Geburtsbericht: Baby mit Plazenta

Geburtsbericht: Geplante Hausgeburt – im Geburtshaus

Manchmal wird eine Hausgeburt geplant, aber dann entscheidet die betreuende Hebamme im Geburtsverlauf, dass eine Verlegung in die Klinik nötig ist. Und manchmal ist der Plan eine Klinikgeburt, aber das Baby hat es so eilig, dass kurzerhand eine ungeplante Hausgeburt daraus wird. Aber eine Hausgeburt, die dann im Geburtshaus beendet wird, ist doch eher selten. Aber Kim hat mir ihre besondere Geburtserfahrung geschickt, die genau davon berichtet. Hier kommt ihr Geburtsbericht, wie immer mit kleinen Anmerkungen von mir in lila:

Nach einer Fehlgeburt in der 8. SSW, hielt ich im August endlich wieder einen positiven Schwangerschaftstest in den Händen. Noch am selben Tag habe ich meine Hebamme Birgit aus dem Geburtshaus, die mich schon in der Schwangerschaft mit Julius begleitete, informiert. Bereits in der 8. Woche hatte ich meinen ersten Termin mit ihr. Sie stellte mir den Mutterpass aus und ging wie selbstverständlich davon aus, dass es dieses Mal gut gehen würde. Sie setzte mich auch direkt auf die Hausgeburtenliste.

Kurz darauf war auch mir klar, dass ich dieses Mal zu Hause bleiben möchte. Ich entschied mich, die Vorsorge in erster Linie bei Birgit zu machen und war lediglich zu den drei regulären Ultraschallen bei der Frauenärztin. Das führte immer wieder zu Diskussionen bei den Anmeldekräften, aber von der Frauenärztin selbst wurde es voll akzeptiert. Und so kugelte ich zwar nicht ganz so sportlich wie beim ersten Mal, aber doch wieder recht beschwerdefrei, dem erratenen Entbindungstermin am 24.07. entgegen.

Nächtlicher Wehenbeginn

Es war die Nacht auf den 21.07. – Eine der heißesten Wochen des Jahres.
Seit Beginn der Rufbereitschaft saß ich quasi auf heißen Kohlen, weil Julius schon bei 37+4 kam. Nie hätte ich damit gerechnet, dass ich so nah an den ET gehe. Aber es sollte dann doch mal so weit sein. Gegen 2 Uhr nachts bin ich mit leichten Wehen wach geworden. Ich war sofort fit und bin erstmal aufgestanden, weil die Wellen doch schon recht zügig kamen, aber doch noch easy zu veratmen waren. Gegen 4 Uhr habe ich meinem Mann Tom Bescheid gesagt, dass ich Wehen habe. Er fragte mich, wie stark es wäre. Ich erwiderte, dass es noch gut aushaltbar sei. Seine Reaktion: Ich drehe mich nochmal um!

Ich war aufgeregt und tingelte durch die Wohnung. Ich stellte mich ans offene Fenster, genoss ein bisschen morgendliche Frische, winkte meinem Nachbarn zu, der gerade zur Arbeit losmachte und wiegte meinen Hintern mit den Wellen, die circa alle 5 Minuten kamen. Seit nun gut 4 Stunden…
Von wegen, die 2. Geburt geht meist schneller…

Der Anfang nicht unbedingt, aber ist die Geburt erst einmal richtig im Gange, dann geht es in der Regel doch viel schneller.

Gegen 6 Uhr weckte ich Tom erneut mit der Bitte mit mir gemeinsam zu überlegen, wie wir nun weiter vorgehen wollten. Wir entschieden uns dann doch mal die Rufbereitschaftsnummer vom Geburtshaus zu wählen, um einfach zu hören, was die Hebamme sagt, und freuten uns, als Nora ans Telefon ging. Nora hat unsere erste Geburt als Hintergrund-Hebamme begleitet. Noch erleichterter war ich, als sie sagte, dass sie nun auch für uns zuständig bliebe, da sie eh nach Schicht-Ende noch einen Schicht-Hintergrund-Bereitschaftsdienst hätte, und uns somit jemand Vertrautes begleiten würde. Außerdem schrieb ich meinem Vater, dass ich Wehen habe und er sich mal bereit halten solle.

Die Sonne geht auf – die Wehen unter

Nora kam direkt vorbei, tastete einmal nach dem Muttermund, der aber erst bei gut 1 cm war. Wir sollten uns später wieder melden. Dann wurde auch Julius allmählich wach und mein Mann brachte ihn dann kurze Zeit später zur Tagesmutter.

Der Tag dümpelte so vor sich hin. Und dümpelte und dümpelte. Die Sonne brietzelte immer mehr. Aber in der Wohnung ging nichts voran. Ging ich umher, hatte ich teilweise Wehenabstände von 3 Minuten, kaum saß ich, waren es auf einmal nur noch alle 5-8 Minuten. Also wieder aufstehen. Ich musste die Wehen zwar veratmen, aber noch nicht lauter.

Langsam wurde ich müde und legte mich für eine Weile auf’s Sofa. Ich hab tatsächlich auch ein bisschen geschlummert. Aber Wehen hatte ich dann vielleicht 3 in einer knappen Stunde.

Wenn es noch nicht so vorangeht (man spricht dann von der Latenzphase), ist es ganz gut erst einmal Ressourcen-schonend zu agieren. Ein Mittagschläfchen war also eine richtig gute Idee. Oft kommen die Wehen viel kräftiger, sobald der Körper ausreichend Kraft gesammelt hat. Dann beginnt die Eröffnungsperiode.

Danach also wieder raus in die Hitze und spazieren.

Gegen Mittag haben wir nochmal Nora angerufen, die leider auch nicht viel sagen konnte außer sowas entmutigendes wie “Vielleicht ist es auch noch gar nicht die Geburt! Wetter….blabla….” Und sie bot an, gegen 15:30 Uhr wieder vorbei zu kommen, sofern wir sie nicht eher bräuchten.

Ich war allmählich echt gefrustet. Wir gingen nochmal raus. Ich hing alle paar Minuten meinem Mann in den Armen und eigentlich wollte ich ihn bei der Hitze am liebsten gar nicht berühren. Ich bat meinen Papa, Julius von der Tagesmutter abzuholen und mit ihm zu uns zu kommen. Und ich legte mich nochmal ins Bett und versuchte mich erneut ein bisschen auszuruhen. Ich konnte wieder eine Weile schlafen, war aber wieder völlig gefrustet, dass ich in der Zeit kaum Wehen hatte.

Geburtshaus – statt Hausgeburt

Ich bat Tom um eine Kreuzbeinmassage. Und kurze Zeit später hatte ich die erste intensivere Welle. Und noch eine. Und noch eine. Das erste Mal, dass ich mittönen musste.

Einige Minuten darauf kam mein Vater mit seiner Frau und Julius von der Tagesmutter und kurz darauf trudelte auch Nora ein. Sie untersuchte mich nochmal – ca. 4 cm. Sie fand, jetzt sah es doch nach Geburt aus. Ich fand das mittlerweile auch.
Und dann die Hiobsbotschaft: Bei einer anderen Frau hat sich das Baby auch auf den Weg gemacht, sie können uns nicht zu Hause betreuen – wir müssen doch ins Geburtshaus.
Ich konnte im ersten Moment gar nix sagen, die Tränen kullerten, und trotzdem mussten wir nun irgendwie weiterplanen.

Oh ja, es ist immer etwas schwierig, wenn ein Plan verworfen werden muss. Eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine schöne Geburt ist Flexibilität. Denn natürlich kommt Unvorhersehbares sehr oft vor: Die Gebärwanne, auf die man sich gefreut hat, ist im entscheidenden Moment besetzt. Die Beleghebamme, zu der man schon Vertrauen aufgebaut hat, ist krank. Oder die schöne, spontan geplante Geburt muss doch mit einem Kaiserschnitt beendet werden. All das sind Situationen, die man so natürlich nicht geplant oder gewünscht hat. Dennoch kann man versuchen darüber hinweg zu kommen und das Beste daraus machen. Und wer weiß: vielleicht ist das dann auch schön?!

Wir entschieden uns, dass Julius nun doch mit meinem Vater mitfährt, was für Julius auch voll ok war. Nur ich musste mich von meinen inneren Bildern verabschieden, dass auch unser bald Dreijähriger mit uns gemeinsam das neue Familienmitglied begrüßt.
Nora fuhr dann auch, wir packten die noch benötigten Sachen in die “Not-Tasche” und stiegen kurz nach halb 5 ins Auto.

Ortswechsel

Es folgte genau das, warum ich zu Hause bleiben wollte: eine Autofahrt unter mittlerweile doch recht eindeutigen Wehen. Zum Glück kamen wir trotz Feierabendverkehr gut durch. Kurz nach 17 Uhr waren wir im Geburtshaus.

Wir richteten uns ein, schoben das Bett so, dass ich ans (von der Decke hängende) Tuch konnte, und so probierte ich mich ein bisschen durch die Positionen und landete doch immer wieder am Tuch.
Nora ließ uns echt weitgehend in Ruhe, und ich arbeitete auch weitgehend alleine unser Baby nach unten. Tom reichte mir Wasser und Sprite, Traubenzucker und ab und zu auch mal seine Schultern, massierte mir den Bauch.

Ich weiß nicht, wie lange das so ging, bis Nora uns sagte, dass nun die Wanne frei wäre und ob ich rein möchte. Jupp, wollte ich! Somit siedelten wir kurze Zeit später in einen anderen Raum um. Es war gar nicht so einfach, eine gemütliche Position zu finden. Und noch schwieriger war es, sich auf sich zu konzentrieren, während man die Frau nebenan hörte.

Ich dümpelte dann eine Weile vor mich hin. Die Wehen wurden intensiver und nachdem ich zwei Wehen hatte, bei denen ich schon den Drang hatte mitzuschieben, platze die Fruchtblase. Während ich quasi noch dem sprudelnden Schwall hinterher sah, schüttelte mich die erste Presswehe durch. Sie überrollte mich dermaßen, dass ich gar nicht mehr wusste, wie ich sitzen, liegen, hocken, atmen, tönen sollte.

Nach einem Blasensprung nimmt die Intensität der Wehen meistens noch mal sehr zu. Und natürlich drückt das Köpfchen des Babys auch deutlich stärker, als die weiche Fruchtblase.

Nora und die Hintergrund-Hebamme Brigida bemerkten die veränderte Intensität meines “Tönens” sofort und kamen ins Zimmer. Zumindest eine der beiden war ab dem Zeitpunkt bei uns und versuchte, mich zu erden.
In den teils fünfminütigen Wehenpausen lag ich ausgestreckt im Wasser und döste vor mich hin. Tom musste mich dann teilweise daran erinnern, dass ich nun wieder eine längere Pause hatte und ich mich mal wieder bewegen müsste. Es reichte tatsächlich das Bewegen der Beine, um die nächste Wehe auszulösen.
Ich kämpfte mich dann ans Tuch. Immer wieder und wieder. Eine gefühlte Ewigkeit.

Endspurt

Langsam hatte ich echt keinen Bock mehr. Nora und Brigida sprachen mir immer wieder Mut zu mitzuschieben und nervten mich regelrecht, ich solle doch mal nach dem Köpfchen fühlen, bis ich nur noch entnervt stöhnte, dass ich das Tuch nicht loslasse! Es schüttelte mich, es war anstrengend und irgendwann wollten die beiden mich dann doch wieder an Land haben, wenn es jetzt nicht endlich käme. Das Letzte was ich allerdings wollte war, nochmal den Geburtsort zu wechseln und somit presste ich bei der nächsten Wehe wirklich mit aller Kraft in einem Rutsch unser Baby heraus.
Ich nahm es selbst hoch, allerdings hatte es 3 Mal die Nabelschnur um den Hals gewickelt und ich konnte ihn gar nicht so hochnehmen, wie ich wollte. Da brauchte ich erstmal wieder ein bisschen Sauerstoff im Hirn, um das richtig zu schnallen.

Die meisten Eltern finden die Vorstellung ziemlich gruselig, das Baby könnte sich in die Nabelschnur verwickeln. Tatsächlich kommen recht viele Kinder mit ihren Nabelschnüren um Kopf, Bauch, Arm oder sogar mehrfach umwickelt auf die Welt. Manchmal entstehen durch Turnübungen in frühen Stadien sogar echte Nabelschnurknoten. Aber nur selten führen diese Umschlingungen unter der Geburt zu Problemen. Die Gefäße in der Nabelschnur sind durch die sogenannte Whartonsche Sulze gut gegen Quetschungen geschützt.
Jedoch reicht durch diese Umwicklungen dann oft die Länge der Nabelschnur nicht mehr aus, um das Baby sofort auf den Bauch der Mutter zu legen – und natürlich möchte man das Kind aus seinen „Fesseln“ schnell befreien…

Nora und Brigida halfen beim Abwickeln. Dann konnte ich das Würmchen endlich richtig in die Arme schließen. Es schrie! ♥
Und es hatte Haare. Es war genauso zierlich wie der Bruder. Und ich hatte es endlich geschafft.
Leider konnte ich nur kurz verschnaufen, weil mit dem Baby auch eine Menge Blut kam und das Wasser rot färbte und mich die Hebammen lieber an Land haben wollten.

Wenn sich die Nachgeburt zu lösen beginnt, blutet es aus der Stelle, die ja dann eine Wunde ist. Normalerweise darf die Plazenta auch in der Badewanne geboren werden. Aber wenn diese Lösungsblutung sehr heftig ausfällt, sollte die Frau besser aus der Wanne steigen. Denn ein schneller, hoher Blutverlust kann mit Schwindel einhergehen, und eine ohnmächtige, blutende Frau mit noch nicht ganz gelöster Plazenta… möchte man nicht in einer Badewanne versorgen müssen. Also, wenn es stark blutet, dann lieber raus – einfach sicherheitshalber.

So zogen wir nach wenigen Minuten schon auf das Bett um. Nora fragte mich auf einmal, ob wir denn schon geguckt hätten, was es nun ist. Stimmt, das ging in der ersten Aufregung tatsächlich unter. Also Handtuch zur Seite: Ein zweiter kleiner Racker! ♥

Nach-Geburt

Nun begann der Teil, der so im Nachhinein mit am Unangenehmsten in Erinnerung geblieben ist. Mein Kreislauf war dieses Mal äußerst stabil und ich fühlte mich tatsächlich wach und recht mobil. Aber ich hatte recht starke Nachwehen. Die Hebammen meinten, es würde besser werden, wenn die Plazenta raus ist. Aber die wollte nicht so recht. Ich sollte bei einer Nachwehe mitschieben, aber es sträubte sich wirklich alles. Ich hatte so die Nase voll vom mitschieben und dem Gefühl, dass da etwas zum Po hinaus will, dass da unten erstmal alles streikte.

Als nächstes versuchten sie durch Anlegen das Ganze anzukurbeln. Aber der kleine Mann wollte noch nicht so recht und es störte mich, dass immer wieder versucht wurde, ihn zu meinem Nippel zu schieben. Als ich sagte, ich wolle es einfach später nochmal versuchen, gab sie mir noch unterstützende Globuli.

Durch das Stillen werden Hormone ausgeschüttet, die die Plazentalösung begünstigen. Zusätzlich muss man immer noch eine volle Harnblase berücksichtigen, die den Platz im kleinen Becken verkleinert und die Geburt des Mutterkuchens stört. Manchmal hilft also schlicht ein Toilettengang, damit die Plazenta hinterherrutschen kann.

Als fast eine Stunde vorbei war, dann doch nochmal der Versuch, das Ding nun rauszuschieben. Da das Baby auch noch nicht abgenabelt war und ich ja noch ein paar Bilder mit ihm und Plazenta machen wollte, musste mein Mann das Baby nehmen, aber halt ja nicht zu weit weg, und ich mich irgendwie umständlich in den Vierfüßler hieven (Schwerkraft und so) und bei der nächsten Nachwehe musste ich echt nochmal meine Kräfte zusammennehmen und die Plazenta da rauspressen. Das hat sich in dem Moment auch nicht viel anders angefühlt, als bei dem Baby…

Oh oh, hier würde ich echt gerne den Zensurstift zücken und den letzten Satz streichen. Mach ich natürlich nicht. Aber ich sage „meinen“ Geburtsvorbereitungskurs-Teilnehmerinnen immer, dass sie keine Angst vor der Plazentageburt haben müssen, weil die ja ganz weich ist – sie hat ja keine Knochen, im Gegensatz zum Baby. Und die meisten Frauen empfinden die Geburt der Plazenta auch tatsächlich als gar nicht schlimm.
Vielleicht kam das in diesem Fall daher, dass es so lange gedauert hat, bis die Nachgeburt endlich kam. Wenn die Geburt nämlich einige Zeit vorbei ist, sinkt die Toleranz dafür, noch weitere Unannehmlichkeiten über sich ergehen zu lassen. Das gilt für Spritzen genauso, wie für eine Naht im Falle einer Geburtsverletzung. Und wahrscheinlich eben auch für die Geburt der Plazenta.

Geschafft

Ab dem Zeitpunkt entspannte sich die Atmosphäre für eine Weile. Tom und Nora machten die Bilder von unserem Sohn mit Nabelschnur und Plazenta (siehe Titelbild). Danach kuschelten wir noch ein bisschen. Nora hat alles für Plazentanosoden eingetütet und auch gleich was für die Smoothies abgeschnitten.

Was es mit solchen Nosoden oder Smoothies auf sich hat und was man aus der Plazenta noch so alles machen kann, könnt ihr in „Plazenta – Bräuche rund um den Mutterkuchen“ nachlesen.

Dann wurde die U1 durchgeführt und ich wurde auf Verletzungen untersucht. Leider musste doch wieder genäht werden. Aber nicht so arg wie nach Julius’ Geburt. Tom hat mir auch dabei die Hand gehalten.

Gegen 23 Uhr bin ich mit Noras Hilfe duschen gegangen, während Tom mit Brigida unseren Sohn anzog. Keine Probleme mit dem Kreislauf. Keine Probleme beim Gehen. Abgesehen von der wiederkehrenden Müdigkeit, ging es mir echt gut. Ich war so froh.
Nebenan tönten die arme Frau und ihr Mann immer noch lautstark. Brigida sagte, dass sie jetzt die Verlegung vom Geburtshaus in die Klinik vorbereiten würden, da sich einfach nichts tut. So angepisst ich anfangs auch war, dass sie mir die Hausgeburt versaut hat – in dem Moment hatte ich einfach nur Mitleid und war so froh und dankbar, dass ich nun zwei Mal doch so ziemlich unkompliziert mein Kind zur Welt bringen konnte.

Julius schlief leider schon tief und fest und wir wollten ihn nicht extra wecken und zu uns bringen lassen. Mein Papa wollte ihn dann am nächsten Tag mit zur Arbeit nehmen und so früh wie möglich Feierabend machen und zu uns kommen. So fuhren wir dann kurz nach halb 12 nach Hause, aßen noch eine Kleinigkeit und kuschelten uns mit unserem Familienzuwachs ins Bett. Und dann stellte sich die bedeutende Frage nach dem passenden Namen…

Liebe Kim, vielen Dank für deinen schönen Geburtsbericht. Du hast wirklich erstaunlich viel Flexibilität an den Tag gelegt:

  • Das Kind kam viel später als gedacht (viele Frauen gehen da schon die Wände hoch)
  • Die Latenzphase war ganz schön lang und du bist dennoch ziemlich entspannt geblieben.
  • Du musstest dich von der Hausgeburt verabschieden und ins Geburtshaus umziehen.
  • Dort war zuerst die Gebärbadewanne besetzt, auf die du dich gefreut hattest…

Und dennoch war es eine sehr schöne Geburt für dich. Das ist toll und zeigt, wie wertvoll die Fähigkeit ist, die Dinge so zu nehmen, wie sie kommen und nicht allzu lange damit zu hadern. Dennoch hast du immer wieder Teile aus deinem „Geburtsplan“ aufgenommen und dich darüber gefreut, wenn es geklappt hat. Das ist eine ganz tolle Gabe, die ich allen Gebärenden wünsche.

Frage zum Schluss

Wie sieht’s aus, hattet ihr auch solche Enttäuschungsmomente unter der Geburt? Wie seid ihr damit umgegangen und konntet ihr euch gut damit abfinden, oder eher nicht?



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5 Kommentare
  1. Dominique
    Dominique sagt:

    Hallo! Ich beglückwünsche Kim zur Geburt ihres zweiten Sohnes und freue mich mit ihr über die komplikationsarme Geburt!
    Allerdings finde ich es sehr anmaßend, wie sie sich über die Frau äußert, die zur gleichen Zeit gebaert! Niemand ist allein auf der Welt und jedem sollte eine passende Betreuung bei der Geburt zustehen, zumal der Zeitpunkt dieser in den meisten Fällen nicht geplant wird!
    Viele Grüße!

    Antworten
    • Jana Friedrich
      Jana Friedrich sagt:

      Liebe Dominique, Gedanken zu denken ist legitim. Und durch eine enttäuschte Erwartung einen negativen Gedanken zu haben finde ich auch ganz normal. Etwas Anderes wäre es, der anderen Frau das zu sagen. Aber denken ist immer OK. Ich fand es mutig, dass sie das im Bericht auch geschrieben hat. So waren eben ihre Emotionen in dem Moment.
      LG
      Jana

      Antworten
    • mom
      mom sagt:

      In so einer (Extrem)Situation werden wohl die meisten ihr eigenes Wohlbefinden ins Zentrum stellen – finde ich auch legitim, wenn in einem authentischen Geburtsbericht das nicht verschwiegen oder beschönigt wird.

      Antworten
  2. Melanie
    Melanie sagt:

    Danke für diesen tollen Geburtsbericht.
    Einziger Enttäuschungsmoment bei einer klasse Wasser-Hausgeburt bei uns: Ein doofer Dammriss, weil ich blöder Weise mal über eine Presswehe hinaus mitgeschoben hatte ….

    Antworten
  3. Katrin
    Katrin sagt:

    Was für ein toller Geburtsbericht. Mir kamen ja die Tränen (der Rührung).

    Zum einen, weil ich letztes Jahr auch eine Hausgeburt geplant hatte und dann auch ins Geburtshaus musste. Zum anderen, weil wir anscheinend im gleichen Geburtshaus und bei der gleichen Hebamme waren (Nora: bei uns nur am Anfang dabei und dann im Hintergrund, aber auch unsere Vor- und Nachsorgehebamme).
    Außerdem mussten wir Beide sehr flexibel sein und hatten trotzdem eine schöne Geburt mit Happy End. :-)

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