Geschichten aus dem Kreißsaal: VBAC – ungeplante Spontangeburt statt Re-Sectio

Wenn man als Hebamme so viele Jahre in der Geburtshilfe gearbeitet hat wie ich, dann erinnert man sich irgendwann nicht mehr an jede einzelne Geburt, an jedes einzelne Paar. Auch wenn sie in dem Moment, wo sie stattfanden, natürlich meine komplette Aufmerksamkeit hatten und mich vielleicht sogar sehr berührt haben.

Gelegentlich gibt es jedoch Geburten, die so besonders sind, bei denen man so sehr mitfiebert, mitleidet, sich mit freut, oder die so verrückte Verläufe haben, dass sie sich einbrennen und man sie nie wieder vergisst.

In den letzten Tagen habe ich mich erneut intensiv mit VBAC-Geburten (VBAC = vaginal birth after cesarian) beschäftigt – und dabei fiel mir diese, mich nachhaltig beeindruckende, Geschichte aus dem Kreißsaal wieder ein. Sie zeigt einmal mehr, dass Geburten auch mal ganz anders verlaufen, als man sich das vorher gedacht hat. Planung hin oder her. Aber lest selbst…

Ich habe Frühdienst. In der Nacht gab es einige Geburten. Jetzt ist es ruhiger. Eine meiner Kolleginnen hat eine Gebärende übernommen. Die andere und ich räumen Kreißsäle auf, füllen Regale und beziehen Betten. Es ist ein ruhiger Morgen. Ausnahmsweise.

Um 8:30 Uhr klingelt es an der Kreißsaaltür. Ich öffne.

Blasensprung

Frau B.* – nennen wir sie Frau Bertrand – hat einen vorzeitigen Blasensprung. Das heißt, die Fruchtblase hat einen Riss, aber Frau Bertrand hat noch keine Wehen. Es ist ihre zweite Schwangerschaft. Sie erwartet ihr drittes Kind. Die ersten zwei sind Zwillinge und schon sechs Jahre alt. Damals hatte sie einen Kaiserschnitt.
Geplant ist ein erneuter Kaiserschnitt in der 39. Schwangerschaftswoche (SSW). Frau Bertrand ist bei 38 + 5 SSW.

Alles ist besprochen. Der Kaiserschnitt ist Frau Bertrands Wunsch. Es gab ein ausführliches Aufklärungsgespräch. Die Papiere sind fertig. Der Aufklärungsbogen für den Kaiserschnitt ist unterschrieben.
Es macht geburtshilflich keinen großen Unterschied, ob wir die Sectio zwei Tage früher machen. Das Kind ist kein Frühchen mehr. Alles ist OK. Eigentlich ist es sogar schön, dass das Kind durch den Blasensprung zumindest schon mal eine kleine Vorwarnung darauf bekam, dass in Kürze die Geburt ansteht. So wird es nicht ganz unvermittelt aus dem Bauch geholt.
Kurz informiere ich den diensthabenden Kreißsaalarzt, dass wir noch einen Kaiserschnitt im OP-Plan unterbringen müssen.

Während ich die Vitalwerte von Frau Bertrand messe, Blut abnehme und die Herztöne des Babys checke, lernen wir uns etwas kennen. Frau Bertrand wird von ihrem Mann begleitet. Er sitzt bei ihr. Ich spüre Aufregung im Raum. Kein Wunder. Der Kaiserschnitt war in zwei Tagen geplant, nun wird er heute stattfinden.
Aber alles ist entspannt. Frau Bertrand hat noch keine starken Wehen, es zieht nur leicht im Unterbauch. Um sie etwas abzulenken, frage ich sie über den Morgen aus. Es stellt sich heraus, dass sie mit den Kindern gefrühstückt hat – ziemlich ausführlich – und sie dann in die Schule brachte. Dann sprang die Fruchtblase.
Mist! Das wird der Anästhesie nicht gefallen. Ich verlasse den Raum, um die Blutprobe ins Labor zu schicken und die Information über das üppige Frühstück weiterzugeben.

Wartezeit

Wie erwartet verschiebt die Anästhesie die OP auf Mittag, ca. 12 Uhr – nach dem geplanten OP-Programm. Frau Bertrand ist einverstanden.

Ich erledige den Papierkram, bringe Nachthemd und Häubchen für Frau Bertrand, und OP-Kleidung für ihren Mann, in das Vorbereitungszimmer und spreche mit den beiden die Bauchgeburt noch mal ausführlich durch. Wir rechnen aus, wann die OP vorbei sein wird. Wahrscheinlich wird Herr Bertrand die großen Kinder sogar noch pünktlich von der Schule abholen können. Es ist schön, an diesem Tag so viel Zeit zu haben. Ich merke, wie die beiden sich entspannen.
Ich lasse sie mit der Klingel, für die Option mich jederzeit zurückzuholen, allein und schaue nach meinen Kolleginnen und der Lage im übrigen Kreißsaalbereich.

Die Geburt, die meine Kollegin betreut, gestaltet sich schwieriger als gedacht, meine andere Kollegin kümmert sich um die Kontrollen – also die Frauen, die über den Termin gehen und zum Check vorbeikommen. Ein normaler, sogar ziemlich entspannter Kreißsaaltag. Wir trinken zusammen einen Kaffee.
Einige Zeit später klingelt Frau Bertrand – sie hat jetzt Wehen. Von jetzt auf gleich. Sie sind kräftig. Es ist kurz vor zehn.

Frau Bertrand wirkt verstört und ängstlich. Ich setzte mich zu ihr. Tatsächlich: Die Wehen werden regelmäßiger.
Wir reden jetzt nur noch wenig, veratmen gemeinsam die Wehen. Sie macht das toll. Fast zwei Stunden vergehen.
Um 11:30 beginnen wir mit den letzten Vorbereitungen für den Kaiserschnitt. Die Wehen sind inzwischen regelmäßig und kräftig.

Hindernis

Um 11:45 ruft meine Kollegin eine Notsectio bei der von ihr betreuten Frau aus. Alles läuft wie am Schnürchen, aber der Kaiserschnitt von Frau Bertrand muss verschoben werden. Mindestens um eine Stunde.

Frau Bertrand wird unruhig. Sie äußert Angst vor einer Ruptur, also davor, dass die Gebärmutter reißen könnte. Das ist eine reelle, wenn auch seltene, Gefahr nach einem vorausgegangenen Kaiserschnitt. Ich nehme das ernst und schaue mir ihren Bauch ganz genau an. Oft gibt es sichtbare Anzeichen für so ein Geschehen. Es ist nichts zu sehen und dem Baby geht es super. Aber Frau Bertrand hält sich jetzt bei jeder Wehe den Bauch – im Narbenbereich. Sie hat Angst.
Ich informiere den Kreißsaalarzt. Wir haben einen zweiten OP-Saal für alle Fälle, aber auch der Arzt erkennt, nach einem Ultraschall, keine Anzeichen einer bevorstehenden Ruptur. Wir beschließen weiterhin zu warten.

Befund

Ich möchte Frau Bertrand vaginal untersuchen. Ich hatte das bisher vermieden, weil es bei der geplanten Sectio keine Relevanz hätte. Aber da sie nun schon einige Zeit „weht“ und es bis zur OP noch eine Weile dauern wird, möchte ich gern Klarheit haben – denn mein Gefühl sagt mir: es geht gut voran. Frau Bertrand hat jetzt seit zwei Stunden Wehen, der Muttermund ist bei erstaunlichen acht Zentimetern.

In Gedanken stelle ich die Sectio infrage. Ich weiß, dass Frau Bertrand natürlich ein ausführliches Aufklärungsgespräch hatte. Sie wünscht sich einen Kaiserschnitt. Es ist nicht an mir, diesen Wunsch infrage zu stellen. Und doch… Ich sehe, wie gut die Geburt voranschreitet. Ihr Körper macht das einfach wie im Bilderbuch.
Ich kann nicht aus meiner Haut. Ich spreche mit dem Kreißsaalarzt. Sollten wir ihr nicht, trotz allem, zumindest einmal die Perspektive der Spontangeburt geben? Inzwischen ist der OP wieder frei. Die Sectio wäre jederzeit möglich.
Gemeinsam haben wir ein langes, ergebnisoffenes Gespräch mit dem Paar.

Entscheidung

Herr Bertrand fasst sich zuerst und sagt an sie gewandt: „Ich mache alles mit. Du entscheidest.“
Sie braucht länger, ringt innerlich mit sich. Dann bricht es aus ihr heraus: Sie wollte immer die Spontangeburt. Es war ihr größter Wunsch. Jedoch hat ihr der Gynäkologe ihres Vertrauens, Oberarzt einer Klinik und außerdem ein Freund der Familie, ausdrücklich davon abgeraten. Die Rupturgefahr sei nach der Zwillingsschwangerschaft einfach zu groß.
Sie ist immer noch unschlüssig. Wir können natürlich nichts garantieren, wollen sie aber mit ihrem Wunsch nach einer Spontangeburt gerne unterstützen. Wir glauben daran. Der OP ist vorbereitet. Beim kleinsten Problem könnten wir jederzeit umschwenken. Das Team steht bereit.

Frau Bertrand entscheidet sich dazu, es mit der spontanen Geburt zu versuchen.

Verwandlung

Um 13 Uhr wechseln wir in meinen Lieblingskreißsaal. Und dann passiert auf dem kurzen Weg dorthin etwas Verrücktes: Aus der ängstlichen, zögerlichen, sich den Bauch haltenden Frau Bertrand wird eine mutige, aufrechte Frau, die die Wehen jetzt hüftschwingend und tönend entgegennimmt. Sie ist hoch motiviert und plötzlich zwickt nichts mehr im Unterbauch, sondern sie hat ganz normale Wehen.

Im Kreißsaal steht sie am Seil, bewegt sich, pustet, konzentriert sich. Ich weiche ihr nicht von der Seite, ebenso wie ihr Mann. Wir rahmen sie ein. Ein Geburts-Triptychon.

Sporadisch lachen wir zusammen. Die Stimmung ist gelöst.

Es dauert nicht lange, bis ich höre, wie ihre Atmung sich verändert. Pressdrang. Ich informiere den Arzt, der sofort und ganz leise den Kreißsaal betritt und sich neben uns hockt.
Zur Geburt kniet sich Frau Bertrand auf das Bett.

Geburt

Als sich das Köpfchen mit den dunklen, nassen Löckchen langsam aus der Vulva schiebt, macht Frau Bertrand Glücksgluckser und mir – Hebamme seit so vielen Jahren – schießen Tränen in die Augen.
Das frischgeborene, kleine Mädchen schiebe ich ein Stück unter Frau Bertrand hindurch Richtung Kopfende, sodass sie es dort entgegennehmen kann. Sie nimmt es an sich – andachtsvoll.
Wir helfen ihr, sich umzudrehen und sich mit ihrer kleinen Tochter ins Bett zu legen. Herr Bertrand legt sich dazu und beide betrachten unter Bekundungen von Unglauben, lachend und glücklich ihr Kind.

Um 14.15 schreibe ich „Geburt eines lebensfrischen Mädchens aus dem Vierfüßlerstand, Damm intakt, Nachgeburtsperiode unauffällig“ in die Akte.

Herr und Frau Bertrand sind überglücklich. Hebamme und Arzt auch.

Herr Bertrand holt die großen Kinder.

Nach vier Stunden verlässt die Familie den Kreißsaal und geht ambulant nach Hause.

Diese Geburtsgeschichte fiel mir übers Wochenende wieder ein, als ich mich auf ein Instalive mit Ute Taschner zum Thema VBAC vorbereitet habe. Es findet morgen (27.04.2022) um 20 Uhr statt und ist auf Instagram zu finden. Wenn ihr also noch allgemeine Fragen zu Spontangeburten nach Kaiserschnitt(en) habt, freuen wir uns auf ganz viel Interaktion. Und wenn ihr keine Zeit habt, oder nicht auf Insta unterwegs seid, dann hinterlasst eure Frage oder euren Kommentar gern einfach hier im Blog und wir kommen drauf zurück.

 

(* Aus Datenschutz- und Schweigepflichtsgründen sind sowohl der Name, sowie einige Informationen verfremdet. Die Geschichte hat sich aber ansonsten genau so zugetragen.)

Jede Frau hat das Recht auf eine positive, selbstbestimmte Geburtserfahrung. Seit ich Hebamme geworden bin verhelfe ich Frauen dazu.
Ich bin Jana Friedrich, Mutter von zwei Kindern, Hebamme seit 1998 (und seit September 2020 mit B. Sc. of Midwifery), Bloggerin seit 2012, Autorin zweier Bücher, Speakerin und Expertin im Themenbereich Familie. Mit meiner Expertise unterstütze ich darüber hinaus auch Kulturschaffende, Firmen und Politiker*innen.
In diesem Blog teile ich mit dir mein Wissen und meine Erfahrung rund um Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und das erste Jahr mit Baby.
Du bekommst bei mir Informationen, Beratung und „Zutaten“ zur Meinungsbildung für eines der spannendsten Abenteuer des Lebens.

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10 Kommentare
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    Sarah sagte:

    Eine tolle Geschichte es kommt immer anders als man denkt.

    Meine Fragen :
    Wird während der 2. SS eine Kontrolle gemacht ob man spontan entbinden darf? Wird die Narbe begutachtet?

    Gibt es während der Geburt dann routinemäßig weitere Kontrollen bei einer vbac?

    Darf eine Geburt eingeleitet werden bei vbac?

    Darf man nach 2. Kaiserschnitten noch spontan entbinden?

    Beeinflusst der vorangegangene KS den Zeitpunkt der Geburt, dass zb das 2. Kind früher kommt?

    Darf man bei vbac auch 10 Tage über ET gehen?

    Und eine Frage die nicht dazu gehört : kann man im US erkennen ob die Nabelschnur um den Hals liegt und ein Knoten drin ist? Das hatte ich bei Nr 1 weshalb es ein Notkaiserschnitt wurde

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    Eva sagte:

    Was für ein schöner Bericht!
    Ich hatte auch eine VBAC und bin unheimlich dankbar deswegen. Mein erstes Kind kam unter unschönen Bedingungen nach wochenlangen, vorzeitigen Wehen, verkürztem GBH und dann auch noch Plazentalösung als Kaiserschnitt mit Vollnarkose. Da ich bei Nr. 2 eine Narbenhernie und dazu noch Schwangerschaftsdiabetes inkl. großem Kind hatte, gingen alle von einem geplanten KS aus und das Geburtsgespräch war schon geplant. Dann bekam ich in der 36. Woche gegen Mittag Wehen und entband abends spontan und mit großem Vertrauen ein für diese Woche ziemlich schweres Kind 😀
    Ich habe mir um die Narbe währenddessen tatsächlich wenig Gedanken gemacht, nur der Zugang im Handrücken hat mich die ganze Zeit sehr gestört. Wegen der Vorgeschichte hatte ich eingewilligt, würde ich beim 3. Kind aber nicht wollen – das sollte doch im Notfall auch noch schnell drin sein, oder?

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      jana sagte:

      OH wow! Danke für deinen Mut-machenden Bericht.
      Ein Zugang ist tatsächlich schnell gelegt und sollte nur bei Problemen zum Einsatz kommen – eben weil er so stört.
      Aber toll, dass es so geklappt hat. Glückwunsch!

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    ano sagte:

    Ich möchte Mut zum VBAC machen. Ich hatte bereits eine große OP an der Gebärmutter, das erste Kind war dann auch noch ein (ungewollter) Kaiserschnitt. Dann kündigte sich unser zweites Kind an. Ich bestand darauf, die Spontangeburt zu versuchen, obwohl natürlich alle davon abrieten. Das zweite kam spontan, genauso wie auch unser drittes Kind.
    Ja, die Gefahr einer Ruptur ist nach vorangegangenen OPs größer. Ich würde auch keine Hausgeburt in Erwägung ziehen. Aber in der Klinik habe ich es mir zugetraut (mit ganz viel Unterstützung von meinem Partner und ganz viel Ruhe) – und es hat geklappt.

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      jana sagte:

      Wie schön! Toll dass es so gut geklappt hat.
      Bei vorausgegangenen OPs muss immer abgewogen werden, wo die Narbe sitzt, was für eine Art der Schnittführung das war und wo die Plazenta sitzt. So ganz pauschal kann man keine Aussage treffen. Aber in den meisten Fällen ist eine Spontangeburt wahrscheinlich möglich.
      Liebe Grüße
      Jana

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  4. Avatar
    Manu sagte:

    Danke Jana für diesen schönen Bericht.
    Ich kann nur zustimmen. Ich habe nach Sectio bei Geburtsstillstand bei Nummer 1 zwei Kinder spontan ohne Komplikationen und Verletzungen entbunden. Nummer 2 sollte eigentlich im Geburtshaus auf die Welt kommen, aber nachdem sich auch da ein sehr langer Geburtsverlauf ankündigte haben wir dann nach 8h ins Krankenhaus gewechselt, wo der kleine Mann mit Hilfe einer PDA spontan geboren wurde. Bei Nummer 3 hab ich ein kleines Krankenhaus mit quasi Hebammen geführten Kreissaal gewählt und eine kurze und schnelle wunderschöne Spontangeburt erlebt. Meine tolle Hebamme hat mir bei beiden Folgegeburten immer Mut gemacht, dass das Risiko einer Ruptur bei gut begleitetem Geburtsverlauf sehr gering ist und solange die Plazenta nicht auf der Narbe liegt es kein Problem ist normal zu entbinden. Auch meine Frauenärztin hat mir da bei guter fachlicher Aufklärung viel Mut gemacht. Ich kann allen werdenden Mamas, die vor der Frage stehen nur Mut machen sich guten Rat und Betreuung eventuell auch von mehreren Stellen zu holen. Liebe Grüße Manuela

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      jana sagte:

      Liebe Manu, danke für diene Geschichte. Ich freu mich sehr, dass es doch üblicher wird und Frauen auch bei ihrem Wunsch unterstützt werden.
      Alles Liebe für dich.
      Gruß, Jana

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        Sandra P. sagte:

        Ein schöner Bericht. Auch ich kann nur Mit mach. Unser 1. Kind war ebenfalls nach Blasensprung ein Kaiserschnitt, nachdem das Köpfchen leider im falschen Winkel im Becken stand und sich trotz verschiedener „Turnversuche“ und Stellungswechsel unter Hilfestellung der Hebammen nicht richtig einstellen wollte.
        Unser 2. Kind wurde dann spontan vaginal geboren. Weder von von meinem Gynäkologen, noch von meiner betreuenden Hebamme oder in der Klinik würde dies im Vorfeld oder während der Geburt als problematisch erachtet, da die Kaiserschnittnarbe und auch sonst alles unauffällig war. Ich hoffe bei Nr. 3 wird dann auch alles gut klappen.

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  5. Avatar
    Sassy sagte:

    Hallo 🙂
    Danke, dass es Hebammen, aber Gyns und Kliniken gibt, die Mut machen statt Angst. 🙂

    Ich hatte 2010 eine OP, Entfernung eines golfballgroßen Myoms auf der Außenseite meiner Gebärmutter. Das Cavum wurde nicht eröffnet.
    Dennoch stand in dem OP Bericht, dass unbedingt eine primäre Sectio gemacht werden MÜSSTE. Ich wurde telefonisch von der damaligen Klinik auch noch mal darauf hingewiesen.

    Meine Gyn: sah keinen Grund für eine geplante Sectio.
    Meine Hebamme: sah keinen Grund für eine geplante Sectio.
    Meine Klinik: hat mir angeboten, eine primäre Sectio zu machen, wenn das mein Wunsch wäre. Sah aber medizinisch keinen Grund für eine geplante Sectio!

    Wie ich entbunden habe: bei ET+9 eingeleitet mit Gel (ich hatte eine GDM, daher sollte ich nicht zuuuuu lange drüber gehen). Von der ersten Wehe bis zur Geburt unseres Sohnes vergingen keine drei Stunden. Es war ein wilder Ritt, und es war hart, aber es war machbar. Die betreuende Hebamme und die diensthabende Ärztin hatten die vorangegagene OP auf dem Schirm und haben sehr genau hingeschaut, ich habe zu keiner Zeit das Gefühl gehabt, dass nicht schnell gehandelt werden könnte, sollte die Ruptur doch eintreten.

    Er und ich sind wohlauf und ich würde die Erfahrung niemals missen wollen 🙂 Seit zwei Jahren springt er jetzt hier rum und ist unser Herzstück der Familie.

    Es lohnt sich daher ggf. auch noch mal, sich bei einer zweiten Klinik vorzustellen und zu schauen, wo man sich am besten aufgehoben fühlt.

    (PS: was mich nach der schnellen und sehr anstrengenden Geburt mit Wehenpausen von maximal 2 Minuten wirklich belastet hat, war die Annahme, ich hätte ja eine total leichte Geburt gehabt, nur weil es rasend schnell ging, und ich solle froh sein, dass es keine lange Geburt war. Bitte sagt Frauen mit schnellen Geburten sowas nicht. Jede Geburt hat ihre Herausforderungen. Auch eine schnelle!)

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    • Avatar
      jana sagte:

      Liebe Sassy, vielen Dank, dass du deine Geschichte hier teilst. Wie toll, dass dein betreuendes Team so offen war und so gut auf dich aufgepasst hat. So sollte das immer sein.
      Zu deiner Ergänzung am Schuss: Du hast absolut Recht. Auch wenn sich eine schnelle Geburt von außen betrachtet sehr wünschenswert anhört, so weiß doch niemand, wie es einem ergeht. Ich hatte auch das „Vergnügen“ und dabei das Gefühl vom Zug überfahren worden zu sein. War trotzdem gut und unkompliziert, aber eben auch sehr fordernd.
      Ich kann dich also gut verstehen.
      Ganz liebe Grüße
      Jana

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