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Geburt mit Hypnose – Hypnobirthing 2.0

Werbung aus Überzeugung

Es ist schon eine Weile her, dass ich hier etwas zum Hypnobirthing geschrieben habe. Und der Text von damals (2014!) war sehr kritisch. Als Hebamme hatte ich bis dahin einfach sehr viele schlechte Erfahrungen mit der Methode gemacht. Die Frauen, die sich mit Hypnobirthing vorbereiteten, waren uns (Hebammen und Ärzt*Innen) gegenüber oft sehr kritisch und abweisend eingestellt. Sehr verbissen versuchten sie, die (aus meiner Sicht) häufig dogmatischen Lehren umzusetzen und wurden reihenweise enttäuscht. Auch mich als Hebamme frustrierten diese Betreuungen oft sehr.

Ich fand das sehr schade. Denn der Kern der Methode ist absolut sinnvoll und hilfreich. Auch im Geburtsvorbereitungskurs räume ich den Mentalstrategien viel Zeit ein. Und es gibt zahlreiche Überschneidungen in der Lehre. Aber mein Verhältnis zu Hypnobirthing blieb zunächst ambivalent, einfach weil die Praxis weiterhin nicht gut lief. Die Geburten waren oft nicht so, wie von den Frauen erträumt.

Ein neuer Versuch

Damals rief ich Hypnobirthing-Coaches dazu auf, in den besseren Austausch mit uns Hebammen zu kommen, damit wir unsere Angebote, zum Wohle der Gebärenden, besser verknüpfen und aufeinander abstimmen können. Zu meiner Überraschung meldeten sich viele Trainerinnen, die mich wegen meines kritischen Textes vor allem erstmal wüst beschimpften.
Aber es entwickelte sich auch ein positiver Austausch – mit einigen Wenigen. Darüber bin ich sehr glücklich. Weiterlesen

Allein zur Geburt in die Klinik? 10 Tipps zur Vorbereitung

Wir leben in einer Zeit der Verunsicherungen. Täglich gibt es neue Nachrichten. Experten erzählen uns, wie sich das Corona-Virus verbreitet und was wir tun können, um es einzudämmen: Distanz wahren, Masken tragen, keine Besuche, zu Hause bleiben. Es ist eine einsame Zeit. Besonders für Schwangere, die in Kürze ihr Baby erwarten.

Schlechtes Timing

Normalerweise wärt ihr doch jetzt mit Freunden im Park, im Biergarten, würdet euch zum Grillen treffen und zum Spaziergang am See. Die Freunde und Verwandten würden euren wachsenden Bauch bewundern, sich erkundigen wie es euch so geht, und ob ihr euch schon für einen Namen entschieden habt… Vielleicht hättet ihr Weiterlesen

Mindset & Geburt: Neues aus Wissenschaft und Forschung

Wie ihr wisst, studiere ich seit einem Jahr Hebammenkunde an der Evangelischen Fachhochschule in Berlin. Durch mein Studium begegnen mir immer wieder spannende Forschungsergebnisse, die mich beeindrucken, freuen, oder einfach nur darin bestätigen, was ich durch meine Arbeit bereits empirisch erfahren habe. Manchmal stellt so eine Studie allerdings auch einige Glaubenssätze auf den Kopf…
Natürlich möchte ich euch gerne an diesem Wissen teilhaben lassen, daher gibt es hier ab heute die Rubrik Hebammenwissenschaft.

Den Anfang in Sachen Forschungsergebnisse macht Gastautorin Dipl.-Psych. Lisa Hoffmann vom psychologischen Institut der Uni Bonn, mit einem Forschungsprojekt zu „Mindset & Geburt“. Lisa erklärt ihr Projekt so: „Ziel des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Forschungsprojektes war es zu erforschen, welche Rolle psychologische Faktoren wie z.B. das geburtsbezogene Mindset (geburtsbezogene Annahmen, die beeinflussen, wie geburtsrelevante Informationen aus der Umwelt wahrgenommen werden), Persönlichkeitseigenschaften oder die Paarbeziehung für Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett spielen.“ Weiterlesen

Podcast über die Geburt mit Eltern.de

Mit der „Eltern“ Redakteurin Julia Schmidt-Jortzig habe ich über Geburten gesprochen. Julia ist selbst Mutter dreier Kinder und hat mir richtig spannende Fragen gestellt. Im ersten Teil unseres zweiteiligen Podcasts (wir machen nächste Woche noch was zum Wochenbett) erfahrt ihr alles, was ihr über eine Geburt wissen müsst. Für’s Erste. Denn einen echten Geburtsvorbereitungskurs empfehle ich euch natürlich trotzdem auf jeden Fall.

Wir sprachen über folgende Fragen: Weiterlesen

Papa erzähl‘ mal! Geburt ist auch Vätersache

Ihr wisst ja, dass mir die Väter* auch immer sehr am Herzen liegen. Die Mütter natürlich sowieso, aber Väter werden immer noch oft vergessen, beziehungsweise unterschätzt. Ich erlebe die meisten Väter als sehr engagiert, teilhabend und wissensdurstig. Oft scheinen sie aber auch noch sehr auf der Suche nach ihrer Rolle in der ganzen Familiennummer zu sein. Kein Wunder, denn so abwesende Väter, wie es vielleicht ihre eigenen Väter oder Großväter waren, wollen sie meist nicht sein. Und die rein häusliche Rolle, die jahrhundertelang Müttern zugeschrieben wurde, wollen nur die wenigsten „neuen Väter“ in Gänze ausfüllen. Also irgendwas dazwischen. Was genau, das ist ungewiss. Hier und da tauchen zwar die ersten Rolemodels auf, aber nicht jeder findet sie ohne Weiteres in seinem unmittelbaren, persönlichen Umfeld vor. Und so scheinen viele Väter erst einmal weitestgehend allein auf der Suche zu sein.

Auf der Suche nach Orientierung sind natürlich auch Mütter, denn Eltern werden ist und bleibt ein stetiges Experimentieren mit Ideen, Wünschen und Vorbildern. Aber was tun, wenn man keine hat? Zumindest keine Guten? Ein Ansatz ist Vernetzung, also der Austausch mit Menschen, die in der selben Situation sind oder es schon waren. In meinen Geburtvorbereitungskursen ist der „getrennte Abend“, bei dem sich Mütter und Väter für eine Stunde getrennt voneinander austauschen, ein viel gelobtes Highlight. Eine weitere, gute Vernetzungsidee stellt uns Frau Dr. med. Stefanie Schmid-Altringer im heutigen Gastartikel vor. Sie ist Mitinitiatorin der Erzähl-Cafes, von denen ich früher schon einmal berichtet habe. Anlässlich des internationalen Tag der Hebamme am 5. Mai 2019 haben sie sich das folgende Väterprojekt ausgedacht:

Wie entstehen Vatergefühle?

Jedes Kind hat eine Mutter und einen Vater, aber was macht aus einem Paar, das guter Hoffnung ist, Eltern? Wie entstehen Mutter- und Vatergefühle? Weiterlesen