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Geburt im Lockdown – ein Geburtsbericht aus der Coronazeit

Charlotte hat ihr drittes Kind mitten im Corona-Lockdown bekommen. Alles war sehr verunsichernd und ungewiss. Sie schrieb mir aber: „Ich kann heute sagen, dass es keine schlechte Zeit ist, um ein Baby zu bekommen, da sich die Welt gefühlt etwas langsamer dreht und ich nicht, wie sonst, das Gefühl habe etwas zu verpassen. Der viele Besuch hat mir nicht gefehlt, ganz im Gegenteil, die Ruhe tat und tut gut.“ Hier kommt also Charlottes Bericht über die Geburt ihres dritten Kindes per Einleitung, in einer besonderen Zeit. Wie immer mit Kommentaren von mir in lila.

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Bloß nicht anfassen!? – Vom Unsinn, Schwangeren das Bauchstreicheln zu verbieten

Es gibt offensichtlich einen neu aufflammenden Trend – und da ich immer häufiger damit konfrontiert werde, muss ich mich dazu jetzt mal äußern, denn ich bin total entsetzt.
Als ich zum ersten Mal die Frage „Ist Bauchstreicheln denn überhaupt erlaubt?“ hörte, dachte ich noch, es sei ein schlechter Scherz. Und nein, ich rede hier nicht davon, dass Schwangeren einfach ungefragt der Bauch getätschelt wird! Der Kern der Frage war nämlich: „Löst Bauchstreicheln Wehen aus?“
Es geht also vielmehr um einen weiteren, unbedachten Angriff auf das Bauchgefühl von Müttern, der zeigt, wie schnell Mythen & Gerüchte entstehen und wie bekloppt die Welt doch sein kann.

Ihr ahnt vielleicht schon, was ich dazu zu sagen habe? Ich meine – ernsthaft?! Ein Verbot, den Bauch zu streicheln? Ich hoffe, ich kann diesen Mythos heute brechen, doch lest selbst…

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Geburtsbericht: Kaiserschnitt nach Einleitung statt Wannengeburt im Geburtshaus

Nicht jede Wunschgeburt wird auch eine. Dieser Geburtsbericht zeigt die Realität, wie sie sein kann: Ganz anders als erwartet. Sanna lies mir ihren dramatischen Bericht über die Geburt ihres Sohnes schon vor gut einem Jahr zukommen. Damals war ihr Erlebnis noch sehr frisch und sie wirkte sehr aufgewühlt auf mich.
Ich ließ den Bericht erst mal liegen, denn irgendwie hatte ich das Gefühl, er war noch nicht reif. Und tatsächlich schickte mir Sanna noch mehrere Ergänzungen und Überarbeitungen hinterher. Ich glaube, dass ihr das viele sich damit Beschäftigen und Schreiben gut getan hat. Vielleicht hat es ihr auch dabei geholfen, das Geschehene zu verarbeiten.
In ihrer letzten Mail an mich schrieb sie: “Ich bin wahrscheinlich die einzige Frau, die ihren Bericht so oft geändert hat, aber das zeigt vielleicht auch, wie sehr ich an dem Erlebnis zu knabbern hatte, manchmal noch habe. Die Version anbei ist nun meine finale Version. Ich mache das Kapitel zu. Zumindest einen großen Teil davon, denn so ganz geht das ja eh nicht. Und vergessen will ich die anstrengende Geburt ja trotzdem nicht. Wie auch?“

Hier kommt Sannas Geburtsbericht, der nicht so bilderbuchhaft verlaufen ist, wie er eigentlich sollte. Sie teilt das Schicksal vieler Frauen, die eine Geburt erlebt haben, die so gar nicht der eigenen Wunschvorstellung entsprach. Meine Anmerkungen wie immer in Lila. Weiterlesen

Geburtsbericht: (k)eine Hausgeburt!

Als Franzi mit ihrem zweiten Kind schwanger war, wünschte sie sich eine Hausgeburt. Ihr Mann war anfänglich auch dafür, bekam dann aber bald „kalte Füße“. Die Suche nach einer Hausgeburtshebamme war ohnehin erfolglos – es sollte wohl einfach nicht sein. So entschied sich Franzi für eine ambulante Beleggeburt. Sie fand dafür auch promt eine passende Hebamme, die sie – zumindest in der Eröffnungsperiode – zu Hause betreuen würde, um dann für die eigentliche Geburt mit ihr in die Klinik zu fahren. Und sollte es für diesen geplanten Szenenwechsel dann doch zu spät sein, wäre eine ungeplante Hausgeburt auch kein Problem für sie.
Und dann kam es, wie es kommen musste: Hier ist Franzis Geburtsbericht! Weiterlesen

Geburtsbericht: Sternenkind Noah

Achtung, in diesem Geburtsbericht geht es um ein totgeborenes Baby – ein sogenanntes Sternenkind. Es ist, wie ich finde, ein emotional aufwühlender Beitrag und ich möchte nicht, dass ihr aus versehen darüber stolpert. Bitte entscheidet an diesem Punkt bewusst, ob, wann und wo ihr diesen Artikel lest.

„Hebamme – Das ist ja ein schöner Beruf!“

„Immer hast Du mit freudigen Ereignissen zu tun.“ So ist die weit verbreitete Außensicht auf den Hebammenberuf. Und wirklich, nach der großen Anstrengung und dem Geburtsschmerz kommt die Freude der Familien, an der auch ich großen Anteil habe, bzw. nehme. Es ist immer wieder schön dabei sein zu dürfen, wenn das neue Familienmitglied Willkommen geheißen wird. Die ganze Anspannung fällt ab und das Baby wird in die Arme geschlossen – ein oft magischer Moment!

Schattenseite

Bei ungefähr vier von 1000 Schwangerschaften wird ein Baby „still“ geboren. Ein Baby, das tot geboren wird und mehr als 500 Gramm wiegt, wird als Totgeburt bezeichnet – unterhalb dieser Grenze spricht man von Fehlgeburt.
Wenn ein Kind im Bauch stirbt, dann ist plötzlich alles anders. Dann scheint die Zeit still zu stehen und jedes Wort wirkt fehl am Platz. Trauer ist plötzlich da, wo doch Freude sein sollte.

Wie begleitet man eine Frau bei der Geburt, die ein totes Kind zur Welt bringen muss? Wie motiviert man, wenn man doch weiß, dass die Belohnung der Mühen schal sein wird? Wie gestaltet man eine Ankunft, die zugleich ein Abschied ist. Und noch wichtiger: Wie hilft man der Mutter, das Ereignis von Geburt und Abschied so zu gestalten, dass sie damit gut leben kann? So, dass es trotz aller Trauer ein gutes Geburtserlebnis wird?
Das ist sehr schwer – aber zu schaffen. Weiterlesen