Schwiegermütter – müssen leider draussen bleiben

Schwiegermütter – müssen leider draussen bleiben

Schwiegermütter im Kreißsaal, bzw. deren Anwesenheit unter der Geburt sind in Beratungsgesprächen mit Schwangeren, aber auch in den Kommentaren hier im Blog, ein neues/altes Reizthema. Da fallen immer wieder Sätze, die ich schon als echtes Schwiegermutter-Bashing bezeichnen würde.
Ich habe mich gefragt: Warum nerven uns unsere Schwiegermütter bei der Geburt eigentlich so? Ganz im Gegensatz zu unseren eigenen Müttern, deren Anwesenheit wir doch oft eher als hilfreich empfinden.

Mamma ist die Beste

Unsere Mütter haben uns aufgezogen. Unseren Erziehungsstil haben wir wahrscheinlich, mehr oder weniger freiwillig, in Anlehnung an ihren entwickelt. Wir haben ähnliche Konfliktlösungsstrategien und hoffentlich eine gute gemeinsame Streitkultur. Außerdem sind wir es gewöhnt von unseren Müttern Kritik, bestenfalls konstruktiv, anzunehmen. Und Sie wissen bestens worauf wir eher allergisch reagieren. So, oder so ähnlich, stelle ich mir, zumindest theoretisch und stark verallgemeinert, die Hintergründe für ein gesundes Mutter-Tochterverhältnis vor, was dann dazu führen kann, dass die eigene Mutter bei der Geburt dabei sein soll, darf und will.

Deine Mudda

Anders ist das bei der Schwiegermutter: Sie kommt aus einem anderen Nest. Aber auch sie möchte sich einbringen. Auch sie möchte nah an das Geschehen. Aber wir lassen sie nicht so gerne. Sie ist uns fremd. Ihr Vorschlag klingt nach Kritik. Wir dulden nicht so viel von ihrer Einmischung. Sie spürt diese Distanz, ist vielleicht eifersüchtig auf unser Verhältnis zu ihrem Sohn oder sogar auf das zu unserer eigenen Mutter? Dabei ist sie doch maßgeblich daran beteiligt, dass wir einen so tollen Partner haben. Das ist ihr Werk! Sie hat alles richtig gemacht.

Typologie der Schwiegermütter

Die Schubladen der Vorurteile und Verallgemeinerungen sind nun also weit geöffnet. Das eignet sich hervorragend, um sich an eine Kategorisierung der Schwiegermutter-Typen zu wagen. Während meiner jahrelangen Kreißsaalarbeit habe ich im Wesentlichen drei bis vier Typen identifiziert. Und genau diese sind im Kreißsaal, als besonders geburtsbehindernd, gefürchtet.
Und da wir jetzt über ein Reizthema sprechen, hab ich mich dazu entschieden, das Ganze mit einem kleinen Augenzwinkern zu betrachten. Dann wird es nicht so ernst. Kleine Übertreibungen sind also durchaus beabsichtigt. ;-)

  • Die Konservative
    Sie hält Abstand; beäugt die junge Familie aus einer Distanz heraus, aus der sie mehr oder weniger offene Kritik übt. Dem Baby gegenüber kann sie sehr vereinnahmend sein, weiß sie doch stets am besten, was gut und richtig ist. Dem Stillen nach Bedarf, Tragetüchern und dem „Familienbett“ steht sie mehr als ablehnend gegenüber. Sie propagiert feste Zeiten, Distanz zum Kind und übertriebene Hygiene.
    Im Kreißsaal scheut sie zwar den direkten Kontakt, ekelt sie sich doch vor allem Körperlichen, beschäftigt aber mit Wonne sämtliches Personal, am liebsten natürlich den Chefarzt. Viertelstündlich erkundigt sie sich bei ihrem Sohn nach dem aktuellen Geburtsfortschritt, der nach kurzer Zeit so mürbe ist, dass er selbst auch nicht mehr an einen normalen Geburtsverlauf glaubt.
  • Die Liebe
    Sie ist erstickend fürsorglich. Sie bekocht die Familie, bestrickt das Kind und liefert täglich ungefragt Artikel aus verschiedenen bunten Zeitungen zum Thema X, Y und Z. Bei Problemen zerfließt sie vor Mitleid und benötigt selbst wiederherstellenden Trost. Sie wird gerne zur besten Freundin der Schwiegertochter und verdrängt auch schon mal ihren Sohn von seinem angestammten Platz an der Seite seiner Frau. Im Kreißsaal vereinnahmt sie sofort die Hebamme mit eigenen Geburtsgeschichten.
  • Die Achtundsechziger
    Sie hat schon Alles gesehen und in nächtelangen, von bewusstseinserweiternden Substanzen unterstützten, Diskussionen bereits selbst alle relevanten Themen gewälzt. Sie gibt gerne Tipps zur Abhärtung der Brust vorm Stillen und zur geburtsvorbereitenden Damm-Massage. Sie hütet von Anfang an entspannt das Baby und sollte die junge Mutter nicht rechtzeitig zur nächsten Mahlzeit zurück sein, bekommt sie keine Panik, sondern legt das Kind zur Überbrückung gekonnt an der eigenen Brust an.
    Im Kreißsaal doziert sie gerne über die Zusammenhänge von Mondphasen und Niederkunft, sitzt zwischen den Beinen der Frau, um nichts zu verpassen und ihr unterstützendes Tönen ist noch in weit entfernten Abteilungen zu hören.

Mein ganz persönlicher Rat lautet: Nur wer seine eigene Schwiegermutter hier gar nicht wiedererkennt, sollte überhaupt einen Gedanken an die Idee verschwenden, sie mit zur Geburt zu nehmen. Man tut sich leider selten einen Gefallen damit.

Der Glücksfall

Natürlich gibt es Ausnahmen, die diese Regel bestätigen: Die liebevolle, aber zurückgenommene, motivierende, aber nicht bevormundende, mitfühlende Schwiegermutter ist ein seltenes Phänomen, deren Anwesenheit durch anerkennendes Raunen auf den Fluren der Kliniken Erwähnung findet. Wenn so eine Frau eure Schwiegermutter ist, dann habt ihr einen seltenen, aber wunderbaren Glücksfall in der Familie!

Und nun – Karten auf den Tisch!
Erkennt ihr sie wieder?
Welchen Schwiegermutter-Typen habt ihr?
Ist es Kandidatin 1-2-3 oder 4?
Ich liege ganz falsch!? Bei euch ist alles anders? Dann lasst mal hören, ich bin gespannt! ;-)

 



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24 Kommentare
  1. Stefanie
    Stefanie sagte:

    Hallo Jana,
    ich hätte weder meine Mutter, noch meine Schwiegermutter im Kreißsaal dabeihaben wollen. In meinen Augen ist und war mein Mann die beste Begleitung im Kreißsaal, er bleibt ruhig, behindert niemanden in seiner Arbeit und ist sogar zu kleineren Hilfsarbeiten zu gebrauchen ;-)

    Aber abgesehen davon, hätten weder Mutter noch Schwiegermutter Interesse gehabt, mich in den Kreißsaal zu begleiten, meine Mutter kann Krankenhäusern von Grund auf nichts abgewinnen und die Schwiegermutter ist so ein panischer Mensch, die hätte nur die Arbeit behindert… ein Wunder, dass beide 3 Kinder haben :-)

    LG

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagte:

      Hallo Stefanie,
      ich denke auch, der Partner ist fast immer die beste Wahl.
      Abgesehen davon, glaube ich, dass es anders herum für Mütter echt schwer ist, die eigene Tochter bei der Geburt zu sehen.

      Drei Kinder!? – Ist manchmal gut, dass man nicht vorher über alles nachdenkt. ;-)
      Liebe Grüße

      Antworten
  2. Bianca
    Bianca sagte:

    Ach ja, was für ein Thema =) Liebe Jana, hast du da selber Erfahrungen gemacht?
    Ich will auch kurz etwas dazu sagen in der Hoffnung, dass es niemand liest, der dann böse ist (z.B. mein Freund).
    Das Verhältnis zu meiner Schwiegermutter ist okay, das beschreibt es dann auch ziemlich genau. Mehr ist da nämlich auch nicht… Als ich schwanger war und ziemliche Probleme hatte, ließen meine „Schwiegereltern“ sich 4 Monate gar nicht blicken; riefen nur alle 2 Wochen an und erkundigten sich nebenbei nach meinem Befinden mit den anschließenden Worten „Ja, ja. Da sind wir ja froh, dass es ihr besser geht“ (leider bezog sich das nur darauf, dass sich mein Erbrechen von 7-mal am Tag auf 2-mal reduziert hat). Als das Baby geboren war und sie ihn im KH sehen wollten, wurde das Kind nach weniger Zeit an meinen Freund weitergereicht mit den Worten „Nimm mal, wird jetzt schwer“ und von meinem Schwiegervater „Tun die Wehen eigentlich auch weh“.
    Es gab die hoffnungsvollen Worte, die damals sagten „Warte, bis das Baby auf der Welt ist. Dann werden sie aufblühen. Jede Oma ist verrückt nach ihrem Enkel“. Eine innere Stimme sagte mir damals schon, dass ich daran nicht glauben wollte und konnte. Es ist immer noch so.
    Von daher brauche ich das Auftreten meiner Schwiegermutter im Kreißsaal nicht zu befürchten :-D Ich denke, schon der Gedanke an ein weiteres Enkelkind würde ihre Vorstellungen bei Weitem übertreffen (vor allem im Hinblick auf das Aktivitätsniveau meines 1. Kindes…).
    Meine „Mudda“ kann ich nur mit den Worten beschreiben: „die liebevolle, aber zurückgenommene, motivierende, aber nicht bevormundende, mitfühlende“, die ich damals gerne im Kreißsaal dabei gehabt hätte… Allerdings ist sie als Krankenschwester selbst leider im Dienst verhindert gewesen.

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagte:

      Liebe Bianca,
      ich habe da keine eigenen Erfahrungen, da meine Schwiegermutter nicht mehr lebt.
      Ich höre nur immer die Geschichten meiner Wöchnerinnen. Die ähneln sich in der Regel sehr.
      Du scheinst da ja auch so Deine Erfahrungen spezieller Art gemacht zu haben…
      Schön das Deine Mutter das offensichtlich wett macht.
      Vielleicht schafft sie’s ja beim nächsten Kind in den KRS.

      Antworten
  3. Mama Schlaflos
    Mama Schlaflos sagte:

    Bei mir ist es wohl Schwiegermutter 1 kombiniert mit einem Typ, der hier nicht beschrieben ist: „Die Bemitleidende“

    Sie macht alles immer nur noch schlimmer, bedauert mich wo sie kann, so dass ich es selbst nicht mehr hören kann. Motto: „Wir Frauen haben es sooo schwer.“

    Das nervt gehörig. Dass sie bei einer Geburt der Kinder dabei sein könnte, haben mein Mann und ich nie in Erwägung gezogen. Ein „Oh, das ist alles so schlimm.“ kann man während der Entbindung wirklich nicht gebrauchen ;-)

    Antworten
  4. Miriam
    Miriam sagte:

    Hallo Jana, ich hab wohl die schwierigste Kombination von Mutter und Schwiegermutter, die denkbar ist.
    Beide sind Hebamme und beide haben die unterschiedlichsten Einstellungen zum Job, die Du Dir vorstellen kannst. Meine Mama ist ähnlich eingestellt wie Du, immer auf dem neuesten Stand und bildet sich auch ständig weiter und weiß z.B. dass es doch keine Milchseen gibt, wie in den 70ern noch vermutet wurde, als sie ihre Ausbildung machte. Meine Schwiegermutti ist zwar reich an Erfahrung, aber fachlich auf dem Stand der 70er geblieben und zwar in allem. Was früher ging, geht heute auch noch, sie legt ihre Enkel in eine Wiege mit Nestchen und Himmel und Wärmflasche unter der dicken Bettdecke usw. das beschreibt wohl so in etwa ihre Einstellung :-) Naja keine Frage, dass ich bei meiner Mutti entbunden habe und nicht bei Schwiegermutti und sie war auch nicht dabei, sonst wären wir alle wohl aneinander geraten, Hilfe. Das sind wir nach der Geburt oft genug, wenn mein Mann dann mit Tipps aus dme Hintergrund kam à la „hat das arme Kind eigentlich keine Decke??“ Nein es hat einen Schlafsack und nicht mehr und nicht weniger und das ist gut so, grrrrrr.

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagte:

      Oh lala, zwei Hebammen. Ist ja verrückt! Da bist Du ja etwas zwischen den Fronten!? Aber Du scheinst mir selbstbewusst genug zu sein, Deinen eigenen Weg zu finden. Weiter so!
      Alles Liebe!

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  5. Franzi N.
    Franzi N. sagte:

    HAllo Jana,
    bei uns stand es nie zur debatte das eine von beiden mitkommt.meine mama lebt leider nicht mehr und bei meiner schwiegerutter stand es nie zur debatte das sie mitkäme. dazu ist sie zu passiv und ich hätte es auch nicht gewollt.(bei der geburt der kleinen war sie aber auch schon verstorben).

    was ich aber im nachhienein echt witzig war, war meine ersatzmama(selber 2-fache mama).
    Sie musste kurzfristig als Babysitter für den Großen einspringen, da die kleine zu hause auf de welt kommen wollte.
    Na jedenfalls hing ich tönend auf den wohnzimmertich gestützt, als sie entraf.
    ein liebevoll-hilfloses streicheln über meinen rücken: och schätzchen , es tut mir so leid, das du so schmerzen hast, aber da kann dir jetzt leider niemand helfen, das musst du alleine hinkriegen.“
    boar in dem moment fand ich das so negativ…ich glaub ich hab sie etwas „angemault“ so von wegen „lass mich, das weiß ich,wusste ich ja vorher das ich es selber zur welt bringen „muss“, ist ja nicht mein erstes!“…hihihi

    Franzi

    Antworten
  6. mamafraumensch
    mamafraumensch sagte:

    Da will ich doch mal eine Lanze für die lieben Schwiegermütter brechen. Ich habe ein prima Verhältnis zu meiner! Und wenn ich vor der Wahl gestanden hätte, wäre meine Schwiegermutter meine „Doula“ im Kreißsaal gewesen (anfangs war ich mir nicht sicher, ob mein ängstlicher Mann der Richtige im Kreißsaal wäre – war er aber dann doch! Und mein Fels noch dazu!) . Wahrscheinlich hätte sich meine Mutter dann zurückgesetzt gefühlt.

    Meine Schwiegermutter ist zwar so in Ansätzen der Typ 68er, aber bei 4 eigenen Kindern, Stillgruppen und Spielkreisen kann man ihr eine gewisse Erfahrung nicht absprechen. Diese gibt sie jedoch wohl dosiert und (meist) nur auf Nachfrage weiter. Ich hatte sie auch um Begleitung zum ersten Gespräch mit meiner Hebamme gebeten. Im Nachhinein gestand meine Schwiegermutter, sie hätte damals schon ein komisches Gefühl bei der Hebamme (es gab ein paar Verständigungsschwierigkeiten während und nach der Geburt), wollte mir aber auch nicht reinreden (soviel zum Thema Ratschläge).

    Es gibt also solche und solche. :-)

    Antworten
  7. Gina
    Gina sagte:

    Ich habe auch absolutes Glück mit meiner SChwiegermutter. Sie ist auch ausgebildete Hebamme, hat aber seit Jahren nicht mehr in dem Beruf gearbeitet. Viele ihrer Kenntnisse sind ziemlich veraltet – aber sie hat sich einfach nur nett gewundert, dass ich meine Kinder dann stille, wenn sie Hunger haben (alle 1,5 – 2 Stunden im ersten halben Jahr…) und dass Stillen (des ersten Kindes) keine vorzeitigen Wehen (in der Schwangerschaft mit dem 2.) auslöst, hat sie auch erst durch mich gelernt. Auch jetzt, mit den beiden Knirpsen, komme ich mit ihr deutlich besser klar, als mit meiner eigenen Mutter. Die hätte ich auf gar keinen Fall im Kreissaal haben wollen! Ich hatte meine Mutter beim ersten Kind zur „Unterstützung“ im Wochenbett bei mir – das Ergebnis war, dass ich total fertig war und die Beziehung zum Baby sehr litt. In der zweiten Schwangerschaft bekam ich eine Depression (ausgelöst durch eine Fehldiagnose), hatte Todessehnsucht und hab von meiner Mutter nur zu hören bekommen, dass ich „sowas nicht denken dürfe“. Ganz anders meine Schwiegermutter! Die hatte, obwohl selbst gerade schwer krank, die richtigen Worte für mich. Ach ja: Meine Schwiegereltern kamen bei Nummer 1 noch in den Kreissaal dazu – da war das Baby aber gerade draußen. Sie haben geweint vor Glück! Das war so süß und sie waren beide so rücksichtsvoll! Dieses Mal ging das leider nicht, weil meine Schwiegermama gerade selbst auf Intensiv lag (inzwischen geht es ihr aber Gott sei Dank! wieder besser).

    Antworten
  8. Kristina
    Kristina sagte:

    Wie lustig,- ich bin wohl die Einzige, die gerne Ihren Papa dabei gehabt hätte.
    Leider sind meine Eltern vor der Geburt unserer Tochter gestorben.
    Bei dem Tod meiner Mutter war ich gerade im 4 Monat schwanger.
    Nachdem ich ab dem 5 Monat fest liegen musste, lief die Geburt auch nicht ganz so reibungslos.
    Nach 2 1/2 Tagen Wehen wurde unserer Tochter per Kaiserschnitt von einem wunderbaren Team auf die Welt geholfen.
    Während und nach der OP meinte ich, dass ich so gerne auch meinen Papa, einen sehr in sich ruhenden Mann, bei mir gehabt hätte.
    Die Schwestern meinten ich hätte es auch sehr gut ohne hin bekommen ;-) und waren wohl auch etwas verwundert.
    Auf die Idee meinte Schwiegermutter mitzunehmen wäre ich nie im Leben gekommen.
    Sie ist trotz vorgeschrittenen Alters noch recht mobil.
    Ich war es in der SS nicht.
    Obwohl wir im gleichen Viertel wohnen hat Sie mich fortgeschritten Schwanger nicht gesehen.
    Und unsere Tochter, im Oktober geboren, hat Sie bisher erst 5 mal gesehen.
    Dafür hatte ich eine Nachbarin, eine ganz tolle Frau, gefragt, ob Sie mich begleiten könnte, falls es mein Mann nicht rechtzeitig schaffen sollte.
    War nicht nötig, aber trotzdem ein sehr „wärmendes“ Gefühl zu wissen, dass ggf eine mütterliche Frau an meiner Seite gewesen wäre.

    Herzliche Grüße

    Antworten
  9. Julia
    Julia sagte:

    Hallo Jana,

    ich möchte von etwas schreiben, auf das ich mich schon sehr freue: eine Woche vor dem errechneten ET wird meine Schwiegermutter sich bei uns einnisten und mindestens bis zur Geburt bleiben. Ich hab das Gästezimmer schon hübsch gemacht und überlege mir, was wir alles Schönes unternehmen können! Man sieht: meine Schwiegermutter passt in keine der erwähnten Kategorien!
    Bei unserer Hausgeburt wird sie auf jeden Fall da sein – entweder ganz dabei oder vielleicht irgendwo in der Wohnung, Essen bereiten, sich um den Hund kümmern, … Sie, mein Mann und ich sind da noch nicht festgelegt und finden das auch okay.

    Wie gehe ich aber in dieser Situation mit meiner Mutter um? Sie gehört irgendwie zur Kategorie „konservativ bis ängstlich“ und allein Gespräche über die Hausgeburt sind im Moment schwierig. Sie freut sich ja und ist aufgeregt, aber sie wirkte bisher nicht so als wolle sie bei der Geburt dabei sein. Ist bei ihrer Generation und Mentalität wohl eher nicht naheliegend. Ich will sie wahrscheinlich auch nicht dabeihaben. Aber wie wird sie sich fühlen, wenn sie mitbekommt, welche Rolle meine Schwiegermutter spielt? Mein Mann meint, wir sollten ihr zumindest anbieten, dabei zu sein und irgendwie will ich ihr das Ganze auch nicht vorenthalten. Aber eigentlich trau ich ihr nicht mal zu, dass sie mit der Situation klarkommt, weil sie mit Stress gar nicht umgehen kann. Mal sehen, wie sich in den nächsten Wochen die Gespräche mit ihr gestalten…

    Ansonsten sind natürlich mein Mann und meine Hebamme auf jeden Fall meine Geburtsbegleiter und darüber freue ich mich auch sehr.

    Liebe Grüße,
    Julia aus Berlin

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagte:

      Liebe Julia, danke für Deinen Beitrag! Schön, dass es Leute gibt, die nicht in Kategorien passen. Und es scheint Ihr habt auch noch besonderes Glück! :-)
      Alles Gute für die geplante Hausgeburt!
      LG
      Jana

      Antworten
  10. Perihan
    Perihan sagte:

    Liebe Jana,

    ein toller Blog wie ich finde! :)
    Ich bin in der 20. ssw und zerbreche mir seit Wochen den Kopf über das Thema Geburt und was danach noch kommt. Mit meiner Schwiegermutter verstehe ich mich einigermaßen gut. Es ist so, dass sie eine wie ich finde, sehr feige und lügnerische Person ist, die sich aber eher in die Rolle des Opfers steckt. (sie versteht sich mit ihrem Mann nicht besonders) Bisher bin ich ihr immer zuvor gekommen ich habe sie zum Einkaufen gefahren, ihr Geschenke bereitet und im Haushalt seeeeeeehr viel geholfen. Seit ich schwanger bin habe ich keinen einzigen Anruf mit dem Angebot von Hilfe bekommen. Ich arbeite vollzeit und bin jeden Tag erst gegen 18:30 zu Hause. Sie hat uns bisher weder zum Essen eingeladen noch was gekocht und vorbeigebracht oder sonstige Hilfe im Haushalt angeboten. Ich bestehe nicht darauf, nur möchte ich Euch damit sagen, dass sie eine sehr undankbare Person ist, wenn man bedenkt was ich bisher für sie getan habe!
    Für mich steht fest, dass ich sie nicht mal in der Nähe des KH haben möchte wenn ich entbinde. Lediglich mein Mann soll dabei sein :)
    Auch möchte ich nicht, dass sie jeden Tag nach der Geburt vorbeikommt um unseren Sohn in den Armen zu halten. Denn helfen wird sie mir keineswegs. Ein guter Besuch im Wochenbett hat Essen im Korb und bietet Haushaltshilfe an. Beides trifft nicht auf die gute Frau zu! Sie ist also keines der oben genannten Typen. Eher eine eigene Spezies – eine Art grausamer Alien! :)

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagte:

      Liebe Perihan, vielen Dank!
      Das tut mir sehr leid, das sich das Bild immer wieder bestätigt. Aber Du machst das richtig. Etwas was einem nicht gut tut muss man besonders in dieser sensiblen Phase vermeiden. Das geht nicht für immer – schließlich ist sie die Oma – aber zumindest im KRS und im frühen Wochenbett.
      Aber wer weiß, manchmal ändert so ein Würmchen ja auch sämtliche Verhaltensweisen seiner Umgebung.
      Viel Glück!
      J.

      Antworten
  11. Juli
    Juli sagte:

    Also bei mir ist’s umgekehrt. Meine Mutter kann ich gar nicht gebrauchen in solchen Situationen. Meine Schwiegermutter hat mir dagegen bei der 2. Geburt sehr gut geholfen! Sie hat meine große Tochter pünktlich zu Beginn der Übergangsphase zum Spaziergang abgeholt. Als wir 45 Min später angerufen haben, waren sie in null komma nix zurück. Und das beste: Sie hat meine Tochter rein geschickt ohne selbst rein zu kommen.
    So ist sie auch sonst: hilfsbereit, einfühlsam und angenehm zurück haltend.
    Auch mein Schwiegervater hat etwas beigetragen zur Geburt. Die beiden wohnen nebenan. Die Geburt fand zuhause im Pool statt. Er hat als echter Bauernsohn den Pool mit der trüben Geburtsbrühe entleert. Er braucht immer was zu tun :D Außerdem hat er ne gute Kamera und hat ein paar sehr schöne Fotos gemacht als der Kleine wenige Stunden alt war.
    Ein bisschen spiele ich mit dem Gedanken ihn nächstes Mal mit Geburtsfotos zu beauftragen.

    Antworten
  12. Kathi
    Kathi sagte:

    Meine Schwiegermutter ist ein Glücksfall – besonders für meine Tochter. Sie liebt sie abgöttisch und kümmert sich großartig um sie. Sie ist ein lieber und netter Mensch und wir sind froh, dass sie in unserer Nähe wohnt und wir sie oft sehen.
    Aber ich glaube, dass der große Unterschied zwischen Mutter und Schwiegermutter bei Geburt und im Wochenbett insbesondere darin besteht, dass die eigene Mutter auch immer das Wohl der Tochter (also der neuen Mutter) im Kopf hat, wohingegen sich Schwiegermutter vor allem für das neue Baby interessiert und die Bedürfnisse der neuen Mutter häufig (unbeabsichtigt?) vergisst.
    Ich hatte jedenfalls das Gefühl, von meiner Schwiegermutter „vergessen“ zu werden, während meine Mutter sich hingebungsvoll um mich gekümmert hat (und nur indirekt ums Baby :-) ) Bei Mama habe ich mich in der neuen Situation geborgen gefühlt, bei Schwiegermama beobachtet.

    Bei der Geburt durfte trotzdem nur mein Mann dabei sein (wobei meine Mutter „zweite Wahl“ gewesen wäre, hätte mein Mann, warum auch immer, nicht dabei sein können).

    Antworten
  13. kiddelfee
    kiddelfee sagte:

    Ich hätte keine meiner „beiden“ Mütter dabei haben wollen. Ich liebe sie zwar über alles, aber ich wollte das unbedingt alleine hinkriegen^^ Meine Mama hat bei meiner Geburt ( ich war die Erste ) große Probleme gehabt und wäre wahrscheinlich ungern mitgekommen. Meine Schwiegermutter hat der Kinder sieben und somit schon nahezu alles durch. Kombiniert mit ihrer unstillbaren Vorfreude auf das erste Enkelkind sah ich sie schon pompomschwingend durch den Kreissaal hüpfen und uns allen Tee, Kaffee, Kekse und ähnliches anbieten.

    Antworten
  14. Dalina
    Dalina sagte:

    Als erstes möchte ich ein Lob für diese tolle Webseite geben. Die Beiträge sind sehr interessant. Weiter so!
    Ich hätte meine Schwiegermutter nicht dabei haben wollen. Dieser Moment der Geburt ist sehr Intim wie ich finde und da brauche ich wenn überhaupt nur meinen Mann an meiner Seite.

    Lg

    Antworten
  15. Goldspatz-Mama
    Goldspatz-Mama sagte:

    1…2…oder 3? Bei mir passt das Wort ‚und‘ zwischen den Zahlen wohl besser.
    Ja ich hatte meine SchwiMu mit im Kreißsaal, ich habe ihre anpackende Art gebraucht um unseren kleinen Goldspatz auf die Welt zu bringen. Hätte ich vorher gewusst wie es sich entwickelt hätte ich ihr frühstens 2 Tage nach der Geburt erlaubt uns zu besuchen.
    Weil sie dabei war ist ihre Bindung zum Goldspatz zu eng, nicht Oma-Enkel sonder eher zweite Mama-Baby.
    Sie verschickt ungefragt alle Bilder, auch sehr private an all ihre Bekannten die wir als Eltern nicht mal kennen.
    Unser Goldspatz ist nicht ganz gesund auf die Welt gekommen, es ist aber nur eine Kleinigkeit. Leider war die Geburt der reinste Horror und auch mir ging es danach nicht gut.
    Sie überhäuft uns mit Ratschlägen, weiß alles besser und hat es bei Ihren Söhne ja eh als anders gemacht. Wir sollen alles mal ausprobieren, das dass noch mehr Stress für unseren kleinen ist realisiert sie nicht. Sie mag nicht verstehen das wir zusammen mit den Ärzten einen guten Weg für uns 3 gefunden haben und von dem auch zum Schutz des Goldspatzes nicht abweichen wollen. Zumal es dem kleinen echt gut geht so wie es aktuell ist!
    Es fühlt sich jedes mal so an als würden wir alles falsch machen. Statt auf mein Bauchgefühl zu hören Zweifel ich immer öfter an mir.
    Der gröste Fehler den ich gemacht habe war auf sie zu hören als sie sage ich soll abstillen weil die Milch immer weniger geworden ist! Ich bereue es zutiefst und hätte mit einer Stillberterin an meiner Seite durchhalten sollen!
    Die Höhe war als eine völlig fremde Person uns im Supermarkt angesprochen hat wie es mir den ginge die Geburt wäre ja so schlimm gewesen aber unser kleiner sehe schon viel besser aus als nach der Geburt. Schlussendlich hat sich rausgestellt das sie eine ehemalige Arbeitskollegen meiner SchwiMu ist.

    Auf die Probleme angesprochen endete das ganze nun im Streit. Ich würde eine Glucke sein und die SchwiEltern dürften den kleinen ja nicht mal angucken.
    Sie wollen einfach nicht verstehen das er kein Baby ist was man mit zum großen Grillfest mit der kompletten Verwandtschaft mitnehmen kann. Das unser baby kein Wander-Pokal ist der von Aem zu Arm wandert. Das jeder Besuch für uns und den Goldspatz purer Stress ist der sich sofort im Gewicht bemerkbar macht. Und der Goldspatz ist schon an der untersten Grenze!!! Das unser kleiner nicht zum Babyschwimmen geht und auch nicht alleine mit Oma und Opa sein soll. Sie wären mit dem kleinen einfach überfordert und gesunheitlich gar nicht in der Lage sich angemessen um ein 3 Monate altes Extrem-Problem-Baby zu kümmern!

    Selber die Ärzte schätzen ihn als extrem ein und die haben ihn 2 Wochen durchgängig auf Station gehabt!!!

    Leider scheint sich die Lage nicht zu entspannen…und mir als Mama platzt langsam der Kragen! Es ist mein Baby, unser Goldspatz!!! Sie ist „nur“ die Oma, keine zweite Mama! Wir als Eltern machen die Regeln, nicht Oma und Opa.
    Mal abwarten wie es wird wenn der kleine älter wird. Besser wird es aber wohl nicht, aber irgendwo muss ein Weg gefunden werden. Der Goldspatz hat nur diese Oma&Opa (meine SchwiEltern) und ich möchte gerne das er mit Oma und Opa aufwachsen kann. Aber eben nicht um jeden Preis!

    So langer Text und mal ein wenig die Seele frei geschrieben.
    Liebe Jana Danke für deinen tollen Blog, hätte ich früher gewusst das du als Hebamme arbeitest hätte ich mich gerne in deine Hände begeben. Aber vielleicht bekommt der Goldspatz irgendwann ja noch eine Prinzessin an seine Seite ;-)

    Ganz liebe grüße

    Antworten
  16. Patricia
    Patricia sagte:

    Meine SM ist ein narzisstischer egoistischer Drache. Sie ist manipulativ und hetzt alle gegeneinander auf. Mich und mein Kind kann sie nicht leiden. Sie haßt mich, weil ich ihr ihren Lieblingssohn weggenommen habe. Sie paßt in keine Kategorie. Sie ist der einzige Grund weswegen mein Mann streiten, weil er ihr keine Grenzen zeigt.

    Antworten
  17. ulrike
    ulrike sagte:

    hallo,
    habt ihr schon einmal darüber nachgedacht das es auch gewöhnungsbedürftige Schwiegertöchter gibt? ich habe leider so eine, die größte Mühe ist umsonst.

    Antworten
    • Elfriede
      Elfriede sagte:

      Hallo Ulrike
      Ich habe eine Tochter und inzwischen die sechste Schwiegertochter und 5
      Enkel..

      Sie sind alle verschieden, aber alle haben laufend um Hilfe gebeten auf Umwegen über ihre Männer, selbst bitten sie nicht. Auch wir Schwiegermütter sind Menschen. Einmal Mutter und ebenso Schwiegermutter.
      Wir lieben auch unsere Söhne und unsere Enkel und werden oft undankbar abseits gestellt.
      Von uns wird jedes Wort auf die Goldwaage gelegt und kritisiert, aber es ist tröstlich zu wissen, dass die kritisierenden Schwiegertöchter einmal Schwiegermütter werden. Ob sie sich dann an ihre Zeilen von heute erinnern?.

      Antworten

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