Natur vs. Technik

Natur vs. Technik in der Geburtshilfe

Den Großteil der Menschheitsgeschichte haben Frauen ihre Kinder ohne technische Hilfsmittel zur Welt gebracht. Dabei ist die Menschheit zwar nicht ausgestorben, aber unzählige Mütter und Kinder sind bei den Geburten gestorben. Die technischen Errungenschaften der Medizin haben die Geburtshilfe also auf jeden Fall sicherer gemacht. Wenn ich mich entscheiden müsste, in welchem Zeitalter ich meine Kinder gerne bekommen hätte, dann würde ich mich für genau den Zeitpunkt entscheiden, zu dem ich sie bekam: Vor 16 bzw. 10 Jahren. Denn aus meiner Sicht gab es zu diesem Zeitpunkt noch ein vernünftiges Gleichgewicht zwischen dem Faktor Menschlichkeit in der Betreuung und dem immer rasanter fortschreitenden Grad der medizinischen Technisierung.

Wie viel hilft Viel – in der Geburtshilfe?

Und heute? Ich glaube, dass wir den Zenit einer guten Geburtshilfe bereits überschritten haben. Denn wir sind längst an einem Punkt angelangt, wo mehr Eingriffe in die Geburt, nicht auch zu mehr besseren Ergebnissen führen. Fakt ist: In den letzten 10 Jahren stieg die Zahl der Interventionen deutlich an, ohne dass sich das Outcome, also der Zustand von Müttern und Kindern nach der Geburt, noch messbar verbessert hätte. Wir kürzen aber gerade genau den Faktor weg, der für gute Geburten mindestens genau so wichtig ist, wie die Technik für den Notfall: Die Betreuungsqualität für die Gebärenden. Daran sind natürlich nicht primär die technischen Neuerungen schuld, sondern vor allem die Politik und das Krankenkassensystem. Aber das ist ein etwas anderes Thema.

Die Fragestellung von Natur vs. Technik in der Geburtshilfe hingegen lautet: “Welche technischen Hilfsmittel haben die Geburtshilfe signifikant verändert? Welche davon sind eher Fluch und welche ein Segen? Und zwar aus der Sicht von Mutter & Kind! Ich kann schon jetzt verraten, dass es nicht ganz so einfach schwarz & weiß werden wird… Weiterlesen

Natürliche Geburt - vom Aussterben bedroht?

Die normale Geburt – vom Aussterben bedroht?

Was ist eine normale Geburt? Ist es das, was in einer Kultur am häufigsten vorkommt? Oder das, was die Natur so vorgesehen hat? „Normale Geburt“ – darf man das überhaupt so sagen? Ist es inzwischen vielleicht gar nicht mehr politisch korrekt, von der normalen Geburt zu sprechen? Zumindest immer dann, wenn ich hier im Blog von der normalen Geburt schreibe, meldet sich garantiert eine Kaiserschnittmutter, die sich dadurch diskriminiert fühlt und sagt: „Schreib doch bitte spontane Geburt, sonst bin ich ja anormal.“ Muss die normale Geburt also in Anführungszeichen gesetzt werden? Und was würde das bringen? Mir liegt es übrigens gänzlich fern, Kaiserschnitte zu bashen…!

Definition: normale Geburt

Fakt ist aber, dass es eine Definition für die normale Geburt gibt:

„Unter normaler Geburt versteht man eine physiologische Geburt, die spontan beginnt, sich im effektiven Rhythmus zwischen Wehen und Wehenpausen von alleine entwickelt und somit ohne fremdes Eingreifen der Muttermund öffnet, das Kind durch unwillkürlichen Pressdrang geboren wird.“

Quelle: WHO 1996 Care in normal birth (a practical guide, report of a technical working group)

Das bedeutet: Eine Geburt kann auch dann noch als spontan bezeichnet werden, wenn in den Geburtsverlauf ordentlich eingegriffen wurde. Also nach einer Einleitung und einem Wehentropf und einer PDA, ja sogar nach Kristella-Hilfe. Normal ist die Geburt dann Weiterlesen

Geschenke zur Geburt eines Babys

Geschenke zur Geburt eines Babys – Was ist wirklich sinnvoll?

Welche Geschenke zur Geburt sind wirklich sinnvoll? Und obendrein auch noch schön? Das Netz ist ja voll von Vorschlägen für originelle, schöne, manchmal auch nützliche Geschenke zur Geburt eines Babys. Und als beschenkte Mutter und Hebamme habe ich natürlich selbst einige sinnvolle, kreative und praktische Geschenk-Tips auf Lager. Das dachte sich wohl auch das Redaktions-Team von „Junge Familie“, als sie mich letzte Woche genau danach fragten… Ich aber dachte nur: Wenn man wissen will, was die wirklich sinnvollsten und schönsten Geschenke sind, dann fragt man am Besten… genau: Eltern – und zwar viele! Das hab ich getan. Und ganz ehrlich: Mit dem Ergebnis der spontan gestarteten Facebookumfrage „Was waren für Euch die sinnvollsten Geschenke zur Geburt?“ hätte ich nie gerechnet: Fast 100 Antworten – einfach großartig! Ich danke euch sehr dafür!

Geschenke zur Geburt – Eine Liste von Eltern für Eltern

Da die unglaubliche Fülle eurer Geschenk-Ideen nicht nur meine eigene Liste, sondern auch den im Magazin eingeplanten Platz gesprengt hat, kommt hier die ultimative, zusammengefasste “Geschenkliste von Eltern für Eltern”. Weiterlesen

Schmerzmittel-Alternativen bei der Geburt

Schmerzmittel-Alternativen für die Geburt

Schmerz lass nach! Ein adäquates Schmerzmittel ist vor allem unter der Geburt der Wunsch Nummer Eins vieler Frauen. Über den Nutzen, vor allem aber auch über die Problematiken des PDA-Gebrauchs, gibt es hier im Blog bereits einiges zu lesen. Heute geht es aber, nach dem Motto: „nicht immer nur meckern, sondern auch mal Alternativen aufzeigen“, um weitere, wirksame Möglichkeiten der Schmerzlinderung. Davon gibt es nämlich einige…
Natürlich ist nicht alles für jedes Stadium der Geburt gut und es gibt klare Abstufungen in der jeweiligen Wirksamkeit – aber es ist doch gut zu wissen, dass es nicht nur Schmerz aushalten oder eben die PDA gibt, oder? Im Folgenden habe ich für euch, ohne Anspruch auf absolute Vollständigkeit, die häufigsten Schmerzmittel-Alternativen für die Geburt aufgelistet. Weiterlesen

Eine Geburt ohne PDA – geht das überhaupt noch?

Eine Geburt ohne PDA – geht das überhaupt noch?

„Wenn doch so viele Frauen eine PDA benötigen, dann frage ich mich tatsächlich, ob eine Geburt ohne Schmerzmittel wirklich zu schaffen ist?“
So lautete letzte Woche die Frage einer besorgten Frau, nach dem ich mit meinem Vortrag auf dem Schwangeren-Infoabend in meiner Klinik fertig war.
Nach dem Vortrag und der anschließenden Kreißsaalbesichtigung bleibe ich immer noch ein bisschen vor Ort und beantworte individuelle Fragen, die nicht gerne in der großen Runde gestellt werden. Oft bleiben dann noch einige Paare und es entwickeln sich ganz spannende Gespräche. Die besagte Frau wartete bis ganz zum Schluss und sagte dann noch: „Seit ich die Statistiken kenne, habe ich richtige Angst vor der Geburt.“
Ich war kurz echt sprachlos und dachte nur: „Halbwissen macht Angst.“ Vielleicht muss ich noch dazu sagen, dass ich die PDA beim Infoabend zwar immer anspreche, aber durchaus kritisch abhandel. Zahlen etwa darüber, wie viele Frauen die PDA tatsächlich beanspruchen, nenne ich nicht. Sie muss sich also schon vorher mit dem Thema beschäftigt haben. Weiterlesen