Schwierige Hebammensuche

„Für 700,- € bar auf die Hand, betreue ich dich gerne…“

Mir fällt fast der Telefonhörer aus der Hand. Ich spreche gerade mit einer Kollegin – eigentlich über Kursplanung. Aber da die Situation in Berlin gerade so angespannt ist, tauschen wir Hebammen uns natürlich bei jeder Gelegenheit auch über unsere freien Kapazitäten aus: „Ich bin bis Mai ausgebucht“, sagte ich gerade. „Ich auch“, erwiderte meine Kollegin. „Aber ab und zu quetsche ich doch noch eine dazwischen, weil mir das so leid tut, dass sie sonst gar keine Hebammenbetreuung bekommen. So auch grad wieder: Da hat eine Frau ausgerechnet an Weihnachten Termin. Sie war nach 30 Anrufen schon sehr verzweifelt. Aber dann ist sie an eine Kollegin geraten, die ihr sagte, sie würde sie für 700,-€ extra betreuen.“
Ich frage nochmal nach, weil ich es nicht fassen kann.

Eine unbequeme Wahrheit

Tatsächlich kommt es in letzter Zeit immer häufiger vor, dass uns von Frauenseite Geld angeboten wird, damit wir die Betreuung übernehmen. Das zeigt, wie groß die Verzweiflung bei den Familien ist. Es tut mir unendlich leid und ich frage mich schon eine Weile, ob es wohl Kolleginnen gibt, die solche Schmiergelder annehmen. Aber das jetzt auch schon Hebammen von sich aus solche Forderungen stellen, finde ich echt unglaublich.

Ich habe sehr mit mir gerungen, darüber zu schreiben, wirft es doch ein ziemlich schlechtes Licht auf meine Zunft. Aber ignorieren, wollte ich das auch nicht.

Wochenbettsprechstunde

Wir bemühen uns schon sehr, auch kurzfristig, noch Lösungen zu schaffen. Einige Kolleginnen richten bereits Wochenbettsprechstunden ein, die für betroffene Familien geöffnet sein werden.

Ich sehe das mit einem lachenden und einem großen weinenden Auge, denn natürlich sollen möglichst alle Frauen versorgt werden, aber eine ambulante Sprechstunde ist eben kein Hausbesuch. Und gerade die Entlastung von Familien, in der ohnehin schon anstrengenden Wochenbettzeit, war für mich immer der besondere Bonus der aufsuchenden Wochenbettpflege. Es hat Jahrzehnte gedauert, das zu etablieren. Nun wird es mit einem Federstreich wieder zunichte gemacht.

In der letzten Sitzung des Berliner Hebammenverbandes wurde daher auch eine Arbeitsgruppe gebildet, die sich darum kümmern wird, neue Richtlinien für die Wochenbettbetreuung aufzustellen. Damit zumindest die ersten Termine auch weiterhin in Form von Hausbesuchen erfolgen.

Moral versus Marktwirtschaft

Wie das Ganze aber am Ende umgesetzt werden wird, muss sich erst noch zeigen. In jedem Fall darf es keine akzeptierte Lösung sein, sich in dieser Situation an der Not der Frauen zu bereichern. Das ist in meinen Augen mehr als unwürdig.

Oder sind das einfach die ganz normalen Mechanismen der Marktwirtschaft?



Hebammenblog.de gefällt Dir? Für's Liken & Teilen sag ich Danke! ;-)

Hier geht's zum Newsletter, der Dich alle 2-3 Wochen über neue Artikel informiert...


15 Kommentare
  1. Friederike
    Friederike sagt:

    Liebe Jana
    Danke für Deinen Beitrag. Ich sehe es jedoch anders. Ich bin Hebamme in Vor-und Nachsorge, wohne auf dem Land, fahre 40 km in die Stadt zum Arbeiten. Das sind 1,5 Stunden jeden Tag im Auto. Auf dem Land wohnen gar nicht so viele Frauen, dass ich genügend Damen zusammen kriege, damit ich jeden Monat 5 Wochenbettbetreuungen habe, oder ich hätte einen Radius von 80 km und mehr. Ich bin Still-und Laktationsberaterin, ich biete geburtsvorbereitende Akupunktur an. Ich nehme von den Frauen 200€ „Qualitätspauschale“. Dafür betreue ich sie von der Vorsorge bis zum Beginn der Beikost ganz regelmäßig. Die Frauen haben meine Handynummer, sie können und dürfen mich jederzeit anrufen oder mir schreiben. Ja, auch nachts und am Wochenende. Ich fahre Samstag und Sonntag für einen lächerlichen Aufpreis in die Stadt um dort Wochenbettbetreuung zu machen. Ich mache extra Stillberatungen, die ich nicht über die Gebührenordnung abrechne. Ich mache teure Fortbildungen, investiere in QM, abonniere Zeitschriften, damit ich auf dem neuesten Stand bin. 200€ ist ein Schmerzensgeld. Es ist eine Igel-Leistung, es ist das Geld, was ich brauche, damit ich überhaupt weiter arbeiten kann. Macht doch alle endlich mal die Augen auf. Wenn wir uns nicht selber helfen, macht es keiner. Der Witz ist dabei auch noch, dass viele Krankenkassen unter Vorlage des Vertrages die Pauschale erstatten.

    Antworten
    • Daniel
      Daniel sagt:

      Liebe Friederike,

      auch wenn ich ein Kerl bin und nicht als Entbindungspfleger arbeite, erdreitste ich mich Mal was dazu zu schreiben, auch weil ich es für meine persönliche politische Agenda wichtig finde allen werdenden Eltern eine vernünftige, ausfinanzierte Hebammenbetreuung über die GKV zu sichern. Gute (Vor-)Geburts (-nach-)betreuung darf nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen.

      Ich habe Jana so verstanden, dass die betreffende Hebamme, zusätzlich zur Zahlung die die Krankenkasse leistet, eine Zahlung von 700€ gefordert hat um die REGELLEISTUNG auszuführen.

      Du bietest für deine „Qualitätspauschale“ (IGe-)Leistungen an die über die Regelleistung hinaus gehen. Das wird niemand verteufeln. Es geht lediglich um den Punkt, dass teilweisw Eltern (gerade aus finanziell schwächeren Verhältnissen) nicht in der Lage sind solche Anforderungen zu erfüllen.

      Nebenbei müsste man es Mal Prüfen ob eine solche Forderung wie sie Jana beschreibt nicht sogar strafrechtlich relevant ist. § 299a StGB könnte hier ggf. einschlägig sein… (Und entsprechend § 299b StGB für die Eltern zusätzlich…)

      Antworten
  2. Claudia
    Claudia sagt:

    Liebe Jana, aus der Not heraus noch Geld zu machen finde ich schrecklich, allerdings sollten sich die Hebammen auch an die Bedürfnisse der Frauen orientieren. Denn die Mehrzahl der Frauen wünscht gar keine 12 Wochen Hausbesuche. Ich habe lange mit mir gerungen aber aufgrund der Tatsache das ich viel Zeit im Auto verbringe und somit weniger Frauen betreuen kann, habe ich mich entschlossen das Wochenbett aufzuteilen. Die ersten 4-5 Wochen mache ich Hausbesuche. Danach kommen die Frauen in meine Praxis und welch eine Überraschung, es finden alle toll. Sie möchten nach dieser Zeit wieder raus gehen und nicht nur zu Hause sitzen. Der Termin in meiner Praxis ist für die Mütter eine Gelegenheit rauszukommen und da ich flexibel bin, können die Papas auch nach der Arbeit weiterhin an den Terminen teilhaben. Ich bin froh dass diese Umstellung nun gekommen ist.

    Antworten
  3. Myriam
    Myriam sagt:

    Also in der Situation, wie du sie beschrieben hast und für 700€ grenzt das für mich tatsächlich an Bestechung, aber wenn die Sätze einheitlich geregelt sind und man vielleicht sogar eine ausgeweitete Betreuung erhält, wie im Kommentar von Friederike beschrieben, kann ich mir schon vorstellen, 100-200€ für die Wochenbettbetreuung zuzuzahlen. Oder auch eine zusätzliche Wegpauschale, wenn man außerhalb des üblichen Wirkungskreises einer Hebamme wohnt. Es gibt Frauen, die zahlen so viel für doch oft unnötige zusätzliche Untersuchungen während der Schwangerschaft, da kann einem eine gute Wochenbettbetreuung auch etwas wert sein. Ich habe auch für meine Geburten je 600€ Rufbereitschaftspauschale gezahlt, je 350€ die nicht erstattet wurden. Das war es mir halt wert.
    Nachteil ist da natürlich, wenn so sozial schwächere Familien keine Chance mehr auf gute Betreuung haben…
    Tut mir Leid, falls ich da jetzt etwas verwechsele, aber hast du nicht selbst vor einer Weile gebührenpflichtige Telefonberatungsgespräche angeboten? Ist das so anders?

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagt:

      Liebe Myriam, das Beratungsangebot habe ich abgeschaltet. Ehrlich gestanden war es nicht als Verdiensmöglichkeit, sondern als „Gummimauer“ gedacht. Denn mich erreichten täglich so viele Fragen über die sozialen Medien. Damit hätte ich schon allein einen halben Arbeitstag füllen können. Ich konnte das nicht mehr leisten (und ganz ehrlich: umsonst arbeiten, möchte ich auch nicht). Aber ich sehe ein, dass das wie Doppelmoral klingt. Daher die Konsequenz.
      LG
      Jana

      Antworten
  4. frauschroeder
    frauschroeder sagt:

    Liebe Jana,
    ich schreibe jetzt mal aus Müttersicht. Ich habe im Januar unsere Tochter zur Welt gebracht und wußte, ganz ehrlich, eigentlich nicht wofür ich eine Hebamme brauchen würde. Es war immer klar, dass die Entbindung im Krankenhaus stattfinden würde und wofür ich dann eine Hebamme im Wochenbett brauchen würde war mir nicht klar. Ganz im Gegenteil war mir die Vorstellung, dass da jemand fremdes in unser Haus kommt eher unangenehm. Ich habe mich dann nach Empfehlungen umgehört und damit auch gleich den Geburtsvorbereitungskurs und später auch die Rückbildung gemacht, was besonders schön ist, da man die anderen Mütter bereits kennt und wir eine gute Gruppe sind. Vor dem ersten Hausbesuch war ich wirklich aufgeregt und es hat mich eher gestresst als dass es beruhigend gewesen wäre. Leider gab es dann einige Schwierigkeiten beim Stillen und daraus resultierend auch mit dem Bäuchlein unseres Fräuleins. Da war ich schon sehr froh jemanden zu haben, den ich anrufen kann und der unserer Kleinen hilft. Später hätte ich die Besuche dann wirklich nicht mehr gebraucht.
    Wir wohnen allerdings auf dem Land und da ist die Situation längst nicht so schlimm wie in der Großstadt, wobei ich bei meiner Anfrage in der 14. Woche auch schon den letzten Platz bekommen habe. Würde man mir allerdings sagen „für 700,- € betreue ich dich“, würde ich sagen, „dann brauche ich das nicht“.
    Ich will damit nicht sagen, dass die Betreuung unwichtig ist, gerade in den ersten drei Wochen hat sie schon viel geholfen, und ich denke auch, wenn wir nach drei Tagen (und nicht nach einer Woche) zuhause gewesen wären, wäre ich wohl noch stärker auf Hilfe angewiesen gewesen, aber ich wäre nicht bereit eine Extrapauschale dafür zu zahlen und es auch im Vorfeld nicht gewesen, da mir gar nicht klar war, wofür ich die Hebamme brauchen würde.

    Antworten
    • Claudia
      Claudia sagt:

      Ich habe beim ersten Kind im Geburtshaus beim Zweiten zu Hause entbunden.
      Bei beiden Schwangerschaften und Wochenbetten und natürlich bei den Geburten hat mir die Betreuung alles bedeutet. Auch für meinen Mann war es ungeheuer wertvoll. Ich werde meinen Hebammen für immer dankbar sein.
      Gerade beim ersten Kind habeich sie so gebraucht, aber auch beim Zweiten Mal hat mir die enge Betreuung so viel gegeben.
      Jede Frau sollte die Möglichkeit einer bestmöglichen Unterstützung haben und diese sollte nicht von der eigenen Finanzsituation abhängen.
      Ich finde die aktuelle Entwicklung schrecklich und bin schon besorgt wie es meinen eigenen Kindern und ihren Familien eines Tages ergehen wird. Denn Schwangerschaft, Geburt oder Wochenbett ohne Hebammen – für mich unvorstellbar

      Antworten
  5. Exe
    Exe sagt:

    Naja, wenn ich als Kassenpatient Zusatzleistungen von meinem Arzt haben will muss ich das auch aus eigener Tasche bezahlen. Die Terminbücher sind ja schon voll, diese Frauen werden für das Entgelt da zwischen gequetscht oder hinten angehangen. Dann ist man wieder erst um 22 Uhr Zuhause. Es ist ja die eigene Freizeit welche man verkauft und dafür kann man dann auch selbst den Preis bestimmen, meiner Meinung nach. Wenn man immer 14 Stunden arbeitet nur weil das ganze System faul ist und einem die Frauen leid tun wird sich nichts ändern, außer der eigene Gesundheitszustand.

    Jeder Handwerker kann bei höheren eigenen Kosten die Preise selbst bestimmen. Nur dem so wichtigen Gesundheitssektor werden die Preise diktiert.
    Jeder Selbstständige kann mit guter Leistung darauf hinarbeiten nur noch 6-7h am Tag arbeiten zu müssen. Hebammen arbeiten deutlich mehr inkl. Samstags und Sonntags. Diesen Selbstständigen sagt man einfach „Tja Pech gehabt, ist halt der Gesundheitssektor“.

    Antworten
    • Daniel
      Daniel sagt:

      Sorry der Vergleich hinkt. Die ich habe Jana so verstanden, dass die Hebamme zusätzlich zur REGELLEISTUNG, welche von der Krankenkasse gezahlt wird, 700€ haben wollte, bzw. als Aufnahmeentgelt.
      Stell dir also vor, du kommst ins Krankenhaus und hast dir den Arm gebrochen. Dann sagt der Arzt: „Klar können wir das machen, wenn sie erstmal 500€ (zusätzlich zu dem was wir Ihrer Kasse anschließend berechnen können)) aufn Tisch legen.“

      Antworten
  6. Tabea
    Tabea sagt:

    Ich sehe das tatsächlich anders und würde mich freuen, wenn mehr darüber gesprochen wird.

    Frauenarbeit zu unsäglich niedrigen Sätzen egal in welche sozialen Berufe man schaut? Unter Zeitdruck zu arbeiten, von einer Mama zur anderen zu hetzen (oder Kind, oder Mensch…)?

    Geld ist ein Riesenthema für uns Frauen. Wir investieren immer mehr in Ausbildung, Versicherung, Zukunftsvorsorge uvm. aber wir trauen uns nicht, unsere Kosten auch geltend zu machen… gegenüber Arbeitgebern oder Kunden.

    DAS ist für mich das eigentlich Fatale.

    Denn mit „ordentlichen“ Preisen (Buchhalterisch wird von 40-45 EUR ph. Mindestlohn in der Selbstständigkeit als Äquivalent zu 8,50 EUR in der Anstellung gesprochen) ist es auch wieder möglich, einen bewussten Teil der eigenen Zeit für Angebote zu investieren, die gegen Aufwandspauschale oder ehrenamtlich verfügbar sind.

    Finde in jedem Fall toll, dass du dem Thema einen Raum gibst! Und wir müssen darüber sprechen, bei prognostizierten 10000 EUR Haftpflichtprämie realistisch prognostiziert in wenigen Jahren für die in der Geburtshilfe tätigen Hebammen.

    Antworten
  7. Simone
    Simone sagt:

    Hm. Ich stimme Tabea zu, die grundsätzliche Bezahlung ist zu niedrig. Das sollte dringendst geändert werden.
    Für Zusatzleistungen zu zahlen, ist aus meiner Sicht völlig angebracht. Wie halt beim Arzt auch. Hier klingt es aber so, als sollten die Frauen zahlen, um überhaupt betreut zu werden. Und das kann und darf nicht sein.
    In der Vorsorge habe ich keine Hebamme gebraucht und die Nachsorge war bei beiden Kinder auch nach 6 Wochen vorbei, weil kein Bedarf mehr da war. Für die Stillprobleme musste ich mir sowieso selbst Expertinnen suchen. Bei einer pauschalen Zuzahlung hätte ich es mir folglich auch schwer überlegt.

    Antworten
  8. Steffi
    Steffi sagt:

    Liebe Jana, schon seit einiger Zeit lese ich hier deinen Blog und freue mich über jeden deiner Beiträge. Durch dich bin ich erst richtig auf die Problematik in der Geburtshilfe aufmerksam geworden und beschäftige mich immer intensiver damit.

    Als ich vor einigen Wochen gesehen habe, dass du Beratung gegen Entgelt anbietest fand ich das eigentlich eine gute Sache. Ich habe schon oft daran gedacht, warum Hebammen denn nicht auf eigene Rechnung arbeiten. Hier auf dem Land gibt es keine einzige Hebamme mehr, die Hausgeburten anbietet. Das nächste Geburtshaus ist auch ca. 60km weg.
    Ich für mich persönlich würde mir wünschen Hebammen würden Ihren Aufwand ihren Kundinnen in Rechnung stellen, so wie es in anderen Berufen auch ist (auch in medizinischen).

    Lieber muss ich für eine Leistung selbst bezahlen, als dass ich sie gar nicht mehr angeboten bekomme.

    Es klingt hart, aber auf die Politik ist da kein Verlass. Ich glaube nicht daran, dass die Politik die Situation der Hebammen und damit auch aller werdenden Mütter verbessert, deshalb hoffe ich sehr, dass sich die Hebammen selbst helfen damit sie wieder gut von Ihrer Arbeit leben können und Ihr Beruf attraktiv bleibt.

    Liebe Grüsse, Steffi

    Antworten
  9. non-binary
    non-binary sagt:

    Danke für den mutigen Beitrag, Jana!

    Aus Interesse: Kann man die Regelleistungen einer Hebamme eigentlich klar von Zusatzleistungen trennen?
    Wenn es tatsächliche Zusatzleistungen gibt (Massage, Akupunktur, was weiß ich), habe ich kein Problem damit, sie den Frauen anzubieten. Mein Zahnarzt fragt mich auch bei der jährlichen Vorsorge, ob ich 60 Euro eine professionelle Zahnreinigung ausgeben will. Habe ich bisher nie in Anspruch genommen. Unser Arzt-Patienten-Verhältnis stört das nicht im Geringsten.

    Punkt ist: An den Regelleistungen darf nicht gerüttelt werden und das scheint seit vielen Jahren in der Geburtshilfenbranche der Fall zu sein!
    Der Vergleich zu Handwerkern hinkt, Exe. Jedenfalls konnte ich bisher noch keine Klempnerrechnung bei meiner Krankenkasse einreichen.

    Ich finde, Jana hat es mit ihrem Beispiel auf den Punkt gebracht:
    Wenn ich mir vorstelle, keine Hebamme weit und breit zu finden und mir nach 30 Anrufen eine „Abschlagszahlung“ von 700 Euro angeboten wird, wäre ich schockiert. Zumal ich es mir nicht mal leisten könnte. Und dann? Wenn ich Glück habe, quetscht mich eine gutmütige Hebammen aus Mitleid in ihren eh schon viel zu vollen Terminkalender und die Geschichte nimmt ihren Lauf…

    Es muss sich politisch hier endlich was tun. Es ist der falsche Ort und es wird zu nichts führen, diese strukturellen Probleme zwischen Frau/Familie und Hebamme auszuhandeln.

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagt:

      Ja, das ist klar trennbar: Wir dürfen kein Extrageld oder einfach einen anderen Betrag für Leistungen nehmen, die in unserer Gebührenordnung aufgeführt sind. Alles Andere bedarf im Prinzip eines Privatleistungsvertrages.
      Bei manchen Leistungen kann man entscheiden. ZB Akupunktur kann als „Hilfe bei Beschwerden“ abgerechnet werden, oder als Zusatzleistung. Da sie nicht explizit in der Gebürenordnung vorkommt.

      Antworten

Dein Kommentar

Du hast Anregungen oder Kommentare?
Schreib was!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.