Beckenendlage – Klar zur Wendung?!

Was tun, wenn dein Kind kurz vor dem Errechneten Termin noch nicht wie gewünscht mit dem Kopf nach unten, sondern in Beckenendlage liegt? Dann heißt es in der Regel: „Alles Klarmachen zur Wendung!“ Bevor man dafür jedoch in die Klinik geht, gibt es einige Alternativmethoden, die man vor dem „amtlichen“ Wendungsmanöver erst mal selbst ausprobieren kann.

Gründe für eine Beckenendlage

Ungefähr 4% aller Babys liegen am Errechneten Termin in Beckenendlage. In der Hälfte der Fälle liegt aber dafür kein erkennbarer Grund vor. Etwaige Gründe könnten dennoch sein:

Bei der Mutter:

  • (Fehl-)Formen des Beckens
  • Tumore oder Fehlbildungen der Gebärmutter
  • Tiefer Sitz oder sogar Vorliegen der Plazenta (Plazenta praevia) 

Beim Kind:

  • Mehrlingsschwangerschaften
  • Frühgeborene
  • Zu viel oder zu wenig Fruchtwasser
  • Kopfform
  • Nabelschnurproblematiken
  • Fehlende Körperspannung

Konsequenzen und Optionen

Grundsätzlich kann ein Kind aus Beckenendlage spontan (also über den natürlichen Weg) geboren werden. Bei bestimmten, ungünstigen Kriterien sollte aber eine Schnittentbindung erwogen werden. Die Entscheidung sollte von Geburtshelfern und Eltern gemeinsam diskutiert und getragen werden, denn es gibt natürlich ein Für und Wider:

Risikofaktoren bei Spontangeburt

  • Das geschätzte Geburtsgewicht liegt über 4000g
  • Vorangegangene Schnittentbindung oder andere Gebärmutteroperationen
  • Fußlage
  • Geringe Fruchtwassermenge (kann auch auf eine Plazentainsuffizienz hinweisen)
  • Bestimmte Schwangerschaftserkrankungen
  • Kindliche Wachstumsverzögerungen
  • Kopf des Kindes ist sehr viel größer gemessen, als der Bauch

Die größte Befürchtung bei einer spontanen Beckenendlagengeburt ist natürlich die mögliche Sauerstoffmangelversorgung des Kindes. Die Nabelschnur könnte eventuell länger komprimiert werden, als bei der Schädellage und beim Geburtsprozess könnten die Arme des Kindes hochschlagen, was geburtshilfliche Spezialgriffe notwendig machen würde. Dadurch kann die Geburt des Kopfes dann entsprechend länger dauern und/oder auch eine Verletzung der Arme erfolgen. Aufgrund dieser Risiken kommt es, bei der Entscheidung für eine Spontangeburt aus Beckenendlage, vor allem auf die Erfahrung und das Können der Geburtshelfer an.

Wenn das Kind also zum Ende der Schwangerschaft in Beckenendlage liegt, gibt es drei Möglichkeiten:

  1. Das Kind wird aus dieser geburtsmöglichen Lage normal geboren. Es sei denn, es liegen die oben benannten Risikofaktoren vor.
  2. Es wird ein Kaiserschnitt geplant.
  3. Man versucht das Baby noch irgendwie zur Wendung zu bewegen.

Sanfte Wendung in Eigenregie

In der Regel drehen sich die Kinder bis zur 34. SSW in die Schädellage (im Mutterpass als „SL“ eingetragen). Aber ungefähr 4% der Kinder sitzen die Sache einfach aus. Und wenn sich dein Kind ab der 35. SSW immer noch in Beckenendlage (im Mutterpass „BEL“) befindet, kannst du versuchen dein Baby in Eigenregie zur sanften Wendung zu bewegen:

Indische Brücke 
Dazu begibst du dich in Rückenlage und legst dir als Polster ein dickes Kissen unter den Po. Das Becken sollte dabei etwas höher positioniert sein, als dein Brustkorb. Lege deine Beine bequem ab. Du liegst dann ungefähr so, wie auf dem Titelbild, nur mit Polsterung. So bleibst du einfach eine Weile liegen – aber bitte nicht länger als 15 Minuten! So lange hält das aber eh keine Schwangere aus…
Dann stehst du mit etwas Schwung (!) über eine Seite auf.
Knie-Ellenbogenlage
Dazu gehst du in den Vierfüßlerstand. Aber statt auf die Hände, lehnst du dich auf deine Ellenbogen, bzw. Unterarme. Auch hierbei tront dein Becken höher als dein Brustkorb.
Der Sinn der Sache(n): Durch die „Hintern-Hoch-Lage“ soll der kindliche Popo zunächst aus deinem Becken raus rutschen und das Baby anschließend, durch dein schwungvolles Aufstehen, zu einem Purzelbaum angeregt werden. Diese Lage ist für das Baby (und leider auch für die Mutter) eher unkomfortabel. Es wird also, so die Hoffnung, eine angenehmere Position einnehmen wollen. Mach es deinem Aussitzerkind also ein bisschen unbequem und sprich ihm dann gut zu. Es ist ja nur zu seinem Besten 😉

Ich betreute mal eine Frau, die sich an der Ostsee falsch herum in die Dünen gelegt hat und ihr Kind so zur Wendung bewegte. („Schatz! Wir müssen an die Ostsee!“)

Aber Achtung: Wenn dir bei der Übung schwindelig wird, oder du dich schlecht fühlst, brich sie bitte umgehend ab.

Moxen
Das Moxen kommt aus der Chinesischen Medizin. Dabei hält man eine glühende Moxa-„Zigarre“ wenige Zentimeter vor bestimmte Akupunkturpunkte. In diesem Fall ist das „Blase 67“, am Nagelfalzwinkel der kleinen Zehe. Der Punkt wird dadurch erwärmt, also tonisiert. Dadurch soll das Baby über die Leitbahnen zur Wendung angeregt werden. Moxazigarren/Stäbchen bestehen aus gerolltem, oder gepresstem Beifuß. Am besten auf dem Balkon oder bei geöffnetem Fenster anwenden.

Taschenlampen-Methode
Mit einer Taschenlampe leuchtest du dem Baby den Weg. Ich gestehe, das hört sich wild an. Aber es gibt Leute, die behaupten, so hätte es funktioniert. Ich hab es, in meiner Verzweiflung meine Tochter noch zur Wendung zu bewegen, auch versucht. Allerdings ohne jegliche Reaktion. Und auch heute noch – mit 15 Jahren – muss man gute Argumente vorbringen, um sie zu etwas zu bewegen, das sie nicht möchte. 😉

Glöckchenmethode
Funktioniert ebenso (wenig?) wie die Taschenlampenmethode. Aber ich führe es hier mal der Vollständigkeit halber auf. Auch hierauf schwören manche Eltern.

Chiropraktorik
Bei dieser Methode, wird die Mutter behandelt und bekommt in der Regel auch Übungen mit nach Hause. Durch eine optimierte Körperhaltung der Mutter, soll das Kind dazu angeregt werden, die Schädellage einzunehmen. Die Chiropraktorik geht davon aus, dass Haltungsprobleme bei der Mutter die Ursache für die „falsche“ Lage beim Kind sind.

Wenn alle sanften Versuche fehlschlagen, so wie bei mir, dann besteht immer noch die Möglichkeit zum Wendungsversuch in die Klinik zu gehen:

Äußere Wendung durch Fachpersonal

Zwischen der 36. SSW und der Geburt kann eine äußere Wendung versucht werden. Am besten bei SSW 37+0, denn dann ist das Kind noch ausreichend klein, so dass die Wendung sehr wahrscheinlich Erfolg hat. Und im Falle einer Komplikation kann es immer noch geholt werden, ohne eine Frühgeburt zu sein.

Der Ablauf ist in etwa so: Erst meldet man sich zum Vorgespräch an. Dort wird ein Ultraschall gemacht, bei dem geschaut wird, wie schwer das Baby ist, wie es genau liegt, wie viel Fruchtwasser vorhanden ist und an welcher Stelle in der Gebärmutter die Plazenta sitzt. Auch über Risiken wird gesprochen – dazu später mehr.

Am Tag an dem die äußere Wendung versucht wird, kommt man morgens nüchtern (also ohne zu Frühstücken) in die Klinik. Nach einem weiteren Ultraschall – es gibt nämlich Kinder, die sich in der Nacht vor der Wendung schnell noch drehen – wird erst mal ein CTG geschrieben, um zu sehen, dass es dem Kind gut geht. Parallel wird ein Zugang gelegt. Den braucht man, um ein wehenhemmendes Mittel zu geben. Denn sonst könnten, hervorgerufen durch die äußere Manipulation am Bauch, ungewollt Wehen entstehen.
Dann wird das Becken, ähnlich wie bei der Indischen Brücke, hochgelagert.
Nach ungefähr 20 Minuten kann die Wendung versucht werden. Dabei bemühen sich zwei Geburtshelfer das Kind genau so zu schieben, dass es einen Purzelbaum macht.
Ich sage deshalb „versucht“ und „bemühen“, weil die Statistik eine Erfolgschance von ungefähr 50% belegt. Manche Kliniken haben etwas bessere Statistiken.

Risiken
Bei der Wendung gibt es, wie bei allen medizinischen Eingriffen, Risiken. Diese zitiere ich nachfolgend aus einer statistischen Erhebung der Berliner Klinik für Geburtsmedizin „Vivantes Klinikum Neukölln“.
Die Statistik bezieht ihre Werte aus den Wendungsversuchen bei 1026 Frauen.

Die wohl schwerwiegendste Komplikation der äußeren Wendung ist die vorzeitige Plazentalösung. In unserem Wendungskollektiv musste die Diagnose in 3 Fällen (0,3%) gestellt werden. Bei 4 Patientinnen (0,4 %) kam es innerhalb von 2 Stunden nach der äußeren Wendung zu einem vorzeitigen Blasensprung, bei 34 Patientinnen (3,3 %) wurden anhaltende Wehen innerhalb von 24 Stunden registriert. Vaginale Blutungen hatten 30 Patientinnen nach Wendung, was einem Prozentsatz von 2,9 % entspricht. (…) Im aktuellen Kollektiv war ein Notkaiserschnitt in zwei Fällen (0,19%)erforderlich. Der Eingriff wurde im unmittelbar dem Kreißsaal angrenzenden OP durchgeführt. Schnellsectiones nach Wendungsversuch waren auch in den Jahren 1980 bis Juni 1999 ein extrem seltenes Ereignis und wurden bei 25 Patientinnen von insgesamt 2026 durchgeführt, was einem Prozentsatz von 1,2 % entspricht.

Klarmachen zur Wendung – oder lieber nicht?

Ich persönlich empfehle (bei von mir betreuten Frauen!) die äußere Wendung eigentlich immer, vorausgesetzt es gibt keine zusätzlichen Risikofaktoren.
Manche Wendungen gehen ganz leicht, so als hätte das Kind nur auf einen kleinen Anschubser gewartet. Andere sind schwieriger und auch schmerzhaft, denn es ist sicher kein angenehmes Manöver! Wenn man aber während der Wendung Angst bekommt, kann man natürlich jederzeit „STOP“ sagen und abbrechen.

Unabhängig davon, ob eine Wendung erfolgreich war oder nicht, wird das Kind anschließend noch eine Zeit lang per CTG überwacht, um sicher zu gehen, dass es ihm gut geht. In der Regel geht man aber am Tag der Wendung wieder nach Hause.

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Beckenendlagengeburt

Und wenn nun alle Wendungsversuche fehlgeschlagen?
Dann gibt es immer noch die Möglichkeit, sich für eine spontane Beckenendlagengeburt zu entscheiden. Denn die Beckenendlage ist eine geburtsmögliche – wenn auch seltene – Lage! Oder eben der geplante Kaiserschnitt.

Übrigens: Im Jahr 2000 gab es eine Studie (Hannah M et al), die Beckenendlagengeburten schlechte Ergebnisse bescheinigte. Durch das Kompetenzzentrum Steißgeburten der Universität Bern kann man die methodologischen Mängel der Hannah-Studie in folgender Masterarbeit von 2011 gut nachvollziehen.
Leider spukt diese Studie auch heute noch in den Köpfen einiger Geburtshelfer herum. Darum: Wenn ihr eure Beckenendlage spontan gebären wollt, dann sucht euch eine Klinik, die auf der Höhe der Zeit arbeitet und sich mit Beckenendlagen gut auskennt. Aus meiner Sicht gibt es, wie beschrieben, nur wenig Gründe, eine Beckenendlage nicht spontan zu bekommen.

Prof.Dr.med. Kainer, Teamchefarzt der Abteilung Geburtshilfe und Pränatalmedizin an der Klinik Hallerwiese in Nürnberg fasst den Stand der Forschung zu dem Thema sogar folgendermaßen zusammen:

Für das Kind macht es keinen Unterschied, ob es vaginal oder per Kaiserschnitt zur Welt kommt.

Dieses Zitat habe ich aus der Juliausgabe 2014 der Apothekenzeitung „Baby und Familie“ entnommen, in der ich ebenfalls kurz zu Wort komme.

Vierfüßlerstand

Meine Tochter blieb von allen oben genannten Methoden unbeeindruckt und hat sich nicht zur Wendung bewegen lassen. Für mich war klar, dass ich eine spontane Geburt zumindest versuchen wollte. Es lagen auch keine Risiken vor. Leider war es zu der Zeit (1999) noch üblich, zumindest für den Endspurt unter der Geburt in Steinschnittlage zu gehen. Heute lautet die Empfehlung, Frauen mit Beckenendlage, im Vierfüßlerstand zu entbinden. Das kommt dem Geburtsmechanismus einer Beckenendlage deutlich mehr entgegen. Trotzdem hatte ich eine sehr schöne, spontane Beckenendlagengeburt. Und meine Tochter macht heute noch immer ihr ganz eigenes Ding. Gut so! 😉

Geburtsbericht “Mit dem Popo voran”

“Babys in Beckenendlage sind nicht falsch, sondern nur andersherum” sagte sich Cathleen und erlebte allen Widerständen zum Trotz eine schöne Spontangeburt.
Hast du Lust auf einen schönen Geburtsbericht, passend zum Thema? Dann lies: “Mit dem Popo voran – Geburtsbericht einer Beckenendlage

Gretchenfrage

Wie hast du dich entschieden und warum? Wie war es bei dir? Was hast du ggf. zur Wendung unternommen? Hast du noch einen heißen Tip auf Lager?
Oder: Wie würdest du dich entscheiden, wenn es soweit kommen sollte?

Jede Frau hat das Recht auf eine positive, selbstbestimmte Geburtserfahrung. Seit ich Hebamme geworden bin verhelfe ich Frauen dazu.
Ich bin Jana Friedrich, Mutter von zwei Kindern, Hebamme seit 1998 (und seit September 2020 mit B. Sc. of Midwifery), Bloggerin seit 2012, Autorin zweier Bücher, Speakerin und Expertin im Themenbereich Familie. Mit meiner Expertise unterstütze ich darüber hinaus auch Kulturschaffende, Firmen und Politiker*innen.
In diesem Blog teile ich mit dir mein Wissen und meine Erfahrung rund um Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und das erste Jahr mit Baby.
Du bekommst bei mir Informationen, Beratung und „Zutaten“ zur Meinungsbildung für eines der spannendsten Abenteuer des Lebens.

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135 Kommentare
  1. Avatar
    Heike sagte:

    Meine Tochter lag auch in Beckenendlage, und es hieß, dass der Kopfumfang relativ groß sei. Ich entschied mich auch für einen Wendeversuch, bereute es danach aber versucht zu haben. Es war wie oben erwähnt schmerzhaft , auch die kommenden Tage noch, und ich hatte Wehen bis in den nächsten Tag hinein. Meine Hebamme versuchte es auch mit Moxen, der Brücke.. Nichts half. Am Ende entschied ich mich in der 40ssw für einen Kaiserschnitt. Alles ging gut, meine Maus ist gesund zur Welt gekommen. Der Kopfumfang war kleiner als im Ultraschall vermessen. Ich hätte es gerne auf natürlichem Wege versucht, hatte nicht genügend Mut und zuwenig Unterstützung.. . Der Gedanke was wäre wenn…lässt mich aber nicht mehr los. Es war allerdings mein erstes Kind und wer weiß:-)

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    • Avatar
      Jana Friedrich sagte:

      Liebe Heike, sie wollte sich offensichtlich nicht drehen. Schade, dass Dich keiner darin unterstützt hat es spontan zu versuchen.
      Ich drück Dir die Daumen für’s Zweite!
      Liebe Grüße
      Jana

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  2. Avatar
    Katharina sagte:

    Meine kleine war in der 36. SSW noch in Beckenendlage und die verschiedenen Reaktionen waren interessant. Meine Geburtsvorbereitungshebamme war total entspannt und meinte, dann ist die Kleine halt ein Spätzünder, aber ich solle mich bloß nicht verrückt machen, sie dreht sich bestimmt noch. Meine Frauenärztin war mega unentspannt und sprach gleich von Kaiserschnitt.
    Da wir uns wie beim ersten Kind für das Geburtshaus Fulda entschieden hatten, fragten wir natürlich auch dort nach Rat.
    Unsere Hebamme da war tendenziell auch eher etwas beunruhigt, hat aber gleich gefragt ob ich irgendwelche Ängste hätte oder sehr angespannt wegen etwas sei, das wäre ihrer Meinung nach auch oft ein Grund, wenn die Babys sich nicht drehen. Dann hat sie uns erstmal super beraten über die Möglichkeit einer Spontangeburt trotz Beckenendlage und hat uns als Hausaufgaben die indische Brücke und eine “Zigarre” zum Moxen mitgegeben.
    Und ihr bester Rat war, ich solle mal ganz entspannt Zwiesprache mit meiner kleinen halten und sie vom drehen überzeugen. Bei der Heimfahrt hab ich genau das dann getan und wirklich versucht, mich zu entspannen, was auch gut funktioniert hat. Zuhause haben wir dann erst die indische Brücke ausprobiert und anschließend gemoxt und irgendwann dabei hat mein Bauch gerumpelt wie verrückt.
    Naja, und beim nächsten Termin am nächsten Tag lag die kleine Maus richtig rum!
    Was davon genau geholfen hat kann ich nicht sagen, aber der Rat mit dem bewusst entspannen und in sich gehen hat zumindest für mich persönlich sehr gut geholfen!!!
    Der Kommentar ist ein bißchen länger geworden als geplant…. Sorry dafür! 🙂

    Lg Katharina

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    • Avatar
      Jana Friedrich sagte:

      Liebe Katharina,
      ich bin immer etwas zwiespältig, wenn Hebammen, oder Ärzte den Frauen sagen, sie sollen mal in sich gehen, wahrscheinlich gibt es da noch eine innere Blockade. Manchmal stimmt das vielleicht, kann aber auch zu einem schrecklich schlechtem Gewissen/ Gefühl führen. Bei Dir war es wohl die richtige Anregung. Das ist gut.
      Sie hat Dich ja dann auch super, ausführlich beraten. Das ist manchmal die beste Therapie, dass man seine Optionen kennen lernt und merkt, es gibt mehrere Wege.
      Vielleicht hat es auch einfach geholfen sich noch einmal ganz bewusst zu entspannen und dem Baby Raum zu geben.
      Auf jeden Fall: toll, dass es geklappt hat.
      Übrigens ich liebe ausführliche Kommentare! 😉
      Liebe Grüße
      Jana

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  3. Avatar
    Bianca sagte:

    Mein Sohn lag bis zur 39. SSw in Bel… Meine Frauenärztin hat mich schon in der 30.ssw verrückt gemacht … Meine Nachsorgehebamme kam mit ins Boot und es schwirrte andauernd das Wort “Kaiserschnitt” um mich herum… Glücklicherweise hatte ich noch meine Hebammen aus dem Geburtshaus … Auch von ihnen bekam ich die von dir bereits beschrieben Tipps… Was habe ich mich mit der indischen Brücke gequält… Es war schweineheiß und ich hatte ne Mordskugel! Akupunktiert haben wir auch… Außerdem habe ich mir ständig eine Spieluhr auf den Bauch gelegt, dahin, wo sich das Baby drehen sollte…. Ich habe Purzelbaumöl probiert und Homöopathie… Dann bin ich in mich gegangen und habe mir überlegt, was mir mein Baby sagen wollen könnte mit seinem “Sitzstreik”…. Die ganze Zeit hatte ich von diesem kleinen Wesen erwartet, dass es mich mit meinem ersten Geburtserlebnis versöhne, ich habe versucht, von diesem Gedanken abzukommen, mich mit allen Eventualitäten anzufreunden, löste mich von meiner Frauenärztin, die mich zudem wahnsinnig machte,wegen Gestationsdiabetes ( den ich mit der Ernährungsumstellung wunderbar im Griff hatte) und weil der Kleine der Größennorm nicht entsprach (meine Kinder sind nunmal ziemliche Dickschädel 🙂 )… Und siehe da… War das Köpfchen plötzlich unten zu ertasten … Und ich entband 40+4 meinen wunderschönen kleinen Jungen, (54cm, 4200gr, 38cm KU) Schädellage, spontan im Geburtshaus nur begleitet von zwei wundervollen Hebammen und dem Papa.
    Die Geburt aus Beckenendlage wäre übrigens theoretisch auch im Geburtshaus möglich gewesen…. Nur war der Belegarzt in Urlaub zum errechneten Termin…
    Ist ganz schön lang geworden, rührt aber auch so einiges auf 😉
    Ich grüße ganz lieb,
    Bianca

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    • Avatar
      Jana Friedrich sagte:

      Liebe Bianca, gut, dass Du noch darauf gekommen bist, was vielleicht das Problem war.
      Du hast völlig Recht mit der Relation vom Körper (vor allem Becken) der Mutter und der Größe des Kindes. Ob ein >4000g-Kind passt,oder halt nicht, kann man eigentlich nicht so pauschal sagen. Aber da greifen die Leitlinien. Bei >4000g müssen die Eltern über bestimmte Risiken aufgeklärt werden. Das führt meistens zur Verunsicherung…Wenn ein Arzt das nicht macht und es passiert etwas, ist er dran. So ist das.
      Danke für Deinen “langen” Beitrag! 🙂
      Liebe Grüße

      Antworten
  4. Avatar
    Karen sagte:

    Hallo!
    Ich habe eben den Artikel zur BEL im Apothekermagazin gelesen.
    Ich bin in der 36. SSW mit Zwillingen und beide liegen seit 3 Wochen mit dem Kopf nach oben. In der Klinik geht man derzeit von einem geplanten Kaiserschnitt 2-3 Wochen vor Termin aus. Meine Frauenärztin sagt auch, dass sie diese Wendemethoden bei Zwillingen nicht anwenden würde, da einfach mit zwei Plazenten, 2 Nabelschnüren und 4 Armen und 4 Beinen schon viel im Bauch ist, was “aneinanderhakeln” kann. Meine hebamme sagt auch, sie würde auf die Klinikmeinung bauen, weil die da einfach viele Geburten und auch einige Zwillingsgeburten haben.
    Hat jemand, vor allem Du, Jana, dazu Erfahrungen oder Meinungen?
    Nächste Woche bin ich wieder in der Klinik und wenn sie dann noch so liegen wird ein Kaiseschnittermin fixiert.

    Freue mich über ein Feedback!

    Viele Grüße,
    Karen

    Antworten
  5. Avatar
    Sandra sagte:

    Hallo Jana, unser Sohn hat sich kurz vor knapp noch dank Akupunktur durch meine Hebamme gedreht. Er hatte zuvor immer nur gesessen und keine Anstalten gemacht sich zu drehen 😉 ich kann das wirklich bestens empfehlen! Damals sagte mir meine Ärztin, dass einen äußere Wendung bei mir nicht möglich sei, da ich eine Vorderwandplazenta hatte. Ist das immer so und wird auch hier individuell entschieden? Danke und viele Grüße, Sandra

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    • Avatar
      Jana Friedrich sagte:

      Eine Vorderwandplazenta spricht generell gegen eine Wendung. Hier ist durch die kräftige Manipulation das Risiko zu groß, dass sie sich ablöst.
      Ich hab noch nicht erlebt, dass anders entschieden wurde.
      LG
      Jana

      Antworten
      • Avatar
        Ulrike sagte:

        Hallo,

        unsere Kleine hat sich nicht gedreht, so dass wir in der Woche 37+1 eine äußere Wendung vorgenommen lassen haben und ich habe eine Vorderwandplatzenta. Die Wendung wurde in der Charite durchgeführt und Dr. Larry Hinkson ist dafür absolut zu empfehlen! Viele Grüße, Ulrike

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        • Avatar
          Anne sagte:

          Hallo Ulrike, hallo Jana,

          ich bin heute 37+0 und habe am Freitag (37+4) einen Termin zur Wendung in der Charité (bei Larry Hinkson). Auch ich habe eine Vorderwandplazenta. Als ich gerade gelesen habe, dass dann keine Wendung durchgeführt wird war ich etwas baff – zum Glück darunter dein Kommentar.
          Mein Gefühl schwankt ja nach Tageszeit. Am Tag bin ich entspannt und denke, ‘wenn es nicht klappt entbinde ich BEL’, nachts mache ich mir schonmal Gedanken (so wie jetzt 4:30 Uhr).
          Ich habe such viele Storys aufgetischt bekommen von Nabelschnurumwicklungen und damit verbundenen Behinderungen, Arme hochreißen und Knoten in der Nabelschnur.
          Zum Glück habe ich eine Beleghebamme die mich sehr gut betreut und auch schon meinen Sohn (SL) mit mir zur Welt brachte.
          Sie sagt ich soll auf mein Gefühl hören und Frauen haben gute Verbindungen zu ihren Baby (ich will nicht noch weiter ausholen), aber ich glaube ich bin nicht gut im in mich hineinhören.
          Wie war denn die Wendung bei Dr. Hinkson? Wann hast du entbunden (40/0) und wie (spontan, SL) ? Danke für deinen Kommentar und die tollen Berichte zu BEL Geburten.

          LG Anne

          Antworten
          • Avatar
            Jana Friedrich sagte:

            Liebe Anne, am Besten du wartest mal den Termin mit L.H. ab. Der ist klasse und extrem beruhigend.
            Dann schaust du, wie du dich fühlst.
            Viel Glück!
            Jana

          • Avatar
            Natascha sagte:

            Hallo,
            ich wollte nur für nachfolgende Leser*innen schreiben: bei mir wurde auch trotz Vorderwandplazenta eine Wendung versucht (in einer Klinik, die viel Erfahrung mit Wendungen und BEL-Geburten hat). Bei mir allerdings ohne Erfolg. Ich habe spontan entbunden und die Geburt lief sehr gut.
            Ich bin aber auch sehr froh, dass ich sowohl von meinem FA-Arzt, meiner Hebamme und meiner Geburtstklinik super unterstützt wurde.

      • Avatar
        Sandy sagte:

        Hallo an alle, meine beiden Töchter waren beide BEL und ich habe bei beiden eine Wendung machen lassen. Bei der Großen hat es nicht geklappt aber bei der Kleinen. Die Wendung wurde trotz Vorderwandplazenta erfolgreich durchgeführt und war problemlos. Die Ärzte müssen sich nur trauen und viel Erfahrung haben dann geht es genau so.
        Ich Durfte dann Gott sei Dank das Wunder der Geburt erleben,obwohl die Ärzte in der heimischen Klinik mich nach Sectio beim ersten Kind und Wendung schon in den OP zum Kaiserschnitt schieben wollten!!
        Klar besteht immer ein Risiko, aber wir sind ein Beispiel dafür das es geht und ich würde es immer wieder so machen so lange das Baby nicht gefährdet wird natürlich! Das hat erste Priorität! Aber der Wendungsversuch ist immer besser als gleich zu sagen wir machen einen Kaiserschnitt!

        Antworten
  6. Avatar
    Marina sagte:

    Hallo Jana,
    ich bin derzeit in der 37. Woche und mein Kleiner sitzt fast seit 10 wochen hartnäckig in BEL. Nach einem Besuch beim Osteopathen hatte er auch die linke Bauchhälfte als Aufenthaltsort für sich entdeckt. So rutscht er von Tag zu Tag mit Popo und Rücken von rechts nach links etc.
    Für das Moxen war ich leider schon zu spät, so die Hebamme im KH. Ich verweile aber 1-2 pro Tag in der indischen Brücke und weise dem Kleinen praktisch den Weg mit Massagen in Purzelbaumrichtung.
    Nächste Woche habe ich einen Termin mit dem Oberarzt in unserem KH, weil ich gerne vaginal entbinden möchte. Meine Tochter kam vor 3 Jahren ohne Komplikationen und PDA mit Normalmaßen zur Welt. Also habe ich Hoffnung, dass es diesmal auch klappt, eben mit Popo zuerst.
    Es wäre schön wenn sich der Kleine noch dreht (für die Nerven vom Papa allemal), aber ich glaube es ja fast nicht mehr 😉
    Eine äußere Wendung kam bzw. kommt für mich nicht in Frage bzw. fühl ich mich dabei nicht wohl, da unser Sohnemann bestimmt einen Grund hat “falsch” zu liegen.
    Wir werden sehen was kommt.
    Vielen Dank für deinen Bericht. Den hatte ich quasi sehnsüchtig erwartet 😉
    Liebe Grüße
    Marina

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    • Avatar
      Jana Friedrich sagte:

      Hallo Marina, Danke! Das freut mich, dass der Zeitpunkt für dich genau richtig war. Wenn Du das Gefühl hast, die Lage ist “richtig” so, dann mach auch keine Wendung. Die einzige echt dramatische Wendung habe ich bei einer Frau erlebt, die dazu überredet wurde.
      Ich bin gespannt, wie Ihr Euch nach dem Gespräch entscheidet. Nach einer unkomplizierten Spontangeburt sollte diese hier ja so, oder so kein Problem sein.
      Viel Glück Euch!
      Liebe Grüße
      Jana

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  7. Avatar
    Nina sagte:

    Meine Tochter (2011 geboren) wechselte ab der 18 Schwangerschaftswoche (soweit ich das mitbekommen habe) grundsätzlich vor jedem Ultraschalltermin ihre Position und war auch sonst sehr aktiv in ihrer “1-Raumwohnung” unterwegs, was auch jetzt noch ihrem Wesen entspricht: sie ist nach wie vor ein äußerst lebhaftes Kind.

    Ab der 34. SSW “hockte” sie in der zweiten Beckenendlage fröhlich auf meinen Nieren herum, bis ich an einem Montag in der 37. Woche dann mit einem Nierenstau, Fieber und Wehen ins Krankenhaus meiner Wahl fuhr. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich mit “Fräulein Comaneci” schon ausgemacht, dass ein Kaiserschnitt “nicht drin ist”. Schließlich hatte mich intensiv zur BEL belesen,war längst ein Fan von Ina May “The Business Of Being Born” und “A Breech In The System” – das musste jetzt einfach was werden. Klar die Ausgangslage war icht gerade ideal, das versicherte mir auch die diensthabende Ärztin, aber ich war mir trotzdem sicher: wir schaffen das… nur nicht mehr heute. Ich lehnte also den Kaiserschnitt ab und bekam erst mal Antibiotika verabreicht, was ich aufgrund der sich anbahnenden Nierenentzündung so oder so hätte nehmen müssen. Und siehe da: das Fieber verschwand und mit ihm die Wehen. Mein Muttermund war zwar immer noch 3cm weit offen, aber meiner Turnerin und mir ging es bestens.
    Also alles auf Anfang. Ich blieb zur Beobachtung im Krankenhaus, machte meine Übungen (einmal für Nieren & Blase und die Brücke für das Kind) und wartete… und wartete. An dieser Stelle möchte ich übrigens einmal erwähnen, dass es einen unheimlichen Unterschied macht, wenn man die Schwestern, Hebammen und Ärzte mit einem freundlichen “Einen wunderschönen guten Morgen!” begrüßt – auch dann wenn man sich der absurden Mischung aus klinischer Langeweile und vorgeburtlicher Anspannung schutzlos ausgeliefert fühlt. Ein Krankenhaus ist kein Hotel. Man muss nicht mit jedem in medizinischer Hinischt einer Meinung sein, aber Respekt und Wertschätzung(!) haben noch nie geschadet.
    Jedenfalls gab es am Freitag noch einen Fehlalarm – unter der Beschallung mit 90er Jahre Musik aus dem Radio im Entbinungszimmer verschwanden meine Wehen genau so plötzlich wie sie gekommen waren. (Dido ist eben viel zu entspannend…)

    Aber in der Nacht zum Sonntag ging es dann endlich los – Wehen gleich im 2-3 Minuten Abstand und ein letztes klärendes Gespräch mit dem Stationsarzt. Ich wollte es wenigstens versuchen. Über die Risiken wusste ich Bescheid, sah das ganze als einen “ergebnisoffenen Prozess”. Ein Abenteuer mit ungewissem Ausgang, eine Fahrt ins Blaue. Die Richtung: Sonnenaufgang (es war ja kurz nach 1:00 Uhr morgens), das Ticket: eine Faltkarte aus Euphorie, Schmerz und Willenskraft. Die Euphorie brachte mich über die ersten 2 Stunden (wie Weihnachten und die erste Verliebtheit in einem Hormonmixgetränk), danach übernahm der Schmerz. Irgendwann war ich in meiner eigenen kleinen Welt, die nur aus bewusster Atmung und kreisenden Hüftbewegungen bestand. Dann der Endspurt: die erste Presswehe war kurz abecocktail)cocktail)r heftig. Die Hebamme hatte bereits grünes Licht gegeben – der Hintern war fzu sehen, die Herztöne meiner Tochter (man glaubt es kaum) im Ruhebereich… (O-Ton Hebi: “Also ihre Tochter ist von der ganzen Sache hier gar nicht beeindruckt, aber Sie machen das wirklich wunderbar!”) Mit der nächsten Wehe wollte ich gleich mitgehen, doch ich zögerte erst mal, alles fühlte sich sehr wund an. 3 Wehen rollten “über mich hinweg”, dann gab ich nach und in einem Rutsch (der Damm hielt wider Erwarten stand) war sie da – pünktlich zum Sonnenaufgang um 6:42 Uhr. Ein Sonntagskind an einem goldenen Oktobertag. Eine “perfekte” Geburt also? Aus meiner Sicht ja, bedenkt man alledings die Umstände, dann ist schnell klar, was alles hätte passieren können.

    Ich würde es trotzdem immer wieder genau so machen, rate aber dennoch dazu sich vorher genau zu informieren und dann zu entscheiden. Wichtig ist es, zu seiner Entscheidung zu stehen und sich in keinem Fall hinterher Vorwürfe zu machen. Weder beim geplanten, noch beim Notkaiserschnitt oder anderen Interventionen und Komplikationen. Jede Geburt ist anders, man kann nicht alles planen, vorbereiten oder gar verhindern. Aber man kann positiv an die Sachen heran und mit ihnen umgehen. 😉

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  8. Avatar
    Wolke sagte:

    Danke für diesen Artikel, er kommt genau zur richtigen Zeit- Mittlerweile bin ich bei 27+6 und unsere Maus (auch eine Turnerin) liegt gerade mit dem Kopf nach oben und mit dem Popo sitzt sie auf meiner Blase. Noch bin ich relativ ruhig und denke, dass sie sich noch drehen wird, aber komisch ist das schon. Die äußere Wendung kommt auch bei mir nicht in Betracht, da auch ich eine Vorderwandplazenta habe. Nun ja, warten wirs ab, Verrücktmachen kann ich mich auch noch in 10 Wochen ;-). Die BEL-Quote von 4 % beruhigt ungemein :-). Beim nächsten Vorsorgetermin bei meiner Hebamme werde ich das Thema trotzdem schon mal ansprechen.

    Viele Grüße
    Wolke

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  9. Avatar
    Kirstin sagte:

    Meine Tochter saß bis in die 39. Schwangerschaftswoche noch mit dem Kopf nach oben in meinem Bauch. Sie war, zumindest als die Ultraschalluntersuchungen gemacht wurden, auch nie einer anderen Position.
    Ich war die ganze Zeit ziemlich entspannt. Schließlich habe ich mich damals spontan vor dem geplanten Kaiserschnitt noch gedreht und der Papa der Kleinen wurde sogar aus Beckenendlage geboren. Wir waren also darauf gefasst, dass es eine gewisse genetische Prädisposition für die Beckenendlage gab.
    Meine Frauenärztin war zum Glück auch sehr entspannt. Sie hat mich erst in der 38. SSW an die Klinik zu einem Gespräch überwiesen. Einen Termin haben wir dann knapp eine Woche später am Mittwoch bekommen.
    Das Gespräch fand ich sehr unbefriedigend. Wir haben mit der Oberärztin gesprochen, die uns vor allem von Risiken erzählt hat. Sei es die Geburt aus BEL oder eben die Äußere Wendung. Ärzte sehen irgendwie oft nur Komplikationen und Fehler statt des Menschen der vor ihnen sitzt…
    Wir haben einen Kaiserschnitt von vornherein ausgeschlossen, sofern es zu vermeiden war. Blieben also die Optionen Spontangeburt aus BEL oder Versuch der Äußeren Wendung.
    Ich war besonders frustriert, da sie meinte eine vaginale Geburt aus BEL müsse in jedem Fall aus der berühmt berüchtigten Steinschnittlage geschehen, damit man da unten maximalen Platz hat. Außerdem meinte sie es müsse auf jeden Fall ein Dammschnitt gemacht werden und damit war ich absolut nicht einverstanden. Ich habe vorher viel zu Geburten aus BEL gelassen, auch hier auf deinem Blog und war mir sicher, dass ich auch eine Geburt aus Beckenendlage schaffen könnte – auch ohne Dammschnitt.
    Da eine BEL-Geburt wie ich sie mir vorstellte in dieser Klinik allerdings nicht möglich schien haben wir uns für den empfohlenen Versuch der Äußeren Wendung entschieden. Am Freitag sollten wir zur Voruntersuchung wiederkommen und am Montag sollte dann die Wendung durchgeführt werden.

    Für mich war das emotional sehr aufreibend, da ich mir nicht sicher war, ob eine Äußere Wendung wirklich der richtige Schritt war. Auf eins von den unwarscheinlichen aber möglichen Risiken hatte ich jedenfalls keine Lust. Zum Glück hat der Papa mir seelischen Beistand geleistet. Ich habe dann viel die indische Brücke gemacht und am Mittwochabend, als ich besonders unsicher war, haben wir es auch mit der Taschenlampe versucht.
    Irgendetwas besonderes gespürt habe ich nicht, denn bei mir im Bauch war immer schon viel los. Als wir dann am Freitag in der Klinik zur Voruntersuchung waren, wurde dann beim Ultraschall festgestellt, dass sie sich jetzt in Schädelllage befand. Wir waren sehr glücklich und sehr erleichtert. :)))
    Der ganze Quatsch mit der Äußeren Wendung wurde also abgeblasen.

    Am 4.6.2014 (41+4 SSW) um 12:33 kam unsere Tochter dann spontan zur Welt. Auch wenn sie 11 Tage nach dem Termin kam, war sie nicht übertragen. Ausschließlich die Hände waren leicht vom Fruchtwasser angegriffen. Ich habe die Geburt ohne Schmerzmittel, Schnitt oder Tropf überstanden. Nur einen Riss in der Scheide und der Labien habe ich davon getragen.

    Viele Grüße,
    Kirstin

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    • Avatar
      Jana Friedrich sagte:

      Wow, ganz frisch! Herzlichen Glückwunsch!
      Super, dass es noch geklappt hat. Ich hab den Purzelbaum von meinem Sohn auch nicht gemerkt. Auch er hat ihn heimlich in der Nacht vor dem Wendungstermin gemacht. 😉
      Liebe Grüße und eine schöne Wochenbettzeit!
      Jana

      Antworten
  10. Avatar
    Anna sagte:

    Hallo,
    Ich komme quasi gerade erst aus der Klinik nach einer erfolgreichen äußeren Wendung. 🙂 Ich bin gerade 37+1. Wir waren am Dienstag zum vereinbarten Termin zur Geburtsanmeldung verabredet. Eigentlich hatte sich der kleine Mann nach endlosen Wochen in BEL.zwischendurch schon mit dem Kopf nach unten gedreht, was sowohl Frauenarzt als auch Hebamme ertastet hatten. Letzte Woche beim Ultraschall lag das Köpfchen aber wieder unter meinem Herzen – wie auch immer er das geschafft hat! 😉 Da meinte der Arzt aber schon, dass noch genug Platz zum Drehen da ist und hat mit mir auch schon einige Möglichkeiten zur Wendung besprochen. Er ist auch Gott sei Dank keiner, der gleich mach einem Kaiserschnitt schreit, denn den will ich nicht, wenn es nicht unbedingt nötig ist. 🙂
    Am Dienstag in der Klinik meinten sie dann gleich, dass sie eine Wendung machen würden, wenn ich das will und dass ich gleich am nächsten Tag kommen kann. Ich und mein Freund wurden da auch super und umfassend beraten. Also sind wir gestern früh wieder in die Klinik, ich wurde vorbeteitet mit Ultraschall, CTG und Zugang und dann hat die Ärztin, die uns auch beraten hat, die Wendung durchgeführt. Dabei hat die Oberärztin den Ultraschall geführt, eine Hebamme das CTG umd eine weitere Schwester stand noch dabei. Mein Freund durfte selbstverständlich auch dabei sein. Es ging alles ganz fix, der Kleine hat super mitgemacht und es war nicht ein bisschen unangenehm, geschweige denn schmerzhaft. :
    Ich war aber auch recht entspannt, da ich mir ja vorher schon mit dem Frauenarzt darüber Gedanken gemacht habe. Beim CTG war dann das Baby später ein bisschen aufgeregter als sonst aber das hat sich schnell gelegt und nun hoffe ich nur noch, dass er bleibt, wo er ist. Da er nämlich generell ein sehr aktives Kerlchen ist, habe ich auch nie unterscheiden können wo seine Bewegungen ihn gerade hinführen. 😉 Aber das beobachten wir jetzt und dann ist es hoffentlich bald soweit.

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  11. Avatar
    Heidi sagte:

    Ich habe im Februar 2013 meinen Sohn spontan aus Beckenendlage geboren.

    Vor allem die letzten Wochen der Schwangerschaft habe ich mit vielen Sorgen und Ängsten in Erinnerung. Bei 37+0 hatte ich einen Termin für die äußere Wendung, von dem ich mir viel erhofft hatte. Im Vorfeld hatten wir es bereits mit indischer Brücke, Musik und Taschenlampe versucht, allerdings ohne Erfolg. Bis kurz vor ET waren die Maße meines Sohnes leider auch sehr ungünstig für eine Spontangeburt (schmaler Bauch, großer Kopf). Deshalb hatte ich in den letzten Schwangerschaftswochen immer einen drohenden Kaiserschnitt im Kopf, vor dem ich ziemlich Angst hatte. Ich ging also mit sehr vielen Hoffnungen in den Tag der Wendung. Insgesamt verbrachte ich etwa 9 Stunden im Krankenhaus (ohne Essen!), die geprägt waren von viel warten, viel Papierkram und schlechter Betreuung. Allein beim Anästhesisten verbrachte ich 2 Stunden im Wartezimmer. Leider schlug der Wendeversuch dann auch noch fehl, sodass ich total erschöpft und enttäuscht aus dem Tag ging.

    Im Laufe der nächsten Wochen wuchs der Kopf meines Sohnes dann nur noch wenig, dafür der Bauch umso mehr, sodass die Bedingungen für eine spontane Geburt günstig waren. Hier muss ich sagen, dass ich auch enormes Glück hatte, in einer Klinik zu entbinden, die auf spontane BEL spezialisiert ist. Bei den Untersuchungen im Vorfeld haben mir die Ärztinnen Mut gemacht, eine spontane Geburt zu wagen. Das hat mir sehr viel geholfen. Einen Tag vor ET hatte ich dann einen Blasensprung, der Ultraschall in der Klinik ergab, dass ein Fuß zu unterst im Geburtskanal lag, was aber wohl nicht als problematisch angesehen wurde.

    Die Geburt verlief anfangs sehr angenehm, während der Eröffnungsphase ging es mir noch so gut, dass ich und mein Mann Schwerzchen machen konnten. Während der Presswehen wurde dann routinemäßig ein Dammschnitt gemacht (den merkte ich nicht, dafür im Wochenbett dann umso mehr :-/). Nur die letzten 5 Minuten der Geburt verliefen sehr angespannt. Als alles bis auf das Köpfchen geboren war, kam merkwürdigerweise einfach keine weitere Wehe. Ich konnte richtig spüren, wie sich im Kreißsaal Unruhe breit machte und langsam Hektik aufkam. Glücklicherweise ging dann aber alles gut, allerdings war mein Sohn ziemlich blau und schlaff, sodass ihn die Kinderärztin sofort mitnahm. Er erholte sich aber schneller als gedacht und durfte dann auch endlich, endlich zu mir.
    Alles in allem also ein sehr aufwühlendes Ereignis mit einem glücklichen Ausgang 🙂

    Liebe Grüße,
    Heidi

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  12. Avatar
    Pauline sagte:

    Ich bin erst in der 8 Woche Schwanger und habe es am Wochenende erfahren, habe nächste Woche meine erste Untersuchung und mache mich schon ganz verrückt! Da habe ich euren tollen Blog entdeckt! Finde es sehr schön, dass es sowas gibt! Die Geschichten hier von anderen Frauen sind sehr interessant!

    Danke dafür, dass es euch gibt!

    Pauline!

    Antworten
  13. Avatar
    Tina sagte:

    Liebe Jana…
    ich bin nun tatsächlich schwanger und werde nach einem Notkaiserschnitt und danach geplanten Kaiserschnitt wegen Beckenschiefstand und dadurch Problemen bei der ersten Geburt dieses mal trotzdem eine natürliche Entbindung anstreben, mit Unterstützung meiner Ärztin.
    Ich habe osteopathisch den Schiefstand vorher behoben 🙂

    Nun meine Frage: Gibt es Geburtsberichte von Mamas die nach Kaiserschnitt(en) natürlich entbunden haben?
    Würde mich extremst interessieren, damit ich ruhig und gefestigt diesen Wunsch auch gegen Unkereien durchsetzen kann.

    Hab einfach die Erfahrungen bisher einfach satt mit einmal KS, immer KS…

    LG,
    Tina

    Antworten
    • Avatar
      Jana Friedrich sagte:

      Liebe Tina,
      eine spontane Geburt nach einem Kaiserschnitt ist natürlich generell möglich. Es kommt natürlich darauf an, warum der KS gemacht wurde und ob die selbe Situation nochmal droht. Aber da Du sagst: “mit Unterstützung Deiner Ärztin”, bedeutet das, das sie davon Überzeugt ist, dass es geht. Das ist doch super. Dann stehen die Chancen richtig gut.
      Viel Glück!
      Jana

      Antworten
  14. Avatar
    Clara sagte:

    Hallo, mit einem ähnlichen Problem hatte auch ich zu tun, denn unsere Tochter entschied sich es zu Schluss noch ganz spannend zu machen! Bis zum ET +6 lag sie “richtig” , fehlten nur noch Wehen, tags drauf lag sie plötzlich quer. Warum wieso weshalb, das wusste niemand. Jeder war erstaunt, dass sie sich so spät noch drehte, noch dazu war sie gewichtsmäßig bei 3,5kg geschätzt worden, also keinesfalls sehr klein. Ich bekam immer zu hören, “ein Kind, das so spät schon in Schädellage liegt, bleibt auch so” aber ich bewies ja wohl das Gegenteil. Die nächsten 2 Tage waren geprägt von allen möglichen Drehversuchen, die allerdings erfolglos waren und so wurde es ein Kaiserschnitt bei ET+9. Sie war übrigens 3580g schwer und 53cm groß und ich rätsel noch heute nach 9 Monaten über die Gründe ihrer späten Drehung nach einer absolut komplikationslosen Schwangerschaft. Ich hätte soo gerne “normal” entbunden aber das war mir wohl nicht vergönnt 😉
    Töchterchen ist auch heute noch ein Querkopf… 😉
    Liebe Grüße und danke für den tollen Blog!
    Clara

    Antworten
  15. Avatar
    Märchenkönigin sagte:

    Oh was für ein tolles Thema und welch Zufall, dass ich dieses wunderbare Hebammen-Blog heute entdeckt habe!

    Ich habe mich sehr viel mit dem Thema BEL beschäftigt. Unsere Erstgeborene lag seit der 25 SSW. mit dem Köpfchen nach oben. Vorher quer. Ich habe mir damals keine Gedanken gemacht, denn Zeit zum Drehen war ja noch genug. Als sie dann allerdings in der 35. SSW immer noch mit dem Popo nach unten lag (immer schön mit den langen Beinen nach oben, wie ein Taschenmesser) und das auch schon recht tief, bekam ich plötzlich Angst und Panik, weil die Vertretungs-Ärztin so klar vom Kaiserschnitt sprach. Der Mann und ich telefonierten noch zwei Tage später mit einer empfohlenen Hebamme (über den Arbeitskollegen den Kontakt hergestellt) um zu “moxen”. Meine Hebamme war nämlich gerade im Urlaub und mir diesbezüglich noch zu entspannt und wir selbst wollten wenige Tage später in die Flitterwoche… ich werde nie vergessen, wie sie dann am Sonntagnachmittag zu uns nach hause kam, mir das erste mal die indische Brücke zeigte, die Moxa-Zigarre mitbrachte und wir daraufhin das Arbeitszimmer einräuchterten. 😉 Da wir regelmäßig moxen sollten, nahmen wir das “Ding” dann auch mit ins 5-Sterne-Hotel und die Dame an der Rezeption im Wellnessbereich hat schon ziemlich dämlich geschaut, als wir dann mit unserem Anliegen an sie wanden (unser Hotelzimmer hatte leider keinen Balkon für derart Aktionen). Sie hielt uns wohl für so ziemlich durchgeknallt. *g* Und so kam es, dass wir fortan jeden Tag erst bei einen heißen Saunagang entspannten und dann (Anfang April bei Nieselregen und 8°C Lufttemperatur) die Außenterrasse am Pool betraten um dort auf den Liegen ein paar Minuten “zu räuchern”. Danach ging es ins Whirpool-Becken (ohne Sprudel), wo ich die kleine im Bauch zappelnde Maus versuchte in die Richtung zu stubsen). Wir werden ihr diese Story sicher später noch auf ihrer Hochzeit unter die Nase reiben. 😉

    Leider tat sich in den 8 Tagen nix und auch das Moxen bei meiner Hebamme und indische Brücke daheim blieb leider ohne Erfolg. Sie rutschte zwar gut aus dem Becken raus und ein bisschen in die richtige Richtung, ließ sich aber leider nie komplett drehen.
    In der 36. SSW hatte ich dann den Vorstellungstermin und Gespräch in der Klinik, in der ich entbinden wollte. Glücklicherweise ist diese auch auf BEL-Geburten spezialisiert. Die Hebamme dort tastete und meinte auch, der Popo sitze schon sehr tief und ich bekam einen Termin für die äußere Wendung bei 38+0. Aber eigentlich war ich mir unsicher ob ich das machen lassen sollte. Ich hatte bisher nur von Notlkaiserschnitten als Folge davon gehört (zwei Fälle in unserem Bekanntenkreis) und dachte mir, dass sie wohl schon einen Grund haben wird, dass sie so herum liegt. Und außerdem wurde unsere Tochter bisher immer als eher klein und zierlich vermessen und lag sehr günstig für eine spontane BEL-Geburt, deshalb wollte ich es gerne versuchen.Gottseidank fand ich in meiner Fauenärztin und der “Vertretungshebamme” tolle Unterstützung dafür.

    Bei 37+6 abends setzten dann die “richtigen” Wehen ein und als wir kurz nach Mitternacht im KH ankamen und zur Erstuntersuchung ins Zimmer geschickt wurden, da lautete der Befund bereits 2-3 cm Muttermund offen und geschätztes Kindsgewicht 2800-3200g. Die Kopfmaße passten auch, die Beine hatte sie immer noch schön hochgeklappt und so bekam ich das GO für den Kreissaal. Um kurz vor 6 Uhr in der früh (bei 38+0) lag sie dann in meinen Armen, das kleine Bündel (2665g, 50cm). Alles ging gut mit der Geburt, auch wenn sie viel Klinikpersonal als Publikum auf sich zog… und nur 6 Stunden später hätte ich den Termin zur äußeren Wendung gehabt. 😉

    Meine Geburtsbericht stelle ich den Autoren dieses Blog gerne zur Verfügung und ich würde mich freuen, wenn er sich in die bisherigen Berichte einreihen darf: http://maerchenkoenigin.wordpress.com/2012/05/15/die-geburt-der-prinzessin/

    Da ich gerade mit dem zweiten Kind schwanger bin, war meine Befürchtung bezüglich der Lage bisher groß. Bisher haben wir aber ein Turner-Kind dass sich fröhlich im Kreis dreht und jede Woche anders herum liegt. Parallel machte ich nun schon ein paar mal die indische Brücke und gehe nun zum Osteopathen und lasse mein Becken “behandeln” (wegen Schmerzen in der Nacht beim Liegen). Ich denke, dass dies auch gut helfen kann um dem Kind den optimalen Platz im Bauch zu schaffen und evtl. Beckenfehlstellungen auszugleichen. Einen Chiropraktiker, der nach der Webster Methode behandelt habe ich auch schon heraus gesucht und nun hoffe ich einfach mal, dass ich mit keine Gedanken weiter machen muss. Glücklicherweise gibt es hier im neuen Wohnort (wir sind vor einem Jahr einmal quer durch Deutschland gezogen) auch wieder eine auf BEL-spezialisierte Klinik. Ich bin also bestens vorbereitet und warte nun ge- und entspannt auf die letzten verbleibenden 10 Schwangerschaftswochen…

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    • Avatar
      Jana Friedrich sagte:

      Liebe Märchenkönigin, vielen Dank für das nette Bloglob!
      Die Flitterwochensorry ist ja super! 😉 Das ist wirklich was für die Hochzeitsrede…
      Du brauchst ja diesmal keine Angst haben. Wenn es wieder eine BEL ist, weißt Du schon was auf Dich zu kommt. Wenn nicht: auch gut. Du kannst nur gewinnen.
      Viel Glück!
      Jana

      Antworten
  16. Avatar
    Petra Haubentaucher sagte:

    Lange ist’s her…
    Aber da meine jüngste Tochter jetzt selbst schwanger ist, habe ich mich auf diese Seite “verirrt”.

    Meine vier Kinder kamen immer im Abstand von etwa 2 Jahren zur Welt – die ersten beiden weitgehend komplikationslos aus SL. Das dritte Kind lag etwa ab der 30. Woche in BEL. Die Uni-Klinik mit angeschlossener Kinderklinik, in der ich wegen Wohnortnähe und Gefahr einer Rhesusunverträglichkeit, entbinden wollte, lehnte Spontangeburten aus BEL damals grundsätzlich ab. Auch mein eigentlich ziemlich entspannter Frauenarzt war beunruhigt, weil der Kopf des Kindes deutlich größer zu sein schien, als bei den anderen beiden. So entschloss ich mich zu einem Wendungsversuch in einer anthroposophischen Klinik, die damit viel Erfahrung hatte. Und wer hätte das gedacht: es brauchte nur einen kleinen Schubs, Sohnemann machte seinen Purzelbaum, kam zwei Wochen später problemlos aus SL zur Welt und hatte tatsächlich 3 cm mehr Kopfumfang als seine Schwestern.

    Als dann das vierte Kind sich zwei Jahre später wieder in BEL einrichtete, dachte ich, dass auch diesmal die äußere Wendung die richtige Lösung sein würde. Aber Pustekuchen: Dieses Kind wehrte sich mit Händen und Füßen gegen jeden (vorsichtigen) Versuch der Ärzte.
    Obwohl in der Uni-Klinik offiziell noch immer keine BEL-Geburten möglich waren, fädelte meine Hebamme alles so ein, dass ich sicher sein konnte: Wenn es keine außergewöhnlichen Komplikationen geben würde, dann würde mein Kind trotzdem spontan zur Welt kommen.

    Die Umstände der Geburt waren dann fast so spannend wie ein Krimi: Frühmorgens vorzeitiger Blasensprung mit grünem Fruchtwasser (vermutlich weil die Kleine am Abend vorher vergeblich versucht hatte, doch noch einen Purzelbaum zu machen) und “meine” Hebamme ausgerechnet an dem Tag bei einer Fortbildung. Aber sie hatte eine Vertretung organisiert, die noch in der DDR Erfahrungen mit BEL-Geburten gesammelt hatte. Ich wurde in einen Nebenraum gebracht, der sonst nur in Notfällen benutzt wurde um möglichst unbehelligt zu bleiben vom normalen Betrieb. Wegen des grünen Fruchtwassers wurde die Geburt mit Wehentropf eingeleitet. Ein Anästhesist und ein Gynäkologe waren eingeweiht und abrufbereit, ein OP-Raum wurde für eine Not-Sectio freigehalten. Aber die Geburt verlieft völlig problemlos, nach vier Stunden war mein Mädchen da. Wegen der typischen Hinterkopfform wurde sie, sogar von den gerade ankommenden Studenten, sofort als BEL-Kind erkannt und vom Chefarzt bewundert. So wurde sie zur Wegbereiterin dafür, dass schon wenig später auch in dieser Klinik BEL-Geburten möglich wurden.

    Ab und zu habe ich mit meiner Kinderschar die Hebamme in der Klinik besucht, die mir durch ihren Mut (und auch sonst tolle Begleitung!) vier “normale” Geburten ermöglicht hat. Heute ist sie Leiterin der Hebammenausbildung an dieser Klinik und meine jüngste Tochter ist selbst Hebamme geworden…vielleicht auch ein wenig deshalb, weil ihre Geburtsgeschichte doch eine ganz besondere Geburtsgeschichte war.

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  17. Avatar
    hony29 sagte:

    Hallo, ich bin in der 35 ssw Woche und mein Baby liegt seid Monaten in der Beckenendlage. Ich wollte mal die Indische Brücke versuchen, bin aber verunsichert, da ich oft lese das sich die Narbelschnur umwickeln kann, wenn man die Indische Brücke versucht. Kann das wirklich passiert? Danke und lg

    Antworten
    • Avatar
      Jana Friedrich sagte:

      Liebe Hony,
      entschuldige, Dein Kommentar muss mir irgendwie durchgerutscht sein.Hier meine verspätete Antwort:
      Also, auf die Gefahr hin, dass sich das doof anhört: Das Leben ist gefährlich. Babys turnen im Bauch wie verrückt herum, solange sie dazu noch genug Platz haben und dabei produzieren sie auch manchmal Knoten – ganz von alleine und ohne Brücke von außen. Nicht selten finden wir dann bei der Geburt echte Nabelschnurknoten vor. Sehr, sehr selten kommt es auf Grund dieser Knoten zu Problemen.
      Also: Wer nicht wagt, der..
      Liebe Grüße
      Jana

      Antworten
  18. Avatar
    flocki sagte:

    finde solche Geschichten immer spannend:) und ich möchte jetzt den werdenden BEL Mamas ein wenig Mut machen…

    mein zweiter Fratz kam spontan BEL zur Welt, Zoé, 3.750Gramm und 37cm Kopferl. Ohne Riss, Schnitt oder sonstiger Verletzung. Die Geburt war lange, sehr anstrengend aber wunderschön, würde die Erinnerung um nichts in der Welt missen wollen.

    Die Geburt war das beste was ich mir und meiner Tochter schenken konnte, denn unsere Beziehung ist unvergleichbar innig, und das obwohl mir die zweite Schwangerschaft zu allererst nicht zu 100 Prozent willkommen war (nicht falsch verstehen, der Altersunterschied der beiden war gerade 18 Monate und ich als Mama ein wenig überfordert)

    Achja noch etwas, lasst euch nicht einreden das Becken wäre zu schmal, das Kind zu groß wie auch immer; ich bin bei 168cm 47kg wirklich zart gebaut und mein Becken war laut Arzt auch viel zu schmal (Arzt: nein das geht sich nie und nimmer aus) und ich durfte auch nur normal “versuchen”, weil es mein zweites Kind war und sie es sehr klein schätzten, ja denkste;)
    Für mich fühlte sich die Entscheidung zu einer normalen Entbindung von Anfang an ganz natürlich an, ich verstand die große Hektik darüber eigentlich nicht und wurde kurzzeitig allein durch die Ärzte verunsichert; aber zum Glück ließ ich mich nicht beirren, versuchte auch die äußere Wende nicht (Plazenta vorne war mir zu riskant)

    und eigentlich wusste ich sehr bald, dass dieses Kind sich nicht mehr drehen würde, die saß da drin wie klein Buddha;)

    ich wünsche allen werdenden Mamas eine wunderschöne Entbindung!

    PS: Die Kleine war das bravste Baby, das man sich vorstellen kann, brauchte nie einen Schnuller, konnte mit 11 Monaten laufen und rennt heute mit der Großen (3J) schon um die Wette:)

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  19. Avatar
    Sarah sagte:

    Ich bin zwar nicht schwanger, plane es auch nicht für die nächste Zeit, aber lese mir gerne Geburtsberichte durch. Finde es einfach wahnsinnig spannend und deine Seite, Jana, finde ich besonders schön und gelungen. Hoffe es gibt bald neue Geburtsberichte mit deinen Kommentaren. 🙂

    Ich habe kürzlich gelesen (inwiefern es natürlich stimmt, gute Frage 😉 und wo erst recht) das eine schwangere Frau mit BEL verkehrt herum im Bett geschlafen hat. Also da wo sonst der Kopf liegt, lagen die Füße. Und erstaunlicher Weise hat sich das Kind gedreht. 🙂 Versuch ist es denke ich mal wert, Schaden kann es ja nicht. 🙂

    LG
    Sarah

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      Jana Friedrich sagte:

      Vielen Dank! Es wird natürlich weitere Berichte geben. Es liegen noch ganz viele hier – ich muss “nur” dazu kommen. 😉
      Das mit dem falsch rum liegen gehört sicher eher in den Bereich von Aberglauben. Aber es schadet ja nichts.
      Liebe Grüße
      Jana

      Antworten
  20. Avatar
    Verena sagte:

    Hallo,

    dann will ich doch auch mal erzählen! Meine Kleine lag auch in der 31. Ssw noch in BEL, und das seit 10 Wochen. Also fing ich langsam an, mich darüber zu informieren und war erstmal geschockt. Ich wollte eigentlich nie einen Kaiserschnitt, aber bei den Berichten und der “Panikmache” war ich schon verunsichert. Bei der Feindiagnostik eine Woche später (wegen zu wenig Fruchtwasser und Risikoschwangerschaft Ü35) lag die Maus dann in SL. Also war
    erstmal Entspannung angesagt, denn “wenn sie jetzt richtig rum liegt, dann wäre es schon ziemlich hinterhältig, wenn sie sich jetzt nochmal
    dreht” ;-). Tja…was soll ich sagen? Die nächste Untersuchung in SSW 36 zeigte dann wieder ne Drehung. Zu spät fürs moxen, äußere Wendung wurde zwar vorgeschlagen, war mir aber irgendwie nicht wohl bei dem Gedanken, auch wegen einer Vorderwandplazenta (und das alles beim ersten Kind ;-)). Also sind wir dann in verschiedene Krankenhäuser gefahren, meist hieß es: Kaiserschnitt. Spätester Termin wäre der 05.04. gewesen. ET 09.04. Sie kam dann am 19.04. mit 2830g und 49cm mit dem Popo zuerst :-D. Wir sind extra in ein anthroposophisches Krankenhaus gefahren, 30km von zu hause entfernt, und das nach ET alle 2 Tage… aber es hat sich gelohnt. Ich habe uns und den Hebammen vertraut und nach 6 Stunden war sie da.
    Ist jetzt auch echt lang geworden, aber zusammenfassend lässt sich sagen: hört auf euren Bauch, lasst euch nicht verunsichern, vertraut euch. Ich hatte keine Sekunde Zweifel, obwohl ich die Gelegenheit gehabt hätte, jederzeit einen “sanften” Kaiserschnitt machen zu lassen, worauf der Chefarzt übrigens getippt hatte.
    Es war ein tolles Erlebnis und ich bin froh über diese Entscheidung, obwohl selbst meine Mama nicht verstanden hat, warum ich den KS nicht wollte. So, jetzt bin ich fertig ;-). Lg aus Köln

    Antworten
  21. Avatar
    Katharina sagte:

    Hallo, dann willich meine Geschichte auch mal erzählen! Ich hatte eine Traum Schwangerschaft, so gar keine Beschwerden, und der kleine lag von Anfang an richtig, bis zur 37 ssw da hat er sich mal einfach in Steißlage gedreht! Das kam heraus als wir zum Geburtsvorbereitetem Gespräch in unserer Wunsch Klinik waren, dort wurde direkt ein Termin zum Keiserschnitt gemacht! Doch das War so gar nicht das was ich wollte. Also hab ich darüber noch mal mit meiner Hebamme gesprochen und die empfahl mir eine Klinik die auf spontane Bel Geburten spezialisiert sind, also wir denn Keiserschnitt Termin abgesagt und zur anderen Klinik! Dort wurden Ultraschall gemacht und das Geburtsgewicht auf gut 4000g geschätzt dazu Kamm ein großer Kopf, aber der Oberarzt hat mich bestärkt das ich eine natürliche Geburt schaffe und mein Mann hat mich auch super unterstützt!!! Dann kam es so das ich 7 Tage über Termin gegangen bin und eingeleitet wurde, drei Tage lang tat sich nichts! Am dritten Tag platzte dann die Fruchtblase und ich bekam auch ziemlich schnell starke wehen! Bekam dann nach 5 Stunden wehen eine pda und ab da ging 7 gar nichts mehr keine wehen kein Fortschritt, bekam dann wehen mittel aber weiter nichts 7 Stunden lang! Die Diensthabende Hebamme begann schon denn Keiserschnitt zu planen, doch dann hat sie mich nach einer weiteren Stunde untersuchte sie mich noch mal und siehe da 9 cm Öffnung! Ihr könnt euch nicht vorstellen wie ich mich gefreut habe!! Dann Kamm auch schon der Oberarzt und die Presswehen setzten ein! Leider musste ich geschnitten werden weil der kleine man ja kein leicht Gewicht wWar, hab ich aber nichts von gemerkt wenn der Arzt es nicht gesagt hätte! Und dann am 17. 7 erblickte unser Sohn mit 4000g
    56 cm und einem Kopfumfang von 39,5 cm mit dem Hintern vorraus die Welt:-)! Leider hat er nicht sofort selbstständig geatmet und musste kurz bebeutelt werden! Und da ich werend der Geburt Fieber bekommen habe musste er auf die Intensivstation zur Beobachtung! Aber dafür ist er jetzt umso fitter und ein kleiner ( großer ) Sonnenschein! Ich würde es immer wieder so machen, allerdings nur in einer Klinik die auf Beckenendlagen spezialisiert sind und eine Kinderklinik dabei haben!
    Liebe Grüße

    Antworten
  22. Avatar
    Simone sagte:

    Hallo!Meine Freundin hat vor einer Woche Ihren Sohn in Bel zur Welt gebracht. Der kleine Schreit viel und hat wohl imner noch Schmerzen, was kann man machen, des es Linus besser geht?

    Vieken Dank schon mal.
    Sinone

    Antworten
  23. Avatar
    Bianca sagte:

    Hallo
    Ich bin jetzt in der 38. SSW und mein Baby ist von Anfang an ein Sitzling. Seit bereits 3 Monaten spricht meine FÄ daher von einem geplanten Kaiserschnitt – mein absoluter Alptraum, genau das, was ich mir nie vorstellen konnte. Eine OP ist meiner Meinung nach keine Geburt und sollte doch nur in Notfällen eingesetzt werden. Nun mache ich mich also bereits seit 3 Monaten verrückt. Ich habe alles ausprobiert – indische Brücken gebaut, meinen Partner beim Moxen halb dem Erstickungstod ausgesetzt (am Ende sassen wir dafür schlotternd in Decken gehüllt auf dem winterkalten Balkon), Spieluhr, Taschenlampe, gut zureden, Akupunktur, Meditation. Nichts hat bisher genützt. Also haben wir den Versuch mit der äusseren Wendung gewagt. Ich habe dafür ein tolles anthroposophisches Krankenhaus gefunden, in dem man sehr liebevoll und gut betreut wird. Aber nach einer viertel Umdrehung hat der kleine Mann sich gesträubt und ist einfach wieder in seinen Sitz zurück gerutscht. Offensichtlich will er nicht. Und nun bin ich verzweifelt. Die Ärzte und Hebammen im Krankenhaus sind die einzigen, die mir Mut machen bez. BEL – Geburt. Sie haben sehr viel Erfahrung und das Kind sitzt in Klappmesserstellung wohl in guter Position dafür. Alle anderen Menschen um mich herum verunsichern mich jedoch dermassen und jeder versucht mir diese Geburt auszureden. Da ich mit geistig behinderten Kindern arbeite, ist mir das Ausmass nur sehr bewusst, falls etwas schief geht. Dann sage ich mir wieder, es kann bei jeder natürlichen Geburt was schief gehen, egal wie rum die Zwerge liegen. Befinde mich in einem Wechselbad der Gefühle und mein Bauch sagt weder zum einen (Kaiserschnitt) noch zum anderen (BEL-Geburt) ja. Dann lese ich, man soll sich einfach mal entspannen. Das wäre die Methode, die ich bisher noch nicht probiert habe, da ich nicht weiss, wie das geht in so einer Situation

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  24. Avatar
    Christine sagte:

    Hallo Jana,
    zuerst ein großes Lob und vielen Dank für deinen Blog. Da mein Kind schon etwa seit der 20. Ssw in der BEL verweilte, war ich auf den verschiedensten Sites unterwegs. Bei dir fand ich wertvolle Antworten!
    Leider hat mein behandelnder Arzt mir recht schnell klar gemacht, dass es für ihn bei BEL keine Alternative zum Kaiserschnitt gibt. Dieser Gedanke beschäftigt mich nun schon sehr lange, die Beunruhigung bezüglich eines geplanten Kaiserschnitts nahm immer mehr zu. Gleichzeitig war mit klar, dass mir als Erstgebärender der Mut und die Argumente für eine normale Geburt fehlen.
    Glücklicherweise wurde ich von einer Hebamme auf die
    Möglichkeit der äußeren Wendung aufmerksam gemacht. Ich habe mich nach einigem Zögern – weil mein Arzt mir dies vorenthalten hat? – in der entsprechenden Klinik beraten und untersuchen lassen. Alles sprach dafür dass eine äußere Wendung versucht werden kann. Als ich dann meinen Arzt darauf ansprach und seine Meinunh hören wollte, bekam ich folgende Antwort: “Das ist out. Außerdem ist bei einer Erstgebärenden die Gebärmutter noch so fest, ….” Anstatt vernünftiger Aussagen bekam ich das zu hören und war maßlos enttäuscht.
    Trotzdem hatten wir vor zwei Tagen in der 37. Ssw den Termin zur äußeren Wendung wahrgenommen und es ist gelungen. Ich hatte keine Schmerzen, natürlich ist es unangenehm wenn jemand am Bauch tätig wird, aber ich habe es mir viel schlimmer vorgestellt. Die Ärztin und das Team waren wunderbar! Unser kleiner Schatz hat mitgemacht und eine andere Position eingenommen. Ich habe das Gefühl, dass er sich anderds und mehr bewegt. Vielleicht war die Wendung für ihn genauso wichtig wie für mich? Ich bin überglücklich diesen Schritt unternommen zu haben und kann nur jeder Frau dazu raten, die Aussagen ihres Arztes auch mal zu hinterfragen.
    Ich freue mich jetzt auf die Restschwangerschaft und eine hoffentlich normal verlaufende Geburt.
    Viele Grüße
    Christine

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    • Avatar
      Jana Friedrich sagte:

      Liebe Christine,
      ich freue mich sehr, dass du dich zu dem Schritt entschlossen, und die Wendung unternommen hast. Schließlich sind Wendungen zu 50% erfolgreich. Das sie “out” seien kann ich nicht bestätigen. Ich finde es auch ganz spannend, dass du sogar sagst, du hast das Gefühl deinem Kind würde es nun sehr gut so gefallen. Toll!
      Ich freue mich sehr, dass du hier gerne ließt und wünsche dir eine schöne Geburt!
      Liebste Grüße
      Jana

      Antworten
  25. Avatar
    Stefanie sagte:

    Hier meine Geschichte zur BEL-
    nach erfolglosem moxen, indischer Brücke, ostheopatischer Sitzung immer noch BEL.
    Das Kind hatte eine Nabelschnurumschlingung (Hals), ich eine tiefsitzende (ehemals plaz.praev.marg.) Vorderwandplazenta und die Fruchtwassermenge war ausreichend, aber im unteren Normbereich.
    Ich war in einer Klinik wegen Info zur äußeren Wendung, die nannten mir die o.g. Risikofaktoren und eine geringe Mobilität im Bauchraum und dass sie eine Wendung in SSW 36/37 versuchen würden, das Risiko aber erhöht sei. Wir lehnten ab.
    Meine Hebamme meinte, die “können das nicht, geh in die x-Klinik (Namen will ich hier nicht nennen) wegen BEL Geburt”.
    Meine Antwort war, dass ich das auch nicht möchte, da die Klinik 60km entfernt war, die 1. Geburt schon schnell ging und ich nicht auf der Autobahn ein Kind in BEL entbinden möchte. Sie war aber so vehement davon überzeugt und ich ich vertraute ihr so, dass ich doch zur Info in die Klinik fuhr.
    Ergebnis-sie würden BEL Geburt betreuen, trotz leicht größerem Kopf i.V. Bauch, sehen aber das Risiko der Fahrtwegs schon durchaus auch. Vorschlag-äußere Wendung machen in KW 39+1.
    Ich äußerte meine Bedenken, und fragte, kann man denn jetzt noch wenden und von wegen vorhandene Risiken (Vorderwandplazenta, Nabelschnur um Hals). Ja, man kann. Und nachdem der Wendungsversuch 1 Tag vor geplanter Sectio stattfand….sagte ich zu.
    Wendung war für mich wenig schmerzhaft, aber für den Arzt schwer. Ich blieb 1 Tag zur Überwachung, da die NS sich beim wenden gespannt hatte.
    Am nächsten Morgen war die NS am US nicht mehr gespannt und alles schien gut zu sein.
    39+6-Geburtsbeginn. Alles lief erstmal gut. Beginn Preßwehen, wahnsinnige Schmerzen (kein Wehenschmerz mehr)-Notsectio. Ende vom Lied, Lebensgefahr für Mutter und Kind durch vorzeitige Plazentalösung während Geburt und anschließende Hysterektomie wegen Atonie, Gebärmutter in Schock durch Plazentalösung.
    Jetzt frage ich mich, habe ich etwas falsch gemacht? Ich wollte immer maximale Sicherheit für mein Kind und alles ging so schlimm aus.
    Dazu muss ich noch sagen, die X-Klinik, die die Wendung vorgenommen hat-es wurde hier kein erhöhtes Risiko genannt wg. Nabelschnurumschlingung und Vorderwandplazenta, auf meine Rückfrage diesbzgl., war die Antwort, keiner will ein Risiko, wir wollen alle Sicherheit…

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      Jana Friedrich sagte:

      Oh jeh, das ist ja furchtbar. Du hast natürlich gar nichts falsch gemacht. Bliebe noch zu Ergründen, ob die Notsectio etwas mit der Wendung zu tun hatte. Eigentlich ist es ja so: wenn danach etwas passiert, dann eigentlich gleich – weswegen die Wendung unter Sectiobereitschaft vorgenommen wird.
      Vielleicht kannst du das Geburtsgeschehen noch mal mit der Hebamme nachbesprechen? Das hilft oft etwas bei der Verarbeitung.
      Tut mir sehr leid!
      Alles Liebe
      Jana

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        stefanie sagte:

        Die x Klinik, die die Wendung vorgenommen hat, ist der Meinung, dass die Lösung nicht mit der Wendung zusammenhängt (wie du auch sagst, sind sie der Meinung, wenn, dann passiert gleich oder am Tag danach was. Das war der Grund warum ich sagte, OK dann lass uns die Wende versuchen…falls was passieet und eine Notsectio gemacht werden muss….einen Tag später habe ich sowieso geplante sectio).
        Meine Entbindungsklinik ist der Meinung, aber natürliche ist die Wendung schuld, ist eine Manipulation am Bauch und bei einer Vorderwandplazenta sowas zu machen sei unverantwortlich (das klang so, als ob ich dumm sei, sowas zu riskieren -ich wusste aber gar nicht, dass die Vorderwandplazenta ein explizites Risiko darstellen kann bei der Wendung). Weiter argumentieren die, geplante sectio-keine Wehen-keine Plazentalösung- sehr sehr wahrscheinlich keine Atonie.
        Das ist es was mir zu schaffen macht. Das ich aufgrund Unwissenheit oder mangelnder Aufklärung ein Risiko eingegangen bin, dem ich mir nicht bewusst war.
        Gespräch mit Hebamme ist schwierig. Sie sagte im Nachhinein eben auch, ja klar…Lösung erfolgte wegen tiefsitzender Vorderwandplazenta. VOR Geburt war sie es, die mich so vehement noch in eine andere, zweite Klinik zur Wendung schickte (obwohl wir uns schon dagegen entschieden hatten). Ich frag mich, warum sie, der ich absolut vertraut hatte, mich nicht drauf hingewiesen hat, dass Vorderwandpl. Problematisch sein kann\könnte. Sie kannte ja alle meine Daten, hat Vorsorgen gemacht und mich von Anfang an betreut…aber leider hat sie keine Risiken erwähnt, nur dass ich unbedingt in der x Klinik Wendung oder bel Geburt machen soll. Ach ja…

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    mom sagte:

    Liebe Jana,

    ich bin jetzt in der 26. Woche und das kleine Mädchen sitzt vergnügt und konstant in Beckenendlage. Ich fand das nicht weiter besorgniserregend, aber mein Ärztin meinte, sie hätte sich noch nie gedreht, das wäre schon verdächtig.
    Ist es sinnvoll, jetzt schon immer wieder die Indische Brücke auszuprobieren, oder bringt’s das gar nicht?
    Vielen, vielen Dank für die vielen Infos hier! Du bist echt meine Erstanlaufstelle in Schwangerschaftsfragen geworden. 🙂

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  27. Avatar
    mom sagte:

    Liebe Jana, vielen Dank für die Antwort! Ich hab’s gerade zum 1. Mal probiert und gespürt, wie das ganze Baby nach vorne (also Richtung zu meinem Kopf) geploppt ist (ohne zu drehen). Ich glaube, sie fand’s seltsam bis unkomfortabel, dem Gestrampel hinterher zu urteilen. Mal sehen, wie’s weitergeht – eine manuelle Wendung geht ja wohl nicht, herzlichen Dank an die Vorderwandplazenta! 🙂

    Viele Grüße,
    Mom

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      stefanie sagte:

      Ich weiß nicht, ob eine Vorderwandplazenta ein Kriterium ist, dass nicht gewendet werden darf\ soll. Würde mich auch mal interessieren, wie die Meinung dazu ist. Ich hatte auch eine Vordere.plazenta und die Wendung wurde trotzdem gemacht. Weder Hebamme noch Klinik sahen da scheinbar ein Hindernis und ich hatte keine Ahnung, dass das eine Gefahr darstellen könnte

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          mom sagte:

          Also, zur Vorderwandplazenta, BEL und äußere Wendung.
          Meine Gynäkologin – langjährig erfahren – meint, Vorderwandplazenta wäre blöd, da sie die Wendung erschwert, aber es würden auch äußere Wendungen bei Vorderwandplazenta gemacht. Sie meint, die Plazenta könne sich IMMER lösen (täte es aber meist nicht), und darum werden die Wendungsversuche auch mit bereitstehendem Kaiserschnittteam und in der kuscheligen Atmosphäre des OPs gemacht.
          Sie sagt auch (meine Hebamme auch), dass sich die Indische Brücke et al. erst ab der 32. Woche “lohnt”, weil sich sonst das Baby wieder zurückdrehen kann; ansonsten meint sie, so wie Du auch, Jana, dass sich die Babies oft noch auf die letzte Sekunde drehen und deshalb immer noch mal nachgeschaut werden muss, wie sie liegen, bevor Äußere Wendung oder Kaiserschnitt gemacht werden.
          Kann es sein, dass es regional recht unterschiedliche Ansätze gibt, wann bestimmte Dinge (Äußere Wendung) gemacht werden?

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