Väter im Geburtsvorbereitungskurs und bei der Geburt

Väter im Kreißsaal – Statisten bei der Geburt?

Im Herbst `17 besuchte ich den Perinatalkongress. Ich hatte mich vorher durch das Veranstaltungsprogramm gelesen und mich wirklich schwergetan mit der Auswahl der Vorträge. So vieles, was mich interessierte, lief parallel. Aber eine Session hatte ich mir von Anfang an notiert und das war: „Väter bei der Geburt“. Das Seminar war unterteilt in: „Die Betreuung der werdenden Väter – machen wir alles richtig?“ und „Geburtsvorbereitung der werdenden Väter“.
Für meine Paar-Geburtsvorbereitungskurse bin ich immer auf der Suche nach neuen Anregungen und war sehr gespannt, was die beiden Referenten berichten würden.

„Steinzeitmänner“

Doch ich war nicht gefasst auf das, was Herr Hagenbeck, seines Zeichens Oberarzt in einer Düsseldorfer Klinik, da vom Stapel lassen würde. Ich kann es nicht wortwörtlich wiedergeben, denn ich habe weder mitgeschrieben noch wurde die Session aufgezeichnet. Aber ich erinnere mich sehr gut an den Tenor seines Vortrags und kann von dem, was mir in Erinnerung geblieben ist, berichten.

Herr Hagenbeck hatte von seiner Chefin den Auftrag bekommen, in der Klinik Männerkurse anzubieten. Er war nicht so begeistert von der Idee, machte sich dann aber daran, diesen Auftrag umzusetzen. Er rekrutierte die ersten Teilnehmer aus dem Pool der sich zur Geburt anmeldenden Paare.
Am ersten Abend kaufte er ein paar Sixpacks Bier, schnappte sich das geburtshilfliche Phantom (ein Modell, an dem man zeigen kann, wie eine Geburt abläuft) und traf sich dann mit den interessierten werdenden Vätern. Er erklärte den Männern den Ablauf einer regelrechten Geburt, bereitete sie darauf vor, wie ihre Frauen unter der Geburt mutieren (!) würden und machte sie mit der Technik von CTG-Geräten vertraut. Der Tenor war so in etwa: Männer können eh nix machen, also muss man sie beschäftigen, damit sie sich nicht so unnütz fühlen.

Insgesamt hatte ich das Gefühl, er hält selbst nicht viel von seinen Geschlechtsgenossen, denn er beschrieb Männer doch eher als etwas schlicht: Sie müssen von dem eigentlichen Geschehen abgelenkt werden. Sie sollen besser nicht zu genau hinsehen (könnte dem Sexualleben nachhaltig schaden) und am besten verfolgen sie die Wehen auf dem CTG-Gerät und sorgen ansonsten auch gut für sich selbst. Also ich glaube, es wurde insgesamt kaum ein Klischee ausgelassen.
Auf jeden Fall schienen Herr Hagenbeck und die Männer viel Spaß beim Bier trinken und verbrüdern gehabt zu haben. Ob sie danach auf eine Geburt vorbereitet waren, weiß ich nicht.

Ich meine wir leben im Jahr 2018, nicht 1950 oder so. Was für ein Männerbild. Was für eine Ansprache. Was für eine verpasste Chance.

War das Comedy?

Zugegebenermaßen war der Vortrag recht launig gehalten, der Referent ein charmanter Typ. Wenn es alles ironisch gemeint gewesen wäre, hätte ich mich vielleicht über die Stereotypen und Überzeichnungen amüsiert. War es aber nicht.
Dennoch traf der Vortrag auf große Zustimmung im Saal. Es wurde viel gelacht und am Ende applaudiert.

Glücklicherweise kein Konsens

Es gab allerdings auch Kritik. Hebamme und Psychologin Stephanie Struthmann äußerte ihr Entsetzen recht deutlich. Für sie ginge es in der Geburtsvorbereitung vor allem darum, die Liebe und Vertrautheit des Paares zu fördern. Außerdem hinterfragte sie die Anwesenheit des Partners bei der Geburt. Sie wies auf ein Interview hin, was sie schon vor Jahren mit Geburtshelfer-Koryphäe Michelle Odent geführt hatte, der ebenfalls die Anwesenheit des Mannes im Kreißsaal ablehnt. (Meine Meinung diesbezüglich ist anders. Aber dazu unten mehr.)

Der zweite Kritiker im Raum war Dr. Lütje aus Hamburg. Er erzählte von seinen Männerkursen, in denen er den Männern klarmache, dass sie die Aufgabe hätten, die Geburt und die Hebammen nicht zu stören. (Ich schätze Herrn Lütje sonst sehr, aber ernsthaft? Das ist die Aufgabe?)

Einzig eine junge Kollegin (den Namen weiß ich leider nicht) brach eine Lanze für die Väter und sagte, sie fände die Partner doch oft sehr hilfreich für die Geburt. Und das finde ich, verdammt noch mal, auch!

Immerhin hat Herr Hagenbeck die ganze Kritik sehr sportlich genommen. Und ich hoffe wirklich, dass er sein Konzept anpasst.

Ein anderer Ansatz

Auf den zweiten Vortrag möchte ich nur ganz kurz eingehen. Er gefiel mir deutlich besser.
Dr. Vallbracht aus München berichtete, dass er die Väterabende ergänzend zu einem Paar-Geburtsvorbereitungskurs einer Hebamme gab. Sein Fokus lag auf dem Austausch der Männer.

Dieses Setting finde ich nun ziemlich gut. In meinen Kursen mache ich es seit neuestem auch so, dass ich den freien Austausch zwischen den Männern ermögliche.
Außerdem redete Herr Vallbracht über Männer nicht wie über Höhlenmenschen, sondern adressierte sie als Väter und Partner.
Aber so 100% konnte ich auch diesem Konzept nicht zustimmen. Denn den Austausch unter den Männern zu fördern, finde ich zwar super, aber auch hier wurde mir die Rolle und Aufgabe des Vaters insgesamt zu wenig bearbeitet. Auch hier war er noch in weiten Teilen Statist.

Was haben wir für ein Väterbild unter der Geburt?

Getriggert durch diese zwei Vorträge, habe ich dann den Tag über immer wieder über die Rolle des Vaters für die Geburt nachgedacht. Und vor allem auch darüber, welche Rolle wir (gesellschaftlich gemeint) Vätern zubilligen.
Immerhin kommen Väter inzwischen auf so einem großen, sehr wissenschaftlichen Kongress überhaupt als Thema vor. Ein Schritt in die richtige Richtung, denn das war bisher noch nicht so oft der Fall.

Ich frage mich aber: Ist das nur meine eigene Wahrnehmung oder werden tatsächlich immer nur zwei Männertypen angesprochen?

Die „harten Kerle“

  • Die Sprüche klopfenden Männer, denen so ein ekliger Vorgang wie eine Geburt eigentlich gar nicht zuzumuten ist, die aber irgendwie durch den Zeitgeist gezwungen sind mitzukommen und die man möglichst irgendwie ablenken/beschäftigen muss. Sie sind wenig hilfreich.

Die „Statisten“

  • Die Männer, die ihre Frau zwar irgendwie aus eigenen Stücken begleiten, die aber eigentlich keine echte Funktion haben. Ob sie hilfreich sind, das weiß man noch nicht so genau.

Filterblase? Oder sind Berliner Väter einfach toller/weiter/besser? Oder findet jede/r GeburtsvorbereiterIn einfach die Zielgruppe, die er/sie anspricht?

Ich bin echt irritiert. Ich lerne bei meinen Hausbesuchen und vor allem in den Geburtsvorbereitungskursen vollkommen andere Männer kennen.
Diese werdenden Väter sind sehr interessiert. Sie wollen nicht nur irgendwie einem „Das macht man jetzt so“ Genüge tun. Die Männer möchten die Geburt aktiv miterleben und vor allem wollen sie ihre Frauen maximal unterstützen. Sie wollen wissen, was ihre Aufgaben sind bzw. wissen sie, was sie tun können, um die Geburt zu unterstützen und welche Rolle sie dabei haben. In meinem Paar-Kurs erarbeiten die Männer ihre Aufgaben selbst und kommen eigentlich immer auf dieselben Punkte. „Meine“ Männer übernehmen nämlich keine Statistenrolle, sondern sie gestalten die Geburt aktiv mit.

Im Wochenbett erlebe ich Frauen, die sagen: „Mein Mann war mein Anker“, „Ohne seine Unterstützung hätte ich das nicht geschafft“, „Er hat mich so gut motiviert, das war unglaublich hilfreich“.
Und die dazugehörigen Männer sagen: „Bei der Geburt dabei gewesen zu sein, das war unglaublich wichtig für mich“, „Ich bin so beeindruckt von der Kraft meiner Frau“, „Es war der schönste Moment in meinem Leben“.
Beide Partner betonen oft, dass die gemeinsam erlebte Geburt sie als Paar noch enger zusammengeschweißt hat.

Ausblick

Ich habe für mich festgestellt, dass Väter in der Geburtsvorbereitung immer noch viel zu wenig wahrgenommen werden. Ich denke, dass gut vorbereitete Väter eine der bisher am meisten unterschätzten Ressourcen für einen guten Geburtsverlauf sind. Ich glaube, dass Väter im Kreißsaal unglaublich hilfreich sind und dass sie dort eine wirklich wichtige Aufgabe übernehmen können.
Aber was das genau ist, möchte ich hier noch nicht verraten. Denn ich möchte euch nicht beeinflussen, wenn ich euch jetzt gleich um eure Mithilfe bitte:

Macht mit!

Ich möchte das Thema gerne vertiefen und freue mich dabei über jede Unterstützung.

  • Welche Themen habt ihr mit euren Männern geburtsvorbereitend beknetet?
  • Was war für euch im Vorfeld relevant und hat später geholfen?
  • Wie seid ihr das angegangen?
  • Hat ein Kurs alles geregelt oder gab es Dinge darüber hinaus?
  • Filme, Bücher, Gespräche mit Freunden?
  • Männer unter sich/Männerspezifisches?
  • Was sind eure Ideen?
  • Was bräuchte es für Männer?

Fragt doch mal bitte eure Partner, was sie gerne hätten oder gehabt hätten als Vorbereitung/Begleitung.
So nach dem Motto: Hätte ich das mal vorher gewusst, dann….

Und für die Männer, die hier mitlesen:

  • Fühltet ihr euch gut vorbereitet oder eher etwas verloren?
  • Wenn gut, was hat euch so stark gemacht?
  • Wenn schlecht, was hättet ihr euch im Nachhinein anders gewünscht?

Vielleicht habt ihr ja auch Lust einen Gastartikel zu dem Thema zu schreiben?
Ich bin gespannt auf eure Antworten!
Und natürlich schreibe ich euch demnächst mal auf, warum ich Partner unter der Geburt so wichtig finde, wie ich sie in meinen Kursen coache und was die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse zu „Männern im Kreißsaal“ sind.



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31 Kommentare
  1. Sandra B.
    Sandra B. sagt:

    Liebe Jana.

    Ich gebe dir da absolut Recht. Die Männer sind in der Regel unglaublich wichtig für einen guten Geburtsverlauf.
    Ich hatte, aus medizinischen Gründen, keine andere Möglichkeit, als mein Kind in einer Klinik zu gebären. Das heißt in der heutigen Zeit leider oft, dass man sich eine Hebamme mit zwei anderen werdenden Eltern teilt. Meine Geburt lief absolut problemlos und für mich war es ein sehr schönes Erlebnis. Und das verdanke ich vor allem meinem Mann.
    Im Geburtsvorbereitungskurs wurden wir beide gut von meiner Hebamme (die leider keine Geburten mehr begleitet) auf den Geburtsverlauf vorbereitet. Den Vätern wurden Massagetechniken gezeigt, wir haben verschiedenste Geburtspositionen erprobt und auch die Theorie kam nicht zu kurz.
    Und als es dann Ernst wurde, war nicht nur das neu erlernte Wissen meines Mannes hilfreich, sondern vor allem die Tatsache, dass er an meiner Seite war und ich mich darauf verlassen konnte, dass er einschreiten würde, sollte etwas gegen unseren Willen geschehen.
    Im Endeffekt lief alles so, wie wir es uns gewünscht haben. Aber ich bin davon überzeugt, dass die Geburt so schön und komplikationslos verlief, weil ich mich so gut entspannen konnte. Ich hatte den Kopf frei und musste mich um nichts sorgen, weil ich meinen Mann an meiner Seite hatte.
    Es wäre schön, wenn es in der heutigen Zeit schon alle, die in der Geburtshilfe arbeiten, verstanden hätten…. Väter sind genauso wichtig für ein Kind, wie Mütter. Und das nicht erst ab einem bestimmten Zeitpunkt, sondern von Anfang an. Und das schließt die Schwangerschaft und die Geburt ein.

    Antworten
    • Katrin
      Katrin sagt:

      Genauso hab ich meinen Mann auch erlebt. Meine Stütze, hat sich ganz wunder um mich gekümmert (trinken, schaun das mir nicht kalt wird, div Körperteile stützen, mentale Unterstützung, absolut dabei und für mich und unser Baby da sein, …), und wir hatten auch eine ganz tolle Hebamme, die ihn auf ganz natürliche Weise toll als vollwertigen Elternteil eingebunden hat, ohne sich in Ihrer Wichtigkeit für mich als Mutter eingeschränkt zu fühlen. Das Vertrauen von veiden Seiten in die Wichtigkeit des anderen war herrluch entspannend.

      Antworten
  2. Sophie (Kinder haben ...und glücklich leben!)
    Sophie (Kinder haben ...und glücklich leben!) sagt:

    Liebe Jana, du hast so recht! Ich finde es so wichtig, dass du das thematisierst und da auch nicht aufgibst. Woher sollen die armen Männer auch wissen, was passiert und wie sie mehr als nur Statisten sein können, wenn ihnen das keiner erzählt?

    Ich kenne es leider auch, dass die männlichen Partner nur Sprüche klopfen, Witze machen und sich gegenseitig im Geburtsvorbereitungskurs „ankumpeln“. Mein Mann fand den reinen Männeraustausch damals ziemlich unerträglich. Aber ich habe die starke Vermutung, dass das meistens durch Unsicherheit passiert. Eine Geburt sieht ja auch erst mal ziemlich zum Fürchten aus und wer keine Gebärmutter hat, kann eh nicht mitsprechen!

    Wenn Empathie gefördert wird, geht genau das aber dann doch! Was glaube ich enorm hilft, ist, den Männern (und natürlich Frauen, das geht ja super in einem gemeinsamen Kurs) jedes Detail einer ganz natürlichen und interventionsfreien Geburt zu erklären. Schöne Geschichten erzählen, zeigen, wie es sanft und natürlich laufen kann. Natürlich auch mögliche Interventionen erklären, aber unbedingt den Schwerpunkt darauf legen, dass die es nicht unbedingt leichter machen. Ich glaube nämlich, die meisten Männer haben einfach Angst um ihre Frauen, wollen sie nicht leiden sehen. Aber genau darauf müssen sie vorbereitet werden!

    Ich selbst bin sehr glücklich mit meinem mutigen Mann, der zwei Hausgeburten begleitet hat. In unserem Fall hat er tatsächlich eher eine Statistenrolle eingenommen, aber das haben die Hebammen fast auch. Ich habe mich bei beiden Geburten sehr stark auf mich selbst konzentriert und wollte eher in Ruhe gelassen werden. So waren alle dabei: Mein Mann, meine Hebammen und bei der zweiten Geburt auch mein Sohn, aber innerlich war ich eher für mich. Ich hätte auch nicht angefasst oder „motiviert“ werden wollen. Das war für mich auch ein wichtiger Aspekt: Dass mein Mann akzeptiert, was ich in dem Moment will. Den Männern beizubringen, dass sie den Trainer spielen müssen, wäre also auch falsch. ;)

    Zum Abschluss möchte ich dir noch darin zustimmen, dass so eine Geburt für ein Paar ein unheimlich stärkendes Erlebnis sein kann. Man muss sich aber sicher darauf einlassen wollen. Und wenn das einer von beiden nicht kann, finde ich das auch total OK. Mein Mann hätte auch „nein“ sagen dürfen, das war mir auch ganz wichtig. Vorher hätten wir aber noch ausführlich über die Gründe diskutiert. ;)

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagt:

      Liebe Sophie,
      klar, manchmal kommen in den Kurs auch Männer, die erst mal alle aufmischen, mit ihrem Machogehabe. Aber ich habe tatsächlich die Erfahrung gemacht, dass selbst die durchaus Entwicklungspotential haben, wenn man den entsprechenden Raum dafür schafft. Denn letztendlich wünschen sie sich doch auch, dass alles möglichst gut läuft. Wenn sie einige Mechanismen verstanden haben, tauen sie oft auf. Und interessanterweise öffnen sie sich oft mehr, als man das am Anfang vermuten würde. Die Sprüche sind doch oft ein Panzer gegen Unsicherheit.

      Du hast aber absolut Recht damit, dass man keinen Partner zur Teilnahme zwingen sollte. Das wäre ja total kontraproduktiv. Der Wunsch muss auf beiden Seiten bestehen, sonst hat es keinen Sinn.

      Schön, dass ihr Beide die Geburt als so stärkend für euch empfunden habt!

      Antworten
  3. R.M.
    R.M. sagt:

    Männer und Geburt…ich denke das ist -wie fast alles- ein hochindividuelles Thema. Man kann gar nicht sagen „so oder so ist es richtig und anders ist es falsch“. Jedes Paar muss für sich schauen, wie es die Geburt gestalten möchte. Und wenn das ohne den Mann ist, ist es genauso gut, wie wenn er ganz eng eingebunden wird.
    Mein Gedanke ist, da direkt mit den Paaren dazu zu arbeiten. Also ein oder mehrere individuelle Gespräche zu führen, wie sie sich ihre Rollen bei der Geburt so vorstellen- eventuell auch nach anderen Extremsituationen des Lebens zu fragen und wie sie diese so gemeistert haben.
    Genauso wie bei den Frauen ist es, meiner Meinung nach, auch bei den Männern wichtig, Verständnis für die Geburt als ganz natürliches Ereignis zu wecken, für das ein Frauenkörper perfekt geschaffen ist (im Regelfall) und wegzukommen von dem Eindruck, dass Geburt ein Hochrisikovorgang wäre, der im Normalfall tödlich endet, wenn nicht maximale Interventionen und Kontrollen durchgeführt werden… ;)
    Es gibt ja auch tolle Geburtsvideos in denen Frauen bei natürlichen Geburten gezeigt werden, bei denen man sieht, dass es anstrengend ist, aber die Frau gut damit umgehen kann (teilweise auch durch die angebotene Unterstützung der Umgebung)…und dann könnte man ja fragen ob sich ein Paar das so ähnlich auch für sich vorstellen kann.

    Ich für mich habe meine 4 Kinder am liebsten möglichst alleine geboren. Ab und zu ein wenig Präsenz von Mann und Hebamme, aber möglichst viel allein. Und das war für mich perfekt. Für andere wäre es das nicht. :)

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagt:

      Klar ist das individuell.
      Und es gibt einige Frauen, die – wie du – eher für sich sein wollen. Auch da denke ich aber, ist es wichtig zu wissen, dass der Partner an einen glaubt und einem „den Rücken stärkt“. Auch wenn er gar nichts macht.

      Antworten
  4. Düse
    Düse sagt:

    Hallo Jana,

    wie passend… ich habe vor ein paar Tagen die Geburt unserer 2. Tochter verbloggt, die nunmehr 2,5 Jahre zurückliegt. Irgendwie war es mir ein persönliches Bedürfnis.
    Mein Mann war dabei und dass finde ich auch gut so: Die Geburt, der erste Augenblick, in dem man seinem Kind zum ersten Mal in die Augen schaut – dass waren rückwirkend die schönsten Augenblicke in meinem, bzw. unserem Leben.
    Niemals würde ich diesen Moment ohne meinen Partner erleben wollen oder aber ihn der Möglichkeit „berauben“ wollen.
    Alleine deshalb gehören Väter in den Kreißsaal. :-)
    Mein Mann war mir beim Akt der Geburt keine große Hilfe, nein.
    Aber er war meine größte Stütze.
    Wie ein unsichtbares Band, dass zwischen uns war.
    Dieses Band hat mich durch die gesamte Geburt geleitet. Ich hatte es fest umschlungen.
    Biertrinken und Männerwitzchen müssen auch sein… aber dafür gibt es 1000 andere Anlässe
    Liebe Grüße!

    Antworten
  5. Falk Becker
    Falk Becker sagt:

    Hi,

    also – ich habe zwei „Kurse“ mitgemacht. Einen Papakurs, der an einem Abend stattgefunden hat. Dieser war unsäglich besch+++en. Ein Sozialpädagoge hat kumpelhaft erklärt, wie das alles so läuft und dass Männer ja eigentlich keine Ahnung haben.

    Den Geburtsvorbereitungskurs, der an einem Wochenende als Block stattfand, fand ich hingegen sehr sehr erhellend und hilfreich. Das steht und fällt sicher mit der durchführenden Hebamme, aber das war bei uns gut getaktet, nie langweilig, immer an der Geburt orientiert.

    Natürlich ist man dann, gerade wenn die Geburt sich so lange hinzieht wie bei uns, irgendwann trotzdem mit den Nerven am Ende. Trotzdem glaube ich, dass ich meiner Frau eine Stütze sein könnte. Es war eine unbeschreibliche Erfahrung, bei der Geburt dabei zu sein. Ich hab auch alle Ratschläge missachtet, nicht „zu genau hinzuschauen“ – nichts was ich im Nachhinein bereut hätte.

    Es gibt so viel dummes Gerede zu diesem Thema, meist von Männern selbst. Ich kann nur hoffen, dass mehr Männer begreifen, wie einmalig eine Geburt ist und wie viel man dabei
    a) seine Frau unterstützen kann
    b) für sich selbst mitnehmen kann

    Danke für den Artikel – spannend zu sehen, dass selbst Leute (Männer), die eigentlich vom Fach sind, Steinzeitmeinungen vertreten.

    Viele Grüße,
    Falk

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagt:

      Hallo Falk, danke für deinen Input. Da du auch in Berlin bist, brenne ich natürlich vor Neugierde zu wissen, in welchen Papakurs du da geraten bist. Mein Eindruck ist nämlich, die machen tierisch viel Wind, nehmen auch ordentlich Geld und das Ergebnis ist seeeeeeehr unterschiedlich. Ich hab mal einen „Trainer“ gefragt, was er da so macht und er machte dann n paar „lockere“ Sprüche, bevor er sich rausredete mit: das könne er ja nicht verraten, wär ja quasi Verrat an den Teilnehmern.
      Ja, meine Erfahrungen sind da leider nicht gut.
      Aber schön, dass ihr mit dem Paarkurs Glück hattet. Auch da gibt es natürlich Unterschiede. Aber da ist mein Eindruck, dass viele Kolleginnen das schon richtig gut machen.
      Toll, dass die Geburt für dich offensichtlich – trotz der großen Anstrengung – eine gute Erfahrung war.

      Antworten
      • Falk Becker
        Falk Becker sagt:

        Hallo Jana,

        beide Kurse haben wir im Westend gemacht, beide über die Geburtsklinik. Der „Papa-Kurs“ war so eine Abendveranstaltung über 3h. Es wurden 5-6 Themen versprochen, am Ende hat sich der Dozent an einem Thema verquatscht und alles andere ist hinten runter gefallen. Am Ende fand ich es rausgeworfenes Geld, aber es gibt schlimmere Erfahrungen glaube ich.

        Viele Grüße,
        Falk

        Antworten
  6. Anja F.
    Anja F. sagt:

    Liebe Jana,
    was ich auch sehr wichtig finde, bei den vielen schlimmen Geburtserlebnissen, von denen man häufig hört und liest: Der Mann ist ja auch derjenige, der immer gut nachfragen und Erklärungen einfordern kann, z. B. wenn Medikamente gegeben werden oder Eingriffe gemacht werden sollen. Auch mal stop sagen, wenn während einer Wehe untersucht werden soll. Oder der Hebamme sagen, dass man doch bitte so nicht mit einem anderen Menschen redet …
    Beste Grüße

    Antworten
  7. Mathilde Schäfer
    Mathilde Schäfer sagt:

    Liebe Jana,
    Vielen Dank für deinen Artikel! Ich habe vor nicht ganz drei Wochen mein erstes Kind entbunden. Mein Mann war dabei so wie zuvor schon bei allen Planungen und Entscheidungen (beispielsweise Geburtsplan, Geburtsvorbereitungskurs, Entscheidungen zu den Neugeborenenuntersuchungen). Ich sitze gerade an meinem Geburtsbericht. Hier ein Auszug zur Bedeutung meines Freundes bei der Geburt:

    „Ich hatte mit Thomas meine emotionale Stütze, mit der ich nur noch in Ein-Wort-Sätzen oder besser Imperativen kommunizierte: Trinken, Hand, Bein – das war das wichtigste Trio. Trinken ist klar, Hand für Hände halten während der Wehen und Bein fürs Halten in der Seitenlage. Thomas sagte mir immer wieder, wie unglaublich toll ich das machen würde. Und er sagte, dass ich wunderschön aussehen würde – ich glaubte ihm das, auch wenn ich es mir nicht vorstellen konnte und spürte wie Glückshormone durch meinen Körper schossen und mir einen Kick gaben. Thomas war mein Anker, der mir im Krankenhaus keine Sekunde von der Seite gewichen ist. An seinen Händen konnte ich mich festhalten und dabei unsere gemeinsame Kraft und Verbundenheit spüren. Sobald die Wehen wieder begannen und ich nach dem Hand-Ruf nicht unmittelbar sondern zwei-drei Sekunden verzögert seine Hände bekam, wurde ich ganz panisch. Es ging nicht ohne, auf keinen Fall. Als ich die Lokomotiv-Atmung anwendete, drückte er in meinem Tempo unsere Hände zusammen und spiegelte mir damit meinen Rhythmus und gab ihm noch mehr Betonung und damit Stärke. Ich habe mich für nichts in Thomas‘ Beisein geschämt, ich konnte mich so intensiv fallen lassen, gerade weil er an meiner Seite war. “

    Für uns als Paar war die gemeinsam erlebte Geburt ein irrsinnig verbindendes Erlebnis, bei der jeder über sich Hinaus gewachsen ist.

    Viele Grüße, Mathilde

    Antworten
  8. Inga
    Inga sagt:

    Hallo zusammen!

    Ich gehöre auf jeden Fall zu denen, die sagen, es war das Wichtigste überhaupt, dass mein Mann dabei war <3
    Wir haben zwei Kinder im Abstand von ca 20 Monaten, wobei die erste Geburt nicht so toll war (keine Betreuung, PDA, Saugglocke) und die zweite einfach toll!
    Nebenbei noch: Wir leben in Finnland, ich spreche aber fast kein Finnisch…
    Ich hätte das ohne ihn nicht machen wollen. Er behielt einfach immer die Nerven, machte alles, was ich gerade wollte (Wasser holen, er war derjenige, an dem ich mich festgehalten habe, für mich reden, da ich in der Situation Englisch zwar verstehen aber nocht mehr sprechen konnte, gucken, welche Haarfarbe es hat sobald die ersten Haare sichtbar waren (nein, hat dem Sexualleben nicht geschadet), und und und).
    In die erste Geburt sind wir so reingestolpert, hier gibt es keine Vorbereitungskurse und man bekommt gesagt, dass die Hebammen ja alles wissen und helfen. Die waren aber alle beschäftigt und außerdem ganz klar der Meinung, dass ich mich endlich mal auf den Rücken legen solle… Naja.
    Bei Nr 2 habe ich dann einen dt Online Kurs gemacht, samt meinem Mann. Und ihm ständig und immer wieder erzählt, was ich will und was vor allem nicht wieder. Er war wieder die Ruhe selbst. Auch als es los ging. Wir waren lange zu Hause, (ich war nicht sicher, ob sich da was tut, wollte aber bei 60 km Strecke auch nicht umsonst ins KH fahren…) er hat mir Mut gemacht und mich getröstet. Als ich dann plötzlich los wollte, ist er trotzdem normal gefahren- auch, als ich unangeschnallt auf der Rückbank rumturnte. Und im diesmal nur 48minütigem Aufenthalt im Krankenhaus war er wieder mein Halt, auch im wahrsten Sinne des Wortes: Vierfüßler auf dem Boden, Mann sitzt auf dem Kreißbett. Dann mit den Armen auf seinen Beinen abstützen und mit den Händen in seine Hosentaschen krallen – perfekt :-)

    Antworten
  9. Annie
    Annie sagt:

    Ich fand tatsächlich nicht, dass mein Freund bei der Geburt des ersten Kindes viel mehr hätte machen können. Er ging quasi nonstop in einer ziemlich unbequemen Position zwischen meiner Hand und dem CTG Gerät, und hat das Reden übernommen, wenn ich nicht mehr konnte. Am aktivsten war er, als er mir während der Pressphase (ziemlich ungünstig in der Position „verunglückter Käfer“, aber ich kam nicht mehr raus) Gegendruck an den Beinen gegeben hatte, bzw mich vorher ab und zu aus dem Versuch einer anderen Position wieder in die Seitenlage gezogen und mir einmal auf die Toilette geholfen hat. Vielleicht hätte er mehr machen können, hätten wir keine Geburt wie aus dem Hollywoodfilm gehabt, denn quasi die Hälfte der Zeit war er damit beschäftigt gewesen mich mit 120 durch die Ortschaft ins Krankenhaus zu fahren und hinterher das Auto umzuparken…
    Trotzdem hätte ich ohne ihn nicht entbinden wollen, denn allein seine Anwesenheit hat mir wirklich sehr geholfen. Ich hatte zwar zwei Hebammen für mich alleine (und bin mir sehr bewusst, dass das wirklich Luxus ist), aber dass er da war, wenn auch nur zum Händchenhalten, hat, denke ich, die Geburt sehr beeinflusst. Außerdem würde ich mir nicht anmaßen wollen, ihm diesen ersten Moment mit seinen Töchtern zu verweigern, nur weil er vielleicht nicht so sehr mithelfen kann wie andere.

    Über den Geburtsverlauf haben wir vorher tatsächlich nicht viel gesprochen. Ich habe ihm gesagt, dass ich, sollte es keine akute Gefahrensituation sein, definitiv keinen Kaiserschnitt will und er mir eine unnötige PDA möglichst ausreden soll (aber dafür war ohnehin keine Zeit mehr). Über genaueres sprechen wir erst jetzt, wo Tochter Nr 2 ziemlich hartnäckig in Querlage/Beckenendlage verharrt. Vielleicht kam mir meine erste Geburt für genauere Gespräche über den Geburtsverlauf einfach zu simpel vor :)
    Er war bei Nr. 1 auf zwei Partnerabenden beim Geburtsvorbereitungskurs, aber damit konnte er wenig anfangen – er ist halt weniger der Theoretiker, mehr der Macher. Und obwohl er bei der ersten Geburt wenig machen konnte, bin ich mir sehr sicher, wenn die Kleine die Zeit der großen Schwester toppt, entbindet er sie (mit dem, was er bei der ersten Geburt gesehen hat und seiner medizinischen Ausbildung) notfalls aus Beckenendlage im Wohnzimmer. Und ich denke wenn das Vertrauen da ist, dass der Mann im Notfall eingreifen und helfen kann, auch wenn es nicht nötig ist (und er es vielleicht auch tatsächlich gar nicht kann), ist ein wichtiger Punkt, dass Väter im Kreißsaal nicht als notwendiges Übel („Weil man das heute halt so macht“), sondern als echte Stütze und Hilfe wahrgenommen werden. Wenn auch nur von ihrer Frau – aber deren Empfindung ist in dieser Situation halt die Wichtigste.

    Antworten
  10. Juliane
    Juliane sagt:

    Hallo Jana,
    Wir haben ein Deal gemacht. Mein Mann bleibt bis zur letzten, „heißen“ Phase bei mir. Dann kann er entscheiden, ob er den Kreißsaal verlässt (letztlich ist er bis zum Schluss geblieben, aber irgendwie fand er dass das schrecklich klang).
    Für mich war vor allem wichtig, dass er in den frühen Phasen, die ja Längen haben können dabei ist.
    Er war super, hat genau die richtige Balance zwischen Da sein und Raum geben gefunden. Er, glaube ich, hätte auf den Schluss, das Blut und das „rausflutschende“ Kind verzichten können, aber war auch froh, dass er unseren Sohn bei der Versorgung meiner Geburtsverletzungen gehalten hat und nicht jemand fremdes.
    Er fühlte sich am Vätertag des Geburtsvorbereitungskurses gut vorbereitet und während der Geburt toll von den Hebammen angeleitet.
    Mir hat seine Ruhe während der etwas zu schnellen Geburt mehr geholfen als jedes professionelle Wort. Wäre er allerdings gewesen, wie ein guter Freund, der während der Wehen seiner Frau, heulend VOR dem Kreißsaal stand, wäre er wohl eher kontraproduktiv für eine gute Geburt gewesen…

    Antworten
  11. Lus
    Lus sagt:

    Hallo! Ich fand den Ansatz Lütjes hatte uns unter der Geburt doch ganz gut geholfen. Somit verstand mein Mann wie wichtig es ist abschalten zu können und sich in die Wehen zu vertiefen, mir dabei nicht zu stören oder davon rauszuholen. Mir tat es auch gut zu wissen dass er für uns beide gut sorgt und sorgen würde.
    Finde zu viel Aktionismus auch nicht so entspannend. Und wichtig auch dass der Mann wirklich weiss was der Frau wichtig ist, um ggf auch wirklich in ihrem Sinne für sie einstehen zu können.
    Was mein Mann gefehlt hat war wohl zu wissen, wie ein Baby direkt bei der Geburt aussieht – er war vom Anblick eher erschrocken.

    Antworten
  12. Mother Birth
    Mother Birth sagt:

    Liebe Jana,

    das Thema steckt jetzt vermutlich schon über einem Jahr in meinem Entwürfeordner. Vielleicht ist dein Artikel jetzt mal der passende Anlass den Beitrag zu schreiben. Vielleicht bekomme ich auch mal meinen Mann dazu ;-) …

    Liebe Grüße
    Andrea

    Antworten
  13. Heiko
    Heiko sagt:

    Hallo Jana,

    als Vater zweier Söhne, die mit einem Abstand von 10 Jahren geboren sind, kann ich eine Kleinigkeit aus meiner „Erfahrung“ beitragen.

    Als mein erster Sohn im Jahr 2007 zur Welt kam, war ich bei der Geburt und der Vorbereitung darauf ziemlich außen vor. Der „werdende“ Vater muss Händchen halten und der Frau alle Wünsche erfüllen. Aktiv hatte er keine Aufgabe. So der sinngemäße Tenor der Hebamme damals. Beim Vorbereitungskurs damals gab es einen Abend der mit Partner besucht werden konnte. Von den anwesenden 10 Damen waren zwei mit Partner. Der Rest war lieber Zuhause geblieben. Rückblickend betrachtet hätte ich damals auch zuhause bleiben können, denn außer wie eine Lokomotive zu atmen….habe ich nichts mitgenommen.

    Letztes Jahr im Oktober kam mein zweiter Sohn zur Welt und ich habe mich während der
    Schwangerschaft aktiv auf die Geburt vorbereitet. (Daraus ist auch mein Blog entstanden) Die „Aufgabe“ des Mannes hat sich, für meine Begriffe, in den letzten Jahren gewandelt. Nicht vollumfänglich aber dennoch sieht man, dass der Mann/Partner mehr Verantwortung übernimmt im Bezug auf die komplette Schwangerschaft. Das wichtigste ist, sich mit dem Partner auszutauschen. Eine Geburt ist so individuell wie die Frau die das Kind zur Welt bringt. Jede Frau hat andere Wünsche/Ängste/Bedenken/Sorgen/Schmerzen vor und während der Geburt. Mir war es wichtig meine Frau aktiv unterstützen zu können. Vor, während und danach.
    Einen Kurs unter Männern halte ich eher für kontraproduktiv. Wichtiger finde ich, die Partnerabende und losgelöst von der Öffentlichkeit, das sprechen untereinander.

    Durch den Austausch mit meiner Frau lernte ich viel mehr über sie und ihre Bedürfnisse in Stresssituationen kennen, als es mir je ein Partnerkurs hätte lernen können. (Verständlich, das ist nämlich nicht der Sinn eines solchen Kurses)
    Das Klischee, dass Männer nur Händchen halten und eine Statistenrolle übernehmen ist leider noch in vielen Köpfen der „lehrenden“ eingebrannt. Ich denke, die Männer heutzutage wollen mehr Verantwortung und mehr „Aufgaben“ übernehmen. Allerdings müssen die Frauen oftmals noch den ersten Schritt in die „Einbindungsphase“ übernehmen.

    Ich habe jetzt nicht vor wieder 10 Jahre zu warten, um erneut den Änderungsfortschritt zu spüren :) Mein Appell an alle wäre aber.
    „Paare – Unterhaltet euch! Sprecht über Wünsche/Bedenken/Hilfestellungen. Gemeinsam seid ihr die Familie“

    Antworten
    • Kath
      Kath sagt:

      „Paare, sprecht miteinander“ – das ist doch ein Ansatzpunkt: warum nicht im Kurs Anregungen geben, worüber Paare sich austauschen könnten? Vor allem bei der ersten Geburt weiß man ja nicht, was auf einen zu kommt.

      Antworten
  14. Simone
    Simone sagt:

    Hallo,
    Ich steckte in der Situation, dass ich zwar unbedingt eine selbstbestimmte, gut begleitete Geburt nach meinen Vorstellungen haben wollte, aber mich beim ersten Kind nicht getraut habe, eine Hausgeburt zu machen. Obwohl ich ein gutes Gefühl bei der Klinik hatte, habe ich vorher vorallem meinen Mann angewiesen, dass er sich für mich einsetzen soll, wenn es nicht nach meinen Wünschen läuft und ich vielleicht nicht die Kraft habe, dafür zu kämpfen.
    Zum Glück war das eig nicht notwendig.

    Mein Mannn war außerdem unheimlich wichtig, dass immer jmd da war. Dass ich mich an ihn anlehen konnte und seine Hand „quetschen“ konnte. Dass er mir beim Atmen geholfen hat.

    Wir haben im Voraus einen Wochenende-Intensivkurs gemacht, zu dem der Papa auch einen Nachmittag dazugekommen ist.
    Schöne Grüße

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  15. Rosalie
    Rosalie sagt:

    Für mich war es wichtig, dass mein Partner bei den Geburten dabei war. Geburt braucht Vertrauen und Vertrautheit, gerade bei dem herrschenden Hebammenmangel und der evtl nicht vertrauten Hebamme und der ungewohnten Umgebung bringt der Geburtspartner diese Komponente mit. Der Geburtspartner ist da, damit man nicht alleine ist. Und er sollte seiner Partnerin vertrauen und zutrauen. Mehr habe ich persönlich bei der 2. und 3. Geburt nicht gebraucht. Bei der ersten Geburt hätte ich einen Fürsprecher gebraucht, aber bei nicht erwartetem Verlauf und anschliessend – unnötiger- Sectio, waren wir beide etwas überfordert. Bei den anderen Geburten war ich besser vorbereitet und mein Mann stand hinter meinen Entscheidungen, kein Zweifeln sondern ein Bestärken.
    Meiner Meinung nach nimmt die Gebärende die Hauptrolle ein, niemand kann oder soll ihr diese Rolle streitig machen, es geht um sie und nicht um den Partner. Aber der Partner hat eine Nebenrolle und kann sogar nur als Statist wichtig sein, so wie seine Partnerin ihn braucht. Was seine Partnerin über das anteilnehmende Da-sein hinaus braucht kommt auf das Paar an und auch auf die Geburt.
    Außerdem ist es natürlich zauberhaft, so ein besonderes Ereignis teilen zu können- die ersten Augenblicke mit dem geborenen Kind sind so unwirklich und schön, dass kein Vater auf sie verzichten müssen sollte

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  16. Michelle
    Michelle sagt:

    Witziger – oder besser traurigerweise – habe ich genau von dieser Klinik schon ähnliches gehört : in meinem Geburtsvorbereitungskurs hat sich Eine Mitschwangere besagte Klinik bei der Kreißsaalführung angeschaut. Dort wurde von einem männlichen Oberarzt (ob es der gleiche war, weiß ich nicht) im Kreißsaal auf einen Stuhl neben dem Geburtsbett gezeigt und gesagt: „Das ist dann ihr Platz, liebe Männer! Immer schön das CTG im Auge behalten. Mehr können Sie eh nicht machen!“
    Ziemlich traurig. Ich hab mir darauf diese Klinik gar nicht mehr angeschaut.

    Mein Mann war bei beiden Geburten meine große Stütze. Und auch hinterher sehr wichtig, er konnte sich an Dinge und Abläufe erinnern, die ich völlig vergessen hatte und mir sehr bei der Aufarbeitung meiner ersten Geburt helfen.

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  17. Ulrike
    Ulrike sagt:

    Mein Mann war absolut froh um jede Aufgabe, die ihm bei der Geburt gegeben wurde. Die Geburt meines ersten Kindes dauerte fast drei Tage, in denen wir keinen Schlaf hatten. Da war es klasse, dass die Hebamme irgendwann auch eine Liege für ihn in den Kreissaal brachte, damit er sich ausruhen konnte. Während der Geburt hat er dann für Getränke und Essen gesorgt und die Einstellungen am Stuhl immer neu eingestellt, weil ich zwischen den Wehen immer die Position geändert habe.
    Beim zweiten Kind wurde er leider völlig außen vor gelassen (durch Umzug anderes Krankenhaus). Ich weiß noch, wie ich unter Wehen irgendwann fragte, ob er überhaupt da sei…Aber da waren auch Ärztin und Hebamme die ganze Zeit an meiner Seite und die Geburt ging sehr schnell und war zwischenzeitlich kritisch, da hätte er evtl. auch nichts tun können.

    In den Schwangerschaften hat er immer meinen unterere Rücken massiert, das hat mir sehr gut gertan und ihm geholfen, weil er mir helfen konnte.

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  18. Sandra
    Sandra sagt:

    Ich bekomme im September mein zweites Kind und werde diesmal den Vater nicht mit in das Geburtshaus nehmen. Klar, bei meinem ersten Kind war der Vater eine tolle Stütze, allerdings hatten wir danach kaum Sex und haben uns auch schließlich getrennt.
    Mein jetziger Partner hat von Anfang an gesagt, dass er das ganze Blut nicht sehen möchte und das verstehe ich total.
    Ich meine, wie will man denn nach der Geburt noch wilden, hemmungslosen Sex haben, wenn man so etwas gesehen hat? Das ganze Blut, die Kacka, die mit rauskommt, die Nachgeburt.
    Außerdem war die Geburt jahrhundertelang Frauensache. Die Männer dominieren schon sonst überall, warum kann man nicht wenigstens diese Sache mal nur im Kreise von Frauen angehen?
    Gleichberechtigung schön und gut, aber was bringt der Mann im Kreissaal, wenn danach doch die ganze Arbeit an der Frau hängenbleibt und die Frau Elternzeit nimmt und er seiner Karriere nachgeht?
    Ich verzichte gerne auf meinen Partner im Geburtshaus und freue mich, dass er dann 12 Monate Elternzeit nimmt.

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