Beiträge

Die Oxytocin-Massage: eine (Wellness-) Maßnahme zur Stillförderung

Die Oxytocin-Massage ist eine sehr schöne und hilfreiche Methode, um das Stillen zu unterstützen. Die Massage regt den Milchspende-Reflex an, wodurch der Milchfluss gefördert wird. Das minimiert Schmerzen und führt zu mehr Zufriedenheit bei Mutter und Kind.

Als ich 2019 in Indonesien an der Universität in Medan auf Sumatra und in verschiedenen Geburtshäusern hospitiert habe, lernte ich die Oxytocin-Massage durch die Studentinnen der Hebammenkunde dort kennen. Ich war sofort begeistert, denn die Maßnahme ist einfach auf so vielen Ebenen, für Menschen mit verschiedenen Stillschwierigkeiten, genau richtig.

Wieder zurück in Deutschland beschäftigte ich mich, auch im Rahmen meines Studiums erneut mit der Oxytocin-Massage und konnte zwei Kommilitoninnen für das Thema begeistern, so dass wir es zu dritt für eine Modulhausaufgabe bearbeitet haben. (Liebe Gisela, liebe Tugba – danke für eure Aufgeschlossenheit, eure Begeisterung und eure Arbeit an unserem Projekt ♥.)
Meine Erfahrungen aus Medan und unsere wissenschaftlichen Recherche-Ergebnisse möchte ich hier sehr gerne mit euch teilen, da die Oxytocin-Massage in Deutschland bisher wenig bekannt scheint. Zumindest habe ich, abseits der Studien, kaum etwas dazu gefunden.
Deshalb habe ich hier alles für euch zusammengefasst. Ganz praktisch und anwendbar → mit Video-Anleitung am Ende des Artikels. Weiterlesen

Mindset & Geburt: Neues aus Wissenschaft und Forschung

Wie ihr wisst, studiere ich seit einem Jahr Hebammenkunde an der Evangelischen Fachhochschule in Berlin. Durch mein Studium begegnen mir immer wieder spannende Forschungsergebnisse, die mich beeindrucken, freuen, oder einfach nur darin bestätigen, was ich durch meine Arbeit bereits empirisch erfahren habe. Manchmal stellt so eine Studie allerdings auch einige Glaubenssätze auf den Kopf…
Natürlich möchte ich euch gerne an diesem Wissen teilhaben lassen, daher gibt es hier ab heute die Rubrik Hebammenwissenschaft.

Den Anfang in Sachen Forschungsergebnisse macht Gastautorin Dipl.-Psych. Lisa Hoffmann vom psychologischen Institut der Uni Bonn, mit einem Forschungsprojekt zu „Mindset & Geburt“. Lisa erklärt ihr Projekt so: „Ziel des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Forschungsprojektes war es zu erforschen, welche Rolle psychologische Faktoren wie z.B. das geburtsbezogene Mindset (geburtsbezogene Annahmen, die beeinflussen, wie geburtsrelevante Informationen aus der Umwelt wahrgenommen werden), Persönlichkeitseigenschaften oder die Paarbeziehung für Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett spielen.“ Weiterlesen

Mein Hebammen-Indonesien-Abenteuer: In der hebammengeleiteten Clinic (8)

Dies ist der achte Teil der Artikelserie über mein ganz persönliches Hebammen-Indonesien-Abenteuer im Sommer 2019. Nachdem ich schon an der Uni und im Krankenhaus hospitiert hatte, arbeitete ich in dieser Woche in verschiedenen hebammengeleiteten Geburtshäusern, die hier „Midwife-Clinic“ genannt werden. (Die Fotos in diesem Blogbeitrag stammen aus fünf verschiedenen Geburtshäusern.)

Indonesisches Geburtshaus

In Indonesien können Hebammen eigenständig eine „Geburtsklinik“ eröffnen, wenn sie eine staatliche Berufsanerkennung haben und einen Arzt mit 24h-Rufbereitschaft anstellen. Diese Clinics ähneln im Prinzip unseren Geburtshäusern, nur dass alles viel einfacher eingerichtet und ausgestattet ist. Meist wohnt die leitende Hebamme auch im Geburtshaus. Die Privaträume sind also mehr oder weniger an die Geburts- und Geschäftsräume angegliedert. Die leitende Hebamme stellt die übrigen Hebammen bei sich an, die dann im Schichtsystem mitarbeiten. Oft ist aber gerade die leitende Hebamme bei den Frauen sehr begehrt, so dass sie irgendwie bei fast allen Geburten ein bisschen mitmischt. Weiterlesen

Let`s talk about (In)Kontinenz! #Lebenstattmüssen

Eine Schwangerschaft und eine natürliche Geburt erhöhen das Risiko von Inkontinenz. Auch wenn es unsinnig ist, aus diesem Grund lieber einen Kaiserschnitt zu machen (die Vorteile einer Spontangeburt überwiegen in den allermeisten Fällen die Nachteile), so muss man doch auch mal über Inkontinenz sprechen. Denn glücklicherweise gibt es eine ganze Menge, was man – auch präventiv – gegen Inkontinenz tun kann, statt die scheinbar harmlosen „Uups-Momente“ lächelnd zu ertragen. Weiterlesen

Beckenbodentraining! Oder: Warum ihr keine Uups-Momente akzeptieren solltet

Die Geburt ist geschafft, der Beckenboden auch

Diesen Eindruck bekommt man zumindest, wenn man bestimmte Werbefilme sieht. Da sitzen junge Frauen lachend und scherzend zusammen und unterhalten sich über ihre Uups-Momente oder zu Deutsch ihre Inkontinenz. Wtf? Ja echt!
Dass Mütter kurz nach der Geburt oder auch hochschwangere Frauen kurzfristig „tröpfeln“, kann schon sein. Und es ist auch durchaus positiv, das mal zu thematisieren. Aber der geburtsbedingt schwache Beckenboden sollte sich wieder zurückbilden. Das „Tröpfeln“ sollte etwas Vorübergehendes sein. Die Werbefilme lassen es nun völlig normal erscheinen, dass Mütter (schon deutlich größerer Kinder) nun mal ins Höschen pinkeln, wenn sie übermäßig lachen, husten oder niesen.
Aber hey, glücklicherweise gibt es ja jetzt diese tollen, total diskreten Binden. Na, da ist das Problem doch gebannt! Weiterlesen