Eine Geburt ohne PDA – geht das überhaupt noch?

„Wenn doch so viele Frauen eine PDA benötigen, dann frage ich mich tatsächlich, ob eine Geburt ohne Schmerzmittel wirklich zu schaffen ist?“
So lautete letzte Woche die Frage einer besorgten Frau, nach dem ich mit meinem Vortrag auf dem Schwangeren-Infoabend in meiner Klinik fertig war.
Nach dem Vortrag und der anschließenden Kreißsaalbesichtigung bleibe ich immer noch ein bisschen vor Ort und beantworte individuelle Fragen, die nicht gerne in der großen Runde gestellt werden. Oft bleiben dann noch einige Paare und es entwickeln sich ganz spannende Gespräche. Die besagte Frau wartete bis ganz zum Schluss und sagte dann noch: „Seit ich die Statistiken kenne, habe ich richtige Angst vor der Geburt.“
Ich war kurz echt sprachlos und dachte nur: „Halbwissen macht Angst.“ Vielleicht muss ich noch dazu sagen, dass ich die PDA beim Infoabend zwar immer anspreche, aber durchaus kritisch abhandel. Zahlen etwa darüber, wie viele Frauen die PDA tatsächlich beanspruchen, nenne ich nicht. Sie muss sich also schon vorher mit dem Thema beschäftigt haben. Weiterlesen

Hypnobirthing aus Kliniksicht – Wunsch vs. Wirklichkeit

Hypnobirthing boomt. Im Internet finden sich auf zahlreichen Seiten Geburtsberichte über positive Hypnobirthing-Erfahrungen. Viele Frauen äußern sich absolut begeistert.
Ich wollte wissen: „Was ist dran, an der Methode und warum sind meine eigenen Erfahrungen, als betreuende Klinik-Hebamme, bisher so negativ gewesen?“

Was ist Hypnobirthing? – Ein kleiner Exkurs

Die Ursprünge der Geburtsmethode „Hypnobirthing“ beruhen auf den Erkenntnissen von Dr. Grantly Dick-Read. Die Theorie lautet so, dass Angst -> Anspannung und Anspannung -> Schmerz verursacht. Weiterlesen

Selbstbestimmte Geburt – (wie) geht das?

Der Deutsche Hebammenverband schrieb 2002 im „Plädoyer für die normale Geburt“:

„Die überwiegende Zahl aller Geburten in Deutschland findet in Kliniken statt (98%). Bei ca. 90% aller Geburten werden routinemäßig Interventionen durchgeführt, wie z.B. venöser Zugang, Eröffnung der Fruchtblase, zu frühes Pressen statt aktives Mitschieben, Dammschnitt und Kristellerhilfe, {…} Außerdem werden ca. 25% aller Kinder durch Kaiserschnitt oder vaginale Operationen entbunden. Der Kaiserschnitt auf Wunsch wird zunehmend als Alternative zur spontanen Geburt diskutiert und angeboten.“*

Klingt das selbstbestimmt? Mal abgesehen vom Wunschkaiserschnitt ist natürlich keine dieser Interventionen gewollt. Die Frage ist also, ob und wie sich diese Maßnahmen verhindern lassen. Weiterlesen

Geburt aus Beckenendlage – Eine Geschichte aus dem Kreißsaal

Geburten aus Beckenendlage haben mich schon immer fasziniert. Bereits in der Ausbildung habe ich mich darum gerissen Frauen mit BEL betreuen zu dürfen. Als ob ich schon damals geahnt hätte, dass auch meine Tochter aus dieser Lage auf die Welt kommen wollen würde…

Beckenendlagengeburten sind schon etwas Besonderes. Nur fünf von 100 Kindern liegen zum Geburtstermin in dieser Lage. Die Beckenendlage gehört zu den geburtsmöglichen Lagen. Da bei der BEL aber nicht der Kopf, sondern eben das Becken oder auch die Füße vorangehen, spricht man von einer Regelwidrigkeit der Kindslage. Leider liebt man Regelwidrigkeiten in der Schulmedizin nicht besonders. Weiterlesen

Begleiterscheinungen – Die Fankurve vorm Kreissaal

Die Ruhe vor dem Sturm

Frühdienst. Ich betrete das Klinikgelände um kurz vor sechs. Es dämmert. Vom kleinen Fuchs, der manchmal im Morgengrauen am Brunnen vor dem Gebäude trinkt, ist nichts zu sehen. Aber die Vögel machen schon Alarm. Im Gebäude ist es unglaublich still. Schon bald werden sich die Schwangeren zu ihren Kontrollen einfinden und die gynäkologischen „Fälle“ in der Ambulanz. Aber jetzt ist es so ruhig, dass meine Schritte durch das Gebäude hallen. Ich gehe in die Umkleide und ziehe mich um. Dann bin ich gerüstet für meinen Dienst, der gleich beginnt.

Katerstimmung

Durch das Treppenhaus gelange ich in den zweiten Stock. Hier befindet sich der Kreißsaal. Ich öffne die Tür zum Vorraum und… es zeigt sich ein Bild der Verwüstung: Coladosen, Kaffeebecher, lose Seiten von Zeitungen liegen auf dem Boden neben verklebten Pizzadeckeln und einigen paar Schuhen. Die dazugehörigen Füße Weiterlesen