Illustration: Sichere Schlafumgebung für Babys - gegen plötzlichen Kindstod (SIDS)

Eine sichere Schlafumgebung für Babys zur Vorbeugung von plötzlichem Kindstod (SIDS)

Der plötzliche Kindstod (SIDS) ist ein seltenes und vor allem trauriges Ereignis, über das man am liebsten nicht allzu viel nachdenken möchte. Es ist jedoch sinnvoll, es gerade deshalb einmal zu tun. Denn, mit dem richtig angewendeten Wissen rund um die „Sichere Schlafumgebung“ lässt sich die Wahrscheinlichkeit für den Eintritt von plötzlichem Kindstod drastisch senken.

Welche Risikofaktoren es für plötzlichen Kindstod gibt, welche Maßnahmen für die Einrichtung einer sicheren Schlafumgebung eine nachgewiesen schützende Funktion haben, und wie die aktuellen, offiziellen Empfehlungen dazu lauten, aber auch darum, wie diese Empfehlungen in die Lebensrealitäten von, häufig erschöpften, Eltern passen, darum geht es in diesem Fachartikel zum Thema SIDS.

Was ist plötzlicher Kindstod (SIDS)?

Definiert wird der plötzliche Kindstod als „überraschend eintretender Tod im Kindesalter, dessen Ursache trotz postmortaler Untersuchungen unklar bleibt“ (Jorch, 2005).

Synonyme für plötzlichen Kindstod sind:

  • plötzlicher Säuglingstod
  • sudden infant death syndrome – SIDS
  • Krippentod

Was verursacht plötzlichen Kindstod?

Man versteht darunter das plötzliche Versterben eines Babys, das vorher augenscheinlich vollkommen gesund war. Es wird vermutet, dass der Atemreflex noch nicht vollständig ausgereift ist, was in bestimmten Mangelsituationen dazu führt, dass Säuglinge, anstatt dann stärker Luft zu holen, vielmehr flacher atmen und sich dadurch zu wenig Sauerstoff zuführen.

Meist passiert es im Schlaf, und nur selten wird anschließend eine medizinische Ursache dafür gefunden.

Welcher Zeitraum ist für SIDS besonders kritisch?

Das erste Lebensjahr, vor allem die Zeitspanne vom zweiten bis zum fünften Monat ist gefährlich. Der dritte Lebensmonat scheint besonders kritisch zu sein.

Wie lange besteht die Gefahr des plötzlichen Kindstods?

Nach dem zehnten Monat nimmt das Risiko für SIDS deutlich ab.

Wie häufig kommt der plötzliche Kindstod vor?

Die Inzidenz, also das Vorkommen, von plötzlichem Kindstod wird in den meisten Ländern mit hohem Lebensstandard mit 0,2 bis 1,2 auf 1000 Lebendgeborene angegeben (Jorch, 2005). Durch systematische Forschung ist es in den letzten 15-20 Jahren gelungen, wichtige Risikofaktoren von Säuglingstod zu entdecken und somit das Vorkommen deutlich zu minimieren.

Risikofaktoren für plötzlichen Kindstod

Man weiß inzwischen, dass verschiedene Faktoren das Risiko erhöhen, beziehungsweise senken.

Risikofaktoren für SIDS sind:

  • Alkoholabusus oder sonstiger Drogenkonsum der Mutter
  • Passivrauchen in Schwangerschaft oder Säuglingszeit
  • Überwärmung
  • Schlafen in Bauchlage
  • ungenügende Luftzirkulation
  • bedecktes Köpfchen
  • Schlafen im eigenen Zimmer
  • Alter der Mutter
  • eine bereits überstandene potenziell lebensbedrohende Krise
  • ein an sudden infant death syndrom verstorbenes Geschwisterkind
  • eine Frühgeburt vor der 33. Schwangerschaftswoche
    und/ oder ein sehr niedriges Geburtsgewicht

Als Risikofaktoren für SIDS umstritten sind:

  • Co-sleeping, also das Schlafen im Familienbett (dazu später mehr)

Babyschlaf – Erwartungen vs. Realität

In unserer Gesellschaft existiert ein immer noch weit verbreitetes Ideal: das satte Baby, das bereits im ersten Lebensjahr viele Stunden allein in seinem Kinderzimmer friedlich durchschläft.
Daher lieben wir Schlafhilfen, wie den Schnuller, weißes Rauschen, Schaukelwiegen, Pucken und alle möglichen Schlaftrainings, um Säuglingen zu einem tiefen, langen Schlaf zu verhelfen. Jedoch verstärken diese Maßnahmen für einen tiefen, langen Schlaf, eben gerade jene gefährlichen Situationen, die zum Versterben eines Säuglings führen können (Ball & Russell, 2014).

Babys schlafen zwar deutlich mehr als Erwachsene, jedoch verteilt sich der gesamte Schlaf dabei auf viele einzelne, eher kürzere, Schlafphasen.

Eine von mir betreute Frau begrüßte mich eines Tages, bei einem weiteren Wochenbettbesuch nach circa sechs Wochen, mit den Worten: „Meine Kleine hat heute durchgeschlafen.“ Auf mein verwundertes Nachfragen, wie lange das denn gewesen wäre, antwortete sie: „Ganze vier Stunden am Stück!“.
Ich finde, das ist eine gesunde Einstellung zum Thema „Durchschlafen“. Denn nur wirklich wenige Kinder „schaffen“ es in dem Alter, bereits länger am Stück zu schlafen.

Eltern, die mit so einem vermeintlich „kurzem“ Schlafverhalten eher hadern, bekommen dann schnell mal den „Tipp“ künstliche Milch zu füttern. Das wird gerne als langfristiger Sattmacher und Schlafgarant gehandelt. Was dabei aber übersehen wird, ist: Säuglinge müssen in der Regel noch häufig trinken. Dieses Verhalten ist normal und gesund. Denn reichhaltigeres Essen führt bei Babys nicht gerade zu besserem Schlaf. Ebenso, wie wir nach einem üppigen Essen meist nicht besonders gut schlafen.

Eine sichere Schlafumgebung für einen Säugling

Die offiziellen Empfehlungen für sicheren Babyschlaf sind sehr deutlich. Und sie widersprechen ganz klar unserem gesellschaftlichen Ideal von lang und allein schlafenden Babys. Daher ist es, zur Vermeidung von SIDS, wichtig, dass ihr eure Erwartungen an das kindliche Schlafverhalten ggf. entsprechend anpasst, und stattdessen für eine schöne und sichere Schlafumgebung für euer Neugeborenes sorgt.

Wie schlafen Babys am sichersten?

Dies sind die offiziellen Empfehlungen für eine sichere Schlafumgebung für Babys – mit deutlicher Evidenz:

Im Zimmer der Eltern schlafen

Das Baby sollte mit euch im selben Zimmer schlafen. Denn: kindliche Bezugspersonen, vorrangig biologische Mütter (da sie sich, primär durch das Stillen, nachts hauptsächlich um das Baby kümmern), verfügen nach der Geburt über den sogenannten Ammenschlaf.

Das heißt, sie wachen bereits bei den kleinsten vom Baby verursachten Geräuschen, wie z.B. Weinen, Wimmern oder allein auch nur von einer Veränderung des Atem-Rhythmus auf. Sie bewerten diese Geräusche unbewusst und unterscheiden diese von sonstigen, unwichtigen Geräuschen. Und das funktioniert in jeder Schlafphase.
Daher bietet der nächtliche Babyschlaf im Elternzimmer effektiven Schutz vor den sogenannten „nächtlichen, potenziell lebensbedrohlichen Situationen“ – auch ALTE genannt: apparent life-threatening event.

Wie lange sollte das Kind bei den Eltern schlafen?

Aus kinderärztlicher Sicht sollte euer Säugling mindestens im ersten Lebensjahr in eurem Elternschlafzimmer schlafen. Fragt man Pädagogen, so brauchen Kinder meist noch deutlich länger nächtliche Nähe. Und oft ist es ein langer Weg, Kinder ins „alleine Schlafen“ zu begleiten. Es ist aber sehr individuell, wann Kleinkinder ins eigene Kinderzimmer umziehen.

Stillen

Das Schlafen im Zimmer der Eltern begünstigt auch das Stillen. Gestillte Kinder wachen nachts öfter auf, um zu trinken. Das ist für die Eltern zwar anstrengend, aber ein ganz normales und sogar sehr gesundes Babyverhalten. Denn diese häufigen Wach- und somit Erregungsphasen durch das Stillen, schützten Babys eben auch vor plötzlichem Kindstod (Vennemann et al., 2009).

Kinder, die mindestens zwei Monate lang gestillt werden, halbieren ihr Risiko für SIDS bereits. Je länger und ausschließlicher Babys gestillt werden, umso länger dauert auch dieser Schutz (Thompson et al., 2017).

Vennemann et al. empfehlen aus diesem Grund: die ersten sechs Lebensmonate ausschließlich und darüber hinaus, bis zum zweiten Geburtstag, neben der Beikost weiter zu stillen. Diese Still-Empfehlung deckt sich mit der, der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Aber das Stillen hat noch weitaus mehr positiven Nutzen für Mutter und Kind, wie im Blogartikel „Warum Stillen gut ist – für Mutter und Kind“ ausführlich beschrieben ist.
In einer Metaanalyse von Thompson et al. von 2017 wurde festgestellt, dass sogar schon ein teilweises Stillen (also etwa eine Kombination aus Stillen und Flasche füttern), bereits die schützende Wirkung entfaltet.

Rückenlage

Die Rückenlage hat sich als die sicherste Schlafposition für Säuglinge herausgestellt. Seit diese Empfehlung herausgegeben wird, hat sich die Zahl der an SIDS verstorbenen Kinder mehr als halbiert. Eltern verwundert das oft. Sie fragen: „Was ist denn, wenn das Kind in Rückenlage spuckt?“ Tatsächlich spucken Kinder meist im hohen Bogen, und die Pfütze landet eher neben dem Kind, oder sie wird rasch wieder heruntergeschluckt.
Im Gegensatz zur Bauchlage, bei der das Kind dann direkt in der Pfütze liegt.

Warum kann es bei Seitenlage zu plötzlichem Kindstod kommen?

Die Seitenlage wird ebenfalls nicht für den Nachtschlaf empfohlen. Vor allem, weil Babys aus dieser Position leicht wieder in die ungünstige Bauchlage rollen.

Natürlich gilt die Empfehlung zur Rückenlage nur für den Nachtschlaf, bzw. für Schlafsituationen, in denen die Eltern nicht anwesend sind, oder selbst schlafen. Also für Gelegenheiten, in denen die Eltern nicht aktiv über das Baby wachen.
Schläft das Baby also tagsüber unter Beobachtung, so darf und soll es gerne in verschiedenen Positionen liegen.

Verformung des kindlichen Hinterkopfs

Denn durch verschiedene Liegepositionen wird einer Verformung des Hinterkopfs vorgebeugt.
Die Verformung entsteht unter anderem durch übertriebene, also mehr oder weniger permanente, Rückenlage. Seit der nächtlichen Rückenlage-Empfehlung ist dieses Phänomen deutlich häufiger geworden.
Viele Eltern trauen sich gar nicht mehr, das Baby auch in anderen Positionen zu lagern. Daher empfehlen Forscher inzwischen, die Kinder tagsüber sehr viel in Bauchlage zu bringen. (Willenborg, 2011).
Formkissen, die einer Verformung des Köpfchens entgegenwirken, sind nicht grundsätzlich empfohlen. Lagerungskissen werden sogar sehr kritisch gesehen. So warnt die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA (Food and Drug Administration, 2019) ausdrücklich vor solchen Stabilisierungskissen.

Einschlafen im Auto

Ist euch der Säugling beim Autofahren in der Babyschale eingeschlafen, solltet ihr ihn möglichst – zu Hause angekommen – aus der Schale herausnehmen und auf einer planen Unterlage zum Weiterschlafen betten.
Und ja klar: bei diesem Manöver wachen Kinder natürlich häufig auf. Daher geht diese Empfehlung ziemlich an der Lebensrealität der meisten Eltern vorbei. Denn auch sie brauchen die kurzen Schlafphasen des Kindes, um mal einen Moment für sich zu haben.
In solchen bedürftigen Situationen kann das Kind natürlich – ausnahmsweise und möglichst nicht zu oft – dort zu Ende schlafen.
Ihr solltet es dann aber gut im Blick behalten, denn die zusammengesunkene Position erschwert die Atmung des Kindes, und die Belüftung ist auch meist eingeschränkt, da die Schalen in der Regel aus gefüttertem Plastik bestehen.

Im Schlafsack

Ihr solltet euer Kind idealerweise in einem Schlafsack ins Bett legen.

Die richtige Größe findet ihr heraus, indem ihr die Körperlänge des Babys messt, die Kopflänge abzieht und dann noch 15 cm Strampelplatz und für‘s Wachstum dazugebt. Das Schlafsäckchen sollte eher schmal geschnitten sein und die Kopf- und Armlöcher sollten nicht so riesig sein, dass das Kind in den Sack hineinrutschen kann.

Ihr könnt aber auch einen deutlich größeren Schlafsack wählen, bei dem ihr die Kopf- und Armlöcher ein Stück zunäht, sodass er passt und den unteren Teil ebenfalls mit ein paar Stichen abtrennen oder umklappen. Dann passt der Schlafsack länger, aber ein Durchrutschen wird verhindert.
Etwas ausführlicher habe ich zu Schlafsäcken in „Sicher und warm durch die Nacht – im Babyschlafsack“ etwas geschrieben.

Wenn ihr stattdessen lieber eine Decke verwenden möchtet, oder das Baby eine zusätzliche, wärmende Hülle benötigt, dann solltet ihr die Decke nur bis unter die Brust des Babys ziehen und möglichst mit den Enden unter der Matratze des Bettchens feststecken. So kann das Kind sich die Decke nicht versehentlich, beim nächtlichen Händefuchteln, über das Gesicht ziehen.

Auch Pucken ist möglich. Lasst euch das gerne von eurer Hebamme zeigen. Gepuckt werden sollten Babys nur in den ersten Wochen bis etwa in den dritten Monat hinein – bis sie in der Lage sind, sich selbstständig zu drehen.

Freier Kopfraum zur Vermeidung einer Überwärmung

Das Baby sollte beim Schlafen keine Kopfbedeckung tragen. Kinder geben über den – im Verhältnis zum Körper sehr großen Kopf – überschüssige Wärme ab. Das ist ihr angeborener Mechanismus, um einen gefährlichen Wärmestau zu vermeiden. Ist der Kopf bedeckt, funktioniert dieser „Trick“ natürlich nicht. Daher sollte der Kopf auch nicht von Kissen, Bettschnecken, Stillkissen, Nestchen oder von diversen Kuscheltieren bedeckt werden. Sie bergen außerdem die Gefahr, beim nächtlichen Herumfuchteln, versehentlich über das Gesicht gezogen zu werden.

Wenn das Baby friert, sollten lieber weiter Schichten von Kleidung unter den Schlafsack angezogen werden. Wollsocken und weitere Kleidung aus Wolle und Seide haben sich zum Warmhalten von Neugeborenen besonders bewährt.

Tagsüber, wenn das Kind wach ist, ist gegen ein Mützchen natürlich nichts einzuwenden. Vielen Kindern hilft eine Kopfbedeckung sehr dabei, die Körpertemperatur konstant zu halten.

Temperatur

Babys, und besonders Neugeborene, sollen natürlich grundsätzlich gut warm gehalten werden. Wenn sie frieren, verbrauchen sie viel Energie, um Wärme zu erzeugen. Und diese fehlt ihnen dann, um Gewicht anzusetzen.

Woher weiß ich, ob es meinem Baby zu warm ist?

Eine Faustregel lautet: das Baby sollte immer eine Schicht mehr tragen als die Eltern.
Ob dein Baby warm genug ist, kannst du herausfinden, indem du beim Wickeln seine Füßchen befühlst. Sie sollten schön warm sein. Zwischen den Schulterblättern deines Babys kannst du eine mögliche Überwärmung ertasten. Wenn es sich dort tendenziell warm-feucht anfühlt und dein Baby sehr rot aussieht, dann solltest du äußere Wärmequellen reduzieren. Übrigens: Eltern, die ihr Baby auf dem Arm haben, passen die eigene Körpertemperatur automatisch an, um das Baby entweder zu wärmen oder auch zu kühlen.

Wie warm darf es im Zimmer eines schlafenden Babys sein?

Die ideale Schlaftemperatur liegt bei 17-19 Grad Celsius.
Natürlich ist das nicht zu jeder Jahreszeit und in jeder Wohnung immer möglich. Aber auch in deutlich wärmeren Ländern leben Säuglinge. Der Unterschied zu unseren Breitengraden ist bloß: dort sind die Wohnungen und Häuser in der Regel nicht so luftdicht gebaut.
Wenn es also richtig warm wird, ist es, und zwar egal wo, besonders wichtig, für eine gute Durchlüftung zu sorgen. Dabei sollte jedoch kein Durchzug entstehen. Die Luft sollte einfach regelmäßig, oder gerne auch dauerhaft, ausgetauscht werden.

Rauchfreie Umgebung

Einer der wichtigsten Faktoren bezüglich der Risikoverringerung von plötzlichem Kindstod ist eine rauchfreie Umgebung, denn:

  • wenn einer der Eltern des Babys während der Schwangerschaft oder in der Säuglingszeit raucht, erhöht sich das Risiko um das 2 bis 4-Fache.
  • wenn die Mutter mehr als 10 Zigaretten am Tag raucht, hat das Baby ein sogar 7-fach erhöhtes Risiko.
  • wenn Eltern nicht in Gegenwart des Babys und auch nicht in der Wohnung rauchen, bleibt das Risiko dennoch erhöht, da bestimmte Schadstoffe der Zigaretten/ E-Zigaretten Stunden und sogar noch Tage im Körper verbleiben und über die Haut weiterhin ausgedünstet werden.

So kann im Urin von Babys, deren Eltern rauchen, Cotinin nachgewiesen werden. Cotinin ist eins von etwa 20 Abbauprodukten des Nikotins im Körper, also ein wichtiger Biomarker zum Nachweis einer Schadstoffbelastung.

Am höchsten ist die Belastung natürlich bei Babys, deren Eltern in geschlossenen Räumen, in Anwesenheit der Kinder rauchen. Wenn die Eltern nur im Freien rauchten, haben die Säuglinge niedrigere Cotinin-Werte, aber immer noch um ein Vielfaches höher, als bei Säuglingen von nicht rauchenden Eltern. (Jacob et al., 2017)

Schlafen im eigenen Bett, Beibett oder Babybalkon

Die offizielle Empfehlung der Fachgesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e.V. lautet, dass Babys auf einer separaten Matratze schlafen sollten. Daher boomen Beistellbetten und Babybalkone. Sie sind allerdings nur eine relativ kurze Zeit lang nutzbar, da die Kinder schnell zu groß für diese Bettchen werden. Für viele Eltern hat sich daher die Nutzung eines normalen Gitterbettchens bewährt, dessen Matratze auf Höhe der Elternmatratze gebracht und dann eins der Gitter entfernt wird, sodass es direkt mit dem Elternbett verbunden werden kann. Wichtig ist dabei übrigens eine feste Matratze.

Warum sollen Babys nicht weich schlafen?

Da Kinder auf weichen Matratzen eher einsinken, sind sie ungünstig, da es dann wiederum zu einem Wärmestau kommen kann. Übrigens: Matratzen sollten möglichst früh besorgt werden, damit sie erst noch ein wenig auslüften können, bevor sie zum Einsatz kommen.

Empfehlung versus Realität

Als Hebamme kann ich, auf Basis meiner Beobachtungen im Wochenbett, aber sagen, dass jegliche Formen von Beibett oft nur als Ablage für Getränke, Bücher und andere Dinge, quasi als Nachttisch, genutzt werden. Und wo schlafen dann die Babys?
Sie liegen – im echten Leben eben – meist direkt im Familienbett. Und in der ersten Zeit schlafen die Kinder dabei sogar mitten auf einem Elternteil obendrauf.
Da das gemeinsame Schlafen in der Praxis also eher den Lebensrealitäten vieler Eltern folgt, finde ich es sehr wichtig, sich die diesbezüglichen Sicherheitsregeln des Familienbetts genauer anzuschauen.

Das Familienbett (Co-sleeping)

Das Familienbett – auch Co-sleeping genannt – also das gemeinsame Schlafen beider Eltern mit dem Neugeborenen in einem Bett, hat bisher noch keinen flächendeckenden Einzug in die Empfehlungen zum sicheren Babyschlaf erhalten. Es gibt jedoch viele Kinderärzte, die das Familienbett bereits propagieren und auch die entsprechenden Studien zum Familienbett sind sehr vielversprechend. Wenn man in der Umsetzung ein paar wichtige Grundsätze beachtet. Denn die eigentliche Gefahr für den plötzlichen Säuglingstod liegt tatsächlich eher im übermüdeten, gemeinsamen Einschlafen in unsicheren Schlafsituationen, wie zum Beispiel dem Wegdämmern auf dem Sofa (Blair et al., 2014). Also, wenn die übermüdete Mutter mit ihrem Baby beim Stillen auf einem engen Sofa ungeplant einschläft, und das Kind dabei unbeabsichtigt in die Sofakissen rutscht.

Rausfallschutz

Euer Familienbett sollte natürlich an einer Seite gegen ein Herausfallen des Babys abgesichert sein. Das geht durch den Einsatz eines Beibetts ebenso gut, wie durch ein kleines Geländer, das für den Zeitraum des Co-sleepings an die Bettseite montiert wird. Manche Familien rücken das Bett auch einfach an die Wand oder bauen sich gleich eine Bettenlandschaft, die von einer Zimmerwand zur nächsten reicht.

Feste Matratze

Dann sollte die gemeinsam genutzte Matratze natürlich auch eher fest sein. Das verhindert einerseits das bereits oben erwähnte tiefe Einsinken des Kindes, was in der Folge einen Wärmestau begünstigen kann, und andererseits verhindert es, dass das Baby im Schlaf Richtung Eltern kullert und dadurch in die ungünstigere Bauchlage geraten würde.

Eigenes Bettzeug versus Schlafsack

Sowieso, aber ganz besonders im Familienbett, sollte das Baby im eigenen Schlafsack schlafen. Also ganz klar separat und nicht etwa unter derselben Decke mit einem Elternteil, geschweige denn zwischen beiden Eltern. Das würde sonst wieder zu einem massiven Wärmestau führen.

Co-sleeping sollte nicht praktiziert werden, wenn:

  • der Erwachsene alkoholisiert ist oder andere Drogen genommen hat
  • der Erwachsene Fieber hat
  • der Erwachsene Raucher ist
  • die Matratze sehr weich ist, oder es sich gar um ein Wasserbett handelt
  • es sich dabei um ein, für das Schlafen ungeeignete, Sofa handelt
  • das Baby ein Frühchen ist, oder es ein extrem niedriges Geburtsgewicht hat
    (hier bitte Rücksprache mit dem Kinderarzt)

(Blair et al., 2020).

Sollte ein Schnuller zur Prävention von SIDS genutzt werden?

Viele der offiziellen Empfehlungen zur Prävention von SIDS sind sehr eindeutig. Etwas unklarer sind die Ergebnisse jedoch bezüglich des präventiven Schnuller-Einsatzes.

Laut einer entsprechenden Studie scheint es in Sachen Prävention keinen Unterschied zu machen, ob Kinder gewohnheitsmäßig immer mit Schnuller einschlafen, oder nie einen Schnuller zum Einschlafen bekommen.
Jedoch sollten Eltern, die sich für einen Schnuller zum Einschlafen entscheiden, diesen dann konsequent auch immer zum Einschlafen geben, bis ihr Baby ungefähr sechs Monate alt ist (Hauck, 2005). Also, wenn Schnuller, dann immer Schnuller zum Einschlafen!

Übrigens: Da gestillte Kinder ein geringeres Risiko für plötzlichen Kindstod haben, sollte die Stillbeziehung immer erstmal stabil stehen, bevor ein Schnuller eingeführt wird. Denn eine zu frühe Verwendung des Schnullers kann den Aufbau der Stillbeziehung – wenn denn gestillt werden soll – stören. Da Stillen einen so schützenden Effekt hat, ist es sinnvoll, alles dafür tun, dass es mit dem Stillen erstmal richtig gut funktioniert.

Schützen Überwachungsmonitore vor SIDS?

Atemmatten, beziehungsweise Überwachungsmonitore, die die kindlichen Lebenszeichen überwachen, werden nicht grundsätzlich empfohlen. Sie gaukeln Eltern Sicherheit vor, die nicht endgültig gewährleistet werden kann. Zusätzlich stressen sie Eltern durch häufige Fehlalarme. Sinnvoller ist es, das eigene Kind in der ersten Zeit viel zu beobachten und dessen Atemrhythmen und Besonderheiten gut kennenzulernen. Erfahrungsgemäß passiert das im Wochenbett automatisch, wenn Eltern mit ihren Kindern viel im engen Körperkontakt sind.

In Einzelfällen wird bei Bedarf ein Monitor kinderärztlich verschrieben. Das passiert, wenn das Baby zur Risikogruppe gehört, weil:

  • es schon einmal eine Atemnotepisode hatte
  • ein Geschwisterkind an SIDS verstorben ist
  • es ein Frühchen mit niedrigem Geburtsgewicht war
  • es bestimmte Vorerkrankungen mitbringt

In diesen Fällen wird den Eltern ein professionelles Medizinprodukt zur Verfügung gestellt, das in der Regel auch Atemmuster aufzeichnet und somit zur Diagnostik eines bestehenden Problems beiträgt.

Bei gesunden, reif geborenen Kindern sind also normalerweise keine Geräte zur Überwachung nötig. Wenn doch, wird man dazu vom Kinderarzt beraten und bekommt einen Monitor auf Rezept.

Zwillinge, SIDS & Co-bedding

Plötzlicher Kindstod ist sehr selten. Bei Zwillingen ist das Syndrom jedoch 2 bis 4 Mal so hoch wie bei Einlingen – immer noch selten, aber eben doch erhöht. Wahrscheinlich liegt das am geringeren Geburtsgewicht der viel häufiger als Frühchen geborenen Kindern.

Eltern, die über die Schlafsituation ihrer Zwillinge nachdenken, beschäftigen sich vor allem mit der Frage, ob die Kinder jeder für sich, oder lieber gemeinsam (Co-bedding) schlafen sollen.

Die Forschungslage dazu ist noch relativ dünn. Jedoch ist das Zusammenlegen von Zwillingen sehr verbreitet. Es wird angenommen, dass Zwillinge gerne zusammen sind, da sie das aus dem Leben in der Gebärmutter kennen.

Hayward et al. (2015) haben über 100 Zwillingspaare beobachtet, die auf einer neonatologischen Station versorgt wurden. Die Kinder wurden nach dem Zufallsprinzip entweder getrennt voneinander, oder mit Co-bedding betreut. Die Studie kam zu dem Ergebnis, dass Co-bedding die Selbstregulation der Kinder und den Schlaf fördert und Weinen vermindert, ohne offensichtlich ein erhöhtes Risiko für SIDS mit sich zu bringen.

In einer englischen Studie (Ball, 2007) wurden beim Co-bedding von Zwillingen keine Beweise dafür gefunden, dass sich die Kinder beim gemeinsamen Schlaf stören, dass sie überhitzen oder sich anderweitigen Schaden zufügen. Die Studie fand im Gegenteil eher Vorteile für das gemeinsame Schlafen. Laut Ball können gemeinsam schlafende Zwillinge sich gegenseitig dabei unterstützen, ihre Körpertemperatur besser zu halten und sich gegenseitig zu beruhigen. Die Babys waren durch die Eltern leichter zu versorgen und sie fanden auch selbst mehr Schlaf, da sich die Schlafmuster der Kinder häufig anglichen. Die Autorin vermutet, dass dies zu einer längeren gemeinsamen Schlafsituation mit den Eltern führt, welches wiederum das SIDS Risiko reduziert. Ball empfiehlt jedoch, die Kinder nicht durch Behelfsbarrieren, wie Kissen, voneinander zu trennen. 

Akute Warnsignale als Indikator für einen Arztbesuch

Welche konkreten Auffälligkeiten sollten denn nun dazu führen, dass ein Baby sicherheitshalber beim Kinderarzt vorgestellt wird?

Ein Besuch beim Kinderarzt ist (unter anderem) nötig, wenn:

  • das Baby um den Mund herum, oder im gesamten Gesicht, extrem blass oder blau wird.
  • es ohne erkennbaren Grund (wie Zahnen) Fieber bekommt.
    Kinder unter drei Monaten sollten bei jeglichem Fieber vorgestellt werden. Wenn der Säugling zusätzlich Nahrung verweigert, ist Eile geboten.
  • es ohne Außeneinwirkung so stark schwitzt, dass die Kleidung komplett durchnässt ist.
  • sich auf der Haut auffällige Flecken zeigen.
  • es schwer weckbar und/ oder schlapp ist.
  • das Kind im Schlaf längere Atempausen hat, die von Blässe um den Mund begleitet werden.
  • das Kind ohne Grund schrill schreit und nicht beruhigt werden kann.

Disclaimer: Diese kleine Aufzählung soll lediglich eine Orientierungshilfe sein. Sie erhebt natürlich keinen Anspruch darauf, alle Eventualitäten abzudecken. Sollte dein Baby ein ungewöhnliches Verhalten zeigen, das dich beunruhigt, solltest du dich in jedem Fall an den Kinderarzt deines Vertrauens wenden.

Zusammenfassung zur Vorbeugung von plötzlichem Kindstod (SIDS)

Ein Baby sollte im ersten Jahr, bei eher niedrigen Temperaturen, auf einer festen, planen Unterlage, im Schlafsack, in einer rauchfreien, gut durchlüfteten Umgebung, im Zimmer der Eltern, in Rückenlage schlafen. Auf Kissen, Kuscheltiere und Nestchen sollte verzichtet werden. Es sollte möglichst gestillt werden. Zusätzlich ist es sinnvoll, sein Baby am Anfang gut kennenzulernen, um mögliche Veränderungen früh zu erkennen, oder eben das Vertrauen zu gewinnen, dass es ihm gut geht.

Und jetzt sagt doch mal …

Ich hatte ja ein „Anfängerbaby“, das sich leicht ins Bett begleiten ließ, sehr bald schon nachts nur einmal gestillt hat und auch ansonsten ein richtiger Langschläfer war. Mein zweites Kind hingegen brauchte abends ewig um abzuschalten, stillte über ein Jahr lang jede Nacht mindestens fünfmal (!) und schlief auch tagsüber nur in kleinen Portionen.
Spannend, wie unterschiedlich Menschen sind, oder?

Habt ihr Lust zu berichten, wo euer Kind geschlafen hat, in welchen Häppchen es geschlafen hat und wann es das erste Mal „durchgeschlafen“ hat?

Ball, H. L. (2007). Together or apart? A behavioural and physiological investigation of sleeping arrangements for twin babies. Midwifery, 23(4), 404–412. doi.org/10.1016/j.midw.2006.07.004

Ball, H. L., & Russell, C. K. (2014). SIDS and Infant Sleep Ecology. Evolution, Medicine, and Public Health, 2014(1), 146–146. doi.org/10.1093/emph/eou023

Blair, P. S., Ball, H. L., McKenna, J. J., Feldman-Winter, L., Marinelli, K. A., Bartick, M. C., the Academy of Breastfeeding Medicine, Young, M., Noble, L., Calhoun, S., Elliott-Rudder, M., Kair, L. R., Lappin, S., Larson, I., Lawrence, R. A., Lefort, Y., Marshall, N., Mitchell, K., Murak, C., … Wonodi, A. (2020). Bedsharing and Breastfeeding: The Academy of Breastfeeding Medicine Protocol #6, Revision 2019. Breastfeeding Medicine, 15(1), 5–16. doi.org/10.1089/bfm.2019.29144.psb

Blair, P. S., Sidebotham, P., Pease, A., & Fleming, P. J. (2014). Bed-Sharing in the Absence of Hazardous Circumstances: Is There a Risk of Sudden Infant Death Syndrome? An Analysis from Two Case-Control Studies Conducted in the UK. PLoS ONE, 9(9), e107799. doi.org/10.1371/journal.pone.0107799

Hauck, F. R. (2005). Do Pacifiers Reduce the Risk of Sudden Infant Death Syndrome? A Meta-analysis. PEDIATRICS, 116(5), e716–e723. doi.org/10.1542/peds.2004-2631

Hayward, K. M., Johnston, C. C., Campbell‐Yeo, M. L., Price, S. L., Houk, S. L., Whyte, R. K., White, S. D., & Caddell, K. E. (2015). Effect of Cobedding Twins on Coregulation, Infant State, and Twin Safety. Journal of Obstetric, Gynecologic & Neonatal Nursing, 44(2), 193–202. doi.org/10.1111/1552-6909.12557

Jacob, P., Benowitz, N. L., Destaillats, H., Gundel, L., Hang, B., Martins-Green, M., Matt, G. E., Quintana, P. J. E., Samet, J. M., Schick, S. F., Talbot, P., Aquilina, N. J., Hovell, M. F., Mao, J.-H., & Whitehead, T. P. (2017). Thirdhand Smoke: New Evidence, Challenges, and Future Directions. Chemical Research in Toxicology, 30(1), 270–294. doi.org/10.1021/acs.chemrestox.6b00343

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Thompson, J. M. D., Tanabe, K., Moon, R. Y., Mitchell, E. A., McGarvey, C., Tappin, D., Blair, P. S., & Hauck, F. R. (2017). Duration of Breastfeeding and Risk of SIDS: An Individual Participant Data Meta-analysis. Pediatrics, 140(5), e20171324. doi.org/10.1542/peds.2017-1324

Vennemann, M. M., Bajanowski, T., Brinkmann, B., Jorch, G., Yucesan, K., Sauerland, C., Mitchell, E. A., & and the GeSID Study Group. (2009). Does Breastfeeding Reduce the Risk of Sudden Infant Death Syndrome? PEDIATRICS, 123(3), e406–e410. doi.org/10.1542/peds.2008-2145

Willenborg, H. (2011). „Back to sleep“ plus „tummy time“: Therapie bei Plagiocephalus. pädiatrie: Kinder- und Jugendmedizin hautnah, 23(4), 300–309. doi.org/10.1007/BF03364002

Neuauflage-Hinweis: Diesen Blogbeitrag hat die Autorin im Juni 2012 erstveröffentlicht und im Dezember 2021 vollständig neu überarbeitet wiederveröffentlicht. Daher sind einige LeserInnen-Kommentare älter datiert, als das aktuelle Veröffentlichungsdatum der „Neuauflage“. 

Jede Frau hat das Recht auf eine positive, selbstbestimmte Geburtserfahrung. Seit ich Hebamme geworden bin verhelfe ich Frauen dazu.
Ich bin Jana Friedrich, Mutter von zwei Kindern, Hebamme seit 1998 (und seit September 2020 mit B. Sc. of Midwifery), Bloggerin seit 2012, Autorin zweier Bücher, Speakerin und Expertin im Themenbereich Familie. Mit meiner Expertise unterstütze ich darüber hinaus auch Kulturschaffende, Firmen und Politiker*innen.
In diesem Blog teile ich mit dir mein Wissen und meine Erfahrung rund um Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und das erste Jahr mit Baby.
Du bekommst bei mir Informationen, Beratung und „Zutaten“ zur Meinungsbildung für eines der spannendsten Abenteuer des Lebens.

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15 Kommentare
  1. Avatar
    baby schlaf sagte:

    Sehr interessanter Artikel den Sie da geschrieben haben. Ich mache bei meinen Leserinnen auch immer wieder die Erfahrung, dass die Temperatur in den Schlafräumen viel zu hoch eingestellt ist. Die 16 -18 Grad Celsius kann ich für einen guten Babyschlaf ebenfalls empfehlen.

    Wichtig ist meiner Meinung auch, dass man anstatt einer Decke einen Schlafsack verwendet, damit das Baby nicht darunter Rutschen kann.

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  2. Avatar
    Mama Schlaflos sagte:

    Ich finde es auch immer wieder erstaunlich wie voll gestopft manchmal die Baby-Betten sind. Von daher finde ich den Hinweis, dass Kuscheltiere (bis zu einem gewissen Alter) im Bett nichts zu suchen haben immer besonders wichtig.

    Antworten
  3. Avatar
    Temperatur?? sagte:

    16-18 Grad wäre ja schön. Was macht man aber im Sommer? Und auch im Winter ist unser Schlafzimmer trotz total ausgeschaltener Heizung und nächtlichem Lüften nie unter (18-)20 Grad, da so viel Wärme von allen Zimmern rund herum kommt…. Tipps?

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      Jana Friedrich sagte:

      Oh je, mal mit den Nachbarn reden? Naja, viele Kinder werden ja in weitaus wärmeren Ländern geboren. Wichtig ist immer für genügend Frischluftzufuhr zu sorgen. Und natürlich das Kind nicht so warm anziehen. Bzw. weniger warme Decke/ Schlafsack verwenden. Führt einfach den Wärmecheck am Nacken häufig durch um zu sehen ob Euer Baby schwitzt. Solange es einfach nur schön warm ist ist alles O.K.. Sollte es trotz aller Maßnahmen schwitzen muss es zum Ausgleich viel Trinken.
      Ich wünsch Euch viel Erfolg!

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    Sina sagte:

    Das Thema ist auch hier gerade aktuell, allerdings mit einer anderen Problematik. Mein Mann hat eine chronische Nebenhöhlenentzündung und möchte Nachts das Fenster auf haben. Ich finde das allerdings zu kalt für die Kleine, da das Fenster direkt am Bett ist. Ist es schlimm wenn ihr Gesich kalt aber der Rest durch Schlafanzug und Schlafsack warm gehalten wird?

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    Mama Maike sagte:

    Vielen Dank für die Tipps, Jana! Wobei ich den ersten Punkt etwas pauschalisiert finde. Wir schlafen seit Beginn an im Familienbett (Elternbett + beigestelltem Gitterbett mit einer geöffneten Seite). Am Elternbett haben wir überall Fallschütze montiert, so dass ich hier auch von „sicher“ reden würde. Aber klar, auf alle Details kann man nicht eingehen.

    Nochmal Danke für die Checkliste!

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    robert sagte:

    hallo an alle, ich denke, werdende eltern sollten sich auch gedanken machen, wie sie ihr kind im schlaf überwachen! sids ist ja und wird es auch bleiben, gegenwertig!
    ich finde test seiten wie diese, http://www.baby-sensormatten.de/ oder amazon bewertungen schonmal nicht verkehrt!
    gibt ja auch leider billig müll in sachen baby-sensormatten oder babyphones!
    alle alles gute den werdenden eltern!

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      Jana Friedrich sagte:

      Ich bin kein großer Fan von Überwachungsmatten, es sei denn es gibt einen Grund diese zu empfehlen. Da Babys generell noch eine sehr unregelmäßige Atmung haben, geben die Matten oft Fehlalarme, was zu einer großen Verunsicherung der Eltern führt. Irgendwann tritt dann eine Gewöhnung ein und der Alarm wird kaum noch wahr genommen. Das bringt dann auch wenig. Außerdem finde ich das für ein Baby nicht so schön, ständig mit einem lauten Piepen gestört zu werden.
      Eltern entwickeln nach einigem Beobachten ein sehr gutes Gefühl dafür, ob es ihrem Kind gut geht. Das ist wichtig und sollte unterstützt werden.
      Die Technik ist toll, wenn man sie braucht. Aber es sollte nicht künstlich ein Bedarf geschaffen werden.

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        Didi sagte:

        Hallo Jana, prinzipiell bin auch ich nicht der größte Fan von diesen Sensormatten, jedoch bin ich der Meinung, dass diese unsicheren Eltern durchaus ein Gefühl von Sicherheit geben können. Ob diese Matten im Ernstfall wirklich leben retten können hängt vermutlich von den „Skills“ der Eltern in Bezug auf Erste-Hilfe-Maßnahmen ab.
        Wie dem auch sei, würde mich Interessieren mit welchen Modell du denn diese schlechte Erfahrungen bzgl. der Fehlalarme gemacht hast? Wir persönlich hatten einen Babysense im Einsatz und hatten eigentlich nie Probleme damit.
        Einen durchaus „relativierenden“ Artikel zu diesem Thema findest auch hier, ich hoffe es ist ok einen Link zu posten:

        http://www.ploetzlicher-kindstod.com/ueberwachung/

        lg, Miri

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          Jana Friedrich sagte:

          Besonders der AngelCare macht den Eltern immer wieder Probleme. Er gibt sehr häufig Fehlalarme. Am Anfang stresst das die Eltern total, nach einer Weile registrieren sie die Warntöne gar nicht mehr. Finde ich nicht den Sinn der Sache. Lieber Eltern für gute Schlafumgebung und Zeichen des Kindlichen Wohlbefindens sensibilisieren.
          LG
          Jana

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      Laura sagte:

      Hallo Jana,
      danke für diese tollen Ratschläge. Viele Eltern packen wirklich das Beistellbett voll mit Kuscheltieren, Decken etc. Ich verstehe das nicht, weil ich ja auch nicht so schlafe. ;). Wichtig wäre noch zu erwähnen, dass der Babyschlafsack auch passen muss und nicht zu warm ist.

      LG
      Laura

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    Inga sagte:

    Hallo, interessant finde ich ja immer die Sache mit den Nestchen… In Deutschland liest man häufig, man soll keine benutzen. Hier in Finnland bekommt man aber im Laufe der Schwangerschaft das Babypaket. Es enthält neben vielen anderen Sachen eine zum Karton passende Matraze, damit das Baby darin schlafen kann (übrigens ein bunter Karton 😉 ). Ganz Finnland schwört darauf, und die Säuglingssterblichkeit ist hier wohl eher noch geringer, habe ich gelesen.

    Also unser Kind wird da auf jeden Fall drin schlafen 🙂

    P.S. Und ja, ihr dürft jetzt alle mal lachen 🙂 Nachdem mein Mann und ich zum 1. Mal davon gehört hatten, sind wir noch Wochen bei jedem gesichteten Baby in Lachen ausgebrochen! 🙂

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    Ronny sagte:

    Hi Jana,

    eigentlich hatte ich mir gerade Deinen Artikel zu den Babyschalen durchgelesen, bin aber irgendwie darüber hier gelandet.Vermutlich Interessensbedingt 🙂

    Deine Tipps sind absolut richtig, auch wenn Dein Text sich leicht emotional liest. Vielleicht wegen der Eltern, die ihr Baby mit tausenden Kuscheltieren einpacken?

    Ich weiß selbst, dass es viele unerfahrene Eltern gibt. Ich war beim ersten Kind und vor den anderen vielen Kindern ebenso unerfahren 🙂

    Ergänzend könnte man Deiner Liste noch den Hinweis hinzufügen, dass der Schlafsack auch passen sollte. Es gibt Babyschlafsäcke tatsächlich in verschiedenen Größen. Und wenn Schlafsack bspw. zu groß ist, wird das Baby sehr wahrscheinlich auch nicht so gut darin schlafen.

    Entweder, weil es sich irgendwie daraus befreit und dann friert oder weil es auf unbequemen Knitterfalten liegt.

    Die Größe des Schlafsacks hat demnach eine wichtige Bedeutung.

    Viele Grüße

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