Hygiene im Baby-Haushalt

Wieviel Hygiene braucht ein Babyhaushalt (nicht)?

„Nach dem Klo und vor dem Essen – Händewaschen nicht vergessen.“ Das lernen kleine Kinder schon im Kindergarten über Hygiene und das gilt auch für uns Große. Aber reicht das so?

Neulich schlenderte ich durch eine Drogerie, um einige Hygiene-Artikel zu besorgen. Ich wollte einfach nur ein Stück Seife für uns und eine Flüssigseife für die TeilnehmerInnen meiner Geburtsvorbereitungskurse kaufen. Was ich jedoch in den Regalen fand, war vor allem ein schier unüberschaubares Angebot an Desinfektionsmitteln. Besonders im Bereich Händewaschen gibt es ziemlich viele Produkte für den Privathaushalt, die ich bisher eigentlich nur aus Kliniken oder Arztpraxen kannte. Das hat mich doch sehr verwundert.
Aber auch Hautärzte und Hygieniker stehen dem inflationären Gebrauch von Antiseptika im Alltag grundsätzlich kritisch gegenüber und warnen vor einer drohenden Resistenzbildung. Und darüber hinaus sind viele der desinfizierenden Stoffe auf Dauer auch noch gesundheitsschädlich.

Handhygiene in der Geburtsklinik

Bei meinen Hausbesuchen begegnen mir ebenfalls zunehmend Desinfektionsmittel, anstatt der früher üblichen Seifen. Natürlich bekommen die jungen Familien nach der Geburt in der Klinik beigebracht, sich während des Stationsaufenthaltes stehts die Hände zu desinfizieren. Für einen Klinikaufenthalt ist diese Hygiene-Regel ja auch richtig. Dort sind extrem viele Menschen unterwegs, die ja teilweise sehr krank sind. Und wie es um die Handhygiene vieler Menschen steht, das erlebe ich ja selbst oft genug bei Toilettengängen in Restaurant- oder Kinowaschräumen. Da spazieren ansonsten sehr gepflegt wirkende Menschen ganz selbstbewusst am Waschbecken vorbei, ohne Wasser und Seife auch nur eines Blickes zu würdigen. Viele meiner Geschlechtsgenossinnen nähern sich dem Waschtisch nur, um den Lippenstift nachzuziehen, nicht aber, um sich die Hände nach dem Toilettengang zu waschen.

Wenn dieses Verhalten – und davon gehe ich aus – auch in Krankenhäusern gang und gäbe ist, dann bin ich doppelt und dreifach dafür, sich die Hände nicht nur gründlich zu waschen, sondern obendrein auch noch zu desinfizieren, bevor man sich einem Neugeborenen zuwendet.
Für uns als Klinikpersonal ist das ohnehin Pflicht. Und auch den Eltern wird das immer wieder geraten. Vor allem kleine Babys sollten sich nun wirklich nicht mit den besonders aggressiven Klinikkeimen infizieren, die sonst schön von Händen, zu Türklinken, zu Händen, und irgendwann dann zum Baby übertragen werden. Aber wie sieht das nun zu Hause mit der Hygiene aus?

Hygiene im Haushalt mit Baby

Wenn die Familien dann nach Hause kommen, gelten sofort ganz andere Regeln: Händewaschen – mit herkömmlicher Handseife und Wasser – ist die effektivste Methode, um im Alltag die Ausbreitung von Krankheitserregern zu verhindern. Zu diesem Schluss kommt übrigens auch eine entsprechende Studie. Dem oben genannten Merksatz: „nach dem Klo und vor dem Essen…“, sei noch hinzufügt:

  • nach dem Betreten der heimischen Wohnung
  • vor dem Zubereiten von Essen
  • nach dem Kontakt mit fremden Tieren

Grundsätzlich ist es natürlich wichtig, in einem Babyhaushalt auf Sauberkeit zu achten, um Babys und Kleinkinder vor Krankheitskeimen zu schützen. Und in den meisten Industrieländern ist die Kindersterblichkeit, infolge der guten hygienischen Bedingungen, entsprechend niedrig.
Aber: Gerade diese Kinder brauchen heute eher wieder mehr Schmutz als weniger. Wir schießen nämlich inzwischen übers Ziel hinaus und sind regelrecht hyperpingelig. Das sagen zumindest die Allergologen und sind darüber gar nicht glücklich:

Die Hygiene-Hypothese

„Die so genannte Hygiene-Hypothese, auch Bauernhof- oder seltener Urwaldhypothese genannt, beruht auf der Beobachtung, dass Allergien bzw. atopische Erkrankungen in den letzten Jahrzehnten in den Industrieländern und hier vor allem unter Stadtbewohnern stark zugenommen haben. Zudem hat sich in Studien bestätigt, dass Kinder, die auf einem Bauernhof aufwachsen, deutlich seltener an Asthma, Heuschnupfen oder anderen Allergien erkranken als Kinder, die nicht auf einem Bauernhof leben – selbst wenn sie im selben Ort wohnen. Dabei fand man heraus, dass der Aufenthalt in Kuhställen und das Trinken roher Kuhmilch eine maßgebliche Rolle spielen. Weitere Untersuchungen zeigten, dass Mikroorganismen wie Bakterien, Pilze oder Würmer eine Schutzwirkung gegenüber Allergien zu haben scheinen.“
– Quelle: Helmholtz Zentrum München – Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt.

Eine zu saubere Umgebung ist also nicht zwangsläufig gut für Kinder. Das bedeutet, die Wohnung sollte zwar sauber sein, aber nicht übertrieben. Auch ein Baby sollte mit seinen spezifischen „Hauskeimen“ in Berührung kommen können. Zudem greifen Desinfektionsmittel meist die Haut an und stören das sensible Zusammenspiel der Mikroorganismen, die die Haut vor Schäden schützen sollen.
Die meisten Krankheitserreger werden über die Hände übertragen, denn sie kommen nahezu durchgehend mit Gegenständen, Menschen und anderen Organismen in Kontakt. Über die Hände gelangen Keime und Bakterien wiederum leicht auf die Schleimhäute von Nase, Mund und Augen. Allein das reine Händewaschen halbiert schon das Ansteckungsrisiko für Durchfallerkrankungen.
Daher sollten Eltern, die von draußen nach Hause kommen, eben die Hände waschen. Genauso sollten alle Besucher handeln. Besonders die, die das Baby berühren möchten.
Bei meinen Hausbesuchen führt mein Weg also immer als erstes ins Bad. Für Hebammen, Ärzte und anderes medizinisches Personal, gelten jedoch ohnehin strengere Regeln.

Hygiene im Baby-Haushalt: Händewaschen

Richtig Händewaschen

Wasserhahn an, Hände kurz durchgezogen, Wasserhahn wieder zu, reicht allerdings nicht.
Richtiges Händewaschen geht so:

  • Die Hände unter fließendem Wasser anfeuchten
  • Mit Seife einreiben und gründlich reinigen
    Dabei auch Handrücken, Fingerspitzen, Nägel, Daumen und Zwischenbereiche nicht vergessen.
  • 20-30 Sekunden lang waschen
    (Das ist die offizielle Empfehlung. Ich habe mal darauf geachtet: im eigenen Haushalt komme ich eher auf 10-15 Sekunden. Beim Arbeiten hingegen sind die 20-30 Sekunden durchaus realistisch.)
  • Seife danach sorgfältig abspülen
  • Abtrocknen
    Mit einem trockenen und sauberen Handtuch

Hygiene beim Stillen

Macht es mit der Hygiene beim Stillen am besten genauso, wie beim „Tisch decken“: Wie die Teller, solltet ihr auch die Brust nur mit sauberen Händen berühren. Darüber hinaus benötigt die Brust selbst ansonsten aber keine weitere Reinigung. Im Gegenteil: wenn die Brust, wie manchmal fälschlich empfohlen, vor dem Stillen mit einem Waschlappen abgewaschen wird, geht ein besonderer Geruch verloren. Das Baby orientiert sich nämlich an Lockstoffen, die als Drüsensekrete des Warzenvorhofs hervorgebracht werden. Normales Waschen oder Duschen – einmal am Tag – reicht also vollkommen.
Wenn ein Stillhilfsmittel, wie ein Stillhütchen verwand wird, diese bitte nach jedem Stillen kurz durchwaschen.

Babyflaschenhygiene

  • Fläschchen und Sauger sollen nach der Mahlzeit mit heißem Wasser und Spülmittel ausgewaschen werden.
    Benutzt am besten eine Flaschenbürste, die ihr exklusiv für diesen Zweck benutzt. Das Spülmittel bitte gut abwaschen.
  • Lasst die Fläschchen trocknen und bewahrt sie einfach, mit einem sauberen Küchentuch abgedeckt, auf.
  • Die Sauger könnt ihr gelegentlich (1x pro Woche) auskochen.
    Bei Silikonsaugern ist dies nicht unbedingt erforderlich. Gummisauger können aber porös werden, wodurch sich Bakterien leichter ansiedeln. Wenn die Sauger sich verfärben oder rau geworden sind, tauscht sie aus.
  • Spült Flaschenwärmer bitte einmal am Tag aus und wechselt das Wasser darin.
  • Die Fläschchen bitte nicht selbst in den Mund nehmen, da auf diesem Weg Karies übertragen wird. (Um zu testen, ob die Temperatur in Ordnung ist, tropft am besten ein wenig Milch auf euer inneres Handgelenk. Dieser Bereich ist so empfindlich, dass er sich für die Temperaturkontrolle gut eignet.)

Hygiene im Baby-Haushalt: Unterwegs

Hygieneregeln für unterwegs und auf Reisen mit Baby oder Kleinkind

Viele junge Eltern reisen ja mit ihrem Baby in der Elternzeit in ferne Länder. Es kommt schon sehr darauf an, wo man unterwegs ist, denn die hygienischen Bedingungen können von Land zu Land, aber auch von Ort zu Ort, sehr unterschiedlich ausfallen.
Bakterien können, gerade bei mangelhaften Hygienebedingungen, leicht über das Wasser, Lebensmittel oder Tiere übertragen werden.
Ursachen für Durchfall stellen hingegen oft Viren, wie zum Beispiel das Norovirus dar. Die Viren werden über den Stuhl ausgeschieden und direkt von Mensch zu Mensch oder auch über verschmutze Lebensmittel und verunreinigtes Wasser übertragen.
Zur Vermeidung von „Montezumas Rache“, also den in fremden Ländern erworbenen Durchfallerkrankungen durch den Verzehr von Lebensmitteln, lautet daher die einfachste Regel:

„Cook it. Fry it. Peel it – or forget it!“
(„Koch es. Brat‘ es. Schäl‘ es – oder vergiss es!“)

Und wenn ihr euch nicht ansteckt, wird es das Baby wahrscheinlich auch nicht tun.

Leider gibt es für Babys unterwegs immer noch recht selten vernünftige Wickelplätze. Aber wenn doch, dann sollte man gerade dort besonders vorsichtig sein. Also wenn möglich, dann auch hier vor und nach dem Wickeln die Hände waschen. Denn wer weiß schon, ob das Baby, das als letztes dort gewickelt wurde, nicht gerade einen Magen-Darm-Infekt hatte? Hier sind mitgebrachte Unterlagen oder tatsächlich mal ein Desinfektionsmittel angesagt.

Gute und schlechte Bakterien

Es gibt nützliche Bakterien, die unseren Organismus am Laufen halten. Sie sorgen dafür, dass Prozesse, wie Stoffwechsel und Verdauung funktionieren, sie schützen unsere Haut, und sie halten die schädlichen Bakterien in Schach. Ein Großteil der Bakterien schadet dem Menschen dabei gar nicht, sondern unterstützt und schützt ihn: Manche Bakterien verhindern durch ihre Ausbreitung und das Milieu, das sie schaffen, dass sich unerwünschte pathogene Keime überhaupt erst ansiedeln.
Die größte positive Funktion haben Mikroorganismen im Magen-Darm-Trakt, aber auch im Mund und auf der Haut.

Es gibt natürlich aber auch krankheitserregende Bakterienarten, die Durchfälle oder gar Lungen-, und Hirnhautentzündungen verursachen. Dabei haben die meisten Erreger die Fähigkeit, außerhalb des Körpers für einen gewissen Zeitraum auf Gegenständen oder Flächen zu überleben.
Daher: Hände waschen, Hände waschen, Hände waschen! Denn bis zu 80% aller ansteckenden Krankheiten werden über die Hände übertragen.

Was tun, wenn Hände waschen nicht möglich ist?

Stehen Wasser und Seife mal nicht zur Verfügung, sind Reinigungsgele*oder Lösungen, die ohne Wasser angewendet werden, das Mittel der Wahl. Es schadet also nicht, ein kleines Fläschchen Handdesinfektionsmittel für den Notfall in der Handtasche zu haben, auch wenn man es sicher nur sehr selten braucht.

Fazit

So viel wie nötig, und so wenig wie möglich. Perfekte Sauberkeit bis hin zur Sterilität brauchen meiner Meinung nach nur Intensivstationen, aber sicher keine Haushalte.

„Gretchenfrage“

Es wird wohl niemand öffentlich zugeben wollen, dass er tendenziell ein Hygienemuffel ist. Die peniblen „Supersaubermacher“ teilen das hingegen schon viel bereitwilliger mit. Daher frag ich hier jetzt mal nicht zu genau nach euren persönlichen Hygiene-Gewohnheiten.
Obwohl ich schon gerne wüsste, bei wie vielen von euch ein Fläschchen Sagrotan oder Sterillium auf dem Waschtisch steht…
Noch interessanter fänd ich aber zu hören, was ihr so für einschlägige Hygiene-Erfahrungen in Kitas, Waschräumen oder auch im Job gesammelt habt.

Erzählt doch mal: Herrscht dort eher zu viel oder zu wenig Hygiene? Oder ist alles gut? Wie ist das mit der Hygiene in eurem Umfeld und was hättet ihr vielleicht gern anders?

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34 Kommentare
  1. Quasselette
    Quasselette sagte:

    Da wir ein Frühchen mit offenem Ductus mit Heimmonitor heim bekamen, das erst mit 7 Monaten operiert wurde, hatten wir auch Desinfektions Zeug an jeder Ecke daheim. Weil es hieß dass er besser nicht krank werden sollte mit Erkältungskrankheiten. Nach der OP wurden wir aber wesentlich entspannter und hörten auf dem Scheiß.

    Antworten
  2. FrauSchroeder
    FrauSchroeder sagte:

    Ich finde, dass im normalen Bereich viel zu viel desinfiziert und gereinigt wird. Klar soll es nicht schmutzig sein, aber ich bin immer davon ausgegangen, dass unser Kind mit den Keimen in unserem Haushalt und den Haushalten der Großeltern „klarkommen“ muss. Und eigentlich sind wir damit gut gefahren: Im ersten Lebensjahr hatte das Fräulein nur eine leichte Erkältung und die erste richtige Krankheit kam erst jetzt. Ich möchte das Kind nicht zu sehr in Watte packen.
    Ich finde es gut, dass Du auch sagst, dass die Fläschchen und Sauger nicht ausgekocht bzw. sterilisiert werden müssen. In der Schwangerschaft hatte ich davon gelesen, hab es dann als es für mich aktuell war aber nicht mehr gefunden und dann einen Mikrowellensterilisator gekauft. Schließlich bin ich auf eine Studie vom Bund gestoßen und hab das Ding zurückgegeben. Aber es wird ja fast überall gesagt, man müsse Flaschen und Sauger sterilisieren, wobei das mit gesundem Menschenverstand in einem Privathaushalt ja wirklich keinen großen Sinn macht. Aber mit der Angst der Eltern etwas falsch zu machen kann man ja gutes Geld verdienen.

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    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagte:

      Das ist richtig. Es wird viel Geld damit gemacht, den Eltern einzureden, was sie alles bräuchten.
      Allerdings muss ich auch zugeben, dass sich die Empfehlungen dazu auch erst vor ein paar Jahren geändert haben. Früher wurde das Sterilisieren/auskochen von Flaschen und Schnullern empfohlen. Jetzt gilt das nur noch für Frühchen oder kranke Kinder. Aber man hört das noch oft…

      Absolut gut ist es, wenn sich das Immunsystem mit Keimen auseinandersetzen muss. Stille Feiung nennt man das auch. Macht ihr genau richtig!

      LG
      Jana

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  3. TAC
    TAC sagte:

    Ich hab immer Sagrotan zu Hause, aber ich nutze es nur, wenn mal wieder eins der Kinder einen Magen-Darm-Virus mitgebracht hat. Dann tu ich auch ein spezielles Desinfektionsmittel mit in die WaMa, vor allem bei niedrigen Temperaturen.
    Ansonsten waschen wir ganz normal Hände. Mit Seife.
    Interessanterweise scheint das übervorsichtige Reinigen mit steigender Kinderanzahl nachzulassen. Ich hab drei, bei der großen haben wir Nuckel noch regelmäßig ausgekocht. Jetzt bei der Kleinen eigentlich kaum noch (nach ner Infektion und wenn sie neu sind).
    Genau das hab ich auch schon von Mehrfachmüttern in meiner Umgebung gehört. Ich kenne aber auch welche, die ständig desinfizieren.
    In unserem Kindergarten wird auch nur bei Magen-Darm desinfiziert. Wie es in Grundschule und Gymnaium gehandhabt wird, weiß ich nicht.
    LG von TAC

    Antworten
  4. Annie
    Annie sagte:

    Unsere Zweijährige wäscht sich nicht vor jedem Essen die Hände und teilt es auch bereitwillig mit dem Hund (Eis zB – jeder darf abwechselnd einmal lecken, bis man erwischt wird). Desinfektionsmittel gibt es, wenn ein Kind zB Durchfall hat (da desinfiziere ich mir durchaus nach dem Windeln wechseln die Hände) und wenn die Zweijährige unterwegs öffentliche Mülleimer anfasst.

    Zu dem Beispiel mit den öffentlichen Toiletten: ich finde es erschreckend, wie viele Leute öffentliche Wickeltische nach Gebrauch nicht abwischen (noch ein Grund weshalb ich immer Desinfektionsmittel bei den Wickelsachen habe). Da liegen die Kinder ohne Einmalunterlage oder Tuch auf dem Wickeltisch und hinterher hält man es nicht mal für nötig, zumindest einmal mit einem feuchten Tuch drüber zu wischen. Oder sehe ich den Punkt zu eng? Das steht bei mir nämlich auf einer Stufe mit „nach dem Klogang die Hände nicht waschen“.

    Antworten
  5. Knitterfee
    Knitterfee sagte:

    Wir haben Sterilium Virugard im Badezimmer stehen, das benutzen wir wenn wir nach Hause kommen und zuvor in Bussen und Bahnen unterwegs waren, alle möglichen Treppengeländer angefasst usw.
    Nachdem ich mal von meinem Ex eine hochansteckende Augenentzündung aus einem Zug mitgebracht kam, habe ich etwas mehr auf dem Schirm wie sich Erreger so über weite Strecken transportieren und bin seitdem etwas sensibler was das angeht.
    Der Mann desinfiziert meist auch einmal, wenn er von der Arbeit kommt, weil Menschen ja leider die Angewohnheit haben, mit Norovirus&Co zur Arbeit zu gehen, daher wird dort wohl extrem viel desinfiziert und das war’s dann aber eigentlich auch.
    Ansonsten waschen wir uns ganz normal die Hände.

    Antworten
  6. Effi
    Effi sagte:

    Ich habe dazu mal eine Frage. Ich trinke auschließlich Leitungswasser und biete meiner Kleinen (9M) auch ab und zu etwas davon an. Sie möchte aber meist nicht viel, da sie noch viel gestillt wird. Nun meint meine Schwiegermutter ich müsse das Wasser für die Kleine vorher abkochen? Ich halte das Leitungswasser in Deutschland für sehr gut und bedenkenlos. Wie macht ihr das?

    Antworten
    • Annie
      Annie sagte:

      In dem Alter hat meine Tochter Leitungswasser schon so bekommen. Für Fläschchen habe ich es auch noch abgekocht (und das Wasser, das sie während ihrer Fläschchenzeit getrunken hat), aber spätestens seit sie normal am Tisch mitgegessen hat, hat sie es einfach so bekommen. Trinkwasser ist das am strengsten kontrollierte Nahrungsmittel in Deutschland. Ein Kind sollte es also auch trinken können (unser Wasser ist nicht übermäßig kalkhaltig).

      Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagte:

      Also bei einem 9 Monate altem Kind muss man hier kein Wasser mehr abkochen. Das lutsch eh den Fußboden ab. ;-)
      Was man aber machen sollte, wenn man im Altbau wohnt ist, mal den Bleigehalt des Wassers prüfen lassen.

      Antworten
    • Alexandra
      Alexandra sagte:

      Also wir trinken daheim generell nur Wasser aus der Leitung. Für unsere beiden kleinen haben wir bis sie 7 Monate alt waren das Wasser abgekocht. Seit diesem Zeitpunkt sind sie auch begeisterte Leitungswasser Trinker :-)

      Sicherlich kommt es immer darauf an aus welcher Leitung das Wasser kommt. In Deutschland ist es im Allgemeinen aber unbedenklich und kann getrunken werden. Im Ausland kaufen wir und aber Wasser aus dem Lebensmittelmarkt und kochen dieses meistens auch noch einmal ab.

      Gruß
      Alexandra und Andreas

      Antworten
  7. Vanessa
    Vanessa sagte:

    Bei uns zuhause existiert nicht mal Sagrotan u.ä. Hände werden regelmäßig mit Seife gewaschen, aber auch nicht jedes Mal, wenn wir nach Hause kommen. Der Kleine wurde lange gestillt (bis er mit 12 Monaten nicht mehr wollte) und teilt sich das Spielzeug seit dem Säuglingsalter mit den Katzen. Wasser, Flaschen etc. wurden nie abgekocht. Er war jetzt mit 18 Monaten zum ersten Mal krank und konnte nicht zur Kita. So schlimm kann es nicht sein…
    PS bzgl der Frage nach Leitungswasser: Sobald sie auch mit den Fingern alles anfassen und auf dem Boden herum robben, sind potenzielle Keime im Leitungswasser das kleinere Problem. Es muss ab ca. 4 Monaten nicht mehr abgekocht werden. Unser Fratz trinkt es direkt aus dem Hahn seit er auch Beikost bekommen hat (mit knapp 6 Monaten).

    Antworten
  8. Christian
    Christian sagte:

    Ich bin immer wieder erstaunt über die Aussage: „Die Fläschchen bitte nicht selbst in den Mund nehmen, da auf diesem Weg Karies übertragen wird.“ Das hört man sehr oft.
    ABER: Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass sich diese Übertragung beim familiären Zusammenleben verhindern lässt: Niesen, Husten, Küssen, Sprechen, Handkontakt etc. Gibt es denn einen entscheidenden Unterschied zwischen der Übertragung von (Influenza-)Viren und (Karies-) Bakterien?

    Antworten
      • Christian
        Christian sagte:

        Wie schnell lassen wir uns von unseren Ängsten leiten, ohne uns zu überlegen, ob wir denn nicht all die positiven Effekte übersehen. Offenbar gibt es auch bei diesem Thema eine gewisse Unsicherheit der Fachleute:
        „Deshalb sind manche Zahnmediziner der Meinung, man müsse die Besiedelung mit Streptokokkus mutans vermeiden und könne so Karies verhindern. Teil dieser Strategie ist, dass man seine Kinder nicht küssen und ihren Löffel sowie den herunter gefallenen Schnuller nicht ablecken soll, um so die Keimübertragung von den Eltern auf das Kind zu verhindern. Diese Strategie greift aber viel zu kurz, denn in der Mundhöhle leben bis zu 1000 verschiedene Bakterienarten, deren Bedeutung wir größtenteils nicht kennen, von denen die meisten aber sicher nützlich für uns sind. Sie gehören nämlich zur normalen Mundflora und haben sich dort im Laufe einer langen Evolution etabliert.“ (siehe https://www.dentalmagazin.de/news/sieben-mythen-rund-um-die-zahnpflege/)

        Antworten
  9. SpätzchenMama
    SpätzchenMama sagte:

    Hallo Jana,
    ein wirklich passender Artikel..in der Drogerie hab ich auch manchmal das Gefühl ich mache etwas falsch nur weil unsere Seife nicht desinfiziert(von den ganzen anderen Produkten mal abgesehen, desinfizierendes Waschmittel…ehrlich)

    Wir praktizieren es genau wie beschrieben, Hände waschen
    -wenn man Heim kommt
    – nach dem WC
    -vor/ während der Essenszubereitung
    – nach Schmuddelarbeiten

    Desinfiziert wird maximal wenn die Grippe im Haus ist oder etwas verschimmelt ist und dann einfach mit Reinigungsalkohol oder kochendem Wasser.

    Diese „Regel“ auch für Besucher einzuführen wenn das Baby da ist, hatte ich mir auch vorgenommen. Für die Bestätigung, dass diese Bitte keine übertriebene Maßnahme ist bin ich dir sehr dankbar.

    Das Hygeniegel in der benutze ich allerdings nachdem ich Einkaufswagen angefasst habe,sonst nicht.

    Deinen Blog habe ich erst vor ein paar Wochen entdeckt und schon fast alle Artikel gelesen. Viele Berichte haben mich sehr bestärkt oder beruhigt, ich warte nämlich grade auf die Ankunft unseres ersten Kindes in BEL…

    Vielen Dank, dass du neben deinem Job noch so viel Leidenschaft und Zeit aufbringst um möglichst viele Frauen/Familien zu erreichen!!!

    Antworten
  10. Genericcialisonline
    Genericcialisonline sagte:

    Vorwurfsvolle Hundeblicke Ich hab mich ja in den letzten Wochen in allen möglichen Arztwartezimmern herumgetrieben, aber keine Grippeviren abgegriffen. Der liebe Mann hingegen hat sich eine volle Dröhnung irgendwo abgeholt. Gute Besserung, viele Vitamine, viel Händewaschen und eine Portion Frühling! Liebe Grüße Andrea

    Antworten
  11. Dina
    Dina sagte:

    HIER! Hygienemuffel-Familie :-)
    Und das mit zwei Mediziner-Eltern.. für die Arbeit gilt das natürlich nicht, und normale Hygiene (Toilette etc) wird natürlich eingehalten, wobei ich glaube, dass leider die Kinder das Händewaschen nach dem Pipimachen auch eher als freiwillig ansehen und ich vergesse zu oft zu kontrollieren – daran arbeiten wir. Auch passiert es ab und an, dass mir beim Familienessen die schmutzigen Hände meines Dreijährien ins Auge fallen – ah Händewaschen vergessen!! Und ganz ehrlich – auf dem Spielplatz essen sie auch mal was mit dreckigen Händen.. oder die leckeren Pferdemöhren unabgewaschen im Stall.. soviel zu Bauernhof :-) und – das kann natürlich Zufall sein, aber ich behaupte meine Kinder sind deutlich weniger krank als 90% der gleichaltrigen Kinder.
    Desinfektionsmittelflaschen habe ich übrigens genau drei Stück – bei jedem Kind zur Geburt im Krankenhaus bekommen.. hier auch nur bei Magen-Darm eingesetzt..
    Die Kleinste ist nun 3 Wochen alt und natürlich sollen die Großen sie nur mit sauberen Händen anfassen, aber auch da rutscht so mancher Kuss-mit-Schokomund oder ähnliches durch ;-)
    Liebe Grüße, Dina

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagte:

      Danke! Ich liebe euch für diese Antwort!!! Ist bei uns doch auch so: wenn wir in der Natur unterwegs sind, landet garantiert viel Dreck im Magen. Meine Eltern (übrigens auch Mediziner), sagten immer „stille Feiung“ . Meine Kinder und ich, sind sehr selten krank. Vor allem von Magen-Darm-Infekten bleiben wir meist verschont. Ob es davon kommt? Geschadet hat es jedenfalls noch nicht.
      Liebe Grüsse von Hygienemuffel zu Hygienemuffel

      Antworten
  12. Doro
    Doro sagte:

    Zum Thema Kita: Unsere Tochter hat sich irgendwann beschwert, dass ich für den Wechsel der Stuhlgang-Windel keine Handschuhe benutze. „Nein, Mama und Papa brauchen keine Handschuhe, da reicht Hände waschen.“
    Desinfektionsmittel in der Kita finde ich am Wickeltisch wichtig.

    Antworten
  13. Karen
    Karen sagte:

    Wir sind da auch eher leger, denke ich. Bub hat kein Problem, im Katzenklo zu wühlen, Maus schleckerte mit Hingabe Schuhe ab und mit den beiden Haustigern werden Küsschen und Mahlzeiten geteilt. Sand und Gras haben sie beizeiten konsumiert, ebenso wie Schwimmbadwasser. Bis auf einige Erkältungen waren beide nie groß krank.
    Desi haben wir im Haus, falls die Katzen mal Würmer haben oder Magen-Darm gastiert.

    Antworten
  14. Sarah
    Sarah sagte:

    Ich war neulich sehr schockiert als ich bei dm Brustreinigungstücher „Zur Reinigung und Pflege vor und nach dem Stillen“ gesehen hab…
    Gehts noch?
    Da fällt mir echt nix mehr zu ein…

    Antworten
    • Annie
      Annie sagte:

      Die finde ich auch echt merkwürdig… Ich meine, so ein Mindestmaß an Körperhygiene wie alle paar Tage waschen kriegt ja auch der größte Hygienemuffel hin.
      Oder wie meine Hebamme mal gesagt hat: „Dann riecht die Brust ja gar nicht mehr nach Mama!“
      Ich glaube so eine Brustdesinfektion vor und nach dem Stillen wurde vor Ewigkeiten mal empfohlen. Stelle ich mir für das Kind total lecker vor…

      Antworten
  15. Sabine
    Sabine sagte:

    Bin ich froh diesen Blog gefunden zu haben :)
    Ich bin mit meinem ersten Kind schwanger und von überall her prasseln gut gemeinte Ratschläge auf einen ein, mit denen ich nicht viel anzufangen weiß :)

    Ich vermeide Desinfektionsmittel und scharfe Putzmittel aufgrund meines hyperreagiblen Bronchialsystems, weil ich sonst kaum noch Luft bekomme und auf mein Notfallspray angewiesen bin.
    Viel mehr achte ich auf eine gesunde Hygiene und Reinige mit sehr einfachen Dingen, brauche nicht für jedes Problemchen einen speziellen Reiniger.
    Mit der Zeit gewöhnt man sich daran diejenige zu sein die sich länger als alle anderen die Hände wäscht und das reicht völlig aus. Hände werden bei mir nur im Krankenhaus und Altersheim mal desinfiziert, sonst nicht!

    Antworten
  16. Carla
    Carla sagte:

    Also wir sind auch keine großen Desinfektionsfreunde. So ein Handgel benutze ich nur, wenn ich mal unterwegs was mit den Händen essen will und vorher Haltestangen in der Bahn angefasst habe oder so. Nach ein paar Pilzinfektionen wasche ich allerdings Handtücher und Unterwäsche bei 60 Grad und mit Desinfektionswaschmittel. Meine Mutter wäscht sowas normal bei 40 Grad, das finde ich dann schon etwas eklig, wenn sich ein ganzer Haushalt plus Gäste die Handtücher teilt und die dann nicht mal richtig heiß gewaschen werden… Umgebracht hat es uns Kinder aber damals auch nicht.
    Ich finde es jedenfalls ganz bestärkend, hier den Blog und die vielen Erfahrungen dazu zu lesen. Wir erwarten unser erstes Kind und ich habe oft das Gefühl, dass, traut man allen möglichen Ratgebern und Internetweisheiten, man eigentlich nur alles falsch machen kann. Aber ich habe auch keine Lust, mich da zu stressen, Kinder kriegen und großziehen haben die Leute schließlich schon seit Jahrtausenden gemacht, das kriegt man auch ohne Hightech hin.

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