Ozean der Emotionen - Geburtsmomente

Filmtip: “Ozean der Emotionen – Geburtsmomente”

Geburten gehören ja zu den großen “Lebenskrisen” der Menschen. Ihr Erleben ist so gewaltig, so schmerzhaft, so schön, so prägend, dass selbst sehr alte Damen noch Jahrzehnte später ganze Sätze, die bei der Geburt fielen, zitieren und sich an kleinste Einzelheiten erinnern können.
Geburten sind genau so facettenreich und individuell, wie die Frauen, die sie durchleben. Wie sie verlaufen hängt von hunderten von Faktoren ab: Herkunft, Geburtsort, Betreuung, Vorgeschichte, Flexibilität, Vorbereitung, (Selbst-)Vertrauen, Mut, Willen, Ängsten und vom Schicksal.
Es gibt einen sehr schönen neuen Film, den ich euch ans Herz legen möchte. Es ist ein Dokumentarfilm, eine kleine Produktion, die teilweise durch crowd-funding ermöglicht wurde.
„Ozean der Emotionen – Geburtsmomente“ von Roland und Katharina Wirzbinna ist ein Film, in dem es nicht es nicht um Ideologien geht – die Hausgeburt kommt genau so zur Sprache, wie der gewünschte Kaiserschnitt. Vielmehr soll er Frauen zu einem möglichst selbstbestimmten – also für sie (!) stimmigen – Geburtserlebnis verhelfen.

Im Pressetext von MAHA KARO pictures heißt es dazu: “Wir wollen wissen, was die Frauen und auch Männer aus diesem Erlebnis gewonnen haben, welche Erfahrungen, welches Wissen. Was hat mit ihren Erwartungen übereingestimmt und was nicht? Waren sie zufrieden? Waren sie enttäuscht? Was haben sie gelernt? Was würden sie das nächste Mal wieder genauso, was würden sie anders machen? Aber dabei geht es nicht darum, aufzuzeigen, welche Möglichkeiten es gibt oder wer es wo-wie-warum macht. Nein, es geht uns darum, wie – d.h. mit welchen Erwartungen, Hoffnungen, oder auch Ängsten – Frauen/Eltern an dieses einschneidende Erlebnis der ersten Geburt heran gehen, wie diese Vorstellung auf die Realität trifft und wie sie im Nachhinein darüber empfinden. Wir wollen keine pro/kontra Aufstellung für eine natürliche oder eine Krankenhausgeburt machen. Mit diesem Film geben wir Frauen die Möglichkeit, offen und frei über ihre Geburtsmomente zu sprechen!”

Mich hat sehr beeindruckt, wie ein Dokumentarfilm, der in sehr ruhigen Einstellungen durch anfangs scheinbar lose aneinandergereihte Interviewszenen einen solchen Sog entwickeln kann. Er lebt natürlich vor allem auch von den wunderbar unterschiedlichen Protagonistinnen, die vor der Kamera über intimste Details äußerst bewegend und doch freimütig reden. Schade ist einzig, dass sich nur ein einziger Mann gefunden hat, der aus Vatersicht berichtet.
Im anschließenden Gespräch mit den Regisseuren des Films erfuhr ich, dass sich sehr viele Frauen gemeldet hatten, die bereit waren vor der Kamera über Ihre Geburtserlebnisse zu berichten. Es besteht also bei vielen Frauen ein großes Bedürfnis an “Nachbearbeitung”. Das deckt sich mit dem, was ich täglich bei meinen Hausbesuchen erlebe: Es kann heilsam sein, über die erlebte schlimme Geburt zu sprechen und die Frauen werden ebenfalls niemals müde über ein wunderschön empfundenes Geburtserlebnis zu berichten. Eins verbindet sie alle: es ist unglaublich spannend ihnen zu zuhören.
Also ich empfehle: Ansehen! Entweder im Kino oder auf DVD, die ihr in meinem kleinen Shop zum Blog direkt kaufen könnt. Weitere Infos zum Film gibt’s auf der Facebookseite und zum Schluß für euch den Trailer:



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1 Antwort
  1. Älse
    Älse sagt:

    Danke für den Tipp
    Der Film bzw. die Doku sind wirklich schön – sehr ergreifend.
    Habe ihn gerade angeschaut und bin immernoch ziemlich platt… Ein Gefühlswirrwar zwischen Freude, Rührung, Wut, Nachdenklichkeit und vor allem Dankbarkeit.
    Dankbarkeit den Hebammen gegenüber, die mich während meinen beiden Schwagerschaften und Geburten betreut haben, die mit mir den Weg von zwei Hausgeburten gegangen sind. Wobei die erste leider im Krankenhaus endete und die zweite mich “geheilt” hat :D
    Hoffentlich gibt es bei einer dritten Geburt in ein paar Jahren noch Hausgeburtshebammen…

    Antworten

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