Über Anwendung & Wirkung von Himbeerblätter-Tee zur Geburtsvorbereitung

Ist Himbeerblätter-Tee in der Schwangerschaft zur Geburtsvorbereitung sinnvoll und sicher?
Wenn es um die Anwendung und Wirkung von Himbeerblättertee in der Geburtsvorbereitung geht, dann erhitzen sich schnell die Gemüter. Einige Hebammen schwören auf den heißen Sud aus Himbeerblättern und sind fest davon überzeugt, dass er die Geburt erleichtert. Andere lehnen ihn kategorisch ab und haben sogar das Gefühl, dass er schadet.
Ich persönlich war lange Zeit unsicher, wie ich mich dazu positionieren soll. Ich dachte, Himbeerblättertee wird schon so lange von Hebammen in der Schwangerschaft empfohlen, da wird schon was dran sein. Tradiertes Wissen eben. Und wenn nicht, dann enthält der Tee doch zumindest ziemlich gesunde Inhaltsstoffe – kann ja eigentlich nicht schaden…

Tja, und dann habe ich mir – zur Vorbereitung auf einen Vortrag, den ich halten sollte – noch mal die Studien zum Himbeerblättertee, mitsamt seinen Inhaltsstoffen, intensiv angeschaut und mich dazu mit vielen Kolleginnen ausgetauscht. Jetzt sehe ich die Sache ein wenig anders.
Aber bilde dir doch gerne selbst eine Meinung und hinterlasse mir deine Gedanken dazu im Anschluss in den Blog-Kommentaren.

Warum sollte man in der Schwangerschaft Himbeerblättertee trinken?

Über die Anwendung und Wirkungsweise von Himbeerblättertee wird traditionell gerne folgendes gesagt.

Der Himbeerblättertee:

  • führt zu einer leichteren Geburt
  • wirkt entgiftend und entschlackend
  • fördert die Durchblutung des kleinen Beckens
  • lockert den Muttermund und
  • kräftigt die Gebärmuttermuskulatur.

Dadurch werden die Wehen, und somit der Geburtsbeginn, gefördert.
Tatsächlich tauchen Himbeerblätter auch immer mal wieder im Kontext der Geburtseinleitung auf. Der Wehenschmerz soll durch die entkrampfende Wirkung besser zu ertragen sein. Auch soll der Tee Dammrissen vorbeugen.
Das hört sich doch erst mal nach einer guten Vorbereitung, und damit nach einer Geburtserleichterung an.

Wie lautet die Anwendungs-Empfehlung zu Himbeerblättertee für Schwangere?

Wie viele Tassen Himbeerblättertee am Tag sollen Schwangere trinken?

Die Empfehlung zur Anwendung von Himbeerblättertee lautet: Schwangere sollen in den letzten Schwangerschaftswochen (SSW), also konkret ab der 36. SSW bis zur Geburt, täglich 1-2 Tassen Himbeerblättertee trinken.

Einige Hebammen empfehlen unmittelbar vor der Geburt, zur Wehenförderung, eine größere Menge zu trinken. Oft liest man auch, dass der Tee wochenweise abwechselnd getrunken und weggelassen werden soll.

Etwa so:

  • 37. SSW: täglich eine Tasse trinken
  • 38. SSW: keinen Tee trinken
  • 39. SSW: bis zu 4 (!) Tassen pro Tag
  • 40. SSW: Pause einlegen
    Diese Pausen sollen eine Überdosierung vermeiden.

Zubereitung und Dosierung für eine Tasse Himbeerblättertee

Pro Tasse Tee nimmst du ein bis zwei Teelöffel getrocknete Himbeerblätter und übergießt sie mit kochendem Wasser. Du lässt das ganze 10 bis 15 Minuten ziehen. Je nachdem, wie stark du den Geschmack magst. Dann seihst du den Tee ab und trinkst ihn. Wenn dir der Tee zu herb ist, kannst du ihn mit etwas Honig süßen.

Inhaltsstoffe von Himbeerblättern und ihr Anwendungsspektrum

Betrachtet man die Inhaltsstoffanalyse von Himbeerblättern, so finden sich darin vor allem Tannine. Diesen werden zusammenziehende und gerbende Eigenschaften zugesprochen.
Zusätzlich sind sekundäre Pflanzenstoffe wie Blütenfarbstoffe enthalten. Diese Flavonoide wirken als Antioxidantien. Die enthaltende Milchsäure ist ein Zuckerabbauprodukt, das an der Immunabwehr beteiligt sein und im Stoffwechsel der Muskulatur eine wichtige Rolle spielen kann. Bernsteinsäure erhöht die Darm- und Nierenfunktion und hilft gegen Entzündungen. Und dann findet sich noch Vitamin C. Die Wirkstoffe können zu einer gesunden Ernährung beitragen.

Warum wird Himbeerblättertee auch als „Frauentee“ bezeichnet?

Neben der oben beschriebenen, geburtshilflichen Wirkung soll der Tee auch als Hausmittel gegen Schmerzen bei der Periode, bei Magen-Darm-Beschwerden und sogar bei Kinderwunsch dienen. Diese Anwendungsweisen finden sich bereits in historischen Unterlagen.

Verwendung von Himbeerblättertee während der Periode

Die getrockneten Himbeerblätter wirken sich positiv und regulierend auf das Zyklusgeschehen aus. Bei Menstruationsbeschwerden sollen Frauen vom Tee profitieren, da er entkrampfend und beruhigend ist. (Assessment report on Rubus idaeus L., folium, EMA, 2012)

Verwendung bei Kinderwunsch

Angeblich soll der Himbeerblättertee die Kinderwunschbehandlung auf natürliche Weise unterstützen. Die Unterstützung der Fruchtbarkeit durch Himbeerblätter ist allerdings wissenschaftlich nicht nachgewiesen. Nach einem Gerichtsurteil des Oberlandesgerichtes Köln, dürfen Händler ihr Produkt nicht „Kinderwunsch-Tee“ nennen, soweit nicht nachweisbar ist, dass sich der Tee förderlich auf die Empfängnis auswirkt (Köln, O.L.G., 2019).
Bei Himbeerblättertee handelt es sich also nicht um ein Lebensmittel mit fruchtbarkeitsfördernder Wirkung.

Verwendung bei Beschwerden im Magen-Darmbereich

Weiterhin soll der Tee auch entkrampfend auf den Magen-Darmbereich wirken. (Assessment report on Rubus idaeus L., folium, EMA, 2012)

Die Studienlage zu Himbeerblättertee zur Geburtsvorbereitung

Bei der Empfehlung von Himbeerblättertee zur Geburtsvorbereitung handelt es sich um tradiertes, also weitergegebenes Hebammenwissen. Schon seit Generationen wird der Tee werdenden Eltern als geburtsvorbereitendes Lebensmittel empfohlen. Inzwischen gibt es aber auch zahlreiche Studien, die die Wirkungen und Nebenwirkungen des Tees, in Hinsicht auf die Geburt, untersucht haben.

Die einzige Studie, die jedoch überhaupt ein minimal positives Ergebnis aufweist, ist die älteste Studie von 1999, die sich mit der Wirkung von Himbeerblättern befasst hat.
Parsons et al. (1999) haben Frauen rückwirkend (!) zu ihren Geburten befragt. Die Stichprobe bestand aus 108 Müttern. 57 Frauen (52,8 %) konsumierten Himbeerblattprodukte, während 51 (47,2 %) zur Kontrollgruppe gehörten. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Himbeerblätter die erste Phase der Geburt minimal verkürzt, ohne dass es schädliche Nebenwirkungen gibt. Auch scheint die Studie darauf hinzuweisen, dass Frauen, die Himbeerblätter zu sich nehmen, seltener einen vorzeitigen Blasensprung haben oder einen Kaiserschnitt oder eine Zangen- oder Vakuumgeburt benötigen als die Frauen der Kontrollgruppe.

Simpson et al. führten 2001 eine randomisierte, placebokontrollierte Doppelblindstudie durch. 192 Erstgebärende, mit geringem Risiko, bekamen, ab der 32. SSW bis zur Geburt, Himbeerblättertabletten (2×1,2 g pro Tag).
Die Forschenden konnten keine signifikanten Unterschiede zwischen beiden Gruppen (mit und ohne Tabletten) erkennen.

Holst et al. (2009) haben Datensätze von 860.215 Frauen im schwedischen Geburtenregister gesichtet, 578 Frauen an zwei Krankenhäusern befragt und mit einer kleinen Fokusgruppe gearbeitet.
Es wurde keine Evidenz für einen geburtshilflichen Vorteil von Himbeerblättertee gefunden.

Nordeng et al. (2011) befragten 600 Frauen in Norwegen innerhalb von fünf Tagen nach der Geburt mit einem strukturierten Fragebogen. Zusätzlich wurden deren medizinische Geburtsakten in Hinblick auf den Ausgang der Schwangerschaft überprüft.

Es bestand ein signifikanter Zusammenhang zwischen der Verwendung von Himbeerblättertee und Geburten per Kaiserschnitt (23,5 %) gegenüber Frauen ohne Anwendung pflanzlicher Arzneimittel (9,1 %).

Der Zusammenhang blieb auch bestehen, nachdem ausgeschlossen wurde, dass womöglich Faktoren wie das Alter der Mutter, Parität, Familienstand, Bildung und Konsum konventioneller Medikamente die Daten hätten verfälschen können.

Diese Studie kommt also auf eine dreifach erhöhte Kaiserschnittrate bei Konsumentinnen von Himbeerblättertee.
Dazu gleich noch ein Kommentar im Fazit.

Und eine Portion empirisches Hebammenwissen

Ich finde es immer spannend, mich mit Kolleginnen auszutauschen. Und bei meinen bisher drei Vorträgen vor Hebammenkolleginnen zu geburtsvorbereitender Ernährung im Rahmen der Weleda-Fachtage hatte ich ausgiebig die Gelegenheit dazu. Tatsächlich meldeten sich einige zu Wort, um ihre Erfahrungen mit dieser Art der Vorbereitung zu teilen.
Was Hebammenkolleginnen nach der Anwendung von Himbeerblättertee bei den Frauen aufgefallen ist:

  • das Gewebe vom Damm erscheint „porös“
  • häufiger Dammrisse
  • schlechtere Heilung der Risse – „Nahtmaterial hält nicht.“

Schade, dass diese Themen in den Studien nicht auftauchen. Es wäre spannend, diese Nebenwirkungen mal noch etwas genauer zu untersuchen.

Mein Fazit

Die Studien lassen die bisherigen Empfehlungen, aus Mangel an Beweisen für ihre Wirksamkeit und Sicherheit, zur Unterstützung der Geburt als mehr als fragwürdig erscheinen.
Ich werde Himbeerblättertee daher, bis auf Weiteres, nicht mehr in der Geburtsvorbereitung empfehlen.

Die Europäische Behörde für Arzneimittelsicherheit (EMA – European Medicines Agency) rät in ihrem Assessment-Report aufgrund der Studienlage von Himbeerblättertee in der Schwangerschaft ab.
Der Konsum von Himbeerblättertee während der Regel oder bei Magen-Darm-Beschwerden wird von der EMA dagegen unkritisch gesehen.

Ob der Kaiserschnitt-Zusammenhang in der norwegischen Studie tatsächlich ursächlich ist, ist meiner Meinung nach nicht eindeutig belegt. Vielleicht greifen auch einfach Frauen, die Probleme mit ihrer Beckenbodenmuskulatur haben, eher zu Himbeerblättertee? Dann wäre nicht der Tee an den höheren Kaiserschnittzahlen schuld, sondern etwas anderes, das die Frauen erst über Himbeertee nachdenken lässt. Es scheint mir seltsam, dass dieser Zusammenhang in keiner anderen Studie aufgetaucht ist.
Dennoch muss man diesen ungünstigen Outcome natürlich erst mal ernst nehmen. Oder, wie Holst et al. (2009) schreiben:

„Die Tatsache, dass das Produkt seit Jahrzehnten traditionell verwendet wird, stellt keinen Beweis dar und wird auch nicht als ausreichende Garantie für Sicherheit oder Wirksamkeit angesehen.“

In der Recherche zum Thema fand ich es jedoch sehr spannend, dass sich die Studienlage über die Jahre so verändert hat. Klang das 1999 alles noch nach einer ganz positiven Wirkung, so war 2011 keine Geburtserleichterung mehr durch dieses Lebensmittel erkennbar.
Da sieht man mal wieder, dass man sich auf seinem Wissen zur Wirkung verschiedener Hausmittel zur Geburtsvorbereitung nicht einfach ausruhen kann. Als Hebamme muss man da immer auf dem Laufenden bleiben.

Was bedeuten die Forschungsergebnisse zum Himbeerblättertee jetzt für dich?

Eine nachgewiesene Geburtserleichterung gibt es wohl nicht. Und Himbeerblättertee ist offensichtlich auch nicht so gut wie sein Ruf. Jedoch macht auch hier, wie so oft, vermutlich erst die Dosis das Gift. Wenn du also einen bestimmten Tee gerne trinkst, der nun beispielsweise auch einen Anteil Himbeerblätter enthält, musst du nicht zwingend gleich komplett darauf verzichten. Auch pur kannst du ihn ab und zu trinken. Sprich am besten mit deiner Hebamme darüber. Aber von rauen Mengen würde ich dir sicherheitshalber lieber abraten. Bis wir mehr darüber wissen, sollten wir uns damit zurückhalten.
Stoffe haben eben Wirkungen und Nebenwirkungen und beides muss berücksichtigt werden.

Schauen wir mal, wie sich die Studienlage in den nächsten Jahren weiterentwickelt. 😉

Jetzt ich bin aber natürlich sehr neugierig auf deine Erfahrungen und Sichtweise. Lass mir doch gerne einen kurzen Kommentar da.

Weitere Tipps zur Ernährung in der Geburtsvorbereitung

Dieser Text ist der dritte Teil einer vierteiligen Artikelserie zur geburtsvorbereitenden Ernährung. Neben dem Himbeerblätter-Tee ging es bisher schon um die Louwen Diät und Datteln zur Geburtsvorbereitung.
In den kommenden Tagen wird es dann noch den letzten Artikel der Serie über die Einnahme eines Wehencocktails zur Geburtseinleitung geben, sowie eine zusammenfassende Themenübersicht in „Geburtsvorbereitende Ernährungs-Tipps – kurz & knapp erklärt„.

EMA, 2012 Assessment report on Rubus idaeus L., folium. HMPC/44209

Holst, L., Haavik, S., & Nordeng, H. (2009). Raspberry leaf – Should it be recommended to pregnant women? Complementary Therapies in Clinical Practice15(4), 204–208. doi.org/10.1016/j.ctcp.2009.05.003

Köln, O. L. G. (2019). Urteil vom 21.06.2019—6 U 181/18. openjur.de/u/2179731.html

Nordeng, H., Bayne, K., Havnen, G. C., & Paulsen, B. S. (2011). Use of herbal drugs during pregnancy among 600 Norwegian women in relation to concurrent use of conventional drugs and pregnancy outcome. Complementary Therapies in Clinical Practice, 17(3), 147–151. doi.org/10.1016/j.ctcp.2010.09.002

Parsons, M., Simpson, M., & Ponton, T. (1999). Raspberry leaf and its effect on labour: Safety and efficacy. Australian College of Midwives Incorporated Journal12(3), 20–25. doi.org/10.1016/S1031-170X(99)80008-7

Simpson, M., Parsons, M., Greenwood, J., & Wade, K. (2001). RASPBERRY LEAF IN PREGNANCY: ITS SAFETY AND EFFICACY IN LABOR. Journal of Midwifery & Women’s Health46(2), 51–59. doi.org/10.1016/S1526-9523(01)00095-2

Transparenz, Publikation & Handout

Dieser Artikel ist eine Ableitung aus meinem Vortrag „Von Zuckerverzicht bis Plazentophagie – Ernährungsfragen in der Geburtsvorbereitung“ – gehalten auf diversen Weleda-Fachtagungen für Hebammen.
Eine Zusammenfassung wird im Fachmagazin „Weleda Hebammenforum“ im Frühjahr 2022 publiziert und kann über weleda.de/fachportal bezogen werden.
Darin enthalten ist das Original-Handout für Schwangere, das in Kürze hier im Blog auch als PDF-Download zur Verfügung stehen wird. Ich danke Weleda für die freundliche Bereitstellung.
Der Text ist jedoch kein Bestandteil der Beauftragung. Darüber hinaus hat Weleda zu keinem Zeitpunkt inhaltlichen Einfluss auf die Ausarbeitungen des Vortrags oder die Erstellung dieser Artikelserie genommen. Die Inhalte basieren auf meiner aktuellen, persönlichen Recherche und spiegeln meine eigene Meinung wider.

Jede Frau hat das Recht auf eine positive, selbstbestimmte Geburtserfahrung. Seit ich Hebamme geworden bin verhelfe ich Frauen dazu.
Ich bin Jana Friedrich, Mutter von zwei Kindern, Hebamme seit 1998 (und seit September 2020 mit B. Sc. of Midwifery), Bloggerin seit 2012, Autorin zweier Bücher, Speakerin und Expertin im Themenbereich Familie. Mit meiner Expertise unterstütze ich darüber hinaus auch Kulturschaffende, Firmen und Politiker*innen.
In diesem Blog teile ich mit dir mein Wissen und meine Erfahrung rund um Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und das erste Jahr mit Baby.
Du bekommst bei mir Informationen, Beratung und „Zutaten“ zur Meinungsbildung für eines der spannendsten Abenteuer des Lebens.

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9 Kommentare
  1. Avatar
    Christine Küsters-Niersmann sagte:

    Tradiertes Wissen hat oft schon seine Berechtigung. So wurde durch wissenschaftliche Forschungen in Hühnersuppe Lysin entdeckt.
    Oder die wundersame Wirkung von Möhrensuppe bei Magendarminfekten.
    Da wissen wir heute, dass es die Oligogalakturonsäuren sind, an die sich die Erreger binden.
    Ähnlich wird es mit Himbeerblättertee sein. Man wird irgendwann genauer wissen, WAS ihn gut macht und wie viel davon gut ist.
    Die Dosis macht das Gift.

    So kenne ich (Hebamme seit 1983) Himbeerblätter schon immer nur als Teil einer Teemischung.
    Himbeerblätter, Schafgabe + Frauenmantel
    1:1:2 gemischt, ein Teelöffel auf eine Tasse kochendes Wasser und bedeckt 10 Minuten ziehen lassen.
    EINE Tasse am Tag ab der 36. Woche.

    Ich sage meinen Frauen immer:
    KANN man trinken, muss man aber nicht.
    Frauenkörper können ganz ohne allen *Schnickschnack* gebären.
    Dafür hat die Natur sich eine Menge physiologer Abläufe einfallen lassen.

    Wenn man mal aufhören würde, diese zu stören, wäre viel erreicht 😉

    PS der Teemischung kann man (wenn man sie denn trinken möchte) nach der Geburt ca 2 Teile Hirteltäscheltee beimengen und schon ist ein feiner Rückbildungstee fertig.

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    • Avatar
      jana sagte:

      Liebe Christine, das stimmt. Tradiertes Wissen ist wertvoll und wichtig. Es muss nur auch einer gründlichen Untersuchung standhalten.
      Und andersrum müssen wir auf Prüfung bestehen, wenn wir überzeugt sind, dass wir Recht haben, Dinge aber anders gehandhabt werden.
      Am Ende setzt sich das Richtige durch. Hoffentlich.
      Und diesen Satz: „Frauenkörper können ganz ohne allen *Schnickschnack* gebären.“ sollte in jedem Geburtsraum hängen!!!
      Liebe Grüße
      Jana

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  2. Avatar
    Beatrice Tönnemann sagte:

    Mich würde interessieren ob erwähnt wird dass Himbeerblätter Tee vermehrt zu Blutung führt oder das Gewebe die Elastizität nimmt
    Das wäre meine Erfahrung zu Himbeerblätter Tee dass die Frau nicht alle eben nur einige doch die Tendenz zeigen vermehrt zu bluten
    Ich stimme der Kollegin zu die Dosis ist das Gift und manchmal :“viel hilft viel „der Leitsatz der Frauen was aber nicht gut ist
    Wirklich sehr interessant ich bin auch fast überzeugt „Frauen können gebären ebenso wie Blumen blühen “
    Die Natur Ist unendlich reich und hat uns mit dem Prozess Geburt bestimmt nicht nur teils bedacht

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    • Avatar
      jana sagte:

      Diese Aussage habe ich jetzt schon von einigen Hebammen gehört. Dazu findet sich leider nichts. Wäre aber echt spannend. Wir wissen einfach noch zu wenig…
      Liebe Grüße
      Jana

      Antworten
  3. Avatar
    Gertraud Zauner sagte:

    Ich hatte drei Hausgeburten, hab immer in den letzten Wochen Frauenmantel + Himbeerblättertee getrunken. Ich hab aber nie Himbeerblätter allein zu mir genommen. Alle Geburten waren schnell (ca 3 Stunden) und im großen und ganzen komplikationslos. 2 Hebammen äußerten ihre Beobachtung, dass Rückbildung und Wochenfluss „bilderbuchmäßig“ verlaufen. Bei der mittleren Geburt kam die Hebamme zu spät, daher hatte ich einen Dammriss, der aber gut versorgt werden konnte. Um mein Befinden im Wochenbett kümmerte sie sich leider nicht, nur um´s Babybaden…ich hatte Gott sei Dank schon Erfahrung, und eine geburtserfahrene Freundin im Haus, sodaß ich trotzdem gut durch´s Wochenbett kam.
    Ich habe mich auch in anderen Zusammenhängen mit tradiertem Kräuterwissen befasst, und finde es begrüßenswert, wenn da überprüft und nachgeforscht wird. Ich weiß aber auch, dass oft z.B. der Hauptwirkstoff einer Pflanze isoliert und ev. auch noch konzentriert gegeben wird, und dann habe ich ein komplett anderes Ergebnis als bei der Anwendung der natürlichen Pflanze mit ihrer Kombination von verschiedenen Stoffen. Das Zusammenwirken verschiedener Inhaltsstoffe ist keinesfalls vergleichbar mit Einzelwirkstoffen oder auch der Wirkung der einzelnen Stoffe nacheinander. Es prallen bei diesem Unterfangen einfach 2 Weltsichten aufeinander, auf der einen Seite die mehr ganzheitliche der Naturheilkunde, und auf der anderen Seite die mechanistisch und immer mehr ins Detail gehende Sicht der modernen Wissenschaft. Beide Seiten haben Ihre Berechtigung, die Kommunikation ist halt manschmal schwierig. Das Setting der Studie muss also auf jeden Fall mit beachtet werden.

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    • Avatar
      jana sagte:

      Liebe Gertaud, das stimmt schon. Leider differenzieren all die bisherigen Studien das nicht so genau. Auch sind Art und Dosierung der Anwendung unterschiedlich. Wir brauchen noch viel mehr Forschung, bis wir das alles ganz sicher wissen. Das wird noch dauern.
      Grundsätzlich finde ich es am wichtigsten, den Stress von den Schwangeren zu nehmen. Die sollen schon so viel. Ich finde es deutlich entspannter, diese ganzen Empfehlungen nicht auch noch durchziehen zu müssen.

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  4. Avatar
    Sabine Herrich sagte:

    Wir von der Arbeitsgemeinschaft Gestose-Betroffene in Österreich (und auch in Deutschland) beobachten immer wieder, dass die entwässernde Wirkung von Himbeerblättertee das mütterliche Blutvolumen einschränken kann, was zu einer Minderdurchblutung der Gebärmutter und in weiterer Folge als Reaktion der Plazenta darauf mit einem Blutdruckanstieg einhergeht. Dieser Effekt ist bei den Frauen, die ja mit uns in Kontakt sind, weil sie zur besonders gefährdeten Gruppe hinsichtlich Hochdruckerkrankungen in der Schwangerschaft gehören (weil sie bereits in vergangenen Schwangerschaften eine Präeklampsie, ein HELLP-Syndrom, eine Plazentainsuffizienz hatten oder weil im Rahmen des First-Trimester-Screenings ein erhöhtes Risiko für Hochdruckerkrankungen festgestellt wurde). Aus diesem Grund raten wir den Frauen, die wir begleiten, vom Konsum von vielen Blatt-Teesorten ab, insbesondere von Himbeerblättertee, Verbenentee, aber auch von Tees, die speziell zur Entwässerung oft empfohlen werden wie Brennnessel-, Birkenblätter- oder Maisbarttee.
    Stattdessen empfehlen wir, ausreichend Wasser zu trinken und eine durchaus salzreiche und eiweißreiche Kost zu sich zu nehmen. Mit lieben Grüßen aus Graz, Sabine Herrich

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  5. Avatar
    Sophie sagte:

    Danke für deine Recherche! Ich bin erst in meiner dritten Schwangerschaft auf Kritik zum Himbeerblättertee gestoßen und hab ihn dann nicht mehr getrunken. Thema der Kritik war das poröse Dammgewebe.

    Zum Glück hatte ich damit nie zu tun; hatte drei verletzungsfreie Hausgeburten, nach den ersten beiden Kindern trotz Himbeerblättertee.

    Ich wundere mich rückblickend aber über mich selbst, wie unkritisch ich den Tee getrunken habe, nur weil er von Hebammen empfohlen wird. Normalerweise achte ich auf Evidenz.

    Darf ich in dem Zusammenhang auch an deiner Arbeit Kritik üben? Ich finde die Verwobenheit von Hebammenarbeit und -forschung mit Weleda echt problematisch. Ich weiß, dass es schwierig ist, da nicht mitzumachen weil Gelder und Möglichkeiten ansonsten fehlen. Richtig ist es trotzdem nicht und der Akzeptanz von Hebammen auch nicht zuträglich. Ich würde eine größere Nähe von Hebammen zu evidenzbasierten Methoden anstelle der Anthroposophie jedenfalls sehr begrüßen.

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