Väter im Geburtsvorbereitungskurs

Väter im Geburtsvorbereitungskurs – Einblicke

Ihr habt euch gewünscht, dass ich mal erzähle, was bei mir im Geburtsvorbereitungskurs so passiert. Es ranken sich ja viele Mythen um die mysteriösen „Hecheklkurse“. Vielleicht kann ich da ein bisschen was zurechtrücken (oder schlimmer machen – das wird sich zeigen ;-) ).

Heute nehme ich euch mit in einen meiner Kurse und lasse euch etwas durchs Schlüsselloch schauen. Und weil ich mich erst kürzlich so über die oft unangebrachte Ansprache von Männern in Geburtsvorbereitungskursen aufgeregt habe, geht es hier gleich mal um die Väter*.

Warum Paarkurse?

Meine Kurse sind ja Paarkurse. Lange habe ich reine Frauenkurse gegeben, dann Frauenkurse mit einem gemeinsamen Kursteil für beide Partner. Aber nun bin ich seit zwei Jahren bei Paarkursen gelandet, weil Kinderkriegen im 21. Jahrhundert nicht mehr Frauen- sondern Elternsache ist. Ich bin zwar nicht der Meinung, dass jeder werdende Vater unbedingt mit in den Kreißsaal muss – das sollten die Paare jeweils für sich selbst entscheiden – aber ich finde es sehr sinnvoll, dass die Person, die die Schwangere bei der Geburt begleitet auch gut vorbereitet ist. So kann sie wirklich effektiv unterstützen. Diese Personen sind am häufigsten die werdenden Väter.

Die Hilflosigkeit der Väter

Im Kreißsaal begegnen mir immer mal wieder werdende Väter, die keine Geburtsvorbereitung hatten. Sie tun mir oft leid in ihrer Hilflosigkeit. Manchmal werden sie auch sehr aggressiv uns, dem Personal, gegenüber. Sie schreien uns dann an: „Tun sie doch was! Warum helfen sie denn meiner Frau verdammt noch mal nicht?“
Einer hat uns mal die Tür eingetreten. Und ein anderer rannte pöbelnd durch die Gänge, bis ihm ein Oberarzt (der sich gerade für einen Kaiserschnitt umzog und dementsprechend halb nackt war) sehr deutlich Einhalt gebot. Ich sage euch, keine Soap kann abbilden, was bei uns manchmal passiert.
Aber eigentlich ist das nicht wirklich lustig. Es zeigt die große Angst, die diese Männer um ihre Frauen und Kinder haben, weil sie einfach nicht wissen, was da gerade passiert.
Wer aber weiß, was ihn erwartet, kann es besser einordnen, wenn die Gebärende schreit oder sagt: „Ich kann nicht mehr“. Deshalb also Paarkurse.

In der Geburtsvorbereitung fehlt, finde ich, immer noch sehr häufig die richtige Ansprache und Einbindung der werdenden Väter. Oft laufen sie so nebenher und fühlen sich als Anhängsel der Frau. Ich denke die vielen Vorurteile, die mit der Geburtsvorbereitung verknüpft sind, kommen nicht von ungefähr.
Daher habe ich von Anfang an versucht das Kurskonzept so zu stricken, dass die Väter (oder PartnerInnen) sich auch berücksichtigt finden. Jetzt aber mal konkret:

Erwartungen an den Geburtsvorbereitungskurs

Nach einer kurzen Begrüßung bitte ich alle Kursteilnehmer aufzuschreiben, was ihre Erwartungen an den Kurs sind. Ich sage auch, dass die Rückseite des Blattes dafür benutzt werden kann, aufzuschreiben, was man so ganz und gar nicht gerne erleben möchte.
Auf den Vorderseiten der Partnerblätter steht dann meistens:

  • Ich möchte wissen, wie ich meine Frau bestmöglich unterstützen kann.
  • Ich möchte etwas über den Ablauf einer Geburt lernen.
  • Ich wünsche mir Austausch mit anderen Eltern.
  • Ich möchte Entspannungs- und Massagetechniken lernen.
  • Ich möchte etwas über die erste Zeit mit meinem Baby erfahren.

Und auf der Rückseite steht meist nichts. Ganz selten mal:

  • Kein Hecheln
  • Kein Tönen
  • Bitte nicht so esoterisch

Die Wünsche ähneln sich immer sehr. Selten gibt es mal einen Spezialwunsch.

Kennenlernen & Austausch

Anschließend gebe ich den Kursteilnehmern gleich zu Anfang die Gelegenheit, sich kennenzulernen. Ich finde das zu so einem frühen Zeitpunkt des Kurses sehr gut, weil es die Hemmungen etwas beizutragen oder Fragen zu stellen extrem reduziert. Und weil ja auch ein Wunsch, den die Paare mitbringen, meistens der Austausch untereinander ist.

Konkrete Aufgaben

Wenn ich dann im Laufe des Kurses Dinge erkläre, beziehe ich die Väter immer ein und benenne die konkreten Aufgaben, die sich aus der jeweiligen Situation für sie ableiten.

Bespreche ich beispielsweise die Atmung, bekommen die Männer die Aufgabe, darauf zu achten, dass die Frauen nicht im Eifer des Gefechts die Schultern hochziehen und sich dadurch verspannen.

Besprechen wir den Hormonfluss unter der Geburt, dann lernen die Partner, dass sie für eine möglichst ruhige, geborgene Atmosphäre sorgen können. Dazu gehört zum Beispiel Lichter zu dimmen und ein bisschen eine Bodyguard-Funktion einzunehmen, um den Körper der Frau dabei zu unterstützen, genau den Hormoncocktail herzustellen, den sie eben für eine gute Geburt braucht. Massagen, „Händchen halten“ und Streicheln unterstützen das zusätzlich.

Den Frauen sage ich, sie sollen nicht auf die Uhr schauen, da es völlig unerheblich ist, wieviel Zeit schon ins Land gegangen ist. Aber die Männer sollen darauf achten, dass ihre Frau pro Stunde ausreichend trinkt und auch immer mal wieder zur Toilette geht (manche Frauen haben unter der Geburt gar kein richtiges Gefühl dafür, aber eine volle Blase hemmt den Geburtsverlauf).

So gibt es in jedem Bereich Dinge, die der Geburtsbegleiter gut übernehmen kann. Nicht nur, damit er sich wichtig fühlt, sondern weil er wichtig IST.

Dabei sein

In einem Kursteil trenne ich die Gruppe in Männer und Frauen und lasse die Frauen aufschreiben, was ihre Erwartungen an ihre Partner unter der Geburt sind. Die Männer überlegen gleichzeitig, was wohl ihre Aufgaben sein werden. Am Ende vergleichen wir die Zettel. Glücklicherweise können die Paare immer feststellen, wie gut die jeweiligen Stichpunkte zusammenpassen. Ein Punkt auf jedem Bogen ist immer „einfach dabei sein“.

Die allerallerwichtigste Aufgabe ist es, dabei zu sein und dabei voller vertrauensvoller Zuversicht zu sein. So nenne ich das. Damit meine ich, dass es total wichtig ist, der Frau die Geburt auch bedingungslos zuzutrauen. Denn eine Frau kann ihre mentale Stärke unter der Geburt viel besser finden, wenn sie einen Geburtspartner hat, der an sie glaubt.
Wenn da ein Mann sitzt und sagt: „Ach Schatz, du kannst doch gar nicht mehr, lass dir doch ein Schmerzmittel geben“, dann wird sie das viel eher tun als wenn er sie anfeuert und ihr sagt, wie stolz er auf sie ist.
Dabei zu sein und unter Umständen aushalten zu müssen, dass der geliebte Mensch leidet, ist für den Geburtspartner eine Herausforderung.

Deine Frau kann das

Der Partner lernt im Kurs, dass seine Frau das kann. Er lernt, dass es unterschiedliche Geburtsphasen gibt, die alle ihren Sinn haben und dass es auch sehr oft einen Punkt gibt, an dem fast jede Frau kurzfristig aufgeben möchte, das Gefühl hat, sie kann nicht mehr und vielleicht auch mal echt verzweifelt ist.

Für einen Menschen, der sowas noch nie gehört oder mitgemacht hat, ist das ein sehr schwerer Moment. Der Mann, der vor Wut die Tür eingetreten hat, dachte auch, etwas würde nicht stimmen mit seiner Frau und niemand würde ihr helfen. Dabei war es eine ganz normale Geburt. Er wusste es einfach nicht. (Das ist natürlich niemals eine Entschuldigung für gewalttätiges Verhalten, erklärt aber vielleicht seine große Verzweiflung.)

Väter-Runde

Seit neuestem mache ich in einem Kursteil eine „Teilungsstunde“. Dann gibt es für die Mädels eine kleine Fragen-stell-Runde und die Jungs übernimmt mein Mann für denselben Zweck. Das kommt ziemlich gut an.
Ein paar mögliche Themenvorschläge schreibe ich vorher auf kleine Zettel, damit alle eine Idee haben, wo die Reise hingehen könnte. Da steht dann zum Beispiel:

  • Was für ein Vater will ich sein – eigene Vatererfahrung
  • Elternzeit
  • „Ich-Zeit“, Freunde treffen, Sport?
  • Aus zwei wird drei – Partner bleiben, Vater werden
  • Job – Familie
  • Mutterbindung, Vaterbindung
  • Sexualität – körperliche Umstellung, Lust, Zeit, Kopf frei?

Diese Fragerunde hat aber kein konkretes Lernziel. Sie soll eher eine Möglichkeit darstellen, sich in einem moderierten, geschützten Rahmen untereinander auszutauschen.

Vater-Kind-Bindung

Die Vater-Kind-Bindung von Anfang an zu fördern, ist mir ein großes Anliegen. Daher taste ich zum Abschluss des ersten Abends gemeinsam mit den Paaren die Bäuche ab. Ich zeige den Vätern wie die Babys im Bauch liegen. So können sie sich besser vorstellen, mit welchen Körperteilen sie es zu tun haben, wenn mal wieder kleine Beulen über die Bäuche wandern. Wir reden über den Aktivitätsrhythmus, den die Kinder haben. Oft sind die Kinder ja abend- oder nachtaktiv – einen Rhythmus, den sie oft aus dem Bauch mitbringen und noch eine ganze Weile beibehalten.

Manche Väter reden eh jeden Tag mit ihren Kindern und spielen mit den kleinen Hacken und Fäusten, die man ja oft sehr gut identifizieren kann. Aber einige Väter beschäftigen sich auch tatsächlich das erste Mal mit dem Kind im Bauch. Sie haben ihn zwar schon mal gestreichelt, damit aber eher die Mutter gemeint.

Manche Väter haben auch Angst, etwas kaputt zu machen. Daher finde ich diese kleine Kontaktaufnahme immer sehr schön. Ich sehe dann im Laufe des Kurses, wie die Paare mehr und mehr kuscheln und gemeinsam den Kindsbewegungen nachspüren.

Auch wenn ich den Geburtsverlauf erkläre, betone ich immer, was das Baby dabei leistet und dass es nicht nur passiv geschoben wird.
Ich bin davon überzeugt, dass es gut ist, den kleinen Menschen, der ja auch schon im Raum mit anwesend ist, auch so viel wie möglich einzubeziehen. Und ich stelle fest, dass es positive Auswirkungen hat. Die Eltern reden nach kurzer Zeit nicht mehr nur über das Geschlecht, sondern auch über Eigenheiten ihres Kindes. Das kann beispielsweise sein, dass sie feststellen in welchen Situationen es sich viel bewegt oder auch nicht: „Unser Baby tanzt total gerne zu unserer Lieblingsmusik“. „Unser Baby ist immer total andächtig, wenn ich mit ihm spreche“.

Da geht noch was…

So, das war es von mir und meinem Kurs. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Einfach das, was mir spontan so zu den Vätern eingefallen ist. Jetzt bin ich gespannt auf eure Erfahrungen mit Paarkursen, falls ihr schon einen besucht habt (wenn nicht, sagt einfach mal, was ihr davon haltet und ob ihr damit etwas anfangen konntet):

  • Was war gut, was nicht so?
  • Welche Erwartungen hattet ihr und wurden sie erfüllt?
  • Was war das Beste an eurem Paarkurs?
  • Gab es eine besondere Übung, die klasse war?
  • Was machte den Kurs wirklich zu einem Partnerkurs bzw. zu einem Paarkurs?

Ich freue mich auf euren Input!

Im nächsten Teil werde ich dann über die Atmung sprechen. Die Bezeichnung „Hechelkurs“ kommt ja nicht von ungefähr. Auch wenn es nicht wirklich ein hecheln ist, so ist die Atmung ein wesentlicher und wichtiger Bestandteil einer guten Geburtsvorbereitung. Dazu demnächst mehr.

 

*Manchmal sind die Partner ja auch Frauen. Diese sind hier durchaus mitgemeint. Für eine einfachere Schreibweise rede ich hier aber von Vätern und Männern.



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13 Kommentare
  1. Carina
    Carina sagte:

    Ich finde die Idee dieses Paarkurses einfach wundervoll!! Wir sehr würde ich mir so ein Angebot in unserer Umgebung wünschen!! ❤ leider gibt es hier in unserem Raum nur die Frauenkurse :-(

    Antworten
  2. Kerstin
    Kerstin sagte:

    Ich habe einen Frauenkurs besucht, der einen langen Tag am Wochenende mit den Vätern beinhaltete. Dort haben wir „Geburtsthaltungszirkeltraining“ gemacht, d.h. wir haben 8 verschiedene Haltungen durchgespielt und dabei auch Wehenatmung geübt. Die Papas hatten in jeder Haltung eine oder mehrere Aufgaben (die Frau halten, oder massieren..). Unsere Hebamme hatte den Vätern noch den Auftrag gegeben gegen Ende der Geburt bei der Hebamme nachzufragen, ob die Frau wirklich aus medizinischen Gründen liegen bleiben muss nach der Untersuchung oder ob sie z.B. wieder in den Vierfüßlerstand zurück kommen kann. Die Idee dahinter, dass Frau wenn sie pressen muss nicht mehr gut reden kann, liegen aber wegen mangelnder Schwerkraft keine so gute Haltung ist.

    Antworten
  3. Theresa
    Theresa sagte:

    Ich war in einem Frauenkurs mit Partnerabend, von dem ich kurz erzählen möchte. Die Hebamme hat mit den Paaren eine Kreißsaalführung gemacht und danach haben wir uns noch die Wöchnerinnenstation mit Stillzimmer etc. angesehen.
    Im Kreißsaal wurden die vorhandenen Möbel und Hilfsmittel (u.a. Geburtszange und Saugglocke) beschrieben und der ganze Geburtsablauf einer Spontangeburt beschrieben. Das wichtigste, was mein Partner aus dem Abend mitgenommen hat waren folgende Punkte:
    – für die Frau da sein und sie motivieren ist die Hauptsache
    – es ist eine Extremsituation, in der er seine Frau eventuell nicht mehr wiedererkennen wird (danach ist sie wieder die „Alte“)
    Massage, Atmung und Geburtsstellungen wurden mit den Männern nicht besprochen. Das habe ich vermisst und muss es zuhause wohl noch selber nachholen ;)
    Das offene Gespräch über Erwartungen und Veränderungen in der Partnerschaft wie du es beschrieben hast finde ich toll. Im Nachhinein hätte ich mich wahrscheinlich für einen Paarkurs entschieden.

    Antworten
  4. Julia
    Julia sagte:

    Wir hatte bei unserem Kurs auch einen Partnertag. Mein Mann fand ihn furchtbar. Zum einen, weil da viele Horrorstories von Vätern ausgetauscht wurden und zum anderen, weil er den Eindruck hatte, dass er einerseits komplett da sein solle bei der Geburt und gleichzeitig aber nichts machen könne. Danach wollte er erst mal nicht mehr mit zur Geburt. Ich glaube, der Kurs war eigentlich nicht so schlecht, aber es gibt eben unterschiedliche Typen von Vätern/ Paaren. Wir hatten eigentlich eine total positive Einstellung ggü. der Geburt und waren dann mit den vielen Komplikationen, die geschildert wurden, überfordert. Auch waren die Übungen, in denen der Mann der Frau beim wehen veratmen hilft, irgendwie künstlich für uns. Vielleicht haben wir schon da gewusst, dass ich während der Geburt sehr bei mir, meinem Körper und unserem Kind sein würde und damit waren die „Turnübungen“ nichts für uns. Aber so ist eben jeder anders. In jedem Fall sind wir über den Kurs nochmal ins Gespräch über vieles gekommen und das war gut.

    Eine Frage, die er mir danach stellte und die ich sehr relevant fand, war: „schau, du wirst scheinbar schreien, mich beschimpfen und außer dir sein, kannst dich aber am Ende nicht dran erinnern. Ich wiederum vermutlich schon und natürlich weiß ich, dass du es nicht in der Intensität gemeint hast, aber vielleicht kann ich es nicht vergessen und was dann?“. Das ist denke ich ein wichtiges Thema: wie können Väter mit solchen Ausnahmezuständen auch längerfristig umgehen?

    Aber um das ganze noch abzuschließen: mein Mann war bei unserer sehr schönen Geburt dabei, ich habe ihn nicht verflucht ;-), und wir haben genau gewusst, wie wir die Geburt gemeinsam gestalten. Er war froh, dass er dabei war und ist der tollste Papa, den man sich vorstellen kann.

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagte:

      Liebe Julia, schade, dass der Väterteil deinen Mann abgeschreckt hat. War denn keiner da, der die schlimmen Geschichten ein wenig moderiert hat? Das finde ich ja schon wichtig.
      Zu deiner Frage: Ich finde das immer komisch, wenn die Frauen so dargestellt werden, als wenn sie wirklich mutieren würden. Klar, man sagt mal was etwas schroffer, weil man einfach keine Zeit oder Energie für Höflichkeiten hat. Aber man wird ja nicht zu einem total anderen Menschen.
      Und in der Regel erinnert man sich an ziemlich viel. Nur Unwichtiges oder sehr Angst-machendes wird vom Gehirn aussortiert.
      Schön, dass eure Geburt ein gutes gemeinsames Erlebnis war. Ein guter Kurs ist was tolles, aber das Wichtigste ist doch, dass man ein als gutes Team in die Geburt geht. Eine gute Beziehung wird nicht so schnell durch einen Tag Ausnahmezustand erschüttert.
      Liebe Grüße
      Jana

      Antworten
  5. Lisa
    Lisa sagte:

    Mein Freund und ich haben an einem Paarkurs teilgenommen, der ein volles Wochenende gedauert hat. Für uns war es selbstverständlich, dass er dabei ist, weil wir eine gleichberechtigte Elternschaft mit möglichst fairer Aufgabenteilung wollten. Eigentlich war der Kurs ähnlich aufgebaut, wie du deinen beschreibst, Jana: Kennenlernen, Erwartungen, Erfahrungsaustausch, und es gab auch einen Teil, in dem wir Frauen die eher unangenehmen Dinge bei der Geburt besprochen haben (Dammriss, Einlauf) und die Partner – ebenfalls mit dem Ehemann der leitenden Hebamme – ein Gespräch über Väterrollen hatten. Der Geburtsablauf wurde natürlich auch thematisiert, aber es gab, soweit ich mich erinnern kann, keine konkreten Übungen (außer massieren) oder gemeinsame Gespräche, was die Partner dabei tun, oder welche Rolle sie einnehmen können.
    Insgesamt waren wir nicht so zufrieden mit dem Kurs. Mein Freund fand vor allem den „Männerteil“ sehr klischeehaft, es ging wohl vor allem um die Rolle als „Ernährer“ und eher weniger um ein involviertes und liebevolles Vaterbild. Auch ich empfand die Darstellung der Elternrollen eher klischeehaft und fühlte mich nicht so wohl damit. Insgesamt war ich nach dem Kurs zwar mental irgendwie auf die Geburt vorbereitet, aber mein Freund war dann, als es soweit war, eher überwältigt und verstört. Bis heute möchte er nicht über die Geburt sprechen und empfand sie eher eklig als schön.

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagte:

      Mhm, klicheehaft finde ich ja nicht so gut. Schade! Und es hört sich auch so an, als wenn du zwar vorbereitest wurdest, aber dein Freund nicht wirklich gelernt hat, was er tun kann und was auf euch zu kommt.
      Und dass die Geburt deinen Freund so verstört hat, ist natürlich ganz und gar nicht gut. Meinst du es lag an mangelnder Vorbereitung?
      Ich denke es wäre wichtig für euch, noch mal darüber zu sprechen. Habt ihr eine Hebamme, die das evt. noch mal mit euch durchsprechen könnte?
      Vielleicht ist dein Freund offen dafür, wenn das Gesprächsangebot von außen kommt?
      Alles Gute für euch! Ich hoffe ihr könnt das gut aufarbeiten.
      LG
      Jana

      Antworten
  6. Viola
    Viola sagte:

    Trotz der Schmerzen bei der Geburt war ich doch froh, dass ich kein Mann bin. Die Hilflosigkeit ist sicher nicht einfach für sie. Und als Papas geben sie sich dann extra viel Mühe :-)

    Antworten
  7. Stefanie
    Stefanie sagte:

    Danke für diesen Artikel.
    Ich finde es wichtig auch mal die Seite der Männer zu beleuchten. Auch die werdenden Väter sind entspannter wenn sie wenigstens mal ein paar Stunden einen Geburtsvorbereitungskurs besuchen.

    Antworten
  8. Sonja
    Sonja sagte:

    Wir machen gerade einen Paarkurs und die Hebamme hat von vornherein klar gestellt, dass den Männern eine wichtige Aufgabe zukommt. Alle Übungen binden den Partner mit ein und die Hebamme hat eine Checkliste mit möglichen Aufgaben des Partners während der Geburt mit ausgegeben. Es wird wunderbar erklärt, was bei der Geburt passiert.
    Ich würde mir höchstens manchmal wünschen, dass sie mehr auf Ängste der Frauen eingeht. Das muss gar nicht getrennt sein – mein Partner soll ja auch wissen, wovor ich Angst habe, damit er damit umgehen kann. Wir sprechen darüber dann zu Hause.

    Antworten
  9. Sajoma
    Sajoma sagte:

    Moin,

    Gibt es zu der Aussage, die Kinder würden sich aktiv mitbewegen bzw die Geburt vorantreiben, gute Quellen? (Studiere Medizin und meine Dozenten sind einstimmig der Meinung, das sei nicht der Fall, wobei eine zugab, dass bei bewegungsunfähigen Kindern die Geburt manchmal enorm schwierig bis hin zu spontangeburtsunmöglich sei. In meinen Ohren widerspricht sich das ein wenig.)
    Ansonsten: enorm toller Blog. :)
    Liebe Grüße,
    Sajoma.

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