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Mein Hebammen-Indonesien-Abenteuer im Krankenhaus von Medan

Mein Hebammen-Indonesien-Abenteuer: Im Krankenhaus (6)

Dies ist der sechste Teil der Artikelserie über mein ganz persönliches Hebammen-Indonesien-Abenteuer im Sommer 2019. Nachdem ich die erste Woche in der Uni verbrachte und mich vor allem mit der Theorie der indonesischen Geburtshilfe beschäftigte, sollte es jetzt im Krankenhaus konkret und praktisch werden. Aber vorher gab es noch eine kleine Geduldsprobe für mich.

Geduld ist eine Tugend…

Endlich war es soweit. Ich sollte die Möglichkeit bekommen, im Krankenhaus zu hospitieren. Am Tag zuvor bekam ich einen blauen Kassak plus dazugehöriger Hose, worin ich mich fast schon so wie zu Hause in meinem Kreißsaal fühlte. Weiterlesen

Geburtsbericht VBA2C im Geburtshaus

Geburtsbericht VBA2C – Spontangeburt im Geburtshaus nach zwei Kaiserschnitten

Sonja, ist fünffache Mutter. Bevor sie den folgenden Geburtsbericht verfasste, waren ihre ersten vier Erfahrungen mit Geburten alles andere als schön.

Ihre erste Tochter gebar sie leider still im siebten Monat der Schwangerschaft.

Zwei Jahre später folgte, nach Einleitung, die Geburt ihrer zweiten Tochter: spontan, aber etwas dramatisch und mit einem ziemlich schlimmen Dammriss.
Sieben Jahre später bekam sie dann, nach 17 Stunden Dauerwehen ohne Geburtsfortschritt, per Kaiserschnitt einen Sohn. Sie dachte damals nicht groß über die Tragweite der Operation nach: „Hauptsache ein gesundes Kind“.

Drei Jahre später dann nochmals das gleiche Szenario: Wehen über zwei Tage, aber der Muttermund ging nicht wirklich auf. Es wurde erneut ein Kaiserschnitt gemacht.
Das kleine Mädchen hatte starke Anpassungsstörungen und verbrachte ihre erste Lebenswoche auf der Intensivstation. Sonja durfte sie nicht in den Arm nehmen, konnte nur ihre winzig kleinen Finger durch den Inkubator streicheln. Ein traumatisches Erlebnis für die Mutter.

Sonjas vorangegangene Geburtserfahrungen waren also nicht die besten, als sich ein weiteres Kind ankündigte.

Im folgenden Geburtsbericht erzählt Sonja von ihrer Geburt Nr. 5, die sich ganz anders entwickelte, als die vorangegangenen. Und zwar erstaunlicherweise ziemlich schön. Ich finde das ist ein richtiges Mut-mach-Beispiel, für alle Menschen, die vielleicht auch eine schlechte Geburtserfahrung gemacht haben und nun Angst haben, es könnte wieder genauso kommen. Jede Geburt ist anders und somit auch jedes Mal eine neue Chance. Hier kommt Sonjas Geburtsbericht, wie immer mit kleinen Anmerkungen von mir in lila. Weiterlesen

Mit dem Popo voran – Geburtsbericht einer Beckenendlage

Mit dem Popo voran – Geburtsbericht einer Beckenendlage

Wer hier schon länger liest, der weiß, dass ich ein Faible für Geburten aus Beckenendlage habe. Vielleicht, weil meine Tochter auch so geboren wurde? Lange Zeit wurden Beckenendlagengeburten als extrem risikoreich eingeschätzt – zu Unrecht, wie inzwischen bekannt ist.
Frauen, deren Kinder mit dem Popo voran lagen, wurden kurzerhand – aus Sicherheitsgründen – per Kaiserschnitt entbunden. Im Zuge dessen ist das Wissen für eine gute Beckenendlage-Begleitung mancherorts leider fast vollständig verloren gegangen. Glücklicherweise hat sich das aber schon wieder geändert, so dass inzwischen wieder mehr Kliniken Beckenendlagengeburten im Repertoire haben. Das ist übrigens ein ganz typisches Hin- & Her in der Entwicklungsgeschichte der deutschen Geburtshilfe…

Als Cathleen ihren Sohn bekam, hatte dieses erneute Umdenken gerade erst begonnen. Es ist also schon etwas länger her, da schickte sie mir den Geburtsbericht ihrer Beckenendlage (BEL) mit den Worten:

„Der Chefarzt hatte uns von der spontanen Geburt abgeraten.
Aber ich erlebte eine spontane, wunderschöne und schnelle Geburt ohne Komplikationen. Ich hoffe darauf, dass mein Bericht vielen Frauen Mut schenkt. Das wäre toll. Denn dies ist mein Plädoyer dafür, doch auf sein eigenes Gefühl zu hören. Babys in Beckenendlage sind nämlich nicht falsch, sondern nur andersherum.“

Dem kann ich mich nur anschließen. In den allermeisten Fällen ist eine BEL-Geburt nämlich gar kein Problem, vorausgesetzt die Hebammen oder Geburtshelfer kennen sich damit aus. Es gibt nur wenige Gründe, die gegen eine spontane BEL-Geburt sprechen. Hier kommt Cathleens Geburtsbericht, wie immer mit kleinen Anmerkungen von mir in lila: Weiterlesen

Buchvorstellung "Meine Wunschgeburt" und Interview mit Ute Taschner

„Meine Wunschgeburt“ nach Kaiserschnitt – Buchvorstellung und Interview

Weltweit steigen die Sectioraten. Auch in Deutschland lagen sie bereits 2010 bei 31,9%. Tendenz steigend. 1993 waren es noch 17%. Innerhalb der Jahre, die zwischen diesen beiden Zahlen liegen, hat sich aber die Anzahl der Kinder, die in einem kritischen Zustand zur Welt kommen nicht verändert. Wie kommt es also, dass der Kaiserschnitt die natürliche Geburt immer weiter verdrängt? Welche Gründe, medizinisch oder nichtmedizinisch, führen zu dieser drastischen Zunahme?

Diese Fragen stehen am Anfang des Buches „Meine Wunschgeburt“. Die Autorinnen haben eigene Erfahrungen mit dem Bauchschnitt gemacht und beide brachten, nach jeweils zwei Kaiserschnitten, ihre dritten Kinder spontan zur Welt. Mit der Medizinerin und freien Autorin Ute Taschner habe ich über ihr Buchbaby „Meine Wunschgeburt – selbstbestimmt gebären nach Kaiserschnitt.“ gesprochen.* Weiterlesen

Geburtsbericht: Spontangeburt nach zwei Kaiserschnitten

Geburtsbericht: Spontangeburt nach zweifachem Kaiserschnitt

Einmal Kaiserschnitt, immer Kaiserschnitt? Ganz bestimmt nicht! In vielen Kliniken wird Frauen – nach vorangegangenem Kaiserschnitt – zur Wahl gestellt, ob sie es diesmal spontan versuchen wollen, oder von vornherein einen Kaiserschnitt bevorzugen. Aber nach zwei Kaiserschnitten sieht das meistens schon ganz anders aus. Da wird doch eher davon ausgegangen, dass nun gleich eine Schnittentbindung (Sectio) geplant wird. Aber möglich, wenn auch selten, ist es auch spontan. Eine dieser Ausnahmen ist Marleen. Ihren Geburtsbericht hat sie mir zur Verfügung gestellt.

Marleen ist Mutter von drei Kindern. Die ersten Beiden kamen per Kaiserschnitt zur Welt. Bei der Geburt der einen Tochter kam es nach dem Setzen der PDA zum Geburtsstillstand, was sehr schade ist, denn der Muttermund war bereits nach zwei Stunden vollständig eröffnet. Während ihrer zweiten Schwangerschaft lagerte sie 20 kg Wasser ein und ihr wurde gesagt, dass sie es gar nicht erst spontan versuchen bräuchte – dass bringe eh nichts. Auch das ist wirklich schade, denn ohne Wehen lässt sich schwerlich voraussagen, wie sich ein Muttermund wohl unter der Geburt verhalten wird. Damals traute sie sich nicht zu widersprechen und willigte dem geplanten Kaiserschnitt ein.

Nach den Geburten freute sie sich zwar über zwei gesunde Mädchen, jedoch blickte sie wehmütig zurück: Ihr fehlten die Geburtserlebnisse, das Ankommen und Beschnuppern. Bei der zweiten Geburt bekam sie ihre Tochter sogar schon gebadet und angezogen überreicht. Das machte sie richtig wütend. Der Anfang fehlte ihr. Weiterlesen