Die Milchpumpe von Elvie im Test

Die „Hands-free“ Milchpumpe von Elvie im Test: leise, tragbar & mit App

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Es gibt Dinge, die lassen sich nicht mehr verbessern. Milchpumpen zum Beispiel – die sind einfach schon perfekt. Wenn dann mit der Zeit wieder und wieder eine neue Variante auf den Markt kommt, hat man dafür meist nur noch ein Schulterzucken übrig. OK, Firma XY hat jetzt auch `ne Milchpumpe gebaut. Wie langweilig.

Und dann gibt es manchmal doch noch Überraschungen…
Als ich die Elvie-Milchpumpe das erste Mal sah, fand ich das Design schon innovativ und auf ne coole Art anders, aber ich war extrem skeptisch, wie funktionell dieses spacige Ding sein würde. Daher war klar: Das muss ich erst mal testen. Und da ich selbst schon sehr lange nicht mehr stille ;-), habe ich nach einer stillenden Mutter gesucht, die Lust hatte die Elvie-Pumpe für mich auszuprobieren. Denn das Konzept einer kleinen, leisen, kabellosen Milchpumpe mit App hat mich schon interessiert.

In Wiebke, einer stillenden, jungen Kollegin und vierfachen Mutter, habe ich die perfekte Testerin gefunden. Dass eine erfahrene Mutter den Test übernommen hat, die dazu auch noch Hebamme ist, hat mich besonders gefreut. So konnte ich sicher gehen, dass sie schon vielfältige Erfahrungen mit Milchpumpen gemacht hat und weiß, worauf es ankommt. Wiebke hat die Elvie-Milchpumpe ausführlich getestet und mir dann von ihren Erkenntnissen berichtet.

Aber zunächst zu den Basics: Was bekommt man geliefert, wenn man die Elvie bestellt?

Lieferumfang der Elvie-Milchpumpe

  • Man kann ein oder zwei Hubs (also Pumpeinheiten) bestellen, je nachdem, ob man die Elvie als Einzel – oder Doppelmilchpumpe benutzen möchte. Preislich macht das allerdings schon einen erheblichen Unterschied – dazu später mehr.
  • Eine 24er und eine 28er Brusthaube sind im Lieferumfang enthalten. Für die durchschnittliche Brustwarzengröße sind die passenden Hauben also direkt dabei. Es gibt auch 21er Hauben, die aber separat bestellt werden müssten.
  • Der Auffangbehälter fasst 150 ml Milch und besteht aus BPA-freiem Kunststoff.
  • Er kann theoretisch auch zum Einfrieren der Muttermilch genutzt werden.
  • Außerdem enthält der Hub eine aufladbare Lithiumbatterie.

Elvie mit AppElvie Milchpumpe mit App

Einfache Handhabung

Der Aufbau der Elvie-Milchpumpe ist selbsterklärend. Sie besteht nur aus fünf Teilen: dem Hub, also der technischen Pump- und Motoreinheit, dem Milchbehälter, dem Trichter und zwei Ventilen. Man kann da wirklich nichts falsch machen:
Den Hub über ein USB-Kabel aufladen, zusammenstecken, App auf‘s Smartphone spielen (pumpt auch ohne, aber dann gewinnt man eben auch keine Daten) und los.
Über die App kann man die Milchmenge verfolgen und auch Dauer und Häufigkeit der Pumpvorgänge nachvollziehen. Auch lässt sich die Pumpe über die App fernsteuern. Man kann sie an und ausschalten, die Pumpstärke erhöhen oder drosseln und einen Timer einstellen.
Wiebke hat mir versichert, dass die Bluetooth-Verbindung auch wirklich gut war und die Steuerung über die App einfach und zuverlässig funktioniert hat.
Die Batterie hat bei Dauerbetrieb circa zwei Stunden lang gehalten. Bei 20-minütigen Pumpzyklen könnte man also sechs Mal Pumpen, bevor die Pumpe an den Strom muss.

Reinigung

Die Reinigung ist ebenso mühelos. Besonders angenehm finde ich, dass die Pumpe ohne Schläuche auskommt. Diese sind in vielen Pumpen enthalten und schwer zu reinigen. Und der Milchbehälter darf sogar in die Geschirrspülmaschine. Auf meine Frage winkte Wiebke nur ab: „Kein Thema, easy!“

Pump-Rhythmus

Die Elvie hat, wie die meisten Milchpumpen, zwei Pumpmodi:
Die Stimulation (ein schneller Pump-Rhythmus, damit die Milch in Fluss kommt) und die Expression (ein langsamer Rhythmus, der für die Milchgewinnung zuständig ist). Diese Rhythmen sind von den Babys abgeschaut. Die Pumpstärke ist über sieben Stufen regulierbar.

Hands-free! Die kabellose Milchpumpe

Das Besondere an der Elvie ist ja, dass man sie sich in den BH stecken und dann einfach freihändig pumpen kann. Die Idee finde ich prinzipiell großartig. Bisher geht das mit anderen Pumpen nur mit einem speziellen BH, der Löcher für die Pumptrichter freilässt. Das funktioniert auch, ist aber alles andere als dezent. Damit kommt man sich schon ein bisschen wie ein Cyborg vor. Ich kenne nur wenige Frauen, die mit dieser Lösung zufrieden waren.

„Easy Expression Bustier“
von Medela
Medela Easy Expression Bustier

Die Elvie-Milchpumpe steckt man in den BH und dann ist sie, zumindest bei kleinen bis mittelgroßen Brüsten, weitgehend unsichtbar. Bei Frauen mit eher größeren Brüsten ist das nicht mehr ganz so der Fall, es funktioniert aber auch.
Und dann muss man sich erst einmal nicht weiter darum kümmern. Pump and play.
Wozu ist das gut?:

Praktisch beim Pump-Stillen

Wenn man stillt, aber trotzdem zwischendurch auch pumpen möchte, ist die Elvie extrem praktisch. Viele Frauen wünschen dieses Setting, damit beispielsweise der Partner auch mal das Füttern übernehmen kann. Während man pumpt, kann man die Zeit gleichzeitig dem Kind widmen.
Wiebke hat zum Beispiel sehr erfolgreich beim Pumpen ihr Baby gewickelt. Die einzige Herausforderung war, dass sie sich nicht ganz so stark nach vorne beugen konnte. Ab einem gewissen Füllstand entstand ein Kippmoment, der – trotz des Ventils – Milch freigab.

Beim Arbeiten

Ich stelle mir die Elvie auch sehr praktisch vor, wenn man bereits wieder arbeitet und daher Milch abpumpt. Beim Stillen im Beruf steht einem dann natürlich die gesetzlich festgelegte Stillpause zu. Aber es liegt ja (in Absprache mit dem Arbeitgeber) im freien Ermessen, wann man diese Pause nimmt. Es gibt Frauen, die lieber eine Stunde früher nach Hause gehen, als diese zusätzliche Pause inmitten ihres Arbeitsalltags zu nehmen. Aber auch bei „nur“ sieben Stunden Arbeit ist es sicher nötig einmal abzupumpen. Dann kann man sich die Elvie einfach zwischendurch zur Entlastung der Brust in den BH schieben. Die Elvie-Milchpumpe arbeitet extrem leise. Man hört sie wirklich nur, wenn gar keine Störgeräusche im Raum sind. So ist diskretes Pumpen theoretisch direkt im Büro, bei der Arbeit möglich.

Ganz ehrlich, für mich ist das ein echter Game-Changer für berufstätige, stillende Mütter.

Zum Steigern der Milchmenge

Wenn die abgepumpte Milchmenge nicht reicht, ist ein Weg diese direkt zu steigern, das zusätzliche, also parallele Anlegen des Kindes. Beides gleichzeitig zu bewerkstelligen ist mit den meisten Pumpen zu wurschtelig. Mit der Elvie klappt das, wie Wiebke mir versicherte. Allein ihr Baby war ein bisschen irritiert. Jedoch nicht vom (leisen!) Geräusch, aber vom ungewohnten Volumen der bepumpten Brust. Das hat das aufmerksame Baby gleich gemerkt. ;-)

Natürlich ist zusätzliches Pumpen nicht die einzige Art, die Milchmenge zu steigern. Es funktioniert auch, indem man das Baby einfach häufiger anlegt und/oder häufiger beide Seiten gibt. Aber wenn ein Kind nicht sehr ausdauernd trinkt, dann ist das Pumpen eine gute Option.

Bei Zwillingen

Wenn man Zwillinge hat, ist jede zusätzlich gewonnene Minute Gold wert. Auch hier kann es eine Erleichterung sein, einfach zwischendurch pumpen zu können, ohne dabei das, was man gerade mit den Kindern macht, unterbrechen zu müssen.

Bei unruhigem Kind

Auch mit einem unruhigen Kind kann das Pumpen eine Qual sein. Vor allem dann, wenn die Angelegenheit einen dazu zwingt, die ganze Zeit irgendwo ruhig zu sitzen. Auch für diesen Fall finde ich die Elvie-Milchpumpe toll. Man kann sich dem Kind widmen und es beruhigen, während man für Nahrungsnachschub sorgt.

Oder einfach beim ganz normalen Pumpen

Stillen ist gut für Mutter und Kind. Aber manche Frauen können oder mögen ja auch einfach nicht stillen, möchten dem Kind aber gerne die wertvolle Muttermilch zukommen lassen. Auch für diesen Zweck braucht man eine Pumpe. Und auch hier kann die Elvie super eingesetzt werden.

 

 

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So, das waren die positiven Aspekte der Milchpumpe. Kommen wir nun zu den Nachteilen:

Preis

Die Elvie-Milchpumpe hat mit circa 315,- € einen stolzen Preis. Punkt.
Kauft man die Elvie auch noch als Doppelpumpe, um so mehr.

Kein Überlaufsensor

Es gibt keinen Überlaufsensor. Wenn man die App nicht im Auge behält, oder ab und zu in den BH lutzt, kann es, wenn man mehr als 150ml Muttermilch gewinnt, zu Überschwemmungen kommen.
Damit hatte Wiebke überhaupt nicht gerechnet. Da ihr Baby schon etwas größer ist, und sie bereits große Mengen stillt, ist ihr genau das passiert. Tatsächlich ist das in der Produktbeschreibung etwas irreführend dargelegt.

Harte Schale

Für Frauen, die initial wunde, empfindliche Brustwarzen haben, bin ich mir mit der Pumpe nicht so sicher. Der Trichter ist aus Hartplastik und hat keinerlei Dämpfung. Hier gibt es Pumpenmodelle, die für ein solches Szenario angenehmere Lösungen vorhalten.

Fazit

Ich muss gestehen, dass mich die Pumpe insgesamt sehr positiv überrascht hat. Ich dachte sie wäre vor allem stylisch, würde aber in der Pumpleistung nicht überzeugen. Ich wurde eines Besseren belehrt.
Und vielleicht noch wichtiger: Wiebke, die ich als durchaus kritischen Menschen kenne, war auch sehr angetan. Wenn man vier Kinder hat, dann ist Zeitersparnis ein wichtiges Thema. Darüber hinaus fand sie das Handling und die Leistung sehr ordentlich.
Insofern können wir beide euch die Elvie guten Gewissens empfehlen. Fürs Stillen im Beruf ist sie für mich momentan sogar die beste Lösung. Bei Schmerzen, würde ich tendenziell lieber zu einer anderen Pumpe greifen.

Herzlichen Dank, liebe Wiebke für deinen Einsatz. ♥

Community-Power

Wie sieht’s aus? Hat eine von euch schon Erfahrungen mit der Elvie gemacht? Wie waren die? Habt ihr Ergänzungen? Gibt es etwas, was ihr von uns noch dazu wissen wollt?
Wie immer freue ich mich an dieser Stelle über Austausch und Meinungen. Auf geht’s!

 

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Die Elvie wurde mir vom Hersteller zum Testen zur Verfügung gestellt. Die Bewertung des Produkts basiert auf meiner persönlichen Erfahrung und spiegelt meine eigene Meinung wider. Nach dem Test habe Wiebke die Pumpe als Dankeschön überlassen.



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13 Kommentare
  1. Tabea Laue
    Tabea Laue sagte:

    Hey Jana,

    mich würde interessieren ob die Firma auch kleinere und grössere Aufsätze plant, die ja selten aber manchmal sehr wichtig sind.

    Hands-on-pumping ist damit ja eher schwierig… aber auch wirklich ersichtlich ob sie richtig aufgesetzt ist, wird von aussen schwer möglich sein oder?

    Die Regulation der Pumpstufen ist in nem ähnlichen Eignet sich wie andere Pumpen? Je nach Hersteller berichten mir Frauen teils von einstellbaren Bereichen die zu niedrig sind. Andere Frauen nutzen hingegen erfolgreich eher niedrige Sogbereiche.

    Bin gespannt auf zusätzliche Erfahrungen :)

    LG,
    Tabea

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagte:

      Liebe Tabea,
      es gibt „nur“ drei Aufsätze. Die sehr kleine Größe ist nicht standardmäßig dabei. Mann kann sie aber bestellen. Ob noch ein größerer Aufsatz geplant ist, weiß ich nicht. Aber ich frag mal…
      Man kann super sehen, ob die Pumpe richtig sitzt, weil die Trichter ja komplett durchsichtig sind. Man kann das also gut testen (auch vorm Spiegel), bevor man die Pumpe zusammensteckt.
      Die Regulation ist ähnlich wie bei anderen Pumpen. Ich würde die Pumpe aber, wie gesagt, bei sehr empfindlichen Brüsten (besonders am Beginn der Stillzeit) noch nicht empfehlen. Da gibt es bei anderen Pumpen bessere, weil weichere Aufsätze.
      Ansonsten war ich wirklich positiv überrascht.
      Schau sie dir doch auch mal an. Ich wär gespannt auf deine Meinung.
      Liebe Grüsse
      Jana

      Antworten
  2. Stephanie Eidel
    Stephanie Eidel sagte:

    Liebe Jana,
    Danke für den ausführlichen Bericht.
    Ich bin auch sehr interessiert an dieser Pumpe. Unser zweites Baby kommt im Dezember und ich musste bei unserem ersten, sehr trinkfaulem Kind sehr viel pumpen um die Milchmenge zu steigern/halten.
    Am schlimmsten fand ich tatsächlich immer das „angekettet“ sein…
    Man konnte sich einfach nicht frei bewegen.
    Allerdings hab ich schon sehr empfindliche Brustwarzen und frage mich jetzt ob es wirklich Sinn macht.
    Gibt es irgendwo eine Möglichkeit die Pumpe zu testen?

    Viele liebe Grüße
    Stephie

    Antworten
  3. Sarah
    Sarah sagte:

    Liebe Jana,

    Ich pumpstille meine Tochter, 6 monate alt, voll und es klappt sehr gut:). Da sie aber immer schwieriger zu beschäftigen ist während ich pumpe liebäugel ich schon seit 2 Monaten mit dieser Pumpe. Hast du eine Idee ob bzw. wie man sie auf Rezept bei der Krankenkasse bekommt? Danke und lg

    Antworten
  4. Sarah
    Sarah sagte:

    Hi Jana.
    Ich hab mir die Pumpe gebraucht gekauft und frage mich ob es wohl normal ist, dass die Pumpe nur so leicht pumpt? Es kommt zwar Milch, aber die stärkste Stufe pumpt nicht so stark wie die leichteste von der Medela…
    Liebe Grüße
    Sarah

    Antworten

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