, aber eben normalerweise kein Hochrisikoproblem. Und dass wir immer selbst bestimmen können, wann und ob wir in den ganz normalen Verlauf einer regelrechten Schwangerschaft oder Geburt eingreifen (lassen) möchten.

Und den Rückmeldungen zufolge hat das tatsächlich auch ganz gut geklappt. Besonders zu den Geburtsberichten bekam und bekomme ich regelmäßig das Feedback, dass sie dabei geholfen haben zu erkennen, was einem bei der eigenen Geburt wichtig ist. Dass das Lesen dieser Erfahrungsberichte Lust auf das Erlebnis Geburt gemacht hat. Das meine Kommentare zu bestimmten Ereignissen geholfen haben Situationen einzuordnen, Mechanismen von Interventionen zu verstehen. Kurz, die Berichte sind wahnsinnig beliebt und werden auf dem Blog nach wie vor verschlungen.

Noch ein Buch über Geburten?

Seit ich angefangen habe Geburtsberichte zu veröffentlichen, schwebte mir vor, ihnen auch in einem anderen Medium einen angemessenen Raum zu geben. Ich träumte von einem Buch. Aber nicht nur von einem Buch mit einer Ansammlung von Geschichten, sondern von einem Buch, das Geburten erfahrbar macht, entmystifiziert, entängstigt, sie aber nicht glorifiziert. Ich wollte schöne Fotos darin haben, die das Wunder der Geburt ganz echt, dabei aber wunderschön und ästhetisch zeigen. In meiner Vorstellung war es das Buch, das ich in meinen Schwangerschaften gerne auf dem Nachttisch liegen gehabt hätte. Dann hätte ich jeden Abend darin geschmökert und dabei den Geschichten der Frauen gelauscht, die mir von ihren Erlebnissen erzählt hätten. Und ich hätte Lust bekommen mich in ihren Kreis einzureihen. Hach…!

Genug der Romantik. Es ist passiert.
Ich fand einen Verlag (oder besser gesagt er fand mich), der sich vorstellen konnte, dieses Projekt mit mir zu verwirklichen.

Buchcover: Jede Geburt ist einzigartig

Geburtsfotografie

Ich hatte eine Geburtsfotografin im Sinn, deren Ästhetik so gut zu dem passte, was ich mir vorstellte: Josephine!
Josephine Neubert ist Berlinerin wie ich, aber trotzdem wir uns in denselben geburtshilflichen Kreisen bewegen, waren wir uns bisher nur digital begegnet. Ich rief sie einfach an und – was soll ich sagen – sie war sofort begeistert von der Idee. Kleiner Funfact: Anfang des Jahres hatte sie als Wunsch ans Universum „Meine Bilder in einem Buch veröffentlichen“ formuliert. Dann rief ich an. Es fügte sich alles so perfekt.

Josephine hat genau den Blick auf Geburten, den ich gerne für das Buch wollte: Sie zeigt ganz ehrlich was dort passiert. Aber es ist nicht beängstigend, sondern eher beeindruckend. Josephine sagt selbst von sich, dass sie sich eigentlich immer ein bisschen in die Frau und die Familie verliebt, die sie fotografiert. Und diese Liebe, die sieht man eben in den Bildern. Josephine fotografiert Geburten, macht aber auch ganz zauberhafte Familienshootings.

Uups – das hier ist natürlich auch Werbung. Von Herzen! ♥

Geburtsfotografie von Josephine Neubert

Ich begann also im Spätsommer exzessiv Geburtsgeschichten zu sammeln. Einige hatte ich schon, aber ich wollte gerne alle Rubriken (wie Klinik, Geburtshaus, Hausgeburt, Kaiserschnitt, Saugglocke…) im Buch dabeihaben. Ich „baute“ schon mal an den Kapiteln. Aber so viel konnte ich noch nicht tun, denn die Geschichten mussten ja von den Frauen ja teilweise noch aufgeschrieben werden, erst dann konnte ich mit dem Kommentieren beginnen. Erst dann würde ich auch genau wissen, was ich habe, bzw. was zusammenkommt.

Studium

Dann begann im Oktober das Studium und seitdem ist bei mir (bei uns) „Land unter“. Es ist trotzdem großartig. Ich werde demnächst mal einen gesonderten Text dazu schreiben. Gefühlt gehe ich einfach jeden Tag in eine tolle Fortbildung. ♥

Aber plötzlich waren da viele, viele Stunden am Tag, die ich in Vorlesungen saß. Als Quereinsteigerinnen pendelten wir ständig zwischen den Modulen des ersten und des fünften Semesters.
Zusätzlich arbeitete ich 20 Stunden. Das ist nicht „nur“ eine Frage des Geldverdienens, sondern tatsächlich auch von der Uni gefordert, da es ein duales Studium ist. Ich begann also auch wieder Dienste zu schieben, um die erforderte Menge an Stunden zu schaffen. Vom 1. Oktober bis zum Beginn der Weihnachtsferien hatte ich zwei freie Tage. Sonst war ich entweder immer in der Uni, oder arbeiten. Dazwischen flitzte ich in die Bibliothek, um für Hausaufgaben zu recherchieren, die dann auch noch geschrieben werden mussten.

Ich will hier gar nicht bemitleidet werden. Das ist ja alles selbst gewählt und selbst gewollt und irgendwie auch zeitlich überschaubar. Aber es war ein bisschen viel mit dem Buchabgabetermin am 1.1. im Nacken. Die ganze Zeit dachte ich immer: Werd jetzt bloß nicht krank!

Work and play in der finnischen Pampa

Mein Mann hatte dann die großartige Idee in den Weihnachtsferien irgendwo in die Pampa zu fahren, um in schöner Umgebung, ohne Ablenkungen und Störungen, das Buch zu Ende zu schreiben. Und genau so haben wir das gemacht: Wir fuhren nach Finnland in eine Mökki (Hütte) in die wunderschön verschneite Einsamkeit. Wer mal bei Instagram geschaut hat, weiß wie toll es da aussah. Es war die beste Entscheidung und wir hatten ein solches Glück mit dem Ort. Der war wirklich ein Traum.

Die Jungs haben dort den Haushalt geschmissen und ich habe von morgens bis abends geschrieben. Mit Ausnahme einer kleinen Draußenaktivität in der Mittagszeit. Dort ist es ja nur drei Stunden hell. Diese Zeit haben wir immer voll ausgenutzt. Schneemänner und Frauen wurden gebaut, wir spazierten über den eingefrorenen See, sahen Eisfischern zu, fuhren Schlitten und Schneemobil… es war einfach märchenhaft.

Ich kommentierte also die Berichte, so wie hier aus dem Blog gewohnt. Zusätzlich kamen noch einige Kapitel über Mindset und andere hilfreiche Tipps rund um die Geburt dazu. Abends gab es dann zur Belohnung einen Saunagang und eine Spielerunde „Keep talking and nobody explodes“ oder „Epidemie“, oder einfach ein gutes Buch. Es war perfekt.
Am 31.12. um 20.00 Uhr habe ich beschlossen, dass das Buch nun fertig ist. Am 1.1. hat es der Verlag bekommen. „Gute Pferde springen knapp“, sagte meine Freundin.

So gut im Arbeitsschwung, startete ich dann gleich noch eine Unihausarbeit, die ich am Montag darauf abgeben musste. So krass sich das anhört: es war trotzdem eine richtig schöne Zeit.

ET: 20.3.

Aber nun zum Buch: Voraussichtlich wird es am 20.3. erscheinen. Und tatsächlich kann es schon jetzt im Buchhandel vorbestellt werden. Wenn ihr wollt, könnt ihr hier schon mal etwas lutzen.

Ich bin soooo gespannt auf das Ergebnis und natürlich auf euer Urteil. Über jegliches Feedback freue ich mich. Wer Lust hat auf einem geeigneten Medium darüber zu berichten, meldet sich gerne bei mir, dann schick ich euch ein Rezensionsexemplar zu, sobald es fertig ist. Aber noch ist es ja gar nicht so weit.

Ganz herzlich bedanke ich mich an dieser Stelle bei all den Leser*Innen, die mit ihren Berichten dazu beigetragen haben (ihr bekommt natürlich alle ein Exemplar zugeschickt). Ich hoffe es gefällt euch!



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6 Kommentare
  1. Inga
    Inga sagte:

    Ooh, ein Buch, wie schön! Ich glaube, dass muss ich haben. Und ein Finnlandurlaub ist natürlich schön und entspannend- dann weißt du ja jetzt, wie es sich hier anfühlt und in welch toller Winterluft unsere Zwerge früher ihre Schläfchen gehalten haben :-)

    Viele Grüße aus Finnland,
    Inga

    Antworten
  2. Christiane
    Christiane sagte:

    Wie schön das zu lesen!
    Ich bin sehr gespannt aufs Buch und drücke die Daumen für das Studium. Ich weiß, was es heißt berufsbegleitend und mit Familie zu studieren. Daher alles Gute und halte durch!

    Viele Grüße
    Christiane

    Antworten
  3. Steffi
    Steffi sagte:

    Liebe Jana,

    voller Vorfreude habe ich dieses Buch vorbestellt. Jetzt wurde meine Bestellung jedoch storniert, da sich der Preis fast verdoppelt hat. Wie kommt diese starke Preiserhöhung denn zustande?

    Liebe Grüße
    Steffi

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagte:

      Liebe Steffi,
      es tut mir wirklich leid. Der Verlag hat den Preis hochgesetzt, weil das Buch fast doppelt so dick geworden ist, wie geplant.
      Ich kann es leider nicht ändern.
      Liebe Grüße
      Jana

      Antworten

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