Schwangerschafts­phobie – Die Angst vor dem Schwanger sein

Gab es eine Zeit, in der ich dachte, dass ich einmal keine Kinder bekommen würde? Wahrscheinlich schon, aber ich kann mich nicht daran erinnern.
„Wenn ich groß bin, werd’ ich ne Tochter haben, die Mascha heißt“, verriet ich, damals noch als Grundschulkind, meiner besten Freundin. Ich wusste es einfach. Naja, eben so wie man weiß, dass man Feuerwehrfrau werden, oder in einem Schloss wohnen wird ;-). Mein Berufswunsch änderte sich mit der Zeit und das Schloss, naja fast…, aber der Kinderwunsch, der war immer da. Er wurde irgendwann realisiert – Ja, Mascha gibt es heute tatsächlich! – Und irgendwann kam dann noch ein kleiner Junge dazu. Ich hatte Glück! Wunsch, Umsetzung, Resultat, alles klappte wie erhofft. Keine Zweifel, keine Enttäuschungen.

Auch beruflich widmete ich mich dem spannenden Thema Schwangerschaft. Als Hebamme betreute ich Frauen – viele Frauen. Darunter waren Frauen, die Wunschkinder bekamen; Frauen, die sich sehnlichst ein Kind wünschten, aber leider keins bekamen und natürlich Frauen, die schwanger wurden, ohne es überhaupt zu wollen. Und im eigenen Freundeskreis kenne ich Frauen, die sich bewusst gegen Kinder entschieden haben. Da ich Hebamme bin (zumindest glaube ich, dass es daran liegt), erzählen mir viele Menschen gern und unaufgefordert von ihrer Familienplanung und ihren Problemen damit. Aber eine Schwangerschaftsphobie? Das war auch mir neu.

Schwangerschaftsphobie – ein Tabu?

Schwanger zu sein und Kinder zu bekommen ist weitestgehend ein erstrebenswertes Ziel. Es ist ein Zustand, der einem in der Regel Anerkennung und Wohlwollen beschert, sofern bestimmte Eckdaten von Beruf und Beziehung stimmen.
Der Kinderwunsch stellt sich oft schon früh ein, wird manchmal verschoben oder verdrängt, aber ich unterstelle, dass die meisten Frauen ihn kennen. Übrigens gibt es auch viele Männer, die ihn haben. Aber es gibt auch Menschen, die lernen ihn nie kennen und von denen gibt es wiederum welche, die ihn sogar fürchten. Sie haben Schwangerschaftsphobie. Fast alle kennen die Angst vor dem Geburtsschmerz, aber kennt ihr auch die Angst vorm Schwanger sein?
Über diese Angst hat mir eine Blogleserin sehr anschaulich und spannend berichtet. Sie selbst kennt die Angst vor dem Schwanger sein; vor der enormen Veränderung, vor dem Fremdkörpergefühl; und ich fragte mich, ob sie damit allein auf der Welt ist. Und relativ schnell fand ich heraus: Ist sie nicht! Laut einer britischen Studie von 2001 berichteten 13% der nicht schwangeren Frauen Angst vor der Schwangerschaft zu haben, so dass sie diese verschoben oder sogar gänzlich vermieden*.

Ich darf die sehr persönlichen Überlegungen meiner Leserin (quasi Co-Autorin) hier mit euch teilen und bin gespannt, ob es auch unter euch jemanden gibt, dem es ähnlich geht oder ging.

Kinderwunsch: Ja, oder nein? Jein!

Als ich Anfang 20 war, erzählte mir eine Frau, sie sei eines Morgens aufgewacht und wusste: „Ja ich will Kinder! Ich will Kinder und zwar mit diesem Mann.“ Seitdem warte ich jeden Morgen auf diesen Gedanken. Jetzt bin ich über 30…
Die Themen Schwangerschaft, Geburt und Kinder beschäftigen mich. Freunde bekommen Kinder, die Tante erkundigt sich gern nach den Zukunftsplänen, man überlegt und plant mit dem Partner. Aber so einfach ist das alles nicht. Ich beneide Frauen um ihr „Ja“ zu Kindern, um ihre Lust auf Kinder, ihren Mut, ihre Entschlossenheit, oder auch ihre rationale Entscheidung dafür, um ihre Freude am wachsenden Bauch und am Ergebnis. 🙂 Ich vermisse diese Sicherheit, denn bei mir gibt es nach wie vor nur ein paar „Vielleichts“.

Schwanger sein, das ist – „strange“!

Natürlich gibt es Kinder in meinem Freundeskreis und in meiner Verwandtschaft. Wenn ich Freundinnen frage, ob sie schon immer wussten, dass sie Kinder wollen, antworten die meisten sehr bestimmt und mit einem schrägen Blick: „Ja klar“. Die Frage nach dem „Wann“ ist ok – zunächst steht vielleicht ein Studium im Vordergrund, der erste Job, eine berufliche oder private Veränderung… Aber die Frage nach dem „Ob“ scheint für Frauen Anfang 30 allerdings irritierend zu sein, denn den grundsätzlichen Kinderwunsch tragen die meisten dann schon lange in sich. Oder eben ein klares Nein, auch in Ordnung.
Mal von außen betrachtet: Kinder würden in mein eigenes Leben durchaus „passen“. Davon abgesehen, dass dieser Gedanke vielleicht vermessen, etwas arrogant und vor allem nicht unbedingt geburtenfördernd ist: Es gibt in meinem Leben wenige Gründe, die äußerlich oder auch emotional gegen eigene Kinder sprechen. Und ich freue mich mit meinen Freunden über die Fortschritte ihrer Kleinen, sehe gerne die leuchtenden Augen auf beiden Seiten und bin davon überzeugt, dass Kinder das Leben reicher, schöner, intensiver und größer machen!
Aber die Vorstellung selber schwanger zu sein, finde ich sehr erschreckend. Dabei  würde ich so gerne das Gefühl vieler Frauen teilen. Eine Schwangere im positiven Licht sehen, hübsch finden, mich für sie freuen und ein „ach, schööön“ denken. Ich dagegen betrachte Schwangere eher mit einer Mischung aus Respekt, Bewunderung und Irritation! Das wäre wahrscheinlich auch ok, wäre ich denn erst 17. Aber jenseits der 30 scheint mir so ein Blick irgendwie unangebracht…
Ich möchte nicht, dass sich mein Körper so verändert. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, diese Veränderungen zu genießen, stolz, gespannt und erfreut sein zu können. Dass sich plötzlich etwas Lebendiges in mir bewegt? Wie könnte ich mich darüber freuen, ohne das Gefühl zu haben, in mir würde ein Alien wachsen?! Klar, es wäre einfach, sich auf die Hormone und den eigenen Körper zu verlassen, aber was, wenn das Aliengefühl bleibt? Was, wenn sich schwanger sein wirklich so „strange“ und erschreckend anfühlt wie ich es mir vorstelle? Aber Frauen werden eben schwanger und trauen sind eine Schwangerschaft einfach so zu. Liebe Frauen, wie macht ihr das??

Die Geburt – keine Angst?

Ich weiß, dass es einen Unterschied zwischen echten Geburten und der Version im Fernsehen gibt und dass kein Text, kein Gespräch und kein Geburtsbericht die eigene Realität beschreiben können. Aber wie schafft man es, sich in diese Realität zu trauen? Frauen werden schwanger, obwohl sie wissen, dass sie am Ende die Geburt erwartet! Sie wissen meist, was bei einer natürlichen Geburt passiert, was eine PDA bedeutet, was ein Kaiserschnitt. Sie wissen um die Nicht-Planbarkeit, um mögliche Dauer, Schmerzen, physische und psychische Prozesse. Und trotzdem haben Frauen schon immer Kinder bekommen… und werden es – hoffentlich! 🙂 – auch weiterhin tun. Liebe Frauen, wie macht ihr das??

Der Wunsch nach dem Kinderwunsch

Ich möchte keinesfalls arrogant oder anmaßend klingen – ich habe tatsächlich größten Respekt vor allen Schwangeren und Mamas. Ich möchte gerne eure Gedanken und eure Welt verstehen und vielleicht möchte ich irgendwann ebenso mutig sein und mich emotional und rational für Kinder entscheiden können!
Bisher habe ich aber das Gefühl, mit diesen Gedanken – als Frau – relativ alleine zu sein. Als Mann wäre meine „Position“ wahrscheinlich ok; ich vermute, viele Männer denken und fühlen ähnlich. Oder? Als Frau fühlt sich meine Sichtweise allerdings sehr ungewöhnlich an und vor allem gesellschaftlich wenig anerkannt. Ist man als Frau nicht stolz auf seinen Körper? Freut man sich nicht darüber, selbst die „aktive“ Rolle übernehmen zu dürfen? Eine Freundin erzählte mir vor kurzem, dass sie erst jetzt, bei ihrem ersten Kind, das Gefühl habe, ihr Körper würde „Sinn machen“. Heißt das, ein weiblicher Körper macht ohne Kinder keinen Sinn?
Natürlich darf man auch als Frau Schwangerschaft und Geburt intensiv, erstaunlich, besonders, befremdlich und in manchen Punkten auch angsteinflößend finden. Es jedoch sehr irritierend, erschreckend, verstörend und vielleicht auch eklig zu finden, ist, wie gesagt, gesellschaftlich nicht wirklich anerkannt. Und aus genau diesen Gründen heraus sogar bewusst kinderlos zu bleiben, ist wahrscheinlich feige und ganz schön traurig, oder?
„Sehr geehrter Herr Storch, wäre es möglich, statt Kindern erstmal nur einen klaren Kinderwunsch zu bekommen?!“

Geschrieben von: „Einer, wie ich finde, sehr mutigen Blogleserin, die natürlich anonym bleiben möchte“. Vielen Dank für Deinen offenen Text!

Habt ihr, nur für den Fall, dass ihr der „Herr Storch“ nicht antwortet, vielleicht eine Idee, was sie tun könnte?
Oder gehört ihr gar selbst zu den 13%? Gibt es jemanden, der die Angst auch hatte, aber sie überwinden konnte? Und wenn ja: Wie?

Nachtrag 2023:
Hallo zusammen
Als ich 2014 zusammen mit Jana Friedrich diesen Post geschrieben habe, war das Thema Kind ja/nein und all die damit verbundenen Ängste ein Thema, das mich schon EWIG begleitet hat. Ihr kennt das – man beschäftigt sich ja nicht mal eben 1, 2 Wochen mit seinen Ängsten, sondern gerne Jahre…
Ich habe zusammen mit einer Therapeutin (mit der ich eine Stunde rund um meine Ängste sprechen konnte) eine sehr tolle Übung kennengelernt, die ich Euch gerne weitergeben möchte:
– Man nimmt sich ein paar Post Its und notiert wichtige Ereignisse (Abschluss Studium, eigene Wohnung, unbefristeter Job) oder eben auch simple Jahreszahlen in der Zukunft. Ich hatte damals gewählt: 1 Jahr in der Zukunft, 5 Jahre, 10 Jahre, 40 Jahre.
– Die Zettel klebt man auf einer gedachten Linie vor sich auf den Boden, als Zeitleiste, an der man entlang laufen kann. Du startest also im Heute und läuft buchstäblich in Deine Zukunft.
– Nun gehst du diesen Weg zweimal. Links der Zettel definieren wir das Leben mit Kind, rechts ein (selbstbestimmt) kinderfreies Leben. Mit welchem Weg du startest ist egal.
– Wichtig ist: Starte im Heute und gehe ganz ruhig zum ersten Wegpunkt, z.b. ein Jahr später. Dann reflektierst du (in meinem Fall habe ich laut darüber gesprochen), wo ich mich zu diesem Zeitpunkt sehe. Wo wohne ich, wie lebe ich, was manchen meine Freunde, wer hat Kinder, wie geht’s meinem*r Partner*in, meinen Eltern…
– Du gehst alle deine Wegpunkte in beiden Versionen ab und schaust, wie es dir am jeweiligen Punkt, im jeweiligen Setting geht. Mit ganz eigenen Kriterien.
– Mein letzter Wegpunkt war damals “ich bin 70” und ich habe auf meine fiktiven Lebenswege zurückgeschaut. In einem Leben mit Kind und einem ohne.
Diese Übung bringt einem oft überraschende Erkenntnisse, es kann lustig und traurig sein, auf jeden Fall emotional. Aber auch ganz nüchtern, z.B. in Bezug auf die Lebensverhältnisse, finanziell, beruflich, Wohnraum…
Natürlich kann man diese Lebenswegübung auch bei ganz anderen Fragen machen, z.B. wenn eine berufliche Entscheidung ansteht.

Fun fact: Ich hatte damals einen Wegpunkt “In zwei Jahren” und in meinem Weg mit Kind war das das fiktive Geburtsjahr meines Kindes. Tja, am Ende war es TATSÄCHLICH das Geburtsjahr meines Kindes!!! Nicht, weil ich es so geplant hätte, sondern weil da wohl mehr Kinderwunsch in mir steckte als mein Kopf es zugestehen wollte.

 

*Quelle: Hofberg KM, Brockington IF. Tokophobia: a morbid dread of childbirth. Its presence in Great Britain and Grand Cayman, British West Indes. J Psychosom Obstet Gynaecol 2001;22:96 (book of abstracts, suppl 1)

Jede Frau hat das Recht auf eine positive, selbstbestimmte Geburtserfahrung. Seit ich Hebamme geworden bin verhelfe ich Frauen dazu.
Ich bin Jana Friedrich, Mutter von zwei Kindern, Hebamme seit 1998 (und seit September 2020 mit B. Sc. of Midwifery), Bloggerin seit 2012, Autorin zweier Bücher, Speakerin und Expertin im Themenbereich Familie. Mit meiner Expertise unterstütze ich darüber hinaus auch Kulturschaffende, Firmen und Politiker*innen.
In diesem Blog teile ich mit dir mein Wissen und meine Erfahrung rund um Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und das erste Jahr mit Baby.
Du bekommst bei mir Informationen, Beratung und „Zutaten“ zur Meinungsbildung für eines der spannendsten Abenteuer des Lebens.

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574 Kommentare
  1. Avatar
    MamaCologne sagte:

    Ich hatte als Jugendliche auch einen Kinderwunsch. Aber während und nach meinem Studium, das ich mir hart erarbeitet und selbst finanziert habe, wollte ich keine Kinder. Aber eher weil ich in meinem Umfeld (in Bayern) nur klassische Rollenverteilung sah. Und das wollte ich nicht. Dann im Rheinland kam der richtige Mann und ich konnte mir vorstellen, wie das mit Familie anders gehen kann. Dann aber doch Angst vor der Geburt, den Schmerzen usw. Sicher kein Tipp, aber mich hat es dann ungeplant “getroffen”. Und dann war es auf einmal gut so. Dann tun die Hormone auch sicher das ihrige.

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        Aurelia sagte:

        Hallo Jana,

        bin selbst 35 und schlage mich mittlerweile fast täglich mit ähnlichen, dem eigenen Wohlergehen auch nicht eben förderlichen Gedanken herum.
        Bin in guten Händen, könnte nach der Schwangerschaft problemlos wieder in den Job (Lehrerin) einsteigen, alles gute Bedingungen – bis auf die Abwesenheit helfender Familienmitglieder.
        Bei mir ist es eher die Unlust, meine Freiheit und Unabhängigkeit aufzugeben, sowie die Angst davor, zu Hause mit dem Kind zu sitzen, und vieles, was die Musikerin, Lehrerin und Koordinatorin in mir ausmacht, für die nächsten Jahre zumindest größtenteils zu begraben. Also eigene Eitelkeit, wie mir bereits oft mit leisem Vorwurf gesagt wurde. Da bin ich allerdings gerne eitel, weil ich mein Leben wie es ist, eben auch sehr schön finde, und kein Kleinkind in meinem Umfeld vermisse. Babys sind super, Kleinkinder, und das wird ja nun mal draus, bis zum Schulalter find ichabsolut mühsam. Habe Angst vor der Langeweile mit dem Kind, zumal ich eben mehr der Berufs- und Bewegungsmensch bin. Mit 35 tickt die Uhr allerdings bereits laut — und in meinem Umfeld kommen seit Jahren ständig Kinder, werden Kolleginnen und Freundinnen schwanger. Die Veränderung im Körper sehe ich als vorübergehen, weiss nicht, ob man dann ein “Aliengefühl” hat, sehe eher, dass die schwangeren Frauen meistens extrem gelassen sind, das fände ich eigentlich einen großen Zugewinn!! Ein Kollegin hat vor zwei Wochen via Kaiserschnitt entbunden, man sieht noch ein bisschen Bauch, ansonsten ist sie recht unverändert (auch schon vierzig Jahre) und SUPERglücklich mit ihrem Mäderl. Vielleicht ist es wie mit vielen Dingen im Leben: Aus der Distanz betrachtet hats viele Haken, wenn man drinsteckt, ist es doch so spannend. Die Haken sind trotzdem da, aber der Enthusiasmus überwiegt. Wünsch Dir in jedem Fall weiterhin Alles Gute und denke, dass Deine Ansicht genauso erlaubt und “normal” ist, wie die – ich nenn sie mal – traditionelle Ansicht, dass Mutterwerden “dazugehört” und unsere Bestimmung ist (uff!). Kritische und realistische Blicke auf die sogenannten natürlichen Prozesse im Leben sind halt nicht immer gefragt. Schaut man einen Mann schief an, wenn er angibt keine tiefe Liebesbeziehung zu wünschen? Schaut man einen Mann schief an, wenn er nach der Geburt eines Kindes nahezu normal weiter seines Weges geht – ich denke in vielen Berufssparten und Gesellschaftsschichten immer noch nicht. Die Wünsche sind eben unterschiedlich. Vielleicht passt es auch einfach nicht zu Deiner gewünschten Lebensführung oder zu Deiner Beziehung. Das Thema ist doch sehr vielschichtig. Kopf hoch. Vielleicht hilft es ja auch, manchmal die Kinder von Freunden zu “hutschen”, um zu sehen: Finde ich das so schön, dass ich das Eklige dran auf mich nehme? Ich hab den Verdacht: Wenn das Kind im Bauch größer wird, ist mannahezu zwangsläufig irrsinnig stolz, und wenn es später so herzig im eigenen Arm liegt, mit blauen Äuglein, ist man einfach nur entzückt. Und man ist trotzdem noch eine attraktive Frau.

        lg Aurelia

        Habe auch Angst davor und viel Skepsis auch vor der Geburt. Bin sehr schmal gebaut, und werde sicher aussehen wie ein Elefant, aber wie gesagt, das ist nun vorübergehen (meine Schwester hat den gleichen Körperbau und sieht nach zwei Kindern wieder aus wieder vorher) .

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          Aurelia B. sagte:

          Liebe Aurelia,

          mir geht es genauso wie dir! Ich habe laut lachen müssen, da ich erst deinen spannenden Beitrag gelesen habe und dann deinen Namen.
          Bei mir ist auch alles perfekt – Mann, Familie, Beruf (Lehrerin mit dem Fach Musik). Alles ist “vorbereitet” – aber je mehr ich mich mit dem Gedanken beschäftige, desto mehr wird mir bewusst, wie sehr ich meine Unabhängigkeit und meinen Beruf, die vielen Reisen und die ungestörte Beziehung zu meinem Mann liebe. Ich habe Angst, durch ein Kind alles aufgeben zu müssen.

          Es grüßt dich und alle Lesenden, Aurelia

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            Sina sagte:

            Hallo in die Runde,
            Bin heute auf diese Seite hier gestoßen und muss meine Gedanken auch mal loswerden…
            Meine Beziehung läuft seit 9 Jahren super, alles passt. Er hat einen Kinderwunsch – ich nicht. Nun steht die Beziehung auf der Kippe. Ich tue mir generell schwer mit Veränderungen und verstehe auch nicht, warum wir jetzt etwas ändern sollten, wenn es doch so gut läuft. Wir reisen viel, sind mit Freunden viel unterwegs (mein enger Freundeskreis ist kinderlos) und wir machen gerne auch einfach mal nichts. Jetzt sind wir beide Anfang 30 und er möchte eine Entscheidung, weil er gerne ein Kind hätte. Ich für meinen Teil brauche es einfach nicht, mache mir aber trotzdem Gedanken, ob ich es mir in meinem Leben vorstellen könnte. Man will ja auch nicht einfach die Beziehung von heut auf morgen wegwerfen. Ich habe tausende Gedanken, overthinking ist mein 2. Vorname. Ich arbeite mit Kindern, bin als älteste in einer Großfamilie aufgewachsen und schon mehrfache Tante. Ich liebe sie alle -aber ein eigenes Kind? Meine Antwort war immer “Das tu ich mir nicht an, ich will meine Ruhe”.
            Jetzt wo meine Beziehung vor dem aus steht, mache ich mir intensiver darüber Gedanken, warum bei mir denn kein Kinderwunsch vorliegt. Und es macht mich traurig und ich beneide alle, die diese Entscheidung klar treffen können. Mir machen Veränderungen immer Angst, ich mag sie einfach nicht. Es ist ja alles gut, wie es ist. Dann diese Verantwortung (ein Leben lang!) und Pflichten… Diesen gehe ich doch sonst gerne aus dem Weg, jetzt soll ich mich bewusst dafür entscheiden?
            Ich kann mir schon vorstellen, ein kleines Mini Me zu haben und stelle es mir mit meinem Partner auch schön vor, aber die negativen Gedanken und Ängste überrollen alles positive. Und das das Thema Schwangerschaft… kann ich mir bei mir so schwer vorstellen.
            Gibt es noch Hoffnung für mich/uns oder muss ich einfach akzeptieren, dass das nicht der Lebensweg für mich bzw meine Bestimmung ist?
            Es bricht mir das Herz, wenn ich dran denke, diesen Mann gehen lassen zu müssen…

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            Eli sagte:

            Hallo liebe Sina,

            seltsamerweise kann ich nicht direkt auf deine Nachricht antworten, ich hoffe, du findest diese Nachricht trotzdem 🙂

            bei uns ist es genau umgekehrt. Ich bin eher diejenige, die den Kinderwunsch hegt, mein Mann gar nicht oder zumindest will er absolut nicht darüber sprechen.
            Ich kann dich sehr gut verstehen. Veränderungen machen Angst und Kinder sind eine riesengroße Veränderung. Selbst wenn man viel mit Kindern zu tun hat und sie sehr gerne hat, ist ein eigenes Kind zu haben, eine andere Nummer und ich frage mich ebenfalls oft, ob ich dieser Aufgabe gewachsen bin, ob ich eine gute Mutter sein könnte und die Herausforderungen meistern würde.

            Hast du mit deinem Partner/Mann deine Sorgen angesprochen, was dir durch den Kopf geht?
            Eins ist klar, er will definitiv ein Kind, so hast du das ja geschrieben. Ihm diesen Lebenswunsch zu “verweigern” wäre keine Option, denn das würde euch beide nicht glücklich machen und er könnte dir das eines Tages vorwerfen. Sorry, dass ich so direkt bin. Das heißt du hast die Wahl zwischen
            1) mit ihm weiterhin zusammen sein und gemeinsam Eltern werden
            oder
            2) ihn gehen lassen müssen, weil du keine Kinder möchtest, er aber schon.

            Wenn du dich für 1) entscheidest, kann es sein, dass alles super läuft und ihr eine wahnsinnig glückliche Familie sein werdet 🙂 Das würde ich Euch von Herzen wünschen. In einem Podcast habe ich mal gehört, dass wenn die Beziehung super läuft, es durch ein Kind noch schöner wird. (Wenn es schlecht läuft, schon vor dem Kind, dann wird es mit dem Kind noch schlimmer, meinte dieser Mann zumindest).
            Es kann natürlich auch sein, dass du in deiner Mutterrolle nicht glücklich bist und dann wird auch dein Kind und dein Mann dadurch beeinflusst. Es kann leider keiner wissen, wie es sein wird und ich kann verstehen, dass du deshalb so viel drüber nachdenkst… Ich wünschte ich hätte die Antwort für dich, für mich, etc.

            Bei Wahl 2) hätte dein Mann die Möglichkeit, Vater zu werden, mit einer Frau, die auch Kinder will, aber dann müsstest du ihn gehen lassen. Und ich kann mir sehr gut vorstellen, dass du darunter leiden würdest.

            Über Instagram habe ich von der “Die Kinderfrage” gehört. Es sind zwei Damen (eine Psychologin/Coach und eine Autorin – Sarah Diehl), die Frauen und Paare in dieser großen Frage begleiten. Ich selbst habe dort nie teilgenommen, aber vielleicht könnte es Dir/Euch helfen.

            Eine Bekannte von mir hat mal gesagt, das Thema Kinder sei keine Kopfsache, nichts was man mit Verstand löst, sondern einfach nur eine Herzensfrage, die nur mit dem Herzen beantworten und entschieden werden kann.

            Ich wünsche Dir jedenfalls alles erdenklich Gute und hoffe, dass ein intensives und ehrliches, offenes Gespräch mit Deinem Partner zu einem (für euch beide) guten Ergebnis führt.

            LG Eli

          • Avatar
            Eli sagte:

            Mir fällt noch eine dritte Option ein, wie ihr zusammen bleiben könnt, er Vater wird, du aber keine Mutter. Vielleicht gibt es eine Dame, die künstliche Befruchtung in Anspruch nehmen möchte und dein Partner könnte der Samenspender sein, der aber dennoch eine aktive Vaterrolle einnehmen möchte. Vielleicht könnt ihr Euch mit einem Anwalt schlau machen, wie so etwas auch rechtlich geregelt werden kann. Und für euch müsst Ihr sowieso klären, ob es eine Option wäre.
            Ich weiß, klingt im ersten Moment abstrus, aber Bleibt einfach offen für Lösungen 🙂 ich wünsche Euch alles Gute.

          • Avatar
            Mathi sagte:

            Liebe Sina,

            auch ich antworte über diesen Weg und hoffe, du findest die Antwort.
            Ich verstehe dich zu 100%. Der Beitrag hätte genauso von mir kommen können, vor etwa 4 Jahren. Ich war in einer ziemlich ähnlichen Situation wie du: Toller Mann, glückliches Leben, ich wollte nichts verändern und ich hatte panische Angst vor dieser riesen Verantwortung und Endgültigkeit. Mir war bewusst, was es bedeutet, ein Kind zu haben. Ich wollte diese Fremdbestimmung nicht, dieses nie-seine-Ruhe-haben, ich wollte meine Freiheit nicht aufgeben, ich hatte Angst vor allem… und trotzdem konnte ich mich gleichzeitig auch nicht GEGEN ein Kind entscheiden. Ich konnte mich einfach zu gar nichts mehr entscheiden. Mein Mann hatte einen Kinderwunsch und bei uns tickte so langsam noch dazu die Uhr…

            Was haben wir getan? Mich hat das Thema irgendwann so sehr belastet, dass es mich wirklich rund um die Uhr beschäftigt hat. Wir haben unendlich viel geredet. Mein Mann war auch verständnisvoll und gleichzeitig unendlich traurig, weil er sich nur mit mir ein Kind wünschte und für uns beide eine Trennung nicht denkbar war. Vielleicht hätte er sich auch irgendwann entschieden, auch ohne Kind mit mir zusammen zu bleiben. Ich weiß es nicht. Denn es kam anders.
            Ich war irgendwann an dem Punkt, dass ich mir sagte, so geht es nicht weiter. Ich brauche jetzt eine Entscheidung. Ich habe viel gelesen und eine tolle Seite gefunden. https://www.keinen-fehler-machen.de/kind-ja-oder-nein/ Irgendwie taten mir viele dieser Schritte gut, weil es viel auf die Gefühlsebene abzielt und eben nicht die rationale Liste ist. Alleine die Übung: Nehm dir eine Münze und werfe sie. Eine Seite bedeutet “Entscheidung PRO Kind”, eine “contra”. Es geht nicht darum, dass du deine Entscheidung orakelst. Sondern höre in dich, was passiert, wenn du die eine Seite wirfst. Wie fühlt es sich an, wenn da jetzt ein “Nein” liegt? Und wie ist es, wenn hier ein “Ja” liegt?
            Und dann bin ich noch einen Schritt weiter gegangen und zu einem Therapeuten/Coach, der mit mir auf meine Ängste geschaut hat. Angst ist der schlechteste Ratgeber für eine Entscheidung. Es war schwer, sich mit den eigenen Dämonen auseinanderzusetzen, aber im Nachhinein sooo wichtig für mich.

            Es ist etwas Zeit vergangen und dann habe ich mich irgendwann entschieden. Auf einmal war der Zeitpunkt da und ich konnte die Entscheidung treffen. Die Entscheidung fiel auf “Ja. Ich bin mutig und gehe diesen Weg. Die Sorge, es mal zu bereuen, würde mich sonst verfolgen. Wir schaffen das!”
            Ich war sehr schnell schwanger und auf einmal war ich im vollen Hormonrausch und eine richtig glückliche schwangere “Glucke” 😀 Wir hatten so viel Glück: Ich wurde schnell schwanger, die Schwangerschaft verlief gut, unser Mädchen ist gesund. Dann hatten wir leider Pech: Die Geburt verlief traumatisch und ich hatte eine schwere postpartale Depression. Meine kleine Maus hat nur geschrien, ich war am Ende. War die Entscheidung falsch? Nein, ich hatte einfach Pech mit der Krankheit. Heute bin ich wieder komplett gesund, ich weiß so viel mehr über mich, die größte Krise meines Lebens hat mich gestärkt wie nichts davor.
            Meine Tochter ist mittlerweile 2 Jahre alt und ich kann Vieles bestätigen: Jo, es hat sich alles verändert. Die Freiheit ist weniger, die Verantwortung ist enorm. Das Kind ist wahnsinnig fordernd. Und ja, ich sitze auch oft da und weine vor Erschöpfung oder Wut über Dinge, die so ganz anders laufen. Aber würde ich das nicht ohne Kind auch mal?
            Bereue ich meine Entscheidung? NEIN! Denn trotz aller Anstrengung ist sie mein größtes Glück. Ich liebe sie bedingungslos. Inzwischen kann ich mich mit ihr unterhalten, wir lachen so viel zusammen, sie gibt mir jeden Tag das Gefühl, großartig zu sein und ich weiß, ich mache die wichtigste Aufgabe der Welt. Und: Sie wird größer und selbstständiger und sukzessive kommen meine Freiheiten zurück. Ja, es ist anders, aber es verändert sich so viel. Und während der Babyzeit kann man sich oft bewusst machen: Es wird weitergehen und einfacher.
            Du siehst, ich rede hier nichts schön. Ich bin ehrlich wie es bei mir gelaufen ist.
            Und ich verstehe bis heute auch 100% jede/n, die/der sich für ein Leben ohne eigenes Kind entscheidet. Das ist völlig legitim und absolut nachvollziehbar.
            Bei uns bleibt es bei einem Kind aufgrund meiner Geschichte und auch das ist gut so.

            Übrigens fällt es mir in der Realität heute oftmals leichter mit den anstrengenden Phasen umzugehen als meinem Mann 😉 Denn: Ich war vorher schon realistischer. Er hat sich alles “etwas einfacher vorgestellt”. Also ist es manchmal auch nicht schlecht, viel nachzudenken 🙂

            Wir sind immer noch ein Paar und glücklich. Natürlich ist die Beziehung anders, aber sie ist nicht schlechter dadurch oder weniger wert. Und wenn abends diese kleinen Händchen in meinen liegen und sie sich an mich schmiegt, weiß ich: Alles war richtig!

            Ich drücke euch feste die Daumen für euren weiteren Weg, egal in welche Richtung er geht.

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        Paola sagte:

        Hallo, habe gerade den Text und einige Antworten gelesen. Nun sitze ich hier und weine. Das sind genau meine Gefühle. Ich wünsche mir ein Kind und habe aber Angst während der Schwangerschaft “diesen Alien” ( genauso wie im Text empfinde ich es auch) nicht mehr in mir haben zu wollen oder können. Weiter ist da noch die Geburt vor der ich durch meine Angststörung unwahrscheinliche Angst habe dabei zu Sterben… Ich weiß nicht mehr weiter und weiss auch nicht an wen ich mich wenden kann oder soll.lg ola

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        • Avatar
          Ketelhut sagte:

          Hallo, ich kann genau verstehen wie es dir geht. Nu sind die Einträge schön älter und ich bin ganz gespannt darauf, hast du dich getraut ? Und wenn ja, ich hoffe das ich fragen kann, auch wenn es sehr persönlich ist. Wie war es ?
          Liebe Grüße

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          • Avatar
            Paola sagte:

            Wahnsinn ichcwsr schon ewig nicht mehr hier…mittlerweile kann ich viele Gedanken von mir selbst nicht mehr nachvollziehen…die Alien Gedanken…ich liebe jede einzelne Bewegung meines kleinen BauchZwergs und kann mein Glück immer noch nicht fassen. Ich möchte auch nicht das in acht Wochen schon alles vorbei ist. Wobei dass bestimmt mit der Angst vor der Geburt zu tun hat…viele verstehen nicht warum ich mir sogar einen Kaiserschnitt unter Vollnarkose vorstellen könnte nur um nicht zu „sterben“ und auf der anderen Seite denke ich jede wehe und jeder Schmerz werden mir meinen kleinen Schatz schenken und tschakka ich will es schaffen.

          • Avatar
            Paola sagte:

            Kaum zu glauben mein BauchZwerg ist nun drei Monate alt und ich liebe ihn so und möchte auch nochmal eine Schwangerschaft erleben dürfen♥️

          • Avatar
            Angie sagte:

            Paola
            Vielen dank das du noch mal in diesem Forum geschrieben hast!!!
            Ich lese ständig nur die Ängste aber viele schreiben nicht wie es weiter gegangen ist.
            Dein Post macht mir wieder Hoffnung !!!!
            Gruß Angie

          • Avatar
            Laura sagte:

            Auch von mir ein Herzliches Dankeschön!! Es hilft einem so weiter nocheinmal von einer Person zu hören die vorher solche Ängste hatte. Danke!

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          Sabine sagte:

          Liebe Paola, liebe Nicht-Mamis.
          Ich als Mama von 2 Kindern bewundere eure Ehrlichkeit. Ich finde es gut, wenn sich Frauen bewusst gegen Kinder entscheiden, als welche zu kriegen, weil es so sein soll und dann festzustellen, daß die Freiheit wichtiger ist.
          Ich wollte ab Mitte 20 auch irgendwann Kinder. Hab dann den passenden Mann gefunden und wir waren uns einig. Ich habe mich auf die Schwangerschaft gefreut, hatte aber auch einen heiden Respekt vor der Entbindung. Weil ich es mir auch nicht vorstellen konnte, da unten etwas raus zu pressen.
          Ich sage euch, egal, was ihr euch in Bezug auf Schwangerschaft und Geburt vorstellt, es kommt anders und ihr fühlt anders, als ihr euch es vorstellt ich dachte an diese glücklichen schwangeren, die immer si toll ihren Bauch streicheln usw. Natürlich bin ich geplatzt vor Freude Beim positiven Ergebnis. Aber ich hatte auch 5 wichen Schwangerschaftsübelkeit, was die Freude schnell nahm. Ansonsten war ich zwar zufrieden in der Schwangerschaft und auch das 1. treten war toll, aber dieses dauergrinsen hatte ich nicht. Es war auch anstrengend, aber auch schön. Ich hatte quasi 50% Freude, aber auch 50% bedenken, denn jetzt gab es kein Zurück mehr. Nicht vor der Geburt, aber auch nicht vor dem danach. Eine Reise ins Ungewisse — so gar nicht meins. Es verlief alles super, nur hatte ich eine eher seltene Komplikation bei der Geburt- aber wir hatten Glück und überstanden alles ohne Folgen und gesund. Das 1. Jahr war schon toll, trotz schlaflosen Nächte- ganz ehrlich, man lebt dann einfach und fragt nicht jeden Tag, wie schaff ich das nur. Aber man weiß kaum noch, wie es ohne Kind war- ich zumindest nicht.
          Und obwohl- ja die Zeit mit einem Kleinkind zwischen Sonne und Gewitter wie Aprilwetter wechselt, möchte ich diese Zeit nicht missen.
          Meine 2 Schwangerschaft verlief ähnlich, nur das die Übelkeit- vor die ich mich fürchtete mehr zu schlug und ein bisschen länger anhielt. freute ich mich trotzdem auf mein 2. Baby. Leider konnte ich wegen Umzug die Schwangerschaft nicht wirklich genießen und das bereue ich mit dem heutigen Wissen zu tiefst. Die Schwangerschaft lief gut- aber auch hier habe ich nicht Dauer gegrinst wie ein honigkuchenpferd. Da ich Komplikationen bei der 1. hatte, wurde diesmal eingeleitet. Leider trat dann unerwartet und unvorhersehbar eine andere Komplikation ein, und ich bin eine von unter 20% die es überlebt hat.meine Tochter ist jetzt etwas über 2jahre und manchmal läuft mir noch ein Schauer über den Rücken, was da passiert ist. Gegen Ende der 2. Schwangerschaft stand für mich fest, ich wollte noch ein 3.kind- das ist jetzt wegen der Risiken nicht mehr möglich– ich treffe auf Unverständnis, trotz der Erfahrung im Herzen diesen Wunsch zu tragen- sei froh, 2 gesunde Kinder zu haben– das bin ich- aber genauso wie ihr total verunsichert beim Thema Entbindung und Schwangerschaft seid, habe ich erfahren, dass es ein Tabu ist, offen auszusprechen, dass man nicht nur strahlt bei einer Schwangerschaft und alle der Meinung sind– vir allem wenn ihre kinderplanung abgeschlossen ist- meinen sagen zu dürfen, dass seine auch abgeschlossen sein muss..
          Bleibt wie ihr seid. sich für Kinder zu entscheiden ist eine große Entscheidung. Ich muss sagen, durch die Kinder sind wir jetzt mehr unterwegs- wandern usw kann man mit Hilfmitteln auch. Es ist anders, aber auch schön. trefft eure Entscheidungungen, es ist EUER Leben und so ist es auch gut.- Nur zuletzt wenn ich virher gewusst hätte, was alles passiert bei den Entbindungen- ich würde es wieder tun- denn ich lebe jetzt bewusster mit 2 Engeln an der Seite- dir auch schon öfters Teufelchen sein können, aber ich möchte mein Leben- für das ich mich entschieden habe, nicht mehr hergeben — ps: ich kenne überwiegend Frauen- 95% die normale Entbindungen ohne Probleme hatten- sogar welche die den nächsten Tag schon wieder rumspaziert sind- da schau ich dann auch neidisch- aber es sollte halt nicht sein.

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        • Avatar
          Svenja sagte:

          Oh man, der Beitrag ist zwar schon älter, aber du sprichst mir aus der Seele.
          Ich fühle auch, dass ich gerne Kinder hätte und ich weiß, dass ich eine unglaublich gute Mutter wäre. Wie du scheinbar auch, habe ich aber eine generalisierte Angststörung und habe Angst, dass diese bei Schwangerschaft/Geburt etc. Wieder voll ausbricht.
          Ich habe tatsächlich auch Angst bei der Geburt sterben zu können…

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        gast(w) sagte:

        Hallo Jana,

        was ist eigentlich inzwischen aus der Schreiberin des Eröffnungstextes zu Schwangerschaftsphobie und aus ihren “paar vielleichts” geworden? Hat sie über die Jahre mehr Klarheit gefunden?

        Wo lesen und schreiben eigentlich die Frauen weiter, die -wie ich- keinen Weg gefunden haben, ihre Angst zu überwinden und nun altersbedingt dauerhaft ohne Kind leben und darüber Frieden finden müssen. Gibts diese Frauen überhaupt? Mir scheint, es schafft ansonsten jede irgendwann…

        Hast du da Erkenntnisse?

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        • Avatar
          Namenlos sagte:

          Hallo Paola,
          Herzlichen Glückwunsch nachträglich zur Geburt eures Bauchzwerges 🙂 konntest du deine Angst vor der Entbindung überwinden? Hast du einen Kaiserschnitt machen lassen?
          Ganz liebe Grüße
          Namenlos 🙂

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          • Avatar
            Paola sagte:

            Hallo Namenlos,
            Vielen Dank…die Angst ja ich konnte sie überwinden… Ich hatte eine wunderschöne Schwangerschaft mir ging es neun Monate so gut wie fast noch nie in meinem Leben. Je näher die Geburt gerückt ist viel mehr hatte ich aber zwischendurch Angst manchmal hab ich geweint aber nicht oft. Ich musste sogar vier Tage Einleitung über mich ergehen lassen aber auch das war kein Problem. Nein ich hatte keinen KS ich hab normal entbunden und bin auch glücklich und irgendwie auch stolz dass ich es geschafft habe und diese Erfahrung machen durfte. Heute wünsche ich mir sogar eine zweite Schwangerschaft auch wenn der Respekt vor der Geburt da ist. In 14 Tagen wird mein BauchZwerg ein Jahr ich kann nicht fassen wo die Zeit hin ist.
            Und wie ist es bei dir?

        • Avatar
          Andie sagte:

          Hallo!
          Ja, es gibt Frauen, die es NICHT SCHAFFEN ihre Ängste zu überwinden und deshalb kinderlos bleiben. Ich bin so eine. Mein Kinderwunsch war nie extrem groß, ich fühlte mich immer jung und habe Gedanken an ein Kind immer auf später verschoben. Auch, weil ich extreme Angst vor Schwangerschaft und Geburt hatte. Das Allerschlimmste wäre für mich eine Totgeburt oder ein behindertes Kind zur Welt zu bringen. Ich weiß nicht, wie ich das schaffen würde. Gleichzeitig weiß ich aber, dass ich eine wundervolle Mama sein würde und ich sehr gut mit Kindern kann. Nun sind die Jahre vergangen, die Angst ist immer noch da und zu alt bin ich jetzt auch. Jetzt muss ich damit fertig werden, kinderlos zu bleiben. Was im Prinzip nicht so schlimm ist, aber die Gesellschaft lässt einen spüren, dass man keine richtige Frau oder nur die Hälfte wert ist. Und natürlich würde ich mir auch eine Tochter wünschen zu der ich mal ein so gutes Verhältnis hätte wie ich zu meiner Mutter. Im Grunde kann man natürlich sehr gut ohne Kinder leben, trotzdem hätte ich gerne eine Familie, deshalb werden wir ein Pflegekind aufnehmen und mit ihm eine Familie sein. Vielleicht ist das die Aufgabe, für die ich bestimmt bin.

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          Christina sagte:

          Hallo in die Runde!
          Nach Jahren bin ich wieder über diesen, meinen, Text gestolpert. 🙂 Was aus den Vielleichts geworden ist? Ein Ja, mein Kind ist inzwischen 5. 🙂
          Das Ja war aber keineswegs ein klares Ja, sondern der Gedanke war umgekehrt: “jetzt bin ich Mitte 30. Würde ich es später bereuen, es nicht wenigstens mal VERSUCHT zu haben schwanger zu werden? Vermutlich ja…” In der absoluten Gewissheit, dass ich mit all meinen Ängsten und Zweifeln ohnehin nicht schwanger würde… hat es direkt beim ersten “Versuch” geklappt. Und: ich war schockiert. Aber das Leben hatte entschieden und ich würde diesen Weg jetzt gehen. Mein Schwangerschaft verlief völlig normal. Es war ok, aber selten mehr. Ich hatte kein Aliengefühl, aber die Gewichtszunahme hat mich belastet und die Angst vor der Geburt blieb. Ich hatte eine tolle Begleitung durch eine wunderbare Hebamme während der Schwangerschaft und während der Geburt. Trotzdem war es am Ende ein (ungeplanter) Kaiserschnitt, weil ich es nicht geschafft habe, meinen Körper zu vertrauen und mich fallenzulassen. Ich hatte soviel Angst während der Geburt, aber eine fantastische Betreuung in einem kleinen familiären Krankenhaus durch eine Hebamme, die ausschließlich für mich da war an einem wunderschönen Sommertag. Am Ende wurde es ein selbstbestimmter Kaiserschnitt mit einem guten OP-Team und einer großartigen Wochenbettbetreuung. Die Liebe zu meinem Kind kam nicht sofort, meine erste Freude galt allein mir – ich hatte es geschafft! Ich war nicht mehr schwanger und die Geburt war vorbei. Ich war unfassbar glücklich darüber.
          Die Liebe zu meinem Kind musste wachsen und es hat ungefähr 4 Wochen gedauert, aber dann kam sie mit voller Wucht. 🙂 Und seitdem haben wir eine ganz enge, wunderbare Beziehung und ich bin bis heute überwältigt von dieser Liebe.
          Aber – auch das ist Teil meiner Geschichte – es ist bei diesem einen Kind geblieben und so sollte es für mich auch sein. 🙂

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          • Avatar
            Susanne sagte:

            Liebe Christina,

            vielen Dank für dein Update und den Beitrag, der mir Hoffnung gibt. Wir sind jetzt auch früh schwanger, mein Mann freut sich unglaublich und ich schäme mich mit ihm über meine ganzen Sorgen und Ängste zu sprechen, die mich seit ein paar Tagen zur Verzweiflung bringen. Ich bin auf den Beitrag gestoßen, weil ich jetzt in jeder freien Minute google, wie man es schafft nach einer Schwangerschaft auch Frau zu bleiben und dass eine Beziehung nicht darunter leidet und man sich nicht selbst aufgibt. Ich liebe unser aktuelles Leben und meinen Mann über alles und ich sollte die Schwangerschaft als den Gipfel unseres Glücks sehen, habe aber Angst vor den ganzen Veränderungen. Ich habe Angst, dass unsere Ehe nicht mehr so schön sein wird wie jetzt und dass ich in der Mamarolle verschwinde..
            Während ich das schreibe, kommen mir die Tränen, weil es sich auch so falsch anfühlt so zu denken und in anderen Foren wird man für diese Aussagen fast gelyncht.
            Es tut aber gut zu sehen, dass es Frauen mit ähnlichen Gedanken gibt, die den Schritt trotzdem nicht bereut haben.
            Danke!
            Susanne

          • Avatar
            Susi sagte:

            Hallo. Nach der Geburt unseres Wunschkindes musste ich erst einmal neu lernen, mich wieder als Frau und nicht nur als Mutter zu sehen. Und ja, mein Mann und ich – vorher ein Herz und eine Seele – haben uns gestritten so schlimm und stark wie nie zuvor. ABER: wenn es Liebe ist, wenn der Wille da ist, dann übersteht man solche Zeiten! Und wächst dabei und lernt viel über sich.

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        Malina sagte:

        Nun ist es weit später und der Artikel immer noch so aktuell. Ich bin 26, mit meinem ersten Kind schwanger und hatte gerade die ersten Bewegungen. Ich finde sie, wie vorher vermutet, weder magisch noch besonders schön. Ist aber jetzt halt so. Ich wollte nie schwanger sein, aber immer Kinder. Für mich ist es ein sehr unemotionaler, etwas weirder Zustand und auf den XL Babybauch freue ich mich gar nicht. Niemand kann mir erzählen, dass die schön sind. Ich finde sie sehr eklig und hoffe einfach, dass es bei meinem okay wird. Die Geburt macht mir keine Angst, da habe ich volles Vertrauen in die Hormone, die mich hinterher alles vergessen lassen. Aber danach das Stillen… mal schauen ob und wie lang ich das durchhalte

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        • Avatar
          Silvana sagte:

          Ach Mädels, bin ich froh nicht alleine solche Gedanken zu haben.
          Ich bin 35 und in der 21. SSW. Heute war wieder so ein Tiefpunkt an dem ich es mir gewünscht habe, einfach nicht mehr schwanger zu sein.
          Ich wollte nie wirklich Kinder aber mein Mann unbedingt. Ihm zuliebe bin ich schwanger geworden.
          Ich spüre die Kleine auch jeden Tag aber ich fühle dabei nichts… auch möchte ich einfach nicht dick werden. Momentan ist mein Bauch noch klein. Ich finde dieses Riesen Bäuche einfach nur schrecklich. Hoffe meiner bleibt relativ klein.
          Ich sehne so sehr den Tag herbei an dem das vorbei ist. Und das obwohl ich im Grunde bisher eine super unkomplizierte Schwangerschaft hatte.

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          • Avatar
            kira sagte:

            Liebe Silvana, wie ist das ausgegangen? Ich bin 30 und mein Mann möchte ein eigenes Kind mit mir haben. Aber ich möchte nicht schwanger werden und dieses ganze Procedere mit machen. Genau deine Gedanken schwirren mir durchgehend durch den Kopf.
            Wie ist es dir ergangen seither? Ich würde es auch euer für ihn tun als für mich..
            Liebe Grüße

        • Avatar
          Katrin sagte:

          Hallo Malina,

          vielleicht liest du mein Kommentar auch 1,5 Monate später noch. Mich würde interessieren, wie es dir erging? Und wie es dir jetzt geht? Ich bin jetzt in der 9. Woche und zähle die Tage schon runter. Heute sind es bis zum ET noch 220 🙂
          Mir geht es ganz genau so: weder finde ich Schwangerschaftsbäuche besonders schön noch habe ich große Lust auf Kindsbewegungen. Stillen finde ich auch eher weird, allerdings macht mir die geburt selbst keine allzu große Angst bzw. mache ich mir darüber gar keine Gedanken. Würde mich freuen, von dir zu lesen. Viele Grüße Katrin

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    • Avatar
      Anonym sagte:

      Ich bin gerade mal 16 Jahre alt, doch heute Nacht habe ich bereits zum dritten Mal innerhalb von ca. Einem Jahr von einer ungewollten Schwangerschaft geträumt. Beim ersten mal war es mir niccht richtig bewusst und es waren Zwillinge mit einer Fehlgeburt. Beim zweiten Mal habe ich so lange auf meinen Bauch eingeschlagen, bis es vermutlich tot war, weil ich so verzweifelt war. Und beim dritten hat es sich unglaublich real angefühlt und ich war verzweifelt, denn ich gehe noch zur Schule und das Kind kam von meinem (in Traum) Ex Freund. Ich will auch im richtigen Leben keine Kinder, aber seit diesem Träumen habe ich eine richtige Schwangerschaftsphobie. Ich weiss nicht ob das für mich in meinem Alter psychisch gesund ist, denn es ist sehr belastend für mich, solche Träume zu haben, da sie für mich sehr real sind.

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      • Avatar
        Namenlos sagte:

        Hallo Paola,
        bei mir kam die Angst damals durch den Besuch einer Hebamme in unserer Schule. Die Art, wie sie über Geburt und Schwangerschaft im Allgemeinen gesprochen haben, war zwar sehr sehr positiv, aber auf mich wirkte es total beängstigend.
        Irgendwann, Jahre später, habe ich dann allerdings einen Mann getroffen gehabt, mit dem ich mir Kinder wünschte und bin ins kalte Wasser gesprungen. Zum Glück war meine Schwangerschaft ziemlich angenehm, ich hatte keine Beschwerden. Aber die Angst vor der Geburt blieb lange Zeit. Ich hab mit vielen Frauen gesprochen und letztlich musste das Kind ja irgendwie raus. Ich hab’s auch tatsächlich spontan geschafft und mich getraut, auch wenn ich irgendwann eine PDA hatte 🙂
        Es ist schon irre, was ein Körper so schaffen kann!
        Ganz liebe Grüße
        Namenlos

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    • Avatar
      Ellie sagte:

      Hallo.
      Ich hoffe dass noch jemand diesen Blog liest. Schließlich ist der Artikel schon so lange her.
      Ich bin 44, hatte bisher noch nie wirklich einen festen Kinderwunsch. Karriere und das eigene Leben gingen immer vor. Ich habe um mich herum mein Leben so gestaltet wie ich es wollte. Habe vor 3 Jahren ein Pferd gekauft welches bald eingeritten wer soll. Wir hatten immer Katzen, sind seit 8 Jahren zusammen. Die waren immer wie unsere Kinder. Jetzt haben wir noch einen zweijährigen Kater. Ich liebe ihn wie ein Kind. Mein Leben hat sich immer um meine Tiere und den Job gedreht. Vor einem Jahr haben wir ein Haus gekauft welches wir die nächsten 3 Monate noch renovieren müssen.
      Mein Partner wünscht sich schon sehr ein Kind. Und ich? Ich weiß es nicht.
      Einen Tag denke ich ich werde es mal betreuen wenn meine Eltern mal nicht mehr sind ganz alleine zu sein. Zu meiner Mutter habe ich ein Gutes Verhältnis, wir telefonieren fast täglich und sehen uns wöchentlich. Meine Uhr ist fast schon abgelaufen. Körperlich sieht man mir das Alter nicht an, ich werde fast immer noch von Leuten die mich nicht kennen auf max Mitte 30 geschätzt.
      Wenn ich jetzt kein Kind kriege ist es für mich zu spät. Ich denke viel darüber nach wie es weitergehen soll.
      Jetzt ein Kind kriegen und mein Leben umstellen? Es klingt total geisteskrank, aber es schwirrt auch Angst um meine Katze mit dabei. Er ist mein Baby. Was ist wenn das Kind eine Allergie bekommt? Ich habe Angst die Katze nicht mehr zu lieben wenn ein Kind kommt. Angst bei der Geburt zu sterben in meinem Alter. Angst mein Leben für ein Kind zu opfern. Angst ob ich das alles in meinem Alter noch schaffe.
      Gleichzeitig aber auch Angst alleine zu bleiben und es irgendwann zu bereuen kein Kind bekommen zu haben. Oft denke ich es wäre schön wenn ich vor 20 Jahren ein Kind bekommen hätte wie meine Freundin die jetzt ein super Verhältnis zu ihrer Tochter hat.
      Wenn ich mir vorstelle meine Mutter wäre ohne mich, fände ich den Gedanken an ihrer Stelle zu sein nicht schön. Wir sind wie Freundinnen die sich alles erzählen. Ich hole mir Rat bei ihr. So hätte ich es auch gerne im Alter.
      Doch irgendwie habe ich auch Angst ein Kind nicht zu lieben weil ich nie eine der Frauen war die schon immer einen Kinderwunsch hatten.
      War jemand von euch in so einer Situation? Bin ich etwa schon reif für den Psychiater?
      Ich denke manchmal daran dass es schön wäre einfach etwas an jemanden weiterzugeben wenn ich nicht mehr da bin.

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      • Avatar
        Jana Friedrich sagte:

        Liebe Elli, der Blogbeitrag wird immer noch sehr häufig gelesen.
        Außerdem glaube ich, dass einige hier sich professionelle Hilfe geholt haben. Ich finde das total sinnvoll, bei so einer wichtigen Entscheidung, die Angst macht.
        Ganz liebe Grüße und alles Gute für dich!

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        • Avatar
          Katrin sagte:

          Oh mei,
          ich bin zufällig über den Blogbeitrag gestolpert und beim Lesen dachte ich, der könnte von mir sein.
          Genau so fühle ich mich und wirklich niemand in meinem Umfeld kann es verstehen oder nachvollziehen. Habe versucht das öfters anzusprechen. Es wurde immer abgetan mit: die Freude kommt, wenn du erst mal schwanger bist, oder: stell dich nicht so an, Frauen bekommen überall in der Welt Kinder.
          Es ist schrecklich und wirklich niemand in meinem Umfeld kann meine Gefühle verstehen.
          Mein Mann hat einen enormen Kinderwunsch und wir haben 8 Jahre nicht verhütet. Ich wurde nicht schwanger. Als mir der FA gesagt hatte, ich kann wahrscheinlich ohne Hilfe nicht schwanger werden, war ich irgendwie erleichtert. Zwar auch traurig, dass ich nicht die Möglichkeit habe, falls ich mich umentscheide, aber eher erleichtert. Ich habe es für mich dann auf das Schicksal geschoben und gedacht, dass es eh nicht klappt. Und wenn doch, dann soll es so sein und ist vielleicht dann die letzte Chance. Jetzt werde ich in 1,5 Wochen 36 und tja, jetzt bin ich unerwartet in der 8. SSW.
          Und was soll ich sagen: ich hasse es jetzt schon. Ich finde nichts schön daran und es belastet mich sehr. Und das jetzt schon, obwohl es mir körperlich gut geht und sich mein Körper noch nicht verändert hat. Mir ist nicht schlecht und irgendwelche Gelüste oder andere Probleme habe ich bisher auch nicht.
          Aber die Hormone tragen zu keinem: “oh in mir wächst ein neues Leben heran”-Gefühl bei.
          Ich finde es zum Kotzen, dass ich mein Leben, das ich gut fand wie es war, aufgeben muss.
          Ich habe liebend gerne und viel geraucht und das ist mit eines der Dinge, die mir am schwersten fallen.
          Hinzu kommt meine chronisch schlechte Laune. Ich verlasse das Haus nur noch zum Arbeiten, kann nichts mit mir anfangen und will am liebsten nur noch heulend im Bett liegen.
          Meine schlechte Laune geht so weit, dass ich es nicht mal schlimm fände, wenn ich es nicht ins 2. Trimester schaffe. Auch beim Ultraschall, als man den Herzschlag gesehen hat, habe ich nichts gefühlt. Mein Mann war gerührt, hatte Tränen in den Augen und bei mir einfach nichts.
          Besonders schlimm wird es, wenn etwas mit dem Kind nicht in Ordnung ist, ich es aber gebähren muss. Ich weiss nicht, wie das gehen soll, oder ob ich das Kind je lieben kann. Wenn schon ein Kind, dann bitte gesund. Aber sicherlich trifft es mich mit einem behinderten Kind.
          Keine Ahnung wie das Ganze weitergeht und wie schlimm es erst wird, wenn sich mein Körper verändert. Eine Hoffnung auf die Hormone habe ich nicht. Leider gibt es niemanden, mit dem ich über meine Gefühle sprechen kann.

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          • Avatar
            Lea sagte:

            Hallo Katrin,
            ich habe mich beim Lesen gerade total wiedergefunden in deinem Beitrag. Ich bin in der 6. Woche und offiziell vom FA bestätigt bekommen habe ich es seit Montag.
            Seit Montag bin ich eigentlich nur am weinen. Ich hatte nie den super ausgeprägten Kinderwunsch. Es war immer vorstellbar, aber eigentlich immer noch weit entfernt. Ich bin 34, mein Partner 42, wir haben letztes Jahr ein Haus gebaut, haben beide super bezahlte Jobs und eine schöne und harmonische Beziehung – die Rahmenbedingungen passen also und wir haben das jetzt als nächsten „logischen Schritt“ gesehen. Alle in unserem Freundes- und Bekanntenkreis haben schon Kinder z.T. auch schon länger. Ich habe sie nie darum beneidet. Eher im Gegenteil. Viele wirken einfach unglücklich, total erschöpft, haben Pläne und Träume fallengelassen und auch sich als Partner irgendwie verloren.
            Mein Mann und ich reisen gerne und viel, das würde jetzt natürlich wegfallen bzw. stark eingeschränkt sein. Wir beide sind sind uns eigentlich auch „genug“, wir brauchen keine Veränderung, um glücklich(er) zu sein.
            Wir haben uns vor dem Schritt natürlich schon Gedanken darüber gemacht, wie es sein wird. Aber das wirkliche Gedankenkarussell, die Recherchen und und und, das kam jetzt erst.
            Lange probiert haben wir es auch nicht, es hat direkt beim ersten Versuch geklappt.
            Ich hatte das Gefühl, dass dieser Schritt jetzt von uns erwartet wird und wenn er nicht gekommen wäre, hätten sich alle gewundert, kein Verständnis gehabt. Vielleicht hat sich daher eine Art Pseudo-Kinderwunsch eingestellt, ich weiß es nicht.
            Ich bin seitdem super unglücklich mit der Situation, verspüre gar keine Vorfreude und bin total antriebslos und einfach nur traurig. Ich habe auch Schuldgefühle, weil es sofort geklappt hat bei uns, andere aber so lange auf den Moment warten müssen.
            Ich überlege ernsthaft die Schwangerschaft abzubrechen. Mein Mann ist tendenziell eher dafür, das Kind zu behalten. Er möchte, dass ich glücklich bin und es bleibe und er würde bei jeder Entscheidung hinter mir stehen. Meine Sorgen versteht er alle, aber er sagt, dass wir das gemeinsam schaffen würden.
            Ich hätte niemals gedacht, in so einer Situation zu sein. Es fühlt sich einfach so verkehrt an und ich weiß nicht, wie ich jetzt weitermachen soll..

          • Avatar
            Joa sagte:

            Hallo Lea,

            Vor zwei Jahren um etwa diese Zeit bin ich schwanger geworden und habe mich ganz genau so gefühlt wie du. (Man kann meine Posts aus der Zeit hier auch noch finden)
            Ich kann das alles extrem gut nachvollziehen. Vielleicht helfen dir meine Worte ein bisschen durch diese Situation hindurch.
            Das Problem ist: Keiner, der noch kein Kind bekommen hat, kann auch nur im Entferntesten nachvollziehen oder verstehen oder wissen, wie das ist.
            Das Schöne und das Anstrengende. Alles ist nur Theorie, bis man es selbst erlebt.
            Mein Sohn ist jetzt 15 Monate alt. Er ist der coolste Typ, den ich kenne. Ich liebe ihn so unendlich, dass ich manchmal nicht weiß, wie ich mit diesen intensiven Gefühlen umgehen soll. Ich kann heute sagen: Ihn zu bekommen war das Beste was mir je passiert ist – ohne Einschränkung! Ich würde diese Entscheidung niemals rückgängig machen wollen, obwohl es noch immer irrsinnig anstrengend ist! Aber ein Leben ohne ihn kann und will ich mir nicht mehr vorstellen. Er bereichert mein Leben, meine Persönlichkeit, meine Entwicklung und mein ganzes Dasein total.

            Als ich schwanger wurde, hatte ich Panik und bin sofort in eine tiefe Depression gefallen, die etwa 3 Monate anhielt. Auch danach kam immer wieder Angst und Zweifel in mir hoch. Bis zur Geburt. Da fiel dann alles an seinen Platz.
            Das bedeutet nicht, dass mit der Geburt meines Sohnes plötzlich alles rosarot und toll wurde – im Gegenteil.
            Mein Kind ist ein extrem schlechter Schläfer und mein Schlafmangel und die damit zusammenhängende Erschöpfung ist absolut krass. Auch unsere Beziehung hat durchaus gelitten, weil mein Partner sehr wenig stressresistent ist und viel an mir hängen bleibt. Auch meine Finanzen haben natürlich gelitten. Meine Freiheit sowieso. All das ist Realität: Ein Kind ist wie ein kleines Erdbeben in deinem Leben. Es dauert, bis man die Trümmer beseitigt und neu geordnet hat. Lange.
            Ich bin nicht der Mensch, der das Leben mit Kind irgendwie idealisiert, oder in rosigen Farben zeichnet (“sie geben einem ja so viel zurück…”). Ich bin ein Fan von Realismus. Und zur Realität gehört der Satz: Es ist einfach so verdammt anstrengend.

            Das war der Teil, der mir bekannt war, bevor ich ein Kind bekommen habe. Der Teil, den ich mir ungefähr vorstellen konnte. Der Teil, vor dem ich wirklich auch Angst hatte: Die Anstrengung. Die Opfer, die man bringen muss. Der unvermeidliche Beziehungsstress. Der Mental Load (der ist krass!). Der Verlust der Freiheit (gar nicht sooo krass wie ich dachte). Die Identitätskrise (tatsächlich real aber sehr interessant). Die körperlichen Veränderungen (fies, aber erträglich). Und das Schlimmste von allen: Das, was die Gesellschaft von dir als Mutter erwartet! (Das war und ist für mich mit Abstand das Schlimmste am Muttersein, die anderen Menschen!)
            Du siehst: Die ganzen negativen Aspekte waren mir am Anfang der Schwangerscahft irgendwie instinktiv klar. Ich wusste ziemlich genau, was da an Herausforderungen und Stress auf mich zukommt und das hat mich depressiv werden lassen. Es hat mir unendlich viel Angst gemacht. Wirklich unendlich viel. Ich habe damals viel über eine Abtreibung nachgedacht.

            Was ich aber nicht wusste, bzw. mir nicht im Ansatz vorstellen konnte: Die unendliche und absolut transformierende Liebe, die ich zu meinem Kind habe. Es klingt abgefahren und kitschig, aber es ist tatsächlich so: Die trägt einen da durch. Die Liebe und das ganze Schöne, das ein Kind mit sich bringt ist so intensiv und so fantastisch, dass es das ganze Schlimme auch wirklich irgendwie aufwiegt.
            DAs heißt nicht, dass ich das Schlimme (Stress, Schlafmangel, Hass auf andere Menschen, gut gemeinte und sehr dumme Ratschläge VON anderen Menschen) nicht empfinde. Im Gegenteil – es fordert mich jeden Tag aufs Neue heraus. Aber ich wachse auch daran.

            Tatsächlich ist es für mich so: Mein Kind und alles was es mit sich bringt (inkl. Stress), ist der Faktor, der AM WENIGSTEN HART ist. Der schlimmste Faktor sind mein Umfeld und die Gesellschaft.
            Das sich abgrenzen müssen von Anderen und deren Meinung über dich und dein Tun. Die Generation “Schreienlassen”, die dir dauernd ungefragt reinredet, weil du dein Kind in den Schlaf trägst, anstatt es im dunklen Zimmer sich selbst zu überlassen (tatsächlich so passiert). Das ist das, was mich wirklich fertig macht.
            Mein Kind und die Betreuung meines Kindes ist dagegen echt angenehm und schön und einfach, obwohl ich ein sehr anstrengendes Kind habe.

            WAs ich damit sagen will: Du kannst dir jetzt nur die negativen Sachen vorstellen und das macht dich panisch und hilflos.
            Was du dir nicht vorstellen kannst und nicht können wirst, bis du dein Kind hast, sind die tollen Sachen. Die Liebe, den Stolz, die Freude, die du empfinden wirst, wenn es was Neues kann, wenn es dir mit weit aufgerissenem Mund einen sehr feuchten und intensiven Kuss auf dein Auge (!) drückt und sich mit einem sehr zufriedenen Seufzer an dich kuschelt und dir “Mama Gackgack” ins Ohr flüstert und du ganz genau weißt, dass das das krasseste Kompliment ist, das du je hören wirst, weil “Gack gack” (= Ente) das aktuelle Lieblingstier deines Kindes ist und du genau weißt: Wenn er dich mit Gack Gack identifiziert, hast du alles richtig gemacht!
            Es ist einfach mega schön, ihn jeden Abend ins Bett zu bringen und zu wissen, gleich schleudert er dir wieder seinen Teddy entgegen und fordert dich auf, Tierstimmen nachzumachen und dabei schaut er dich mit einem Gesichtsausdruck an, den du von dir selber kennst.
            Ihn anzuschauen und dich selbst, deinen Partner, deine Eltern, deine Großeltern und alle, die du liebst, in ihm wieder zu erkennen, aber auch zu sehen: Das ist ein ganz eigener und individueller Mensch, der für sich selbst steht.

            Die Aufgabe, dein Kind ins Großwerden zu begleiten ist gigantisch und sie lässt dich ganz ehrfürchtig werden. Und: Es ist das absolut witzigste auf der Welt, einen kleinen Menschen dabei zu beobachten, wie er neue Dinge lernt.
            Wenn er läuft, wie der betrunkene Butler von “Dinner for one” oder wenn er was Verbotenes tut und danach reuevoll mit dem Kopf schüttelt, weil er weiß, dass es verboten war…. Du lachst dich kaputt mit einem Kind. Jeden einzelnen Tag.

            Mein Fazit: Wenn du einen Partner hast, mit dem es läuft und mit dem du dich sicher und stabil fühlst, wenn die Finanzen und die Wohnsituation passen und wenn du ein Umfeld hast, das dich trägt, dann hast du alle Voraussetzungen, die du brauchst, um das Ganze zu rocken!
            Die Entscheidung für oder gegen das Kind kann dir keiner abnehmen, ich will dir nur sagen: Du hast im Moment nicht alle Infos auf dem Schirm. Du weißt über das Schreckliche bescheid, aber du weißt (noch) nichts über all das Fantastische.

            Mir hätte es damals geholfen, zu wissen, dass Schlimm und Schön immer Hand in Hand gehen, wenn es ums Kinderhaben geht. Mal fühlt sich alles wirklich überwältigend hart an, aber das ist nie von Dauer. Das Schöne überwiegt.

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            Gabi sagte:

            Wow liebe Joa, ich glaube ich habe noch NIE eine so schöne Liebeserklärung an ein Kind gelesen. Ich werde mir deinen Text speichern und bei jede Gelegenheit an zweifelnde (auch werdende) Mütter verschenken und ihn mir durchlesen, wenn es mal wieder anstrengend war. Aber die Liebe für meinen Sohn, ich kann das so nachvollziehen, es ist nicht rosa! Aber es ist das Schönste, was gibt und das Wichtigste überhaupt. NICHT MEHR WEGZUDENKEN.

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        Gabi von mondamo.de sagte:

        Liebe Elli,
        vielleicht überlässt du es dem Schicksal. Öffne dich für die Möglichkeit, schwanger zu werden – und dann wird dein Körper antworten… denn ob es noch klappt, das ist ja auch nicht mehr so sicher in deinem Alter, oder? Wenn es denn so sein soll, wird es doch geschehen. Und dann hast du ein paar Monate Zeit, dich mit all den Fragen zu beschäftigen. Oft ist es ja so, dass man an seinen Aufgaben wächst. Das Leben ändert sich, die Umstände sind neu und damit hast du dann die Chance, dich auch zu verändern, dein Leben anzupassen: und dann geht es trotzdem irgendwie… und am Ende kannst du es dir gar nicht anders mehr vorstellen!
        Du sagst das so “abwertend”, ob du reif für den Psychiater bist. Dennoch schwingt in deinem Kinderwunsch ja vor allem auch die Angst mit, später einmal einsam zu sein. Das sind schon Themen, die man bei einem Psychotherapeuten sich mal von der Seele reden kann. Ein bisschen im eigenen Leben aufräumen und sich ein paar Dinge klar werden… ist super hilfreich!

        dir eine gute weitere Lebensreise 🙂

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        Namenlos sagte:

        Liebe Ellie,
        Ich kann deine Ängste sehr gut verstehen! Hier in Deutschland haben wir das Glück, eine sehr gute medizinische Versorgung zu haben. Das Risiko, bei einer Geburt zu sterben, ist hierzulande verschwindend gering.
        Was Haustiere angeht, kann ich sagen, dass sie das Allergierisiko bei Kindern senken, gerade weil die Kinder durch die Tiere von kleinauf mit den verschiedensten Allergenen aufwachsen.
        Bei mir hat sich nichts in meiner Liebe zu den Tieren geändert, allerdings ist noch eine andere, überwältigende Liebe hinzugekommen 🙂
        Und ich hatte wie oben erwähnt ebenfalls nie einen Kinderwunsch, dennoch liebe ich meine Kinder sehr. Ich glaube, wenn man sich letztlich dazu entscheidet, diesen Schritt zu gehen und zwar aus Eigeninitiative, sich eventuell auch von einer guten Hebamme und/oder Therapeutin begleiten lässt und offen für diese Veränderungen ist, braucht man nichts zu befürchten.
        Dennoch: bedenke, dass das äußerlich sichtbare Alter nicht unbedingt mit dem deiner Eizellen gleichzusetzen ist. Es kann bei 40+ echt schwierig sein, noch schwanger zu werden. Lass dich am besten von deinem Frauenarzt beraten. Horche gut in dich hinein, was du dir wünschst. Sind es „nur“ die Ängste, die dir im Weg sind? Die dir deinen eventuellen Wunsch „madig machen“ wollen? Oder gibt es vielleicht andere Gründe?
        Ich wünsche dir alles Liebe!

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        Unebekannte75 sagte:

        Hallo Ellie

        bist du noch auf dieser Seite vertreten. Ich bin jetzt 45 so alt wie du und mir geht es genauso wie dir.
        Vielleicht liest du diese Zeilen und schreibst mir zurück.

        Lg. von Unbekannte

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      • Avatar
        Sunny sagte:

        Liebe Elli

        ich bin jetzt 45 habe wie du Katzen und auch nie wirklich einen Kinderwunsch gehabt. Je älter ich wurde desto mehr merkte ich, dass ich mir schon gerne Familie wünschte. Ich habe mich ebenfalls nur um Karriere und Job gekümmert. Ich telefoniere oft mit meiner Mutter und meine Ängste bezüglich Einsamkeit, Angst im Alter keine Familie zu haben wurden über Jahre immer schlimmer und unerträglicher. Als ich sehr spät, aber vielleicht gerade noch möglich meinen Freund kennenlernte hatte ich Ihm den Kinderwunsch so madig geredet ,dass er auch keines mehr wollte.. vom Finanziellen bis hin zu den Problemen die auf einen zukommen könnten. Ich dachte das Thema Familie wäre für mich abgeschlossen. Pustekuchen. Mit 44 war ich so depressiv, dass ich nicht mehr arbeiten konnte. Ich spürte auf einmal körperlich dass etwas mit mir nicht stimmt Herbst operiert. Seitdem habe ich leider schmerzen. Trotz allem ist der Druck und die Angst so sehr gestiegen niemals Mutter zu sein, dass ich es zum 1. Mal in meinem Leben einfach nach einem positiven Ovulationstest ins kalte Wasser gesprungen bin. Jetzt geht es mir seit Tagen furchtbar schlecht. Ich habe Angst einen positiven Schwangerschaftstest in den Händen zu halten und gleichzeitig Angst vor einem negativen. Völlig Widersprüchlich.
        Wie geht es Dir mittlerweile? Konntest du eine Lösung für Dich finden? Hast du dich getraut ins kalte Wasser zu springen und es wenigstes zu versuchen?
        Reif für den Psychiater bist du sicher nicht. Wie du siehst ergeht es mir und anderen Frauen ebenso.

        Antworten
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        Anne sagte:

        Liebe Ellie, liebe Frauen,

        Ich habe viele eurer Beiträge gelesen und es fühlt sich so gut an, nicht alleine zu sein.

        Vorne weg, ich bin 32 und habe einen Sohn, der nächsten Monat 3 Jahre alt wird. Die Zeit rast und trotzdem kommt mir das alles vor, wie gestern.
        Ich weiß nicht, ob man das Trauma nennt oder nicht, ich habe diese ganzen Gefühle erlebt: gerade Schwanger und statt Freude nur Panik und Angst. Ich weiß wie ich vom Frauen Arzt raus kam, meine Mutter auf mich wartete und so voller Freude. Ich mit so eine dämlich kitschigen Baby Welcome Box in der Hand, die mir mein Frauenarzt geschenkt hatte und den Mutterpass in der Hand.
        Meine Gedanjen rasten, jede Sekunde, will ich das? Ich will doch Karriere machen, habe einen Master Abschluss und noch nicht den perfekten Job und jetzt soll ich schon so eine verschrobene Hausfrau werden?
        Die Angst vor dem kontrollverkust war riesengroß. Am schlimmsten war der Zeitdruck. Wenn ich mich bis zum 3. Monat nicht gegen das Kind entschieden habe, dann muss ich bis zur Geburt durchhalten. Ganze 6 Monate. Es gibt da kein zurück mehr. Düse Situation hatte ich noch nie. Ich werde nicht gleich die Flinte ins Korn, aber sind wir ehrlich: einen Job kann man wechseln, ein Studium oder eine Ausbildung abbrechen… aber hier ist definitiv nach 3 Monaten No Return. Und auch nach der Schwangerschaft gegen die festen weiter: werde ich das Kind lieben ? Ein Turf kann man vorher sehen und sich aussuchen, ein Kind ist dann da, ob es dir so passt oder nicht-es ist wie es ist.
        Um etwas abzukürzen:
        Ich war in psychologischer Betreuung während der Schwangerschaft, hat leider nichts gegen diese Panikattacken gebracht. Ich war mit dem Thema völlig mit mir alleine. Denn ich muss es ertragen und aushalten, verstehen tut es keiner, stattdessen werden sie einem vor, dass niemand sich richtig freuen konnte, weil ich mit dem ganzen Thema der Abtreibung alles kaputt gemacht hätte. Mein Mann war da anders. Sich nicht äußern und die Entscheidung mir überlassen- es sei mein Körper, er trägt jede Entscheidung mit. Düse Einstellung ist vielleicht richtig und selbstlos führte aber zum nächsten Wutanfall und fliegendem kaffeebecher vor der Arbeit. Ich war alleine mit mir und meinen Gedanken.
        Ich habe letzten Endes auf Verdrängung gesetzt. Ich habe lange meinen Sport weiter gemacht, Bäume mit der Kettensäge geschnitten und mich mit gar nichts befasst was Geburt oder Baby heißt. Und dann kam der Tag. Wir sind ins Krankenhaus, eine Stunde später war das Baby auf natürliche Art da. Ich habe nur leider immer noch nichts empfunden. Es war auch kein einfaches Baby und eher eine Ausnahme wie ich jetzt weiß. Ich habe mich das erste Jahr durchgeschlagen: viel Geschrei vom Baby, Wut, Trauer, Enttäuschung und Gebrüll bei mir und meinem Mann.das Baby war ein absolutes Papa Kind. Na der durfte auch weiter sein Leben leben, zur Arbeit und in Sport gehen und sag nicht aus wie eine cellulierte Milchkuh…. Ich funktionierte und habe mich auch direkt den ersten Tag nach der Geburt übernommen: der Hund muss raus, so wie immer, ich muss funktionieren, alle arbeiten nur du nicht, also Putz hier und räum auf…. Das leben darf nicht als verschrobene Hausfrau Enden mit Kind. Ich habe mich sofort für eine online Ausbildung von 18 Monaten angemeldet…
        Ich dachte oft daran zurück, wie ich in der Abtreibungsklinik saß, die Schwester mir eine Pille in die Hand drückte, die ich nehmen sollte und sie sagte, dass das eine gute Entscheidung wäre vor allem jetzt mit Corona…ich stand auf und verließ die Praxis… und ich verfluchte mich auch oft, dass ich es nicht durchgezogen habe.. auch nach der Schwangerschaft.
        Als das Baby 10 Monate alt wurde, war alles besser: ich hatte fast meinen Körper zurück und war nicht so ein ekelhaft lautierendes Etwas mehr. Die Bindung zu meinem Baby war nun da und viel mehr Momente der Freude.
        Viele Sprüche kamen und kommen auch heute noch manchmal , wie gut, dass ich nicht abgetrieben hätte und was wäre ich jetzt unglücklich.
        Ob ein unerfüllter Kinderwunsch noch gekommen wäre, kann ich nicht sagen, ob ich es irgendwann mal bereut hätte, weiß ich nicht. Aktuell denke ich nicht. Ich hätte mein Leben anders gestaltet: viel reisen, ein Cabrio gefahren und alle konzentration in einen coolen Job gesteckt… ich hätte eben was aus mir gemacht…den kleinen hätte ich nicht vermisst, weil ich ihn nicht gekannt hätte.
        Aber jetzt? Jetzt ist er da, sehr schlau und in allem sehr weit für sein Alter, was sehr anstrengend sein kann, mit voller Energie und ungebremst. Und so oft ich auch denke, warum er nicht mal so einfach und ruhig die andere Kinder sein kann, es wäre so viel einfacher, um so öfter sage ich ihm voller Ehrlichkeit und nicht um irgendwas zu kompensieren, dass ich ihn unglaublich lieb habe und ich mich manchmal dabei erwische, dass ich an schlechten depressiven Tagen an ihm Klammer. Das mit der perfekten Erziehung und Mutter habe ich immer noch nicht drauf. Ich wollte pünktlich essen, natürlich was gesundes, ihn duschen und früh ins Bett bringen… Tatsache war, dass wir zu spät auf dem Heimweg waren, den mobilen Eiswagen in unserem Dorf entdeckt haben, beide riefen „der Eismario ist da, schnell..“, ich das Lenkrad rum riss und in den Feldweg einfuhr, aus dem Auto sprang und dem Kind raus half und wir zum Eiswagen rannten: 4 Kugeln Eis für uns beide zusammen als Abendessen. Und duschen? Nein-nur noch waschen und schnell ins Bett, denn es war ja schon 19:30 Uhr und morgen ist ja Kita. Ich kenne jemanden den ich kaum wach kriegen werde …

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    • Avatar
      Emilia sagte:

      Vielen Dank für alle Beiträge die ich alle gelesen habe.
      Ich bin 37 und verheiratet und habe auch all diese Probleme. Ich nehme gegen Panikattacken eine geringe Dosis Antidepressiva.
      Ich wünsche mir sooo sehr ein Baby. Habe aber all die Ängste vor der Schwangerschaft und Angst danach an Angst zu leiden. Hat jemand von euch Erfahrung mit Antidepressiva in der Schwangerschaft? Ich habe Angst wenn es mir zu viel wird nichts nehmen zu können.

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  2. Avatar
    Nalesh sagte:

    Ich erkenne mich ein Stück weit im Text…. ich wollte zwar immer Kinder, aber ich hatte tatsächlich wahnsinnige Angst vor der Schwangerschaft. Einerseits, weil ich wusste, DASS sich mein Körper und meine Seele verändern würden, nur wusste ich noch nicht WIE. Ausserdem hatte ich die Befürchtung, dass mich die Kindsbewegungen komplett verstören könnten und ich das Kind dann nur noch “aus mir raus” haben wollen könnte….

    Dann wurde ich schwanger. Ich erinnere mich daran, wie ich in den ersten Wochen einen regelrechten Weinkrampf hatte und mir sicher war, dass ich die Schwangerschaft nicht durchstehen würde und sogar mir die Option offen lassen wollte, diese noch zu beenden….

    Alles wurde gut.
    Als ich mein Kindchen dann im Bauch zart spürte, fand ich’s schön. Ich wurde zwar keine “superglückliche” Schwangere und mir machten vor allem die seelischen Veränderungen zu schaffen. Mein Kind habe ich daheim geboren. Die Erinnerung daran ist wunderschön (die Geburt allerdings anstrengend und schmerzhaft :-)).
    Ich hab danach monatelang erzählt, dass ich zwar gerne weitere Kinder hätte, aber dass ich auf Schwangerschaft und Geburt absolut verzichten kann!

    Ich bin jetzt wieder schwanger. Die ersten 3 Monate hat’s mich wieder ziemlich durchgewirbelt, jetzt, wo ich mein Kleines spüre, trage ich stolz mein Babybäuchlein herum und bin richtig glücklich schwanger. Ich freue mich auf unsere nächste Hausgeburt. 🙂

    Wenn eine Frau keinen Kinderwunsch hat, finde ich nicht, dass man daran was rütteln soll und muss. Wenn ein Kinderwunsch da ist, aber die Angst vor der Schwangerschaft diesen verdrängt, dann finde ich, sollte frau sich liebevoll begleiten lassen und erleben dürfen, wie schön es ist, Mutter zu werden und zu sein.

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      Jana Friedrich sagte:

      Hallo Nalesh,
      das ist ja spannend, dass Du Dich hier wiedererkennst. Und gut, dass sich das “Fremdkörpergefühl” relativiert hat. Ich finde es ungemein mutig, trotz der Angst die Schwangerschaft zu wagen. Vielleicht machst Du anderen Frauen damit Mut.
      Danke!
      Jana

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      • Avatar
        Serap sagte:

        Also ich habe sehr aufmerksam die Beiträge gelesen und muss sagen, ich bin so froh, dass sich die Mamas mit den gleichen Ängsten, die sie vorher hatten, hier nach der Geburt wieder gemeldet haben und über ihre erfolgreiche Schwangerschaft bzw. Geburt berichtet haben. Vielen lieben DANK an euch!!! <3 Das beruhigt mich sehr. Ich bin 43, hatte vor 2 Jahren eine Fehlgeburt, danach hat es lange nicht mehr klappen wollen, nun haben wir vor 4 Wochen die erste ICSI Behandlung gehabt, ich stehe quasi kurz vor dem Bluttest und bin totaaal nervös, Angst, dass es nicht geklappt hat, Angst davor, wenn es geklappt hat, ob es dieses Mal halten wird, dann falls es hält, wie wird es verlaufen, werde ich plötzlich auch ängstliche Momente haben und damit eventuell dem Baby im Bauch schaden?…Bin ja auch eine ehemalige Angstpatientin, ich hatte schon immer Furcht davor, dass diese Angstzeit in der Schwangerschaft mich wieder aufsuchen könnte, vielleicht bin ich auch deshalb nicht noch einmal schwanger geworden…keine Ahnung, organisch war alles ok bei uns…
        Naja…als ich jetzt etwas erhöhte Temperatur festgestellt habe, mich leicht erkältet fühle, und wir gerade die doofe "Coronazeit" haben, überkam mich irgendwie die Angst vor der Schwangerschaft, was wenn ich medizinische Hilfe brauche, aber nichts nehmen darf, was wenn die Schwangerschaft nicht gut verläuft, was ist mit meinem Asthma, meiner ewigen Magensäure, meinem Übergewicht, was wenn ich durch meine Ängste dem Embryo bei der Entwicklung schade, ich wünsche mir seit Jahren nichts sehnlicher als eine gesundes und glückliche Schwangerschaft mit einem kerngesundem Baby am Ende der Schwangerschaft bzw nach der Geburt. Dieser Gedanke, dass ich aus Ängsten vlt das Baby für einen Moment lang aus mir raus haben wollen könnte, der erschreckt mich am Meisten, aber ich glaube auch ganz fest daran, dass die Hormone und der Gedanke Mama zu werden mich letztlich doch sehr entspannen und beruhigen werden. Ich weiß zumindest, dass ich auf keinen Fall wegen meinen Ängsten vor der Schwangerschaft kinderlos bleiben will!!! Da MUSS ich durch, sage ich mir und manchmal ist es sogar ein richtig schönes Gefühl und Gedanke ein so tolles Wunder zu erschaffen 🙂 Ich liebe mein Kind, noch bevor es entstanden ist aus tiefstem Herzen…hahaha irgendwie verrückt…vielleicht weil ich so lange gehofft habe und enttäuscht war, dass es nicht geklappt hat…ich habe generell eine ziemlich nervenaufreibende Zeit hinter mir, kann sein, dass ich gerade meine Gefühle und Gedanken nicht ordnen kann und deshalb so nervös war. Dank der Beiträge hier, geht es mir gerade so viel besser, ich danke euch vom Herzen. Ich hoffe einfach nur noch, dass mein Bluttest positiv sein wird die kommende Woche und dass ich dieses Mal meine Schwangerschaft gesund und munter verläuft und ich ein oder zwei gesunde Kinder auf die Welt bringen kann :-)))

        Liebste Grüße Serap

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    • Avatar
      Paola sagte:

      Hallo Nalesh, dein Text hat mich sehr berührt. Was meinst du mit “liebevoll begleiten” lassen? Hast du nebenbei eine Therapie gemacht?

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  3. Avatar
    HeuteMalNamenlos sagte:

    Hmmm. Ich versuche mich mal. Psychologisch fundierte Ansätze oder wissenschaftliche Erkenntnisse kann ich auch nicht bieten. Nur mein eigenes Erleben – das dem der Leserin recht nahe kommt.

    Mit dem Kinderwunsch war das bei mir auch so eine Sache. Es gab nie einen klaren Wunsch. da waren die gleichen Vorbehalte und Emotionen, wie sie oben auch beschrieben werden. Die Vorstellung, dass da was Lebendiges in meinem Bauch ist, war für mich vorher auch lange erschreckend und ja, fast auch eklig. Die körperlichen Veränderungen…angstmachend. Als wir uns dann letzlich doch getraut haben, klappte es erstmal gar nicht. Zwei ganz frühe Abgänge und viele negative Tests. Das Thema Kinder habe ich dann wieder verdrängt – es sollte ja anscheinend sowieso nicht sein.

    Und tja, irgendwann ein Jahr später, in einem glücklichen und kopflosen Moment, wollte mein Körper dann anscheinend doch schwanger werden, und das Unterbewusstsein war einverstanden. Jetzt bin ich in der 37. Woche. Das Gefühl, dass mein Körper jetzt erst Sinn macht, habe ich nicht. Ich bin immer noch oft gestresst von den Veränderungen, genervt von Schmerzen oder Unbeweglichkeit. Schwanger zu sein, finde ich nicht so irre erfüllend. Aber so verstörend, wie ich mir das im Vorfeld ausgemalt habe, ist es längst nicht. Und wovor ich am meisten Angst hatte, nämlich vor dem Bewegungen eines fremden Wesens in mir – das ist jetzt das Schönste am Schwangersein. Es fängt ja auch ganz zart an, mit federleichten Impulsen. Die stören nicht, die sind wirklich schön und gar nicht beängstigend. Und mit der Kraft des Kindes wächst die eigene Vertrautheit mit diesen Bewegungen. Ich hätte nicht gedacht, dass es mir so gehen würde, aber es ist so. Mittlerweile reagiert meine Tochter auf meine Hände am Bauch, fast kann ich ein bisschen mit ihr spielen. Das erzählt mir auch etwas über ihre Persönlichkeit – so fremd ist sie also gar nicht mehr.

    Die Angst vor dem Schwangersein ist nie ganz verschwunden, bis jetzt nicht. Wenn man ein sehr starkes Bedürfnis nach Kontrolle und Sicherheit hat, dann ist die Fremdbestimmung einer Schwangerschaft eben erschreckend, oder kann es zumindest sein. Das verstehe ich sehr gut.

    Allerdings muss ich auch sagen, dass es einfach nicht möglich ist, sich diesen Lebensabschnitt vorher intellektuell auszumalen. Die meisten Dinge, die ich mir vorher so verstörend oder eklig vorgestellt habe, sind in Wirklichkeit ganz anders. Ich spring nicht permanent im Dreieck vor Seligkeit, aber ich kann es aushalten, besser als gedacht. Und ich hatte bisher viele schöne Momente, die ich mir so hätte gar nicht vorstellen können.

    Mein Fazit: Man kann sich da nicht verstandesmäßig “absichern”, also im Voraus. Ich denke, es gibt viele Frauen, die eben nicht zu diesem klaren Kinderwunsch gelangen. Mir mir war das so. Es brauchte ein bisschen Überschwang, und Unvernunft, und Mut. Vieles findet sich. Ich habe lange Jahre versucht, mich zu einem Ja oder Nein mit dem Kopf hinzuarbeiten. Hat nicht funktioniert. Führte nur zu einem unendlichen Hadern.

    Mir hat außerdem geholfen: keine “echte” Verhütung mehr. Laissez-faire. Es mal drauf ankommen lassen. Mir von meinem Körper die Entscheidung ein bisschen abnehmen lassen. Eine Portion “Ich mach das jetzt einfach”.

    Das war jetzt ein echter Roman, ne? Vielleicht hilft es ja der ein oder anderen 🙂

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      Jana Friedrich sagte:

      Danke für Deinen “Roman”! 😉
      Für Frauen, denen es ähnlich geht, ist es sicher wertvoll zu erfahren, wie sich das Gefühl in so einer Schwangerschaft entwickeln kann.
      Ich finde, Du hast das ganz toll beschrieben.
      Ich habe vor dem Artikel viel recherchiert und hatte etwas Angst vor abwertenden Kommentaren. In einigen Foren, in denen das Thema ganz zaghaft angesprochen wurde, kamen lauter Antworten a la: “wie kann man Angst vor Babys haben”, oder ” ach, alles Quatsch, einfach machen, dann ist alles rosarot”.
      Ich finde es ganz toll zu hören, dass zwar nicht alles toll war, aber, dass es sich wirklich gut und annehmbar entwickelt hat. Und dass Du sogar die Bewegungen genießen kannst.
      Liebe Grüße!

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      • Avatar
        HeuteMalNamenlos sagte:

        Gerne. Ich finde, frau sollte wirklich über alles offen sprechen dürfen. Von (Baby-)Foren halte ich mich aus diesem Grund auch fern. Das ist mir zu sehr Marshmellow-Land. Ambivalente Gefühle sind da nicht gut aufgehoben, deshalb bin ich immer sehr froh, wenn ich mal Beiträge wie diesen lese. Meine Freundin Rike Drust hat in ihrem Buch “Muttergefühle” diese oft widersprüchliche Palette von Emotionen so schön auf den Punkt gebracht. Das ist auch eine Lektüre, die sich für Frauen mit Zweifeln echt gut eignet.

        Das wichtigste in meinem Fall war wohl: ich habe eine Beziehung zu dem Kind in meinem Bauch aufgebaut. Meine größte Angst war, dass es dann da drin ist und ich nichts empfinde. Aber da hat sich ganz langsam und zart was entwickelt. Ich bin jetzt gespannt auf sie. Und wenn sie sich dieser Tage mal seltener bewegt als sonst, mach ich mir gleich Sorgen. Ich glaube, wenn man so fühlt wie ich und einige der anderen Schreiberinnen, ist es besonders wichtig, sehr behutsam mit sich umzugehen in der Schwangerschaft. Sich immer wieder Zeit zu nehmen, zum hinhören und hinfühlen. Sich jemanden suchen, mit dem man offen drüber sprechen kann. Insgesamt, merke ich gerade, habe ich das dann doch wesentlich besser hingekriegt, als ich selbst im Voraus gedacht hätte 🙂

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          Jana Friedrich sagte:

          Danke für das Bloglob!
          Das Buch kenne ich noch nicht, das kommt aber auf meine Leseliste.
          Mit den Foren ist es ganz unterschiedlich. Manche sind gut und es ist echt interessant Beiträge zu verfolgen, da sich einfach viele beteiligen. Da sieht man einfach woher der Wind weht… Aber in manchen ist es wie beim “Medikamente tauschen”: nicht wirklich hilfreich- im Gegenteil.

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          Schwangere sagte:

          Hallo HeuteMalNamenlos, hallo alle anderen die hier über die Frfühle geschrieben haben. Es tut gut zu wissen, dass ich nicht ganz alleine bin in einer Welt in der Kinder und Schwabgere das beste zu sein scheinen. Ich hätte nie einen Kinderwunsch. Im Gegenteil. Immer Angst vor der Schwangerschaft und auch vor Kleinkindern und Babys. Ich hatte auch nie welche in meinem Umfeld. Die Ängste vor dem alleine sein hatte ich aber auch, eben genau wie das Aliengefühl. Das mit dem drauf ankommen lassen habe ich auch gemacht-nun bin ich im 3. Monat schwanger. Ich war auch in einer Abtreibungsklinik, aber als ich unterschreiben sollte, dass man mir nun die Tablette zur Vorbereitung gibt, konnte ich es nicht.
          Ich habe aber immer noch Angst und Panikattacken und schlafe kaum.icv träume von der Geburt und den Schmerzen, ich habe Angst vor den Bewegungen und dass ich keine Bindung zum Baby haben werde. Angst, dass mein komplettes selbstbestimmtes Leben hinüber ist und ich nie Mals nur einen einzigen Moment der Ruhe haben werde und es alles nicht schaffen werde. Hilfe habe ich bisher nicht gefunden. Alle sehr ausgebucht oder haben keine Erfagrung mit Tokophobie. Mein Partner ist entspannt. Er sagt immer, dass er dann einfach alles macht. Mich beruhigt der Gedanke, dass wir gemeinsam Elternzeit nehmen werden. Ich hoffe noch auf das große Mutterglück und dass meine Hormone vielleicht auch nochmal irgendwann das Richtige tun und dazu beitragen. Habt ihr noch Tipps wie man mit diesen Ängsten umgeht? Gibt es Erfahrungsberichte von Müttern die auch Angst hatten keine Bindung zum Neugeborenen zu haben ?

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          • Avatar
            Nika sagte:

            Hallo Schwangere,
            also mir geht es genauso. Ich hatte auch überlegt abzutreiben, habe aber gehofft, dass die Glücksgefühle noch kommen. Jetzt bin ich in der 37. Woche und kann mich immer noch nicht freuen und finde die Schwangerschaft einfach nur schrecklich, obwohl ich keine Beschwerden habe. Wie war es bei dir? Hattest du bis zum Ende der Schwangerschaft auch solche Gefühle? Ich habe auch Angst, dass ich nach der Geburt keine Bindung zum Kind aufbauen kann. Wie war es bei dir? Wäre schön, wenn du deine Erfahrung mitteilen würdest.

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            Ona sagte:

            Hallo, habe das gleiche problem. Wurde die schwangerschaft mit der zeit besser bei dir, oder hattest du immer noch Angst.ich bin verzweifelt wenn ich nur dran denke dass da was in mir wächst kriege ich panikattacken.bin in der 9 woche

          • Avatar
            MM sagte:

            Es ist wirklich schön zu lesen, dass man nicht alleine ist… und das manche genauso fühlen. Ich warte auch immer noch auf den großen Kinderwunsch. Ich verbinde Schwangerschaft auch mit Panikattacken. Hoffe nur wenn ich mal schwanger sein sollte. Diese meinem Kind nichts ausmachen . Was macht ihr gehen die Attacken?

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        Katrin sagte:

        Liebe Jana,
        ganz herzlichen Dank für diesen Blogbeitrag. Denn auch fast 10 Jahre später findet man kaum irgendwelche Aussagen, die hier die Stimmen der Frauen wiederspiegeln. Schade, dass das immernoch ein Tabuthema ist.

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    northor sagte:

    Ich hab zwar keine komischen Gefühle einer Schwangerschaft gegenüber gehabt, aber lange auch keinen Kinderwunsch. War über 10 Jahre mit meinem Ex zusammen. Zu Anfang war mir klar: Jetzt auf jeden Fall noch nicht, erst Studium und zumindest erster Berufseinstieg, dann mal weitersehen. Aber auch danach fühlte ich mich nicht reif, hatte immer das Gefühl, meine bisherige Freiheit ist mir wichtiger als Kinder. Und immer die Angst, mit dem Kind überfordert zu sein. Begegneten mir angenehme Kinder, dachte ich manchmal: Wenn man sich das so aussuchen könnte, dann würde ich wohl Kinder haben wollen. Aber jedes nervige/schwierige Kind hat mich wieder abgeschreckt – woher weiß ich, ob ich nicht auch “sowas” in der Lebenslotterie ziehe? Langsam bröckelte auch die Beziehung vor sich hin, das unterstützt einen Kinderwunsch natürlich erst recht nicht…
    Inzwischen neue Beziehung, erste vorsichtige Gespräche wie das so mit Kinderwunsch auf beiden Seiten so aussieht. Wir haben dann beide festgestellt, dass wir uns den jeweils anderen gut als Eltern vorstellen können, nur uns selber nicht 🙂 Und jetzt wagen wir das Experiment, und sind ganz optimistisch, das gemeinsam schon hinzukriegen. Kurz vor Halbzeit bin ich schon …

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      Jana Friedrich sagte:

      Eine Entscheidung für Kinder, ist natürlich eine große. Kinder verändern das Leben extrem und nachhaltig. Das Gute ist: Ist sie gefallen, wächst man da rein!
      Herzlichen Glückwunsch zur Entscheidung und viel Glück für die Geburt!
      LG

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    Neeva sagte:

    Also ich kann sowohl den unklaren Kinderwunsch als auch das Unwohlsein gegenüber Schwangerschaft und Geburt aus eigener Erfahrung gut nachvollziehen. Das intellektuelle Hin- und Herüberlegen, das Heutemalnamenlos beschreibt, hatte ich auch. sogar in der Form, dass ich jahrelang Angst vorm Kinderkriegen hatte. Hauptsächlich Angst vor dem erhöhten Alltagsstress und vor dem Feststecken in alten Rollenbildern.
    Tatsächlich getraut habe ich mich erst, als ich die kleinen Kinder meiner Freundin kennen lernte und feststellte, dass es keine Aliens sind, sondern ich aus dem Bauch heraus mit ihnen umgehen konnte. Da ich sonst ein sehr kopfgesteuerter Mensch bin, war das wirklich bemerkenswert für mich.

    Letztendlich gemacht habe ich es dann zum Teil tatsächlich _weil_ ich immer noch ein bisschen Angst hatte. Jetzt habe ich einen fünf Monate alten Sohn und Geburt und Muttersein sind tatsächlich fast die ersten Dinge, die ich in meinem Leben nach Bauchgefühl und nicht verkopft mache. (Was nicht heißt, dass sich hier nicht die Bücher über Babys, Stillen usw. stapeln würden.)
    Allerdings hatte ich das Glück, dass es mir in der Schwangerschaft körperlich sehr gut ging und ich mich auch mit der Geburt recht leicht getan habe.
    Ich kann nur nicht sagen, dass ich schon in der Schwangerschaft eine Beziehung zu meinem Baby aufgebaut habe, das fing erst nach der Geburt an. Vorher wusste ich zwar, dass da ein Kind in meinem Bauch ist, aber gefühlsmäßig war das einfach mein Körper, der komische Sachen machte. Ich bin auch nach wie vor der Meinung, dass das ungeborene Kind ungefähr so einzuordnen ist wie ein zusätzliches Organ. Wem das jetzt herabsetzend vorkommt, so ist es gar nicht gemeint: Überlegt mal, was ihr mit jemandem machen würdet, der euch eine Niere klauen will. 🙂 Und ich finde die Vorstellung weniger gruselig als ein fremdes Lebewesen in meinem Körper.

    Tatsächlich immer noch Angst habe ich vor Leuten, die mich über mein Muttersein definieren und mich darüber kontrollieren und einschränken wollen. In der Schwangerschaft ist das am unmittelbarsten, wenn man weiß, dass es Länder und Krankenhäuser gibt, die eher die Mutter sterben lassen, als einen Embryo abzutöten. (Es gab da einen Fall in Irland, kurz bevor ich schwanger wurde. Ein Urlaubsziel weniger.) Die mildere Variante davon sind die ganzen Verhaltensregeln für Schwangere für Essen, Trinken, Sport usw.
    Jetzt nach der Geburt kann ich die nächsten 25 Jahre damit zubringen in Bayern nicht im traditionellen Rollenbild zu landen. Bis jetzt kann ich sagen, das erfordert wirklich bewusstes Gegensteuern. Sobald man (bzw. meist “frau”) nichts macht, landet man nämlich magisch in der 50er Jahre Rollenverteilung. Ich schätze das ist in Berlin nicht viel anders, oder?

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      Jana Friedrich sagte:

      Liebe Neeva, auch Dir vielen Dank, für Deinen Beitrag.
      Zu Deiner Frage: Ich denke, das mit der Rollenverteilung regelt sich in aller Regel über den Verdienst. Gerade, wenn Nachwuchs kommt, entscheiden die meisten Familien, dass der geringer Verdienende zu Hause bleibt. Das ist dann, in den meisten Fällen die Frau. Auch in Berlin. Bei meinen Wochenbettfamilien ist das zumindest meist so der Fall. Ist das eine Falle? Viele Frauen erzählen mir auch, dass sie diese “legale Pause” aus dem beruflichen Alltag genießen. Zur Falle wird es, wenn der dazu gehörige Partner die Erziehungs- und meistens ja auch Haushaltsarbeit nicht als solche anerkennt. Das erlebe ich glücklicherweise kaum noch. Meistens ist das den Männern total bewusst, dass es einfach anstrengend ist einen ganzen Tag (nicht 8 Stunden mit geregelten Pausen) präsent zu sein, trotz Schlafmangel und ohne viel intellektuelle Ansprache. Es sind schon meistens sehr bewusste Väter, die sich einbringen. Sie freuen sich auf die eigene Elternzeit und nutzen diese gerne.
      Also das ist zumindest das was ich oft erlebe.
      Na gut, das beschreibt natürlich nur die Familiensituation. Gesellschaftlich hast Du sicher Recht. Es wird Frauen nicht einfach gemacht in ihre Position zurück zu kehren. Sie werden oft indirekt vom