Mit dem Popo voran – Geburtsbericht einer Beckenendlage

Mit dem Popo voran – Geburtsbericht einer Beckenendlage

Wer hier schon länger liest, der weiß, dass ich ein Faible für Geburten aus Beckenendlage habe. Vielleicht, weil meine Tochter auch so geboren wurde? Lange Zeit wurden Beckenendlagengeburten als extrem risikoreich eingeschätzt – zu Unrecht, wie inzwischen bekannt ist.
Frauen, deren Kinder mit dem Popo voran lagen, wurden kurzerhand – aus Sicherheitsgründen – per Kaiserschnitt entbunden. Im Zuge dessen ist das Wissen für eine gute Beckenendlage-Begleitung mancherorts leider fast vollständig verloren gegangen. Glücklicherweise hat sich das aber schon wieder geändert, so dass inzwischen wieder mehr Kliniken Beckenendlagengeburten im Repertoire haben. Das ist übrigens ein ganz typisches Hin- & Her in der Entwicklungsgeschichte der deutschen Geburtshilfe…

Als Cathleen ihren Sohn bekam, hatte dieses erneute Umdenken gerade erst begonnen. Es ist also schon etwas länger her, da schickte sie mir den Geburtsbericht ihrer Beckenendlage (BEL) mit den Worten:

„Der Chefarzt hatte uns von der spontanen Geburt abgeraten.
Aber ich erlebte eine spontane, wunderschöne und schnelle Geburt ohne Komplikationen. Ich hoffe darauf, dass mein Bericht vielen Frauen Mut schenkt. Das wäre toll. Denn dies ist mein Plädoyer dafür, doch auf sein eigenes Gefühl zu hören. Babys in Beckenendlage sind nämlich nicht falsch, sondern nur andersherum.“

Dem kann ich mich nur anschließen. In den allermeisten Fällen ist eine BEL-Geburt nämlich gar kein Problem, vorausgesetzt die Hebammen oder Geburtshelfer kennen sich damit aus. Es gibt nur wenige Gründe, die gegen eine spontane BEL-Geburt sprechen. Hier kommt Cathleens Geburtsbericht, wie immer mit kleinen Anmerkungen von mir in lila:

Ausgangsposition: Beckenendlage

Zum vierten Mal standen die gefürchteten drei Buchstaben in meinem Mutterpass: BEL. Das war in der 32. Schwangerschaftswoche. Mein erstes Kind, ein Sohn. Ich erinnere mich an unseren Geburtsvorbereitungskurs: Die Hebamme zeigte eine Steißgeburt anhand eines Modells. Selbst dabei war es schwierig, die Babypuppe durch das Becken zu bekommen.

Oh ja, es ist generell schwierig, eine Puppe durch ein Demo-Becken zu stecken. Das kommt einerseits daher, dass ja wirklich wenig Spielraum vorhanden ist, und andererseits eine Puppe auch keinerlei Körperspannung hat, nicht mit hilft und vollkommen trocken ist. Bei einem echten Baby ist das während einer echten Geburt alles etwas anders.

Bis zur 36. SSW, so sagte man mir, sollte ich mir keinen Kopf um die Entbindung und mögliche Schwierigkeiten machen. Vielleicht gibt es Frauen, die das können – zu denen zähle ich sicher nicht! Ich habe mir Gedanken gemacht – mal mehr, mal weniger. Unser Sohn sollte auf natürliche Art und Weise auf die Welt kommen, am besten in einer schönen Atmosphäre. Soweit meine Vorstellung. Tja, jetzt hatte ich ein sitzendes Baby in mir – schon seit der 24. Woche.

Bis zur 32. SSW gehen wir immer noch davon aus, dass das Baby sich drehen wird. Wenn es sich zwischen der 32. & 34. SSW allerdings noch nicht gedreht hat, dann bleibt es meistens auch so. In der 36. SSW kann man noch einen Versuch der Äußeren Wendung machen. Wenn das nicht klappt, dann entscheidet man sich für den gewünschten Geburtsmodus: Spontangeburt oder Kaiserschnitt.

Meine Beleghebamme – zum Glück hatte ich eine – machte mir Mut. Also informierte ich mich zusammen mit meinem Partner. Das war schwierig. Im Internet fanden wir zahlreiche, schreckliche Berichte über vaginale Beckenendlagen-Geburten. Fundierte Informationen aber gab es nur wenige. Nach Gesprächen mit Hebamme und Ärzten stand für uns fest, dass unser Kind, wenn möglich, selbst entscheiden dürfte, wann es kommen möchte. Also kein geplanter Kaiserschnitt. Nein, wir wollten eine spontane Steißgeburt.

Natürliche Wendungsversuche

Die Hoffnung, dass unser Kind sich noch drehen würde, blieb. Doch mein Gefühl sagte mir schon früh, dass da irgendwas nicht passt. Die Wochen vergingen. Von Osteopathie, über Moxen, Akupunktur und sogar Purzelbaumöl – ich probierte alles aus.

Was man alles machen kann, um ein Baby zur Wendung zu bewegen, habe ich im Artikel “Beckenendlage – Klar zur Wendung?!” für euch zum Nachlesen aufgeschrieben.

Zum Glück hatten wir uns für ein Krankenhaus entschieden, in dem Steißgeburten durchgeführt werden. So saßen wir einige Male bei der Risikoschwangerschaftssprechstunde. Eine spontane Geburt aus Beckenendlage wird nur dann gemacht, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Das Gewicht und das Kopf-Bauch-Verhältnis des Kindes wurden kontrolliert und ebenso seine Lage. Unser Kind lag in einer reinen Steißlage. Seine Beine waren nach oben geschlagen. Alle Kriterien für die vaginale Entbindung waren gegeben.

Die äußere Wendung – ein Versuch

Wir hatten uns dazu entschieden, eine Äußere Wendung zu versuchen. Das war 37+0. Hätte mir vorher jemand gesagt, dass ich dem zustimmen würde, hätte ich es ihm nicht geglaubt. Die Prozedur war unangenehm und schrecklich. Vorwärtsrolle klappte nicht. Beim Versuch der Rückwärtsrolle stoppte ich. Unserem Kind ging es nicht gut dabei und mir auch nicht. Nur bei dem Gedanken daran, bekomme ich noch heute Gänsehaut.

Eine Wendung klappt entweder relativ unkompliziert, oder es soll eben nicht sein.
Ich denke jedenfalls immer:
„Wenn es nicht einfach geht, dann geht es einfach nicht.“
Es wird schon seinen Grund haben… Einmal habe ich eine Wendung erlebt, bei der dann ein Notkaiserschnitt nötig war. Das war, nachdem die Frau – gegen ihren Wunsch – zu einem Wendungsversuch überredet wurde.

Bangemachen gilt nicht!

Es blieb also eine Beckenendlage.
Die Geburt kam für mich völlig überraschend. Ich hatte schon seit Wochen leichte bis mittelschwere Wehen – nicht erkennbar, ob es Senk- oder Übungswehen waren.
Bis zuletzt konnte ich wunderbar 12 Stunden am Tag schlafen. Doch zwei Tage vor der Geburt wurde ich unruhig. Ich wusste nicht warum. In meinem Kopf schwirrten nur die Geburt und die damit verbundenen Schwierigkeiten umher. Ich tat es damit ab, dass mir aus meinem Umfeld ständig Angst gemacht wurde. Das musste ich verarbeiten.

…und dann geht’s los

Sonntag vorm Zubettgehen hatte ich wieder leichte Wehen. Vielleicht zwei Stück. Das war 38+0.
Irgendwann schlief ich und wachte um 2 Uhr durch eine Wehe auf. Nichts Ungewöhnliches. 5 Uhr kam die nächste Wehe. Kurz auf die Toilette und wieder schnell ins warme Bett. Mein Partner entgegnete mir: “Sind das jetzt Senkwehen?” Als ich das Licht ausmachte, merkte ich in der nächsten Wehe plötzlich einen Tritt meines Kindes und ein “Plopp” – das war wohl die Fruchtblase.

Aufregung pur. Ich wusste ja nicht, ob der Steiß bereits tief im Becken saß. Sofort lagerte ich mein Becken hoch. Schnell die Handtücher vom Nachttisch geangelt (ich hatte vorsorglich welche deponiert) und unter den Po geschoben. Das Fruchtwasser schwappte bei jeder Bewegung unseres Babys heraus. Ich zitterte und war völlig aufgelöst. Der Anruf bei unserer Beleghebamme war schnell gemacht, der Krankentransport bestellt. Nach ewigen Diskussionen mit den Männern der Feuerwehr, die mich nicht auf einer Liege die Stufen herunter tragen wollten (ein Unding!), rannte ich die vier Stockwerke schnell herunter und sprang in das Auto auf die Liege. Mir war mulmig zumute und die Wehen kamen immer häufiger durch meine Anspannung. Hoffentlich ging es unserem Baby gut.

In wie fern die Positionierung der Frau die Häufigkeit, beziehungsweise das Auftreten eines Nabelschnurvorfalls überhaupt beeinflusst, dazu wird immer noch geforscht. Die ersten Ergebnisse gibt es hier: “Nabelschnurvorfall bei Blasensprung, hat die Position der Frau einen Einfluss?
Und wie hoch dementsprechend der Nutzen eines Liegend-Transportes nach Blasensprung ist, darüber hat meine liebe Kollegin Anja in „Fragen an die Hebamme #25: Liegendtransport bei Blasensprung?“ sehr ausführlich berichtet.
Alles in allem kann man sagen, dass der Liegendtransport ad absurdum geführt wird, wenn die Frau vorher die Treppe runter läuft.

Organisationsprobleme

Im Krankenhaus legte mich die Hebamme, die mich aufnahm, sofort ans CTG. Da waren sie, die Herztöne. Alles gut gegangen. Ich war erleichtert. Der Muttermund war tatsächlich schon drei bis vier Zentimeter offen. Ich war ein wenig verwundert, aber gut. Anscheinend ging es schnell. Der Steiß war fest, die Wehen waren noch unregelmäßig. Im Liegen waren sie unangenehm. Beim Laufen war alles gut auszuhalten.

Nach kurzer Untersuchung einer Stationsärztin kam nach gut drei Stunden der Chefarzt zu uns. Er hatte hochgezogene Augenbrauen. Das konnte nichts Gutes heißen. Er wollte noch einen Ultraschall machen. Vorher war uns gesagt worden, dass das nicht mehr nötig sei. Man wüsste ja, dass der Kopf oben läge. Ich schaute meinen Partner verwirrt an.

Nach der Untersuchung redete der Chefarzt auf uns ein. Er schallte unser Kind auf nur 2700 g und erzählte etwas von einer Nabelschnurumwicklung des Kopfes. (Bei der letzten Untersuchung war unser Kind bereits auf 3000g gemessen worden. Und vor der Äußeren Wendung hatten zwei unterschiedliche Ärzte nach der Nabelschnur geschaut. Da war nichts gewesen.)

Man sagt, die Messungen des Babys am Termin, variieren um bis zu +/- 500 Gramm. Sind schon Wehen vorhanden, wird es noch schwieriger.
Nabelschnurumwicklungen sind nur zu erkennen, wenn die Nabelschnur sehr locker um das Kind gewickelt ist, oder wenn man ein Ultraschallgerät nimmt, das den Blutstrom messen kann.
Fakt ist: die meisten Umschlingungen werden im Ultraschall nicht entdeckt. Und in den allermeisten Fällen sind sie auch komplett harmlos. Es kommen viele Kinder mit Nabelschnüren um Kopf, Arm oder Bauch zur Welt.

Er sagte uns, dass unser Vorhaben unter Umständen gefährlich sei. Und zu meinem Partner gewandt: “Ich an ihrer Stelle wüsste auch nicht, wie ich mich entscheiden sollte.” Nebenbei kam dann noch das eigentliche Problem zur Sprache: das Personal. In diesem Krankenhaus wären entweder der Chefarzt, oder seine Stellvertreterin bei jeder Beckenendlagengeburt dabei. Sie wären die Erfahrensten. Der Chefarzt musste allerdings gleich zu einem Vortrag und seine Stellvertreterin war im Urlaub.

Gewissensfrage

Toll. Da lag ich nun mit geplatzter Fruchtblase, merkte wie sich alles in mir öffnete und die Entscheidung für eine vaginale Geburt musste noch einmal überdacht werden. Mir war zum Heulen zumute.
Es gab folgende Optionen:

  • gleich einen Kaiserschnitt zu machen
  • sich noch schnell in ein anderes Krankenhaus verlegen lassen
  • oder das Baby doch hier spontan aus Beckenendlage, aber mit einer nicht so erfahrenen Oberärztin zu bekommen

Zum Glück hatte mein Partner noch einen klaren Kopf und bat darum, die diensthabende Oberärztin kennenzulernen.

Eine halbe Stunde später ging die Tür auf und der Chefarzt kam mit zwei Oberärztinnen herein. Er meinte: “Die Personalfrage wäre geklärt!” Die Oberärztin aus dem Nachtdienst, die gerade Dienstschluss hatte, wollte zur Geburt unseres Kindes wiederkommen. Es wären also zwei Oberärztinnen da, welche die Geburt begleiten wollten. Kurz wurde uns erklärt, wieviel Erfahrung die Ärztinnen hatten. Nun standen wir vor der schwierigen Frage, wie wir unser Kind bekommen wollten.

In diesem Moment sträubte sich etwas in mir gegen einen Kaiserschnitt. Mein Bauchgefühl sagte mir, dass das nicht der richtige Zeitpunkt dafür wäre. Unser Kind war stark, das wusste ich. Warum sollte es nicht so aus mir herauskommen? Ich weinte und fragte die Ärztinnen, wie ihr Gefühl dabei wäre. Im Nachhinein vielleicht eine blöde Frage, aber wie soll man auch so eine Entscheidung treffen?

Die Oberärztin aus dem Nachtdienst meinte, dass die Beckenendlage doch kein Problem sei. Die Wehen waren gut, der Muttermund ging auf und das Baby hatte keinerlei Stress. Sie tastete mich noch einmal ab, ob sich alles gut weiten würde und ging beruhigt nach Hause zum Schlafen. Eine tolle Ärztin. Wir hatten gleich das Gefühl, ihr vertrauen zu können. Mir kamen immer noch die Tränen, weil ich es komisch fand, dass wir uns gerade für den “unsicheren” Weg entschieden hatten. Ich bin meinem Partner so unendlich dankbar, weil er in dieser Situation auf mein Bauchgefühl vertraut hat.

So soll es sein

Danach hatten wir etwas Ruhe. Mein Partner stärkte sich noch einmal mit Essen und ich lief im Kreis herum und veratmete Wehen. An Hinsetzen oder Hinlegen war gar nicht zu denken, das war zu unangenehm. Der Muttermund öffnete sich weiterhin gut und mit acht Zentimetern wurde es für mich doch noch schmerzhaft. Schon bald wurde die Oberärztin aus dem Schlaf geweckt und kam schnell angeradelt. Ich hatte schon eine für mich angenehme Geburtshaltung eingenommen: den Vierfüßlerstand. Und schon begann die Austreibungsphase. Kurze Absprache, ob wir das jetzt wirklich machen wollen. Alle hatten ein gutes Gefühl, also ging es los.

Der Vierfüßlerstand ist nach derzeitig vorherrschender Meinung die optimale Position für eine Beckenendlagengeburt. Toll, dass du dir diese Position von ganz alleine gewählt hast.

Gefühlt war die Austreibungsphase eine Fließbandarbeit. Ich schob das Kind nach unten, es rutschte ein Stückchen zurück, Pause … das ging etwa zwei Stunden so weiter. Für mich war es sehr gut, dass es so langsam voranging. Das Gefühl, dass da ein Kind durch meinen Körper durchgeht – daran musste ich mich erst einmal gewöhnen.
Alle Anwesenden atmeten mit mir. Ich konzentrierte mich ganz auf mich, fühlte in mich hinein, aber folgte den klaren Anweisungen von Ärztin und Hebamme. Irgendwann hieß es dann: “Da ist schon der Po.”
Einige Wehen später lachte die Oberärztin und meinte: “Ihr Kind hat mir gerade sein kleines und großes Geschäft in meine Hand gemacht.”

Unser Sohn bewegte sich während dieser Phase immer noch doll und zeigte mir so, dass alles okay war. Selbst, als er schon halb aus mir heraus war, streckte er sich. Ein tolles Gefühl. Dann sprangen die Beinchen wie zwei Sprungfedern heraus. Wahnsinn. Von weitem hörte ich, wie weitere Personen in das Zimmer kamen. Die andere Oberärztin und ein Kinderarzt waren gekommen. Sie standen bereit, falls sie gebraucht würden. Wurden sie aber nicht. Es musste lediglich eine Armlösung durch die Oberärztin durchgeführt werden und der Kopf unseres Kindes wurde “herausgehoben”.

Das sind zwei geburtshilfliche Techniken, die ein Geburtshelfer bei einer BEL-Begleitung beherrschen sollte. Ich selbst hatte auch schon einmal die Ehre eine Beckenendlage zu entbinden, und zwar notgedrungender Weise ohne die eigentlich zwingende Anwesenheit der diensthabenden Ärztin… nachzulesen in: „Geburt aus Beckenendlage – Eine Geschichte aus dem Kreißsaal.“

Und dann plötzlich war es da. Unser Baby. Der Druck, der sich in der Schwangerschaft aufgebaut hatte, war draußen. Mein Sohn lag unter mir und schrie. Er war etwas blau, verknautscht und ganz schön groß. 3300 g schwer und 54 cm lang, wie sich später rausstellen sollte. Wow, ich war sprachlos. Ich hatte es geschafft, wir hatten es geschafft. Die Zeit stand still. Das schönste Gefühl überhaupt. Unbeschreiblich.

Hebamme und Oberärztin lagen sich in den Armen. Die anderen Ärzte hatten bereits den Kreissaal verlassen. Unserem Kind ging es prächtig. Wir waren so sagenhaft glücklich. Es war ein Wunder. Ein Traum. Unbeschreiblich. Die Geburt dauerte ab Blasensprung zehn Stunden.

Ohne die Unterstützung unserer Beleghebamme wäre so eine gute Geburt für mich nicht möglich gewesen. Die Atmosphäre im Kreissaal war entspannt und vertrauensvoll. Einfach toll. Die Ärztin, die Hebamme, wir als Paar und unser Kind – alles hätte nicht besser sein können.

Aus heutiger Sicht

Ich bin eine eher ängstliche Person, gehe immer auf Nummer sicher. Im Vorhinein wurde abgesprochen, dass wir die Möglichkeit der spontanen Entbindung nicht ausreizen werden. Wenn nur bei einem der Beteiligten ein schlechtes Gefühl aufgekommen wäre, hätten wir einen Kaiserschnitt gemacht.

Am zweiten Tag im Krankenhaus kam der Chefarzt zu uns und versuchte sich zu rechtfertigen – wahrscheinlich seine Art sich zu entschuldigen. Ich war zuerst sehr sauer auf ihn, mittlerweile bin ich ihm dankbar. Schließlich hatte sich in seinem Krankenhaus unser Traum erfüllt.

Wenn ich mir jetzt unseren Sohn so anschaue, kann ich mir nicht vorstellen, wie er da andersherum aus mir herauskam. Und genau das ist es: es ist unvorstellbar und deshalb so besonders. Ich werde mich ein Leben lang an diesen großartigen Moment erinnern und bin so unsagbar dankbar dafür.

Liebe Cathleen, vielen Dank für Deinen Bericht.

Die Ausgangsbedingungen für eine Geburt kann man sich natürlich nicht immer aussuchen. Mal hat man sich vorher eine schlaflose Nacht um die Ohren geschlagen und ist sehr müde. Oder es begegnet einem im Kreißsaal grummeliges Personal. Und ab und zu liegt das Baby eben in einer herausfordernden Lage.

Geburtsvorbereitung

Wie man in die Geburt startet, ist also von Frau zu Frau höchst unterschiedlich. Deshalb stellt für mich die Fähigkeit flexibel zu bleiben, eine der bedeutendsten Herausforderungen unter der Geburt dar. Das kann man vorher ganz leicht „mental trainieren“ und ist einer der Gründe, warum jede Frau und ihr Partner einen Geburtsvorbereitungskurs aufsuchen sollten.

Ich finde es mehr als bemerkenswert, dass Cathleen in all dem Chaos noch so gut auf ihr Bauchgefühl hören konnte. Die meisten Frauen hätte das ganze Hin und Her wohl gänzlich verunsichert. Aber ihr Wille war stark. Und sie hatte in ihrem Mann und der Beleghebamme eine richtig gute Begleitung. Das hilft natürlich und ist einer von vielen Faktoren, um eine richtig schöne Geburt zu erleben.

Und bei euch so? Alles Tutti?

Gab es bei euren Geburten auch so einen Moment, der alles in Frage gestellt hat? Wart ihr euch die ganze Zeit hindurch sicher, dass alles gut laufen würde? Oder gab es Zweifel? – Bei euch oder von anderen Begleitern? War euer Bauchgefühl gut? Oder hat es jemanden von euch auch schon mal in die Irre geführt?
Ich würde mich über eine kleine Ereignissammlung hier in den Kommentaren von euch sehr freuen.



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7 Kommentare
  1. Kati
    Kati sagt:

    Vielen Dank für diesen Bericht! Er kommt genau zum richtigen Zeitpunkt, denn in diesen Tagen soll auch unser Baby aus Beckenendlage geboren werden. Bei uns kommt noch ein Faktor hinzu: Das erste Kind kam per Kaiserschnitt. Danke fürs Mutmachen!

    Antworten
    • Josi
      Josi sagt:

      Liebe Kati,

      Auch ich hatte eine spontane BEL-Geburt und kann mich nur anschließen: es ging vollkommen problemlos, es waren Hebammen und Ärzte anwesend, die sich damit auskannten und es war nicht schlimmer oder großartig anders als die erste Spontangeburt aus Schädellage.

      Meine Nachbarin hat ihr erstes Baby sogar auf dem Geburtshocker bekommen und das lag auch in BEL. Also lass dich nicht noch kurz vorher verrückt machen und alles Gute!!! Du schaffst das!

      Antworten
  2. Eilika
    Eilika sagt:

    Unsere erste Tochter kam auch spontan aus BEL. Ich würde es immer wieder so machen, es war eine ganz wunderbare Geburt. Und das Trotz 3800 g und 53 cm

    Antworten
  3. Eveline Dinius
    Eveline Dinius sagt:

    Ich habe schon 5 mal spontan aus BEL entbunden und es ist immer alles gut gegangen. Sogar immer ohne Verletzungen.

    Antworten
  4. Kati
    Kati sagt:

    Nachtrag zum obigen Kommentar: Unser Sohn kam in der Nacht von Freitag auf Samstag als vollkommene Fußlage spontan und ohne Komplikationen, mit der Hilfe eines sehr entspannten Arztes, auf die Welt. Ich bin überglücklich!

    Antworten
  5. Simone
    Simone sagt:

    Schöner Bericht.
    Auch ich habe nach einer spontanen Geburt aus SL 2013 unsere zweite Tochter 2015 aus BEL spontan entbunden. Der erfahrene Arzt kam erst als das Mauschen schon geboren war.
    Ich fand die BEL-Geburt auch viel schöner und entspannter als die erste.

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