Hypnobirting-Methode "Friedliche Geburt" mit Kristin Graf

Geburt mit Hypnose – Hypnobirthing 2.0

Werbung aus Überzeugung

Es ist schon eine Weile her, dass ich hier etwas zum Hypnobirthing geschrieben habe. Und der Text von damals (2014!) war sehr kritisch. Als Hebamme hatte ich bis dahin einfach sehr viele schlechte Erfahrungen mit der Methode gemacht. Die Frauen, die sich mit Hypnobirthing vorbereiteten, waren uns (Hebammen und Ärzt*Innen) gegenüber oft sehr kritisch und abweisend eingestellt. Sehr verbissen versuchten sie, die (aus meiner Sicht) häufig dogmatischen Lehren umzusetzen und wurden reihenweise enttäuscht. Auch mich als Hebamme frustrierten diese Betreuungen oft sehr.

Ich fand das sehr schade. Denn der Kern der Methode ist absolut sinnvoll und hilfreich. Auch im Geburtsvorbereitungskurs räume ich den Mentalstrategien viel Zeit ein. Und es gibt zahlreiche Überschneidungen in der Lehre. Aber mein Verhältnis zu Hypnobirthing blieb zunächst ambivalent, einfach weil die Praxis weiterhin nicht gut lief. Die Geburten waren oft nicht so, wie von den Frauen erträumt.

Ein neuer Versuch

Damals rief ich Hypnobirthing-Coaches dazu auf, in den besseren Austausch mit uns Hebammen zu kommen, damit wir unsere Angebote, zum Wohle der Gebärenden, besser verknüpfen und aufeinander abstimmen können. Zu meiner Überraschung meldeten sich viele Trainerinnen, die mich wegen meines kritischen Textes vor allem erstmal wüst beschimpften.
Aber es entwickelte sich auch ein positiver Austausch – mit einigen Wenigen. Darüber bin ich sehr glücklich.

Eine der Hypnobirthing-Trainerinnen (die sich selbst übrigens nicht so nennt!), die mit mir Kontakt aufgenommen hat, ist Kristin Graf. Sie selbst distanziert sich vom „klassischen“ Hypnobirthing und hat eine Hypnose-gestützte, eigene Methode entwickelt: „Die friedliche Geburt“. Kristin beschäftigt sich schon lange mit Mentalstrategien und hatte, nach zwei unschönen Geburten, eine Art Erweckungserlebnis bei ihrer dritten Geburt. Dieses Mal bereitete sie sich mit Hypnose darauf vor.
Seitdem wendet Kristin ihr Wissen als Mentaltrainerin ausschließlich zugunsten schwangerer Frauen an. Mit Erfolg. Sie ist dabei undogmatisch und arbeitet mit Hebammen, Doulas und Ärzt*Innen zusammen. Wenn ihr also Lust habt, euch mittels Hypnosetechniken vorzubereiten, kann ich euch Kristins Begleitung nur wärmstens ans Herz legen.

Kristins Methode – Die friedliche Geburt

Kristins Methode basiert auf drei Säulen: Trance, Atmung und Visualisierungen.

Die Trance

Die Trance wird durch Hypnose, beziehungsweise Selbsthypnose erlangt. Es ist im Prinzip einfach ein Zustand der tiefen Entspannung. Das ist erlernbar und sollte dann möglichst oft geübt werden. Es geht von Mal zu Mal leichter.
Kristin leitet die Trancen im Präsenzkurs in Berlin, oder in ihrem Onlineangebot an. Man kann sie dann beliebig oft als Audio hören (die Hypnosen gehören zum Gesamtpacket). Viele Frauen nehmen sie (per App) auch mit in den Kreißsaal. Gerne auf großen Kopfhörern, die alle anderen Geräusche ausblenden, um Ablenkung zu vermeiden. Die Hypnose ist also kein willenloser Zustand, wie man sie aus Fernsehshows kennt, sondern ein durchaus willentlich erlangter und erwünschter.
Manche Frauen kommen unter der Geburt ganz automatisch in diese Geburtstrance. Aber bei Vielen verhindert die Angst vor Schmerzen diesen Prozess. Daher ist es durchaus sinnvoll das hineingleiten in die Trance zu üben.

Man kann sich die Trance vielleicht wie eine ruhige Oase vorstellen, wie eine Seifenblase, in der man von der äußeren Welt zwar etwas abgeschottet, aber niemals wirklich entfernt ist. Man sieht und hört noch was außerhalb passiert, nimmt es aber nur gedämpft, manchmal gar nicht mehr bewusst war. Die Konzentration liegt auf der inneren Welt. Ähnlich, wie bei einem Tagtraum. Wird einem in diesem Zustand eine Frage gestellt, kann man sie zwar beantworten, es bringt einen aber aus der Trance. Fragen stören. Denn Fragen sprechen einen Teil des Gehirns an, der für logisches Denken zuständig ist. Dieses aufmerksame Zuhören, Denken und Antworten, steht dem Trancezustand entgegen. Hebammen und Geburtshelfer*Innen sollten also Fragen vermeiden, wenn es möglich ist. Natürlich gibt es Situationen, in denen eine Frage doch zu wichtig ist, um sie nicht zu stellen. Aber man sollte das schon sorgsam abwägen.

Einige Hebammen kritisieren die Geburtstrance als Zustand, der die Selbstbestimmung untergräbt. Auch wenn ich den Wunsch nach Kommunikation verstehe, kann ich diese Ansicht nicht teilen. Die Entscheidung für die Hypnose ist ja auch eine Entscheidung, die akzeptiert werden sollte. Und um akute Entscheidungsfindungsprozesse unter der Geburt zu vermeiden, gibt es ja Geburtspläne, die die Wünsche und Entscheidungen für bestimmte Szenarien bereits im Vorfeld festlegen. Damit vermeidet man störende Diskussionen, wenn es denn so weit kommt.
Vieles kann unter der Geburt auch nonverbal kommuniziert werden. Auch sind freundliche Ansagen durchaus möglich: „Die Badewanne ist bereit. Du kannst jetzt einsteigen“. Im Gegensatz zu: „Möchtest du vielleicht jetzt in die Wanne gehen?“. „Nein“ zu sagen ist auch für eine in der Trance befindliche Frau jederzeit möglich. Eine gute Option ist auch, die Geburtsbegleitung einzubinden. Im besten Fall weiß sie genau, was die Gebärende wünscht und kann die Gesprächsführung übernehmen.

Atmung

Das eine gute Atmung unter der Geburt hilfreich ist, ist ja hinreichend bekannt. Durch gutes Atmen versorgt man nicht nur die eigene Muskulatur und das Baby optimal mit Sauerstoff, sondern es hilft einem auch beim Entspannen. Daher ist gutes Atmen ein wichtiger Teil des Konzepts von Kristin. Allerdings leitet sie zu einer tiefen Bauchatmung mit Fokus auf die Einatmung an. Im Gegensatz zur Ausatmungs-betonten Atmung, die wir Hebammen für die Geburt bevorzugen.
Was soll ich sagen: es funktioniert Beides. Ich überlasse es einfach den Frauen, für sich selbst zu probieren, was am besten passt. Ich glaube, dass die Ausatmung „in die Anstrengung“ – also in die Wehe – eine oft einfachere Methode ist, weil wir das von den meisten Sportarten so gewöhnt sind. Daher funktioniert das oft bei Frauen besser, die keine spezielle Technik geübt haben. Allerdings kann die tiefe Bauchatmung auch sehr gut sein, wenn man sich erst einmal daran gewöhnt hat. Frauen, die das aus dem Yoga oder vom Pilates kennen, tun sich damit oft leichter. Ich glaube es ist Typsache.

Visualisierung

Auch das Visualisieren ist eine, auch in der Geburtsvorbereitung bekannte, Technik. Das ist klassisches Mentaltraining. Man stellt sich zum Beispiel vor, wie der gut durchblutete Muttermund ganz weich wird und sich sanft öffnet. Wahlweise funktioniert auch das Bild eines Tunnels, beziehungsweise das einer sich öffnenden Blume.

Die Umdeutung der Geburt

Ein wichtiges Element einer jeden Geburtsvorbereitung ist die Umdeutung der Geburt. Alte Glaubenssätze müssen durchbrochen werden. Auch darin ähnelt sich Kristins Methode den klassischen Geburtsvorbereitungskursen. Für viele Menschen steht zunächst fest, dass Geburt etwas ist, „wo man eben durch muss“, also etwas Schlimmes. Aber tatsächlich kann Geburt ja auch unglaublich erfüllend und schön sein.

Mir gefällt sehr, dass Kristin trotzdem nichts bagatellisiert. Geburt ist ein existenzielles Erlebnis, welches nicht unterschätzt werden sollte. Im Hypnobirthing wird es oft so rübergebracht, dass man nur fleißig üben muss und dann ist alles einfach und meist sogar gänzlich schmerzfrei. Und wenn es das nicht ist, dann hat man eben nicht genug daran geglaubt. Hier wird den Frauen also Druck gemacht und eine ungut empfundene Geburt ist selbst verschuldet. Das finde ich katastrophal.
Es gibt so viele Faktoren, die eine Geburt beeinflussen. Allein der Beginn kann schon so verschieden sein, dass er die ganze nachfolgende Geburt weiter beeinflusst: Startet man frisch, gesund und ausgeschlafen, oder nach einem wirklich anstrengenden Tag, an dem man sich auch noch leicht grippig fühlt? Und so geht es weiter: läuft alles perfekt, oder gibt es Besonderheiten, die eine Geburt anstrengender, länger oder einfach sehr schwierig machen?

Kristin bereitet die Frauen auf eine schöne, interventionsfreie Geburt vor. Sie schließt dabei aber niemals aus, dass es eben auch schwieriger werden und zu Interventionen kommen kann. Selbst darauf, wie man einen Kaiserschnitt gut bewältigen und sogar als schön empfinden kann, geht sie ein. Das unterscheidet ihre Methode von meinen bisherigen Erfahrungen mit und Einsichten ins Hypnobirthing. Denn bei den meisten Frauen, die ich kennen gelernt habe, und die sich mit klassischem Hypnobirthing vorbereitet haben, war die Geburt immer dann „kaputt“, wenn irgendwas ein kleines Bisschen anders verlief, als erwartet. Und das ist sehr schade. Denn gerade die Offenheit für alles, was auch kommen mag, ist für mich ganz essentiell wichtig für einen guten Geburtsverlauf.

Kritik?

Von Kolleginnen hörte ich schon Einiges an Kritik an Kristins Methode. Da heißt es zum Beispiel: „Sie selbst hatte zwar eine sehr schöne dritte Geburt, nach der Vorbereitung mit Hypnose, aber man könne doch eine dritte Geburt nicht mit einer ersten vergleichen. Dritte Kinder kommen oft sehr leicht und werden vielfach als sehr schöne Geburten empfunden. Es hätte doch nichts mit der Methode an sich zu tun, das Kristins dritte Geburt so schön war.“
Da ist schon was dran, denn: Frauen haben bei einer zweiten oder dritten Geburt oft bessere Erlebnisse. Einerseits, weil sie dann schon besser wissen, was auf sie zukommt. Andererseits, weil die körperlichen Prozesse leichter ablaufen – der Körper hat gelernt. Dennoch entstehen die richtig guten Geburten nur selten ohne eine gute Vorbereitung. Und eine gute Vorbereitung, die bietet Kristin auf jeden Fall an – davon habe ich mich als Gast bei ihr im Kurs persönlich überzeugt.

Empfehlung?

Würde ich Kristins Methode empfehlen? Von ganzem Herzen: Ja!
Wenn man den Kurs, zusätzlich zu einem klassischen Geburtsvorbereitungskurs, belegt – und dazu würde ich raten – dann hat man das Beste aus beiden Welten. Man sollte dann jedoch darauf achten, dass sich die Hebamme, die den Kurs anbietet etwas mit dem Konzept auskennt. Dann wird man, durch die teils doch unterschiedliche Herangehensweise, nicht unnötig verwirrt, sondern es fügt sich am Ende alles passend ineinander.

Mehr davon?

Wenn ihr jetzt Lust habt, euch etwas näher mit der „friedlichen Geburt“ zu beschäftigen, dann empfehle ich als Einstiegsdroge ;-) ihren frei verfügbaren, gleichnamigen Podcast. Des Weiteren findet ihr Kristin auf Facebook, Pinterest & Instagram. Schaut mal vorbei. Es lohnt sich! Und für den Onlinekurs hat sie sogar einen kostenlosen Schnupperzugang.

Noch Fragen?

Wenn ihr selbst schon Erfahrungen mit Hypnose, Hypnobirthing, oder vielleicht sogar schon mit der friedlichen Geburt gemacht habt, oder Fragen an mich oder Kristin habt, oder einfach eure Meinung kundtun wollt, oder, oder, oder….
dann freue ich mich auf eure Kommentare. Gerne friedlich. ;-)



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6 Kommentare
  1. Katharina
    Katharina sagte:

    Ich hatte mir damals – weil schmerzängstlich – die originalen Hypnobirthing-CDs aus den USA bestellt. War aber trotzdem skeptisch und schlief vor allem bei den Übungen immer ein!
    (Auch eine gute Wirkung, weil ich in der Schwangerschaft nicht gut schlafen konnte…)

    Die eigentlich geburtsvorbereitenden Hypnoseübungen konnte ich dann gar nicht machen – das darf man nämlich erst ab der 37. Woche, und meine Tochter wurde ein (spätes) Frühchen.

    Die Tracks waren in den ersten Wehenstunden trotzdem nützlich zur Entspannung.

    Als wirklich wahnsinnig hilfreich unter der Geburt habe ich allerdings etwas ganz anderes empfunden: Ein MamaTENS-Gerät. In Großbritannien weit verbreitet, hier wohl ein ziemliches Randphänomen. Aber allein die Möglichkeit, mir selbstgesteuert über die Stromimpulse Linderung zu verschaffen, war sehr sehr angenehm in einer Geburtssituation, die ich leider auch noch vor dem gebuchten Geburtsvorbereitungskurs erlebte.

    (Zum Glück hatte ich zuvor wenigstens das „Geheimnis einer schönen Geburt“ gelesen!)

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagte:

      Liebe Katharina,
      das ist tatsächlich ein recht verbreitetes Phänomen, das Menschen bei der Tiefenentspannung einschlafen.
      Es hilft, die Audios im Sitzen zu hören. ;-)
      Was die TENS-Geräte betrifft. Ich bin auch ein Fan und habe dafür geworben, dass sie in „meiner“ Klinik angeschafft wurden. Man kann sie aber auch leihen.
      Und natürlich freut es mich sehr, dass dir mein Buch geholfen hat.
      Vielen Dank!
      Liebe Grüße,
      Jana

      Antworten
  2. Miri
    Miri sagte:

    Ich wollte schon vor kurzem zum Blogthema Allein im Kreißsaal ein Feedback geben, kam aber dank dreier Kinder im Home-kindergarten und Home- Schooling nicht dazu.
    Jetzt schlag ich 2 Fliegen mit einer Klappe.
    Kind 1 vor 10 Jahren kam sehr schnell in 4 Stunden und es war eine Null auf Hundert Geburt. Die junge unerfahrene Hebamme musste oft raus u. mein Mann und ich waren total überfordert. Mich störten auch die Hektik drumherum und die Verzweiflung und Panik meines Mannes waren nicht gerade hilfreich.
    Kind wurde spontan geboren (ich leider mit Größeren Verletzungen) und alles war „okay“. Wir hatten so manche Krise als Paar weil ich mich soooo allein gefühlt hatte und ausgesetzt während der Geburt und meinem Mann irgendwie immer auch Vorwürfe gemacht habe, dass er sich nicht genug eingesetzt hat, dass die Hebamme wieder zurück kommt.
    Kind 4 – vor 5 Jahren: (Schwangerschaft 3 war eine recht späte Fehlgeburt und unser 3. Kind verstarb in Ssw.16.)
    Geburtsvorbereitungskurs bekam ich nicht mehr da zu spät dran ( in Ssw 12) also wollte ich mir mit einem Kurs Selbsthypnose nach Switalla was Gutes tun. Das Standard Hypnobirthing ist sehr „Partnerlastig“ und mein Mann hält erstens sowieso nicht allzu viel von solchen Dingen und zweitens wollten wir unser ineinander wiedergewonnenes Vertrauen nicht wieder auf’s Spiel setzen durch nicht erfüllte Erwartungen an den anderen.
    Die Methode arbeitet wie oben beschrieben mit Trance, Bildern, etc. und auch eine plötzlich anders verlaufende Geburt ist ein Thema. Es waren mehrere Kursabende (nur Mamas )und dazu gab es eine auf uns einzelne zugeschnittene CD. Diese Geburt war auch anstrengend und schnell aber die Trance half mir, mich von dem Krankenhausgeschehen abzukoppeln und bei mir zu bleiben. Zudem halfen die positiven Gedanken, dass ich im hier und jetzt sein konnte in der Schwangerschaft und die 2 vorigen Schwangerschaften traten einfach in den Hintergrund . Im Vorgespräch im Krankenhaus bat ich übrigens die Hebamme “ bitte auf keinen Fall meinen Mann allzu sehr mit einzubeziehen“ Während der Geburt war er dann im Raum die ganze Zeit dabei, wir sprachen und lachten viel aber mehr war sein Doing bei dieser Geburt nicht – und das war gut so. Man ist ja nicht immer in diesem Trancezustand sondern man lenkt und nutzt ihn wie man es selbst möchte. Man ist immer selbst Herr der Sache.
    Alle 7 Mütter des Kurses hatten eine gute u. schöne Geburt- auch die 2 Kaiserschnittgeburten…wie sich bei einem Nachtreffen herausstellte
    Vor 3 Jahren die Geburt unserer kleinen Tochter.
    Ich traute mich eine Hausgeburt, da ich aus der vorigen Geburt mitnahm, dass es letztendlich das Kind und ich sind, die die Geburt machen. Mit einer sehr erfahrenen Hebamme war dies aber trotzdem keine leichte Geburt. Diesmal halfen mir die „Bilder“ und die Trance vor allem während einer fast 45 minütigen Austreibungsphase- das kind war gute 4 KG schwer mit mega Kopf und das ganze bei einer sehr seh kleinen u. dünnen Mama mit tendenziell eher kleinem Becken. Ich hatte für die Schlussphase das Bild einer langsam fallenden Feder und das Kind kam langsam in die Hände der Hebamme und diese war selbst bei den Mutter/Kind Proportionen verwundert, dass ich körperlich heil geblieben bin. Um mich wohl zu fühlen hatte ich dieses Mal die Trance nicht gebraucht, da ich ja zu Hause war ;-), aber eben am Schluss als alles eben doch nicht so locker lief, wie es ( manchmal) beim 3ten ist ….
    Auch bei der Geburt zu Hause war mein Mann ein stiller Zuschauer und packte nur mal am Ende mit an, als die resolute ältere Hebamme ihn bat.
    Unser Papa ist halt eher kein aktiver Gebursthelfer – er ist im Hier und Jetzt ein super Papa.
    Also zwei Finale persönliche Feedbacks:
    1) hoffentlich hat jede Frau den Partner / die Person bei der Geburt dabei, welche sie sich wünscht ( auch während Corona) aber vergesst nicht Mädels: ihr und das Kind seid die Hauptakteure
    2) Selbsthypnose ist ein wunderbares zusätzliches Mittel eine Geburt zu gestalten, aber es ist kein Heilsversprechen auf eine leichte natürliche Geburt.
    Ich nutze übrigens oft auch heute noch die positiven Bilder, wenn ich beim Zahnarzt bin um mein Schmerzempfinden etwas zu regulieren oder wenn meine Kids mich auf die Palme bringen und ich mir emotional einen Schuss „OXYTOCIN“ verpasse um sie einfach so zu lieben wie sie sind, dann stelle ich mir mein Oxytocin- Bild vor (eine Gänseblümchenwiese)
    Also es gibt nicht DEN WEG und nicht DIE GEBURT jedes Paar/ jede Frau muss ihren Weg finden.
    Ups lang geworden…lg miri

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagte:

      Liebe Miri,
      vielen Dank für deinen langen Bericht (ich lieb ja lange Kommentare).
      Ich find es immer wieder total spannend, wie unterschiedlich Menschen Geburt wahrnehmen, welche „Tools“ helfen und wie sie sie nutzen.
      Insofern nochmals herzlichen Dank für deine Erfahrung und die Tipps!
      Liebe Grüsse
      Jana

      Antworten
  3. Mura Frey-Balke
    Mura Frey-Balke sagte:

    Liebe Jana,

    erstmal danke für deinen wundervollen Hebammenblog, den ich gerne lese und auch ab und an zitiere. Ich freue mich, dass du deine Meinung zum Hypnobirthing revidierst und dass Kristin, deren Arbeit ich auch schätze, dich da noch mal anders inspiriert hat.

    Ich selbst unterrichte Hypnobirthing seit neun Jahren und habe es damals nach Köln gebracht. Ich war damals oft traurig, dass es so eine Diskrepanz gab, zwischen dem, was ich mit dem Kurs und meinen Schwangeren erlebt habe und dem, was einige Hebammen darüber geschrieben haben. Ich meine, ich hätte dir 2014 dazu sogar eine Email geschrieben oder wollte dir schreiben, ich weiß es nicht mehr genau.

    Ich teile viele Punkte, in denen Kristin das Hypnobirthing kritisiert schon seit neun Jahren: Keine große Auswahl, wer den Kurs unterrichtet, das sehr amerikanische Verspechen einer schmerzfreien Geburt und manchmal ein etwas dogmatisches Vorgehen oder unübersichtlich strukturierte Techniken. Auch zur Geburtsatmung habe ich relativ schnell und in Absprache mit einigen Hebammen eine eigene Interpretation entwickelt.

    Trotzdem bin ich Marie Mongan, die letztes Jahr im Juni verstorben ist, sehr dankbar, dass sie das Programm entwickelt hat. Ohne sie hätte es sich sicher nicht so schnell in Deutschland verbreitet und andere alternative Programme wären heute gar nicht auf dem Markt. Ich sehe, dass viele Elternschulen und Krankenhäuser jetzt Hypnobirthing anbieten – vor neun Jahren kannte das hier niemand und nun finden die Ideen doch immer mehr Anwendungen den Geburtsvorbereitungskursen, im Kreissaal und in der Geburtshilfe.

    Für mich steht und fällt der Erfolg beim Hypnobirthing mit der Kursleitung, ganz unabhängig davon, wie das Programm heißt. Ich würde jeder Schwangeren raten, sich vorab mit den Kursleiterinnen zu unterhalten und zu schauen, wem sie Vertrauen schenken möchte. Denn nur dann können der Kurs und die Hypnosesitzungen ihre effektive Wirkung entfalten.

    Ich bin der festen Überzeugung, dass Hebammen und Hypnobirthing-Kursleiterinnen im Grunde das Gleiche für die Schwangeren wollen: sichere, gute Geburten, mit möglichst natürlichen Abläufen.

    Mir persönlich ist es immer ganz wichtig, die essentielle Rolle der Hebamme für die Geburt im Kurs zu betonen und den Grundstein für eine gute Zusammenarbeit während der Geburt zu legen, bei der die Gebärende selbstbestimmt und vertrauensvoll ist. Ich bin sehr froh und dankbar, hier in Köln mit vielen Hebammen gut zusammen zu arbeiten. Ich bin selbst keine Hebamme, sondern Heilpraktikerin und seit 12 Jahren auf das Thema Frauen- und Familiengesundheit spezialisiert.

    Ich stehe seit neun Jahren dafür, dass das Lösen von Ängsten und Atem- und Selbstentspannungstechniken in Verbindung mit viel Aufklärung Geburten besser machen. Ich habe noch nie eine schmerzfreie Geburt versprochen, aber schon ein paar erlebt – allerdings eher die Ausnahme als die Regel. Hypnobirthing gibt keine Garantie auf eine schmerzfreie und komplett natürliche vaginale Geburt. Aber dadurch, dass die Frauen weniger Angst vor der Geburt haben und gut vorbereitet sind (ganz wichtiger Punkt in deinem Artikel), sind die Verläufe meist schneller, eingriffsärmer und angenehmer.

    Was jedoch in den Kursen immer geschieht: Die Frauen beginnen, sich auf die Geburt zu freuen und etwas Schönes und Besonderes darin zu sehen. Sie lösen Ängste und Befürchtungen, einige gehen sogar ganz tiefe und alte Lebensthemen an. Die Schwangeren lernen, auch mit schwierigen und herausfordernden Wendungen im Geburtsverlauf umzugehen. Und die Atem- und Entspannungstechniken helfen ihnen auch weit über den Kurs hinaus im Alltag (derzeit ganz besonders, um mit der aktuellen Situation umzugehen). Die Frauen berichten, wie hilfreich ihr Partner war – besonders in Situationen in denen in den Krankenhäusern keine Eins-zu-eins Betreuung gewährleistet werden konnte.

    Das sind meine Erfahrungen mit dem Hypnobirthing. Ich dachte, ich teile sie mal mit euch :)

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagte:

      Liebe Mura,
      danke für deine Ergänzungen und Meinungen.
      Ich finde es wirklich schön zu sehen, das wir alle ein bisschen näher zusammenwachsen.
      Das kann nur gut sein.
      Danke für deine Arbeit.
      Liebe Grüsse
      Jana

      Antworten

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