Natur vs. Technik in der Geburtshilfe

30 Jul
30. Juli 2015

Den Großteil der Menschheitsgeschichte haben Frauen ihre Kinder ohne technische Hilfsmittel zur Welt gebracht. Dabei ist die Menschheit zwar nicht ausgestorben, aber unzählige Mütter und Kinder sind bei den Geburten gestorben. Die technischen Errungenschaften der Medizin haben die Geburtshilfe also auf jeden Fall sicherer gemacht. Wenn ich mich entscheiden müsste, in welchem Zeitalter ich meine Kinder gerne bekommen hätte, dann würde ich mich für genau den Zeitpunkt entscheiden, zu dem ich sie bekam: Vor 16 bzw. 10 Jahren. Denn aus meiner Sicht gab es zu diesem Zeitpunkt noch ein vernünftiges Gleichgewicht zwischen dem Faktor Menschlichkeit in der Betreuung und dem immer rasanter fortschreitendem Grad der medizinischen Technisierung.

Wie viel hilft Viel?

Und heute? Ich glaube, dass wir den Zenit einer guten Geburtshilfe bereits überschritten haben. Denn wir sind längst an einem Punkt angelangt, wo mehr Eingriffe in die Geburt, nicht auch zu mehr besseren Ergebnissen führen. Fakt ist: In den letzten 10 Jahren stieg die Zahl der Interventionen deutlich an, ohne dass sich das Outcome, also der Zustand von Müttern und Kindern nach der Geburt, noch messbar verbessert hätte. Wir kürzen aber gerade genau den Faktor weg, der für gute Geburten mindestens genau so wichtig ist, wie die Technik für den Notfall: Die Betreuungsqualität für die Gebärenden. Daran sind natürlich nicht primär die technischen Neuerungen schuld, sondern vor allem die Politik und das Krankenkassensystem. Aber das ist ein etwas anderes Thema.

Die Fragestellung von Natur vs. Technik in der Geburtshilfe hingegen lautet: “Welche technischen Hilfsmittel haben die Geburtshilfe signifikant verändert? Welche davon sind eher Fluch und welche ein Segen? Und zwar aus der Sicht von Mutter & Kind! Ich kann schon jetzt verraten, dass es nicht ganz so einfach schwarz & weiß werden wird… weiter lesen →

Mein Brief an mich – die Sommer-Blogparade!

09 Jul
9. Juli 2015

Letzte Woche teilte ich hier den Brief einer Blogleserin an sich selbst. Ava wünschte sich, sie könne in der Zeit zurück reisen und ihrem jüngeren Ich ein paar hilfreiche Tips geben und schrieb den „Brief an mein altes Stillendes Ich“. Nee, hier geht’s jetzt nicht schon wieder um’s Stillen…!
Ich selbst denke auch manchmal darüber nach, ob ich – als Newbie-Mutter – aber mit meinem heutigen Wissen, nicht auch Manches anders gemacht hätte. Vielleicht hätte ich dann auf bestimmte (blöde) Sprüche meiner Mitmenschen selbstbewusster und schlagfertiger reagiert. Ja, ich würde mir rückwirkend gerne ein paar Tips geben, und so meinem früheren Ich das Leben etwas leichter machen. weiter lesen →

Brief an mein (altes) stillendes Ich

02 Jul
2. Juli 2015

Langzeitstillen ist in weiten Teilen der Gesellschaft immer noch sehr verpönt. Wir sprechen sogar schon vom Langzeitstillen, wenn eine Frau ihr Baby über das erste Lebensjahr hinaus stillt. Es herrscht eine enorme Angst, ein Kind womöglich bis zur Grundschule stillen zu müssen, wenn man nicht rechtzeitig die Abstill-Kurve kriegt. In der bedürfnisorientierten Erziehung ist es hingegen ganz selbstverständlich, dem Kind solange die Brust zu geben, bis es sich von selbst abstillt. Manche Frauen tun dies sehr selbstbewusst und gern.
Bei vielen Frauen wächst aber die Angst vor dem vermeintlichen Drama des Abstillens. Und nicht wenige beugen sich dem Druck der Umwelt.

BonBon-Mama

Letzte Woche las ich im Blog Stillkinder meiner Hebammen-Kollegin Regine Gresens einen wirklich niedlichen Text eines dreieinhalb Jahre alten Kindes, das beschreibt, wie es ist, neben Mama (bzw. neben ihrer Brust) zu weiter lesen →

Baby-Zähne richtig putzen – Zahnpflege von Anfang an

25 Jun
25. Juni 2015

In meinem Arbeitsalltag werde ich von meinen betreuten Familien immer wieder gefragt, wie das mit dem Zähneputzen beim Baby geht. Manchmal kommt ein Baby ja sogar schon mit einem Schneidezahn auf die Welt! Wird der dann gleich am ersten Abend geputzt? Und wenn ja, wie? Aber auch, wenn der erste Milchzahn erst später kommt: Baby-Zähne richtig zu putzen, ist natürlich wichtig! Und wie das mit der Zahnpflege von Anfang ganz einfach funktioniert, erklärt euch heute mal die Hebamme und nicht der Zahnarzt, den ich damit (natürlich) weder ersetzen will noch kann.

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Sorry, leider ausgebucht – ein offener Brief

18 Jun
18. Juni 2015

Sehr geehrte Frau Dr. Doris Pfeiffer (Vorstandsvorsitzende des GKV-SV),
sehr geehrter Herr Gröhe (Bundesgesundheitsminister),

was mach ich bloß mit all diesen Frauen, die mir täglich schreiben oder mich anrufen, weil sie keine Hebammen mehr finden? Ihnen steht Hebammenbetreuung zu, sie machen alles richtig, indem sie sich früh darum kümmern. Und doch bekommen sie eine Absage nach der Anderen. Alle meine Kolleginnen (also die, die unter den heutigen Bedingungen überhaupt noch arbeiten) berichten dasselbe.

Tägliche Anfragen

Jeden Tag bekomme ich diese Mails. Inzwischen habe ich eine Standard-Absage-Antwort, die ich nur noch einkopiere. Alles Andere wäre ein absurder Arbeitsaufwand. Ich bin, wie alle Hebammen, auf Monate ausgebucht. Mehr geht nicht! Ich lese trotzdem alle Anfragen, aber sie machen mich traurig. Damit Sie sich ein Bild machen können, zeige ich Ihnen mal (nur) die von heute:

Liebe Jana,
ich wende mich gerade aus Verzweiflung an dich. Ich bin in der 12.SSw und auf der Suche nach einer Hebamme. Ich bekomme eine Absage nach der anderen. Mein ET ist weiter lesen →

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