„Wer stört, fliegt raus!“ – Väter im Kreißsaal

Einer der Gründe warum ich das Internet Leben liebe, ist das großartige Vernetzungspotential. Nachdem ich Anfang des Jahres den Artikel Väter im Kreißsaal – Statisten bei der Geburt veröffentlicht habe, meldeten sich bei mir viele Menschen, denen Väter aus jeweils ganz unterschiedlichen Gründen auch am Herzen liegen. Unter anderem übrigens der im Artikel von mir kritisierte Arzt. Er bot mir ein offenes Gespräch an, dass ich gerne noch führen möchte, für das es aber bisher leider noch keine Gelegenheit gab. Mal sehen, was daraus wird… Ich werde berichten.

Und eine Frau, mit der ich erst ein unglaublich bereicherndes Telefonat und dann sogar ein Real-Life-Treffen hatte, ist Rhea Seehaus. Rhea ist Coach und unterstützt Mütter (und gelegentlich auch Väter) bei den Herausforderungen, die häufig im Zusammenspiel von Beruf und Familie, beim Wiedereinstieg, aber auch im normalen Familienalltag auftreten. Zusätzlich ist sie im Bereich des Wissenschaftsmanagements tätig und beschäftigt sich seit mehreren Jahren mit Forschungsprojekten rund um das Thema Elternschaft. Ehrenamtlich arbeitet sie – passend zu „meinem“ Thema – seit etwas über einem Jahr in einem Bezirksverband von pro familia im Vorstand.
Das Thema Väter treibt sie schon eine ganze Weile um. Insbesondere durch ein Forschungsprojekt, für das sie Geburtsinfoabende in Krankenhäusern, sowie Geburtsvorbereitungskurse und Stillinfoabende untersucht hat. Ihr wurde dadurch immer bewusster, welche seltsamen Rollen Männer in diesem Bereich aktuell inne haben.
Nachdem ich ihr dann noch etwas ausführlicher von meinen schrägen Erfahrungen auf dem Perinatalkongress erzählte, wollte sie gerne etwas zum Thema Väter auf Hebammenblog.de beisteuern. Ich freue mich sehr Rheas Text hier als Gastartikel veröffentlichen zu dürfen:

„Wer stört, fliegt raus!“

Seitdem der Hebammenmangel immer akuter wird und seit einiger Zeit auch in der konkreten Betreuung der Eltern sicht- und spürbar wird, werden endlich auch (mal wieder) die Geburtsbedingungen in deutschen Krankenhäusern diskutiert. Und zwar nicht nur für Kinder, sondern auch für Mütter. Immer mehr Frauen berichten von ihren Erfahrungen, nicht gut behandelt worden zu sein, fremdbestimmte  oder gar gewaltsame Geburten erleben zu müssen. Politisch scheint sich wenig zu bewegen, so dass sich private Initiativen wie Mother Hood e.V. gründen und sich des Themas (dankenswerter Weise!) annehmen und für eine Verbesserung der Geburtskultur kämpfen. Nora Imlau schrieb dazu vor kurzem in Referenz auf den berühmten französischen Gynäkologen Michel Odent „Es ist nicht egal, wie wir geboren werden – und auch nicht wie wir gebären“. Diese Diskussionen um das Wohlergehen der Mütter sind gut, wichtig und längst überfällig. Allerdings gehört an dieser Stelle noch ein weiterer Bestandteil dazu, der manchmal ausgeblendet wird.
Bei den meisten Geburten – zumindest bei vielen heterosexuellen Paaren – ist auch der werdende Vater Teilnehmer an der Geburt. Dass dies so ist, gilt heutzutage als selbstverständlich – aktuellere Studien sprechen von 90% aller Väter. Da jedoch der Vater nicht im eigentlichen Sinne körperlich beteiligt ist, stellt sich die Frage: „Was macht der Vater eigentlich während der Geburt, was sind seine Aufgaben, was ist seine Rolle?“.  Und dass diese Klärung nicht ganz einfach ist und manchmal wohl auch voller Missverständnisse, darum geht es im Folgenden. (Der Titel ist übrigens ein Zitat eines Oberarztes in Bezug auf das Verhalten von Vätern im Kreissaal.

Vom Kreissaalflur an den Kopf des Entbindungsbetts

Während bis Ende des 19. Jahrhundert/Anfang des 20. Jahrhunderts Väter mit verschiedenen Aufgaben betraut waren, die einen reibungsfreien Ablauf der Geburt gewährleisten sollten und letztendlich eine Unterstützung der Hebamme darstellten, reduzierten sich diese Aufgaben drastisch als Geburten allmählich immer stärker medikalisiert und in Krankenhäuser verlagert wurden. Professionelles Klinikpersonal übernahm nun die früheren Aufgaben des Vaters, dieser wurde langfristig des Kreißsaals verwiesen (u.a. wegen der Angst vor einer zu hohen Keimbelastung und weil mehrere Frauen gleichzeitig nur durch Sichtschutze getrennt in einem Raum entbanden). Sein vorgesehener Platz während der Geburt war jahrelang der Kreißsaalflur. Dort hatte er zu warten um dann, nach der Geburt, der geschafften, aber glücklichen Mutter zum frisch gewaschenen Wonneproppen zu gratulieren. Im besten Fall hatte er noch Blumen dabei. Danach kam das Baby ins Kinderzimmer und der Vater ging nach Hause oder gleich mit Freunden in die Kneipe, um die Geburt zu feiern.

Das sieht heute – zumindest für die meisten Väter – ganz anders aus – für sie ist eine Teilnahme an der Geburt selbstverständlich. Immer stärker entdecken nun auch Entbindungskliniken die ‚neuen Väter‘ und sprechen sie vorab, z.B. bei den Informationsabenden zur Geburt für werdende Eltern mit an. Dies trifft den aktuellen Zeitgeist, in dem die ‘aktiven Väter’ einen hohen Stellenwert in der Gesellschaft haben. So haben sich beispielsweise auch immer mehr Krankenkassen entschlossen, die Teilnahme von werdenden Vätern an Geburtsvorbereitungskursen zu bezahlen, was noch vor 10 Jahren eher selten der Fall war. Die Kliniken gehen offensiv mit der Einbindung der Väter um – Sinnbild dafür ist wohl das optional buchbare Familienzimmer. Geht es jedoch um die konkrete Ausgestaltung dessen, was Väter unter der Geburt tun können oder sollten, zeigen sich häufig diverse, manchmal schon fast hilflos anmutenden Rückgriffe auf Klischees und Stereotype.

Gesichtsausdrücke deuten, Schimpfworttiraden ertragen und CTG ablesen – Aufgaben der Väter

So werden beispielsweise, besucht man die Informationsabende großer Kliniken, Witze über kollabierende oder ängstliche Väter gemacht, werdende Väter darauf hinwiesen, dass sie schon ihren Mann stehen und keinesfalls den Hebammen zu Last fallen sollten. Erzählt werden auch Geschichten von wehleidigen Männern oder von wenig männlichen Männern, die beim Anblick des Blutes umgekippt wären und mehr Arbeit als die gebärende Frau gemacht hätten oder von Männern, die einen Blick zu viel auf das ‘Gemetzel’ geworfen hätten und auf ewig in ihrer Sexualität eingeschränkt worden seien. Sobald man dies hört, beschleicht einen das Gefühl, dass es mitunter das Beste sei, wenn Väter gar nicht an der Geburt teilnehmen würden. Was solche Geschichten mit den werdenden Vätern machen, die sich größtenteils bemühen, in das Bild der neuen Väter zu passen, bleibt unklar. Klar ist nur, dass diese Geschichten und die darin erzählten Vaterbilder wenig Möglichkeit zur Identifikation für die einzelnen Männer bieten.
Werdende Väter bekommen keine Idee davon vermittelt, was sie tun können und was ihre Rolle ist. Neben aller Belustigung machen solche Geschichten aber auch Angst und zeigen Vätern deutlich, dass Geburten etwas sind, bei dem sie eher Störenfried als Helfer sind. Väterliche Angstgefühle und die Frage, ob sie eigentlich wirklich dabei sein wollen, ob sie in solchen Momenten Schwäche zeigen dürfen oder wie sie mit, bspw. bei interventionsreichen Geburten, auftauchenden Ohnmachtsgefühlen umgehen sollten – für all das ist in diesen Erzählungen wenig Platz. Stellt man die Störanfälligkeit von Geburten in Rechnung, erscheint diese Tabuisierung schon fast fahrlässig. Bereits ältere Studien verweisen darauf, dass gut vorbereitete Väter seltener während der Geburt in Stress geraten und damit dann auch nicht zum ‚Störpotential‘ werden sondern vielmehr ihrerseits dazu beitragen, dass die Geburt gut verläuft. Dies ist sofort einleuchtend, ruft man sich einmal die ‚Wucht‘ mancher Entbindungen in den Kopf. Diese Ereignisse können alle Beteiligten – insbesondere, wenn sie eigentlich nicht wissen, was gerade passiert – regelrecht überrollen.

Paradoxer Weise herrscht jedoch bei diesen Klinikveranstaltungen ein – mal mehr, mal weniger –  offen artikulierter  Erwartungsdruck, dass Väter natürlich an den Geburten teilnehmen und auch danach mit im Krankenhaus bleiben. Wer sich unsicher ist, ob er das möchte oder ob man das als Paar will, wird schnell schräg angeschaut. Interessant: Väter können nur in Familienzimmer übernachten, die teuer privat bezahlt werde müssen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt…

Außer der expliziten Teilnahme an der Geburt stellt sich natürlich die Frage nach der adäquaten Vorbereitung der Väter auf das Geburtsereignis. Neben all den vielen wunderbaren Geburtsvorbereitungskursen, die Eltern auf ganz angemessene Weise auf die Geburt vorbereiten, gibt es doch immer wieder welche, die genau diese Bilder von werdenden Vätern und Müttern bedienen. Es entstehen Geburtsvorbereitungskurse bzw. Einheiten für werdende Väter, bei denen die Männer in lockerer Runde erfahren sollen, wie die Schimpfwortrate der werdenden Mütter unter der Geburt steigt und wie sie bestimmte (sinnlose) Aufgaben unter der Geburt erledigen sollen: Sei es, permanent die Zahlen am CTG abzulesen oder vorab anhand von Zeichnungen zu lernen, die sich verändernden Gesichtsausdrücke der Gebärenden bestimmten Geburtsphasen zuzuordnen. Hierzu erfahren sie auch die jeweilige Stimmungslage der Gebärenden. Darüber hinaus bekommen sie bereits vorab ‚Platzzuweisungen‘ wie folgende „Der Papa steht immer am Kopf“. Dies jedoch nicht, weil sie dann vielleicht ihrer Partnerin besser zureden könnten, sondern ausschließlich mit der Begründung, dass alles andere ihrem Sexualleben auf Dauer schaden würde.
Diese Platzierung als individuellen Entscheidungsspielraum jedes Paares zu definieren – genau wie dies auch bei den verschiedenen Formen der Sexualität und Intimität, die jedes Paar miteinander pflegt, üblich ist – wird in solchen Settings selten versucht. Stattdessen gibt es Standardlösungen für alle, die manchmal für einzelne mitunter mehr Probleme schaffen als lösen.

Um was es in diesen Situationen geht? In Ermangelung ‚echter‘ Aufgaben geht es offenbar darum, Vätern das Gefühl zu geben, etwas zu tun zu haben und sie mit genauen Regieanweisungen auch ‚aus dem Weg‘ zu organisieren. Werdende Väter sollen keine Arbeit machen.

Wir brauchen eine angemessene Geburtsvorbereitung und Wertschätzung der Väter

Es ist überhaupt nicht verkehrt, dass auch Väter auf die Geburt vorbereitet werden. Und die vielen Aussagen von älteren Männern und Frauen, die darauf verweisen, dass es bei ihnen auch Frauensache gewesen wäre und dass man nun um die Männer nicht so ein Getue machen müsse, erscheinen da wenig hilfreich. Geschlechterkonstellationen haben sich verändert, genauso wie die individuelle aber auch gesellschaftlich gewünschte Ausgestaltung von Elternschaft.

In dem Maß wie wir als Gesellschaft gleichberechtigte Elternschaften unterstützen wollen und uns wünschen, dass sich die Väter weiter in die Kinderfürsorge einklinken, müssen wir ihnen auch Räume zugestehen in denen sie sich darauf vorbereiten können. Dazu gehört eine angemessene Ansprache der Väter jenseits stumpfsinniger (Geschlechter-)Stereotypen. Reine Beschäftigungsmaßnahmen, die weder den Müttern noch den Vätern gerecht werden, brauchen wir ganz sicher nicht. Vonnöten sind stattdessen adäquate Vorbereitungsformen, die werdende Väter in diesem Übergangsstadium ernst nehmen, ihnen Ängste und Sorgen nehmen und sie auf ihren Anteil an der Geburt vorbereiten – und ihnen auch den Raum eröffnen, sich gegen eine Teilnahme zu entscheiden. Genau dies versuchen viele Hebammen in ihren Geburtsvorbereitungskursen jetzt schon. Fatal erscheint es jedoch, wenn in den großen Kliniken, z.B. bei Informationsabenden, andere Bilder vermittelt werden, denn dies sind die Institutionen, die die meisten Eltern im Fall des Falles – nämlich unter der Geburt – besuchen, auch wenn sie vielleicht keinen Geburtsvorbereitungskurs gemacht haben.

In Zeiten der vielen – politisch akzeptierten und produzierten – Missstände im Bereich der Geburtshilfe, brauchen wir nicht nur neue Ideen für eine zukunftsfähige Geburtshilfe, die Mütter und Kinder wertschätzt und ihnen ‚sichere Geburten‘ ermöglicht. Sondern wir brauchen auch tragfähige Ideen dafür, welche Hilfe Väter unter der Geburt sein können, welche Aufgaben sie übernehmen können und an welchen Punkten sie ggf. selbst Hilfe brauchen. Und mit Aufgaben sind nur bedingt ‚handfeste‘ Tätigkeiten, wie Rücken massieren und Nabelschnur durchschneiden gemeint. Zu diskutieren wäre hier beispielsweise der emotionale Wert, den die Anwesenheit eines geliebten und vertrauten Menschen in dieser Ausnahmesituation auf das eigene Sicherheitsempfinden haben kann.  Wir brauchen aber auch Väter, die sagen, was sie brauchen, welche Unterstützung ihnen hilft und die sich nicht nur als Anhängsel der Frauen begreifen, das unter der Geburt sowieso nichts machen kann außer im Zweifelsfall einen nassen Waschlappen oder das kühle Wasser zu reichen. Erst dann wird Geburt auch wirklich zur Paarsache und bleibt kein ‚Frauending‘ mit dem Vater als Zaungast. Und das wirkt sich – ganz sicher – auch auf die spätere Involvierung des Vaters in allen anderen Aufgaben rund ums Kind aus. Deshalb glaube ich, wenn wir die Bedingungen von Geburt aber auch von Elternschaft verändern wollen, dann brauchen wir – natürlich neben anderen unterstützenden Faktoren – auch eine angemessene Geburtsvorbereitung und Wertschätzung der (werdenden) Väter.

Yes! – Vielen Dank, Rhea!

Rhea und ich phantasierten übrigens schon über einen Väterkongress. Wäre es nicht toll, so etwas auf die Beine zu stellen und viele engagierte Väter aber auch Hebammen, Ärzt*Innen und Wissenschaftler*Innen zusammenzubringen und deren Wünsche für die Geburtsvorbereitung, sowie für ein neues Väterbild im Kreißsaal und darüber hinaus zu implementieren?

Jede Frau hat das Recht auf eine positive, selbstbestimmte Geburtserfahrung. Seit ich Hebamme geworden bin verhelfe ich Frauen dazu.
Ich bin Jana Friedrich, Mutter von zwei Kindern, Hebamme seit 1998 (und seit September 2020 mit B. Sc. of Midwifery), Bloggerin seit 2012, Autorin zweier Bücher, Speakerin und Expertin im Themenbereich Familie. Mit meiner Expertise unterstütze ich darüber hinaus auch Kulturschaffende, Firmen und Politiker*innen.
In diesem Blog teile ich mit dir mein Wissen und meine Erfahrung rund um Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und das erste Jahr mit Baby.
Du bekommst bei mir Informationen, Beratung und „Zutaten“ zur Meinungsbildung für eines der spannendsten Abenteuer des Lebens.

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15 Kommentare
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    Anka sagte:

    Ich finde das alles sehr wichtig, aber vielleicht sollte alle Beteiligten nicht vergessen, dass dort zwei Erwachsene Menschen in Kreißsaal auftauchen. Denen kann man vielleicht einfach vorher mitgeben, dass jedes Paar die Geburt anders erlebt und wie oben geschrieben Intimität anders lebt. Und dann kann doch jeder Mann (oder Partner/in) gemeinsam mit der Frau entscheiden, ob, wie, was er sehen, ertragen, helfen,… kann und will.

    Ich finde, hier wird viel zu sehr mit diffusen „Erwartungen“ von allen Seiten und neuen und alten Rollenbildern um sich geworfen.

    Lasst das doch die Paare viel mehr unter sich aushandeln!

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      Jana Friedrich sagte:

      Du hast vollkommen Recht. Genau das möchte ich ja gerne. Aber dazu müssen wir, also die Hebammen und Ärzte die Vorbereitungskurse und die Ansprache so gestalten, dass sie die Räume und Möglichkeiten für die Eltern eröffnen.
      Ich finde es auch viel besser den Paaren zB zu sagen: Hey, macht euch Gedanken, wie ihr das wollt. Will der Partner hinschauen, wenn das Kind kommt? Und wenn ja, ist das für die Frau OK? Oder entscheidet ihr das spontan?
      Das ist allemal besser als: Also wenn der Vater hinschaut, mag er nie wieder mit seiner Frau schlafen. Oder: Unbedingt hinschauen, sonst wart du ja nicht richtig dabei.
      Ich möchte ja dass die Paare viel eigenverantwortlicher agieren können.
      Die Kritik richtet sich daher gar nicht an die Paare, sondern an den Umgang von professionellen Dienstleistern mit den Paaren. Dort “erwarte” ich mehr Offenheit.

      Daher war die Idee auch, eine gemeinsame Veranstaltung zu machen, wo sich mal alle Beteiligten zusammen setzen.

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        Anka sagte:

        Es kommt sicher auf die Geburt an.
        Ich wollte auch eigentlich sagen, dass es sicher leider auch viele Paare gibt, die solche Ansagen nicht hinterfragen oder wenig eigene Ideen haben. Allerdings wäre denen vielleicht besonders geholfen, wenn es zu einem viel offeren Zugang kommt.

        Wir haben den Kurs damals verlassen, als diese Vorschriften kamen (und auch noch aus anderen Gründen).
        Ich muss leider sagen, dass ich dort nichts neues gelernt habe.

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    Rivka sagte:

    Ich würde sowohl als werdende Hebamme als auch als frische Mutter den ‘Väterkongress’ besuchen wollen. Mein Freund war mir eine riesen Hilfe ohne das er viele ‘handfeste’ Tätigkeiten hatte. Im Gegenteil, für diese ‘Handlanger’ arbeiten hatte ich meine Schwester dabei und das war für uns genau richtig.

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    Kerstin T. sagte:

    Unser Geburtstvorbereitungskurs umfasste insgesamt 7 Sitzungen. 3 davon waren mit Mann. Mein Mann war erst sehr skeptisch, ist aber trotzdem mitgegangen. Seine Vorurteile hat er schnell verworfen, denn wir wurden in dem Kurs wirklich gut vorbereitet und mein Mann war mir im Kreißsaal wirklich eine große Hilfe. Er hat soviel aus dem Kurs behalten (teilweise mehr als ich ) und wusste so stets was gerade passiert und konnte mich deshalb die ganze Zeit super unterstützen. Ich muss aber auch sagen, dass das auch durch die Hebamme und den Arzt unterstützt wurde und wir zu keiner Zeit das Gefühl hatten, dass mein Mann überflüssig ist oder sogar im Weg stand. Die Geburt meiner Tochter war nicht unbedingt leicht (ein Sternengucker mit 4450g) und ich glaube nicht, dass das ohne die Hilfe meines Mannes und dem Krankenhauspersonal so reibungslos gelaufen wäre. Ich finde, dass es immer so sein sollte.

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    Julia sagte:

    Wir haben (natürlich im mega-öko-globuli-wasauchimmer-Geburtshaus) einen solchen sehr wertschätzenden und unglaublich hilfreichen Geburtsvorbereitungskurs für Paare miterlebt und ich kann nur bestätigen, dass es für die Geburt (und auch die Zeit danach) wegweisend war. Den Gastkommentar halte ich für richtig und wichtig!

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    Franziska Faupel sagte:

    Bei der Geburt unseres Sohnes war mein Freund auch dabei. Zuerst war er sich unsicher, ob er das möchte. Als es dann aber los ging, wich er nicht von meiner Seite. Und das war gut so! Seine Aufgabe war es für mich zu Sorgen, mich zu motivieren und mir Sicherheit zu geben. Und das hätte keiner so gut gemacht wie er. Wir haben uns aber im Vorfeld Gedanken über das Hinsehen gemacht. Mir war es wichtig, dass ich nicht Hinsehen muss, was ich auch nicht gemacht habe. Mein Freund wollte auch lieber nicht genau sehen was da passiert. Mehr wegen des schmerzhaften Anblicks… Wir haben uns auf einander und das Atmen konzentriert, der Hebamme vertraut und so eine tolle Geburt erlebt. Gemeinsam!

    PS : Ich bin meiner Hebamme sehr dankbar. Es war eine ganz normale Geburt in einer großen Uniklinik. Ohne Gewalt, Trauma oder Stress. Möchte mich auch mal positiv äußern…

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    coryne sagte:

    Hallo, ein speziellen Vätervorbereitungskurs hört sich nur nach Geldmacherei an. In meinem Vorbereitungskurs gab es einen Männerabend, das war ok, 2 wären perfekt gewesen.
    Es wurde zum Geburtsablauf was erzählt und bißchen zum Wochenbett – hier hätte man auch das Thema hinschauen usw. ansprechen können damit man sich darüber Gedanken machen kann. Mein Mann musste/ durfte unerwartet helfen und mein Bein halten, sowas war vorher nie angesprochen worden.
    Was gefehlt hat waren Infos zur Säuglingspflege und -handhabung, mein Mann hatte 15 Jahre vor der Geburt seiner Tochter das letzte mal ein Baby im Arm, er wusste nicht wie er das Baby halten soll, auch die nachsorgehebamme hat ihm auf Nachfrage nur gezeigt wie er es hochnehmen soll. Auch uns schwangeren würde sowas nicht gezeigt..
    Auch dazu braucht es keine extra Kurse für die Männer.
    Was in meinem Kurs völlig nutzlos war, war ein ganzer abend zum Thema Schwangerschaftsbeschwerden, darüber braucht man wirklich nicht mehr 3 Monate vor Geburt sprechen zumal jede eine “eigene” Hebamme hatte.
    Um die Väter besser vorzubereiten muss ganz einfach nur jeder Kurs NACH der Geburt evaluiert werden, dann kann sich jede Hebamme gezielt verbessern.

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    Nicky sagte:

    Hallo, ich habe ein Exemplar Mann an meiner Seite, das (leider?) niemals zu einem Vorbereitungskurs nur für Männer (da ist doch viel zu viel Testosteron und ich will meinen Abend nicht mit fremden Männern verbringen, ich hab nicht mal Zeit zum Joggen) gehen würde. Dennoch war er mir unter Geburt vor 2 Jahren eine großartige Stütze! Das einzige was ich vorab von ihm verlangt hab, war nicht wegzugehen und genau das hat er getan, er blieb die ganzen 15 Stunden im Kreißsaal an meiner Seite, obwohl er noch nichtmal was zum Essen bekam (ich auch nicht, aber das hat mich nicht interessiert). Er hat zudem ganz intuitiv genau die Dinge getan, die er konnte – Hand-halten, umarmen, stützen, trinken-reichen, zum-Salzstangen-essen-ermuntern, um-Kirschkernkissen-fragen, nach-der-Wanne-Beine-eincremen etc.pp
    Die betreuende Hebamme meinte bei der Nachsorge irgendwann nur: Ihr habt während der Geburt so gut zusammengearbeitet, ich hatte nie Sorge, dass Ihr -auch Zuhause- nicht klar kommt.
    Wir haben gemeinsam einen 4 Abende umfassenden Vorbereitungskurs absolviert und alle unklaren/uns beschäftigenden Themen gemeinsam nachbesprochen. Außerdem haben wir im Vorfeld unsere Vorstellungen, Wünsche und No-Gos geklärt. Ich plädiere klar für eine Vorbereitung der Männer, aber möchte auch anmerken, dass diese immer zum einzelnen Mann passen muss, so wie die Vorbereitung auch zu jeder Frau einzeln passen muss.

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      Jana Friedrich sagte:

      Hey klar, passen muss es schon. Ihr habt das doch gut gemacht.
      Ich finde nicht, dass Männer einen Männerkurs machen müssen, wenn sie gemeinsam mit ihren Frauen einen besuchen.
      Nur ganz ohne, ist es schon manchmal krass. Ein bisschen zu wissen, was auf einen zukommt hilft schon sehr.

      Es gibt eine Studie, die im Prinzip sagt das beide Partner, zufriedener mit der Geburt waren, wenn sie vorher gemeinsam einen Kurs gemacht hatten.
      LG
      Jana

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    Katzerl sagte:

    Ja, er war großteils Statist. Er ist herumgesessen und hat nichts getan.
    …außer…
    während ich meine Ruhe haben wollte, mit der Hebammenstudentin gequatscht und mich so während der Wehenpausen unterhalten und abgelenkt.
    mir was zu Trinken gebracht, als ich Durst hatte.
    mich die guten Sachen vom Essen futtern lassen und den seltsamen Rest selbst verputzt, so dass ich kein schlechtes Gewissen hatte, etwas übrig zu lassen.
    mich gehalten, als ich dieses eine Mal irgendwie nicht mehr stehen konnte.
    mir leise ins Ohr geflüstert, dass ich pressen soll. FEST. Und das hat mehr gewirkt als alle Kommentare der Hebamme. Denn ihm vertraue ich blind.
    da zu sein und Ruhe zu verbreiten. Solange er da ist, ist alles gut.

    Ich hatte eine lange, ruhige, entspannte Geburt mit dramatischem Finale. So wie es eben bei einer Erstgebärenden sein soll. Er hatte keine Schimpftiraden auszuhalten, er musste nicht viel trösten. Es war eine gute Geburt. Aber dass es genau so gut geworden ist, hat viel mit meiner psychischen Verfassung während dieser Ausnahmesituation zu tun. Und er hat mich durch seine Anwesenheit und durch die paar wenigen Kleinigkeiten, dann, wenn es notwendig war, durch die vielen Stunden begleitet und getragen, so dass ich in mir ruhen konnte und mich um nichts anderes kümmern musste als um mich selbst.

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  9. Avatar
    Maria sagte:

    Mit Interesse stöbere ich auf der Homepage rum obwohl einiges nicht mehr unbedingt nötig ist. Wir haben zwei Kinder März 2020 und März 2024. Und konnte beides mal feststellen, dass eine vertrauensvolle Begleitung = mein Mann wertvoll ist. Wir konnten zwar gemeinsam nie einen Kurs zur Vorbereitung besuchen (Kind 1 = war ich schon stätionär im KH – er hat teilgenommen die Hoffnung stirbt zuletzt) Kind 2 (habe ich teilgenommen er hat sich um Kind 1 gekümmert). Aber das Schwarmwissen aus beiden Kursen hat gereicht.
    Das Setting bei beiden komplett unterschiedlich. Kind 1 Geburt SSW 32+0 wg. Präeklampsie per Kaiserschnitt und Kind 2 Geburt SSW 37+7 vaginal im Krankenhaus.
    Mein Mann war bei beiden Geburten bzw. danach eine unverzichtbare Hilfe. Wegen Personalmangel bei Kind 1 hat er die postoperative Nachsorge übernehmen müssen um bei Verschlechterung meines Zustands Hilfe zu holen.
    Bei Kind 2 war er das Sprachrohr zum Klinikpersonal. Ich war vor der PDA so im Tunnel das er zB. mit dem Anästhesisten den (in meinem Fall sehr umfangreichen) Anamnesebogen besprochen hat und auch meinen Diabetes gemanagt (seit 1997 habe ich Diabetes mellitus Typ 1). Er wurde und das fand ich sehr toll auch im sein Einverständnis zum Einsatz der Saugglocke gebeten. Kind 2 ist mit 4400g und 38cm Kopfumfang auf die Welt gekommen.

    Wie gesagt aus meiner Erfahrung ohne eine Begleitung ist die Geburt als solche sicher eine große Herausforderung. Ich hätte das in beiden Fällen nur schwer hingekommen und die psychischen Folgen der ersten Geburt wären noch heftiger gewesen als eh schon.

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