Stillen und Beruf

Stillen und Beruf – (k)ein Problem!?

Die Weltstillwoche 2015 findet dieses Jahr unter dem Motto „Stillen und Beruf – gemeinsam geht’s statt und verweist damit auf eine Herausforderung, vor der viele junge Mütter stehen: Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Das ist ein schöner Anlass für mich, das Thema „Stillen auf der Arbeit“ (gemeinsam mit euch) mal etwas ausführlicher zu beleuchten. Ohnehin fragen mich viele der von mir betreuten Frauen danach, wie man das wohl am besten macht.

Das Recht auf deiner Seite

Wenn du als stillende Mutter wieder arbeiten gehst, gibt es natürlich verschiedene Möglichkeiten für dich. Und Abstillen ist dabei in der Regel gar nicht nötig und auch nicht wirklich sinnvoll. Denn gerade weil du nun einen Teil des Tages von deinem Kind getrennt sein wirst, ist es gut, das Stillen noch ein Weilchen aufrecht erhalten zu können. Und genau dafür ist sogar das Gesetz erst mal auf deiner Seite:
Laut Mutterschutzgesetz (§7) stehen dir innerhalb eines acht-stündigen Arbeitstages zwei mal 30, oder ein mal 60 Minuten Stillpause zu. Diese wird als Arbeitszeit gerechnet, ist also zusätzlich zur normalen Pause gedacht.
Du kannst mit deinem Arbeitgeber besprechen, wie du die Pausen nutzt. Denkbar wäre, dass du eine Stunde später arbeiten kommst, oder auch eine Stunde vorher gehst, falls das in deinem Fall Sinn machen sollte. Gegebenenfalls hast du dann morgens mehr Zeit für das Stillen, bevor du das Kind in der Kinderbetreuung abgibst. Diese Lösung setzt aber voraus, dass du nicht mehr ganz so häufig stillst und dir eben nicht nach sieben Stunden Arbeit die Brust „platzt“.

Stillen oder Pumpen

Eine andere Variante wäre aber auch, dass du die Pause mitten in der Arbeitszeit wirklich zum Stillen nutzt, in dem du einfach in die Tagesbetreuung deines Kindes gehst und dein Kind dort anlegst. Das geht natürlich nur, wenn die Betreuung in der Nähe ist. Sehr gut klappt das beispielsweise bei Betriebskindertagesstätten. Dort geht es unter Umständen sogar, dass du angerufen wirst, sobald dein Kind Hunger bekommt.
Eine weitere Möglichkeit wäre, dass dir dein Kind zum Stillen gebracht wird. Klingt verrückt? Diese Lösung wird oft von Familien gewählt, bei denen der Partner in Elternzeit ist und das Kind betreut, während die Mutter arbeitet.
Wenn auch das nicht geht, bleibt noch die Möglichkeit in der Stillpause Muttermilch abzupumpen. Dazu braucht man eine gute, transportable Milchpumpe und einen entspannten Rückzugsort am Arbeitsplatz. Ein abschließbares, und wenn nötig, sogar Blick-geschützes Büro wäre hier eine gute Lösung. Alternativ kann vielleicht auch ein Konferenzraum, eine Küche oder irgendein anderer, ruhiger Raum zur Verfügung gestellt werden.
Nach dem Pumpen muss die gewonnene Milch kühl gestellt werden. Sonst hält sie nur cica vier Stunden (je nach Raumtemperatur). Im Kühlschrank lässt sich die Milch 24h und im Gefrierfach bis zu einem halben Jahr aufheben.
Die abgepumpte Milch nimmst du am Ende des Arbeitstages mit und gibst sie in der Kinderbetreuung ab, wo sie am nächsten Tag deinem Kind gefüttert wird. Den Rest des Tages und in der Nacht stillst du dein Kind weiter wie gewohnt.

Angebot und Nachfrage – wie bleibt die Milchmenge konstant?

Erfahrungsgemäß kann es bei einem stressigen Arbeitsalltag passieren, dass die Milchmenge mit der Zeit zurück geht. Doch glücklicherweise lässt sich diese, nach einigen intensiven Tagen mit deinem Kind, wieder steigern. Spätestens nach einem schönen, gemeinsamen Wochenende ist also (in der Regel) alles wieder im Lot. Es gibt aber noch ein paar Zusatz-Tricks, um die Milchmenge konstant zu halten:

  • Erst einmal sollte das Abpumpen wirklich in einer entspannten Atmosphäre stattfinden.
    In einem Durchgangszimmer, Großraumbüro oder bei Maschinenlärm geht das sicher nicht gut.
  • Als Nächstes solltest du dir etwas zu Trinken bereit stellen.
    Stillen macht durstig. Ein Glas Wasser, eine Saftschorle oder eine Tasse Stilltee kannst du dir sicher vorher organisieren.
  • Besonders gut ist es, in der Zeit des Pumpens wirklich intensiv an dein Kind zu denken.
    Vielleicht bringst du dir ein Foto deines Kindes mit, ein Kleidungsstück, was nach ihm riecht oder, wenn dein Kind schon etwas größer ist und beim Partner zu Hause, dann besteht vielleicht die Möglichkeit eines kurzen Telefonats. Kurze Filmchen auf dem Smartphone sind auch eine wirksame Alternative. Es hört sich vielleicht komisch an, aber durch das intensive „an dein Kind denken“ fließt die Milch gleich viel besser. Probier’ es doch einfach mal aus!

Muttermilch schützt dein Kind…

Nicht nur die Mutter-Kind-Bindung profitiert von der Fortsetzung der Stillbeziehung, sondern auch das Abwehrsystem deines Kindes! Dein Stillkind ist nun, vor allem in der Kinderbetreuung, lauter neuen Keimen ausgesetzt. Bisher musste es ja nur mit euren „Hauskeimen“ klar kommen. Jetzt vervielfacht sich die bakterielle und virale Belastung. Die Immunglobuline deiner Muttermilch schützen dein Kind gegen Vieles und helfen seinem Immunsystem bei der Abwehr. Gestillte Kinder sind nachweislich seltener von schweren Erkältungskrankheiten, Ohrenentzündungen und Magen-Darm-Erkrankungen betroffen, als ungestillte Kinder!

… und auch den Arbeitgeber vor Ausfällen

Insofern, und hier schließt sich der Kreis, müsste eigentlich auch dein Arbeitgeber zufrieden sein. Denn Mütter, die ihre Kinder stillen, fallen seltener wegen „Kind-krank“ aus. So lohnt sich die Investition in Stillpausen, ganz zu schweigen von der erhöhten Mitarbeiterzufriedenheit, auf Dauer letztlich auch für ihn.

Diskussionsforum „Stillen & Beruf“

Am 30. September 2015 nehme ich am Berliner Blogger-Diskussionsforum von „Schwanger in meiner Stadt“ zum Thema „Stillen und Beruf“ teil. Meine Gesprächspartnerinnen sind unter anderem: Susanna von Babyplausch.de, Sarah von Mamaskind.de, Rebecca Lina von Elfenkindberlin.de, Susanne von geborgen wachsen.de, Jette von Me Super Mom, Anna von Berlin Mitte Mom, Alu von GroßeKöpfe.de, Bettina von Frühes Vogerl und Nina von Frau Mutter.

Die Diskussion wird live über die Facebookseiten der BKK-VBU, die die Räumlichkeiten für das Forum zur Verfügung stellen, und von „Schwanger in meiner Stadt.de“ übertragen. Dort könnt ihr das Ganze über eure Kommentare & Fragen mitgestalten, wozu ich euch hiermit ganz herzlich einlade!
Einen detaillierten Rückblick mit Fotos, Videos und den Ergebnissen der Runde findet ihr nach dem Event ebenfalls dort.

Meine Fragen an euch

Aber auch jetzt und in Vorbereitung auf das Forum, stelle ich euch hier gern schon ein paar Fragen zu euren Erfahrungen mit der Still-Vereinbarkeit. Die Antworten lasse ich dann natürlich in die Gesprächsrunde mit einfließen.

  • Wie lässt sich Stillen & Beruf bei euch vereinbaren?
  • Hilft euch die gesetzliche Regelung des Mutterschutzes, um am Arbeitsplatz zu stillen? Wie sieht das in der Realität aus?
  • Wie sind eure Erfahrungen? (Akzeptanz Vorgesetze, Mitarbeiter…)
  • Was sind eure Verbesserungsvorschläge für die Umsetzung?

Oder gibt es eine Frage, die hier gar nicht vorkommt, die ihr aber beantwortet haben möchtet? Ich bin schon ganz gespannt auf eure Beiträge, Fragen oder Anregungen.

Meine Produktempfehlung für Dich

Der „Stilltee“ zur Milchbildung ist Teil meiner täglichen Hebammenarbeit und hat sich bei den von mir betreuten Familien bereits vielfach bewährt. In meinem Shop zum Blog kannst du ihn jetzt kaufen – dort erhältst du übrigens bei vielen Produkten weitere persönliche Anwendungstips in Form eines kleinen Beipackzettels von mir.

 



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49 Kommentare
  1. sb
    sb sagte:

    Zur Situation bei uns:

    Meine Kleine ist jetzt 19 Monate, mit dem stillen hat es nicht geklappt, ich habe abgepumpt. Sie wurde ausschließlich mit Muttermilch gefüttert, bis sie knapp 5 Monate alt war, dann einmal am Tag Pre-Milch und mit gut 5 Montaen ging es mit der Beikost los und sie liebte essen vom ersten Tag. Bis sie 9 Monate alt war habe ich abgepumpt, bis sie knapp 10 Monate alt war gab es noch ab und an Muttermilch. Ich bin selbsständig und habe nach zwei Monaten wieder angefangen zu Arbeiten, mein Mann war 12 Monate zu Hause.

    Ich bin selbstständig tätig, daher nutzen mir Regeln für Angestellte leider nicht. Ich habe aber auch viele Freiheiten, somit konnte ich immer irgendwie abpumpen. Besonders positiv ist mir eine Konferenz in den Niederlanden in Erinnerung, als ich sagte, dass ich zweimal am Tag abpumpen muss, wurde für mich ein Raum organisiert und es gab ein Nicht Stören Schild. Schien nichts ungewöhnliches zu sein. Auch meine Kunden hatten Verständnis, allerdings konnte ich die Zeit natürlich nicht abrechnen. Irgendwo fand sich immer ein freies Zimmer mit Steckdose.

    Mir fiel abpumpen immer leicht, mit 5 mal am Tag 15 Minuten beidseitig habe ich über Bedarf abgepumpt und konnte so einfrieren. Wenn ich unterwegs war, musste ich oft wegkippen, da ich es nicht gekühlt transportieren konnte. Ich habe es dann nach ca. 3 Monaten auf 4 bzw etwas später 3 mal täglich reduziert. Bei 3 mal täglich reduzierte sich die Milchmenge beträchtlich.

    Ich habe nach 9 Monaten aufgehört, da es mir insbesondere zu Hause zu anstrengend wurde, die kleine liebte es an den Kabeln zu ziehen und ich es nur noch nervig fand. Anfangs habe ich nicht gedacht, dass ich so lange durchhalte.

    Antworten
      • sb
        sb sagte:

        Das abpumpen fand ich überhaupt nicht anstregend, das war die Zeit für mich, ich habe dabei gelesen – was sonst in den ersten Monaten kaum möglich war. OK unterwegs war es schwieriger. Genervt hat es so nach sieben Monaten, da habe ich dann auch angefangen auf zwei- bzw einen Monat später einmal täglich abpumpen zu reduzieren, um es auszuschleichen. Ich hatte echt selber nicht gedacht, dass ich so lange durchhalte.

        5 Mal am Tag war nur die ersten 3 Monate. Und ich muss dazusagen, meine Kleine war ein tiefenentspanntes Baby, das man problemlos ablegen konnte, gegen Tragen hat sie sich eher mal gewehrt.

        Antworten
  2. K
    K sagte:

    Hallo, heute mal anonym: Ich habe beide Kinder gestillt und habe bei beiden vor Ende des ersten Jahres angefangen zu arbeiten. Ich glaube meine (komplett kinderlose) Geschäftsführung wäre tot umgefallen, wenn ich auf mein Recht zu stillen beharrt hätte. Im Großraumbüro wäre ich mir als einzige Mutter auch komisch vorgekommen. In vorauseilendem Gehorsam habe ich das Thema also gar nicht angesprochen (beim ersten Kind auch aus Unwissenheit nicht, zumal ich da auchnicht gut abpumpen konnte).
    Meine Idee war, dann morgens, bei Bedarf nachts und abends zu stillen. Das fanden beide Kinder irgendwie suboptimal und haben sich selbst innerhalb von 4-6 Wochen abgestillt. Beide Male fand ich das überhaupt nicht gut und hätte, besonders beim zweiten Mal, gerne noch länger gestillt.
    Ich bin gespannt, was die anderen Mütter hierzu berichten.

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagte:

      Liebe K, das ist genau mein Gefühl, dass viele Frauen das nicht in Anspruch nehmen, aus Angst, vor irgendwelchen Nachteilen. Oder, dass sie dann doch in der Pause stillen und dann die Stillpause nicht nutzen. Oder, dass es für die Leitung/Chef ok ist, aber die Mitarbeiter auf die zusätzliche Pause neidisch sind. Es ist doch noch nicht so normal und anerkannt, wie wir uns das vielleicht wünschen. Leider!

      Antworten
  3. Susanne
    Susanne sagte:

    Ich bin bei unserer großen Tochter nach reichlichen 12 Monaten wieder arbeiten gegangen. Meine Maus war ab da vollzeit in der Krippe. Gestillt habe ich ca 22 Monate – das hat auch ohne stillpause prima geklappt. Im Gegenteil ich hatte immer das Gefühl, dass das stillen früh und dann direkt wenn ich nach hause kam ihr gut über die lange Trennung hinweg geholfen hat und gerade wenn sie dann doch mal krank war, war ich froh noch zu stillen da es oft dann das einzige war was sie zu sich genommen hat. Im Vorfeld gab es natürlich die üblichen fragen wann ich nun endlich abstillen würde. Das hat sich dann gegen ende des zweiten Jahres ganz unkompliziert von selbst ergeben – ganz ohne Stress. Mich würde jetzt allerdings interessieren ob ich auch nach dem ersten Lebensjahr noch Anspruch auf Stillpausen gehabt hätte?

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagte:

      Liebe Susanne! Es gibt tatsächlich keine, vom Gesetzgeber vorgeschriebene zeitliche Obergrenze für die Länge der Stillperiode. Du hättest also durchaus deinen Anspruch auf Stillpausen geltend machen können.

      Antworten
  4. Eline
    Eline sagte:

    In den Niederlanden, wo ich wohne und arbeite, gibt es nur 10-12 Wochen bezahlten mutterschutz nach der Geburt (insgesamt 16 Wochen, je nach dem ob man 6 oder 4 wochen vor termin aufhört hat man danach 10 oder 12 wochen). Elternzeit gibt es nur als unbezahlten Urlaub, deswegen gehen die meisten Mütter früh wieder arbeiten (meistens in Teilzeit).
    Ein Unternehmen mit 100 und mehr angestellten ist verpflichtet einen Stillraum zu verfügung zu stellen und Stillpausen sind erlaubt bis das Kind 10 Monate alt ist.
    als ich nach der Geburt der ersten Tochter nach 4 Monaten (12 wochen mutterschutz und 4 wochen urlaub) wieder anfing, hatte ich schon abgestillt. Stillen ist mir nicht leicht gefallen, die Schmerzen und Stress die ich dabei hatte waren für mich viel schlimmer als die Geburt (ich hatte Glück und hatte 2 schöne Geburten).
    Bei der 2. Tochter wollte ich unbedingt länger Stillen. Mein ziel war es wenigstens die zeit in der ich zu Hause war. Es war wieder sehr schwierig und schmerzhaft. Mit einer guten Stillberaterin mit der ich nach den ersten besuchen noch viel Kontakt per email hatte, habe ich es geschafft. Nach 3.5 Monaten bin ich wieder auf die Arbeit. Habe versucht den Stillraum zu benutzen, aber abpumpen war für mich noch schwieriger als Stillen! also habe ich ziemlich schnell abgestillt. Immerhin, für mich trotzdem eine Leistung! und ich habe eine Kollegin die ihre beiden Töchter > 1 Jahr gestillt hat, sie war dann 2-3 im Stillzimmer. Dort gibt es eineb Sessel und Kühlschrank für die Milch, und eine Pinnwand wo die Mitarbeiterinnen, die den Raum nutzen, fotos von den babies anheften können :) und man kann den Raum von innen abschliessen, sehr wichtig!
    Trotzdem haben wir nicht viel darüber geredet und uns dezent ibs zimmer zurückgezogen. Als Ingenieurinnen arbeiten wir mit vielen Männern; ich fand es auch ein bisschen komisch meinem Chef die ganzen Stillregelungen zu erläutern, denn er kannte das alles auch noch nicht ;)

    Antworten
  5. Kristin
    Kristin sagte:

    Liebe Jana,
    Danke für das spannende Thema! Da will ich jetzt auch mal meinen Senf dazugeben :-)
    Ich bin nun nach der Elternzeit mit dem zweiten Kind wieder arbeiten. Bei beiden habe ich das Stillen nicht mit der Elternzeit beendet. Kind 1 war 15 Monate alt, als ich sie wegen Arbeit und Krippe nicht mehr tagsüber Stillen konnte. Davor haben wir zu den Schalfenszeiten (Vormittagsschläfchen, Mittagsschlaf, abends, nachts) und zwischendurch zum Trösten gestillt. Das hört sich jetzt viel an, tatsächlich waren es aber immer nur ein paar Schlucke, die „Ernährungskalorien“ hat sie doch schon aus dem „richtigen Essen“ bekommen. Als ich wieder arbeiten war (und sie in der Krippe), änderte sich daran nichts, außer das eben das Vormittgas- und Mittagsstillen wegfielen. Meine Brust machte das tapfer mit. Ich habe abgestillt, als Kind 1 fast zwei Jahre alt war und ich mit Kind 2 im Bauch im 7. Schwangerschaftsmonat böses „Unterbauchziehen“ beim Gute-Nacht-Stillen bekam.
    Kind 2 ist nun 14 Monate und seit einem Monat arbeite ich wieder. Der Papa macht Elternzeit und die Krippeneingewöhnung. Auch jetzt gab es einen Sprung von 4-5 Stillsnacks verteilt auf 24h zu „Kein Stillen zwischen 6:00 und 17:00Uhr“. Auch das machen Kind und Brust tapfer mit. Wobei ich tagsüber wohl BHs in zwei verschiedenen Größen dabei haben sollte. Morgens gehe ich mit einer „leeren B“ auf Arbeit, am Nachmittag (jetzt ;-)) zwiebelt eine C+ in dem B-Körbchen. Sonst ist aber alles gut und wir haben nicht vor, etwas dran zu ändern. Die Nähe, das Beruhigungspotential und der Boost fürs Immunsystem sind mit Gold nicht aufzuwiegen.

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagte:

      Liebe Kristin! Danke für deine Schilderung vom Tandem-Stillen. Danach werde ich nämlich oft befragt. Das ist für Viele sicher spannend mal zu hören, wie das laufen kann. Ganz verrückt finde ich, dass dein Körper dir ganz klar gesagt hat, wann es zu viel war.
      Das jetzt nach 11 Stunden die Brust zwirbelt ist auch klar. ;-) Aber schön, dass die Abend- und ggf. nächtlichen Stillstunden dadurch noch ein Weilchen bleiben können. Aber warum pumpst du nicht ein Mal am Tag entlastend ein bisschen ab? Dann wär’s vielleicht nicht so unangenehm?
      LG
      Jana

      Antworten
      • Kristin
        Kristin sagte:

        Liebe Jana,
        Ja, die Anzeichen für’s „Zuviel“ waren schon sehr deutlich. Ein richtiges Tandemstillen war’s aber dann aber doch nicht, da ich ja bei der Geburt von Kind 2 schon fast drei Monate nicht mehr gestillt hatte. Prinzipiell wäre ich dem Tandemstillen gegenüber recht offen eingestellt gewesen. „Ruckelt sich schon zurecht“, dachte ich. Im Nachhinein bin ich aber (in unserem speziellen Fall) froh, dass Kind 1 an der Brust nicht mehr interessiert war, als das neue Baby kam. Kind 2 hatte nämlich arg mit Hals- und Brustwirbelblockaden zu kämpfen. Bis die als solche erkannt und gelöst wurden, war das Stillen für uns oft ein langwieriger, nervenaufreibender und kräftezehrender Akt (Baby trinkt zwei, drei Schlucke, reißt den Kopf weg, überstreckt sich und ächzt., ich lege es neu an… das in einer Endlosschleife, bis der Hunger einigermaßen gestillt war). Wenn dann das große Kind noch „Bedarf angemeldet“ hätte… ich hätte mich zum Stillen mit dem Baby auf den Baum flüchten müssen.

        Das Abpumpen habe ich schon zigmal versucht, mit zig verschiedenen Pumpen, mit Vorwärmen der Brust, Bild vom Kind, Entspannungsmusik und manchmal sogar mit Ruhe… es ging nicht. Mehr als einen Milliliter (den ich auch direkt aus der Brust hätte rausstreichen können) bekam ich nicht raus.
        So sah’s also in unserer ganz persönlichen Chaos-Konstellation aus… ;-)

        liebe Grüße,

        Kristin

        LG,
        Kristin

        Antworten
  6. Kathrin
    Kathrin sagte:

    Bei mir war Kind 2 auch ein „Stillfan“, als ich nach 18 Monaten wieder arbeiten ging, war ein Einschlaftn und Weiterschlafen in meiner Gegenwart ohne Stillen nicht zu denken. Mittags in der Krippe ging es erstaunlicherweise, das hatten wir schon 2 Monate getestet. Am WE zu Hause nicht. Sie stillte auch noch morgens, abends und nachts, als ich begann zu arbeiten… Es wurde dann Stück für Stück weniger und seit dem Sommerurlaub, da wR sie 25 Monate, klappt es alles ohne stillen. Ohne Tränen, wie von selbst, noch vor 3 Monaten undenkbar. Bin ich froh, dass ich Ihr so lange geben konnte, was sie in dieser Zeit brauchte. Auf Arbeit hat’s auch nie gestört, meine Brust hat es einfach mitgemacht, kein Bedarf, keine Produktion und umgekehrt!

    Antworten
  7. Maike L.
    Maike L. sagte:

    Hallo,
    spannendes Thema und so viele verschiedene Weisen :)
    Als meine Kleine gerade 5 Monate alt war ging ich wieder Vollzeit arbeiten, einfach aus dem Grund dass wir mein Einkommen brauchten um unser Haus abzuzahlen. Mein Mann machte 2 Jahre Elternzeit.

    Im 5ten Monat fingen wir mit Beikost an, meine Trauzeugin ist Ernährungsberaterin mit Spezialisierung auf Schwangere, Mütter und Kinds, wir wussten was wir taten und hatten beste Unterstützung ;)
    Im 5ten Monat stillte ich noch nach jedem Beikostessen, dies gab es immer mittags. Sonst wurde noch voll gestillt – und das hieß für uns alle 2-3 Stunden 20 Minuten bis nichts mehr ins Baby rein ging.

    Mit Beginn meiner Arbeit kaufte mir mein Arbeitgeber einen bequemen Sessel für mein Büro, auf dem ich stillen konnte. Mein Mann kam dann morgens und nachmittags mit ihr vorbei und wir genossen zu dritt die ruhigen Stillminuten. Meine Kollegen und mein Chef freuten sich jedesmal, wenn das kleine Wesen vorbei kam und wenn sie verspätet oder gar nicht wegen Arztbesuchen kamen wurde gefragt, ob alles in Ordnung ist.
    Nach und nach erhöhten wir die Beikost, so dass sie mit 10 Monaten nur noch morgens einmal vorbei kamen. Kurz vor ihrem ersten Geburtstag habe ich die dann abgestillt und stattdessen beim nachhause kommen eine kleine Milchportion von Hipp gefüttert, sie brauchte das nicht wegen dem Hunger sondern zum kuscheln und nuckeln bei Mama – Tee und Wasser verweigerte sie bei diesem Ritual hartnäckig :)

    Nun ist sie zwei, in der Kita, ist kerngesund und bekommt vielleicht bald ein Geschwisterchen, bei dem wir es sicher genauso machen werden!

    Antworten
  8. S
    S sagte:

    Mein Zwerg ist aktuell 15 Monate. Mit knappen 13 habe ich wieder zu arbeiten begonnen. Er hat sehr spät zu essen angefangen und als ich mich meinen Teilzeitantrag stellen musste, stillten wir noch alle 3h. Dementsprechend groß war meine Sorge das alles klappen würde und ich entschied mich trotz deutlicher finanzieller Einschränkungen erstmal nur 4h arbeiten zu gehen. Wie sieht es dann mit Stillpausen aus? Prozentual?
    Mittlerweile isst er etwas besser, die Stillhäufigkeit hat sich reduziert (4-5 am Tag, von 2-… Nachts) sodass ich meine Arbeitszeit langsam steigere.
    Gerade von kinderlosen Kollegen oder älteren bekomme ich öfter mal einen Spruch. Von daher bin ich mir nicht sicher ob ich auf zusätzliche bezahlte Stillpausen bestehen würde. Vor allem weil ich vermutlich schon als Langzeitstillend gelte und der Sinn von vielen nicht gesehen wird

    Antworten
  9. sommer
    sommer sagte:

    Hallo ich wurde heute von meiner Hausärztin sehr kommisch angeschaut und musste mir unsinnige Bemerkungen ha hören, weil ich mein 11 Monate altes Baby stille.
    wenn sie ein jahr wird gehe ich wieder arbeiten. Als Krankenschwester im Schichtdienst , mit 15,4 Stunden minimum ich hoffe soooo sehr das es trotzdem weiter funktionieren wird mit dem stilllen. So das unsere Tochter die Chance hat sich ,,selbst abzustellen,, wenn sie es will.
    haben sie tips für mich?

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagte:

      Liebe Sommer, klar kann das klappen. Entweder du pumpst einmal während der Arbeitszeit und stillst ansonsten wie gewohnt weiter. Oder du stillst einfach „drum herum“ weiter. Das kommt darauf an, wieviel Dein Kind noch an der Brust trinkt und wie lange die Brust die Stillpause durchhält.
      LG
      Jana

      Antworten
  10. Anna
    Anna sagte:

    Hallo Jana,

    Ich werde auch wieder arbeiten gehen, wenn meine Maus 13 Monate alt ist und befürchte, dass ich spätestens zu dem Zeitpunkt vollständig abgestillt haben muss, auch wenn ich das gar nicht will und die Kleine wohl erst recht nicht. ..
    Allerdings arbeite ich als Tierärztin, hätte also in der Stillzeit ebenso wie in der Schwangerschaft ein Beschäftigungsverbot. Warum ist mir ehrlich gesagt nicht ganz klar, ich tippe auf die Infektionsgefahr bzw Kontakt mit Medis, Hormonen usw.
    Da ich zusätzlich noch im Schichtdienst arbeite,muss Zwerglein auch nachts immer mal ohne mich auskommen, obwohl sie doch nur bei mir im Familienbett und mit Ein-und Durchschlafstillen schläft!
    Hast du einen Tipp für mich-muss ich wirklich abstillen?
    LG und Daumen hoch für deinen tollen Blog,
    Anna

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagte:

      Liebe Anna, das mit dem Beschäftigungsverbot musst du nochmal abklären. Ich habe auch im Schichtdienst im Kreißsaal gearbeitet und gestillt/ gepumpt. Also sollte das für dich doch auch möglich sein?!
      Ansonsten ist es ja oft so, dass zumindest das morgendliche oder Abendliche Einschlaf- bzw Aufwachstillen erhalten bleibt. Aber wenn du echt mit gefährlichen Stoffen zu tun hast (haben musst?). Da bin ich zu wenig über deinen Arbeitsplatz informiert. Rede doch mit deiner Gyn noch Mal darüber. Wie schätzt sie die Lage ein?
      Viel Glück und liebe Grüße (und danke für den Daumen)
      Jana

      Antworten
  11. Nina Fischer
    Nina Fischer sagte:

    Hallo zusammen,

    die Akzeptanz für Stillen in allen möglichen Situationen ist meistens vom Alter des Kindes abhängig. Das ist mein Gefühl. Je älter das Kind ist, desto weniger wird es gesellschaftlich akzeptiert. Ich finde das nicht nur schade, sondern auch lästig. Ich akzeptiere andere in ihren Essgewohnheiten und kommentiere ja auch nicht, warum sich jemand mittags immer was Fettiges reinschiebt o.ä. Mein Kind möchte eben möglichst lang Muttermilch trinken und wir finden das alle gut.
    Pumpen auf der Arbeit ist wirklich schwierig, weil dafür kein Raum vorhanden ist. Man kommt sich auch komisch vor den Salat im Kühlschrank beiseite zu räumen um die Milchflaschen unterzubringen. Leider. Trotzdem sollte man nicht wegen der Meinung der anderen seine eigene Prinzipien in Frage stellen.
    Deswegen,… Happy Pumping.

    LG,
    Nina

    Antworten
  12. Krath
    Krath sagte:

    Liebe Jana,
    mein Kind ist jetzt 13 Monate alt. Wir stillen, wenn wir uns am Nachmittag nach KiTa/Oma wiedersehen als Ritual, zum Einschlafen, nachts, morgens und wann immer er Durst hat. Er isst sehr gut, weigert sich aber, in meiner Anwesenheit größere Mengen Flüssigkeit, die nicht Muttermilch sind, zu sich zu nehmen.
    Ich bin schon 5 Monate nach der Geburt wieder studieren gegangen, habe abgepumpt und mein Mann hat Elternzeit genommen. In den Semesterferien habe ich wieder zu Hause übernommen, dann gabs 2 Monate Oma, die abgepumpte Milch gegeben hat und mit einem Jahr ging er in die KiTa. Da gibt es aber keine Milch. Wenn ich nicht da bin, trinkt er auch Wasser oder Tee. Nicht besonders viel, aber immerhin. Anfangs musste ich alle 2-4 h abpumpen, also bis zu 3x wenn ich unterwegs war. Theoretisch gibt es an meiner Uni einen Stillraum, aber dafür den Schlüssel zu bekommen ist sehr zeit- und nervenraubend. Da es sich um ein Klinikum handelt, habe ich mir immer die schönsten Einzelkabinen oder BehindertenWC s ausgesucht, wo ich mir vorher die Hände waschen und dann gleich loslegen konnte ohne etwas anzufassen. Ja, abpumpen auf dem Klo, ich weiß, wie das klingt. Zum Glück habe ich einen starken Milchspenderreflex.
    Es hätte sicher andere Möglichkeiten gegeben, aber ich habe mich bewusst gegen diese entschieden. Es ist einfacher, mal kurz aufs Klo zu verschwinden, als einen Extra-Ort zum Pumpen aufsuchen zu müssen. Meine Kommilitonen waren und sind da etwas verständnislos, wenn ich das versuche zu erklären. „Du stillst (immer) noch? Aber dein Kind geht doch schon in die KiTa…“
    inzwischen pumpe ich nur noch an sehr langen Tagen ab oder wenn ich das Gefühl habe, dass mir gleich die Brust überläuft. Dann nehme ich meine Handpumpe und eine bei Amazon gekaufte kleine Kühltasche mit und stelle die Milch dann zu Hause in den Kühlschrank. Meist wird sie nur noch zum Baden gebraucht.
    Letztens wurde ich (mal wieder) gefragt, wie lange ich denn noch stillen und abpumpen will. Nachdem ich sagte, bis das Kind keine Lust mehr habe, denn das einzige Hindernis sei meine eigene Bequemlichkeit, wurde ich (zumindest von diesen Menschen) nicht mehr gefragt. :-)

    Liebe Grüße

    Antworten
  13. Kati
    Kati sagte:

    Hallo! Mein erstes Kind habe ich 2 Jahre gestillt. Das ging damals sehr gut, weil ich in der Zeit noch studiert habe und nur selten länger am Stück weg war.

    Jetzt ist Nr. 2 am Zug und wir genießen unsere mittlerweile 11-monatige Stillzeit sehr. Gerade nach einer schweren Infektion, die wir zusammen durchgemacht haben, wird mir immer wieder klar, wie wichtig das Stillen ist (sie hat in der Zeit ausschließlich Mumi getrunken, obwohl sie gerne und gut isst…).

    Ein wenig bang ist mir, wenn ich nächsten Monat wieder zu arbeiten beginne (Papa hat dann Elternzeit), weil meine Kleine immer noch sehr häufig gestillt wird. Zwar bin ich pro Tag „nur“ ca. 7 Stunden außer Haus, aber ich mache mir schon ein wenig Sorgen darüber, wie das wohl klappen wird. Daher habe ich ein wenig bzgl. der gesetzlichen Regelungen der Stillpausen während der Arbeitszeit recherchiert und hier unterschiedliche Darstellungen bzgl. der Gewährung dieser bei Stillkindern über 12 Monaten gefunden.

    Mich würde wirklich interessieren, ob ich oder ob ich nicht Anspruch auf gesetzliche Stillpausen habe? Offensichtlich gab es Gerichtsurteile, die besagen, dass sich die mutterschutzrechtlichen Bestimmungen – so auch die zu den Stillpausen – auf das erste Lebensjahr beschränken. Anderswo heißt es wieder, dass es keine Beschränkungen mit Blick auf das Alter gäbe. Was ist denn jetzt richtig?

    Antworten
  14. E.
    E. sagte:

    Liebe Jana, mein kleiner ist zwar erst 6 Monate aber liebt die Brust über alles Ich würde so gern länger als das Jahr stillen bis Er sich von selbst abstillt. Wegen finanziellen Gründen muss ich aber nach dem Jahr wieder arbeiten. Nun Arbeite ich aber als Krankenschwester auf der ITS wo es so manche schlimmen Keime und Erkrankungen gibt. In der Schwangerschaft hatte ich einen Schonplatz und ging dann aber ab dem 5. Monat ins BV. Hast du da einen Tipp für mich? Vielen Dank B.

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagte:

      Liebe E., viel schlimmer, als die Keimbelastung ist das Problem von sehr unregelmäßigen Pausen. Ich hatte das auch im Kreissaal. Ich bin dann immer auf die Wochenbettstation zum Pumpen gegangen. Aber, machen wir uns nichts vor: die Kolleginnen mussten die Zeiten für mich mitarbeiten. Auch wenn man offizielle Stillpausen hat, ist es in der Praxis oft sehr schwierig. Du musst klären, wie das machbar ist und wo du in Ruhe pumpen kannst. Gute Hygiene ist klar. Vielleicht gibt es einen Pausenraum, oder einen Raum auf einer anliegenden Station, in den du dich zurückziehen kannst.
      Wenn alles nicht klappt, dann stillst du ihn eben in den Zeiten, in denen du bei ihm bist. Die Brust wird sich darauf einstellen. Bei Vielen ist das eh so, dass die Kinder dann tagsüber schon richtig essen und Abends und Morgens und auch mal zwischendurch gibt es die Brust.
      Viel Glück! Alles Liebe ,
      Jana

      Antworten
  15. Katharina
    Katharina sagte:

    Hallo,

    meine kleine Maus ist jetzt 11 Monate und ich arbeite seit 3 Wochen wieder (40h). Ich stille sie nur noch Nachts. Habe ich trotzdem einen Anspruch auf eine Stillpause? Muss ich meinem Arbeitgeber ein ärztliches Attest vorlegen?

    Antworten
  16. AnOnym
    AnOnym sagte:

    Mein Kind ist aktuell 9 Monate alt und wird 10,5 sein, wenn ich wieder in Teilzeit arbeite. Ich stille noch relativ viel, weil mein Kind außer aus dem Orginalgefäß Brust nicht trinkt und auch nur Fingerfood in noch relativ kleinen Portionen isst. Es wird aber mehr
    Da ich als Ärztin bei öffentlicher Bekanntgabe, dass ich noch stille, in meiner Berufsausübung wie eine Schwangere gelten würde, habe ich mit Chef und Kollegen vereinbart, dass ich vorerst keine Dienste machen muss und mein Mann mein Kind in meinen Pause zum Trinken vorbei bringt.

    Antworten
  17. Merle
    Merle sagte:

    Hallo :)

    Bei mir ist es bald soweit, ich informiere mich also nur schon einmal gerne und finde dass z.B. sehr interessant, dass es zu unseren Gunsten sogar im Gesetz verankert ist! Bei mir auf der Arbeit herrscht ein nettes Miteinander und ich denke, mir wird da Verständnis entgegen gebracht, dennoch macht man sich ja immer ein wenig Sorgen deswegen. Schön finde ich auch, dass du direkt Alternativen und Vorschläge beschreibst.
    Danke für den informativen Beitrag! :)

    VG
    Merle

    Antworten
  18. Jule
    Jule sagte:

    Ich habe zwei Kinder und beide lange gestillt (den Großen 4 Jahre und den Kleinen bisher 1,5 Jahre, über ein Jahr beide parallel). Ich habe jeweils ein Jahr nach der Geburt wieder vormittags bis 13:30 Uhr gearbeitet und habe die beiden nachmittags, abends und nachts gestillt.
    Ich habe keine Stillzeiten genutzt und meinem Arbeitgeber auch gar nichts davon erzählt. Beim ersten Kind wusste ich das gar nicht und beim zweiten wollte ich das Entgegenkommen bei den Arbeitszeiten nicht noch weiter strapazieren. Mein Körper hat sich auf die Milchproduktion eingestellt und ich hab auch noch nie eine Milchpumpe benutzt. Wenn es mal später wird, habe ich halt etwas mehr Oberweite…
    Ich habe es sehr genossen, die beiden nachts um mich zu haben und so die „verpassten Stunden“ durch intensives Kuscheln und Stillen auszugleichen. Auch das Begrüßungsstillen war/ist ein lieb gewonnenes Ritual. Zusätzlich verläuft der „Familienschnupfen“ beim Gestillten immer etwas milder. Der Große ist inzwischen abgestillt, dank/trotz Langzeitstillen richtig eigenständig und schläft in seinem eigenen Bett und kann Trennungen von mir gut aushalten.
    Natürlich ist für mich Stillen und Beruf nicht immer super zu vereinbaren. Ich bin nach manchen schlechten Nächten (jede Stunde gestillt wegen Zahnen oder so) hundemüde, manchmal ist es auch sehr einengend sein Kind nie länger als sechs Stunden nicht zu sehen. Bei Nachmittagsterminen im Beruf fahre ich die 35 Kilometer manchmal auch für zwei Stunden nach Hause und einmal musste mir mein Partner den Kleinen auch schon vorbeibringen. Aber ich denke die Natur hat es so vorgesehen und es wird uns und unserer Bindung schon gut tun. Dennoch würde ich mir wünschen, dass Stillen und Beruf mehr gewürdigt wird, da es weit mehr als ein privates Vergnügen ist. Umso bedenklicher finde ich, dass das Mutterschutzgesetz ab nächstem Jahr geändert werden soll und die Stillpausen nur noch bis zu einem Jahr gewährt werden sollen. Das setzt meiner Meinung nach ein falsches Signal.

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagte:

      Hallo Jule, ich finde auch, dass Mütter viel mehr dabei unterstützt werden sollten, ihre Kinder zu stillen. Man könnte ja sogar damit argumentieren, dass es einen guten Einfluß auf die Volksgesundheit hat. Aber, wie so oft, wird einfach sehr kurzfristig gedacht.
      Es gibt aber auch viele Positivbeispiele von Arbeitgebern, mit denen gute Lösungen gefunden wurden.
      Daher finde eich es weiterhin sehr wichtig, das Stillrecht auch anzusprechen und einzufordern. Nur so gewöhnen sich Arbeitgeber daran. Und so wird es hoffentlich irgendwann Normalität.

      Antworten
  19. Christa
    Christa sagte:

    Hallo:)
    Mich beschäftigt auch das Thema und stresst mich leider total..
    Im Januar muss ich leider aus finanziellen Gründen wieder Vollzeit arbeiten, d.h werde 9 Std aus dem Haus sein…
    Unser kleiner wird im Januar erst noch 5 Monate alt sein und ich möchte auf keinen Fall, solange ich noch Milch habe, abstillen :(
    Eigentlich still ich ihn wenig, pumpe aber ab 7-8 in 24 Std. Die Menge ist Momentan mehr als ausreichend!
    Meine Ängste weshalb ich jetzt schon gestresst bin sind, das im Job die Mitarbeiter oder Vorgesetzte damit nicht einverstanden sind das ich 2-3 Abpump Pausen brauche! Was könnt ich dagegen tun? Dürften die so etwas unterstellen bzw „verbieten “ und meine zweite Angst das wenn ich im Stress bin , pump ich tatsächlich geringere Menge ab!
    Das ist mir aufgefallen! Und da man im Job gestresst sein kann hab ich Angst das sich die Milchmenge reduziert und ich im Endeffekt „abstille“.. Für mich ist es so wichtig das ich dem kleinen wenn ich es schaffe, bis er ein Jahr wird Muttermilch gebe!
    Habe Momentan die Medela Symhonie von der Apotheke. Da der kleine ein Frühchen ist bekomme ich sie auf Rezept „Trinkschwäche“ (er war ja auch in der Frühchen station 3 Wochen )
    Könnten Sie mir auch eine Effektive doppelseitige Milchpumpe empfehlen? Welche ich auf der Arbeitsstelle mitnehmen könnte! Mit langer Lebensdauer! Hatte bei der großen die mini Medela Elektrik die war aber nach wenigen Monaten schon defekt :(

    Vielen Dank & Grüsse

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagte:

      Hallo Christa,
      Normalerweise kommt man bei 8Stunden mit 1x Pumpen aus. Der Körper gewöhnt sich schnell an diesen Rhythmus. Jetzt pumpst du ca alle drei Stunden, dann wären es alle 4-5. Das sollte klappen. Aber diese Stillpause muss dein Arbeitgeber dir gewähren.
      Was den Stress betrifft. Es stimmt: Stress kann die Milchmenge reduzieren. Aber sobald du danach wieder Zeit mit deinem Kind verbringst, reguliert sich das wieder.
      Als Pumpe kann ich dir die „Calypso Double Plus“ von Ardo empfehlen: http://amzn.to/2g8JJp5 Damit kannst du zügig beide Seiten gleichzeitig abpumpen und sie ist klein genug, um sie mitzunehmen.
      Viel Glück!
      Jana

      Antworten
      • Christa
        Christa sagte:

        Hallo Jana, danke sehr für den Tipp! Werde die Milchpumpe bald kaufen. Bei der älteren hatte ich auch ne Phase wo ich in größeren Abstände abgepumt hatte ca 5 Std weil wir Besuch hatten und viel unterwegs waren… das Resultat damals war, das dadurch die Milch innerhalb von einer Woche weniger wurde:(
        Sie war aber fast 1 Jahr alt also war es für mich nicht sooo schlimm.
        Hab halt Angst durch weniger abpumpen (ca 4-5 Std) wird sich die Menge reduzieren:(
        Mach mich zu sehr verrückt…
        Danke für den Tipp & VG:)

        Antworten
  20. Isa
    Isa sagte:

    Hallo Jana,
    Ab morgen geht es bei mir auch los, dass ich stille und arbeite. Mein Zwerg ist jetzt sieben Monate und mein Mann nimmt Elternzeit. Wir haben schon einen kleinen Milchvorrat im Frost. Ich hoffe, dass es reicht, wenn ich morgens beide Seiten leer habe und dann beim nach Hause kommen eine Seite abpumpe und eine stille. Oder meine beiden Männer kommen zu mir. Ich finde es spannend, dass du sagst du hättest auch Dienste gemacht. Der Betriebsarzt meinte, dass ich keine Dienste machen darf, wenn ich stille. So dass ich vermutlich irgendwann offiziell „abstille“ obwohl wir immer noch stillen. Auch wenn es für den Chef vielleicht kein Problem ist würden die Kollegen vermutlich irgendwann Druck machen. Ich fang als Assistenzärztin in einer neuen Stelle an zu arbeiten und bin gespannt wie es klappt.

    Isa

    Antworten
  21. Christa
    Christa sagte:

    Hallo,

    Bei mir geht’s morgen los mit Vollzeit. Habe die Ardo doppelmichpumpe die elektrische bestellt… Die Medela Symphony von der Apotheke hab ich noch 1 Monat zu Hause…
    Das abpumpen klappt ganz gut & Flasche geben (die Muttermilch) der kleine ist genau 5 Monate alt…
    Mach mir Tagelang schon die Gedanken wie das Abpumpen auf der Arbeit klappt, anderes Umfeld, Stress. Und alleine der Gedanke das geredet wird (nur Frauen im Betrieb ) warum ich mehr „Pausen“ hab…
    Leider obwohl man auch das Gesetz auf seiner Seite hat, reagieren leider oft die meisten „Sauer “ wenn man Ansprüche hat! (Dies generell )
    Na ja mir ist es egal, so ist es nun mal…

    Viele Grüße & allen viel Kraft!!

    Christa

    Antworten
  22. Sanne
    Sanne sagte:

    Danke für diesen Artikel, er und auch die Kommentare hier machen mir viel Mut. Ich fange übernächste Woche wieder an zu arbeiten (6h), dann ist mein Sohn im 9. Lebensmonat. Im Moment stille ich nachts 2-3mal, vormittags um 10 Uhr, mittags nach dem Brei, nachmittags gegen 17 Uhr. Für den Abendbrei pumpe ich Milch ab und rühre den Getreidebrei da ein. Unser Problem ist eigentlich nur, dass der Kleine im Bett nur beim Stillen einschläft. Die Flasche haben wir bisher noch nicht richtig einführen können, Wasser trinkt er daraus jedenfalls nicht. Ich hatte nun große Bedenken, weil ich trotz sanften Ablöseversuchen, es bisher nicht hinbekommen habe, dass er allein einschläft. Aber die Kommentare hier haben mir Mut gemacht – es wird sich schon alles finden. Mein Mann wird wahrscheinlich die ersten Wochen mittags mit ihm spazieren gehen müssen (im Tragetuch und Kiwa schläft er auch gut ein) und nach und nach wird er hoffentlich auch mit Papakuscheln zum einschlafen zufrieden sein. Das würde auch für Abends angenehmer sein, da ich im Moment eigentlich immer da sein muss, zum Wiedereinschlafen falls er wach wird.
    Ich werde erstmal versuchen, einmal während der Arbeit abzupumpen und dann schauen wir, ob der junge Mann die Flasche nimmt. Liebe Grüße, Sanne

    Antworten
  23. Sandra
    Sandra sagte:

    Hallo Jana,

    wirklich ein toller und informativer Beitrag zum Thema wie man Arbeiten und Stillen unter einen Hut bringen kann. Die von dir vorgestellte Pausenregelung für Mütter ist natürlich eine wirklich hilfreiche Unterstützung in einer solchen Situation.

    Ich habe nach meiner Geburt einige Zeit gebraucht um eine neue Arbeit zu finden. In das vorherige Unternehmen wollte ich nicht mehr zurück und daher musste ich mich ganz neu bewerben. Das ist als frisch gebackene Mama nicht einfach, viele Arbeitgeber vermuten ungeplante Ausfälle und somit Fehlzeiten.

    Nach langer, erfolgloser Suche habe ich mich dann dazu entschieden mich auf eine Teilzeitstelle zu bewerben und bin über einen Blog auf die Stellenanzeige von sons of energy aufmerksam geworden. Im Bewerbungsgespräch habe ich dann erfahren, dass es bereits zwei frischgebackene Mütter in Teilzeit im Unternehmen gibt und dass ich meinen ursprünglichen Beruf als Vertriebskraft dort eben auch auf 20-Stunden-Basis ausüben kann.

    Ich habe den Job angenommen und bin wirklich sehr glücklich damit. Das Halbtagsarbeiten lässt mir genug Zeit um alles Wichtige zu erledigen und mich um mein Kind zu kümmern. Hinzu kommt der Vorteil von flexiblen Arbeitszeiten, dadurch ist es mir möglich mich auf Termine wunderbar einzustellen. Persönlich bin ich der Meinung, dass eine Teilzeitstelle das Beste ist. Schließlich möchte ich auch noch genügend Zeit für die Versorgung, Erziehung und natürlich das Miterleben von neuerlenten Dinge meines Kindes haben.

    Ich bin vor einiger Zeit auf einen wirklich tollen Blog gestoßen, in dem es um das Dasein als arbeitende Mutter geht. Den möchte ich dir gerne als kleines Dankeschön hierlassen. http://teilzeitmutter.blogspot.de/ Ich bin der Meinung er passt hier sehr gut hinein.

    Liebe Grüße,
    Sandra

    Antworten
  24. Annett
    Annett sagte:

    Ich habe meine Tochter – die gerade ihr erstes Baby erwartet :-D – 1996 bekommen. Nach den acht Wochen Mutterschutz wollte ich wieder arbeiten, zunächst nur die 19 Stunden pro Woche, die damals unschädlich für das Erziehungsgeld (heute Elterngeld) waren. Mein Chef und die Kolleg*innen waren da sehr offen. Meine Arbeitszeit konnte ich innerhalb des Tages so legen, dass ich nach dem Stillen am eher späten Vormittag losmarschiert bin. Nach 20 Minuten Fußweg war meine Kleine eingeschlafen und blieb im Büro gleich im Kinderwagen, bis sie wieder wach wurde. das war anfangs nach drei Stunden der Fall, einige Wochen später schon nach etwa 2 Stunden. Dann gab’s ne neue Windel, Muttermilch (Für die Bürotür gab’s ein Schild „Psst! Bitte nicht stören – Y… bekommt gerade ihren Knödel“.) und einen kleinen Spaziergang mit Unterlagen zu den Kolleg*innen. Anschließend konnte ich irgendwie weiterarbeiten, mein Baby neben meinem Schreibtisch im Wagen bzw. hinter mir im „Reisebett“. Wenn es sich nicht selbst beschäftigen wollte, hab ich ihm was vorgesungen. Und irgendwie ging die zeit immer gut vorbei. Im 7. Lebensmonat hatte ich dann an vier Arbeitstagen einen Gymnasiasten (männlich!!), der mein Baby nach der Mittagspause spazieren fuhr – eine sehr gute Vorbereitung auf die Fremdbetreuung in der Krippe ab dem 7. Lebensmonat, ab dem ich dann abgepumpte Muttermilch für die Flüssigkeitsversorgung außer Haus mitgab und meine Tochter ansonsten mittags nur den Gemüsebrei als „Fremdfutter“ bekam. Mein Fazit: Es war machbar, aber irgendwie habe ich auch die Mütter beneidet, die ein Jahr mit ihren Kleinen zu Hause bleiben konnten. Auf der anderen Seite kreisten meine Alltagsgedanken nicht ständig nur ums baby- und mutterbezogene Themen und ich hatte – das meine ich positiv – nicht die Energie, für einen klinisch reinen und immer aufgeräumten Haushalt zu sorgen.
    Meine Tochter ist ein sehr aufgeschlossenes Kind und eine tolle junge Frau geworden, war auch in den Jahren danach immer wieder gern bei mir als in meiner Arbeitsstelle gesehen. Ihr Baby nach dem Bachelor ist ein Wunschkind, und sie hat den Mut, eine einjährige Auszeit zu nehmen, bevor sie ihren beruflichen Plänen weiter nachgeht. Was will ich als Mutter mehr!

    Antworten
  25. Tina
    Tina sagte:

    Hallo. Gilt die Stunde stillpause auch für Teilzeitbeschäftigte mit sechs Stunden Arbeitszeit? Ich muss ca 45 Minuten zur Arbeit jeweils hin und zurück einplanen. Komme dann auch auf 7,5 Stunden nicht stillen. Hat man trotzdem ein Anspruch?

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagte:

      Gute Frage. Die Fahrtzeit wird (meines Wissens) nicht angerechnet.
      Bei einer 40-Stunden-Stelle fallen 60 Minuten Stillpause an. Bei einer 30-Stunden-Stelle entsprechend weniger, also 45 Minuten.

      Antworten
  26. Ani
    Ani sagte:

    Hallo Jana,
    Mit viel Begeisterung lese ich deinen Block und bin froh über diesen Artikel! Danke!
    Ich bin Krankenschwester und werde im April wieder mit Arbeiteb beginnen…! Da ist mein Sohn (der zur Zeit mit 15Monaten noch gut viel und gerne von mir gestillt) 18 Monate alt. Nun schleichen sich bei mir die Wahrscheinlichkeit üblichen Sorgen ein! Er schläft zur Zeit nur mit dem Stillrn ein und durch! Papa hat gar keine Chance…! Wie soll das werden wenn ich wieder alles Schichten gehe?! Ich bin die ganze Zeit am Grübeln und finde keine Lösung! Vllt hast du ja einige Tipps!?
    Lg Ani

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagte:

      Liebe Ani,
      erfahrungsgemäß sind es oft die elterlichen Zweifel, die das Kind bemerkt und wodurch es dann nicht so klappt.
      Wenn es dann sein muss, funktioniert es meist viel besser, als man vorher dachte.
      Also Trockenübungen wie, der Papa gibt das Fläschchen, wenn die Mama dabei ist, klappen meist gar nicht gut. Bist du aber unerreichbar weg, wird dein Baby nicht verhungern und auch gerne mit dem Papa kuscheln. Babys sind ja viel schlauer, als wir denken. ;-)
      Es wird schon werden!
      Vielleicht hast du aber auch eher Zweifel, dass es für dich die richtige Entscheidung ist?
      Du solltest dir schon sicher sein.

      Ich wünsche euch alles Gute in der neuen Lebensphase! Ihr macht das schon.
      LG
      Jana

      Antworten

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  1. […] wann man nach dem Mutterschutz zurückkehrt. Wie man beides super verbinden kann und wie man es Stillen und Job umsetzen kann, hat Jana auf dem Hebammenblog sehr ausführlich […]

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