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Natürliche Geburt - vom Aussterben bedroht?

Die normale Geburt – vom Aussterben bedroht?

Was ist eine normale Geburt? Ist es das, was in einer Kultur am häufigsten vorkommt? Oder das, was die Natur so vorgesehen hat? „Normale Geburt“ – darf man das überhaupt so sagen? Ist es inzwischen vielleicht gar nicht mehr politisch korrekt, von der normalen Geburt zu sprechen? Zumindest immer dann, wenn ich hier im Blog von der normalen Geburt schreibe, meldet sich garantiert eine Kaiserschnittmutter, die sich dadurch diskriminiert fühlt und sagt: „Schreib doch bitte spontane Geburt, sonst bin ich ja anormal.“ Muss die normale Geburt also in Anführungszeichen gesetzt werden? Und was würde das bringen? Mir liegt es übrigens gänzlich fern, Kaiserschnitte zu bashen…!

Definition: normale Geburt

Fakt ist aber, dass es eine Definition für die normale Geburt gibt:

„Unter normaler Geburt versteht man eine physiologische Geburt, die spontan beginnt, sich im effektiven Rhythmus zwischen Wehen und Wehenpausen von alleine entwickelt und somit ohne fremdes Eingreifen der Muttermund öffnet, das Kind durch unwillkürlichen Pressdrang geboren wird.“

Quelle: WHO 1996 Care in normal birth (a practical guide, report of a technical working group)

Das bedeutet: Eine Geburt kann auch dann noch als spontan bezeichnet werden, wenn in den Geburtsverlauf ordentlich eingegriffen wurde. Also nach einer Einleitung und einem Wehentropf und einer PDA, ja sogar nach Kristella-Hilfe. Normal ist die Geburt dann Weiterlesen

Geburtsbericht: Kaiserschnitt nach Einleitung statt Wannengeburt im Geburtshaus

Nicht jede Wunschgeburt wird auch eine. Dieser Geburtsbericht zeigt die Realität, wie sie sein kann: Ganz anders als erwartet. Sanna lies mir ihren dramatischen Bericht über die Geburt ihres Sohnes schon vor gut einem Jahr zukommen. Damals war ihr Erlebnis noch sehr frisch und sie wirkte sehr aufgewühlt auf mich.
Ich ließ den Bericht erst mal liegen, denn irgendwie hatte ich das Gefühl, er war noch nicht reif. Und tatsächlich schickte mir Sanna noch mehrere Ergänzungen und Überarbeitungen hinterher. Ich glaube, dass ihr das viele sich damit Beschäftigen und Schreiben gut getan hat. Vielleicht hat es ihr auch dabei geholfen, das Geschehene zu verarbeiten.
In ihrer letzten Mail an mich schrieb sie: “Ich bin wahrscheinlich die einzige Frau, die ihren Bericht so oft geändert hat, aber das zeigt vielleicht auch, wie sehr ich an dem Erlebnis zu knabbern hatte, manchmal noch habe. Die Version anbei ist nun meine finale Version. Ich mache das Kapitel zu. Zumindest einen großen Teil davon, denn so ganz geht das ja eh nicht. Und vergessen will ich die anstrengende Geburt ja trotzdem nicht. Wie auch?“

Hier kommt Sannas Geburtsbericht, der nicht so bilderbuchhaft verlaufen ist, wie er eigentlich sollte. Sie teilt das Schicksal vieler Frauen, die eine Geburt erlebt haben, die so gar nicht der eigenen Wunschvorstellung entsprach. Meine Anmerkungen wie immer in Lila. Weiterlesen

Fast jedes dritte Kind per Kaiserschnitt

Spiegel-Onlineartikel vom 19.3.2012

http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/kindergeburten-anteil-doppelt-so-viele-kaiserschnitte-wie-vor-20-jahren-a-822138.html

Hier bin ich mal wieder über ein sehr polarisierendes Thema gestolpert. Auch in unserem Kreißsaal wird es immer wieder heiß diskutiert. Da gibt es einerseits die steigende Anzahl von vorsorglichen Kaiserschnitten, die aus Angst vollzogen werden. Aus Angst der Geburtshelfer wohlgemerkt. Wenn z.B. das Kind groß gemessen ist (Messungenauigkeiten liegen bei +/- 500g!), Weiterlesen