Sicherer Babyschlaf

Sicherer Babyschlaf

Neulich beim Hausbesuch:

Schon beim reinkommen hatte ich das Gefühl das Tropenhaus des Botanischen Garten zu betreten. Es war unglaublich warm und die Luftfeuchtigkeit, wohl durch’s morgendliche Duschen, extrem hoch. Um Luft ringend betrat ich das Kinderzimmer. Dort schlief das Baby. Das heißt ich sah zuerst gar kein Kind. Dafür aber ein Bett. So ein wunderschönes Kinderbett mit üppigem Betthimmel. Darin lagen herrliche, rüschige Kissen und Kuscheltiere. Gefühlte 100 Kuscheltiere in allen Farben und Formen. Vor allem aber schön plüschig. Und das Kind? Irgendwo unter einem Traum von einer rosa Decke, zwischen Spongebob und Bärchen, kaum zu entdecken. Der Kopf war knallerot, der Rücken etwas feucht. Also total überhitzt. Ich atmete zweimal tief durch und erklärte den jungen Eltern nochmal die Kriterien für sicheren Babyschlaf.

Also, eine sichere Schlafumgebung geht so:

  • Das Baby sollte am besten im Zimmer der Eltern, aber im eigenen Bett, in einem Schlafsack in Rückenlage auf einer festen Matratze liegen.
  • Das Zimmer sollte eine Raumtemperatur von 16-18°C haben.
  • Natürlich sollte das Zimmer, und am Besten die ganze Wohnung, rauchfrei sein.
  • Kuscheltiere sollten nicht im Babybett liegen. Da sie meist nah am Köpfchen drapiert werden, besteht die Gefahr, dass die Atmung behindert wird. Säuglinge atmen fast ausschließlich durch die Nase.
  • Das Baby braucht noch kein Kopfkissen und über dem Schlafsack sind keine weiteren Decken nötig. Sonst könnte das Baby sich durch Strampeln überdecken und überwärmen. Ob das Kind warm genug ist, kann man fühlen. Am besten am Rücken zwischen den Schulterblättern. Dort sollte das Kind warm sein, aber nicht Schwitzen.
  • Ein Mützchen sollte beim Schlafen nicht getragen werden.
  • Regelmäßiges Stoßlüften ist absolut empfehlenswert.

Stillen hilft das Risiko für plötzlichen Kindstod zu verringern. Zigarettenrauch erhöht das Risiko.
Dies sind auch die Empfehlungen der Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit, in Kurzform nachzulesen hier:

Und wenn ihr es trotzdem schön warm mögt, dann geht doch einfach mal wieder in den Botanischen Garten! :-)

 



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14 Kommentare
  1. baby schlaf
    baby schlaf sagt:

    Sehr interessanter Artikel den Sie da geschrieben haben. Ich mache bei meinen Leserinnen auch immer wieder die Erfahrung, dass die Temperatur in den Schlafräumen viel zu hoch eingestellt ist. Die 16 -18 Grad Celsius kann ich für einen guten Babyschlaf ebenfalls empfehlen.

    Wichtig ist meiner Meinung auch, dass man anstatt einer Decke einen Schlafsack verwendet, damit das Baby nicht darunter Rutschen kann.

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  2. Mama Schlaflos
    Mama Schlaflos sagt:

    Ich finde es auch immer wieder erstaunlich wie voll gestopft manchmal die Baby-Betten sind. Von daher finde ich den Hinweis, dass Kuscheltiere (bis zu einem gewissen Alter) im Bett nichts zu suchen haben immer besonders wichtig.

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  3. Temperatur??
    Temperatur?? sagt:

    16-18 Grad wäre ja schön. Was macht man aber im Sommer? Und auch im Winter ist unser Schlafzimmer trotz total ausgeschaltener Heizung und nächtlichem Lüften nie unter (18-)20 Grad, da so viel Wärme von allen Zimmern rund herum kommt…. Tipps?

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    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagt:

      Oh je, mal mit den Nachbarn reden? Naja, viele Kinder werden ja in weitaus wärmeren Ländern geboren. Wichtig ist immer für genügend Frischluftzufuhr zu sorgen. Und natürlich das Kind nicht so warm anziehen. Bzw. weniger warme Decke/ Schlafsack verwenden. Führt einfach den Wärmecheck am Nacken häufig durch um zu sehen ob Euer Baby schwitzt. Solange es einfach nur schön warm ist ist alles O.K.. Sollte es trotz aller Maßnahmen schwitzen muss es zum Ausgleich viel Trinken.
      Ich wünsch Euch viel Erfolg!

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  4. Sina
    Sina sagt:

    Das Thema ist auch hier gerade aktuell, allerdings mit einer anderen Problematik. Mein Mann hat eine chronische Nebenhöhlenentzündung und möchte Nachts das Fenster auf haben. Ich finde das allerdings zu kalt für die Kleine, da das Fenster direkt am Bett ist. Ist es schlimm wenn ihr Gesich kalt aber der Rest durch Schlafanzug und Schlafsack warm gehalten wird?

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  5. Mama Maike
    Mama Maike sagt:

    Vielen Dank für die Tipps, Jana! Wobei ich den ersten Punkt etwas pauschalisiert finde. Wir schlafen seit Beginn an im Familienbett (Elternbett + beigestelltem Gitterbett mit einer geöffneten Seite). Am Elternbett haben wir überall Fallschütze montiert, so dass ich hier auch von „sicher“ reden würde. Aber klar, auf alle Details kann man nicht eingehen.

    Nochmal Danke für die Checkliste!

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  6. robert
    robert sagt:

    hallo an alle, ich denke, werdende eltern sollten sich auch gedanken machen, wie sie ihr kind im schlaf überwachen! sids ist ja und wird es auch bleiben, gegenwertig!
    ich finde test seiten wie diese, http://www.baby-sensormatten.de/ oder amazon bewertungen schonmal nicht verkehrt!
    gibt ja auch leider billig müll in sachen baby-sensormatten oder babyphones!
    alle alles gute den werdenden eltern!

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    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagt:

      Ich bin kein großer Fan von Überwachungsmatten, es sei denn es gibt einen Grund diese zu empfehlen. Da Babys generell noch eine sehr unregelmäßige Atmung haben, geben die Matten oft Fehlalarme, was zu einer großen Verunsicherung der Eltern führt. Irgendwann tritt dann eine Gewöhnung ein und der Alarm wird kaum noch wahr genommen. Das bringt dann auch wenig. Außerdem finde ich das für ein Baby nicht so schön, ständig mit einem lauten Piepen gestört zu werden.
      Eltern entwickeln nach einigem Beobachten ein sehr gutes Gefühl dafür, ob es ihrem Kind gut geht. Das ist wichtig und sollte unterstützt werden.
      Die Technik ist toll, wenn man sie braucht. Aber es sollte nicht künstlich ein Bedarf geschaffen werden.

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      • Didi
        Didi sagt:

        Hallo Jana, prinzipiell bin auch ich nicht der größte Fan von diesen Sensormatten, jedoch bin ich der Meinung, dass diese unsicheren Eltern durchaus ein Gefühl von Sicherheit geben können. Ob diese Matten im Ernstfall wirklich leben retten können hängt vermutlich von den „Skills“ der Eltern in Bezug auf Erste-Hilfe-Maßnahmen ab.
        Wie dem auch sei, würde mich Interessieren mit welchen Modell du denn diese schlechte Erfahrungen bzgl. der Fehlalarme gemacht hast? Wir persönlich hatten einen Babysense im Einsatz und hatten eigentlich nie Probleme damit.
        Einen durchaus „relativierenden“ Artikel zu diesem Thema findest auch hier, ich hoffe es ist ok einen Link zu posten:

        http://www.ploetzlicher-kindstod.com/ueberwachung/

        lg, Miri

        Antworten
        • Jana Friedrich
          Jana Friedrich sagt:

          Besonders der AngelCare macht den Eltern immer wieder Probleme. Er gibt sehr häufig Fehlalarme. Am Anfang stresst das die Eltern total, nach einer Weile registrieren sie die Warntöne gar nicht mehr. Finde ich nicht den Sinn der Sache. Lieber Eltern für gute Schlafumgebung und Zeichen des Kindlichen Wohlbefindens sensibilisieren.
          LG
          Jana

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    • Laura
      Laura sagt:

      Hallo Jana,
      danke für diese tollen Ratschläge. Viele Eltern packen wirklich das Beistellbett voll mit Kuscheltieren, Decken etc. Ich verstehe das nicht, weil ich ja auch nicht so schlafe. ;). Wichtig wäre noch zu erwähnen, dass der Babyschlafsack auch passen muss und nicht zu warm ist.

      LG
      Laura

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  7. Inga
    Inga sagt:

    Hallo, interessant finde ich ja immer die Sache mit den Nestchen… In Deutschland liest man häufig, man soll keine benutzen. Hier in Finnland bekommt man aber im Laufe der Schwangerschaft das Babypaket. Es enthält neben vielen anderen Sachen eine zum Karton passende Matraze, damit das Baby darin schlafen kann (übrigens ein bunter Karton ;-) ). Ganz Finnland schwört darauf, und die Säuglingssterblichkeit ist hier wohl eher noch geringer, habe ich gelesen.

    Also unser Kind wird da auf jeden Fall drin schlafen :-)

    P.S. Und ja, ihr dürft jetzt alle mal lachen :-) Nachdem mein Mann und ich zum 1. Mal davon gehört hatten, sind wir noch Wochen bei jedem gesichteten Baby in Lachen ausgebrochen! :-)

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